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Full text of "Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur"

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TEXTE UND ÜNTEESÜCHÜNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER 

aiCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR VON GEBHAEDT und ADOLF HAMACE 

NEUE FULGE — ELFTER BAND 

DER GANZEN REIHE XXVI. BAND 




^ 



LEIPZIG 
J. C. HINEICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1904 



mHALT DES 11. BANDES DER NEUEN FOLGE 

(DER GANZEN REIHE XX^^. BAND; 



Heft la 
Heft Ib 
Heft 2 



Bonwetsch, G. Nath., Drei georgisch erhaltene Schriften von ] 
Hyppolytus. XVI, 98 Seiten. 1904. j 

Leipoldt, Johannes, Saidische Auszüge aus dem 8. Buche der | 
apostolischen Konstitutionen. II, 62 Seiten. 1904. j 

Kraatz, Wilhelm, Koptische Akten z. ephesinischen Konzil vom Jahre ] 
431. Übersetzung und Untersuchungen. VHI, 220 Seiten. 1904. j 

Berendts, A., Die handschriftliche Überlieferung der Zacharias- 

und Johannes-Apokryphen. — Über die Bibliotheken der \ Heft 
Meteorischen u. Ossa- Olympischen Klöster. IV, 84 Seiten. 1904. 

Ter-Minassiantz, Erwand, Die armenische Kirche in ihren Be- 
ziehungen zu den syrischen Kirchen. Bis zum Ende des 
13. Jahrhunderts. Nach den armenischen imd syrischen 
Quellen bearbeitet. XII, 212 Seiten. 1904. 



^ Heft 4 



Verlag der .1. (1 IlINllICILS'Kclien Buclihandluiif^ in Leipzig. 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCUEISTLJCHEN LITERATUR 

Herausgegeben von 0. von GEBHARDT und A. HARNACK. 

hili.aU der Neuen Folge Band I—Xl, 1 : 



Neueste Hefte: 

Bonwetsch, Q. N., Drei georgisch erhaltene 

.Schriften von Hii)po]ytus. XVI, 98 S. 1904. 

(NF. XI, la) M. 3.50 

Leipoldt, Johs., Saidische Auszüge aus d. 8. Buche 

der apostol. IConstitutionen. II, G2 S. 1904. 

(NF. XI, Ib) M. 2 — 

Waitz, H., D. Pseudoklementinen, Homilieu u, Re- 

kognitionen. 1904. (NF. X, 4) Im Druck 
Soden, H. von, Die Cyprianische Briefsammlung. 

Gesch. ihrer Entstehung u. Überlieferung. 

Vm, 2G8S. u.2Tab. 1904. (NF. X, 3) M. 10.50 
Die syrische Oidaskaliaübs.u.erkl.v.H.AGHELisu. 

•J. FleMMING. VIII, 388S. 1904. (NF.X,2) M. 12.50 
Leipoldt, Johs., Schenute von Atripe u. d. Ent- 
stehung d. national ägypt. Christentums. 

X, 214 S. 1903. (NF. X, 1) M. 7 — 



Achells, H., Hippolytstudien. VIII, 233 S. 1897. 

(NF. I, 4) M. 7.50 

Bonwetsch, G. N., Studien z. d. Komm. Hippolyts 

zum Buche Daniel u. Hohenliede. IV, 86 S. 

(NF. I, 2) M. 3 — 

— Hippolyts Kommentar z. Hohenlied auf Gi-und 
V. N. Mare's Ausg. d. grusin. Textes herausg. 
108 S. 1902. (s. u. Harnack) 

Bratke, E., Das sogenannte Keligionsgespräch 
am Hof der Sasaniden. IV, 305 S. 1899. (Mit 
Harnack, Cyprian.SchriftenNF.lv. 3) M. 10.50 

Dobschütz, E. von, Christusbilder. Untersuchun- 
gen zur christlichen Legende. XII, 294, 336 
und 357 S. 1899. (NF. III) l\. 32 — 

Erbes, C, Die Todestage der Apostel Paulus 
und Petrus und ihre römischen Denkmäler. 
IV, 138 S. 1899. (Mit Harnack, Ketzerkatalog 
und Goetz, Cyprian NF. IV, 1) M. 5.50 

Flemmino,J.,DasBuchIlenoch.Äthiop.Text,Einl. 
Komm. XVI, 172 S. 1902. (NF. VII, 1) M. 11 — 

Gebhardt, „0. v., Passio S. Theclae virginis. Die 
latein. Übersetzgn. der Acta Pauli et Theclae 
nebst Fragm., Auszügen u. Beilagen herausg. 
CXVni, 188 S. 1902. (NF. VII, 2) M. 9.50 

Geffcken, J., Komposition u. Entstehungszeit d. 
Orac. Sibyll. IV,78S. l902.(NF.VIII,i)M.2.50 

Goltz, E. v. d., Eine textkrit. Arbeit d. 10. bez. 
6. Jh., hrsg. nach e. Codex d. Athoskl. Lawra. 
Mit 1 Tafel. VI, 116 S. 1899. (NF. II, 4) M. 4.50 

Goetz, K. G., D. alte Anfang u. d. ursprüngl.Form 
v.Cypr. Schrift ad Donatum. 16 S. 1899. (s. Erbes) 

Gressmann, H., Studien zu Euseb's Theophanie. 
XI, 154 u. 69 S. 1903. (NF. VIII, 3) M. 8- 

Haller, W., Jovinianus, dieFragm. s. Schriften etc. 
VIII, 159 S. 1897. (NF. II, 2) M. 5.60 

Harnack, A., D. pseudocypr. Trakt, de singu- 
laritate cleric. e. Werk d. donatist. Bisch. 
Macrobiusin Rom. (72 S.) — D. Hypotyposen 
d. Theognost. (20 S.) — D. gefälschte Brief d. 
Bisch.Theonas an d.OberkammerherrnLucian. 
(25 S.) 117 S. 1903. (NF. IX, 3) M. 3.50 

— Über verlorene Briefe und Actenstücke, 
die sich a.d. Cyprian. Briefsammlg. ermitteln 
lassen. 45 S. 1902. (Mit Klostermann, u. Bon- 
wetsch, NF. Vni, 2) M. 5.50 



Harnack, A., Der Ketzer-Katalog des Bischofs 
Maruta von Maipherkat. 17S. 1899 (s. Erbe«) 

— Die Pfaff 'sehen Irenäus- Fragmente als 
Fälschgn. Pfaff's nachgewiesen. — Patrist. 
Miscellen. III, 148 S. 1900. (NF. V, 3) M. 5 — 

— Diodorv.Tarsus.IV,25lS.1901.(NF.VI,4) M.8— 

— Drei wenig beachtete Cyprianische Schriften 
und die „Acta Pauli". 34 S. 1899. (s. o. Bratke) 

Hell, K., Fragmente vornicän. Kirchenväter 

aus d. Sacra pai-allela. XXXIX, 241 S. 1899. 

(NF. V, 2) M. 9 - 

— Die Sacra parallela des Johannes Damas- 
cenus XVI, 392 S. 1897. (NF. I, 1) M. 12 — 

Janssen, R.,D.Johannes-Ev.n.d.Paraph.d.Nonnu3 
Panopolit. IV, 80 S. 1903. (NF. VIII, 4) M. 2.50 

Jeep, L., Zur Überlieferung des Philostorgios. 
33 S. 1899. (s. u. Wobbermin) Nicht einzeln 

Klostermann, E., D. Überlief, d. Jeremia-Homilien 
d. Origenes. VI, llö S. 1897. (NF. I, 3) M. 3.50 

— Eusebius' Schrift ^ifpi räiv roTUXiZv orofiüruiv 

Tülv Iv TT] ■»iia yfucpfi. 28 S. 1902. (s. 0. Harnack 

Knopf, R., Der erste Clemensbrief. Untersucht 
u. herausg. IV, 194 S 1899. (NF. V, 1) M. 6 — 

Nestle, E., Kirchengeschichte d. Eusebius a.d. Sy- 
rischen. X, 296 S. 1901. (NF. VI, 2) M. 9.50 

Prauschen, E. , Eusebius' Kirchengeschichte 
Buch VI u. VII aus d. Armenischen übersetzt. 
XXII, 109 S. 1902. (NF. VII, 3) M. 4 - 

Schmidt, C, Die alten Petrusakten i. Zusammenh . 
d. apokr.Apostellit. untersucht. Nebst e. neu- 
entdeck.Fragm.VIII,l76S.1903.(NF.IX,l)M.6— 

— Plotin's Stellung zam Gnosticismus und 
kirchl. Christentum. X, 90 S. — Fragm. einer 
Schrift d. Märt. -Bisch. Petrus v. Alexandrien. 
50 S. 1900. (Mit Stählin NF. V, 4) M. 5 — 

Schubert, H. v., D. sog. Praedestinatus. Beitrag z 
Gesch. d. Pelagianismus IV, 147 S. 1903. 
(NF. IX, 4) M. 4.80 

Slckenberger, J., D. Lukaskatene d. Niketas v. 
Herakleia unters. 1902. (NF. VII, 4) M. 4 — 

— Titus von Bostra. Studien zu dessen Lukas- 
homilien. VIII,268S.1901.(NF.VI,1) M. 8.50 

Stähiin, 0., Zur handschriftl. Überlief, d. Clem. 

Alexandrinus. 8 S. 1900. (s. o. Schmidt) 
Steindorff, G., Die Apokalypse d. Elias, e. unbek. 

Apok. u. Bruehst d. Sophonias-Apok. X, 190 S. 

Mit 1 Lichtdr.-Taf. 1899. (NF. II, 3a) M. 6.5«' 
Stülcken, A., Athanasiana. Litterar- u. dogmen- 

gesch. önters. Vllly 150S. 1899. NF. IV,4) M. 5 — 
Urbain, A., Ein Martyrologium d. christl. Ge- 
meinde zu Rom am Anfang des V. Jahrh. 

Quellenstudien z. Gesch. d. röm. Märtyrer. 

VI, 266 S. 1901. (NF. VI, 3) M. 8.50 

Weiss, B., D. Codex D i. d.Apostelgesch.Textkrit. 

Unters. IV, 112 S. 1897. (NF. ü, 1) M. 3.50 

— Textkritik der vier Evangelien. VI, 246 S. 
1899. (NF. IV, 2) M. 8 — 

Wobbermin, G., Altchristi.- liturg. Stücke aus der 
Kirche Aegyptens nebst einem dogmat. Brief 
d. Bischofs Serapion v. Thmnis. 36 S. 1899. 
(Mit Jeep NF. II, 3b M. 2—) einzeln M. 1.50 

Wrede, W., DieEchtheit des 2. Thess. -Briefs unter- 
sucht. VIII, 116 S. 1903. (NF. IX, 2) M. 4 — 



Die Erste Reihe (Band I^XV) der Texte und Untersuchungen etc. M. 380 — 
Zweite Reihe (10 Bände bis jetzt vollständig). M. 276.80 

Auch in gute Halbfranz -Bibliotheksbände (I. Reihe in 17 Bde.) zu je M. 2.50 gebunden vorrätig 
Ausführliches Inhaltsverzeichnis steht zu Diensten. 



DREI GEORGISCH ERHALTENE SCHRIFTEN 

VON 

HIPPOLYTUS 

HERAUSGEGEBEN 
VON 

G. NATH. BONWETSCH 

DER SEGEN JAKOBS, DER SEGEN MOSES 
DIE ERZÄHLUNG VON DAVID UND GOLIATH 



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LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BÜCHHANDLUNG 

1904 




SEP 3 1957 



TEXTE imD UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALT CHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR V. GEBHARDT und ADOLF HARNACK 



NEUE FOLGE XI. BAND, HEFT la. 
Der ganzen Reihe XXVI, la. 



Einleitung. 



Die Handschrift der Tifliser „Gesellschaft zur Verbreitung 
der Bildung unter den Grusinern", aus dem Kloster Schatberd 
stammend und der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts ange- 
hörend, aus der ich nach N. Marrs russischer Ausgabe Hippolyts 
Auslegung des Hohenliedes herausgegeben ^ , enthält noch eine 
Anzahl anderer Schriften, die den Anspruch erheben, auf Hippolyt 
zurückzugehen (I. c. S. 5lf.)- Herr Professor Harnack hat durch 
Herrn Pastor Beermann in Tiflis, jetzt in Zarskoe Selo bei 
Si Petersburg, eine russische Übersetzung zunächst von dreien 
jener Schriften durch den Priester Herrn Yasilij Karbelov 
in Schemacha zu veranlassen gewußt und mir die Übertragung 
und Bearbeitung derselben anvertraut. Was ich nun vorzulegen 
vermag, darf den Anspruch erheben, durchaus nur als eine Vor- 
arbeit anQ-esehen zu werden. Hat doch N. Marr darauf hin- 
gewiesen (vgl. 1. c. S. 5), daß der armenische Text, aus dem die 
georgische Übersetzung geflossen ist, sich noch in einer Hand- 
schrift der Mechitaristen zu Venedig vorfindet. Auch deshalb 
wird meine Aufgabe dahin gehen, vor allem eine möglichst treue 
Wiedergabe von Karbelovs Übersetzung der georgischen Version 
zu bieten, wenn schon dabei das Ziel stets im Auge behalten 
werden muß, an der Erschließung der ursprünglichen Gestalt von 
Hippolyts Kommentar mitzuarbeiten. Daß bei einem Hindurch- 
gehen durch so zahlreiche Übersetzungen, wie es hier der Fall 
ist, der Sinn des vorliegenden Textes oft bis zur Unkenntlich- 
keit entstellt worden, ist selbstverständlich. Dabei gestalten sich 



1) Hippolyts Kommentar zum Hohenlied auf Grund von N. Marrs 
Ausgabe des grusinischen Textes, in diesen „Texten u. Untersuchungen", 
Neue Folge, Band VHI, 2, 3. Leipzig 1902. 



IV N. IJonwetHch, 3 georgisch erhaltene Schriften Hippolyts. 

])v\ (Ion hier mitgeteilten Kommentaren die Verhältnisse noch 
ungünstiger als beim Hoheliedkommentar. Dort — wo ich zu- 
gleich die Ausgabe eines so hervorragenden Philologen wi<' 
N. Marr zur Vorlage hatte — boten die zahlreichen slawischen 
und die armenischen (bezw. einige syrische) Fragmente eine sehr 
wesentliche Unterstützung und begleiteten die Verwertungen des 
Ambrosius einen großen Teil des Textes. Dagegen sind der 
echten Fragmente für die vorliegenden Kommentare nur wenige, | 
und die Benutzung, die ich auch jetzt bei Ambrosius nachweisen 
konnte, erstreckt sich diesmal nur auf eine der Schriften. 

Aber sind diese Schriften auch tatsächlich Werke HippolytsV — 
Diese Frage darf mit Bestimmtheit bejaht werden. Ließen schon 
die Mitteilungen Marrs über ihren Eingang und Schluß ihre 
Echtheit als wahrscheinlich erscheinen (vgl. meine Ausgabe des 
Hoheliedkommentars S. 10 f.), so kann man diese jetzt, wo der j 
ganze Text vorliegt, als gesichert bezeichnen. Alle drei Schriften 
tragen unzweideutige Merkmale der Herkunft von Hippolyt an 
sich. Die Übereinstimmung mit den anerkannt echten Schriften 
Hippolyts — besonders mit De antichristo — (vgl. die Noten 
genügen zum Beweis. Dazu kommt der gleiche Gebrauch, den 
Ambrosius vom Kommentar zum Segen Jakobs wie von dem 
Hippolyts zum Hohenlied gemacht hat. Von einer Benutzung j 
Hippolyts durch Ambrosius für die Erklärung der Genesis be- 
richtet schon Hieronymus ep. 84, 7: Nuper sanctus Ambrosius 
sie hexaemeron illius (des Origenes) compilavit, ut magis Hippolyti 
sententias Basiliique sequeretur. Ferner ist auf die Verwertung 
der Erklärung des Segens Jakobs in den sogenannten Tractatus 
Origenis (s. u.) zu verweisen. I 

Schwierigkeiten erheben sich doch, und zwar gerade aus 
dem Verhältnis der in der georgischen Übersetzung erhaltenen 
Schriften zu dem, was wdr bisher von den betreffenden Werken 
besaßen und wußten. Von einer Schrift Hippolyts über David 
und Goliath war allerdings nichts bekannt. Aber durch Theodoret 
und Leontius (s. u. Seg. Mos. 7) sind Fragmente Hippolyts Elc 
Tfjv wÖTjv TTjp lityalrjv erhalten, die die Berliner Ausgabe zu 
Deut. 33, 26. 34, 6 in Beziehung gesetzt hat, die jedoch in der 
georgischen Erklärung des Segens Moses nicht wiederkehren. 
Doch ist dies nicht von Belang, denn sie könnten ja in jene 
Lücke gehören, die in der Schatberdschen Handschrift durch den 



Einleitung. V 

Verlust zweier Blätter entstanden ist; noch wahrscheinlicher aber 
bedeutet die coörj ?] fisydXi] hier wie überall (vgl. x^ichelis selbst 
Nachr. der Gott. Ges. d. Wiss. 1896 S. 27) nur Deut. 32, nicht 
auch Deut. 33, so daß eine weitere jetzt verlorene Schrift 
Hippolyts zu Deut. 32 anzunehmen sein wird. Befrenidender 
wirkt, daß die Erklärung zum Segen Isaaks (Seg. Jak. cp. 2 — 10) 
nur unvollkommen mit dem übereinstimmt, was Hieronymus 
(ep. 36, 16 ad Damasum; vgl. Hipp.s Werke I, 2, 54 f.) als Worte 
Hippolyts zu diesem Segen mitteilte Doch sind auch sehr enge 
Berührungen vorhanden. Vgl. Seg. Jak. 4, 3, der Auftrag, zwei junge 
Böcklein zu bringen Gen. 27, 9, zeige „die doppelte Berufung 
des Evangeliums", mit Hier. 1. c. 54, 20 f. duorum populorum 
significatur assumptio; und Seg. Jak. 6, 2, das Anziehen der Felle 
jener Böcklein an die Hände Gen. 27, 16 bedeute „die Vergebung 
aller Sünden durch das Ausbreiten der Hände an dem Kreuz" 
und Hier. 1. c. 54, 23 ff. peccata utriusque sunt plebis quae Christus 
in extensione manuum cruci secum pariter affixit. Vor allem 
läßt sich nicht bestimmen, in wie weit Hieronymus eine treue 
Wiedergabe sich hat angelegen sein lassen; auch könnte er aus 
dem ihm bekannten Genesiskommentar Hippolyts geschöpft 
haben. 

Noch auffallender aber ist das Verhältnis der georgischen 
Erklärung des Segen Jakobs zu den in der Oktateuchkatene 
Prokops unter dem Namen Hippolyts zu Gen. 49 erhaltenen, daher 
von H. Achelis, Berl. Ausg. I, 2 S. 55 ff. als echtes hippo- 
lytisches Gut mitgeteilten Fragmenten. Nur zu einem Teil 
nämlich kommen diese Fragmente mit dem georgischen Kom- 
mentar überein, und auch dann zumeist nicht wörtlich. Wie ist 
dies zu erklären? Es genügt nicht, an die nur bedingte Sicher- 
heit der Überlieferung in den Katenen zu erinnern; denn 
gelegentliche Irrtümer in den Lemmaten oder in der Abgrenzung 
der Exzerpte erklären noch nicht eine so weitgehende Differenz. 
Aber auch die Zuverlässigkeit des georgischen Kommentars darf 
nicht beanstandet werden. Denn nicht nur trifft Ambrosius 
(und die Tract. Origenis) gegen die Katene mit dem Kommentar 
zusammen, sondern auch der Kommentar und De antichristo 



1) Ich habe die Worte des Hieronymus zu den betreffenden Stellen 
des Kommentars S. 2 — 9 wiedergegeben. 

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yi N. Honwetsch, .'> geor^^nHch erhaltene Schriften Hippolyts. 

stimmen ^egen die Katenenexzerpte miteinander überein. Z. ß. Seg, 
Jak. lü, I S. 31, Stf. heilit es: „Die Augen Christi waren die 
Propheten.., die im voraus zuvor verkündigten seine Leiden, 
die sie kund taten den fernsten Geschlechtern", ganz wie De 
anticlir. 2 ol f/axaQioi jrQofpyjrcu ofp}9aXfiol ijumv r/kvovro . . 
rede. ffiTcr/ev£OTt()aig dtr/xomjöav yavtalg und De antichr. 12 
jTQOxrjQv^avreg ra iig avxov ovfißrjoofitva 3iai)-ri, und wie 
Ambrosius, De patr. 25 sicut oculi Christi praeviderunt et ad- 
nuntiaverunt eins adventum; die Katene dagegen (s. u. zu 19, 1) 
hat nichts Charakteristisches. Die Beziehung des Spruches über 
Dan auf den Antichristen — unter Ablehnung der auf Simsen — 
ist in ]3e antichr. 15 und im Kommentar ganz die gleiche (s. u. zu 
Seg. Jak. 22, 2 S. 35, 1), während die Katene zu Gen. 49, 16 f 
jeden Hinweis auf die Herkunft des Antichristen aus Dan ver- 
missen läßt. Auch der Schrifttext scheint zu differieren. Für 
0(piQ k(p oöov Tcad^rjuevoq De antichr. 14 S. 11, 14, Ambr. 32 
und Seg. Jak. 22 heißt es in der Wiedergabe von Gen. 49, 17 
in der Katene £(p oöov og)iQ eyxa&rjf^Evog ejil ZQißov. Nur 
mit Ambrosius, De patr. 32 S. 143, 11 ff. berührt sich in der 
Erklärung die Katene. Wie jener sagt: sicut Inda proditor 
temptatus a diabolo levavit super Dominum lesum calcaneum 
suum, so die Katene: £<prj yag 6 xvQiog jisqX ^lovöa rov jiqo- 
öoToii OTi „o TQmymv fiez tfiov ägzov sjcrjgxev eji kfis jtztQ- 
vav^^. — Eine Vergleichung der zu den entsprechenden Stellen 
des Kommentars von mir beigefügten Fragmente aus der Katene 
zeigt, daß die letztere, wo sie dem Kommentar widerspricht, 
keinen der Züge hippoly tisch er Eigenart an sich trägt, sie also 
jenem gegenüber im Unrecht ist. Auch die Annahme, Prokop 
habe diese Erklärungen etwa dem Genesiskommentar entlehnt, 
ist dadurch ausgeschlossen. — Anderseits fehlt es nun aber 
auch nicht an tatsächlicher Übereinstimmung. Am stärksten 
tritt sie Seg. Jak. 14, 5f. 7f. 16, 3 S. 21 f. 26 hervor, wo ich da- 
her die Katene in den Text aufgenommen habe, ohne jedoch 
deshalb für die Ursprünglichkeit der von ihr gebotenen Textgestalt 
einstehen zu wollen. Aber auch Seg. Jak. 17, 2 S. 28, 16 ff. ent- 
spricht das „bis zum Kommen Christi" ganz dem [i^XQ'- ^^^ 
eXevöecog zov xvq'lov in der Katene. Nicht minder trifft sach- 
lich zusammen 18, 2 S. 29, 10 die Deutung von Gen. 49, 11 auf 
„die beiden Berufungen" {al ovo xlrjöELg Katene, Hipp. 60, Iff.), 



Einleitung. VII 

und 18, 3 S. 30, 6 die Beziehung des „Gewandes" auf das Fleisch 
Christi {t7]v öaQxa , ojzeQ tiKpalvet rrjv öxolrjv Katene, Hipp. 
60, 8 ff.); auch 20, 2 S. 32, 6 die Deutung von Gen. 49, 13 auf 
die Berufung der Heiden. Zu dem Segen über Äser Gen. 49; 20 
sagt die Katene S. 66, 5 f. ed. Achelis o yaQ 'icvQioq iortv rjiiwv 
o aQTOg, y.ad-mq Ityn avroq „hym diu 6 ägtog r^g ^(orjg^^, 
ganz wie Seg. Jak. 24, 3 S. 38, 6, „weil der Herr selbst von sich 
zeugt und spricht: Ich bin das Brot." Wie die Katene S. 68, 4 ff'. 
(s. zu S. 41, 4) Gen. 49, 22 ff. das „jüqoq fie dvaöTQsipov'' erklärt 
von der dvaXrjifig elg rbv ovQavov jtQog xov jrattga, in bezug 
auf das ,,6iaßov2.8v6fievoi aXotöoQovv^^ fragt rlveg sl firj 6 Xaog 
xara rov xvglov rjficjp; und bemerkt, otl (iara ttjp dpdoraotv 
ovvretQLJtxaL xa xo^a avxmv fiexa xQaxovg, so sagt Seg. Jak. 
26, 4 ff.: „Deshalb spricht er: ,Zu mir komme Sohn', wie von 
der Erde zum Himmel rufend jenen seinen Sohn . . . Wer aber 
waren die, welche jene ruchlose Beratung redeten und ihn 
schmähten? Wer aber, wenn nicht das gesetzlose und unge- 
horsame Volk ..?.... als sie von ihm erfuhren, daß er von 
den Toten auferstanden" (vgl. Ambr. 49). Heißt es in der Katene 
zu Gen. 49, 24<^ (u. zu S. 42, 6) ?J ,,ßorjd-eca^^ . . xov Jtaiöog ov 
jiaQ dXlov xivog rj üiaga xov jtaxQog xal d-eov tjfimv, so Seg. 
Jak. 26, 8: „Wer ist es, der stark machte Israel und Helfer 
ward seinem Knaben, als nur der Eine Gott ist es?" (vgl. 
Ambr. 49). Zu Gen. 49, 25 (u. zu S. 43, 10) berührt sich der 
Satz der Katene ,,fiaöx(jöv 6s xal firjxgag'^ xrjg Jtagd^ivov evXo- 
ylag Xtyei mit Seg. Jak. 26, 10 „es bildet vor die Brüste der 
seligen Maria" (vgl. Ambr. 51). Und wie Seg. Jak. 27, 5 sagt 
„denn das Haupt aller Heiligen ist Christus", so die Katene 
oxL jtdvxoDV 7)iiä)v söxi xscpaXrj o xvgiog ruimv. Schließlich 
wird die Weissagung über Benjamin Seg. Jak. 28, 2 wie in der 
Katene auf Paulus, der erst Verfolger der Gemeine, dann Apostel 
Christi, gedeutet. 

Dies eigentümliche Verhältnis ist nicht leicht zu erklären. 
Aber angesichts der durch die Beziehung zu Ambrosius und zu 
De antichristo feststehenden Echtheit gerade der Schrift über 
den Segen Jakobs besitzt die Frage, wie jene nur in einem ge- 
wissen Zusammenhang mit Hippolyt stehenden Fragmente dazu 
gelangt sind, diesem zugesprochen zu werden, für die Beurteilung 
der georgisch erhaltenen Schriften nur untergeordnete Bedeutung. 



Vlll N. Honwetsch, .'] ^vorid^ah erhaltene Schriften Hippolyts. 

Hier darf daher die FeststelluDg des Tatbcstaüdeö genügen. Für 
die Treue der georgisclien Wiedergabe der Schriften Hipjxjlyts 
wird sich nach der Mitteibing auch der Übersetzung von De 
antichristo noch Näheres sagen lassen, aber schon jetzt stellen 
De antichristo, Ambrosius und die Tract. Orig. dem georgischen 
Text zur Seite. Sollte etwa schon dem Prokop eine Überarbeitung 
einer Schrift Hippolyts vorgelegen haben? 

Hippolyt entspricht nicht nur die Methode schlichter, mit 
Vorliebe verwandte Schriftstellen zur Erklärung heranziehender 
und zugleich erbaulicher Exegese, sondern auch das Verfahren 
im einzelnen (vgl. zu Seg. Jak. 1, 5.6. 2, 1. 11, 5. 13, 2. Seg. 
Mos. 13, 6. Dav. u. Gol. 3, 1. 9, 1. 11, 2. 16, 5). Das aus dem 
Danielkommentar bekannte Streben Hippolyts nach Vergegen- 
wärtigun^ des geschichtlichen Vorgangs in möglichster Kon- 
kretheit und Anschaulichkeit (vgl. Texte u. Unters. N. F. I, 
2, 32 f.) begegnet auch hier (vgl. z. B. Dav. u. Gol. 5, 3. 9. 1. 
14, 1. 15,4. 5. 16, 2). Die Hippolyt eigene Neigung zum Rhythmus 
zeigt sich Seg. Jak. 1, 6 und besonders am Schluß des Segens 
Moses 23, 3. Aber — wie ein kurzer Überblick zeigen wird — 
auch das eigentümliche Interesse und das ganze Gedanken- 
gefüge hippolytischer Theologie tritt hier entgegen. Hierhin 
gehört vor allem seine Behandlung der alttestamentlichen Schrift 
als einer durchgehend auf Christus weissagenden und seine 
Neigung, über Wesen und Aufgabe der Prophetie sich aus- 
zusprechen. Die Propheten sind Christi Augen (vgl. Seg. Jak. 
19, 1 mit De ant. 2. 12), die durch den Geist Christi Leiden ge- 
schaut und zum Heil der Gläubigen verkündigt haben. Denn 
gerade von dem erst Zukünftigen redend, zeigt sich der Prophet 
als Prophet (Seg. Jak. 13, 2. Dav. u. Gol. 1. 4, 4. 5, 2, vgl De 
antichr. 2. 31) ^ Daher ist Hippolyt bemüht die Segenssprüche, 
denen seine Auslegung gilt, zugleich als Weissagungen, nicht 
als bloße Segnungen zu erweisen (Seg. Jak. 2, 1. 2. 7, 4). „Eine 
Segnung wird gesprochen über den, der irgendwann gesegnet 
wird, eine Weissagung aber geschieht in Beziehung zur Er- 
füllung im Zukünftigen"; bei ihr kann es sich nicht um bereits 
Geschehenes handeln (Seg. Jak. 12, 3. Seg. Mos. 5, 2). Gen. 49, 1 
ist daher z. B. eine Weissagung und keine Segnung. Im übrigen 



1) Ein Nichtwissen des Propheten ist ausgeschlossen, Seg. Jak. 6, 4. 



Einleitung. IX 

aber sind Gen. 49 „in denselben Worten sowohl Segnungen wie 
Weissagungen; damit die Segnungen" nicht nur den Söhnen 
Jakobs gelten, sondern auch dem von ihnen Vorgebildeten, 
während dagegen das bloß Weissagende sich an seinen Feinden 
erfüllt (Seg. Jak. 12, 2. 4). Seine Söhne strafend, sagt Jakob zu 
seiner Zeit solches, was erst nach vielen Zeiten offenbar werden 
sollte (ebd. 2, 2). Der Segen Isaaks hat sich an Jakob nicht 
erfüllt, sondern das Gegenteil ist diesem widerfahren; also han- 
delte es sich um eine Weissagung auf den, der aus Jakob ge- 
boren werden sollte (ebd. 7, 4. 6). Auch in bezug auf das über Rüben 
Gen. 49, 3. 4 Gesagte wirft Hippolyt die Frage auf: „Ist dies eine 
Weissagung oder ein Segen?" und verneint das letztere von 
Gen. 49, 4 (ebd. 1.3, 3). Man muß die Worte der Schrift geistig 
verstehen, damit sie nicht lächerlich erscheinen (ebd. 27, 3). Die 
Schrift weise oft selbst auf solchen geistigen Sinn hin. Z. B. Gen. 
27, 35 zeigt das Wort „mit List", daß hier eine Weissagung 
auf die Fleisch werdung Christi vorliegt (ebd. 1, 3). Doch muß 
man sich auch vor einer verkehrten Beziehung von allem auf 
Christus hüten (ebd. 13, 3). „Alle göttlichen Schriften und alle 
Propheten" freilich reden nur wegen Christus und wollen zum 
Glauben an ihn führen (Seg. Mos. 6, 2), aber so, daß sie zugleich 
die ganze in ihm gipfelnde Heilsökonomie dartun. So ist die 
Segnung über Rüben nicht als Weissagung auf Christus zu ver- 
stehen, sondern in Rüben ist das Verhalten Israels abgebildet. 
Dieser letztere Gedanke des Verhältnisses Israels zum Heil und 
der Ersetzung Israels durch die Kirche hat wie in dem 
Hoheliedkommentar so auch in den vorliegenden Schriften eine 
zentrale Stellung, — ein Zeugnis für den archaistischen Charakter 
der Exegese Hippolyts^. Wie er In Dan. IV, 37, 5 in Dan. 10, 6 
angedeutet findet die doppelte Berufung, die der Väter und die 
der Heiden (S. 284, 10 f. 'iva rriv jzQmrrjv rmv Jtartgmv xZrjoiv 
y.al xr/v öevrigav xr/v t^ Idvcöv Ofiolav o?]fidvr]), so sieht er 
auch in der Aufforderung Rebekkas an Jakob Gen. 27, 9, zwei 
Ziegenböckleiu zu bringen, die doppelte Berufung, nämlich auch 
die der Heiden, ausgesprochen, weil die zuvor Sündigen nun 
durch den Glauben an Christus Gerechtfertigte werden (Seg. 



1) Verwandtes in den Tractatus Origenis wird sich aus dem An- 
schluß an Hippolyt erklären. 



X N. Jionwetfich, 3 georgisch erhaltene Schriften Hippolyts. 

Jak. 4, '.\). Ebenso zeige, daß nach Gen. 48, 14 .Jakob die rechte 
Hand auf Ephraim, die Linke auf Manasse legt, die beiden Be- 
rufungen, „den Jüngeren als durch den Glauben auf der rechten 
Seite Christi erfunden", dagegen auf der linken die Glieder des 
jüdischen Volkes, „die stolz waren auf das Gesetz" (ebd. 11, 3). 
Auch die beiden Berge Deut. 27, 12f. (Seg. Mos. 3, 2 ff.) und die 
1 Sam. 17, 3 weisen auf die beiden Testamente, „das eine, das 
durch die Schrift war , und das andere das durch die Gnade" 
(Dav. u. Gol. 7, 2). Ebenso die Eselin und ihr Füllen Gen. 49, 1 1 
(vgl. Seg. Jak. 18, 2). Auch Zabulon „Gabe" und Issaschar ..Ar- 
beit" bilden die beiden Testamente ab (Seg. Mos. 17, 4j; Zabulon 
w^eist hin auf die jetzt Glaubenden aus den Heiden (ebd. 1 7, 2). 
die zuvor gleich Böcklein Sündige, jetzt „durch den Glauben an 
Christus Gerechtfertigte" (Seg. Jak. 4, 3). Esau ist ein Bild 
„des ersten Volkes, welches suchte die Frucht der Gerechtigkeit" 
nicht allein durch den Glauben an Christus, sondern das „den 
Dienst des Gesetzes hatte", seinen Ruhm liebte und meinte, „mit 
Stolz durch die Beschneidung gerechtfertigt" (Seg. Jak. 3, 2. 
8, 1. 2) und unter dem Joch des Gesetzes wie Sklaven gerettet zu 
werden (Seg. Jak. 10, 5). Beide Testamente haben ihre Geltung, 
das der Beschneidung für die Väter, das neue für die Neuen; 
denn es ist der einige Gott, der von beiden Testamenten ver- 
kündigt ward, und der, welcher der Mittler auch des alten 
Testamentes geworden, hat jetzt das seine ofiPenbart (Seg. Mos. 4, 6) ; 
nur dort noch unter dem Scheffel, leuchtet jetzt die Weisheit hell 
(Seg. Jak. 21, 3). Wie Milch aus dem alten Testament, so fließt 
Honig — „die Süßigkeit des Worts" — aus dem neuen (Seg. Mos. 
15, 4). „Wie Tau von einer Wolke" ließen die Propheten auf 
Israel „herabfallen" „das Wort Gottes", indem sie „von Geschlecht 
zu Geschlecht Christi Ratschluß im voraus verkündigten" (Seg. 
Jak. 10, 2. 5). Wie sich Gott auch über das sündige Volk Israel 
erbarmt, zeigt Gen. 27, 38 das Mitleid Isaaks mit Esau (ebd. 9, 3). 
Auch ist die apostolische Predigt zuerst an Israel, dann erst an 
alle Völker ergangen (Seg. Mos. 11, 1). Aber überall weist die 
Weissagung zugleich auf den Unglauben und Ungehorsam Israels, 
des ersten Volkes, hin (Seg. Jak. 13, 3). Sie kündet vor allem 
an das Verhalten Israels, das schon die zu ihm gesandten Pro- 
pheten getötet (ebd. 14, 8), gegen Christus. In Esau zeigt sie 
das zuerst berufene Volk, das Christum dem Leiden und Tod 



Einleitung. XI 

überlieferte (ebd. 1, 4. 2, 3). Symeon und Levi werden Geo. 49, 5f. 
nicht etwa wegen ihres Verfahrens mit den Sichemiten verurteilt, 
da diese vielmehr mit Recht gestraft worden sind und auch 
Jakob selbst dies anerkannt hat (Gen. 34, 31. 48, 22), sondern 
wegen des Frevels gegen Christus, bei dem die von ihnen 
stammenden Schriftgelehrten und Hohenpriester die Führer 
waren (ebd. 13, 7. 14, 5 ff. 15, 3); denn in seinem Begehren nach 
dieser Welt, eigner Kraft statt der Hilfe Gottes sich rühmend, 
hat Israel sich dem hl. Geist und Christo nicht unterworfen und 
ist dafür mit Recht zerstreut worden (ebd. 14, 9 — 11. 26, 7). Auch 
die Weissagung über Gad Gen. 49, 19 blickt hin auf die Ver- 
suchung Jesu durch die Hohenpriester und Schriftgelehrten 
(ebd. 23), und daß Symeon den Josef töten wollte, war ein Vorbild 
des Verhaltens Israels zu Jesu (Seg. Mos. 13, 2). Zu einem heiligen, 
über alle andern erhöhten Geschlecht und zu seinen Söhnen und 
Erben hatte Gott die Glieder des Volkes Israel erwählt, aber 
weil sie vielmehr „Geborene in Gesetzlosigkeit" wurden, sind sie 
mit Recht verworfen (ebd. 10, 3 f.). 

Durch die Erscheinung Christi ist das Heil für alle an 
ihn Glaubenden gekommen (ebd. 13, 5). Da die Welt alt ge- 
worden und dem Untergang nahe schien — als 5000 Jahre ver- 
flossen waren (Dav. u. Gol. 7, 9; vgl. In Dan. IV, 24, 3) — , wurde 
der Sohn Gottes von der Jungfrau geboren (Seg. Jak. 26, 4). 
Auf ihn zielt alle Weissagung in Tat und Wort ab. Sein Vor- 
bild war ein Jakob (ebd. 5,2.7, 4.5. 14,11). Daß dieser die 
Kleider Esaus anzieht, zeigt, wie sich das Wort ins Fleisch 
hüllte (ebd. 6, 2); seine Worte Gen. 27, 19 weisen auf den Ge- 
horsam des Wortes gegen den Vater (6, 3), sein Anziehen der 
Felle der Böcklein an die Hände auf die Vergebung der Sünden, 
die Christus durch das Ausbreiten seiner Hände am Kreuz 
bringt (6, 2); seine Hände sind gleich Esaus Händen, weil jener 
wegen Israels Versündigungen dem Tod übergeben wurde (6, 5). 
Ebenso sind durch Josef vorgebildet alle Geheimnisse in bezug 
auf Christus (ebd. 26, 2. 1, 5), das an ihm Geschehene hat sich 
in der Gestalt des ganzen Lebens Christi erfüllt (Seg. Mos. 15, 2). 
In Juda wurde Christus gesegnet (Seg. Jak. 15, 4). Nicht minder 
ist Benjamin, der „jüngste Bruder", ein Vorbild Christi (Seg. 
Mos. 13, 3), und ebenso David (Dav. u. Gol 7, 1. 11, 2. 16, 2. 5). — 
Schon vor seiner Fleischwerdung präexistierend, ist er nicht nur 



XII N. MonwetKch, 3 georgisch erhaltene Schriften Hippolyts. 

Mensch (Seg. Mos. 9, 3), sondern (vgl. in Dan. IV, 39, 5) Gott und 
Mensch (Seg. Mos. 21, 4), Gott nach Gott (ebd. 22, 3); wie durch 
den heiligen Geist von Maria geboren (ebd. 10, 2), so ist er 
auch der eingeborene Sohn des Vaters (Seg. Jak. 7, 2. 8, 4 [vor 
den Äonen geboren] 16, 3); von David stammend und Herrscher 
im Himmel (Dav. u. Gol. 16; 4). Daher irren ebenso die, welche 
Christum „in Hinsicht des göttlichen Teils" erniedrigen, wie die, 
welche „den Vater des Alls teilhaftig machen der Leiden" (Seg. 
Mos. 9, 3; vgl. c. Noet. 2 f. und Eus. h. e. V, 28). Schon zwischen 
Mose und dem Vater war er der Mittler, wie Mose zwischen 
ihm und dem Volk (Seg. Mos. 4, 4). Alle Weisheit, die er vom 
Vater empfangen, gab er den Menschen (ebd. 4, 5), und ist er- 
höht über die „Väter, die Patriarchen, und mehr als die Apostel 
und Propheten" (Seg. Jak. 27, 4). Er, „der einige Sohn des 
Vaters" kam, das Testament des Vaters und das neue Testament 
in Gehorsam gegen den Willen des Vaters zu erfüllen (Seg. 
Mos. 10, 5). Wie Tau kam das Wort herab vom Himmel und 
kleidete sich in den Leib von der Jungfrau (Seg. Jak. 7, 5. Seg. 
Mos. 15, 3). Der Sohn und ..das Wort des Vaters gewann lieb 
das heilige Fleisch" (Seg. Mos. 23, 1). Von Jugend auf begehrte 
er nur Gutes (Seg. Jak. 21, 2), als der Einzige gerecht erfunden 
und sich durch Verkündigung der Wahrheit an das Volk be- 
während (Seg. Mos. 18, 7). Sein Leiden und sein Kreuz sind 
geweissagt (Seg. Jak. 5, 3. 13, 7. 14, 7. 21, 5), auch sein drei- 
tägiger Schlaf (ebd. 16, 5), und seine Auferstehung hat schon 
Mose zuvor geschaut (Seg. Mos. 5, 3). Als der im Fleisch Er- 
schienene und durch das Kreuz Siegreiche ist er Herrscher und 
Richter geworden (Seg. Jak. 7, 6. 16, 2). Von dem Geschlecht Levis 
und Judas geboren, ist er als König und Hoherpriester erwiesen 
(ebd. 15, 5. Seg. Mos. 3, 3. Dav. u. Gol. 12, 2: vgl. In Dan.. 30, 9 
S. 266, 11 o an ovQavmv t8?.6coc ßaöiXevq xai leQsvg). Als 
ein heiliges Opfer Gotte dargebracht, hat „er der beiden Testa- 
mente Blöße durch sich bedeckt" (Seg. Mos. 16, 4) und von Tod 
und Sünde den Menschen erlöst (Dav. u. Gol. 11, 2). Sein Leib 
ist das Bett, auf dem alle Heiligen zur Ruhe gekommen (Seg. 
Jak. 13, 6; vgl. In cant. 27). 

Christus unterwerfen sich nun, die gläubig werden wollen, 
und in der Kirche wie in einer Vorratskammer werden die 
Heiligen gesammelt (Seg. Jak. 7, 5). Alle Völker werden jetzt 



Einleitung. XllI 

zur Kirche wie in einen Hafen gerufen (ebd. 20, 2. 3); oder 
finden in der Kirche Avie in einem Boot (vgl. De antichr. 59) 
beim Herrn ihren stillen Landungsplatz (Seg. Mos. 17, 2). Sie ist 
wie ein heiliges Land und Paradies (Seg. Mos. 15, 3; vgl. In 
Dan. I, 17, 5), der unverbrennbare Dornbusch, aus dem Christus 
redet (ebd. 16^ 2). Durch sie tränkt der Hirte Christus, in ihr 
das neue Gesetz der Beruhigung mit seinen fünf Geboten lehrend 
(Dav. u. Gol. 12, 2). Christum bekennt sie und bringt ihm dar 
..alle Geschlechter der Menschen, die in dieser Welt Gläubige 
sind'' (ebd. 16, 4). — Es sind vor allem die Apostel, die, zu- 
nächst selbst durch das Wort rein wie Milch, „auch auf uns 
herbeiriefen die Gnade des heiligen Geistes und die himmlische 
Nahrung" (Seg. Jak. 19, 2); sie „überlieferten dem Geschlecht 
der Menschen das Brot des Lebens selbst" (ebd. 24, 2). Erst 
predigten sie Israel, dann den Heiden (Seg. Mos. 11, 1) und ge- 
langten bis zu den entferntesten Völkern (ebd. 17, 2). Sie bilden 
nach Dt. 33, 14 das Jahr Christi (ebd. 15, 6). In ihrer Mann- 
haftigkeit waren sie (nach Dt. 33, 25) stark wie „Eisen", und 
ihre Stimme war „wie „Erz" durch das Vorlegen des Evangeliums" 
Christi (ebd. 22, 1). Insbesondere Paulus, aus Benjamin stammend 
(Seg. Jak. 28, 2f. Seg. Mos. 3, 3. 14, 2), der 13. Apostel (Seg. Jak. 
11, 6), war der auserwählte „Prediger der Wahrheit", der überall 
Wunder vollbrachte durch den Namen des Herrn (Seg. Mos. 
14, 2.4). Zuvor „Wolf" und Verfolger, hat er dann als erster Christum 
ausgebreitet (Seg. Jak. 28, 2 f.). Da Christi eigene Brüder bis 
auf einige ihn verachteten, sind jetzt die entferntesten Geschlechter 
herzugerufen (Seg. Mos. 21, 4). Durch das Blut, das aus Christi 
Seite floß, ward ihnen Erbarmen (ebd. 21,5). Durch Christus 
sind sie von Gott Geborene (ebd. 21, 2), und das Opfer ihrer 
Lippen bringen sie Gott dar (ebd. 17, 6). Sie sind bei ihrem 
Ausgehen aus der Welt erfreut durch die Hoffnung der Auf- 
erstehung (ebd. 17, 3) und werden teilhaben an der Herrlich- 
keit Christi in der Vollendung (ebd. 23, 3, vgl. 18, 6), nachdem 
auch der aus Dan kommende, Christus nachäffende Antichrist 
(Seg. Jak. 22, 2. Seg. Mos. 19; vgl. De antichr. 14) niederge- 
worfen worden. 

In Hippolyts Auslegung des Segens Moses 2, 10 und 3, 3 
gehören hinein die beiden Irenäusfragmente 16 und 17 S. 487 ed. 



XIV N- Bonwetsch, .'i georgisch (;rhaltene Schriften Hippolyts. 

Harvey. Darin ^ erblickte ich aber auch das Recht, die Irenäus- 
f'ni^raente zum Segen Bileams als vermutlich gleichfalls hippo- 
lytisches Eigentum anhangsweise mit abzudrucken. Äußere 
Gründe zur Uechtfertigung dieses Verfahrens besitze ich nicht. 
Aber nicht nur sind die Berührungen mit Hippolyt unverkennbar, 
auch die ganze Weise der Textbehandlung imd die Sprache sind 
hippoly tisch, was freilich auch bei noch anderen Fragmenten mit 
dem Namen des Irenäus zutrifft. 

Die in den Noten angemerkten Abweichungen im Schrift- 
text, nach Swetes und Nestles Ausgabe, sollen keine Orientierung 
über das Verhältnis zu dem bekannten Schrifttext bieten, sondern 
nur in etwas das Verständnis unterstützen; daher ist Vollständig- 
keit nicht erstrebt. 

Mit G bezeichne ich den vorausgesetzten georgischen Text, 
mit R die russische Übersetzung, die mir für den Segen Moses 
in Herrn Karbelovs (Karb.) eigener Niederschrift, für die beiden 
Abhandlungen in einer schön geschriebenen Abschrift vorlag. 

Die Erklärung von Gen. 49, die unter Hippolyts Namen die 
Prokopkatene bietet, habe ich zur bequemeren Vergleichung in 
den Noten beigefügt. Ebenso den parallelen Text des Ambrosius 
und auch einiges aus Rufinus. Pseudohieronymus, Gregor und 
andere schöpfen aus Ambrosius. 

Hier füge ich noch bei die Hippolyts Erklärung des Segens 
Jakobs entlehnten Stücke in den Tr acta tus Origenis ed. Batiffol. 

Tract. Orig. 6 S. 58, Iff. ed. B. : In his itaque verbis quaedam, licet 
secundum carnem gesta sunt, sed tarnen mysticae rationis imaginem porten- 
debant; quaedam vero futurorum praescius loquebatur. sicut enim Rüben 
primogenitus fuit filius lacob, ita et primogenitus populus ex circumcisione 
fuit. 58, 17 If. (s. u. S. 18, 20ff.) verum quod subiunxit „durus et audax", 
eo dicit quod ipse populus post beneficia tanta divina obduraverat cor 
suum . . 59, 2 et ideo sub persona Ruhen populus ludaeorum accusatar 
„durus et audax", durus propter incredulitatem , audax vero propter parri- 
cidium quod in Christo commisit. nam quod subiunxit: „Ascendisti etc. 
(Gen. 49, 4)" non hoc de eo dicit, quod . . uxorem patris sui habuerit . ., 
sed longe aliud hie intelligitur. scriptura enim divina futura non prae- 
terita indicabat, quippe cum ipse patriarcha sie dixerit: „Accedite ut 
indicem etc. (Gen. 49, 1)". et ideo cum haec in novissimis diebus futura 
praedixerit, non debent ad praeterita adverti. videtis ergo . . quia de ea 

1) Auch für den Verfasser der Schrift Hippolyts Ile^l zfjg zov nav- 
Tog ovaiccg ist Irenäus gehalten worden, Phot. cod. 48. 



Einleitung. XV 

impietate loquebatur, quam iudaicus populus Deo patri facturus erat, non 
(juae facta fuerat patriarchae lacob. sed quando violavit populus iudaicus 
cubile Dei patris sui, nisi quando carnem domini . . raptam in cruce 
suspendit et ferro violavit? — S. Gl, Stf. (s. u. S. 20, 6ft".) multi quidem 
putant, quod Simeon et Levi ideo sie arguantur a patre, eo quod, dum 
virginitatem sororis suae Dinae ulciscerent, dolose egerint cum Kmor rege 
Sichimorum et lilio eins Sichem, ut, quia Sichern filius Emor violaverit 
Dinam sororem ipsorum, illi volentes eum occidere hoc dixerunt etc. 
(Gen. 34, 14tf.). S. 62, Iff. sed nemo vestrum existimet . . ob hanc causam 
eos a patre ipsorum tarn acriter obiurgari . . . videtis ergo quod hoc non 
de praeterito factum, sed de futuro faciendum loquebatur. qua de re . . 
diligentius debemus advertere, quae sit ista iniquitas ... ex Simeon itaque 
scribae ludaeorum, ex Levi autem sacerdotes fuerunt, qui ex uno consensu 
in furore suo occiderunt homines, id est prophetas, qui ad eos a domino 
mittebantur, et in concupiscentia sua subnervaverunt taurum, id est 
Christum dominum nostrum. 

S. (35, 20 ö". (s. u. S. 24, 4ft'.) Quid hoc est . . quod ludas sie meruit 
collaudari, cum superius Simeon et Levi sie arguantur, nisi quia ex tribu 
luda Christus venturus erat . . ? et proinde, sicuti in Rüben et Simeon et 
Levi non tam ipsos specialiter quam eos, qui ex tribu eorum nasci 
haberent . . arguit et inurit, ita et hie non tam ipsum ludam laudabat 
quam Christum, qui ex tribu luda secundum carnem venturus erat. — 
S. 66, 15 ff. (s. u. S. 26, 3 f.) et quia iudex et dominus universorum erat 
Christus propterea sie adiecit „Manus tuae etc. (Gen. 49, 8)". — S. 67, 16 ff. 
(s. u. S. 26, 60.) sed quare hie catulum leonis nominavit . . ? . . ut non 
ipsum patrem sed Dei filium demonstraret. nam et cum leo et catulus 
leonis dicitur et pater et filius indicantur . . . S. 68, 2 ff", (s. u. S. 26, Oft.) 
verum quod adiecit: „De germine filius meus ascendisti", hoc voluit nobis 
ostendere, quod de germine luda Christus advenerit, sicut et per Isaiam 
prophetam dicitur: „Exiet virga etc. (Jes. 11, 1)". lesse iste pater fuit 
David, ex cuius radice . . Maria virgo est nata, quam virgam Isaias ap- 
pellat et florem de virga, id est Christum de virgine natum indicat . . . 
S. 68, 20 f. (s. u. S. 28, 7 ff*.) quod autem ait: „Quis suscitabit eum?" quis 
enim alius suscitavit filium nisi pater? — S. 68, 23 ff", (s. u. S. 27, 16 ff'.) sed 
„Dormisti" inquit „ut leo" ... sie et salvator noster securus dormivit in 
morte. — S. 69, 13 ff", (s. u. S. 28, 12 ff".) et adiecit: „Non deficiet etc. (Gen. 
49, 10)". hoc planum . . est . ., quia non defeeit semen sanctorum patrum, 
sed nee princeps, id est rex, ex origine luda cessavit neque dux . ., donee 
Christus . . nasceretur. — S. 70, 4 ff", (s. u. S. 29, Stf.) sed quid est quod dicit: 
„Alligabit etc. (Gen. 49, 11)"? alius est pullus qui ad vitem ligatur, alius 
puUus asinae qui ad cilicium ligatur. hi itaque duo pulli duas vocationes 
populorum significabant, ludaeorum et gentium, suus itaque pullus erat 
qui ex gentibus crediturus annuntiabatur , quia et ipse Christus spes gen- 
tium dicebatur . . . quae autem sit haec vitis ad quam hunc pullum id 
est populum credentium alligabit, ipse dominus manifestat cum dicit: „Ego 
sum vitis vera etc. (Joh. 15, 1.2)". hunc pullum id est populum in se 



XVI N. ]?onwetsch, ';] georgisch erhaltene Schriften Hippolytß. 

credentem ad vitem corporis sui dominus alligavit vinculo caritatis 
S. 71, öfF. pullum itaque asinae populum dicit synagogae, quam asinam 
appellat, id est . . legis onere op])re8Ham. — S. 72, litt. (s. u. S. 30, fjff.j 
sed iidhuc adiecit: „Lavabit etc. (Gen. 49, 11)". stolam carnem suam dicit, 
quam efi'usione sanguinis sui lavit in passione . . . S. 73, 3 carnem suam, 
quam sicut stolam dignatus est induere ... S. 73, 6 nos ergo credentes in 
ipso anaboladium appellavit . . . S. 73, l.jff. (s. u. S. 30, 12ff.j ipse enim 
botrus uvae est appellatus ... et ideo dicit: „In sanguine uvae", quin 
sicut uva duro coactoque compressa ligno exprimitur, ita et botrus ille, id 
est corpus Christi ligno crucis compressum uvae suae corporisque sui san- 
guinem fudit, unde anaboladium suum id est populum per fidem carni 
suae coniunctum, lavit et purificatum ostendit. — S. 74, 20 f. (s. u. S. 31, 12 f.) 
ac proinde cum dentes domini nominat apostolos indicat, qui per 
spiritum sanctum docentes. 

Eine georgische und eine armenische Handschrift, die gleichen Werke 
Hippolyts mit der Schatberder enthaltend, hat Marr in Jerusalem gefunden 
(Harnack, Sitzungsberichte der Berl. Akad. 1903 S. 836). — Das Kloster 
Schatberd, gestiftet um 850, liegt an der Südwestgrenze Georgiens (ebd 
S. 839). 



I. 

Des heiligen Hippolyt Abliandlimg über die Segnungen 284 
Jakobs, wie er die zwölf Patriarchen segnete. 

I. Um über die Segnungen Jakobs die Worte selbst zu 
erklären, suche ich selbst vom Herrn Segnungen. Denn wer von 5 
den Menschen vermag auszusagen den Sinn [und] aus den geist- 
lichen Büchern, wenn nicht auf ihm die himmlische Weisheit 
Helferin zur Tat sein wird? Oder wer vermag auszusagen die 
durch die seligen Propheten in Gleichnissen geschriebenen ge- 
heimnisvollen Worte, wenn nicht die Weisheit selbst zuflüstert? 10 
Wie sie in den früheren Zeiten inmitten Israels wie ein Licht 
im Gesetz unter einem hölzernen Scheffel verborgen war, damit 
die durch das Gesetz, die Beschneidung, Gerechtfertigten er- 
leuchtet zu werden vermöchten, so jetzt offenbar, damit das Kreuz 
wie ein Leuchter mit Lichtern in sieben Reihen angezündet und 15 
vorangehend, damit es anch ferne Verwandte zu dem Licht 
seines Lebens herzurufe. (Lücke.) 

2 Denn deshalb eigentlich Jakob bei seiner Geburt, weil er 
später geboren werden mußte (sc. dennoch) den Vorrang habend, 

11 Mt. 5, 15 (Mr. 4, 21). — 15 Mt. 5, 15 (Mr. 4, 21). — 19 Gen. 25, 26. 

2 „Abhandlung": wörtlich „Gesagtes" | 3 „Patriarchen": wörtlich 
„Vormünder" | 8 vgl. De antichr. 2 ö. 4, 16f. 5, If. llff. ed. Achelis ol 
f/axdgioi 7CQO(p7JTai . . TCQOOQöivzeQ öicc Tcloxeojq xa xov koyov fxvaxT^Qia . . . 
ov ya.Q ig iölaq 6vvd/u£(og ot TiQOcpfjTaL i(p&Lyyovxo . . . oS^üv xal rjfietg xa. 
V7i avxöjv TCQoeiQrifJLtva . . xaXwg fza&r]X8v0^Bvx£g, ?Jyo/usv ovx €§ iölaq 
rju(öv iTiLvolag \ 9 In cant. 1,9 S. 22, llff*. (in diesen Texten u. Unters. 
N.F. VIII, 2, 3) „lehrend das Geheimnis der OfiFenbarung" | 14 „so": „und"R 
16 „vorangehend": „vorangetragen" erklärt Karb. ( 18 Offenbar hat hier 
eine Umstellung stattgefunden (s. u. 8, 5); aber es scheint angezeigt zu sein, 
den Text in der vorliegenden Gestalt zu belassen, bis die Veröffentlichung 
der armenischen Version die Zurechtstellung bringen wird | 19 „hab. und" R, 
Texte u. Cntersucliungen. N. F. XI, la. 1 



2 N. liomvotKch. 

klammerte er sich an den Finger (die Ferse) Esaus an, da bereit 
war ein anderes Geschleclit zu folgen den Fnßtapfen der Pro- 
pheten und zu empfangen die Erstgeburt und in dem neuen 
Testament als Herrscher gezeigt zu werden. — '^jUnd es geschah, als 
5 Esau hörte die Worte seines Vaters Isaak, erhob er die Stimme mit 
lauter Stimme sehr betrübt und sprach: Segne auch mich, Vater! 
Und Isaak sprach zu ihm: Es kam mit List dein Bruder und er 
hat jenen deinen Segen empfangen''. Und daß er sagte: „Mit 
285 List", das zeigt an [offenbart] etwas Bedachtes. | Denn es war 

10 zuvor bereitet das Wort Gottes, Fleisch zu werden und in [ein 
Bild in] eine Gestalt eines Knechtes sich zu hüllen, um durch es 
unsichtbar geheimnisvoll durch Geburt zu empfangen den Segen 
vom Vater, und damit es auch uns schenke, von denen es ge- 
glaubt wird. '*„Und als Esau es hörte", „sprach er: Nach Wahr- 

15 lieit ist ihm der Name Jakob gegeben, denn er hat nun schon, 
siehe, zweimal mich hereingezogen. Er hat von mir meine Erst- 
geburt genommen und jetzt hat er mich meines Segens beraubt". — 
„Und Esau drohte dem Jakob" und „sprach in seinem Herzen: 
Wann werden nahen die Tage des Todes meines Vaters, um zu 

20 töten [seinen] meinen Bruder Jakob?" Wie hat hier offen zuvor 
geweissagt die Schrift durch Esau in betreff dessen, was ge- 
schehen sollte! Denn das Wort ward durch den Vater des 

4 Gen. 27, 34. 35. — 11 Phil. 2, 7. — 14 Gen. 27, .34. 36. — 18 Gen' 

27, 41. 

4 „Und": 6h Gen. 27, 34 | 7 „IT. Js. sprach": sItie da Gen. 27, 35 ! 
16 „hereingezogen" vfjanul: etix^qvlxvv Gen. 27,36 j 18 Hieronymus, 
Epist. 36 ad Damasum (Hippolyts Werke I, 2 S. 54, 30ff.; s. zu 3, ]) 
quia igitur iniquitas est inimica iustitiae, Esau in discordiam con- 
citatur et necem fi-audulentus excogitat, dicens in corde suo: „Appro- 
pinquent dies passionis patris mei et occidam Jacob fratrem meum". dia- 
bolus. fratricidus ludaeos in Cain ante praemeditans, in Esau manifestis- 
sime confitetur, tempus quoque interfectionis ostendens. „Appropinquent" 
inquit „dies passionis patris, ut interficiam fratrem meum". quapropter 
Rebecca id est patientia nuntiavit viro fratris insidias, qui vocato Jacob 
praecepit ei, ut in Mesopotamiam pergeret et inde acciperet uxorem de 
genere Laban Syri, fratris matris suae. quomodo itaque fratris dolos 
fugiens, Mesopotamiam tendit Jacob, ita et Christus Judaeorum increduli- 
tate compulsus proficiscitur in Galilaeam, inde sibi ex gentibus sponsam 
sumpturus ecclesiam. haec supradictus vir | 19 „Wann" < Gen. 27, 41 
„des Todes": xov nhSovq Gen. 27,41. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 3 

Volkes gezeigt, das in der Folge durch das Fleisch zu den Leiden 
sich nahte. — ^Deim sie waren überhaupt nur Vorbilder. Jakob 
aber und Rahel waren nicht Sonne und Mond, und nicht das, 
wenn dies so auch gewesen wäre. Denn Rahel steht seit vielen 
Jahren am Wege begraben. Aber als Josef dem Vater be- ö 
gegnete, fiel er zuerst vor ihm nieder, damit das Bild sich erfüllte, 
und die Schriften gerechtfertigt erfunden würden. Jetzt, wo 
aber wird das Gesagte erfüllt: „W^erden wir jetzt etwa, ich und 
deine Mutter und deine Brüder, kommen und vor dir nieder- 
fallen''? Vielmehr als die zwölf seligen Apostel mit Josef und 1" 
mit Maria auf den Ölberg stiegen und vor Christus niederfielen — 
da Judas nicht mit ihnen war und Josef nicht selbst Christus 
war — , damit mit dem in Ägypten Geschehenen dies überein- 
komme. Aber dies mußte sich ähnlich erfüllen, da ein Vorbild 
vorhanden war, das im voraus durch Josef erschienen war. l') 
•'Tritt hin in die Mitte, o Wahrheit und Auslegerin des Himm- 
lischen! Denn was durch ihn den seligen Propheten verkündigt 
wurde, soll er zum andern Male offenbaren. Aber durchaus nicht 
geht die Schrift an Josef vorüber, damit dies nicht unerklärt 
bleibe, weil | er war der Ausleger der verborgenen Ratschläge 28(> 
seines Vaters. Und die Schriften sagen, daß „sie nicht wußten'*, 
wie sie von Josef gehört wurden, da er abgesondert unter ihnen 
stand. Was für einen Nutzen brachte da den Brüdern das 
Schlachten des Leibes des Ziegenbockes, um ihren Vater zu be- 
trügen? Siehe, jetzt ist „Josef in Ägypten unter den Lebenden". 25 
Weshalb habt ihr „mit Blut befleckt" das vielfarbige Gewand? 
Mit Lüge habt ihr das getan, damit der Vater Jakob es als das 
Gewand erkenne und es das Geschehene schon bekenne. Du 

2 Gen. 37, 9. 10. — 4 Gen. 35, 19. 48, 7.-6 Gen. 46, 29 (42, 6. 
48, 28?). — 8 Gen. 37, 10. — 10 Act. 1, 2. 12. — 21 Gen. 42, 23. — 23 Gen. 
37, 31. 32. — 25 Gen. 45, 2G. — 26 Gen. 37, 31. 32. — 28 Gen. 37, 26. 27. 

5 „dem Vater": kaum „den Brüdern" | 6 „fielen sie"? ] „das Bild"': 
sc. das im Traum geschaute Karb. ] 12 „Josef nicht selbst Christus": vgl. 
In Cant. 1, 1 | 16 „Tritt hin etc.": vgl. De antichr. 34 S. 21, 21 naQuX^e, 
o) fxayMQiE 'Haaia \ 20 „Ausleger": „Kundgeber" erklärt Karb. | 23 vgl. 
Hipp., In Dan. III, 7, 1 ti aj(f-i-?,i]xev Naßov'ioöovoooQ xov ßaaiXha zu 
vTibQoyxov Qtjjua . .; vgl. auch ebd. 111, 6, 6 tl xovrovg ojcpilrjotv )) ttqoq 
xov ßaaiXia tpiXia ; \ 26 Zu der im folgenden zutage tretenden Weise Hipp.'s 
vgl. Nachr. d. Gott. Ges. d. Wiss. 1902, S. 624 ft". 

1* 



4 N. Jionwetscli. 

verkaufst, o Juda, den Josef, der du von dem Begeliren des 
Herzens nacli dieser Welt besiegt worden bist! Und den Ismaeliten 
vom fremden Geschlecht verkauften sie ihn, damit er hinabginge 
nach Ägypten und daselbst ins Gefängnis geworfen Averde und 
•"> die Träume durch ihn gedeutet (und) offenbart würden, damit er 
von Pharao gesucht werde und als ein König Ägyptens erwiesen 
werde und hernach als ein treuer Throngenosse offenbar werde, 
und Getreide durch ihn in großer Menge gesammelt werde und 
in den Vorratshäusern aufbewahrt werde und die sieben Jahre 

K' sich vollendeten und das Volk von dem Hunger gerettet werde 
und er von den Brüdern die Anbetung (Verbeugung) empfange 
und ihr Herr genannt werde. — 'Aber wie soll ich nicht preisen 
den himmlischen Herrscher, der diese seine Ratschläge durch 
die Propheten wie durch einen Spiegel sichtbar uns zuvor ge- 

!•") zeigt hat? 

U. Aber da die Zeit heischt die Erklärung der Segnungen 
mit Eifer des Verstandes, wozu Avir uns zu einem Teil genaht 
haben, damit die von Jakob gesprochenen Segnungen als Seg- 
nungen sich erfüllten an den Söhnen Israels. Aber ich finde 
2" auch einen Gegner, die hier über sie geschehenen Segnungen 
durch sie in Lüge gewandelt und eine jede durch sie offenbarte 
Weissagung, die zur Vergewisserung seiner Nachkommenschaft an 
den künftigen Söhnen sich erfüllt hat. ^ünd wenn dieses so ist, 
so (?) hat schon der selige Jakob den Söhnen entsprechend der 
2'^^ Zeit gesagt; aber das Gesagte | ist nach vielen Zeiten offen- 
bar geworden. Und er machte Segnungen und gab, in betreff 
wessen er dieses vorhersagte. Den Söhnen Israels aber sprach 
er durch gegenseitige Lockung wegen ihrer Sünden, und sich 
selbst schied er von den ihrigen ähnlichen Taten. 
30 "^Eine ähnliche Weise aber finden wir auch bei dem seligen 

2 Gen. 37, 28. — 3 Gen. 37, 28. 36. — 4 Gen. 39, 20. — 5 Gen. 40. 41. — 
6 Gen. 41, 14. — Gen. 41, 40—45. — 8 Gen. 41, 46—49. — 9 Gen. 41, 
54-57. — 11 Gen. 42, 6. 43, 26. — 14 Vgl. 1. Kor. 13, 12. 

6 vgl. In Dan. 11, 9, 3 S. 62, 12 tf. | 16 De antichr. 5 S. 7, 10 «//.' 
intiÖT} xaiQoq Xotnbv dnaLTsZ tcqoq xä TtQOXslfiEvcc \ 17 vgl. In Dan. I, 7, 2 
S. 12, 13f. „Diese Belehrungen nun muß man nicht so einfach lesen, 
sondern seinen Verstand zu dem Vorliegenden herzubringen." | 28 „Lockung'' 
obmany vaniem : korrumpiert. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 5 

Jsaak, der den Jakob, seinen jüngeren Sohn, segnete und alles 
ihm übergab. Denn es war vorbereitet, daß nach dem Fleisch 
Christus von ihm solle geboren werden, und von Esau wußte er 
im voraus, daß er das Bild des Volkes hatte, und seines Herzens 
gottloses Verlangen erkannte er. Und er segnete (ihn) nicht, 5 
sondern mit Stärke segnete (und) beschenkte er. Und, daß dies 
so ist, ist klar; aus der Schrift wird es deutlich und man muß 
(es) verstehen aus dem Folgenden. 

III. Denn er spricht so: „[Als] Isaak rief seinen erstgeborenen 
Sohn und sagte (zu ihm)" : „Nimm den Bogen (und) deinen 10 
Köcher und gehe hinaus aufs Feld und fange mir ein W^ild und 
mache mir eine Speise wie ich (es^ liebe^ und bringe es und ich 
werde essen, und damit dich meine Seele segne, so lang ich noch 
am Leben bin." -Und daß er, der Prophet, dem Esau befahl 
und von ihm Speise forderte, bildet vor dem W^ort nach die Be- 15 
rufung des ersten Volkes, welches suchte die Frucht der Gerechtig- 
keit V nicht) durch den, der bestimmt (gerechnet) war zur geist- 
lichen Speise. Und daß er sagte: „Gehe hinaus auf das Feld 
und fange'' bildet vor das Bild des Wandeins auf dieser W^elt, 
ähnlich dem Volk. Und daß er sagte: „Nimm den Bogen (und) 20 
deinen Köcher", zeigt wie zuvor bereitet war das Volk zu lieben 
seinen Ruhm und nicht durch den Glauben allein gerechtfertigt 
zu werden — es aber hoffte auf seine Taten und Schwert — 

1 Gen. 27, 27—29. 37. — 5 Gen. 27, 39. 40. — 9 Gen. 27, 1. 3. 4. — 
14 Gen. 27, 3. 4. — 18 Gen. 27, 3. — 20 Gen. 27, 3. 

12 „und ich werde essen": aa (päyco Gen. 27, 4 | 15 Hieron., Ep. 36 
ad Damasum (Hipp. 's Werke 1,54 f.) quoniam autem polliciti sumus, et de 
eo, quid significaret in figura, adiungere, Hippolyti martyris verba ponamus, 
a quo et Victorinus noster non plurimum discrepat; non quod omnia plenius 
executus sit, sed quod possit occasionem praebere lectori ad intelligentiam 
latiorem. — Isaac portat imaginem Dei patris, Rebecca spiritus sancti, 
Esau populi prioris et diaboli, lacob ecclesiae sive Christi, senuisse Isaac 
consummationem orbis ostendit; oculis caligasse, fidem perisse de mundo 
et reHgionis lumen ante eum neglectum esse significat. quod Jilius maior 
vocatur, acceptio legis est ludaeorum. quod escas eius atque capturam di- 
ligit pater, homines sunt ab errore salvati, quos per doctrinam iustus 
quisque venatur. sermo Dei benedictionis est repromissio et spes regni 
futuri, in quo cum Christo sancti sunt regnaturi et verum sabbatum 
celebraturi | 17 „nicht" habe ich einzuschalten gewagt. 



6 N. Bonwetsch. 

und die Erwähluiig des abgefallenen Königs, wie jiuch Moses 
zu ihnen sagte: „In dem Schwert besteht dein Ruhm". 
288 IV. „Und Rebekka sagte zu ihrem jüngeren Sohn: Siehe | ich 

habe deinen Vater geh()rt, wie er zu Esau, deinem Bruder, sprach : 
ö Fange mir ein Wild und mache mir eine Speise und ich werde 
essen und dich segnen vor dem Herrn. Jetzt höre, Sohn, meine 
Worte und gehe zur Herde und bringe mir zwei sehr junge 
Ziegenbücklein und ich werde Speisen aus ihnen machen, wie es 
von deinem Vater geliebt ist, und du wirst es bringen deinem 

K» Vater, damit er esse und dich segne vor seinem Tode.'' — 
-Rebekka wird genannt ein Bild der Kirche, welche im voraus 
anzeigte hinsichtlich alles dessen, was geschehen sollte durch 
den jüngeren Sohn. Sie sagte ihm: „Gehe in die Herde und 
bringe mir zwei sehr junge und schöne Ziegenböcklein". Den 

IT) Esau sendet er „auf das Feld", gleichsam wie die Pilgerfahrt 
im Herrschen offenbart er, Jakob aber „in die Herde". Damit 
sich erfülle das vom Herrn Gesagte: „Ich bin zu niemand ge- 
sandt als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel". 
"^ Und, daß jenem gesagt wird: „Bringe zu mir zwei sehr junge 

2(» und schöne Ziegenböcklein", zeigt die doppelte Berufung des 
Evangeliums. Sie, die von Anfang waren wie Ziegenböcklein, 
deshalb weil sie „alle unter der Sünde" waren, „sehr junge und 
schöne" ; jetzt aber werden wir mit Untergebung durch den 
Glauben an Christus Gerechtfertigte. Von jetzt an werden wir 

2 Dt. 33, 29. — 3 Gen. 27, 6—10. — 13 Gen. 27, 9. — 15 Gen. 
27, 3. — 16 Gen. 27, 9. — 17 Mt. 15, 24. — 19 Gen. 27, 9. — 22 vgl. 
Rom. 3, 9. 23. 

7 „s. junge": xal yM/.ovq + Gen. 27, 9 | 11 Hier. 1. c. S. 54, 13fl'. 
Rebecca plena spiritu sancto, sciens quid audisset antequam pareret, „quia 
maior serviet minori", magis autem forma spiritus sancti, quae futura 
noverat in Christo, in Jacob ante meditatur, loquitur ad filium minorem: 
,,Vade ad gregem et accipe mihi inde duos haedos", praefigurans carneum 
salvatoris adventum, in quo eos vel maxime liberaret, qui peccatis tene- 
bantur obnoxii; si quidem in omnibus scripturis haedi pro peccatoribus 
accipiuntur (vgl. Hipp., In cant.7,3 nebst Anm.). quod autem duos iubetur 
iidferre, duorum populorum significatur assumptio; quod teneros 
et bonos,dociles et innocentes animae | 16 ,.,im Herrschen": „im Reich" er- 
klärt Karb. | 20 In Dan. IV, 37, 5 S. 284, 10 %va. z?iv TiQojTrjv rcüv naxiQiüv 
xX'iGLV xccl TTjv (kvxbgav xrjv tc iS^vöjv o/uolav OT]fxav^^. Vgl. unten 11, 3 
und zu Gen. 49, 11 [ 22 ob „sehr j. u. scli. aber werden w. jetzt"? 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 7 

nicht wie Ziegenböcklein gerechnet, sondern wie Schafe, zum 
AVohlgeruch durch ein heiliges Opfer Gott geopfert, und durch 
die Erziehung des geistigen Wortes werden wir gekräftigt. Was 
er im Evangelium dem Ahnliches erfüllte im Verhältnis zu 
seinen Jüngern. Denn er sprach: „Ich habe eine Speise, die ihr ö 
nicht kennt". 

V. „Und Jakob sprach zu Rebekka, seiner Mutter: Mein 
Bruder ist rauch, aber ich bin ein glatter Mensch; wie sollte nicht 
mein Vater erkennen, und ich nicht erfunden werden [mich 
zeigen] vor ihm wie sein Verächter, und zöge nicht herab auf 10 
mein Haupt den Fluch, aber nicht den Segen?" -Siehst du, 
wie deutlich Jakob seine Furcht offenbarte, | unterrichtet über 289 
die Sachen des Ham, welcher sah die Nacktheit des Noah, seines 
Vaters, und spottete, wodurch er auf sein Haupt zog den Fluch? 
Jakob fürchtete auch dasselbe, damit er nicht wie ein Versucher 15 
seines Vaters erwiesen werde und nicht unter dem Fluch bliebe. 
Es war von ihm auch das gesagt, als von einem Gerechten : 
„Esau, mein Bruder, ist rauch", welches übersetzt wird ein Sün- 
diger, „ich aber bin ein glatter Mensch", welcher zeigt das nicht 
schlimme und tadellose Fleisch Christi. ^Aber da durch nichts 20 
anderes es möglich war zu erreichen die Erfüllung dieses Rates, 
ist gesagt: „Über mich möge der Fluch kommen, Sohn; aber 
höre mich und gehe und brin<ge mir)!" Und zur Unterweisung 
aber wird das von Rebekka im voraus Gesagte jetzt durch die 
Opfer erfüllt. Und daß sie sagte: „Auf mich möge der Fluch 25 
kommen, Sohn", das zeigt, wie jetzt einige schmähen und die 
Kirche verleugnen und sprechen: Dem Gekreuzigten dienen wir 
(nicht); Fluch und Schande zu uns ist dies. Denn das Leiden 
des Herrn ist für die Ungläubigen Fluch, für die Gläubigen aber 
„Leben und Friede". Denn auch der Apostel spricht: „Christus 30 
hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, [empfing] nahm auf 

5 Job. 4, 32. — 7 Gen. 27, 11. 12. — 13 Gen. 9, 22. 25. — 18 Gen. 
27, 11. — 22 Gen. 27, 13. — 25 Gen. 27, 13. — 29 vgl. 2. Kor. 2, 15. 16. — 
30 Rom. 8, 6. — Gal. 3, 13. 

9 „erkennen": \pi]?.a(pi'ioy (xs Gen. 27, 11 | 11 „Siehst du": vgl. z. B. 
In Dan. II, 21 S. 80, 20 OQäq nwq \ 12 „unterrichtet": vgl. In Dan. III, 28, 3 
ov yccQ eXad-ev xovvov tu tö) NaßovxoöovoaoQ av/ußccwa \ 13 vgl. In 
Cant. 2, 11. 3, 3 u. u. Dav. u. Gol. 9, 4 | 27 „d. w. nicht" my ne sluzim: 
„d. w. auch"' my i slu/im der Text, wohl durch Versehen des Abschreibers. 



8 N. Bonwetsch. 

sich für uns den l^luch''. Wie jet/t Christus erfüllt hat durch 
sein Fleiscli für die Menschen, den Tod an dem Kreuz nahm er 
an, damit durch diese seine Erniedrigung aufgelöst würden die 
Flüche des Gesetzes, die über Adam waren, weil er zu ihm 
5 sagte: ..Du warst Erde und in die Erde wirst du kommen". 

VI. „UndRebekka nahm das [reiche] Kleid des erstgeborenen 
Sohnes, das schöne", „zog es an Jakob, ihrem jüngeren Sohn, 
und die Felle von den Ziegenböcklein zog sie an seine Hände." 

- Das Anziehen des Kleides zeigt uns, das Wort, das schon zu- 
10 vor bereitet war, hüllte sich in Fleisch. Aber das Anziehen der 

Felle der Böcklein an die Hände zeigt uns die Vergebung aller 

290 Sünden durch das Ausbreiten der Hände an dem Kreuz. | Wie 

Jesajas spricht: „Er hat unsere Sünden und unsere Übertretungen 

auf sich genommen". ^Und daß Jakob zu seinem Vater sagte: 

15 „Ich habe getan, wie du mir befohlen hast", zeigt uns den Ge- 
horsam des Wortes gegen seinen Vater. Wie Ezechiel spricht: 
„Ich habe getan, was er mir befohlen hatte". — ^Und Isaak 
sagte zu ihm: „Wer bist du?" Und er sagte zu ihm: „Ich bin 
dein erstgeborener Sohn". Nicht das, daß aus Unkenntnis von 

20 etwas der Prophet Jakob gefragt hätte; sondern, da er zuvor 
geistig das sah, was geschehen mußte. Auch [nicht] Jesus Nave, 
der die Gibeoniten fragte, kannte sie, daß auch mit List von 
ihnen Erzürnendes geschehen sollte, aber auch mit vollem 
Wissen ließ er es zu, damit die Stammesgenossen von Jesus Nave 

25 glaubten und gerettet würden. Ebendasselbe muß man auch 
hier verstehen. ^Daß er spricht: „Nahe dich zu mir, und ich 
schaue auf dich, mein Sohn, ob du bist Esau, mein Sohn, oder 

5 Gen. 3, 19. — 6 Gen. 27, 15. 16. — 12 Jes. 53, 4. 5. — 15 Gen. 27, 19. — 
IG Ezech. 12, 7. — 17 Gen. 27, 18. — 18 Gen. 27, 19. — 21 Jos. 9, 3—27 (9—33). 

— 26 Gen. 27, 21. 22. 

8 „seine": „ihre" (Plur.) die Vorlage | 9 Hieron. 1. c. S. 54, 21 If. 
stola vel vestimentum Esau fides et scripturae sunt Hebraeorum, quibus 
■gentilium indutus est populus. pelles, quae eius brachiis circum- 
datae sunt, peccata utriusque sunt plebis, quae Christus in 
extensione manuum cruci secum pariter affixit | 17 Hieron. 1. c. 
S. 54, 25 ff. quod Isaac quaerit ab Jacob, cur tarn cito venerit, admiratur 
celerem credentium fidem. quod cibi delectabiles offeruntur, hostia placens 
Deo, Salus est peccatorum | 19 „aus Unkenntnis": vgl. 1 Clem. 43, 6 ov 
nQoyöeL Mcovorjg xovxo fxeXXsiv tasa&ai; | 22 „Gib.": Golooniten R ] 26 „ich 
schaue" posmotrju: „schaue" posmotri R, iprj?M(pi]a(o Gen. 27, 21. 



I. Hippolyts Abhandlung: über die Segnungen Jakobs. 9 

nicht. Und als er sich näherte, fing er an ihn zu betasten und 
sagte: Die Stimme ist Jakobs Stimme, die Hände aber Esaus'*, 
dies zeigt uns, daß das Wort Isaaks offenbart den Rat, der zu 
den Propheten, und dieser von (aus) ihnen offenbarte zuvor 
hinsichtHch dessen, was geschehen sollte. Aber seine Hände 5 
waren ähnlich geworden denen Esaus; denn Avegen der Ver- 
sündigungen des Volkes wurde er dem Tod übergeben. 

VII. „Und er sprach zu ihm: Nahe dich zu mir und küsse 
mich, Sohn! Und als er sich näherte, gab er ihm einen Kuß. 
Und er roch den Geruch seines Kleides und segnete ihn und 10 
sprach." — ^ßggbalb im voraus sagt deutlich der Prophet, daß 
niemand von den Menschen dem Vater einen Kuß gibt, v sondern 
allein der eingeborene Sohn, der selbst von der Jungfrau ge- 
boren ist. Denn er sagt: „Ich selbst bin der Sohn, dein Erst- 
geborener"'. 15 

•^Und sofort fing der Prophet an zusammen hinsichtlich der 
Segnung und sprach: „Siehe was für ein Duft des Kleides meines 
Sohnes wie der Geruch eines gepflügten vollen Feldes, das der 
Herr gesegnet hat". Und er sprach zu ihm: „Gott gebe dir vom 
Tau des Himmels und von der Fruchtbarkeit der Erde, | eine 291 
große Menge des Getreides und Weines. Und Völker sollen dir 
Untertan werden und Könige vor dir niederfallen (sich verbeugen). 
Und du wirst sein zu einem Herrn deines Bruders, und vor dir 
sollen niederfallen die Söhne deines Vaters. Wer dich segnet, 
soll gesegnet sein, und wer dich verflucht, soll verflucht sein". 25 

^ Jetzt aber, wer etwa denkt, daß diese Segnungen über 
Jakob waren, der irrt sich. Denn nichts davon hat sich an 
Jakob erfüllt. Denn er wurde erfunden in Mesopotamien als 
ein Knecht Labans für zwanzig Jahre; und hernach fiel er nieder 
vor seinem Bruder Esau und flehte ihn an durch eine Dar- So 
bringung vor seinem Angesicht. Und nach diesem zog er hinab 
nach Ägypten, um mit seinen Kindern nicht vor Hunger umzu- 

8 Gen. 27, 26. 27. — 12 vgl. Mt. 11, 27. — 14 Gen. 27, 19. — 17 Gen. 
27, 27. — 19 Gen. 27, 28. 29. — 28 Gen. ;U, 38. — 29 Gen. 33, 3. 8. 10. — 
31 Gen. 45, 7. 11. 46,1. 

:> „Isaaks": „Tona" R 1 26 Hieron. 1. c. S. 54, 27 fF. post esum sequitur 
benedictio et eins odore perfruitur, virtutem resurrectionis et regni aperta 
voce pronuntians, quomodo etiam adorent eum fratres sui et serviant ei 
credentes ex Israel. 



[(I N. BonwetHch. 

kommen. Jetzt an wem erfüllt sich das Gesagte: ..Siehe schon, 
der Duft meines Sohnes wie der Geist eines vollen Feldes, das 
der Herr gesegnet hat"? An keinem als an Christus, seinem, 
Gottes, Sohne. Das Feld ist diese Welt, in dem Duft seines 
■) Kommens bleiben alle an ihn Gläubigen. Wie der Apostel sagt: 
„Wir sind ein Geist des Duftes Christi, der Lebenden und der 
Toten; für die einen ein Geist zum Tode, für die andern aber 
ein Geist durch Leben zum Leben". 

^ Aber was er zu ihm sprach: „Der Herr gebe dir vom Tau 

10 des Himmels und von der Fettigkeit der Erde, Menge des Ge- 
treides und Weines", — deutlich durch das Gesagte „wie einen 
Tau" zeigt er, daß das Wort herabkam vom Himmel, und dem 
ähnlich (?), (daß) er sagte: „von der Fettigkeit der P^rde", weist 
hin auf den Leib des Herrn, in den er sich kleidete von der 

15 Jungfrau. — Und daß er sagte: „Menge des Getreides und Weines", 
weist hin auf das Antlitz (Bild) der Heiligen, die in den Vorrats- 
kammern gesammelt und durch den Geist wie durch Wein er- 
freut sind. Und daß er sagte: „Es sollen sich dir unterwerfen 
Geschlechter und es sollen dir niederfallen Königreiche", dies 

20 geschieht auch bis zu dieser Zeit. Wem unterwerfen sich die 

Geschlechter , die Gläubige haben (?) , und wem fallen nieder 

292 in der Kirche die Königreiche, | als Christus, durch dessen 

Namen sie auch gerettet werden? Wie das Wort durch den 

Propheten Jesajas ruft: „Wer mir Untertan sein wird, über den 

2") wird ein neuer Name genannt werden, die mich preisen werden 
auf der Erde, weil sie benedeien werden den wahrhaftigen Gott, 
und die schwören werden bei dem lebendigen Gott". Und wieder 
spricht er: „Siehe, welche mir Untertan sein werden, die werden 
[sich freuen und werden] trinken; ihr aber werdet dürsten. Siehe 

3(» schon, welche mir Untertan sind, die werden sich freuen, ihr aber 
werdet beschämt werden." 

1 Gen. 27, 27. — 4 Mi 18, 38. — 6 2. Kor. 2, 15. 16. — 9 Gen. 27, 28. — 
24 Jes. 65, 15. 16. — 28 Jes. 65, 13. 

4 vgl. In Cant. 2, 5 ff . | 12 „daß das Wort" slovo to cto: „die Worte. 
daß" slova te cto R | 19 „Königr.: aQxovzsq Gen 27, 28 | 20 „d. Geschl. — 
haben": unsicher ist der Sinn der Worte imejustie rody veriijustich, schwer- 
lich „d. Geschl., die gläubig werden wollen" | 29 „w. trinken — dürsten": 
„werden sagen: Man dürstet" skazut :^azdaetsja R. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 1 j 

^Und sofort spricht er wieder weiter: „Werde du Herr deines 
Bruders, und es werden dir niederfallen die Söhne deines Vaters". 
Und dem Jakob ist niemand niedergefallen, und er war nicht 
der Herr seines Bruders Esau. Und als er nur gegenüber stand 
seinem Bruder Esau, erschrak er und floh, und als erster ver- 5 
beugte er sich siebenmal vor ihm. Aber jetzt wird das Ge- 
sagte erfüllt an dem Erlöser. Weil er dachte sein Bruder zu 
werden, zeigte er sich leiblich als Herr über ihn, um von ihnen 
wie ein Herrscher - König Anbetung zu empfangen. — ''Da- 
nach spricht er: ,,Wer dir flucht, werde verflucht, und wer dich 10 
segnet, werde gesegnet!" Jetzt diese Segnung durch das Wort 
auf Jakob. 

Vlll. „Und es geschah, als Jakob hinausging von Isaak 
seinem Vater, kam auch Esau sein Bruder mit dem Wild und 
machte das Essen und brachte (es) seinem Vater zum Essen.'" 15 
Dem Esau vergleicht er das Volk, das den Dienst des Gesetzes 
hatte; deswegen meinten sie mit Stolz durch die Beschneidung 
gerechtfertigt zu werden. In die Mitte stellt er die Geschlechter 
wie ein Essen; der an dem Bilde der Wahrheit außen vorüber- 
geht und zu dem himmlischen Brot sich zu nahen nicht wagt. 20 
-Esau sagte: „Stehe auf^ mein Vater, und iß) von dem Wild 293 
deines Sohnes, und deine Seele möge mich segnen". Siehst du 
den Stolz des Wortes und die Härtigkeit seines Herzens? Denn 
es rühmen sich ebenso bis jetzt die in der Beschneidung Erfun- 
denen und meinen, daß nur sie Gerechtfertigte sind. Aber jener 25 
selige Jakob trat mit Furcht und Demut hin und sagte zum 
Vater: „Ich habe schon bereitet, was du mir befohlen hast". 
Aber Esau sagte nicht so, im Gegenteil grob: „Es möge auf- 
stehen der Vater und essen von dem Wildpret und deine Seele 
mich segnen!" ^ünd er sagte: „Wer bist du? Jener aber 30 
sagte zu ihm: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn. Isaak 
aber' entsetzte sich mit großer Verwunderung und sagte: Und 
wer aber war, der vor deinem Kommen kam und mir brachte, 
und ich aß von allem und segnete ihn? Und er sei gesegnet". 
■* Siehst du, wie hier erwachte die Seele des Propheten? 85 



1 Gen. 27, 29. — 4 Gen. 32, 7. 8. 33, 3. — 10 Gen. 27, 29. — 13 Gen. 
27, .30.31. — 21 Gen. 27, 31. — 27 Gen. 27, 19. — 2S Gen. 27,31. — 
30 Gen. 27, 82. 33. 



12 N. Bonvvetscli. 

Weil in den Se^nun<^en in Beziehung zu Jakob er so sagte: 
„Wer dich segnet, der möge gesegnet sein, und wer dich ver- 
flucht, der möge auch verflucht sein", deshalb ])eugte er vor und 
durch eine Wiederholung bekräftigte er die frühere Segnung 
o und sagte zu ihm: „Ich habe ihn gesegnet und er möge gesegnet 
bleiben." Und es ward jene geschehene Erwägung. Jakobs erfüllt an 
Christus, im voraus aber offenbart, welcher gesegnet ward. Der 
vom Vater vor den Äonen Geborene war immer gesegnet. 
^Aber was die Schrift spricht, dali sich „Isaak verwunderte mit 
10 großer Verwunderung", das deshalb, weil er voraussah alles, 
was geschehen sollte. Im voraus aber stand vor ihm bekannt, 
wie alle Geschlechter durch dieses Kind, den Sohn Gottes, 
werden gesegnet werden und mit den Vätern in die Verheißung 
eintreten müssen. (Lücke.) 

15 ^Auch Moses hat dem Volk gesagt mit Tadel: „Vergeltet 

ihr dies so dem Herrn? aber eben er ist dein Vater." Es 
zeigte ihm die Schrift, um zu verstehen das Gesagte. 

''Und was er, Esau, sagte: ..Wann werden nahen die Tage 
des Todes meines Vaters?" zu dem Tage der Auferstehung; so 
294 daß nahe war jenes Wort des | Evangeliums hinsichtlich des 
Reiches Gottes zu den Vorvätern. Aber . . jener spricht: ..Ich 
werde töten Jakob, meinen Bruder", damit der Mensch gezeigt 
werde, der ähnlich nach dem Fleisch von Jakob geboren und von 
ihm (sc. Esaus Gegenbild) ans Kreuz gehängt ward. 

25 IX. Und Esau sagte: „Hast du mir, Vater, keinen Segen zurück- 

gelassen?" Deshalb weil in allem hier ein göttliches Geheimnis. 
Wie auch in dem Leib Christi bei seiner Vereinigung. ^Und 
er (Isaak) sagte zu ihm : „Wenn ich ihn zum Herrn gesetzt habe 
über dich, und alle seine Brüder ihm Knechte sein sollen; mit 

30 Weizen und Wein machte ich ihn stark. Und nun, was soll 

2 Gen. 27, 29. — 5 Gen. 27, 33. — 9 Gen. 27, 33. — 15 Dt. 32, 6. — 
19 Gen. 27, 41. — 21 Gen. 27, 41. — 25 Gen. 27, 36. — 28 Gen. 27, 37. 

8 Refut. X, 33 S. 540, 77 o Xoyoq xov &£0v, 6 TtQwxoyovoq nazQog 
Ttatc, vgl. Ad Diogn. 11, 5 o del \ 11 „Im vor. ab." wiederholt R 
14 Lücke, s. 0. 1, 2—4 1 18 „Wann" o. S. 2, 19 | 21 Eine Lücke von einem 
oder von zwei Worten in R | 24 „ward" : „worden wäre" R | 27 „den 
Leibern . . ihrer" G. 



I. Hii)polyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 13 

ich dir macheD, mein Sohn?" Und „es tat" ihm „leid". „Es 
erhob Esau mit lauter Stimme mid weinte." ^Und was sie 
spricht: „Es tat dem Isaak leid", das Erbarmen durch das Wort 
über das Volk wegen der Versündigungen bildet es vor. Des- 
halb weil der Erlöser selbst mit Gebet ebendasselbe sprach: c> 
..Vergib ihnen [erlaß ihnen], denn sie wissen nicht, was sie tun". 
^Das „Erheben der Stimme" und das „Weinen" Esaus zeigt an 
die Reue über die Taten, die sie getan. Wie in den Akten der 
Apostel geschrieben steht: „Als sie dies hörten, wurden sie be- 
trübt und sagten zu Petrus und den Aposteln: Was sollen wir 10 
tun, Brüder? Und sie sagten ihnen: Tut Buße und glaubt an 
den Namen Jesu Christi", „und ihr werdet empfangen die Gnade 
und Gabe des heiligen Geistes, deshalb weil euch [wie sie sagen 
und] sind diese Verheißungen und eurer Kinder und aller in der 
Ferne, die herzurufen wird der Herr, unser Gott". Auf solche 15 
Weise ist auch die Segnung, die Esau suchte, in dem Ge- 
schehenen jetzt vorliegend, aber es war schon keine Zeit mehr. 

X. Aber weissagend sprach Isaak in betreff dessen, was gesche- 
hen sollte: „Siehe jetzt von der Fruchtbarkeit der Erde möge dein 
Erbe sein und von oben von dem Tau des Himmels." Denn es 20 
war schon die Befestigung des Volkes in dem | Lande Hams, das 295 
ihnen nämlich verteilte Jesus, der Sohn Naves. -Und was er 
sagte: „wie vom Tau des Himmels", deshalb weil die Propheten 
wie Tau von einer Wolke herabfallen ließen auf sie das Wort 
Gottes. '^Aber was er sagte: „Durch dein Schwert wirst du 25 
leben", deshalb weil immer das Volk nicht aufhörte anzufangen 
und zu kämpfen mit den Völkern, die daselbst wohnten, wie die 
Schriften zeigen. ^Und das, was er sagt: „Deinem Bruder 
wurdest du Untertan", bildete vor die Zeiten, in denen Christus 
nahe war durch das Aufsehen auf seine Brüder nach der Ahnlich- -^0 

1 Gen. 27, 38. — 3 Gen. 27, 38. — G Lc. 23, 34. — 7 Gen. 27, 38. — 
8 Act. 2, 37-39. — 19 Gen. 27, 39. — 23 Gen. 27, 39. — 25 Gen. 27, 40. — 
28 Gen. 27, 40. 

1 „es — weinte" <; Gen. 27, 38 ed. Swete | 10 „den": „den andern" 
[tovg XoLTiovq Act. 2, 37) erklärt Karb. | 11 „sie sagten": TlhQoq Sh 
Act. 2, 38 I „glaubt": ßanxio^xo) Lxaozog Act. 2, 38 | 19 „jetzt" < Gen. 
27, 39 I 20 „Erbe": 7j xaroUrjaic Gen. 27, 39 | 21 „Befestigung": „Ansiedlung" 
erklärt Karb. | 29 „wurdest du Untertan": öov'/.tvoeu Gen. 27,40. 



] 4 N, Bonwetncli. 

keit des M(3iscl)es. Hinsichtlich dessen lelirt der Pro])het Unter- 
tan zu werden und Knechte zu sein. '""Deshalb sagte er auch: 
„Du wirst zerbrechen und wirst abwerfen sein Joch von deinem 
Nacken". Aber was ist das für ein .loch, als das des Gesetzes, 
5 das auf ihm lag, damit wie Sklaven unter dem Joch sie durch 
das Gesetz gerettet würden, aber wie Befreite des Evangeliums 
durch den Glau))en werden gerettet werden? Wie die seligen 
Propheten von Geschlecht zu Geschlecht Christi Ratschluß im 
voraus verkündigten, und er die Gerechtigkeit zu uns deutlich 

10 zeigte. ^Wer aber zweifelt an diesen klar geweissagten Erzäli- 
lungen hinsichtlich des Vergangenen und dessen, was geschehen 
soll? Wenn jemand von uns sucht, wieviel derer waren, die 
gläubig wurden bis zur Vorherverkündigung dessen, was ge- 
schehen mußte. 

15 XL Da jetzt schon verstanden sind die Weissagungen des 

Isaak, kommen wir auch zu den Segnungen Jakobs, welche sich 
beziehen auf seine Söhne. 

^Denn die Schrift spricht so: „Als Jakob sah die Söhne 
Josefs, [und] sagte er: Wer sind diese? Und er antwortete: 

20 Meine Söhne sind es, welche mir der Herr hier gegeben hat. 
Und er sagte: Nahet euch zu mir, um sie zu segnen. Und die 
Augen Jakobs waren beschwert vor Alter und er unterschied 
nicht. Und sie umfangen habend mit seinen Armen, umarmte 
er sie und küßte sie. Und Israel sagte zu Josef: Siehe des 
296 Schauens deines Antlitzes | ward ich nicht beraubt, und Gott 
zeigte mir Nachwuchs an deinen Kindern. Und Josef richtete 
sie auf aus der Umarmung seines Busens, und sie fielen vor 
ihm nieder mit ihrem Antlitz bis zum Antlitz der Erde. Und ■ 
Josef stellte vor ihn seine zwei Söhne, den Ephraim auf die « 

30 rechte Seite von sich, auf die linke von Israel, — den Manasse aber 
auf die linke von sich, von Israel aber auf die rechte, und er 

3 Gen. 27, 40. — 5 Gal. 5, 1. Act. 15, 10. — 18 Gen. 48, 8— Ki. 

11 De antichr. 2 S. 4, 18fi". ov {jlovov xa TtaQoJXV^^öza slnovzeq, a/j.a 
y^al xa ivsovdixa xal'xa (jteXXovia dnayyBilavieQ \ 18 „gl. wurden": „an^ 
ihn, Jesus" erklärt Karb. | 15 „Da": „Daß" R j Ki „kommen wir" piiidem: 
„er kommt" priidefc R | 18 „Jakob": ^loga/j?. Gen. 48, 8 | 21 „Nahet 
segnen": TtQOijccyaye ßOi avxovq, 'Iva evloyriaaj avxovq Gen. 48, 9 
2?> „nicht": xal ryyiGEv avxovq ngo^ avzov + Gen. 48,10 | 20 xal tc?/-" 
yayev avxovq ^Imar}(p dno xwv yovdxwv avzov Gen. 48, 12. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 15 

näherte sie zu ihm. Und Israel streckte seine rechte Hand aus 
und legte sie auf das Haupt Ephraims, des jüngeren Bruders, 
und die linke auf das Haupt Manasses, indem er die Hände ins 
Kreuz eine über die andere legte. <^ünd) er segnete sie und 
sprach: Gott, vor dem wohlgefällig waren meine Väter Abraham '"> 
nnd Isaak; Gott, der mich erzogen hat von Jugend auf bis hier- 
her; dein Engel, der mich errettet hat von allen meinen Trüb- 
salen, er segne diese Knaben, und über sie soll mein Name ge- 
nannt werden und der Name meiner Väter, des Abraham und 
des Isaak! Sie mögen sich mehren mit großer Menge auf der !<-' 
Erde'.-' 

^Dies sprach der Prophet, ein großes Vorzeichen (vorher- 
bestimmten Ratschluß) zeigte er uns dadurch, daß er die Hände 
ins Kreuz legte und [auf] den jüngeren Sohn Josefs, Ephraim, 
zur Rechten stellte und den Manasse, welcher der Erstgeborene 1') 
war, zur Linken. Er zeigt uns durch sie zwei Berufungen und 
zwei Völker, die sein sollten; und den jüngeren als durch den 
Glauben auf der rechten Seite Christi erfunden, der erste aber 
das Volk, die stolz waren auf das Gesetz, gestellt zur linken 
Seite. "^Dies konnte Josef nicht verstehen, das, was geschehen 2() 
sollte durch den Propheten. Er dachte, d^ß der Vater 
vergessen habe, und sie (sc. die Hände) zurückhaltend 
sprach er: „Nicht so, Vater, sondern so, dieser ist der Erstge- 
borene, lege deine rechte Hand auf sein Haupt. Und er sprach 
zu ihm: Ich weiß, Sohn, ich weiß. Auch dieser wird groß sein 2.") 
und wird erhöht sein. Aber sein jüngerer Bruder wird erhöhter 
als er sein". „Und er setzte den Ephraim höher als den Manasse." | 207 

^Aber deshalb nur, weil das noch Unsichtbare groß ist in 
den heiligen Schriften, sagen wir neidlos heraus, durch welches 

22 Gen. 48, 17—19. — 27 Gen. 48, 2(1. 

7 „Dein E." : o ayysXog Gen. 48, 10 1 12 vgl. Ambrosius, De pa- 
triarchis rJ S. 12(3, 1 tf . ed. Schenkl quam praeclara mysteria, quod sumens 
Joseph filios suos etc. (ähnlich wie Gen. 48, 13.14) | 1(> vgl. Ambr. 1. c. 5 
S. 127, .SfF. denique spiritaliter de populis hoc esse mysterium senior decla- 
ravit. nam cum filius eum putaret errasse . . dicens: „Non sie pater etc. 
(Gen. 48, 18. 19)" 1 Barn. i:>, .") eiöfv dh ^laxcoß xvTtov ziö nvFVßazi tov 
).aov tov /usta^v . . (J ß).snete tnl rivojv xi-.S-eiicsv , tov }.abv xovxov tlvai 
noüjxov xal xfjg öiaS^i^xijQ xXrjQOvouov. Vgl. ob. 4, 3 und u. zu 18, 2 | 
21) „neidlos". In Dan. III, 0,2 S. l.'K», 18 dfpihovwg avvexiQH. De antichr. 29 
S. 19, 10 fiSxaölöoiiEV dcpS^ovcüQ. 



IG N. lionwetsch. 

Wort er sich zu eigenen gemacht liat die beiden Söhne. Denn 
er sprach zu ihm: „Diese zwei Söhne, die (Jurcli dich heraus- 
gingen in Ägypten bis zu meiner Herabkiinft nach Ägypten. 
;-) sie mögen zu mir sein, Ephraim und Manasse, gleichwie Kuben 
und Symeon werden sie zu mir sein und mögen kommen. Aber 
die übrigen von dieser Zeit an, so viele ihrer bei dir auch sein 
werden, von den Kindern zu dir". ^Dies zeigt uns, dal.i zwölf 
waren der Kinder Jakobs, von welchen auch waren die zwölf 
Stämme. Die beiden Söhne Josefs teilte er in zwei Stämme und 

10 es wurden schon dreizehn Geschlechter. Das Geschlecht, den 
Stamm Josefs verteilte er den zw^ei Söhnen. Und dies war 
keineswegs übel, was er tat. Deshalb w^eil der Apostel Paulus 
der dreizehnte Apostel genannt ward. Denn es fiel zusammen 
mit der Zahl der Stämme, und er ward erwiesen als Apostel der 

15 Geschlechter (Völker)." 

XII. Jetzt schon haben die göttlichen Schriften zu vielem 
durch die Propheten zu gehorsamen Vollbringern unsere Sinne 
gemacht. Sehen wir nach diesem w^eswegen und was er spricht. 
^Daß er spricht: „Es rief Jakob seine Söhne und sagte: Um- 

20 gebet mich und ich werde sagen das, was mit euch geschehen 
wird nach diesen Zeiten. Tretet näher herzu und höret, ihr 
Söhne Jakobs, horchet auf Israel, euren Vater". ^Und daß er 
spricht: „Umgebet und ich tue kund, sage das. was mit euch 
geschehen wird im Zukünftigen", das ist eine Weissagung und 

25 keine Segnung. Eine Segnung wird gesprochen über den, der 
irgendwann gesegnet wird, eine Weissagung aber geschieht in 
Beziehung zur Erfüllung im Zukünftigen. Und in den Schriften 
wird gesagt, daß alle diese zw^ölf Söhne Jakobs; dies sprach ihr 
Vater und segnete sie, einen jeden besonders, [ähnlich] überein- 

30 stimmend mit ihrer Segnung. Und welche Einheit muß sein 
zwischen dem, was erfüllt werden sollte, und der Weissagung, 

2 Gen. 48, 5. G. — 19 Gen. 49, 1. 2. — 23 Gen. 49, 1. 

2 „durch d. h. in": 1. „dir geboren wurden in" | 4 besonders Gen. 
48, (i frei wiedergegeben | 12 Ambr. 1. c. 2 S. 125, 13 f. quia . . tertius de- 
cimus apostolus futurus erat Paulus quasi posterior electus | 24 Ambr. 1. c. 7 
S. 128, 5 ff. prophetia magis quam benedictio est. prophetia etenim ad- 
nuntiatio futurorum est, benedictio autem sanctificationis et gratiarum 
votiva conlatio. 



T. Hippoly ts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. j| 7 

wenn jenes schon erfüllt wird | [oder], wann die Segnung aus- 298 
gesprochen wird. "* Hierdurch müssen wir erkennen, daß in 
denselben Worten sind sowohl Segnungen wie Weissagungen; 
damit die Segnungen ebenso blieben auch an dem, der von Juda 
geboren und durch Josef vorgebildet wurde und der geboren 5 
(ausgegangen) von Levi ein Priester vom Vater ausgegangen. 
Die Weissagungen aber trafen ein an denen, die furchtbar sich 
erhoben und die Gottheit des Sohnes Gottes leugneten. 

XIII. Ob dieses so ist, lehren uns die Schriften selbst, des- 
halb weil er spricht: „Rüben, mein Erstgeborener, du Anfang 10 
und Stärke meiner Söhne, hart (schnell) wurdest du erzogen und 
hart wurdest du stolz. Du hast mich beschimpft wie Wasser, 
koche nicht auf! Deshalb weil du auf das Lager deines Vaters 
gestiegen; da hast du befleckt das Bett, auf das du gestiegen." 
-Auf solche Weise, was sagen wir? Ist dies eine Weissagung 15 
oder ein Segen? Und daß er sagte: „Schnell (hart) wuchs er 
heran und furchtbar wurde er stolz", daß er sagte: „Du bist 
gestiegen auf das Lager deines Vaters, da hast du das Lager 
(Bett) befleckt, auf das du gestiegen", als eingeschaltetes (?) 
Wort spricht er es hier. Aber mehr als alles — was man er- 20 
kennen muß — zeigt es sich, ob hinsichtlich schon geschehener 
Dinge oder solcher, die geschehen sollen. Wer weiß, wenn je- 
mand sagt, daß deshalb, spricht er, er sagte, weil Kuben 
lag mit Bala, dem Kebsweib seines Vaters, weil er befleckte 
das Lager seines Vaters. Etwas dem Entsprechendes ist 2.') 
auch in den Worten des Propheten, das andere von ihm auf 
andere Weise Gesagte auch in seinem Wort: „Sammelt euch, 
ihr Söhne Jakobs, und ich werde sagen, was geschehen soll mit 

10 Gen. 49, 3. 4. — 16 Gen. 49, 3. — 17 Gen. 49, 4. — 27 Gen. 49, J. 

2 Ambr. 1. c. 6 S. 127, 22tf. meritoque repetitam magis adnun- 
tiationem eorum quae posterioribus essent eventura temporibus quam bene- 
dictionem conferre se dicit | 11 „w. d. erz.": (plgea^ai Gen. 49, 3 ] 
15. Ambr. 1. c. 7 S. 128, 5 f. nonne redargui magis quam benedici videtur? 
et ideo prophetia magis quam benedictio est | 19 „eingeschaltetes" (?) 
vvodnoe | 20 Ambr. 1. c. 8 S. 128, 8fl". ludaei putant quia propterea haec 
senex ad Rüben filium dieat, quia cum Bala coneubina patris concubuit 
et torum patrium polluit, sed facile refelluntur ; hoc enim ante erat gestum, 
lacob autem quae Ventura essent in novissimis diebus, non ea quae gesta 
erant, spendet se esse dicturum. Tract. Orig. S. 59, 5 ff. s. Einl. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, l a. 2 



18 N. JJonwetsch. 

euch, den Nachkommen, zu den Zeiten für diese Taten." Was 
geschehen soll, das spricht der Prophet als Prophet. -^Daß er 
spricht: „Ruhen, mein Erstgeborener, du bist meine Stärke, der 
Anfang meinen Söhnen", auch dies übertragen einige auf den 

'3 Erlöser, daß der Vater von oben mit diesem Wort spricht zu 

seinem Sohn. Aber eine andersartige (?) Erklärung und An- 

2!)0 Wendung der übrigen Worte oder Erklärung werden [wird] 

schädlich sein sowohl für die Leser wie für die Zuhörer. Und 

w^enn jemand meint (versteht) mit den gesagten Worten Christus, 

10 (nämlich) was er spricht, daß er „hart erzogen" wurde und 
„furchtbar stolz" ward und das weitere Übrige, dem wird es 
ordentlich schaden. Und er sagt, aber bei weitem nicht so, wie 
sie meinen, daß er der erste Sohn war Jakobs und das Volk 
als Erstgeburt durch das Gesetz benannt als Volk des Erbes. 

15 Und die Taten Rubens, des Erstgeborenen, verglich er den Taten, 
die geschehen sollten von dem ersten Volk. Und daß er sagte: 
„Rüben, mein Erstgeborener du, meine Stärke, Anfang meinen 
Söhnen", — sehr wohl möglich ist es, daß Jakob dies alles in 
Bezug auf Rüben sagte, aber das Übrige, daß er sagte, daß er 

20 „schnell (hartherzig) heranwuchs" und „furchtbar stolz ward", 
geistig sah er den Ungehorsam und den Unglauben seiner Nach- 
kommenschaft. ^Denn auch Moses sprach einiges dem Ahnliches 
zu ihnen: „Ihr seid ein halsstarriges Volk. Sehet, daß nicht 
über euch der Herr erzürne und nicht hineinwerfe, nicht euch 

10 Gen. 49, 3. — 17 Gen. 49, 3. — 20 Gen. 49, 3. — 23 Ex. 33, 5. 

1 „den Nachk. — Taten": en eax<^Ta)V tüjv rjfjt^Qöiv Gen. 49, 1 \ 
,.,w. g. soll. Was aber spr. d. Pr. a. Proph.?" R; aber vgl. De antichr. 31 
S. 20, 22 ff. xoxe yccQ ovxcdq o TCQOcprjzTjc; Tigocpi^vrjg yivexai, ovav tu. ij-ä).- 
Xovza ylveoS-at 7tQoxt]Qv^ag, 2 S. 4, 16ff. JiQOcpfjzcci . . ov /uovov xa naQoj- 
yjjxoxa SLTtovxeg, dXla xal xa ivsarwra xal xa fii^kXovxa dnayyEiXavxEQ', 
^Lva fiij fiovov TtQOQ icaiQOV 6 7tQ0(pi]Trjg wg TCQ0(p7]xr]g öeiyd^^ \ 15 Ambr. 
1. c. 8 S. 128, 15 execratur immanem primogenitae plebis audaciam | Ruf., 
Do bened. patr. II, 2 21, 314 (Migne) videtur mihi Rüben prioris populi 
ludaeorum ferre posse personam j 17 Hipp, zu Gen. 49, 3 S. 55 ed. Achelis. 
''hxnoXvxov inioxoTtov 'P(üu7]q. b tcqcüxoq /.aoc, o sx tceqlx ofiT^q. 
,,loyyQ fJLOv xal dgyi] xüxvojv fiov", xa&cbg VTitoyexo 6 S^eoq X(o lißgaufj. xtjv 
STiayysklav xal xöj önsQfiaxt avxov \ 23 Ambr. 1. c. 9 S. 129, 5ft'. Istrahel, 
ipse durae esse cervicis, de ipso dixit Moyses: vos autem populus dura 
cervice estis ] Tr. Orig. S. 59, 2 ff. ] 24 „über — hineinwerfe" anders Ex. 33, 5. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 19 

verderbe." — ^^Aber was Jakob sagte: „Er befleckte wie Wasser, 
koche nicht auf", er sänftigte in ihnen die Begierde des Fleisches, 
— weil sie befleckten und ihn für nichts hinstellten, denn durch 
ihn wurde ge weissagt auch der Nachkommenschaft. — ''Und 
das, was er sagte: „Du bist gestiegen auf das Lager deines 5 
Vaters, damals beflecktest du das Lager, auf das du stiegst" ; — 
unter „Bett" und ..Lager" versteht er, hinweisend auf den reinen 
Leib, dank welchem die Heiligen wie auf einem Bett zur Ruhe 
gekommen sind. 'Siehe in den früheren Zeiten aber, Gottlose aber 
Avürden sie gescholten wegen der („durch die") Darreichung 10 
von Essig und des Schiagens aufs Haupt mit dem Rohr; den 
sie mit der Hand auf die Wange schlugen und mit Nägeln seine 
Hände anhefteten. Alles dieses taten ihm die Ungehorsamen 
und das ungläubige Volk und die Priester und die Schriftge- 
lehrten und das ganze Volk mit seinen Altesten. Wegen dessen 15 
hatte der selige Prophet kein Mitgefühl an ihren Taten und 
..nahm nicht teil" an ihren gottlosen Ratschlägen, sondern ent- 
fernte sich selbst | von ihren derartigen Schelmentaten, weil 
Symeon und Levi überredeten ihre Brüder zu vollbringen die 300 
Übertretung. 20 

XIV. Und er spricht: „Ihrem Rat eine sich nicht meine Seele 

1 Gen. 49, 4.-5 Gen. 49, 4. — 10 Mt. 27, 30. 48. 26, 67. Mc. 15, 19. 36. 
14, 65. Lc. 23, 36. 22, 63. Job. 19, 3.29. 20, 25. — 12 vgl. Gen. 49, 6. — 
16 Gen. 49, 5. — 19 Gen. 49, 5; vgl. Mt. 27, 20. — 21 Gen. 49, 6. 7. 

7 Vgl. In Cant. 27 S. 73 fF., bes. 27, If. „durch das Bett offenbart er 
nichts anderes als Christus selbst . . Nimm Zuflucht zu Christus, wir finden 
einen Ort der Ruhe ganz wie ein Bett. Auf eben diese Weise haben alle 
Generationen der Väter . . durch nichts anderes Ruhe gefunden als durch 
Christus. 12 Dies ist das heilige Bett, auf dem er sammelt die heiligen 
Gerechten" [ Ambr. 1. c. 9 S. 128, 22if. populus ascendit cubile patris et 
torum polluit sanctum, hoc est carnem domini Jesu creatoris nostri pati- 
bulo adfigens crucis, in qua velut in quodam cubili et ])atrio toro sancti 
eins salutari refectione requiescunt \ 9 Der Text scheint korrumpiert und 
eine Lücke zu vermuten. Aber schon Ambrosius hat im wesentlichen 
unseren Text gelesen, ohne erhebliche Lücke | Ambr. 1. c. 9 S. 129., 8 ff. 
qui dominum lesum . . flagellis verberaverunt, clavis confixerunt . . . quod 
scribis et pontificibus auctoribus et principe sacerdotum Caipha pariter 
saeviente commissum evangelii series declaravit. et ideo sanctus propheta 
refugit tanti sceleris participatum | Tr. Orig. S. 59, 17 ff. 



20 N. lionwetsch. 

und an ihrer Versammlung habe nicht teil mein Inneres. Weil 
sie in ihrem Zorn erschlugen (einen?) Menschen, die Halssehne 
durchschnitten dem jungen Rind. Verflucht sei ihre Wut, weil 
gemäß ihrem Stolz war ihr Ergrimmtsein voll Härte. Ich ent- 
5 ferne sie von Jakob und zerstreue sie inmitten Israels." — ^L'nd 
wer weiß (versteht) dies? Jemand kommt der Gedanke, daß 
von den Sichemiten wohl es sagte der selige Jakob, tadelnd die 
beiden Söhne Symeon und Levi, da sie mit List sich unterwarfen 
die Sichemiten zur Beschneidung wegen Dina ihrer Schwester, 

10 die entehrt hatte Hemor, der Sohn Sichems. Welche hinein- 
gingen nach drei Tagen (und) töteten alle, welche wohnhaft 
waren in Sichem, und raubten, trieben gefangen hinweg alles ihr 
Vieh. "^Aber nicht so war es: vielmehr haben sie früher als der 
Vater die Ursache genannt. Mit Gerechtigkeit verfuhren sie. 

15 Ihr Vater sagte zu ihnen: „Ihr habt mich verhaßt gemacht und 
zu einem Feind aller Bewohner im Lande der Kanaaniter und 
der Pheresiter, und ich bin geringer als sie an Zahl. Es kann 
sein, sie versammeln sich gegen mich und fallen über mich her 
und tilgen aus mich und mein Volk. Und sie sagten und ant- 

20 worteten: Weswegen haben sie wie eineBuhlerin unsere Schwester 
geschleift?" '^Wenn dieses so, so sind sie in der Tat würdig 
des Lobes in dieser Sache, aber nicht des Tadels. Deshalb weil 
sie bewegt waren durch das Bild der Handlung ihrer Jugend 
und sie Vergeltung übten für ihre Schwester, für die Beleidigung 

25 ihrer Schwester, zur Vergeltung dem Sohne des Sichem. Und 

8 Gen. 34, 13. 15. — 11 Gen. 34, 25.27.28. — 15 Gen. 34, 30. 31. — 

2 „d. Halss. d.": xal sv xf/ sTZLO^v/iici avT(öv svsvqoxotitjgcxv Gen. 49, 6 
4 „Ich entferne": öiafxsQLw Gen. 49, 7 | 6 Ambr. 1. c. 10 S. 129, 25 ff. 
ludaei . . arbitrantur quia propterea arguat filios lacob, quia propter 
stuprum sororis Sicimitas isti duo . . ultum ire cupientes simulaverunt cum 
ipsis inire velle se gratiam et ideo circumcidi eos oportere suasemnt . . . 
sed circumcisos adorsi . . die superveniente tertio necaverunt . . 11 sed in hoc 
quoque errant ludaei. isti enim causas doloris sui praestiterant patri ad- 
serentes, se . . vindices laesae fuisse pietatis et violatae castitatis ultores. 
quod utique sanctus (Iacob> condemnare non poterat, quia non passi sunt 
inultam sororem suam loco esse meretricis . . , maxime cum ipse sie factum 
probaverit, ut (cum) Sicimam possideret\ in morte donaret eam filio suo 
dilectissimo Toseph, dicens ad eum Gen. 48, 22 1 Tr. Orig. 8. 61 ff. | 21 „ge- 
schleift": ;f()?'/(7(t»vrat Gen. 34, 31. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 2 1 

er selbst, Jakob, hat heraach durch die („bei der"?) Schenkung der 
Stadt an den seligen Josef gesagt: „Ich gebe dir Sichern, meinen 
Vnteil, vor/AI gs weise vor deinen Brüdern, welches ich abgekämpft 
habe von den Amoritern durch das Schwert die Schärfe, und 
durch meinen [Kocher] Bogen." [„Ich gebe dir — meinem Tisch- 5 
genossen im zukünftigen Leben — , dem Besten von deinen 
Brüdern, Sichem, welches ich abgekämpft habe von den Amo- 
ritern durch die Schärfe (des Schwertes) und durch meinen 
[Köcher] Bogen."] | 

^Wenn dies so ist, so rechtfertigt (sie) Jakob selbst wegen 301 
des Umbringens der Sichemiten; und so, wo wird erfüllt jene 
Weissagung, daß Symeon und Levi vollbrachten Übertretung durch 
ihre Einmütigkeit, daß „in ihren Rat nicht möge eingehen meine 
Seele, und zu ihrer Versammlung möge sich nicht gesellen mein 
Haupt''? Höher suche und du wirst finden die Schriften aus 15 
dem Evangelium, daß 

ejteiÖTjjcsQ ix rov 2v^u£(X)i> ygafifiazsig^ tx öh xov Aevi 
leQSlq. yQa/ifiarelg yaQ xai cegslg „oweteZsoav aöixiav £§ 
cuQSösatg avzcop^^ ' fiiav yvmfirjv s^ovreg dvsllov rov xvqlov. 

aus dem Geschlecht Symeons waren die Schriftgelehrten und 20 
aus dem Geschlecht Levis die Hohenpriester, und deshalb auch 
durch ihren Rat und Willen ward übergeben Christus und von 
ihnen ward er getötet. 

^ jtQoav8(p(X)vriOB xo Jtvevfia ttjv d&tfiirov „ßovZrjv^^ avzcov 
looayoQevov. 25 

Im voraus aber wußte dies der Prophet und sprach von 

2 Gen. 48, 22. — 13 Gen. 49, 6. — 18 Gen. 49, 5. 

2 „m. Anteil" < Gen. 48, 22 | 5 „Ich — Bogen" eine Wiederholung 
in G 1 „meinem Tischgenossen im zukünft. Leben" sazepuro — zstis puris 
mte, dagegen „meinen Anteil", wenn [wie notwendig: ich] mit Sichem 
verbunden Karb. | 17 Hipp. S. 56, 3 ff. Lemma InnoXvzov eniaxonov 
PwfiTig I Ambr. 1. c. 13 S. 131, Stf. tribus igitur sunt quae designautur 
nominibus patriarcharum, quia de tribu Symeon scribae sunt, de tribu Levi 
principes sacerdotum, qui perfecerunt nequitiam suam in domini passione . 
ipsi consilium cogitaverunt adversum dominum lesum, ut occiderent eum 
sicut Esaias dicit: „Vae etc. (Jes. 3, 9.10)" | Ruf. 1. c. Sp. 315 C videtur . . 
quod Symeon et Levi scribarum et Pharisaeorum ludaici populi possunt 
ferri personas, de quibus scriptum: „Quia consilium etc. (Mt. 20, 3. 4)" | 
20 „Geschl. . . Geschl." roda . . roda: „Knecht . . Knecht" raba . . raba R | 
-4 Hipp. S. 56, 7 ff. Lemma '^InnoXvzov. 



22 N. Bonwetsch. 

ihrem Rat. Von welchem aber? Von dem Rat spricht er, den 
sie machten wider Christus, durch welche List sie ihn töteten. 
Wie der Prophet Jesajas spricht: „Wehe ihnen, weil sie machten 
einen ruchlosen Rat für sich selbst, da sie sagten: Wir wollen 
5 binden den Gerechten, weil er sich von uns getrennt hat." 
■^„Und an ihrer Versammlung möge nicht teil haben [zu ihr sich 
gesellen] meine Seele." 

TOVTO /JySL 8Jtl Xfl OVPSXSVOSC fl [ibXXoVöL ÖVVSQXSOO^at iJlL 
TOP TCVQCOV. 

10 Denn zu der Zeit versammelten sich wegen seiner die Hohen- 

priester und die Altesten (Führer) des Volks. Sie sammelten 
sich im Hause des Hohenpriesters Kaiphas, um ihn zu verurteilen 
zum Tode. ^„Denn durch ihren Zorn brachten sie um Menschen.'' 
Welche Menschen? Nicht nur 

15 T0VT6ÖTIP ort SV xfj OQYXl civrmv .MJitxreivav^' zovq jrQOcpr/Tag 

aus den seligen Propheten, welche waren zu ihnen gesandt, von 
ihnen brachten sie um, weil durch sie gepredigt wurde die 
Wahrheit. \Und durch ihr Begehren durchschnitten sie die 
Nackensehne dem Rind." Ihre Begierden des Herzens nach 
20 dieser Welt, die durch ihr Begehren nach dieser Welt den An- 

2 Mt. 26, 3.4.-3 Jes. 3, 9. 10. — 6 Gen. 49, 6. — 13 Gen. 49, 6. — 
16 vgl. Mt. 23, 37. Lc. 13, 34. — 18 Gen. 49, G. 

3 „ihnen": x^ V^v^ij avxäiv Jes. 3, 9 | 5 „er — hat": övayQrjOxoq riij.lv 
iariv Jes. 3, 10 j 8 Hipp. S. 56, lOff. ''InnoXvxov '^Pwfzrjg. Nach xvqlov 
heißt es weiter oxl 6h xavxrjv ovv€?.svoiv Xsysi, örj?.6v iaxLv TjfiTv. \pa}.7.EL 
yccQ (xaxaQioc daßlö „aQ^ovxeg Gvv^yßi^aav xaxa xov xvq'lov xal xaxu 
zov Xqioxov avxov". inl xavxrjv 6h xr]V ovvaXevoiv riQorjyoQEvos xo 
Tivsv/Jfi y.hyov „fxri SQeioai xcc ijnaxcc /uov'' , Qvacca&ai ßovXofxevoQ 
avxovg, ciig et 6vvaxdv ßr/ yevbod^ai 6l avxwv xb fxsXlov xaxov \ 12 vgl. 
Ambr. 1. c. 9 S. 129, lltf. o. S. 19 | 15 Hipp. S. 57, 3f. Lemma "innolvxov ] 
16 Ambr. 1. c. 13 S. 131, 15 ff. ipsi occiderunt prophetas et apostolos ad- 
nuntiantes domini salutaris adventum . . ipsi postea in sua cupiditate, quia 
terrena flagitia desiderabant, divina consortia refugientes . . subnervaverunt 
taurum | Ruf. 1. c. Sp. 316 C nisi forte quis ipsis adscribat etiam sanguinem 
prophetarum . . „taurum" appellari filium Dei legimus in scripturarum 
figuris 1 19 Hipp. S. 57, 5 ff. xov avxov sc. ^InnoXvxov. (pavsQOV rjfAiv 
yivsxaL, OXL s7iEi6r] dnö xäiv novriQwv inid-vfJLiwv sneoxQSipev avxovg o 
0(OX7]Q , dvelXov avxov. ovxog yccg r/v o „xccvQog^^ o loyvQog, avxrj ovv t] 

„STUS^VJula" Tj TIOVTJQK' „SVEVQOXOTlTjaav" de, E7t£l6/]71SQ iv Xib §vX(0 TCETCT]- 

yoxog avxov 6iüXQT]oav xa vevQa. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 23 

fänger des himmlischen Lebens wie ein Rind niederwarfen. 
i^Deshalb eigentlich wird vielmehr „verflucht ihre Wut, weil 
durch Stolz, und ihr Zorn, weil sehr hart". „Ihre Wut" spricht 
er, (und) „Zorn", in dem sie gefunden wurden nach ihrem stolz 
gewordenen Nacken, infolge davon sie wider den heiligen Geist 5 
auftraten. | 

1^,1 ch verteile sie inmitten zwischen Jakob und ich zerstreue ;j02 
sie inmitten Israels." Wer war Jakob oder wer ist Israel anders, 
als der heilige erstgeborene Sohn Gottes, dem sie sich nicht 
unterwarfen und zerstreut wurden unter dem Himmel, Avurden 10 
gefangen von den Feinden? 

XV. Und was wir (?) oben sagten, daß in dem Gesagten die 
Segnungen besser den die Weisheit Liebenden — nicht nur mit 
dem Wort, sondern auch mit dem Leben nach Kräften — sich 
unterwerfen, daraus deutlich erhellend, was wir oben sagten. 1<^ 

-Denn durch den Segen Judas spricht er so: „Dich werden 
(„mögen"?) deine Brüder loben, und deine Hände auf den Schul- 
tern deiner Feinde. Vor dir werden sich beugen die Söhne deines 
Vaters. Ein Junges des Löwen von dem Sproß Judas. Mein 
Sohn, gehe heraus und steige hinauf auf den Sitz (so) wie ein 20 
Löwe und ein Junges eines Löwen. Wer wird ihn aufstehen 
machen? Nicht wird („möge"?) mangeln ein Fürst von Juda, 
ebenso auch ein Führer von seinen Lenden, bis daß der kommt, 
welchem sich alles unterwirft, und er die Erwartung aller Völker. 
Er wird binden an den Weinstock seine Eselin und hernach an 25 
den Ort unter dem Weinstock das Füllen der Eselin. Sie wuschen 

2 Gen. 49, 7.-7 Gen. 49, 7. — 16 Gen. 49, 8—12. 

3 Hipp. S. 57, 13 ff. '^InnoXvxov. xo nvevfia xaxaQäzai ov navxl xO> 
Aaw, dXXa xoZg iniavoxäaiv in' aixov. Zu Gen. 49,7b bei Hipp. 
S. 58, 1 ff. xov avxov sc. ''InnoXvxov. xovxo öTi'/.ov, oxi xal ecog xrjq arifjisQov 
ijfztgag „rj firjvig ctvxwv ax?.TiQvvexai" \ 6 „auftraten" stall: stala R | 7 „Ich 
verteile" razdelju: „er verteilte" razdele R | 8 Hipp. S. 58, 4 ff". ^InnoXvxov 
irciGxoTtov Pwßrjg. Ga(pü)g inioxa^ed-a , oxi „^lo^a^?." iaxiv avd^Qwnog 
OQÖjv xov &e6v. xovxo ovv Xtyei, oxl aXXoi „xov d^eov oipovxai", xal ovx 
avxoi. xb ÖB „öiaGTiEQdj avxovg iv ^laQa/jk", oxl öiaonaQr^aovxaL elg navxa 
xa £&vr] \xa oQüivxa xov Seov | 16 Den Text, den Hipp, hier las, s. De 
antichr. 7 S. 8, 18 ff. | 20 „gehe heraus — Sitz": dvsßrig' dvaneowv ixoi- 
ßii^rjg De antichr. 7 und Gen. 49, 9 | 24 „unterwirft" vnoxsixai st. dnoxeixac 
De antichr. 7 1 26 „Sie wuschen": tiXvvh 18, 4. De antichr. 7. Gen. 49, 11. 



24 N. Bonwetsch. 

mit Wein seinen Schmuck und mit Blut des Weinstocks sein 
Gewand. Erfreut sind seine Augen wie von Wein und weiß 
seine Zähne mehr als Milch." 

^Wie stimmt dieses Wort mit dem oben Gesagten, das ge- 
5 sagt hinsichtlich Rubens V Denn dort spricht er: „Gehe schnell 
und schnell tritt vorne hin! Werde ein solcher wie Wasser, 
nicht koche auf!" Er spricht: ^,Denn du bist gestiegen auf das 
Lager deines Vaters, da hast du das Bett befleckt, auf das du 
stiegst." Und was er sagte also: „Es werde verflucht ihre Wut, 

10 denn gemäß Stolz geschah auch der Zorn, was gemäß ihrer 
Härtigkeit geschah", diese Worte sind schon nicht solche der 
Segnung, sondern prophetisch wurde Allegorisches an ihnen schon 
offenbart [erfüllt]. ^Und daß er sagte: „Juda, dich loben deine 
Brüder, deine Hände auf den Schultern deiner Feinde. Es mögen 

15 niederfallen die Söhne deines Vaters", wie kommt dies gleich 

einem Segen? Wer weiß („versteht"?) es? Er sagte aber ein 

303 Wort, durch das gewürdigt \ wurde der Prophet des Segens über 

Juda. Hinsichtlich aber seiner frühern (sc. Segnungen) wurden 

sie nicht so gelehrt. Deshalb, weil aus dem Geschlecht Judas 

20 schon geboren werden mußte David, aber aus dem Geschlecht 
(Familie) Davids Fleisch werden Christus. Im voraus aber wußte 
er durch den Geist hinsichtlich des zuvor Bereiteten (und/ seg- 
nete den David, der von Juda war, und den, der dem Fleische 
nach sollte von ihm geboren werden, Christus, um nicht nur 

25 geistlich den Segen von Gott zu empfangen, sondern auch leib- 
lich sich gesegnet zu erweisen. Wie Jeremias spricht: „Im vor- 
aus, noch vor dem Bilden im Mutterleib kannte ich dich, und 
bevor du warst ausgegangen aus dem Mutterleib, reinigte ich 
dich, und zum Propheten den Heiden setzte ich dich." Der, 

30 welcher aus dem Mutterleib schon als ein Heiliger hervorgegangen 
war, siehe er ist von Gott gesegnet. 

^Aber es möchte jemand sagen: Weswegen segnete er nicht 

5 Gen. 49, 3. 4. — 7 Gen. 49, 4.-9 Gen. 49, 7. — 13 Gen. 49, 8. — 
26 Jer. 1, 5. ' 

5 „Gehe — Werde": oxXriQoq (pegead-aL xal oxXriQoq avd-aöriq. i^v- 
ßglaac Gen. 49,3.4 I 10 „denn — geschah": ozi ccv&ccötjq- xal r] firjvig 
avTcüv, Ott haxXriQvvB^r} Gen. 49, 7 | IG „Er sagte a. e. W.": „Es sprach 
aber das Wort"? | 19 Tr. Orig. S. 66, 2f. | 28 „a. d. M." < Swete. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 25 

SO den Stamm Levi? Denn er fand von dem Geschlecht Levi 
Christus als Priester vom Vater erschienen, wegen der Ver- 
einigung des Stammes Levi mit der Versammlung Juda, damit 
aus ihnen beiden er sich als König und Priester und Sohn Gottes 
erweise. ^Und Jakob schaute vorher die Taten der Hohenpriester, 5 
des Hannas und Kaiphas, die es wagten, den Sohn Gottes anzu- 
tasten. Und weil jene waren aus dem Geschlecht Levis, segnete 
er Levi nicht, sondern vereinte sie vielmehr. Aber als kam der 
selige Moses, der (1. „da") von Aaron und Levi geboren ward 
Christus, segnete er und sagte: „Gebt dem Levi seine Erleuchtung 10 
und seine Wahrheit dem heiligen Menschen." Wo etwas für 
ihn mangelte von den Segnungen Jakobs, kam Moses und er- 
gänzte es. Und jetzt aus Anlaß seiner bestimmten (gesagten) 
Segnung sagen vrir ein Wort, nachdem wir gesprochen haben, 
was vorliegt zu sagen über ihn. XVL Daß er spricht: „Dich 15 
werden segnen deine Brüder; deine Hände auf den Schultern 
deiner Feinde; vor dir mögen niederfallen (sich beugen) die 
Söhne deines Vaters", — welche Brüder lobt er und fielen nieder 
(beugten sich) vor ihm anders, als die Apostel, in Bezug auf die 
der Herr sprach: „Meine Brüder und Miterben"? ^^j^gj^ (jas 20 
was er sagte: „Deine Hände auf den Schultern deiner Feinde", 

10 Dt. 33, 8. — 15 Gen. 49, 8. — 20 Mt. 12, 49 f. (Mc. 3, 34 f. Lc. 8, 21). 
28, 10. Job. 20, 17. — 21 Gen. 49, 8. 

1 Ambr. 1. c. 14 S. 132, 10 et maxime propter tribum Levi debemus 
hoc credere, quia ex ea tribu dominus lesus videtur secundum corporis 
susceptionem genus ducere. 16 S. 133, 1 ff. et quia per admixtionem generis 
Inda et Levi tribus iunctae sunt etc. . . ut ex tribu Levi sacerdotalis et 
plena sanctitatis adnumeretur hereditas, ex tribu autem Inda, ex qua 
David . . fuerunt, regalis |successionis splendor effulgeat , ut idem rex et 
sacerdos scripturarum testimonio demonstretur | Das mit Elqtjvcclov ini- 
oxoTcov Aovyöovvüjv bezeichnete Fragm. (Harvey II, 487) s^ (vv 6 Xqloxoq 
7iQ08Tvn(6&rj xal STiayvciaS-i] xal iysvv^&rj etc. s. u. Seg. Mos. 3, 3. Vgl. 
Test. XII patr. Sym. 7. Dan. 5. Gad. 8. los. 19 etc. Epiph. haer. 78, 13 al ovo 
(fvXal avvrjnxovTo fiövai TtQoq dXXriXaQ, ^ze ßaaü.ix^ zy Isgazixfj xal rj 
lEQazixfj z^ ßaaiXixf^ \ 8 Ambr. I. c. 15 S. 132, 17 ä". unde et Moyses bene- 
dixit hanc tribum dicens: Date etc. (Deut. 33, 8) | 13 „Und jetzt": un- 
deutlich I 20 Rutinus, De bened. patr. I, 1 (Migne 21, 301) Sed et in Christo 
competenter accipitur, qui a fratribus suis id est ab apostolis, quos ipse 
fratres in evangeliis nominavit, merito collaudatur | 21 Hipp. S. 58, 9 ff. 
ItctcoXvzov imoxoTtov Pojfirjg. „i/^S-QOvg^' ?.iyei, xa^wq (prjaiv o nazt/Q 



26 N. Bonwetsch. 

:i04 — deshalb | vvciil er durch das Ausbreiten seiner Hände stark 
ward über seine Feinde, zu schänden machte die Reiche, indem 
(?) er wegen der Taten, die durchs Fleisch geschehen sollten, Herr 
und Richter wurde über alle vom Vater oö'enf)art. — '%,Eiu 
5 Junges eines Löwen, (aus) dem Sproß Juda, mein Sohn, gehe 
hervor." „Löwe und Junges eines Löwen", — hiermit offenbar 
ein Doppeltes, 

rovTO (prjöLV ötjXcqv JtattQa xal xvqlov 
ein Bild zeigte er des Vaters und des Sohnes. Und daß er sagte: 
10 „Aus dem Sproß gehe hervor, Sohn", 

siicpaLvwv TO xara öaQTca rov xvqIov rjftcov, ort ig aylov 
jtvtvfiazog xal Ix Magiaq IjEwrid-rj. Xiyu yaQ xal Iv allrj 
YQatprj' „xal e^eXevöeTac (taßdog sx rrjg QiC7]g ' köoal xal avd^og 
Ix TTJg QL^rjg avaßrjösxai,^^ 
15 um durch die Fleischwerdung die Geburt Christi zu zeigen, 

daß er im Leib der Jungfrau durch die Fleischwerdung vom 

4 Gen. 49, 9. — 6 Gen. 49, 9. — 10 Gen. 49, 9. 

avTov „xdd-ov ex ös^iwv fzov, b'wg av ^(5 xovq iyßQovq aov vnonoSiov xwv 
noö(öv aov''. „sx^Qol" ydg elaiv ol öiw^aweg avzbv xal bwq xf/g ötifXEQOv 
öiojxovxeg. xb ös „al x^^Qh oov" xovrlaxiv fj layvq aov. xb de „enl vcozov 
xwv £xO-Q(öv oov", OXL xav dnocpvyojaiv avzov, in iaydxajv xwv xaiQwv 
e^OfÄoXoyijaexai avxco o Xaoq. ovxoi yd^ eiaiv ol viel xov nazgbq avzov, 
xad^ojQ Xeyei öia '^Haatov xov ngoiprjxov „vlohg iyevvrjaa xal vipwaa, avzol 
ÖS fi£ i^O^sxTjaav". 

2 „indem" ich: „mag er" chot' R; auch „obwohl" chotja gibt keinen 
Sinn I 3 In Dan. IV, 24 S. 248, 9if. tW o ßaaiXevq xäiv ßaaiXewv cpavEQwq 
TCäciv STCideiy^^ xal o XQizrjq zwv xqlxwv fxexa naQQrjolaq . . SQyöfjLSvoq 
arjßav&^ I 5 „gehe h.": dvsßrjq Gen, 49,9 | 8 Hipp. S. 59, 6 f. Lemma 
'^Innolvxov | Ambr. 18 S. 134, 16 f. nonne evidenter et patrem expressit et 
hlium declaravit? | 11 Hipp. S. 59, Iff. Lemma xov avzov sc. '^InnoXvzov ] 
De antichr. 8 S. 9, 9ff. „axvfzvov yccQ Xsovioq" sliküv 6 TCQocprjzrjq xbv 
i§ lovöa xal Aaßlö, xbv xazd adgxa yevofxsvov naZöa &8ov saijfxavev iv 
ÖS X(p elnüv „ix ßXaaxov vis fiov dvißrjq^^ sösi^e xbv ß?MGzr^oavxa xagnov 
ix xrjq ayiaq naQ&Gvov, fitj ix oniQfiaxoq ysvvwfisvov, dkk* i^ aylov 
nvEVfJiaxoq avlXaßßavoßsvov , xal zovxov wq ix ßXaoxov aylov ix yfjq 
TCQoeQyofxtvov. '^Haataq (xlv yag keyei „i^eXevoezai Qaßöoq ix xijq Ql'C^q 
'leoaat, xal dvO-oq i^ avxrjq dvaßi^asxai". xb (jCkv ovv vnb xov ''Haala 
„äv&oq'' elQTifxtvov 6 ^laxchß „ßXaoxbv" el'Qtjxev tiqöjxov ydg ißXdazrjosv 
iv xfi xoiXla 6 Xoyoq, eixa 7Jv&Tjasv iv xöj xoGfico \ Ambr. 19 S. 135, 8ft. 
mirifice autem et incarnationem eins expressit dicens: „Ex germine mihi 



L Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 27 

heiligen Geist von ihr entsproß und wie eine Blume und Wohl- 
cjeruch in die Welt kam und sich offenbarte. Und deshalb wurde 
..Junges eines Löwen" von ihm gesagt, weil der aus dem heiligen 
Geist von dem Vater Geborene und ein König als Herrscher 
Gesandte nicht verschwieg hinsichtlich dessen zur Ähnlichkeit 5 
des Fleisches (so). ^Aber er sagte: „Aus dem Sproß gehe her- 
vor, Sohn", — deshalb weil auch Jesajas spricht: „Es geht aus 
ein Stab aus den Wurzeln Jesses und eine Blume wird von ihm 
sich ausbreiten." Und so war jene Wurzel Jesses das Geschlecht 
ihrer Väter. Wie eine „Wurzel" war es gepflanzt in die Welt 10 
und ein Stab von ihnen erschien (hinsichtlich) der Maria. Dieses 
deshalb, weil sie war „aus dem Haus und Geschlecht Davids". 
^Die Blume aber, welche durch sie sich von ihr ausbreitete, ist 
Christus. Eben derselbe, von dem weissagend Jakob sagte: „Aus 
dem Sproß gehe hervor, Sohn! Gehe hinauf zum Sitz doch wie 15 
ein Löwe und wie ein junger Löwe." Er weist hin auf den drei- 
tägigen Schlaf, weil er blieb im Herzen der Erde. Dies aber 

7 Jes. 11, 1. — 12 Lc. 2, 4. — 14 Gen. 49, 9. 

ascendisti", eo quod tanquam frutex terrae in alvo virginis germinaverit 
et ut flos boni odoris ad redemptionem mundi totius maternis visceribus 
splendore novae lucis emissus ascenderit, sicut Esaias dicit: „Exiet virga etc." 
(Jes. 11, 1). radix familia ludaeorum, virga Maria, flos Mariae Christus, 
recte virga, quae regalis est generis de domo et patria David, cuius flos 
Christus est. Vgl. Ruf. 1. c. Sp. 302 B et veritas carnis adsumtae ex vir- 
gine declaratur in sacrosancto germine et a contagio carnalis et humani 
eminis excusatur. Tr. Orig. 67, 18ff.6S, 2 tf. 

1 In Cant. 2, 5 f. S. 26 f. | 8 „wird — ausbreiten": sx rijQ Qt^riq dva- 
ßrjoerai Jes. 11, 1 | 9 vgl. In Cant. 27, 2 S. 73, 23 t'. „alle Generationen der 
Väter" I 11 „hinsichtlich" + Karb. | 16 De antichr. 8 S.9, 18ff. xb 6h Xsyeiv 
„avansowv i)eoifX},9^?]g wc Xiwv xal wg oxvfivog" zrjv tqitjiueqov xolfxrjaiv 
xov Xqioxov €6jj?.wa£v, wc xal Hoataq IhyEL' „niüg iyevexo tioqvt] nöXtg 
Ttiax?'], ^lojv nXrjQrig xQLGiojg; iv ^ öixccloovvt] ixoif^T^S^r] ev avxy, vvv 6e 
(povevzai". xal daßlö 6h o/uoicog' „syw exoi/bii^&Tjv xal vnvajaa, i^i^ysQS^rjv, 
OXL xvQLog avxi?.rixpexai f/ov", Yva 6sIBj;i iv X(o qtjxöj xr/v xoi^i]aiv xal xrjv 
dvdoiaaiv avxov note yeyevTjfxtvrjv. ^laxwß 6h Xsyei „xig syEQeT avxöv;" 
xovxtaxLV u uaxriQ, xad-cvg xal 6 IlavXog ?.tyei „xal &eov naxgbg xov 
iyeiQavxog avxov ix vexQwv" \ Arabr. 1. c. 20 S. 135, 19 tf. „recumbens 
inquit dormisti ut leo", quando iacuit in sepulchro velut quodam corporis 
sui somno quietus, sicut ipse ait: „Ego dormivi et requievi et surrexi, quoniam 
dominus suscipiet me". unde et lacob ait: „Quis suscitabit eum?" . . 
quis est alius, qui resuscitet, nisi ipse se sua patrisque resuscitet potestate? 



28 N. Bonwetsch. 

bezeugte der Herr selbst und sagte: „^ic Jona war im Leib 
des Fisches drei Tage und drei Nächte, so muB auch des Men- 
schen Sohn im Herzen der Erde sein drei Tage und drei Nächte." 
Und David spricht im voraus: „Ich lag und schlief" ein, erwachte, 

5 deshalb weil der Herr mein Anwalt war." Ganz so spricht auch 
Jakob: „Wer wird ihn aufstehen machen?" Aber nicht so sagte 
er, daß niemand ihn auferwecke, sondern er sagte: „Wer?" Des- 
halb weil es notwendig ist, den Vater zu verstehen, welcher auf- 
305 erweckte jenen | seinen Sohn von den Toten. Und Petrus spricht: 

10 „Welchen Gott auferweckte, er zerbrach die Fesseln des Hades, 
weil er nicht konnte standhalten gegen ihn, um festzuhalten." 
XVII. Und weiter zeigt er gemäß der Wahrheit die Ähn- 
lichkeit des Fleisches seiner Geburt; denn er spricht: ..Nicht 
wird mangeln ein Fürst von Juda und gleicherweise auch ein 

15 Führer aus seiner Lende, bis daß kommt, dem alles bereitet ist, 
und er wird sein die Erwartung der Volker." ^Und deshalb 

1 Mt. 12, 40. — 4 Ps. :-], G. — 6 Gen. 49, 0. — 10 Act. 2, 24. — 
13 Gen. 49, 10. 

5 „m. Anw. war": dvTiXTJipsral /uov Ps. 3, 6 j 7 Hipp. S. 50, Stf 
zovTbOTiv 6 naxriQ iv rio viöj xal 6 viog ev xO) naxgi. „xlg sysQEl 
avxov;'^ xlg äXXog ?j avxog havxov; Ambr. und das Fragment treffen hier 
teilweise zusammen. Keinenfalls hat das Fragment das Ursprüngliche. 
Aber selbst das durch Ambr. und Ignat., Ad Sm. 2 gestützte avxog 
eavxov wird späteren Ursprungs sein, wie Hipp., De antichr. 8. Tr. Orig. 
S. 68, 21 zeigen | Ruf. adaptatur Christo, qui tribus diebus et tribus 
noctibus in corde terrae sepultus somnum mortis implevit | 10 „d. Fess. d. 
H.": xag wöTvag xov d^ccvdxov Act. 2, 24 | 11 „konnte — festzuhalten": ovx 
Tjv övvaxov XQaxsla^ai avxov in avxov Act. 2, 24 | IG Ambr. 1. c. 21 
S. 136, 7 ff. ideo „donec ille veniat, non deficiet dux ex Inda", ut usque 
ad eins ortum regalis successionis fides incorrupta servetur | Hipp. S. 50,11 
^ItitioIvxov, öfjXov oxi „ovx sxkeixpei" xo anBQfxa xb dyiov ngo xov ysvvrj- 
d^rjvaL xov xvqiov tj^zcüv, xovxsoxlv f^sxQi T^? ^XevoEwg xov xvqlov. 
dsl xovg TJyovjLiivovg xov Xaov ccyiovg Ttagafiscvac b'cog ysvvTjS-fj 6 xvQiog' 
[X£xd xavxa yccQ ovöelg eoxai „rjyov/bievog" xov Xaov \ De antichr. 9 
S. 10, 4 ff. xb rfc ecTtetv „ovx ix^.slipsi ap/wv i^ ^lovöa, ovöh tjyovfxavog ix 
Z(ov fjLTiQwv avxov, ecjg av eA^^ w dnoxeixai, xal avxog nQoaöoxla iS^vdJv" 
XTjv öiaSpofXTjv xov ßaoihxov yevovg e^ ^lovöa itkrjgov/Liavrjv snl xov 
XQLöxbv sörjXojcev. avxog ydg iaxiv rjfxwv xwv „iS-vojv TiQOOöoxia"' tiqog- 
öexofA.i9^a yag avxov iQXOfjiavov an ovQaviöv ev övvdf^si, öid nlaxecog 
i^öf] ßktnojuev I Ruf. 1. c. 3 Sp. 303 BC constat enim usque ad nativitatem 
Christi non defecisse principes in genere ludae ... in quo (Christo), quo- 
modo gentes sperent, evangelii fides et ecclesiarum docet propagatio. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 29 

hörten nicht auf ein Altester, König und Führer aus dem Ge- 
schlecht Juda bis zum Kommen Christi. ^Und im Evangelium 
bezeugt er so auch. Und wie nur kam der Erlöser, wurde er 
zLir ..Erwartung der Völker", die bis zum heutigen Tag an ihn 
(jläubisj sjeworden sind. Und dies ist klar: Wen erwarten wir 3 
vom Himmel wegen unserer Erlösung als den, durch den die 
Gesetze und Weissagungen bereitet sind? 

XVIII. Und dann spricht er: „Er wird binden an den Wein- 
stock seine Eselin und an die Ranke der Rebe das Füllen der- 
jenigen, die unter dem Joch." ^Das bildet vor die beiden Be- 1<^) 
rufungen, in Beziehung zu ihm wie angebunden an die Rebe 
des Weinstocks durch die Liebe zu ihm, miteinander verbunden 
Eselin und Eselfüllen zusammen. Durch das Wort selbst wird 

4 Gen. 49, 10. — Gen. 49, 11. — 11 Job. 15, 1. — 12 vgl. Kol. 3, 14. 

5 Ambr. 1. c. 22 S. 18G, 20 quod omnis spes ecclesiae in ipso recumbet ] 
'i Justin, Dial. 54 | 9 „derj. — Joch": t^? ovov avxov De antichr. 7. 
Gen. 49, 11 | 10 De antichr. 10 S. 10, lOff. SeaßSViov UQoq afxnsXov t^v 
ovov avToi" Tovreavi xbv Ix nEQixoßTiq Xaov ngbc, zrjv eavxov xXfjaiv. 
avxoQ ycLQ tjv tj afxnekoQ. ,,xal iv xf/ £?.txi xbv nöj'/.ov etq avxbv kvcüv, 
wq nsQLXoixriv xal dxQoßvaxiav elq fxiav niaxiv xa?.wv" \ Hipp. S. 59, 16ft". 
^InnoXvxov. xaS^wg Xeyet avxbg o xvQiog rj,u(öv „^y(o elßi rj ccfjiTifXoq rj 
alTjd-ivrj'^. „7i(ö?.ov" dh xrjv f| id-vwv xkrJGiv )Jyei' ccödfxaoxoq yccQ xal 
dyakivaywyrjxoq iaxiv b nöjkoq (vgl. schon Just., Dial. 53). xovxo öh rj (xhv 
Tj/Ltwv xXrjaiQ tiqo xfjq elevoeojq xov xvqlov 7j/liwv, xb 6s „öeafxevwv" 
6tj?.ol xb nQOOTjQxria&ai xöj xvgio) rjjuwv \ Hipp. GO, Iff. 'li;7roAtrov'Pw(a?yg. 
).tyeL xal aXXov „nwXov^', xrjv ^x TiSQixofztjq xX^aiv. „ovov'' 6h ßiav, 6rjXwv 
dxL zx (ALÜq „bvov". xovxbOXLV tx fjiiüq niaxswq ol 6vo „TtwXoi", otceq äoxlv 
al 6vo xXi]aeiq' xal xbv filv „nwXov" 7iQoa6s6iad^ai iv xf^ „dfXTteXoj", 
xbv 6h exsQOv iv ,,xf/ eXixi'' , onsQ vnoXafJißdvofiev , xrjv (xhv i^ iS^vwv 
xXfjaiv 7tQoo6e6£oS^üi xoj xvqlw, xrjv 6h Ix TCEQLXoiirjq xfj xov vöfxov 
TiaXaioxrjXL \ Ambr. 1. c. 23 S.' 137, 9 ff. ut fervorem Spiritus sancti congre- 
gatio habeat nationum ante remissa et neglegens, sed iam devota per 
Christum et viti illi perpetuae, hoc est domino lesu, qui ait: „ego sum 
vitis, pater mens agricola", velut fructuosi palmitis quibusdam inexsolubilis 
tidei vinculis alligemur. hoc est illud mysterium, quod pullum asinae solvi 
iussit in evangelio et ipse dominus Jesus sedit eum, ut alligatus ad vitem 
perpetua sanctorum suavitate quiesceret | vgl. Ruf. 1. c. 4 Sp. 304 B ipse 
enim alligavit ad vitem pullum suum, qui dixit: „Ego sum vitis vera" . . 
puUus suus est ex gentibus populus, cui utique nunquam adhuc legis onus 
fuerat impositum . . , pullus vero asinae suae est, qui ex i)riore populo | Tr. 
Orig. S. 70 f. 



30 N. Bonwetfich. 

es erklärt; avif welches sich der Erlöser setzte und eiiizo«^ in 
Jerusalem. — ^Und hernach fängt er an imd spricht: „Sie wuschen 
mit Wein ihren Schmuck ((iewand)". Und geisti^^ hildet es vor 
die Taufe. Als er aufstieg aus dem Jordan, reinigte er die 
5 Wasser und schenkte ihnen die Gnade des heiligen Geistes. 
Unter dem „Gewand (Schmuck)" nannte e» das Fleisch und 
„Wein" den Geist des Vaters, der herabkam auf ihn im Jordan. 
■^jjUnd mit Blut des Weinstocks sein Gewand." Unter dem Wort 
„Gewand" iDildet er vor, lehrt er das Geschlecht, das wie ein 
10 Gewand zu ihm. Durch den Propheten spricht er: „Ich lebe und 
es spricht der Herr: Ganz so alle, wie sie in ein Gewand sich 
kleiden, hüllen sie sich in ein Gewand." Weil der Weinstock 
und die Traube er war, daß (1. „da") er an dem Kreuz gekreuzigt 

1 Mt. 21, 7. Mc. 11, 7. Lc. 19, 35. Joh. 12, 14. — 2 Gen. 49, 11. — 
4 Mt. 3, 16. Mc. 1, 9. 10. — 7 Gen. 49, 11. — 10 Jes. 49, 18. 

1 vgl. Just., Dial. 53 | 2 „Sie wuschen" s. zu 15, 2 | 3 De antichr. 11 
S. 10, 14 tt". „TclvveZ 8V ol'voj ztjv azoXrjv avvov", zrjv zov aylov Tivevfxazog 
xazeXS-ovaav in avzbv sTtl zov ^lopöavrjv nazQixrjv yaQLV. „y.al ev al/uaTi 
azacpvX^g zrjV 7t€Qißo?.fjV avzov"' alßazi ovv Gza(pv?,rjc Ttoiac, «/./.' r/ zrjc 
ayiaq occqxoq avzov (oq ßözQvoq enl ^v/.ov Q^lißetarjQ; t| tjq n'/.svQüq 
sßXvaav ovo 7i7]yai, alfiazog xal vöazoq, öl ojv za sS-vt] d7ioXov6fj.Bva 
XGd-aiQOvzai, aziva loq 7ieQiß6?Miov ?.E?.6yiazai XqiozcJj \ Ambr. 1. c. 24 J 
S. 137,20 ff. cum baptizaretur in lordane, descendit spiritus sanctus . . et ^ 
mansit super eum ] ß Hipp. S. 60, Sff. IrcnoXvzov. zovtIozl öia zov aylov 
Tivtvfjiazoq y.al zov Xoyov zfiQ dXtjS^elac xa&agiH ztjv oaQxa, oueq ■ 
EfjKpaivEL ,,zrjv azoXi^v". „xal iv aißazi azacpvX^Q" S-lißsiariq. xc.i 
dvtslarjg aißa, onep sozlv ?] occq^ zov xvqlov, ijzig näaav zrjv eg eS^vujv 
aXriGiv xa&aQi'C,eL \ Ignat., Ad Ephes. 18, 2 og syevvT'i&r] xal eßaTtzloO^r]^ 
7va Z(v TtdS-ei zu vöwq xad^aQioi^i \ Ruf. 1. c. 5 Sp. 305 C in huius sanguinis 
vino id est lavacro generationis a Christo lavatur ecclesia 1 Ambr. 1. c, 24 
8. 137, 17ff. bona stola est caro Christi, quae omnium peccata operuit, 
omnium delicta suscepit . . quae universos induit veste iucunditatis | De 
antichr. 4 S. 6, 20ff'. o Xöyog zov i}£ov ilaapxog ojv iveSvoazo zyv 
ayiav aaQxa sx ztjg ay'iag nag^bvov wg wf^cpiog, Ifidziov i^vcpjjvag kavzcö 
f:V z<ä azavQiXM ndd-ec, 07wjg . . ocüüfj zov . . ävQ^QwKov. Seg. Mos. 21, ö 1 
Tr. Or. 72f. | 9 Ambr. 1. c. 24 S. 138, 8 ff. verbi anaboladium gentes sunt, 
sicut scriptum est: „Vivo ego etc. (Jes. 49, IS)" | 11 „Ganz etc.": ozl 
navzag avzovg (og xoafiov ivövG^ xal 7iEgid^i]oetg avtovg (og xoa/uov wg 
vvfA(fi] Jes, 49, 18 | 12 Ambr. 1. c. 24 S. 138, 13 ff. bene uvam dixit, quia sicut 
uva pependit in ligno. ipse est vitis, ipse uva: vitis ligno adhaerens, uva, 
quia lancea militis apertum latus emisit aquam et sanguinem . . aqua ad 
lavacrum, sanguis ad pretium. aqua nos abluit, sanguis nos redemit. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 31 

ward (und) gehangen wurde. Als sie ihm nur stießen in die 
Seite („Rippe"), floß Blut | und Wasser heraus, für die einen („das 30G 
eine"?) zur Taufe, für die andern aber als Mittel der Befreiung. 

^Hinsichtlich ihrer sagte auch der Prophet: „Er wird waschen 
mit Wein seinen Schmuck (Gewand)." Siehe, wann er erscheint 5 
[sich darstellt] deutlich seinen Propheten und Aposteln. 

XIX. „Erfreut sind seine Augen wie von Wein, und weiß 
seine Zähne mehr als von Milch." Die Augen Christi waren die 
Propheten, erfreut durch die Kraft des heiligen Geistes, die im 
voraus zuvor verkündigten seine Leiden, das (1. „die") sie kund 10 
taten den fernsten Geschlechtern, damit die recht glaubenden 
Menschen gerettet würden. ^Aber das was er sagte: „Weiß sind 
seine Zähne wie Milch", das spricht er hinsichtlich der Apostel, 
die durch dasselbe Wort gereinigt wie Milch sich zeigten, die 
auch auf uns herbeiriefen die Gnade des heiligen Geistes und 15 
die himmlische Nahrung. Und alsdann spricht er von dem Ge- 

1 Job. 19, 34. — 4 Gen. 49, 11. — 12 Gen. 49, 12. 

2 In cant. 13, 1 S. 46, 12 ff. „am Holz, als er litt und verwundet ward 
in die Seite". Seg. Mos. 21, 5 | 7 De antichr. 12 S. 10, 20ff. „yaQonoLol 
OL üipS^aXfjLol avzov and oi'vov". ocpO^al/uol Xqiotov xiveg uX)J rj ol fxa- 

xäoiOl 7lQ0(p^Tai, Ol 7lQOt66vT6Q T(jj TlVBVßaTL Xal TtQOXrjQV^CCVZSQ tcc fig 

avxov avfjßr]on/uEva näO-rj, ol övvdfiei e^^iQOv ßHnovz^q avxov nvevfia- 
TtxoiQ 6(p&aXiuoig, vn avzov xov ?.6yov xal xrjq avxov ydgixoq xaxag- 
xiL.nutvoL. lo xo ÖS fLTceiP „xal ?.evxol ol oöovxeg avzov y /«Aa" f'^ ayiov 
OTOfzaxog Xqiöxov xuq ex7iogsvof/.^vag €VX0?Mg eoi^/uav8v, xa&agag ovoag 
wg yä?.a. Vgl. ebd. 2 S. 4, 16 ff. irteiör] yccg ol fxaxaQioi TCQog)Fjxai tKpS^a/.fÄol 
Tj/jcüv eytvoi'xo, UQOogöJvxeg ölu niazsojg xd xov ?.6yov fjtvoxriQia, axiva 
xal xalg ßizayevsazbQaig öirjxovrjaav yevsalg | Ambr. 1. c. 25 S. 13S, 18ff'. 
et ideo ait propheta: „Hilares oculi eins a vino et dentes candidiores 
quam lac" significans prophetas et apostolos. alii enim sicut oculi Christi 
praeviderunt et adnuntiaverunt eins adventum . .; alii vero, hoc est apostoli, 
quos dominus ab omni peccatorum labe mundavit, candidiores super lac 
facti sunt, . . qui nobis spiritalia illa atque caelestia conficientes alimenta 
mentis internae viscera saginarunt. sunt ctiam qui mandata domini lucida, 
quae divino ore deprompta sunt, sicut lac nobis facta arbitrentur, quibus 
nutriti ad panis caelestis pervenimus alimoniam | Hipp. S. 61, Ift". ^Inno- 
).\xov Pwfirig. xovxaoxi (paiÖQol „ol d(pS-a?.uol avxov" xal cctzo xov Xoyov 
XTJg alrj^ELag. iTußXbTiovoL yag inl nävzag xovg nioxevaavxag ecg avxov \ 
12 Hipp. S. 61, 4ö". "^Itctio'/.vxov ''Pafirjg. xal xo „levxol ol oöovxsg avxov 
7j ya?.a" Xfxfxßdvofi^v, oxi rd gruiaxa avxov (pcoxsivd yivovzai xoZg 
rcioztvovai 6l avxov \ Tr. Orig. 74, 20f. 



32 N. Bonwetsch. 

bot des Herrn, daß es ausgegangen aus seinem heiligen Mund, 
damit es zur Milch für uns würde, damit wir Erzogene würden 
und gewürdigt der Teilnahme an dem himmlischen Brot. 

XX. Und alsdann spricht er: „Zabulon möge am Ufer des 
ö Meeres gegründet werden, es wird zu einem Stand der Schiffe 
der Schiffer und reicht bis nach Sidon." '-^Auf solche Weise, 
jetzt aus Zabulon erschienen, ruft er herzu alle Geschlechter, 
die jetzt wie am Ufer des Meeres in dieser Welt gefestigt wohnen 
und wie im Meer von Wellen umstürmt wandeln, und sie eilen 

li) herbei und rufen zur heiligen Kirche wie zum Hafen. -^Unter 
dem Schiffsanlegeplatz wird verstanden wie Städte der Versamm- 
lungen der Kirche, welche sind in dieser Welt wie Anlegestellen 
zerstreut und Zufluchtsstätten für die an ihn Glaubenden. Wie 
der Prophet spricht: „Land Zabulon und Land Nephthalim, Weg 

15 am Meere auf jener Seite des Jordans, das Volk, das in Finsternis 

saß, sah ein großes Licht, und die saßen im Schatten des Todes, 

ein Licht leuchtete auf über ihnen." Er redet vom Glauben des 

Volkes. "^Aber was er sagte: „Er reicht bis Sidon" offenbart 

307 (tut kund) | die Langmut Gottes, der ihnen Geduld erzeigte bis 

4 Gen. 40, 13. — 14 Jes. 9, 1. 2. — 18 Gen. 49, 13 

2 Vgl. In Cant. 2, 3 S. 25, 20f. t ,A- Seh." + G \ (j Hipp. S. Gl, 7 tf . 
'^InnoXvTOv smaxÖTiov 'Pu'ffzrjg. öt]XoL xal zovzo xrv e^ ir^vwv xXtj- 
OLV, oxi etg näaav zrjv yf/v xal xrjv S-dXaaoav e^eXsvasTai rj 
X^^Qi-Q T^ov Xqicxov' XeysL yag „xal naQ^ OQfxov n/.olwv xal nagaxevet 
l'wQ ^i6(övog'^. oxi de elg xtjv gg i&vwv x?.ijaiv xovxo TiQoxriQVGaeL, Ötj- 
XovzaL iv x(o svayyeXiiü rifuv „yrj ZaßovXwv xal yfj Ne(pd-a?.€iß, 
oödv d-akaoGT/Q nigav xov ^loQÖavov, FaliXaia xwv eS^vwv, 
6 ?.aög xad^tjixevoq iv axozet elöe <p(ÖQ fzeya" xal za kSrjg 

9 Ambr. 1. c. 27 S. 139, 19 fl*. ut videat aliorum naufragia ipse immunis 
periculi et spectet alios fluctuantes in freto istius mundi, qui circum- 
ferantur omni vento doctrinae. S. 140, 2 fF. circa fluctus igitur habitat, non 
fluctibus commovetur magisque ad subveniendum parata quam periculo ob- 
noxia, ut si qui tempestatibus acti gravibus confugere ad portum velint, 
praesto sit ecclesia tamquam portus salutis, quae . . in gremium tran- 
quillitatis suae vocet periclitantes locum fidae stationis ostendens. ecclesiae 
igitur in hoc saeculo tamquam portus maritimi per littora diffusi occur- 
runt laborantibus , dicentes, esse credentibus refugium praeparatum . . 
(140, 17) sicut propheta testatur dicens: „Regio Zabulon etc. (Jes. 9, 1. 2)" ] 

10 vgl. Seg. Mos. 17, 2 | 14 vgl. u. zu cp. 24 ] IS Ambr. 1. c. 29 S. 140, 23 ff. 
cuius cura . . praetendit usque ad Sidonem, hoc est usque ad gentes per- 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 33 

zum Letzten, und die Geschlechter, die nun an ihn glauben 
werden gerettet werden. Denn Sidon war der Erstgeborene bei 
Harn. Aber Harn war wegen der Versündigungen im Verhältnis 
zu seinem V^ater unter seinem Fluch. Aber einige aus seinem 
Geschlecht, die an ihn gläubig geworden waren, w'erden jetzt o 
durch Christus gesegnet. 

XXL „Dem Issaschar gab ein die Güte des Herzens; er ist 
beruhigt zwischen den Teilen. Und er sah die Ruhe ein so 
Gutes, und das Land sehr fett, er gab seine Schultern zur Arbeit 
und wurde ein Mensch, der das Land bearbeitet." "^Und Issaschar 10 
wird geistig dem Herrn verglichen, der von Jugend auf nur war 

;; Gen. I), 25. — 7 Gen. 4!), 1-1. 15. 

\ i-uit, ut domini misericordia peccata ablevet nationum. Sidon enim primi- 
tivus est filius Cham, illius utique qui propter inreverentiam paternae pietatis 
maledictione damnatus est patris. 

7 „Dem — Herzens'^: TaaayaQ xo xalbv ined-v^rjosv Gen. 40, 14 I 

liiHipp. S. 02, ütf. ^l7i7to?.vTOv eniaxüTiov Poj/jirjQ. xovxo XafX(3dvof.t6v eii; 

xvnov xöiv dnoaxdXiov, oxi xaxaXmövxeg xrjv £% vöfxov nolixetav ;<al 

„^TuS-vfxrjaavTE^ xo xaköv'^ i^xoXovQ-rjaav x^ xov xvqlov ÖLÖaaxalla \ 

Hipp. S. (32, 10 ff. ''InnoXvxov sniaxÖTtov '^Paifj.T]^. bneiöri ol xag bvxoXaq 

(pv/.aoaovxeg , ovx dnoxa^afASvoL xoTg rofxixoZg öiaxdy/j.aaiv, ,,£Tiava- 

navovzai" xal vn avxolq xal inl xf] xov xvqlov rjßäiv ÖLÖaoxaXia , otcsq 

loxlv „dvcc fxeaov X(vv x?^i]QCf)v"' xad-ioq o xvQioq ).byu „ovx fj/.d^ov xaxa- 

?.Z(iai xov vöfxov 1] xovg TtQocpt'jxag dXka TcXrigwoat^'. xal ydg o xvgiog 

rifxüjv EV X(p xäg IvxoXdg (pvXdaaeiv ov xaxcc/.vsL xov vöfxov xal xovg 

ngocprixag, dXXa n?.rjQoT, xad-wg tv svayyeXioig (prjOir | InnoXvxov. xöiv 

difOQiGx^tvxüJV avxcjj cv /ntgsi x?.rjQovofÄiccg xal xzrjoeojg xünwv yT^g \ Zu 

Gen. 49, 15 ^ImtoXvxov. xovzkaxi xrjv diöaaxaXiav xov xvqlov. „dvdnavoig" 

ydg axixri „xaXrf'-, xad^wg xal avxög XiyfL „öevxe ngög fjie ndvxeg ol 

xoniüivxeg xal TiecpogxiOfiivoi" xal xd s^^g (vgl. Hipp,, In cant. 19. Seg. 

Mos. 21 und Pseudohipp., In cant. 31) | xov avzov (sc. '^InnoXvzov). onsg 

^Gzlv Tj adgg xov xvgiov rj/xwv rj „tiiojv" , xovzkoziv rj Xinaga. avxrj yag 

.?/ gtovaa ydXa xal nsXi \ Zu Gen. 49, 15 cd '^InnoXvxov. oneg ^noirjaav 

ol dnöozoXoi. Xaßövxeg ydg xrjv Svvafiiv rtagd S^eov xal „vTioihbvxeg 

favxovg eig xo novetv, ^yevi^d^rjoav ytcogyol" xov xvgiov, igyaaa/jievoi 

x>iv yFjv, xovzi'axL xyi- dvd^gwTtöxijxa öid xov xrjgvyfxaxog xov xvgiov 

rif^KÜv I 10 Ambr. 1. c. .30 S. 141, Kiff. Isaschar merces dicitur et ideo re- 

fertur ad Christum, qui est merces nostra . .. hie est qui bonum con- 

cupivit ab initio et quod malum est desiderare nescivit. de quo et Esaias 

dicit: „Priusquam sciat puer vocare patrem aut matrem, non credit malitiae 

eligens quod bonum est", requievit inter sortes veteris et novi testamenti 

vel in medio prophetarum. ideoque inter Moysen et Heliain medius 

Texte u. Untersuchungeu. N. F. XI, la. 3 



34 N. Bonwetsch. 

ein solcher, der Gutes begehrte. Wie Jesajas spricht: „So lang 
der Knabe nicht erkannte den Ruf eines Alteren, den Namen 
des Vaters oder der Mutter, unterwirft er sich nicht dem Bösen, 
sondern erwählt das Gute." 'S, Teil der Ruhe" inmitten der 

Propheten, damit sich erfülle das durch ihn Ge weissagte. Denn 
auf jenem Berge erschienen ihm Moses und Elias, stehend zur 
Rechten und zur Linken; durch das Wort zu ihm zeigte sich 
der Erlöser aber wie beruhigt. '^Und so „gesehen habend die 
Ruhe" der Heiligen, „daß sie schön, und" ihr „Land, daß es ein 

10 fettes [gesegnetes], gab er seine Schultern der Arbeit und wurde 
ein Mensch, der das Land bearbeitet." ^»Er gab seine Schultern 
der Arbeit". Wo und wem als dem Kreuz, das er auf sich 
nahm und trug? Und Jesajas spricht: „Welcher hatte die 
Macht auf seinen Schultern." Er selbst legte seine Hände 

15 an den Pflug und nahm die Arbeit auf sich. Welches ist 
diese Arbeit? Die Lästerung und Schmähung, alles was auf 
ihm war. Er war ein Mensch der Gemeinde durch die An- 
pflanzung guter Frucht in ihr. 

XXn. „Dan richtet sein Volk wie einer aus dem Geschlecht 

20 Israels. Es möge werden Dan wie eine Schlange und wie eine 

Auflauernde am Wege, um zu verwunden die unteren Teile der 

Füße beim Pferd, so daß fallen die Reiter nach der Erwartung 

der Befreiung vom Herrn." '-^Da er spricht: „Dan möge richten 

1 Jes. 8, 4. 7, 16. — 4 Gen. 49, 14. — 8 Gen. 49, 15. — ] 1 Gen. 
49, 15. — 12 Job. 19, 17. — 13 Jes. 9, 6. — 18 vgl. Mt. 13, 24. — 19 Gen. 
49, 16—18. — 23 Gen. 49, 16. 

apparuit, ut ostenderet nobis quod eorum sermonibus requiem habeat . . 
;U S. 142, Off. itaque ut ad resurrectionis suae gratiam vocaret gentes — 
ipsa est pinguis et fertilis terra . . — subiecit umerum suum ad laboran- 
dum, subiciens se ci^uci, ut nostra peccata portaret. ideoque dicit propheta: 
„Cuius principium super umerum eius" . . . posuit ergo umerum incumbens 
aratro omnibus subeundis patiens contumeliis, ita subiectus labori . . . ,,et 
factus est vir agricola", sciens terram suam bono seminare frumento et 
fi'üctiferas arbores . . plantare. 

2 „den Ruf e. Alt." < Jes. 8, 4 | 4 vgl. In cant. 2, 3 S. 25 | 13 vgl. 
Seg. Mos. 14, 5 | 19 „aus d. G.": xcil [xia (pvlri Gen. 49, 16 vgl. De antichr. 15 
m „d. unt. Teile": „unter dem Huf" erklärt Karb. | 22 „nach d. Erw.": 
1. „zurück. Die Erw." 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 35 

sein Geschlecht wie eines Geschlechtes Israels", und dieser Teil 
allein {fiegixcog) geschah auch bei Samson, der aus dem Stamm 
Dans war. | Er richtete sein Volk ungefähr zwanzig Jahre; alles 308 
aber wird immer erfüllt in Beziehung zu dem Kämpfenden 

2 Rieht. 13. •_>. 

1 „Geschl." roda: „Knechtes" raba R | De antichr. 15 S. 11, 18tf. 
OXL /Lihv yciQ ovzwQ €x x^g (fvkriQ /iav fxiXkfi yevväa&ai xal dvlazaa&ai 
xvQuvvoq ßaoi?,£vg, xQizrjg ösivog, vioQ xov öiaßokov, <f7]alv 6 7i^0(p^xr]g 
„Jciv xQivH xov savxov Xaov, tuoel xal [xia (pvlij iv^Ia^ai]/.". o.)X egelxig' 
Tovxo int xöv ^aßW(ov Eiprjxai, og €x xTjg (pv),fJQ xov dav yevvrjO^tlg 
sxQivE xöv Aabv el'xoaiv ex?], xb /uhv snl xov Sa/Äipü)v fxe^txcög ysybvrjxai, 
tb 06 xad' o?.ov Tt?.?]Qü)S^?]aeTai stiI xbv dvxiyQiaxov \ Hipp, zu Gen. 49, 1(1 
InnoXvxov. Xa^ßdvw xovxo Eig xvnov xov TtovrjQov, 6x1 ydg xQtvel xovg 
s^a7iazü)fx€vovg in (xvzov xal f.v zO) xaxrjyoQfjaai avzbv nQog xbv xvqlov 
XQixrjg yuQ ndvzcDV 6 xvQiog xa&cog xal ev zaig dnoxaXvipeüL yhyQanxai, 
OXL „ißXrjQ^i] aiq xrjv yrjv 6 öidßoXog b xaxrjyoQwv xovg dv&gojnovg evwmov 
xov S^eot^'. Zu Gen. 49, ITa— c zov avxov (sc. '^InitoXvxov). xal xb „ysvr]- 
^t'iiü) düv S(p oöov bifig syxa&^/aevog F.nl xglßov" saxlv öidßoXog' 6t]- 
'/.ovzai 6e tjfxlv ix xfjg /idv (pvXrig yavö/Lisvog ^lovöag b 7iQoö6x?]g xov xvqIov 
Tjfxiöv' iv XOVXO) yciQ iyxQvßslg öidßoXog 7taQe6(ox8 xbv xvQtov. xb öh oxl 
„i(p oöov'' avxog 7]v avvavaaxQScpofxevog iv x^ böö) xov xvqiov, iveÖQevwv 
TTjv oöov xT^g öixaioovvTjg, xal avxbg b oo)X1]q (prioiv „iyw slfxi rj oöbg 
xrjg ^(OTJg'^. xb ös „inl XQißov" xd l'^vr] xal xd ßaölofiaxa iveÖQSvcov xov 
eniösi^avxog rjfxZv x^v xgißov xfjg öixaioavvijg. „ödxvwv nxhQvav '^Innov" ' 
ioxiv o öidßoXog xrjg iv aagxl iXevascog xov xvqiov e(pT] ydg b xvgiog 
nE()l lovöa xov tiqoöoxov, oxl „ö XQivyojv (xex^ i/xov dgxov inijQxsv in 
ifxh nxsQvav". Zu Gen. 49, 47 cd ''InnoXvxov. ÖT]Xovxai rjfJ.LV elvat InTtevg 
6 xvQLog' ,,nx8Qva'' ös, oxl ngbg ia^axcov xöiv xaiQüiv. xb ös oxi „nEoelxai", 
xov x^dvaxov avxov örjXoZ. xad-ibg yeyQanxat iv xö) svayye?Jcp „töov ovxog 
xHzaL elg nxcvGLv xal dvdaxaaiv noXkwv" \ Ambr. 1. c. 32 S. 143, iff. 
Simplex quidem intellectus hoc habet, quod etiam Dan tribus iudicem de- 
derit in Istrahel . . fait autem et. Samson de tribu Dan et iudicavit viginti 
annis. sed non hunc prophetia significat, sed antichristum, qui futurus ex 
tribu Dan saevus iudex et tyrannus inmanis iudicabit popalum. tamquam 
serpens in via sedens deicere temptabit eos qui viam ambulent veritatis, 
supplantare cupiens veritatem. hoc est enim m ordere equi calcaneum . . 
sicut Inda proditor temptatus a diabolo levavit super dominum lesum cal- 
caneum suum, ut deiceret equitem, qui se deiecit, ut omnes levaret. ceci- 
dit igitur non prostratus in faciem quasi dormitans, sed retrorsum, ut a 
superioribus ad priora se extendens a domino expectaret salutem; sciebat 
enim se resuscitandum et ideo iacentem Adam expectabat erigere | Ruf. 
1. c. Sp. 321BC dicunt quidam antichristum per haec verba praedici de ista 
tribu futurum; alii de luda proditore haec scripta esse suspicantur. 

3* 



3t) N. l5onwetsch. 

(1. „Tyrannen"j, der zu einem gottlosen Kichtor und zu ein«;m 
kämpfenden (1. „tyrannischen") König geboren ward. ..Er richtet, 
sein Volk als ein Streitender, wie eine Schlange, die lauert am 
Wege, um anzufangen zu verwunden" das Wort der Wahrheit, 
5 in Beziehung zu denen, die anfangen richtig zu leben. •'A])er, 
daß der Prophet spricht: „zu verwunden unter den Hufen der 
Füße ihrer Rosse" (betrifft die), welche uns lehren das Gerechte 
und dt'H Weg zum Leben uns unterrichten. Wie er die Apostel 
versuchte und den Judas fing und Avie ein lioß zur Erde warf 
10 und den auf ihm Streitenden übergab zum Tode." ^ „Und wie 
ein Reiter rückwärts", dies das^ daß von dem letzten von ihnen 
bis zu den ersten er in Erwartung der Errettung auferweckte 
und wiederherstellte das Bild Adams. 

XXIII. „Den Gad, durch Versuchung wird er ihn versuchen. 
15 und auch er wird sie versuchen leicht" spricht er aus irgend- 
einem Grund von der ruchlosen Versammlung der Hohenpriester 
und Schriftgelehrten, die den Erlöser versuchten mit verschieden- 

1 Lc. 18, 2-6. — 2 Gen. 49, 17. — 6 Gen. 49, 17. — 8 Lc. 22, 31. — 
9 Lc. 22, 3. Joh. 13, 27. — 10 Gen. 49, 17. — 14 Gen. 49, 19. 

1 vgl. De antichr. 56 f. S. 37, 9ff. | 2 „Er richtet" sudit: „Sie richteten" 
sudili R 1 3 „als ein streitendes" wie es scheint R: anders Gen. 49, 17 i 
De antichr. 14 S. 11, 14 „ysv7]&7JTü) dav cxfiQ B(p cöov xaS^rjUEvoc, ödxvcov 
nz^Qvav ^TiTiov". 6(pig ovv xiq aga i] o aTt ctQ/c^iQ 7t?Mvoc, o iv tfj yev&aei 
elor]f/,lvoQ, 6 n?MVi]GagTr]v Evav xal TtzeQviaag rbvjiöcif^; \ 6 „der Füße" 
<: Gen. 49, 17, dagegen xazä noöaq Gen. 49, 19 wo in G „leicht", s. u. 
23, 1 I 15 „w. s. vers. 1.": nsigazev'ei avzajv xaza rtoöac Gen. 49, 19 ' 
Hipp, zu Gen. 49, 19a. ^InnoXvzoh. ?Mfiß(xvo/bi8v zov ,,7[£i^azr]v'' zor 
bnißovXov. ovöelq 6h äXXog tnißovXog iyevsro zov 'avq'lov t] o laoq. Zu 
Gen. 49, 191> zov avzov (sc. '^InnoXvzov). zovztoziv snißovlevaeL „avzov 
xaza noöaq", öl cbv ÖJ]?.ovzaL 7]fXLV ?] dvzi?.r]ipiq t] Tiafjcc zov xvqIov zolq 
i-nißovXevaaaiv avz<o. x6 6s „xaza nööaq" , ozi „ev zcc/si 7i0Li]atL ztjv 
sxölxriöiv" xvQioq \ Ambr. 1. c. 35 S. 145, 6 ff. „temptatio" est congre- 
gatio et astutia scribarum et sacerdotum, qui dominum lesum de tributo 
Caesaris et de lohannis baptismate, ut docuit scriptura, temptabant, quibus 
dominus Jesus in sua iustitia temptamentum retorsit. „secus pedes", hoc 
est continuo sine ulla deliberatione referens, quo temptantes magis ipse 
concluderet. dicentibus enim: „in qua potestate haec facis?" non ad 
quaesita respondit, sed etiam ipse proposuit dicens; „Interrogabo etc. 
(Mt. 21,24)". iterum dicentibus: „Licet tributum etc. (Mt. 22,17)?" ait: 
„Quid me temptatis etc. (Mt. 22, 18)". et offerentes iterum interrogavit: 
„Cuius est imago et superscriptio?" dicunt ei: „Caesaris". 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 37 

artigen Versuchungen, wünschend, in irgendetwas ihn zu über- 
führen, zu finden an ihm irgend eine Ursache, um mit List ihn 
zu ergreifen und ihn zu töten. Er aber kannte ihre Arglist und 
sofort überführte er sie durch seine Wahrhaftigkeit, und wegen 
ihrer Sünden übergaben sie ihn zum Tode. -Wie dies geschrie- 5 
ben ist im Evangelium: „Zu der Zeit traten vor ihn die Phari- 
säer (und) sagten zu ihm: Lehrer, sage uns, durch was für eine 
Macht tust du dies, oder wer hat dir diese Macht gegeben? Und 
er sagte zu ihnen: Auch ich werde euch ein Wort fragen, und 
saget es mir, so werde auch ich sagen, durch was für eine Macht 10 
ich dies tue: Die Taufe des Johannes, von wo war sie, w^ar sie 
vom Himmel oder von Menschen? Sie aber überlegten in ihren 
Herzen und sprachen: Wenn wir sagen werden: Sie war vom 
Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm nicht 
geglaubt? und wenn wir sagen werden: Von Menschen, so wird 15 
jeder aus dem Volk uns steinigen; denn sie alle wußten in be- 
treff des Johannes, daß er ein großer Prophet war. Sie ant- 
worteten ihm und sagten: Wir wissen es nicht. L^nd er sagte 
zu ihnen: | Auch ich werde nicht sagen, durch was für eine Macht 309 
ich dieses tue." ^Und so spricht gut der Prophet: „Gad ver- 20 
sucht ihn." 

XXIV. „Äser, Überfluß sein Brot, [Äser in Überfluß hat er 
Brot.] und er wird ernähren [und er wird nähren] Könige." 
-Hier lehrt hierdurch der Prophet in betreff der Apostel, die 
sich losmachten und überlieferten dem Geschlecht der Menschen 25 

2 Lc. 20, 20. Mt. 22, 15 (Mc. 12, 13). — (i Mt. 21, 23—27. Mc. 11, 27—38. 
La. 20, 1—8. — 20 Gen. 49, 19. — 22 Gen. 49, 20. 

7 „Lehrer" + Hipp. | 22 Hipp, zu Gen. 49, 20 '^InnoXvxov. tovtov ?m/u- 
ßavo/uev ec;; xvnov z^g xXriOBwq Trjg rjßeziiQaq. t6 yag „nZov" Xltkxqov 
eoTi. XiTtaQoq 6h xivoq o aQzoq i] tjijkJjv; o yccQ xvQiöq iaziv ijfjiwv 
o UQZOQ, xa&wg XhytL uvzog „iyco sl/lii 6 ccpzog ZTJq ^(orjg". zig 
61 aXlog öojgsi z^ocpt/v cIq^ovoiv rj 6 xvQiog rjfjLwv 'Ir]aovg X^iozog; ov 
f-iovov zolg e'g tO-vcüv mozsvovaiv, «AAa xal zolg ix nsQizofx^g i^aQ/ovai 
zfjg niazEojg, zovziazi nazQccat xal nazQiaQyaig xal nQocpi^zcag xal näai 
zolg niöieiovaiv ecg z6 övo,ua avzov xal eig z6 naO-og | 24 Ambr. 1. c. 38 
S. 14(3, 23 f. hunc panem dedit apostolis, ut dividerent populo credentium . . 
S*^) S. 147, 3 ff. hie ergo panis factus est esca sanetorum. possumus et 
ipsum dominum aeeipere, qui suam carnem nobis dedit, sicut ipse ait: 
„Ego sum panis vitae etc. (Joh. 6, 48—50)". et ne quis putaret quia de 
hac moi-te dicit, quae per animae et corporis secessionem venit, . . addidit: 



38 N. Bonwetsch. 

das Brot des Le])eDs selbst. 'TJies Scagt er ^vod) Christus, er 
zeigt das Brot, das vom Himmel lierabkam. Das Brot ist nahr- 
haft und ward zur heiligen Nahrung. Deshalb weil Äser be- 
deutet Reichtum [es wird übersetzt mit Reichtum]. Nur jener 
5 ist reich und allvermögend, mehr als alle im stände zu tun, 
weil der Herr selbst von sich zeugt und spricht: „Ich bin das 
Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Die Väter haben 
das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben, aber wer 
mein Brot ißt, wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit." ^ Unum- 

10 gänglich ist uns auch dies zu untersuchen [uns zu erklären i. 
Denn nicht so, daß er nicht stirbt, sondern er spricht: ,.Er wird 
den Tod nicht sehen in Ewigkeit und in die Ewigkeiten der 
Ewigkeiten", durch die Pein nämlich des Feuers, welches ist der 
ewige Tod, der niemals verlischt [erhalten wird]. Denn dieser 

15 Zeiten ist eine kurze Frist, und ein jeder Mensch muß sterben. 
Wenn dies so ist, so spricht der Herr nicht nur in betreif des 
Todes dieser Welt, sondern in betreff des in der zukünftigen 
Bereiteten. 

XXV. „Nephthalim herangewachsen und früchtereich und 

20 befestigt in der Wurzel, schön geschmückt." ^ jyji^ ^gj^ j^jg 2ur 
Höhe Herangewachsenen, unter deren Namen verstanden werden 
alle Völker, die frei werden sollten durch den Glauben, zeigt er 
zuvor darüber an, daß wir alle im stände sein Averden als gött- 

2 Job. 6, 48. 51. — Job. 6, 48— ÖO. — 19 Gen. 40, 21. 

„Ego sum panis vivus etc. (Job. 0, 51)", hoc est: Non de temporali vita dixi 
supra nee de morte istius vitae, qua etiamsi quis mortuus fuerit. tarnen 
si panem meum acceperit, vivet in aeternum. 

3 Ambr. 1. c. 38 S. 14(J, llfi". Äser interpretatione Latina significat 
divitias. quis igitur dives, nisi ubi altitudo divitiarum est sapientiae 
et scientiae Dei? quis dives nisi dominus lesus, qui abundat semper 
et nunquam deficit? | 19 „berang. — scbön g.": öTske'/og dveifxevov 
CTiiöidoiQ iv zöj yBvri^axL xakloq Gen. 49, 21 | 20 Ambr. 1. c. 43 S. ]49, 3flH 
boc est per fidei gratiam vinculis mortis exutus, in quo significatur populus 
Dei ad libertatem fidei et ubertatem vocatus gratiae | Hipp, zu Gen. 49, 21 
S. 66, 12fi'. '^InnoXvxov ^^PwßTjg. xal avxog slq xvnov zwv riiJ.8T8Qwv 
nagaXafxßdvexaL , xa&wg öjj/.ol rjfxTv xal tnl rovzov tu evayye'/uov yfj 
Zaßov/.wv etc. (Mt. 4, 15 f.). zov avzov (sc. '^Innolizov). noZov 6s aV.o 
(fwg tjv 1] ri x?.tjaig zwv iS^vwv: TjZig iozl zo „areAf/o?", zovzloziv inl zo 
^vXov zov xvQiov eyxevzQLoQ-SLaa xaQnoifOQSl. zo öt „eniötöovg iv zOj 
yivvrifjLazi xdXXog^'' zo vntQßä/Jjjr ztjg xXrjOtwg driloZ r^fjüv. 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 39 

lieber Anteil. ^^Und geistig redet er unter der Rebe des Wein- 
stocks von Christus und die Wipfel und Ranken sind die Hei- 
ligen, die an ihn glauben, und die Trauben die Märtyrer, und 
der Pflock, der hineingesteckt ist mit der Rebe, zeigt seine 
Leiden, und Sammler des Weinstocks nennt er die Engel, und ;"> 
der Korb, in den man legt die Früchte der Weinrebe, sind die 
Apostel und die Kelter die Kirche und der Wein die Kraft des 
heiligen | Geistes. ^Und daß er sagte: „Zu einem Herangewach- •>10 
senen und bis zu den Gipfeln ist er gelangt", bedeutet befreit 
vou den Banden des Todes. Wie Jesajas spricht: „Sie gehen 10 
heraus und springen wie freigelassene Kälber." Von dem Strick 
sind sie losgebunden, aber durch die „Befestigung an der Wurzel 
Wohlgeschmückte". Denn durch die Geburt von oben durch 
das Wasser erwerben sie die Schönheit des Wortes, das „schöner 
ist als alle Söhne der Menschenkinder". 15 

XXVI. „Mein fruchtbringender Sohn Josef, mein gesegneter 
Sohn (du), dieser mein beneideter Sohn, Sprößling! zu mir möge 
er kommen! die sprachen (sich beredeten) und gegen dich war 
Neid im Herzen bei den Menschen mit Pfeilen. Und mögen 
zerbrechen mit aller Kraft ihre Pfeile, und mögen schwach wer- 20 
den die Sehnen ihrer Arme durch den Arm des Starken Jakobs. 
Hierdurch ward stark Israel von Gott deinem Vater. Und es 
half dir er mein Gott und segnete dich mit himmlischem Segen 
und mit Segen auf Erden, w^elcher herrschte über die Erde, wegen 
der Segnungen der Brüste deiner Mutter und des Mutterleibs 25 
deines Vaters und deiner Mutter. Werde stark mehr denn die 
Berge der Ewigkeit und mit Anmut mehr als die Hügel der 

1 Job. 15, 1. -). — 5 Mt. 13, 39. 41. — 8 Gen. 49, 21. — 10 Mal. 4, 2. — 
12 Gen. 49, 21. — 13 Job. 3, 3. ö. — 14 Ps. 44 (45), 2. — 16 Gen. 49, 22-20. 

1 vgl. die Bilder De anticbr. 59 S. 39, 12ff". | 9 Ambr. 1. c. 44 S. 149, 9 ff. 
bic est vere remissus a vinculis qui nuUo nexu forniidinis alligetur — unde et 
propbeta dicit: „Exibunt et tripudiabunt sicut vituli resolut! vinculis" — 
ideoque in germine suo decorem porrigit, quia . . super aquam educatus 
refectionis . . germinat bonum verbi decorem et adsumitur in illam pul- 
cherrimam Cbristi gratiam ... 45 S. 149, 16f. denique super omnes decorus 
quod babet donat | 16 „Mein — Arme" : mehrfache Abweichungen von Gen. 49, 
22—24 ; 24 „auf Erden — Erde": yf/g ixovarjg ndvzcc Gen. 49, 25 | 25 „der 
Brüste — Mutter": fiaazwv yMi /n^TQaQ, evXoyiag naxQog aov xal fxrjZQog 
Gov Gen. 49, 25 f. | 20 „Werde stark": vnsQiayvatv Gen. 49, 26. 



40 N. JJonwetsch. 

Ewigkoiton. Sie mögen bleiben über dem Hauyjt und über dem 
Scheitel, wodurch er zum Befehlshaber ward über seine Brüder." 
^Und den Josef hat er mehr als die Brüder gesegnet, weil 
durch ihn im voraus abgebildet und sichtbar, daß alle Ratschläge 
5 (I. „Geheimnisse") in bezug auf Christus. Durch ihn wurde alles 
dies erfüllt. Und deshalb der Prophet mit Segen nicht auf Josef, 
sondern auf den, dessen Bild er im voraus abbildete. Denn er 
sagte: „Ein fruchtbringender Sohn für mich Josef." Deshalb, 
weil vom Herrn den bis zum Gipfel Gelangten, durch den Geist 

10 in der Welt groß Gewordenen sich mehrten die Gnaden Christi. 
— ^„Mein gesegneter und nachgeahmter Sohn." Weil er möge 
gesegnet sein vom Herrn. „Er kam zu den Seinen und sie er- 
kannten ihn nicht", sondern hielten ihn für einen Verhaßten und 
neideten (ihn). Denn die Schrift spricht: „Es sahen ihn seine 

lö Brüder geliebt von seinem Vater und verhaßt (beneidet) wurde 
ihnen seine Liebe, und er wurde ihnen /verhaßt;." "* Deshalb 
spricht Jakob: „Mein Sohn, würdig der Nachahmung, mein Sohn, 
des jungen", und weiter spricht sie, daß er „geliebt war bei 

8 Gen. 49, 22. — 11 Gen. 49, 22. — 12 Job. 1, 11. 10. — (13 Job. 
9, 29. -) 14 Gen. 37, 4. — 17 Gen. 49, 22. — 18 Gen. 37, 3. 

3 Ambr. 1. c. 47 S. 150, 17 ff. quae causa est, quod super omnes filios 
uLerius loseph filium prosecutus est pater, nisi quia in eo praefigurantia 
Christi videbat mysteria? unde benedicens illum magis qui expectabatur 
quam illam qui videbatur ait: „Filius ampliandus meus losepb". qui est 
aiupliandus nisi Cbristus, cuius gratia semper augetur et finem processus 
sui non babet gloria? . . quia per ipsius illud salutare perfectumque nomen 
cumulata est in boc mundo et abundavit gratia . . et ideo quia videbant 
eum crescere fratres ei invidere coeperunt, intellegibilis autem losepb et 
zelum incidit ab iis quos magis fovebat ... et illi dicebant: „Nescimus 
unde sit" | vgl. das irenäiscbe Fragm. Seg. Mos. 3, 3 | 11 „nacbgeabmter": 
t,r]Aü)T6g (len. 49, 22 | 17 Hipp, zu Gen. 49, 22a S 67, G ''ItitioIvzoi Itil- 
oxonov '^PcüfiTjg. noZov äXXov ,,i;tov" tv xvno) ?Mfxßdvo/nev ?] xbv xvqiov, 
riv^i]fA.bvov" xal av^ovza xr]v xXfjOLV T))v rjfiavtQav' xo yaQ i7ii(p8^öf^ivov 
i)(xiv oatptaxsQOv ösixvvaiv. Zu Gen. 49, 22 1» S. 67, lOfl'. 'Inno/.vxov. xlg 
dh ak'AOQ „l^rjXcozÖQ" swg xrig orifjLSQOV rjfxeQag, ti firj 6 xvQiog ))ji(x)V ^Ir^aovg 
6 XQiaxog I Ambr. 1. c. 48 S. 151, 14 ff. denique et scriptura dicit: „Amabat 
eum Jacob, quia filius erat senectutis illi'^ quod etiam ad Christum refertur. 
senescenti [enim mundo et iam occidenti inlucescens Dei filius per Mariae 
virginis partum serus advenit. tamquam filius senectutis secundum sacra- 
mentum suscepit corpus, qui erat ante saecula semper aput patrem. 
49. unde dicit ad eum pater: „Ad me revertere", evocans eum ad caelum 
de terris quem propter nostram salutem miserat. 



I. Hippolyts Abhandlung über die v^-^egnungen Jakobs. 41 

Jakob, weil er zur Zeit des Alters 1 ihm geboren ward". Und -)11 
so, da diese Welt alt geworden und sehr untergehend, erschien 
der Sohn Gottes und wurde von der Jungfrau geboren. Er 
erschien als älterer (1. als Sohn des Alters) durch den Vater, 
der vor den Äonen zusammen mit dem Vater war. Deshalb 5 
spricht er: „Zu mir komme, Sohn", wie von der Erde zum Himmel 
rufend jenen seinen Sohn. ^„Gegen ihn machten sie einen Rat 
und neideten ihn, die Menschen mit Pfeilen." Wer aber waren 
die, welche jene ruchlose Beratung redeten und ihn schmähten? 
Wer aber, Avenn nicht das gesetzlose und ungehorsame Volk, 10 
die furchtbar und unaufhörlich ihn schmähten? ^„Menschen mit 
Waffen.'* Weil ihnen leicht schien. Böses zuzufügen und zu 
töten alle Gerechten. „Und es zerbrachen ihre Pfeile mit Kraft." 
Weil, so viel Böses sie auch gegen ihn zusammenredeten, gleich- 
wie mit der Absicht zu verwunden [zu beschuldigen], weshalb 15 
sie auch c^erade richteten. In der Folffe aber ward es ihnen 
beschämend [verdrießlich], als sie von ihm erfuhren, daß er 
von den Toten auferstanden. Wie Jesajas spricht: „Böse Rat- 
schläge (Beratungen) für eure Seelen." 'Und Jakob spricht: 

Gen. 49, 22. — 7 Gen. 49, 23. — 11 Gen. 49, 23. — 13 Gen. 49, 24. — 
IS Jes. 19, 11 (?). 

2 2 Clem. 14, 2 hpavegcoO^ri öe ^n ecr/arojv zdiv r}fj.£Qüjv \ 4 Ad 
Diogn. 11, 4 ovTog 6 an ccQXVQ} ^ xaivog cpavelq xal naXaiog evQE&elg . . 
5 ovTog 6 dsL, 6 arifjLEQOv vioq loyiod-si^ \ Hipp, zu Gen. 49, 22c — 24a 
S. GS, lö". ItitioXvtov. Tiq a'/.loq ovzog t] xaS-(og öeiavvTccL i^fxTv öicc zov 
cmooTO/.ov, oTi ,,() öevteQog av&Qconog eg ovpavov". xal £v töj evayyeX'np 
«3e tov noLriaavxa to &bX7]/^a rov navQog tlnev „6 ^Gxcczog". no 6h „nQog 
ms dvaoTQSipov^' örjkovvai rj^Zv rj fjiexä to nä&og ccvd^Tjtpig stg rov 
ovgavüv tiqo g xov naxbQa. zo dh „elg ov öiaßovkevofxevoi ikoidogovv" 
zivtg £L fxrj Xabg xazd zov xvQtov tj/xöjv; „xal cvel^ov avzO/^. 
ziveg ivHXOv avzO): o1 xal ixi^'/Qi örifJBQOv eveyovoiv. oizoi „xv^ioi 
zo^evfj-uzojv" , OL xaianoXe/xtlv zov xvqiov öoxovvzeg. ei ydg xal ^v- 
ioyvaav zov uvaiQSx}^rivai avzov, d)j.d xal „GvvszQißrj fiezd xQazovg za 
zoqa avzüiv". (pavegdüg 6h rifüv 6rjXovzai, ozi fiBza zrjv dvdazaa iv 
ovvzszQLTizai zd zö^a avzwv fiezd xQazovg \ 8 „neideten — Pfeilen": 
hVH/ov avzO) xvQLOi zo^svfxdzcüv Gen. 49, 23 | 13 „es zerbrachen": avvs- 
ZQt'ßrj Gen. 49, 24 | 17 Ambr. 49 S. 151, 22 itaque resuscitcans filium suum 
unigenitum evacuavit consilium 'maledicentium — unde et Esaias dicit: 
..Vanum consilium spiritus vestri" — et convicia, quae quasi iaculantes 
sagittas dirigebant, solvit omnia. contrivit eorum potentiam, qui in suis 
virtutibus et non in Deo coniidentes erant. 



42 N. Bonwetsch. 

„Es [zerbrachen] wurden fT(;sch wacht die Sehnen ihrer Arnif 
durch die Hand des Starken Jakobs", aber dessen für sich sogar 
(so), daß sie nicht auf Gott ihre Hilfe setzten und mit ihrer 
eigenen Kraft sich rühmten [sich erhoben], und sie wurden, als 
i") die nicht gewesen wären, durch das Wort untertreten und unter 
den Völkern zerstreut, dank dem, durch den (?) „stark wurde 
Israel von Gott, deinem Vater; und Helfer war dir Gott, der 
meine". ^Wer ist es, der stark machte Israel und Helfer ward 
seinem Knaben, als nur der Eine Gott ist es? Wie er durch 
10 den Mund des Propheten spricht: „Jakob, mein Knecht, ich helfe 
dir, und Israel, mein auserwähltes Volk, (es ward) angenommen 
meine Seele." ^Und hernach spricht er: „Fürchte dich nicht. 
werde stark und schäme dich nicht." Denn sie redeten deshalb 
gegen ihn Schimpf und Schmähung, daß ihm herabsandte ,,Seg- 
312 nung von oben und [mit] Segnung der Erde der | alles erhält". 
Er unterwarf ihm unter die Füße seiner Füße „von oben 

1 Gen. 49, 24. - 6 Gen. 49, 24. 25. — 10 Jes. 42, 1. — 12 Jes. 54, 4(?). — 

14 Gen. 49, 25. 

2 Hipp, zu Gen. 49, 24b S. 68, 13 if. ''ImtoXvxov. rj yaQ öoxovoa loyiq 
aviöjv 8x).eXvxaL 6ia Z'^g övvd/bisajg zov naxgog xal zov vlov \ 6 „stark 
wurde": 6 xaxiaxvaaq Gen. 49,24 | Hipp. S. 69, Iff. ''InnoXvxov '^Pwfxrjg. 
aa(pü)Q r]/j.Lv ÖELXvvxKi, oxi ri „ßo^S^sia" xal i] dvzt?.rj\pig zov naiöog ov 
TcaQ^ aXXov zivog t] tzccqcc zov nazgög xal &eov rifiojv zov €v zoTg ovQuvolg. 
zo Sh „S^sog /jIOv" ÖTjXovxai ozi xo Tcvev/ua Xäyei öicc zov *Iaxojß \ Ambr. 
1. c. 49 S. 152, 3 ff. „inde inquit praevaluit Istrahel a Deo patris tui, et 
adiuvit te Dens mens", quis est qui confortavit Istrahel et adiuvit filium 
nisi solus Dens pater, qui dixit: „lacob puer mens, suscipiam eum; Istrahel 
electus meus etc. (Jes. 42, 1)" ; 14 Hipp, zu Gen. 49, 25 bc. 26a S. 69, 6 ff. 
InnoXvzov. zovzo rnjXv 6Tj?.ovzai, ozi rj fxhv ,,6rXoyicc dno zov ov^avot" 
eaxt x6 Tcvev^a. xb xaxeld^ov öia xov AÖyov snl x>]V oÜQxa. „/laoxciiv 
Ö€ etc." (s. u.) I Ambr. 1. c. 50 S. 152, 8ff". „et benedixit eum benedictione 
caeli desuper et benedictione terrae habentis omnia"; omnia enim subiecit 
ei, caelestia sicut benedictionem caeli et terrena sicut benedictionem terrae, 
ut et hominibus et angelis dominaretur, 51 itaque in illo velut con- 
temptibili corpore „praevaluisti" inquit „propter benedictionem uberum et 
vulvae, benedictiones patris tui et matris". ubera vel duo testamenta 
dixit, quorum altero adnuntiatus est, altero demonstratus — et bene ubera. 
quoniam velut quodam nos spiritali lacte nutritos educavit et optulit Deo 
filius — vel Mariae dicit ubera, quae vere benedicta erant, quibus sancta 
virgo populo domini potum lactis immulsit. unde et illa in evangelio 
mulier ait: „Beatus venter, qui te portavit, et ubera, quae suxisti!" . 

15 „d. Erde — erh.' : yfjg sxovoTjg navxa Gen. 49, 25. 



1. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 4;} 

vom Himmel" wie die himmlische Segnung und die „der Erde'' 
wie irdische Segnung, damit er erscheine als Herr der Engel 
und der Menschen. ^*^'Wer von ihnen verachtete auf Grund der 
Segnung „wegen der Brüste und des Leibes deiner Mutter 
Segnung deines Vaters und deiner Mutter". Die „Segnung[en] J> 
der Brüste" bildet vor entweder die zwei Gesetze (1. „Testa- 
mente"), durch die das Wort verkündigt wurde, damit es der 
Welt erscheine; weil durch sie er auch uns wie mit Milch zärt- 
lich beruhigt und nährt und darstellt als Söhne Gottes. Oder 
es bildet vor die Brüste der seligen Maria, durch die er genährt 10 
ward, — sie, die gesegnet waren, von denen mit lautem Rufen 
das Weib sprach: „Gesegnet der Leib, der dich getragen hat, 
und die Brüste, die dir zu saugen gaben!" 

XXVH. Und dadurch, daß er weiter beifügte und spricht: 
„Gesegnet der Mutterleib (deines) Vaters und deiner Mutter", zeigt 15 
im voraus der Prophet einen geistlichen Rat. Denn er vermochte 
zu sagen: „Und gesegnet der Mutterleib deiner Mutter", um zu 
zeigen durch die Erinnerung die Maria, in deren Leib das Wort 
heranwuchs. Aber nicht so sagte er. Im Gegenteil spricht er; 
„Der Mutterleib gesegnet (deines) Vaters und deiner Mutter", 20 

4 Gen. 40, 25. 20. — 12 Lc. 11, 27. — 14 Gen. 49, 25. 2(3. — Gen. 49, 
25. 2(3. 

2 „Herr": ,, Befehlshaber'' „Anführer" erklärt Karb. | 3 „verachtete'': 
„für verächtlich gehalten wurde" erklärt Karb.; mir scheint hier Hipp, 
einem vorausgesetzten spöttischen Urteil zu begegnen, etwa: „Vielleicht 
möchte jemand verachten" ] 5 Hipp., In cant. 2, 3 S. 25, 17 „Denn die 
Brüste Christi sind nichts anderes als die beiden Gesetze, und jene Milch 
nichts anderes als die Gebote des Gesetzes"; vgl. schon S. 25, 12 „Wie 
Kinder, welche saugen die Brüste, um Milch herauszusaugen, so müssen 
alle heraussaugen aus dem Gesetz und Evangelium die Gebote" 1 8 „uns"; 
„wir" R I l(j Hipp, zu Gen. 49, 25c S. (39, 7 ff. „(jiaoxwv öh xal fztiz^ag'^ 
Ttig TiaQ&bvov evXoyiaq Xiyei. xo 6s „naxQoq xal (xrixQoq oov" 
xovxo /.tyei' svXoyiav naxgöq, tjv bkdßofxev snl xr^v exxlriolav dm xov 
xvQiov ri(x(jjv ^Irjaov Xqioiov^ \ 12 Ruf. 1. c. Sp. 33()B | 14 Ambr. 1. c. 51 
S. I02, 21ff. quod autem ait: „Vulvae benedictionem patris tui et matris", 
si vulvam solam Mariae velimus intellegere, cur utramque benedictionem 
coniunxerit latebit causa — potuit enim dicere de sola vulva matris — , 
sed pulchrius arbitror, ut secundum spiiitale mysterium intellegamus 
utramque generationem domini lesu et secundum divinitatem et secundum 
carnem, quia ante saecula est generatus ex patre. unde et pater ait: „Eru- 
ctavit cor meum verbumbonum | Ki „Rat": „Gedanken Gottes" erklärt Karb. 



44 N. Bonwetsch. 

beide zu Einem vereint gleiclisam als Eins /.eig(.'nd, damit man 
erkenne geistig von ihm, sowohl geistig wie leiblich. -Denn er 
war das Wort des Vaters und von dem heiligen Leib. Weil 
vom Inneren (Mutterleib) des Vaters geboren, wie der Prophet 
T) spricht: „Es wird heraussprechen mein Herz «;in gutes Wort." 
Es ist ähnlich auch in bezug auf die (1. „den") von der Jung- 
frau geborenen Leiber (1. „Leib"), um als aus dem Leib der 
Mutter geboren gezeigt zu werden. Wie der Prophet sagte: 
„So spricht der Herr, der (mich) bereitet hat aus dem Mutter- 

10 leib zu seinem Knecht." Und durch den Mund des Jeremias 

spricht er: „Vor deinem Erkennen im Leib erkannte ich dich, 

und vor deinem Hervorgehen aus dem Mutterleib liebte ich dich." 

"^Deshalb, weil sow^ohl geistig das Wort war geboren und leib- 

313 lieh, I als Gott es sich zeigte und als vollkommener wahrhaftiger 

15 Mensch, sagte der Prophet „Mutterleib des Vaters und der Mutter". 
Wenn jemand es nicht so versteht, so erscheint der Prophet 
einigen (?) unwahrscheinlich (und) lächerlich, weil Mutterleib der 
Mutter es doch wohl gebührt zu sagen. Aber hier spricht er: 
„Der Mutterleib gesegnet der Mutter und deines Vaters", damit 

20 man verstehe die doppelte Geburt des Wortes, von Gott und 
von der Jungfrau. '^Von ihr spricht er im folgenden: „Es ist 
stark geworden mehr als die Berge der Ewigkeiten und schöner 

5 Ps. 44 (45), 2. — 9 Jes. 49, 5. — 11 Jer. 1, T). — 15 Gen. 49, 25. 2G. — 
19 Gen. 49, 25. 26. — 21 Gen. 49, 26. 

1 „damit er erkenne" R j 8 vgl. Hipp,, In cant. 2,6.23 S. iJl, 12 ff. 
„Aus ihm (David) (und) aus dem Herzen des Vaters ging hervor durch 
die Geburt (der Sohn)". In Dan. I, 10, 8 S. 17, 16 f. „Es hat des Vaters 
Mund hervorgehen lassen ein reines Wort aus sich" | 6 In Dan. IV, 24, 3 
S. 246, 3 ff. GwvrjQ 8/C xtiQ naQS-cvov . . ev6o&Ev fikv xO) loyoj, scoiS^ev dh 
T(o nvevfxazL] xO) äylo) \ Ambr. 1. c. 51; S. 153, 21 ff', sed sicut illam ex 
patre generationem intellegimus, ita etiam . . generationem Mariae intelle- 
gamus, quanclo benedicitur vulva matris, illa utique Mariae virginalis, quae 
nobis edidit dominum lesum. de qua pater dicit per Hieremiam pro- 
phetam: „Priusquam te jformarem in utero, novi te, et priusquam exires 
de Vulva matris , sanctificavi te". geminam igitur propheta substantiani 
declaravit, divinitatis et carnis, alteram ex patre alteram ex virgine I 
11 „Vor d. Erkennen": tiqo xov (jle nkaoai ge .Ter. 1,5 | 13 vgl. Ep. ad 
Diogn. 11 o. zu 26, 4 i 20 Ignat., Ad Ephes. 7, 2 xal ex Magiac xat 
d-EOv I 22 „st. gew.": ETI Evkoyiaiq + Gen. 49, 26 | Hipp. S. 69, 12 ff', xov 
avxov (sc. '^ IitnoXvzov). xo vil'og xal ßEy$&og xijq EvXoyiag tcqoxtiqvooel 
zo „V7CEQ EvXoyiaq oqewv /uovifxojv''. xo öh ,,0^iv(üv auDviwv^' xo ßeßcciov 



I. Hippolyts Abhandlung über die Segnungen Jakobs. 45 

als die ewigen Hügel": mehr als ihre Väter, die Patriarchen, 
und mehr als die Apostel und Propheten ist es stark geworden, 
erhöht vom Herrc. ^Alle diese Segnungen sammelte er auf sein 
Haupt; denn das Haupt aller Heiligen ist Christus. Und deshalb 
spricht er:^„Er möge (wird) bleiben auf dem Haupt Josefs (und) 5 
auf ihrem (so) Scheitel, der Führer war seinen Brüdern." ^Das 
was er hinsichtlich seiner Brüder sagte, sagte er nicht von den 
Brüdern, die nach dem Fleisch Brüder waren, sie vielmehr lehnte 
er ab; (sondern) in bezug auf die sagte er es, welche dies (als 
solche) geistig schon gerechnet wurden als Brüder, von denen 10 
der Herr sagte: „Meine Brüder und Miterben''. Alles dies in 
bezug auf diese nur sagte auch Jakob, indem er die Segnung 
auf die herabsandte, die Christus selbst für seine Brüder rechnete. 
XXVIH. „Benjamin ist ein räuberischer Wolf, des Morgens 
wird er essen Speise, und des Abends möge (wird) er austeilen 15 
Küsse mit den Obersten." ^Als „räuberischen Wolf'' zeigt er 

4 1 Cor. 11, 8. Eph. 1, 22. 5, 23. — 5 Gen. 49, 26. — 11 Mt. 12, 49. 
28, 10. Mc. 3, 34. Lc. 8, 21. Job. 20, 17. — 14 Gen. 49, 27. 

xal ioyvQOV ri/? oojTrjplag xalxo Eig Tovq alwvaq öiaßstvai \ Hipp. S. 70, Iff. 
Tov avTOv (sc. IjiTtoXvTOv). TieQLcpaviLav avxoj ^nevx^zai , ojoxe yevboi^ai 
avTov Tcaga näaiv STiLarjfAOv, dia rov „ßovvwv xal ogswv", ativa eiai 
nsQionxa näaiv \ Ambr. 1. c. 52 S. 154, 6 ff. unde et „convaluit super 
omnes montes et desideria Collum aeternorum". super omnes enim illos 
sublimis meriti viros patriarchas et prophetas et apostolos . . S. 154, ]2tf". 
in quo benedicuntur omnes sancti eins, quia ipse est super capita omnium 
Caput omnium . . et super vertices omnium, quia ipse est supereminens 
Vertex universorum, sed iustorum est Vertex altissimus, quos fratres vocat 
adquisitos per gratiam . . unde et fratribus Joseph illos magis fratres in- 
tellegimus, de quibus dieit in psalmo: „Narrabo etc. (Ps. 22, 23)". 

4 Hipp, zu Gen. 49, 26c S. 70, 5 ötj?.ol rj/uTv xal wSs negl xov xvqIov. 
XaycDV yccQ aXXajq ,,x£(pa?.Tj lioörup xal TCavxwv ?]/j.(öv ijv ^ItjGovg X^taxog", 
xovxo rjfuv 6rj?.0L, oxi ndviov r/fzüiv iaxi xsfpaXri o xvqloq rifidiv \ 
15 „Speise" in Gen. 49, 27 am Schluß | 16 „Küsse m. d. 0.": XQOcprjv Gen. 
49, 27 I Hipp, zu 49, 27 S. 70, 10 ft'. ^InnoXvxov. örj/.ovxat rjfALv (ha xov dno- 
axolov TlavXov' xal yäg avxbq (ex'> xrjg Bsviafilv (pv?.yg wv £v 
CiQxy ^Slojxe xrjv txxXriaiav, xal.ptBxa xavxa, oneg iaxl „tiqoq 
sanägav^^ xovxboxiv in ea^axcov , öiöwaiv t^/hTv näai xolq niaxsvovaiv 
inl xov xvQLOv öia xrjg xd^ixog xov xvq'iov rjfxcüv ^Itjoov Xqlot.oi iriv 
7tv€V(j.axix7]v XQOcpriv. S. 70, lOft". "^InnoXvxov. /Irj'/.ovxai rj/uTv xal 
xovxo ölo. xfjg yjxQLXog xov xvqiov rifxäiv ^Ir]aov Xqloxov, oxi fj Bavia/ulv 
(fv).r] iv xalg agyalg, otieq soxl xb ,,7iQ(vivov" öiojxsi. o yaQ —aov). wv 
ix xrjg Btviafxlr (pv?.^g xov elg xvnov xov xvqiov xsifxsvov /taßlö iölwxev. 



4() N. Bonwetsch. 

klar den Paulus. Di(3.ser wurde nämlich aus dem Stamm Ben- 
jamin geboren. „Ein räuberischer Wolf", weil er anfangs zer- 
riß und verzehrte die Schafe der Kirche. Wie auch er selbst 
spricht: „Ich bin nicht wert, daß ich ein Apostel heiße, weil ich 
5 furchtbar verfolgt habe die Gemeinden des Herrn; sondern durch 
die Gnade nur des Herrn bin ich, was ich nur bin." ^Und des- 
halb nannte Rahel seine Geburt: „Einen Sohn (soj in Leid 
mir Benjamin^'. Weissagend sagte sie, was geschehen sollte. 
Denn Paulus, geboren aus dem Geschlecht, beunruhigte furchtbar 
814 und verfolgte | wie seine Mutter, welches ist nämlich die Kirche 
selbst, durch Ausrottung aller derer, die auf den Namen des 
Herrn vertrauten. Anfangs war er ein Lästerer und Schmäher, 
hernach tat er Buße und predigte allen die geistliche und vom 
Himmel (sc kommende) Speise. Als erster hat er Christum aus- 
15 gebreitet, dem auch wir durch Glauben Dank darbringen immer- 
dar und in die Ewigkeiten. Amen. 

2 Gen. 49, 27. — 4 1 Cor. 15, 9. 10. — 7 Gen. 35, 18. 

1 Test. XII Patriarch. Benj. 11 | Tert., Adv. Marc. V, 1 S. 275 ed. 
Oehler: ex tribu enim Beniamin oriturum Paulum providebat, lupum ra- 
pacem ad matutinum comedentem, id est prima aetate vastaturum pecora 
domini ut persecutorem ecclesiarum , dehinc ad vesperam escam daturum, 
id est devergente iam aetate oves Christi educaturum ut doctorem na- 
tionum | Anibr. 1. c. 57 S. 158. 18 fi". lupus erat (Paulus), cum dispergeret 
et devoraret oves ecclesiae . . . lupus erat cum Saulus esset, quando in- 
trabat etc. (act. 8, 8. 9, 1. 2) . . . ideo Rachel cum pareret Beniamin vocavit 
nomen eius „filius doloris mei" futurum prophetans ex ea tribu Paulum, 
qui adficeret filios ecclesiae persecutionis suae tempore et gravi matrem 
dolore vexaret. sed tamen idem postea principibus escam posteriore di- 
visit tempore evangelizans gentibus Dei verbum et plurimos ad fidem 
provocans . . 58 S. 159, 15 unde et ipse . . ait: „Ego enim sum minimus 
apostolorum, qui non sum dignus etc. (1. Cor. 15, 9. 10)". 



II. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 47 



IL 

Des Hippolyt Erklärung der Segniiiigeii des Moses 250 
zu den zwölf Stämmen. 

Herr erbarme dich! 

1. Da in den ersten Büchern gesagt ist von den Segnungen 5 
des seligen Isaak, die zu seinen Söhnen geschehen sind, und die 
Bedeutung der Dinge, die geschehen sind, nicht verschwiegen 
worden), und auch die des Jakob, die zu seinen zwölf Söhnen, 
kund getan und auf solche Weise enthüllt ist, was das für Seg- 
nungen sind, die geschahen, und an wem sie sich erfüllten, und 10 
was die Weissagungen sind, und an wem sie in Erfüllung gingen, 
— so fange ich jetzt an zu erklären durch die Gnade des Herrn 
auch die (;,aus den"?) Segnungen des Moses, wie er die zwölf 
Stämme segnete und nichts vergaß, ^ßenn für immer ist der 
vollständig gefestigte Mensch ein auf dem Meer der Befreiung (so) 15 
vollkommen erwiesener durch den Glauben, der vollkommen 
erkannt hat das von den Propheten Gesagte und jetzt durch 
Christus Erfüllte und durch das Ungeteiltsein der Wahrheit. 

n. Aber besser ist für uns die Erzählung der Worte des 
Moses, durch den Glauben uns zu erinnern seiner Geburt und 20 
seiner Taten {und) deutlich und nichts zurückgelassen habend 
das Geschehene zu erklären. Hundertundzwanzig Jahre alt 
sammelte er (Moses) das Volk jenseits des Jordan und segnete 
die zwölf Stämme wie einst Jakob. Mit Überlegung (?) sprach 
er, daß er ein gewisser daselbst ist inmitten der Stämme, der 25 
verborgen vom Vater geborene gesegnete Sohn, durch das Fleisch 
in der Welt nicht mehr verborgen. ^ Dieser Moses wurde ge- 
boren im Land Ägypten nach der Zeit der Fremdlingschaft da- 
selbst der Söhne Israels, aus dem Stamm Levi, väterlicherseits 
von Amram, mütterlicherseits von Jochabed, sein Bruder Aaron 30 
und seine Schwester Mariam. Dieser vertrieben drei Monate 

22 Dt. 34, 7. — 30 Ex. 6, 20. Num. 2(), 59. — 31 Ex. 2, 2-15. 

27 „verborgen" sokrytyi: „offenbar" otkrytyi R | 31 „vertrieben — 
alt": ob „nach Verlauf von drei Monaten"? 



48 N. lionwctsch. 

alt, herabgelassen am Tfer des Flusses, gelegt in einen Kasten 
und herausgezogen von der Tochter Pharaos, ward erzogen in 
dem königlichen Hause. -'Und als er vierzig Jahre alt war, be- 
absichtigte er acht zu haben auf seine Brüder, die Söhne Israels. 
257 Als er sähe einen überwältigten Ebräer, half er | ihm und warf 
nieder den Ägypter. Und es kam zu Ohren Pharao, und er 
suchte ihn zu töten. Er aber, sich zur Flucht gewandt habend, 
war ein Fremdling in dem Land der Midianiter. Und er weidete 
die Schafe Jathros seines Schwiegervaters. '^Als er bis zum 

10 dreißigsten Jahre geblieben war, führte er heraus das Volk aus 
dem Land Ägypten nach dem Gebot Gottes. Er brachte zehn 
Plagen über Ägypten. Nachdem sie die Wüste erreicht hatten 
und auf den Berg Sinai gegangen waren, brachte er von oben 
herab die Gebote von dem lebendigen Gott, welche beschützten 

15 sein Volk. "' Aber da sechstausend derer waren, die aus Ägypten 
ausgezogen waren, und die Gotte Ungehorsamen [und wie] alle 
fielen in der Wüste, [und] richtete Gott auf an ihrer Stelle ihre 
Söhne, die Moses auszählte und aufstellte einen jeden von ihnen 
nach dem Stamme eines jeden Vaters nach ihrem Geschlecht, 

20 um durch sie auszufüllen die Sechstausend. ^ Grund war dies für 
Moses: enteprechend dem Gebot Gottes wählte er aus zwölf 
Männer, Älteste der Stämme. Er sandte (sie), das Land zu be- 
sichtigen. Und zehn von ihnen kehrten zurück und erregten 
das Volk und schüchterten sie ein, umfangen von Furcht, und 

25 sprachen: Das Land ein unglückliches und die Menschen vertiert 
und Menschenfresser, „und sehr große und ummauerte Städte", 
und die Menschen, die in ihnen wohnen, ..an Wuchs groß und 
sehr lang". Und sie sprachen von ihnen wie von Nachkommen 
von „Riesen", und daß sie „vor ihnen erschienen seien wie Heu- 

30 schrecken". Als das Volk diese hörte, wurden sie umfangen von 
Furcht im Herzen und erschraken sehr und sitzend Tag und 

8 Ex. 3, 1. — 10 Ex. 7—10. — 13 Ex. 19, 20. — 15 Ex. 12, 37. Num. 
1, 46. 2, 32. — IG Num. 14, 23. 31 f. 1 Cor. 10, 5. — 21 Num. 13. 14. — 
25 Num. 13, 29. — 27 Num. 13, 33. 34. 

20 eine abweichende Verwertuno^ jener Erzählung in den arabischen 
Hippolytfragmenten bei Achelis S. 104 und benutzt in den Tractat. üri- 
gen. 11 1 25 „das — unglückl.": yTjv Qsovaav ydXa xal fiah Num. 13, 2(S j 
„die — Menschenfr.": S-paav xb eS^voq xb xaxoixovv in avxrjc Num. 18, 29 [ 
27 „an — lang": vneQjurjxeic Num. 13, 33. 



IT. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 49 

Nacht erinnerten sie den Moses: Es ist nötig, hier „umzukehren 
nach Ägypten". 'Von ihnen nur zwei besichtigten das Land 
und erwiesen sich würdig des Vertrauens und widersetzten sich 
ihnen und hielten fest und sprachen: „Das Land, wohin wir 
auszogen, das ist ein sehr schönes Land", „das fließen läßt Honig 5 
und Milch. | Siehe, was für eine ihre Frucht!" Sie zeigten ihre 2r)S 
Frucht, kaum zu tragen. Und es war eine Traube vom Wein- 
stock mit einem Pfahl getragen auf ihren Schultern. Auch ihnen 
glaubten sie nicht; sie sprachen sie zu erschlagen mit Steinen. 
"Und so geschah daselbst durch den Unglauben etwas Vernich- 10 
tetes (so). Durch einen Eid verhieß der Herr dem Moses und 
sagte: Von den Menschen, die mich betrübten und meinen Wor- 
ten nicht glaubten, „welche sahen die Wunder und Zeichen in 
dem Land iigypten", „sie sollen nicht sehen das gute, fette Land, 
das ich ihren Vätern verheißen habe. Aber den Kindern, wegen 15 
deren sie sprachen, daß sie werden von den Feinden gefangen 
sein, werde ich das Land geben, und den Jesus, den Sohn Naves, 
meinen Knecht, und Kaleb, den Sohn Jephonjas, deshalb, weil 
auf ihm der Geist war, werde ich dahin führen und werde das 
Land geben, das sie zu Fuß auskundschafteten." 2() 

'•^Deshalb ward jenes Volk festgehalten in der Wüste vierzig 
Jahre, und alle starben nach dem Wort des Herrn. Aber die 
zwei Menschen, von denen er zuvor sagte, und ihre aus ihnen 
erwachsenen Söhne vereinigen sich mit der Zahl anstatt ihrer 
Väter. ^*^Sie rief der selige Moses auf die andere (?) Seite des 25 
•lurdan und 

avcodev tov voiiov rfj fisxa xovg rjQrnitvovq ep xfi EQrjficp 
/tvsa bJTS^rjyovfifvog, txdcödöxec rb AevreQovofiiov. ovx coQ 
trsQOP vofiov ölÖovq JtaQa tov Jialcu xolg jtaxQaöcv avxmv 
o^Qiö^tvov, a)J. avxov xovxov avaxe^paXatov^Evog, Iva azov- 
oavxeg xa ovfißavxa xolg JtaxQccOiv avxcov, £§ oXrjg xTJg xagölag . 
ffo.3r]0mOt xov deov. 

lehrte sie , in dem von oben gegebenen Deuteronomium mit 
vollkommener Vollständigkeit das ihren Vorvätern ^gewordene) 

1 Num. 14, 4.-4 Num. 14, (5—8. 13, 28.24. — 9 Num. 14, 10. — 
11 Num. 14,21—23.31.30.24. 

14 „d. gute, fette L.": r^r yriv Num. 14, 23 1 22 „n. d. Wort Wort" R 
27 Irenäusfragm. 16 S. 487 ed. Harvey. 

Texte u. üntersucliungen. N. F. XI, la. 4 



^O N. Honwetsch. 

Gesetz. Aber eben dasselbe schrieb er nieder, damit sie er- 
kennten aus dem Vergangenen ihrer Väter, die in Ägypten ge- 
lebt hatten, damit sie (sc. dadurch) in der Wüste wären durch- 
drungen von tiefer Ehrfurcht gegen den Herrn. 
5 III. Zu der Zeit teilte Moses aus dem Geist die zwölf Stamm»' 

in zwei Teile (und) gab die Segnungen auf dem Berg Garizin 
durch den Mund von sechs Stämmen, und die Verfluchungen auf 
dem Berg Gebal durch den Mund der übrigen sechs. Und dies 
nicht träge („unnütz"?). Etwas im voraus zeigt es an. AVeil er 

10 teilte die Stämme in zwei Teile, zeigte er, daß einige von ihnen, 

259 durch die Segnung durch Christus Erben ihrer Väter sein 

werden, im neuen Testament zur Rechten erfunden, aber einige 

von dem alten Sauerteig umfangen, nach ihrem Unglauben unter 

dem Fluch erfunden als Teilhaber zur linken Seite. Wie für 

15 ihnen ähnliche der Erlöser sagt: „Zu der Zeit sage ich (sc. zu 
denen), welche zur Rechten von mir sein werden: Kommt, ihr 
Gesegneten meines Vaters^ und ererbet das Reich, das für euch 
bereitet ist von Anbeginn der Welt. Und welche zur Linken: 
Gehet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das mein 

2(1 Vater bereitet hat für den Teufel und seine Diener." ^ Jetzt 
aber, welche mit Glauben Gotte gehorchen, mögen sie sich selbst 
mit ihrem eigenen Mund zu Teilhabern des Segens (machen ^ 
damit sie seien Geborene des neuen Testaments, erfunden als 
Erben des heiligen Landes, das er zuvor verheißen hat, und ferner 

25 einige nicht nur durch das Gesetz Gerechtfertigte seien und nicht 
nur (1. „sondern auch") durch den Glauben Bußfertige, damit sie 
Christum preisen. Sich selbst machen sie gemäß der Schuld zu 
der Strafe Würdigen. ^Denn auch Moses weissagte, durch die 
Lehre zeigt er das Bild. Und diese blieben auch in den Seg- 

30 nungen: Symeon, Levi, Juda, Zabulon, Josef, Benjamin, 

£§ wv 6 XQLöxbg JtQOBXVJKDd^r] Tcal ejteyvwöd^rj xal £Yevv7]d^rf 
SV fiev yaQ rm Iwöfjq) jtQotxvjtmO^T]' iz 6h rov Aevl xal rov ^lovöa 
To Tcaxa odgxa eng ßaöiksvg xal Isqsvq hysvvrjO^^]' öia 6h ^i\a£cbp 
£P rm vacp ejieyvmoB^i]' 6ta rov ZaßovXcbv Iv rote td^veöLV 

35 £jnOT8v07] — cog (prjötv 6 JtQ0(pr}T7]g yr] Zaßov?.(DV — , 6ia 6h rov 

Brviafilv, rov Havlov, dg Jiavra rbvxoOfiov zijQvyßeig l6o^aöd'ry 

durch die Christus zuvor abgebildet ward, geboren wurde und 

6 Dt. 27, 12.13. — 15 Mt. 25, 34.41. 

15 Abweichungen in Mt. 25. | 31 Irenäusfragm. 17 S. 187 ed. Harvey. 



II. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 51 

sich offenbarte und geglaubt ward und verherrlicht ward. Und 
durch Josef erkannt, ward er durch Levi und Juda als König 
und Priester nach dem Fleisch geboren, von Symeon im Tempel 
erkannt, denn er sagte: „Jetzt entlasse, o Herr, deinen Knecht 
mit Frieden, weil meine Augen dein Heil gesehen, das du be- ö 
reitet hast vor dem Angesicht des ganzen Volkes, ein Licht 
leuchtete auf über den Heiden und (zum) Preis deines Volkes 
Israel." Und durch Zabulon ward er geglaubt von den Stämmen 
(1. „Völkern"); wie der Prophet spricht: „Land Zabulon und | Land 260 
Nephthalim, Weg zum Meer, hinter dem Jordan. Ein Volk, das 10 . 
im Finstern saß, sie sahen ein großes Licht, und (denen), die 
im Schatten des Todes saßen, ging auf ein großes Licht/' Und 
Benjamin predigte durch den Apostel Paulus über (dg) die 
ganze Erde und wurde verherrlicht. — ^Man muß sich wundern 
auch über das Frühere, daß bis zu dem Gesetz er durch ein Bild 15 
erfüllte, aber es jetzt im Geist durch Christus erfüllt ist. — ^ünd 
die (?) Segnungen wurden gegeben auf dem Berg Garizin als 
zum neuen Gesetz (Testament) erwählt, durch welches Christus 
Fleisch geworden der Welt erschien und auf einem heiligen 
Berg erfunden ward. Wie Jesajas spricht: „Am Ende der Zeiten 20 
wird offenbar werden der Berg des Herrn." — ^ünd die Ver- 
fluchungen auf dem Berg Gebal, durch welche sie auch denen 
sagen, die unter dem Gesetz waren: „Verflucht werden sie sein, 
ein jeder, der nicht bleibt in allen Schriften des Buches des 
Testamentes (1. „Gesetzes"), das (man) verpflichtet ist zu tun." 25 

IV. Mit allen Mitteln sehen wir von dem Gesagten, was 
nach Kräften Moses ausspricht in den Segnungen. Denn er 
spricht schriftlich eben dasselbe. ,. Diese Segnungen sind es, mit 
denen Moses, der Mensch Gottes, segnete die Söhne Israels und 
sprach vor seinem Tode: Der Herr ist vom Sinai ausgegangen, 30 

4 Lc. 2, 29—32. — 9 Mt. 4, 15. 16 (Jes. 9, 1. 2). — 2-) Dt. 27, 26. — 
28 Dt. 33, 1—5. 

4 „entlasse": dnoXvetQ Lc.2,29 | „Knecht": xara to QrjfjLa. ö'ov + Lc.2,29 | 
6 „des g. V.": navxwv xwv /.acöv Lc. 2, 31 | 7 „leuchtete auf": elg dno- 
xuXvxpiv Lc. 2, o2 I 10 „Jordan": Fahlaia zäiv i(^v(öv + Mt. 4, 15 | 
12 „großes" < Mt 4, 16 115 „Frühere": „(gesagte" erklärt Karb. | 24 „des 
Test. — tun": xov vofiov zovzov noujaccL aviovq Dt. 27, 26 | 28 „schriftlich": 
wörtlich „durch einen Brief" pis'mom | 29 „der Sohn I." R | 30 „ist . . 
ausg."; i]xEi yML bnicpavev ex ZrjelQ rjfxTv Dt. 33, 2. 

4* 



Oi 



N. Bonwetsch. 



und er eilte von dem Borg Fharan und mit einer Menge seiner 
Engel aus Kades zur recliten Seite von ihm. Und er erbarmte 
sich des Volkes und aller Heiligen seiner Hände. Und diese 
sind unter dir. Und er em])fing von dem Brot (so) das Gesetz, 

5 welches uns zeigte Moses schon gewesen zwischen denen Jakobs. 
Und er wird sein den Geliebten zum König inmitten der Ver- 
sammlung des Volkes mit allen Stämmen Israels." 

-Dieses sprach der Prophet. Er zeigt die vom Herrn ge- 
schehene Hilfe des Volks .,mit allen Stämmen Israels", die 
. 10 Heldentat gegen die Fremden — von (so) Seon, dem König der 
Eseboniter, und von Og, dem König von Basan — , ..inmitten'' 
2(31 deren er erschien mit den Engeln, | sie von den Feinden zu er- 
retten durch die Erweisung des Erbarmens gegen das Volk. — 
^^ Ordnung ist, dies zu verstehen hinsichtlich der Parusie des 

!;"> Herrn. Denn der auf dem Berg Sinai dem Moses erschien, der 
kommt mit den Engeln und errettet die Heiligen von ihren Ver- 
folgern und Bedrückern durch die Begnadigung derer, die auf 
ihn hoffen. Denn er spricht: „Alle Gereinigten (Geheiligten) 
in deinen Händen", im Schutz und Hafen des Höchsten und wer 

20 vermag außer der Herr allein, welcher ausbreitete Hilfe und 
reinigte alle, die zu ihm trachten (eilen), wie ein Vogel, welcher 
sammelt seine Jungen. Und Esra hat schon zuvor gesagt dem 
Ahnliches: „Gesegnet ist der Herr, der seine Hände ausbreitete 
und rettete Israel." Und darch den Mund Jesajas schalt er die 

25 Ungehorsamen und spricht: „Ich richte meine Hände jeden Tag 
zu einem ungehorsamen Volke." ^ Und hier spricht Moses: ,.Alle 
Gereinigten (Geheiligten) in deinen Händen und diese sind unter 
dir, und er empfing mit seinem Wort die Gesetze, die uns Moses 
übergab zum Erbteil in der Versammlung Jakobs." Nun em- 

9 Dt. r];j, 5. — 10 Dt. 2. 3. — 18 Dt. 33, 3. — 21 vgl. Mt. 23, 37. — 
22 ? . — 25 Jes. (35, 2. — 26 Dt. 33, 3. 4. 

3 „des Volkes": rov Xaov uvzov Dt. 33, 3 | „aller H. s. H.": ndvieq 
ol ^yiaofzivoi vtco tccq yügdq oov Dt. 33, 3 | 4 „v. d. Brot" ot chleba 
togo: 1. „V. d. Wort" ot slova togo, uno xdiv /.oyojv avzov Dt. 33, 3 
o „zeigte": ivsxelXazo Dt. 33, 4 | „schon — Jakobs": xXriQovofxiav gvvcc- 
yioyatq ^lax(vß Dt. 33, 4 | G „den Gel. — Volkes": ev xiö i^yanr]/ubvo> 
aQXoJv, avvaxO-^vTüJv dg/ovicov ).aü)V Dt. 33, 5 | 10 „Sevon" R | 28 „mit — 
d. Ges., die": dnb tüjv Xoycov avzov. vöi^iov ov Dt. 33,3.4 | 29 „in d. 
Vers.": avvaycoyalq Dt. 33, 4. 



II. Hippolyts Erklärung der Segmiiigen des Moses. 5;) 

pfiDg wer von wem mit diesen Worten die Gesetze, wenn nicht 
vom Vater durch den Sohn, der auf dem Berg Sinai aus den 
Wolken sich offenbart habend übergab dem Moses das Gesetz, 
das eben er vom Vater empfangen hatte, deshalb weil herab- 
gekommen er ein Zeugnis feststellt des Volkes inmitten dieses 5 
..Erbteils der Söhne Jakobs"? Der Sohn der Mittler des Vaters 
durch Moses das Gesetz der Gebote, und Moses der Mittler 
zwischen dem Sohn und dem Volk dadurch, daß er gab das Gericht 
des Gesetzes. Denn auch Jeremias spricht dem Ahnliches: „Dieser 
unser Gott und kein anderer außer ihm; er fand alle Wege der 10 
Kunst und gab Jakob, seinem Knecht, und Israel, seinem Geliebten." 
•'Und alle Weisheit und Lehre, vom Vater gefunden, gab er 
dem Jakob. [Für] Israel nennt der Prophet (den), welcher ist 
der erstgeborene Sohn Gottes. Und der Sohn empfing alle 
Weisheit, und) gab (sie) den Menschen, wie er wieder | spricht: 202 
„Nach diesem erschien er in der Welt und wandelte inmitten 
der Menschen." Denn auch Moses gab ihren Vätern das Gesetz, 
das er von ihm empfing, und nach diesem lehrte er ihre Söhne 
eben das Gesetz, das er von dem Sohn empfangen. ^Und nach 
diesem lehrte er ihre Söhne das zweite Gesetz, um zu zeigen 20 
die beiden Gesetze (Testamente), das alte setzte er durch die 
Beschueidung für ihre Väter fest und das neue bewahrte er den 
Neuen. Jetzt, der durch Moses festsetzte das alte, eben der 
zeigt uns das neue, weil er nur der einige Gott, welcher von 
ihnen verkündigt ward, noch nicht gekommen und schon 25 
geglaubt, und dies der einige Sohn Gottes, der sich der 
Welt offenbarte, damit sie glaubten; wie er durch Jeremias 
spricht: „Es wird sein in jenen Tagen, spricht der Herr, da setze 
ich über das Haus Davids und das Haus Judas eine neue Ver- 
heißung, und nicht so wie jene, die ich verhieß ihren Vätern 30 
am Berge Horeb." Jetzt das (Testament) des Sohnes Gottes, der 
schon der Mittler geworden aller zwischen Gott und den Menschen 

6 Dt. 3^], 4.-7 vgl. Gal. 3, 10. — 9 Bar. 3, 3(5. 37. — 16 Bar. 3, 38. — 
2S Jer. 38 (31), 31. 32. 

10 „alle Wege": näaav oöbv Bar. 3,37 | 11 '„gab": eöoyxev avzrjv 
Bar. 3, 37 | 13 „(Jacob und) Isr."? | 28 „setze — Davids": öia&ijaofÄaL xcö 
ol'^üj ^loQdriX Jer. 38, 31 | 30 „wie jene": xaza. zrjv öiad-rixtiv Jer. 38, 32 | 
31 „am Berge Horeb": anders Jer. 38, 32. 



54 N. Ijonwetsch. 

(dem Volk). 'Aus den Wolken zuerst wie durch einen Spiegel 
auf dem Berge ward dem Moses gezeigt das Testament vom 
Vater [zeigte er], wie die Schrift spricht: „Und der Herr sagte 
dem Moses: Steige herab, gebiete dem Volk: W^enn ihr mit Be- 
5 obachtung bewahret die Gebote des Herrn, eures Gottes, und 
das Wohlgefällige vor ihm tun werdet, so werde ich alle Plagen, 
wie ich sie führte über das Land Ägypten, nicht auf euch führen, 
deshalb weil ich euer Gott bin." ^Jetzt, wer ist der Herr, der 
zu Moses sprach, wenn nicht der Sohn? Oder wessen Gesetz 

10 gebot er, wenn nicht das des Vaters, der sein Gericht geruhte 
kund zu tun und sprach: „Alle Krankheiten, die ich brachte über 
die Ägypter^ werde ich nicht auf euch bringen" V Und so sagte 
er: „welcher brachte", deshalb w^eil ,.der Vater niemand richtet, 
sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben"; welcher strafte 

15 Ägypten durch das rote Meer; mit Recht wurden sie ertränkt. 

Gut spricht er im Deuteronomium , daß „er empfing aus seinem 

263 Mund die Gebote^ das | uns gebot Moses zum Erbteil des Volkes 

Jakob; und er wird sein den Geliebten König", damit er zu der 

Zeit auch dem Moses in der Tat als König erschiene, und ge- 

20 glaubt würde; wann der „geliebte" Sohn Gottes in Herrlichkeit 
mit Moses kommt ^ und der durch ihn allen verkündigt war, 
deutlich allen zeigen wird, daß jener damals auf dem Berge zu 
Moses sprach und von keinem geglaubt wurde, und jetzt von der 
Welt als Mensch in ihrer Mitte auch nicht erkannt. ^Wie auch 

25 Moses selbst spricht: „Versammlungen der Könige der Geschlechter 
Israels". Über ihn haben auch die Apostel etwas Ahnliches ge- 
sprochen: „Herr^ du bist es, der Himmel und Erde gemacht hat 
und das Meer und alles, der du durch den Mund deines 
geliebten Knechtes David (gesagt hast) : Warum haben sich gleich 

30 Tieren gesammelt die Geschlechter und das Volk hat Böses ge- 

1 Ex. 19, 9. 16. 24, 15f. 18. (34, 5). 1 Kor. 13, 12. — 3 Ex. 19, 21. 
15, 26. Lev. 26, 3. — 11 Ex. 15, 26. — 13 Joh. 5, 22. — 16 Dt. 33, 3—5. — 
25 Dt. 33, 5. — 27 Act. 4, 24—28. 

16 „Gut" verbindet R mit dem Vorhergehenden | 17 „des Volkes": 
ovvaycoyalg Dt. 33, 4 | 18 „den Gel.": cV reo Tiyani^ixhw Dt. 33, 5 1 25 „Ver- 
samml. — Israels": avvax&^vTcov a.Qi6vxu)v ?mü)v afxa ^v?.aTg ^aga^X Dt. 
33, 5 I 28 „alles": Ticcwa za iv avxolg Act. 4, 2-1 | „durch — Knechtes": 
anders Act. 4, 25 ] 29 „sich — ges.": ecpgya^av Act. 4, 25 | 30 „d. Volk": 
'/.aol Act. 4, 25. 



II. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 55 

-oiinen. Es haben sich beraten die Könige der Erde und die 
Fürsten haben sich zusammen versammelt wegen des Herrn und 
seines Gresalbten. In Wahrheit haben sich versammelt gegen 
deinen Sohn Jesus Herodes und Pontius Pilatus mit dem Volk 
und mit den Fürsten. Deine Hand und deine Rechte hat sie 5 
zuvor bereitet zum Sein." 

V. Und Moses hng an sie zu segnen und sprach : „Es möge 
leben Ruhen und sterbe nicht und sei an Zahl viel." — -Jetzt, 
wenn jemand meint, über Rüben sei dies gesagt, so ist er ver- 
wirrt, da schon seit langen Zeiten Ruhen gestorben war und im 10 
Land Ägypten begraben. Denn auch David spricht im voraus 
von Christus diesem ähnlich zu sagen: „Ich werde nicht sterben, 
sondern werde leben." Ahnlich diesem spricht auch Moses- 
..Rüben wird leben und möge nicht sterben und wird an Zahl 
viel sein." "^ Was sich jetzt erfüllt durch die Kirchen zu dem 15 
Geschlecht und es sind „zahlreicher die der Unfruchtbaren Ge- 
borenen mehr als der Verheirateten". W^as ist dies? Das Wunder 
der Auferstehung. Zuvor schaute Moses die Auferstehung des 
Herrn. Damit der „Tod über ihn nicht herrsche", sagte er: „Er 
möge leben und nicht sterben." ^Denn auch David nicht dies, 20 
daß er von sich zu sagen vermochte: „Ich werde leben und 
nicht sterben"'; welcher schon „gestorben ist und sein Grab bleibt 
bis auf diesen Tag". Sondern auch er hat zuvor dargestellt 
die Auferstehung des Herrn und, daß | „der Tod über ihn nicht 264 
herrschen" wird, hat er gesagt: „Er möge leben und nicht 25 
sterben.'' Aber er, der vorausschaute die Auferstehung des Herrn, 
sagt sie auch zu den Glaubenden voraus. ^Und der Apostel 
spricht: „Welcher schon starb, durch die Sünde ist er einmal 
gestorben^ welcher aber lebendig ist, Gottes ist er lebendig." 
Cnd daß er sagte, daß er „durch die Sünde gestorben ist", lehrt 30 
beständig alle Menschen, die gesündigt haben ^ daß der, welcher 

7 Dt. 33, 6. — 12 Ps. 117 (118), 17. — 14 Dt. 33, 6. — 16 Jes. 54, 1 
(Gal. 4, 27). — 19 Rom. 6, 9 (Act. 2, 24). — Dt. 33, 6. — 21 Ps. 117 
(118), 17. — 22 Act. 2, 29. — 24 Rom. 6, 9. — 25 Dt. 33, 6. ~ 26 Act. 2, 31. — 
2S Rom. 6, 10. — 30 Rom. 6, 10. 

1 „es hEib. s. ber.": Tzagsozrjaav Act. 4, 26 | 3 „vers.": iv xy noXsi 
Tavr^ 4- Act. 4, 27 | 4 „d. Sohn Jes.": zuv ayiov naZöä oov ^I. ov e/Qioag 
Act. 4, 27 I 15 vgl. 2. Clem. 2, 1 I 18 „die Auferst.'- verbindet G (R) mit 
dem Folgenden. 



5() N. J'onwetfjch. 

des Todes nicht teilhaftig war, „sich für uns alle dem Tod hin- 
gegeben hat, damit die^ welche leben^ nicht durch sich selbst 
lebten, sondern durch/ den, welcher für sie gestorben und auf- 
erstanden ist." Und wenn wir „mit Christus" durch die Taufe 

5 „sterben, glaube ich . . der von den Toten Auferstandene aber 
stirbt nicht mehr, und der Tod wird üljer ihn nicht herrschen". — 
''Dies war es, weswegen Moses sprach: „Er möge leben und nicht 
sterben und wird an Zahl viel sein." 

VI. „Und auch (?) Juda: Höre, o Herr, die Stimme Judas, 

10 und in seine Versammlung mögen sie sich sammeln, und seine 
Hände mögen (werden) Recht sprechen, und werden helfend von 
den Feinden sein." — -Jetzt alle göttlichen Schriften und alle 
Propheten wollten nicht etwas anderes, sondern wegen des Er- 
lösers riefen sie laut [riefen sie aus], damit durch alle Mittel die 

1.") Geschlechter der Menschen sich (sc. ihm) unterwürfen. Und dies 
nicht umsonst, sondern sie wußten, daß schwer glaubend die 
Geschlechter der Menschen. Nachdem er gesehen die freie Kraft 
dieser, und da leicht überwiegt mehr zu dem nicht Nötigen als 
zu dem Besseren, deshalb hat der Geist auch Fürsorge in allen 

20 Schriften in betreff der Erscheinung Christi, um zu unterwerfen 
(ihm) die Hörenden, zu überführen in dem Gesagten, damit sie 
durch es erlangen zu leben. '^Und wie dieser auch spricht: 
„Herr die Stimme Judas" | . . . 

[Vn. *Ö Tov aJioXcoloTa ly. yrjq JtQmxoji^.aOTov avS^QOjjtov 

25 xaX Iv ösö^uolg davdrov xQarovfisvov £5 r.öov yaroDrarov 
tlzvöag' avcod-sv rMTsl^mv xal tov y,arco dg rc: avco av^- 
vtyyMg' o xcöv vsxqcov svayyeXiOTtjg yal rcov xpvymv XvxQcoTTjg. 
yal avdöraöig rSv rsOai-ifiivcov yivofievog , ovtog ijv o rov 

1 2. Kor. 5, 15. L Rom. G, S. 9. — 7 Dt. 33, 6.-9 Dt. 33, 7. — 

23 Dt. 33, 7. 

1 „uns" <; 2. Kor. 5, 15 ] 5 „glaube ich": 71iot£vo//£v otl xal out?'/- 
oofjiev avTÖj eldoxeq oxt Xqiotoq Röra. 6, 9 | 9 „auch"(?): avxi] Dt. 33, 7 
10 „in — sammeln": 8iq xov /.aov avxov €?.&oig av Dt. 33, 7 ] 11 „w. 
helf. . . sein": ßoriQ-oc . . £(>?; Dt. 33, 7 j 23 Es. fehlt ein Blatt zwischen 
Quaternio 17 und 18 und zwischen S. 2G4 und 265, = 1 Spalten mit 108 Zeilen | 

24 Hier könnten einzuschalten sein die bei Theodoret, Eranistes, dial. 2 ed. 
Schulze (IV S. 131 und 132) erhaltenen Fragmente mit dem Lemma xov 
avxov bx xov loyov elq xrjv coötjv xtjv fjieyah]v und dem xov avxov Ix xov 
avxov loyov. Wahrscheinlich freilich hat Hipp. Dt. 32 selbständig erklärt. 



IL Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 57 

vevixijutvov avdQcojiov yeysp/jfisvog ßorjd^og, xaz' avrbv ofiotog 
avTw , JtQcoTOTOxog Xoyog rov jiqcotojzXmotov Aöa{.i ev ttj 
JtaQd^ivoj ajnöxsjrrofisvog' 6 jtr£t\uaTix6g rov ;foi?coi^ tv ttj 
ifrjTQCi tJtt^7]r6Jv' o ael l^cov tov öia jiaQaxo^g ajiodavovra' 
{) ovQavLog xov hjilyuov eig ra avco yucXcoV 6 evyepTjg rov 5 
öovXov öia TTjg iöiag vjtaxofjg D.evdsQov ajioöel^ac d^D.cov' 
o TOV sig y'ii]v Ivo^evov avd^Qcojtov xal ßQcofia oq)smg ysyevr]- 
fievov, elg dödfiavTa TQtif:ag, yMc tovtov am ^vXov xgef/aöO^evTa, 
y.vQLOV yMTa tov V£vr/C7]xoTog aJtoÖ£isC(g xal öia tovto ötd 
^vXov vixrjcfoQog EVQioysTai. 1^* 

Ol ydg TOV vlov tov S^eov tvocxQxov vvv fi?] tJtcycvojOxovTsg 
LiiyvcoöovTat avTov xQtT?jV Iv öo^?] jraQaycvoj-isvov , toz^ vvv 
Iv aöo^cp öm^iaTi vß<^>t^o/J£vov. 

Kai yccQ ol aJtoOToXoi lldovrtg elg to fiv?]ii6lov Tfj r/fiaga 

Ttj TQLT7J OVX £V(Jt6X0V TO ÖCO^UCC TOV IrjOOV' OV TQOJtOV OL 1"> 

vlol TOV IO(>a?i?. Trjv Tacprjv tov McovöECog dvaßdvTeg £V tco 
0Q£i sCrjTOVv xal ovx bvqlOxov} 

VIII. . . „Jesus von Nazareth, der Mensch Gottes, erschienen 265 
in eurer Mitte mit Zeichen und Wundern, die er vollbrachte 
von Gott in eurer Mitte; diesen, der erschienen war durch den 20 
Kat und die Weisheit Gottes, habt ihr (?) übergeben in die Hände 
der Gesetzlosen und durch Anheften (sc. ans Kreuz) getötet; ihn, 
den Gott auferweckt hat, zerrissen habend die Fesseln des Hades." 

IX. Und Moses spricht: „Gebt dem Levi seinen Segen und 
sein Gericht dem heiligen Menschen." Und damit niemand vor- 25 
stellte Christus als einen bloßen ^Menschen, sprach fromm Moses: 
„den. welchen sie versuchten in Versuchung, schmähten ihn an 
den Wassern des Widerspruchs." ^ Jetzt, wo versuchten sie und 
murrten wider ihn anders, als in der Wüste? Das Volk murrte 
wider Moses und Aaron und sprachen: „Zeige uns Wasser, um BO 

14 vgl. Job. 20, :]ff. — 17 vgl. Dt. 34, 6. — IS Act. 2, 22—24. — 
24 Dt. 33, 8. — 27 Dt. 33, S. — 30 Ex. 17, 2. 3. 

14 Ich füge hier dies ebendaselbst erhaltene Fragment (mit dem Lemma 
TOV avzov ix xov avvov loyov) bei, da ich dessen richtige Stelle nicht 
zu bestimmen vermag | 18 „Mensch G., ersch.": avöoa dnodeÖELy^svov anb 
Toi:' iHov Act. 2, 22 1 19 „Mitte": y.aihMQ avzol ol'öaze + Act. 2, 22 | 21 „Weis- 
heit": 7tQoyv(6a8i Act. 2, 23 | „habt ihr" oder „haben sie" ] 23 „d. Hades": 
Tot ^avdxov Act. 2, 24 | 24 „s. Seg. u. s. Ger.": drilovq avzov x. dh^d-siar 
avzov Dt. 33, 8 | 30 „Zeige": Ööq Ex. 17, 2. 



58 N. BoinvetHch. 

zu trinken. Weshalb liast du uns aus dem Land der Chaldäer 
(1. .,Agypter'') geführt, um uns umzubringen und unsere Kinder 
durch Durst?" Und Moses sprach zu ihnen: „Weshalb niurret 
ihr wider uns und versuchet den Herrn V Nicht wider uns euer 
5 Murren, sondern gegen Gott." „Es sprach der Herr zu Mose: 
Es ward von mir gehört das Murren der Söhne Israels, daß sie 
murren wider euch." „Und jetzt nimm mit dir von den Altesten 
zum Tagesanbruch, und ich trete auf den Felsen Horeb bis zu 
deinem Kommen. Und du schlägst mit dem Stab auf den 

10 Felsen, mit dem du schlugst auf das Meer; und es wird Wasser 
aus dem Felsen fließen, damit das Volk trinke. Und der Ort 
wurde genannt Ort der Versuchung und des Murrens, weil sie 
den Herrn versuchten und sprachen: Ist mit uns der Herr 
oder nicht?'" 

15 ^^ Jetzt, wer ist der, welcher zu Moses sprach: „Ich trete 

auf den Felsen in Horeb bis zu deinem Kommen", wenn nicht 
der, für den Moses sprach: „Gebt dem Levi sein Offenkundiges, 
dem heiligen Menschen, dem, welchen sie versuchten in der 
Versuchung, murrten wider ihn auf den Wassern des Wider- 

20 Spruchs"? Wenn dies zuvor war, so lang er noch sich nicht 
266 in das Fleisch gehüllt hatte, so war er nicht nur Mensch. | Diesen 
als Gesandten und offenbart durch Gott zeigte er (sc. Paulus): 
„Sie tranken von dem geistlichen Felsen, welchen er ihnen hin- 
gestellt; der Fels aber war Christus." Dies sagt er sehr ein- 

25 gehend wider die gottlos erkannt Habenden und die, welche in 
Hinsicht des göttlichen Teils Christum erniedrigen, und die, 
welche den Vater des Alls teilhaftig machen seines Leidens, 
nicht sich konzentrierend auf die Schriften mit reinem Sinn, 
welche sich selbst den Stock (?) aussprechen. 

,30 X. Und Moses spricht: „Der sagt zum Vater oder der 

Mutter: Ich kenne euch nicht." Dieses zeigt deutlich im Evan- 
gelium der Herr. „Einige, die vor ihm standen, sprachen: Siehe. 

:] Ex. 17, 2. 16, 8. - 5 Ex. 16, 11. 12. — 7 Ex. 17, 5—7. - 17 Dt. 
33, 8. — 23 1. Kor. 10, 4. — 30 Dt. 33, 9. — 32 Mc. 3, 32. 33. 35. Mt. 12, 47. 
48.50. Lc. 8,20.21. 

25 „d. gottl. erk. Hab.*': wohl =^ Gnostiker, und nicht auch auf die 
Eus.KG. V,28 bekämpften sog. dynamist. Monarchianer zu beziehen | 23 „w. — 
hing.": ccxo'/.ov&ovoTjQ 1. Kor. 10,4 | 27 „teilh. machen": Philosoph. IX, 1 ; 
28vg\ JnJ)a,nJV, 22, IS. 2'di,2i 0001 taZ^ f^hv yQacpaiQüiiQißciJQOv TZQoaüxovGiv. 



IL Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 59 

dein Vater und Mutter und deine Brüder stehen draußen und 
wünschen dich zu sehen. Er sagte zu ihnen: Wer ist meine 
Mutter oder wer sind meine Brüder; sondern wer tut den 
Willen meines Vaters, der im Himmel ist, der ist mir Mutter 
und Bruder." Und hiermit deutlich durch die frühere (alt- 5 
testamentliche) Lehre zu uns unterwirft er uns, durch den Er- 
löser zu verlassen die Eltern und die Brüder, die es nach dem 
Fleisch sind, und zu folgen dem himmlischen Vater, damit wir 
Söhne Gottes seien, von da an nicht mehr seien wie Leibliche, 
Gestorbene, sondern durch den Geist Gottes gehorchten und als 10 
von Gott Geborene im Himmel erfunden würden. — -Deshalb 
spricht Moses: „Seine Brüder erkannte er nicht und seine Ge- 
borenen verstand er nicht". Für Brüder erkannte er die (nicht), 
welche man wie nach Leiblichkeit für seinen Bruder hielt; diese 
erkannte der Erlöser nicht, weil in Wahrheit nicht die Brüder 15 
(sc. waren), die von Josef durch Samen Geborene waren, er aber 
von der Jungfrau und dem heiligen Geist; und jene hielten sie 
für seine Brüder, er aber erkannte sie nicht. ^Deshalb weil er 
spricht: „Auch seine Söhne erkannte er nicht.'' Welche Söhne, 
als das Geschlecht der Söhne der Israeliten, die er Miterben 20 
durch das Testament nannte, als ein möglichst heiliges aus- 
erwähltes Geschlecht, höher als alle Geschlechter, um sie zu 
machen zu Teilhabern der himmlischen Güter durch die Er- 
scheinung. Aber durch das Nichterscheinen zu ihm erkannte 
er sie nicht, wie er durch Jesajas spricht: | „Ich hatte Söhne, -!()7 
erhöhte sie, und sie haben mich gering geachtet." '^Auf solche 
Weise, die man nach der Ähnlichkeit der Leiber mit ihm für 
seine Brüder hielt und von ihm gekannt waren, und die waren 
berufen Erben zu sein, weil sie wurden „Geborene in Gesetz- 
losigkeit und ein böser Same", wurden sie mit Recht von ihm -K) 

11 Joh. y,, 5. 1, 13. — 12 Dt. :-W, 9. — 17 vgl. Lc. 1, 35. — 19 Dt. 
33, 9. — 20 Ex. 19, 5. (3. Dt. 7, 6. Rom. 9, 4. — 25 Jes. 1, 2. — 29 Jes. 1, 4. 

1 „d. Vat. u." + Hipp. | 2 „zu sehen" I.e. 8,20 1 6 „unterwirft": 
„verpflichtet" erklärt Karb. | „durch den" : 1. „wegen d." | 10 „Gestorbene" : 
„Sterbliche"? ] 19 „Welche" ich: „Einige" G | 2ü „gering geachtet" prene- 
bregali; „ausgestoßen" otrynuli setzt wohl Karb. erklärend hinzu | 80 „böser, 
arglistiger"' zlym, lukavym R; das eine ist wohl als Erklärung von Karb. 
beigefügt. 



60 N. Bonwetsch. 

verworfen. '' Was Moses bezeugt und/' spricht: „Sie bewahrten 
deine Worte, deine Verheißung übertraten sie nicht." Wer 
anders bewahrte die Kräfte des Wortes, als der einige Sohn des 
Vaters, welcher kam, um das Testament des Vaters zu erfüllen, 
5 und das neue Testament von sich selbst ^freiwillig) zu erfüllen 
geruhte? Wie er spricht: Ich bin nicht gekommen ..meinen 
Willen zu erfüllen, sondern den Willen des Vaters, der mich 
gesandt hat." Und wieder spricht er: „Von mir selbst tue ich 
nichts, sondern w^as ich sehe, daß mein Vater tut, das tue ich." 

10 Schon auch: „Wer bewahrte seine Gebote und übertrat nicht 

seine Verheißungen?" Deshalb auch durch den Mund Sacharjas 

spricht der Vater: „W^enn du nach meinen Geboten wandelst 

und meine Befehle bewahrst, so wirst du richten mein Haus." 

XL „Tue kund meine Gerichte Jakob, mein Testament Israel." 

15 Wer anders aber waren die, welche uns unterwiesen im Gesetz 
des Herrn, als die Apostel, welche wurden zu Jüngern des Herrn? 
Sie predigten offen das Evangelium zu allen: zuerst als dem Volk 
den Söhnen Jakobs und danach allen Völkern als ihren Kindern, 
den Söhn'en Israels. 

20 "»Sie räucherten beständiges Rauchwerk auf dem Altar." 

Was aber ist der Altar anders als der einige in dem Himmel? 
Oder welche andere sind die Rauchwerke als „die Gebete der 
Heiligen" aus dem Mund der Heiligen zum Preis Gottes ge- 
räuchert und zum Wohlgeruch vor Gott dargebracht. Wie Jesajas 

25 spricht: „Dir (sind sie) anzubeten verpflichtet und dir flehten sie, 
weil mit dir Gott ist; und es ist kein anderer Gott außer dir. 
Denn du bist Gott, und wir kennen keinen anderen Gott, den 
Erlöser Israels außer dir; alle mögen sich zur Flucht wenden 

1 Dt. ^]8, 9. — G Job. 6, 38. — 8 Job. 5, 19. — 10 Dt. 3o, 9. — 
12 Sach. 3, 7. — 14 Dt. 33, 10. — 20 Dt. 33, 10. — 22 Apk. o, 8. — 2.1 Jes. 
45, 14—16. 

1 „Sie bewahrten": S(pv?M^s Di. 33, 9 | 2 „übertr. s. n." : öieTtJQrioe 
Dt. 33, 9 1 6 „meinen meinen" R | 12 „n. m. Geb.": zaZg oöolq (jlov Sach. 3. 7 \ 
14 „Tue kund": öjjXwgovgiv Dt. 33, 10 | „meine . . mein Test.": gov .. xal 
xbv vofjLOV GOV Dt. 33, 10 ] 17 „offen": „vor allem Volk" erklärt Karb. ' 
20 „Sie rauch.": 87iLO-^oovaiv . . av OQy^ aov Dt. 33, 10 j 25 „Dir — flehten 
sie": aoL eaovvai öovXol . . xal TCQOoxvviqöovoLV gol xal er ool TCQoasv^ov- 
xai Jes. -^5, 14 I „and. — Erb": o d^eog Jes. 45, 15. 



II. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. ßl 

und alle zu Schanden werden, die wie ein Feind sich ihm wider- 2G8 
setzen." 

2 Und Moses spricht: „Segne Herr seine Kraft und die Werke 
seiner Hände nimm an." Weil alles, was der Sohn tat, immer 
zu einem Opfer war Gotte, der Krankheit der Menschen zu einem 5 
Arzt, damit durch ihn die ganze Welt sei in der Möglichkeit zu 
leben. 

^ „Es mögen zertrümmert werden die Kräfte seiner Feinde 
und die (ihn) Hassenden mögen fortan nicht aufstehen." Und 
[nicht] so spricht er: Auf immer „mögen nicht aufstehen", die 10 
Christum hassen und ihm nicht glauben; „sie mögen nicht (ob sie 
auch?) auferstehen im Gericht, siehe schon gerichtet". Wie David 
spricht: „Es werden nicht auferstehen die Gottlosen im Gericht, 
und ebenso auch die Sünder als Teilhaber der Gerechten, weil 
der Herr kennt den Weg der Gerechten und der Weg der Gott- 15 
losen geht verloren". 

Xn. Jetzt segnet der selige Moses den Levi und übergeht den 
Symeon. Für uns ist unumgänglich, aufzuzeigen den Grund hier- 
von; weshalb er die elf Stämme erwähnte^ aber auf das Geschlecht 
Symeons hat er nichts herbeigerufen. -Der Grund hierfür ist 20 
das Verhalten der Söhne Israels in der Wüste. Sie machten 
das Bild eines Kalbes und beteten es an wie Gott. Und Moses? 
als er herabkam von dem Berg und sähe diese ihre gottlosen 
Taten, stand er still und rief mit großem Ausrufen über diese 
Tat und sagte: „Wenn jemand ist des Herrn, die sollen kommen 25 
zu mir! Da eilten zu ihm alle Nachkommen Levis, und er sagte 
zu ihnen: So spricht der Herr: Entblößet euer Schwert ein jedei 
und von Tür zu Tür mögen sie hindurchgehen, ein jeder gesondert, 
damit er töte seinen Bruder und ein jeder seinen Nächsten. Und 
es taten die Söhne Levis, wie ihnen Moses befohlen hatte; und 30 

:} Dt. 33, 11. — 8 Dt. 33, 11. — 13 Ps. 1, 5.(3. — 21 Ex. 32,4. — 
25 Ex. 32, 26-29. 

8 „Es — Kräfte": xäxa^ov oacpvv Dt. 33, 11; für oacfvv scheint G 
lo-/vv gelesen zu haben | „Feinde": iTzavsGZTjxoxcov avioj + Dt. 33, 11 | 
12 u. 13 „im Gericht", weil iv XQioei, sonst könnte es heißen „zum Ge- 
richt" 1 14 „als Teilhaber": /-v ßov?.fi Ps. 1,5 | 24 „über": „in" v R [ 
27 „Herr": 6 &s6q 'laga^X + Ex. 32, 27 | „Entblößet": Uo^e . . ^nl xbv 
fxriQov Ex. 32, 27 | 28 „hindurchg." : xal dvaxdfxipars + Ex. 32,27. 



62 N. IJonwetsch. 

es fielen an deni Tage nahezu dreitausend Menschen. Und 
Moses sagte zu ihnen: Jetzt erhebet eure Hände zum Herrn [und| 
zu hören den Segen". Und die Söhne Levis vollzogen dies Ge- 
richt. Und die des Syraeon , welche von Einer Mutter Brüder 
') waren, vereinigten sich nicht und eiferten nicht, wie wegen 
Dina, ihrer Schwester (sie) nicht hinnahmen, daß ordnungswidrig 
L'O'.' sie beschimpft wurde von Hemor, dem Sohne Sichems. | -Mit 
Recht segnete Moses den Levi und überging er den Symeon. Aber 
wenn jemand sagt: Im Gesetz steht geschrieben: „Du sollst einen 

Kl Menschen nicht töten! und wer seinen Bruder tötet, ist des Todes 
schuldig", diese aber werden durch das Umbringen ihrer Mitbrüder 
des Segens und Lobes gewürdigt; — aber etwas anderes ist es, 
einen, der gesündigt hat, zu töten, und etwas anderes, einen 
Gerechten zu erschlagen, (sc. ein anderes) das Töten und Er- 

1<"> schlagen. "'Schon ist es bekannt, daß auch Pinehas, der Sohn 
Eleasars, des Sohnes des Priesters Aaron, ging in das Aller- 
heiligste und den Hurer (1. „Hurerin") und den Zambri durch- 
bohrte und nicht zugezählt wurde der Klasse der Mörder und 
Lob und Segen vom Herrn empfing. Weil er sie sähe in Um- 

20 armung miteinander, durchbohrte er mit dem Schwert und mit 
seiner Hand unterdrückte er die Übertretung des Volkes. ^ Durch 
diesen Beweis, wenn dies so, so folgt, wenn jemand einen Sünder 
tötet, er nicht mit den Mördern gestraft werden wird. Aber wenn 
jemand ordnungswidrig einen Gerechten tötet, so muß er wie 

25 ein Mörder bestraft werden; denn die Könige dieser Welt tilgen 
aus die Sünder durch ihr Gesetz, durch Untersuchung und durch 
die Tötung verändern sie wenig (so) die Strafen. Wenn jemand 
einen ordnungswidrig tötet, der ist ein Mörder und wie ein 
Mörder soll er gestraft werden wne(?) seinesgleichen. ^Hier 

G Gen. VA, 13ff. — 9 Ex. 21, 12. Lev. 24, 17. Mt. 5, 21. — 15 Num. 25, 
7. 8. 11. — 25 vgl. Rom. 13, 3. 4 

2 „erhebet'': STi'ATjQCüoare Ex. 32, 29 | „Herrn — Segen": breiter 
Ex. 32, 29 1 5 vgl. den Seg. Jak. cp. 14, 2 | G „hinnahmen"? vzjalis, eigtl. 
„sich daran machten", was keinen Sinn gibt [ 15 vgl. In cant. 2, 21 und 
das unechte Hippolytfragment zu Gen. 49, 4ff. S. 74, 5 ff. ^'A?.Xoq. araxaleTvai 
M(ovGf/g ZTjv xaxa xov Abv'I' xaxuQav, fzä)J.ov 6h xal eig sv?.oylav cxvztjv 
(xeTaxQSTiEL ÖLO. xov {JaxeQOv vTihg xov {)^tov t,fj?.ov rr/g (pvlrjc, xal xov ^ive^q 
22 „wenn wenn" R | 23 vgl. Method., De autex. 15, 3 S. 44, 2 ff. ed. Bonw. '; 
2G „durch Unt. — Strafen" sehr unverständlich. 



IT. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 63 

aber müssen wir klar legen, daß die, welche eiferten mit Eifer 
um Gott und töteten, die des Todes wert waren^ Segen und 
Lob empfangen sollen , damit andere eingeschüchtert nicht 
sündigten. 

XIII. Und was Symeon betrifft, die beiseite gelassenen ö 
Gründe (neben denen), die oben gesagt sind^ müssen wir auch 
ein anderes Mal aussprechen. Denn wir finden auch den seligen 
Josef. Denn er band den Symeon vor seinen Brüdern und setzte 
ihn ins Gefängnis auf drei Tage, weshalb er auch sagte: .,Du 
wirst nicht von dort herauskommen, bis euer jüngster Bruder K) 
kommt." I -Und was für ein Grund ist für die Einkerkerung des 270 
Symeon und keines anderen aus ihnen. Deshalb weil als Josef 
zu ihnen gesandt war, als sie auf dem Weideplatz waren, und er 
sich näherte (?), er (Symeon) den Gedanken eingab seinen Brüdern 
und sagte: „Wohlan, wollen wir ihn töten, und wir werden sehen, 15 
was sein werden seine Träume!" Juda heißt ihn verkaufen, 
Svmeon aber töten, damit dies Vorbild bewahrt bliebe und da- 
mit die Wahrheit an (?) Christus kund würde, im Verkauf durch 
Judas für dreißig Silberlinge, und durch Symeon getötet, durch 
den er vorbildete die Schriftgelehrten, die durch Verleumdungen 20 
auch ein falsches Zeugnis gegen ihn sprachen. ^^Und weil es 
Ordnung war, nach dem ganzen Gesetz und durch die Propheten 
im voraus vorherzusagen, damit, wenn kommt die Wahrheit, alles 
dieses bekannt sei, und was daselbst unvollkommen war, durch 
das Evangelium vollkommen würde, so zeigen uns als (?) 25 
Unvollendetes die Schriften, daß Josef das sagte: „Nicht wird 
dieser von dort herauskommen, bis daß euer jüngster Bruder 
hierher komme". Da ward Symeon befreit von der Einkerkerung 
und seine Brüder wurden durch Josef gesegnet, als der Jüngste 
von ihren Brüdern nach Ägypten kam, — welcher war Christus. :]0 
•*Die glauben an die Vergebung der Sünden, denen werden sie 
vergeben, und die in „Fesseln" und „im Schatten des Todes" 

7 Gen. 42, 24 — 15 Gen. 37, 20. — 18 Mt. 2G, 15. — 21 Mt. 2G, 59. 60. 
Mc. 14, 55—57. — 20 Gen. 42, 15. — :-32 Jes. 42, 7. 0, 2 (1). Lc. 1, 79. Mt. 4, 1(J. 

1 vgl. Seg. Jak. 14, 4. | 7 „Denn": stand etwa Öxl im Sinn von „daß"? i 
11 Procop (Migne 87 a, 981 B) gxoiuQovxoll Je avxov -Atd aQxrjyhrjv xfjg 
xaxa xov ^Iworjcp (Tiißov7,flq yfyevrjGihai xccl tx xov xbv Icoorjcp xovq fzhv 
cikXovg ccTioXioai, avxov Sh xa&eZQgai \ 2') „Nicht — herausk,": ov jLty 
i^sXS-TjxE ivTsv&ev Gen. 12, 15. 



64 N- Boiiwetsch. 

eingekerkert waren, sind von der Strafe frei «geworden, und den 
Segen vom Hinimcd sendet er auf alle herab. Denn von Symeon 
in dem Tempel Christus erkannt; — prophetisch spracli er: 
„.letzt entlaß, o Herr, deinen Knecht mit Frieden entsprechend 

•") deinem Wort." Durch w^elches „nach dem Wort"? Durch das, 
welches er durch Josef sprach: „Du wirst nicht von dort heraus- 
kommen, bis dein jüngster Bruder kommt". — "^Wenn dies so 
ist, so war er nicht nur wegen der zwölf Stämme als Befreier 
und Erlöser gesandt, und nicht in der Absicht kam er, um nur 
271 Einen Teil von allen Geschlechtern zu erretten, | sondern alle Ge- 
schlechter, wie der Prophet von ihm sagt: „Zu der Zeit werden sie 
sagen {denen), die im Gefängnis sein werden: Gehet wieder heraus! 
und die in der Finsternis: Werdet hell!" Siehe, die Menschen, 
welche in den früheren Zeiten im Gefängnis eingekerkert waren 

15 nach (ihren) Sünden, sind jetzt durch Christus von den Fesseln 
frei gew^orden; und welche in den früheren Zeiten von Finsternis 
umhüllt lebten in dieser Welt, sind jetzt erleuchtet an den Augen. 
^ Das Wort Gottes verkündigt es, damit das unter den Menschen 
ünerdenkliche etwas „von (bei) Gott Mögliches" sei. Nicht 

20 möglich ist es den Menschen, von den Toten aufzuerstehen, — 
und siehe Christus von den Toten schon steht er auf. damit 
durch ihn unsere Auferstehung kund würde. Ein Unmögliches 
war <ffür) die Menschen das Aufsteigen in den Himmel, und siehe 
Christus im Himmel König, damit durch ihn unser Leben sich 

25 im Himmel zeige. Unmöglich war es einem Menschen^ der durch 
Verderbtheit erzeugt, und niemals konnte er gerettet Averden, 
und siehe, wie dieses alles durch Christus erfüllt w^ard, damit 
Avir glaubten, daß wir werden sollen hinsichtlich der Leiber der 
Heiligen unverweslich und durch ein ewiges Leben leben. 'Jetzt 

30 schon hat sich erfüllt das für die Menschen Unmögliche möglich 
für Gott. Und wer tut alles dies anders als der Sohn? Oder 
wessen Wille ist es, als der des Vaters, durch den die Menschen 

4 Lc. 2, 29. — () Gen. 42, 15. — 11 Jes. 49, 9. — 19 Mt. 19, 26. 

Lc. 18, 27. — 24 vgl. Phil. 3, 20. — 30 Mt. 19, 2(). Lc. IS, 27. 

2 s. 0. 3, 3 I 13 „Werdet hell": anoxalvcp^vai Jes. 49,9 1 19 „bei 
Gott Mögl.": vgl. In Dan. II, 4, 1. IJI, 27, 2 S. 50, 11 ff. 172, 15f. [ 21 „steht 
er auf" voskresnet: „stehen sie auf voskresnut R | vgl. Tert., De carne 
Chr. 5 1 26 Tert., De anima 39 ff. 



TT. Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 55 

gerettet werden? Und Avas zuvor verhalt Gott war, ward jetzt 
dnrch die Barmherzigkeit geliebt für Gott von Gott. 

XIV. Aber sofort das Wort über Symeon hat er recht ge- 
sagt. Wollen wir sehen, was nach diesem Moses spricht. Denn 
es spricht die Schrift: „Und dem Benjamin sagte er: Geliebter 5 
von dem Herrn und nehmet auf mit Glauben, und Gott wird 
ihm Beschützer sein- alle seine Tage und inmitten seiner 
Mittler möge er ruhen." -Jetzt, wer war der von dem Herrn 
Geliebte anders als der Apostel Paulus, der aus dem Stamm 
Benjamin geboren ward und zum „auserwählten Gefaiv' vom h) 
Herrn erwählt ward und gesandt in die Welt als Prediger der 
Wahrheit? ^Deshalb spricht er: „Ererbet mit Glauben." Er ver- 
ließ die Synagoge, wie der Apostel selbst schreibt: | „Was für 272 
Nutzen mir war vom Gesetz, das achte ich um Christi willen 
für Sünde. . ; und ich würde alles für Unnützes halten, um 15 
Christum zu gewinnen, und damit ich bei ihm erfunden würde, 
nicht durch meine Rechtfertigung, die ich hatte vom Gesetz, 
sondern durch den Glauben, den ich habe an Christus den 
Herrn." ^ Gut hat Moses vorhergesagt: ..Mögen vsie mit Glauben 
erben, und Gott werde ihm Beschützer auf alle Tage!" Denn 2i) 
als er aufbrach, da offenbarte sich ihm und ward ihm zum „Be- 
schützer" der Herr, und durch seine Kraft tat er ein Wunder (so) 
und durch seinen Namen zu allen Zeiten und in allen Städten 
vollbrachte er Wunder. — ^ „Zwischen seinen Schultern ruhte 
er." Deshalb Aveil ihm das Kreuz anvertraut ward, auf welchem 25 
er ausbreitete seine Arme. Auf diesem ruhend ward er gerecht- 
fertigt. Und der Prophet Jesajas spricht: „Bei dem die Macht 
war auf seinen Schultern." Dieses ist eben er, deshalb weil er 
das Kreuz mit seiner Schulter trug. Und zur Zeit der Kreuzigung 
breitete er beide Schultern (Arme) aus, damit gerechtfertigt werde ;^>0 
die Schrift, daß „inmitten seiner Schultern er ruhte". Denn auch 

5 Dt. 33, 12. — 9 Phil. 3, 5. — 10 Act. 9, 15. — 12 Dt. 33, 12. — 
13 Phil. 3, 7.8. 9. — 19 Dt. 33, 12. — 21 vgl. Act. 22, 17—21. — 24 Dt. 
3.3, 12. — 27 Jes. 9, 6. — 31 Dt. 33, 12. 

G „nehmet auf": xataoxrjVCüaEi Dt. 33, 12 | 8 „Mittler'': zdiv oj/niuv 
14, 5. Dt. 33, 12 I 15 „Sünde": ^7]/xiav Phil. 3, 7 | 18 „den Herrn" + Hipp. 
20 „erben": s. 0. Z. 6. 12 1 25 vgl. Seg. Jak. 21, 4. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, la. 5 



(JO IS. Boriwetsch. 

der Apostel spricht: ..Mit (Jhristus gekreuzigt, lebend niclit 
wenn (so) ich, sondern lebend ist Christus mit mir. Und so lange 
ich lebend bin, jetzt durch den Glauben Gottes bin ich lebend 
und von Jesus Christus, der mich geliebt und sich selbst für 
.") meine Rettung hingegeben hat." 

XV. Und in betreff Josefs spricht er: „Durch die Segnung 
des Herrn sein Land, und zu seinen Zeiten vom Himmel und 
vom Tau und von den Quellen der Abgründe, vom Zenith der 
Sonne durch Veränderung und bei der gemeinsamen Versammlung 

10 am Neumond, und von den Gipfeln der Berge vom Anfang und 
vom Anfang des Jahres. Und die Vollendung der Erscheinung 
des unverbrennbaren Dornbusches, daß sie sich zeige auf ihm 
(Josef) und auf dem Gipfel (Scheitel) des Herrlichen inmitten 
seiner Brüder. Erstgeborener eines Stiers die Schönheit, Hörner 

15 des Einhorns seine Hörner, durch welche er die Völker schlagen 
273 möge | vom Ufer zum Ufer. Diese Mengen Ephraims und 
diese Tausende Manasses." 

2 Und das wegen Josefs auf Christus hin Geschriebene ist 
durch ihn selbst in der Gestalt des Lebens ganz (alles) erfüllt. 

20 Wie Moses vor diesen Worten spricht, im folgenden über ihn 
die Segnungen austeilend nach den Geschlechtern, von wem sie 
ausgingen. ^ Und daß er spricht, daß „durch die Segnung des 
Herrn sein Land" sein (bleiben) wird, entweder von Maria zu 
sagen, welche war das gesegnete Land, und es ward Fleisch 

25 das Wort wie der Tau; es kann sein, daß es gesagt ist auch von 
der Kirche, weil vom Herrn wie ein heiliges Land und ein 
Paradies der Seligkeit sie gesegnet ward (und der Tau) ähnlich 
ist dem Herrn, dem Erlöser, selbst. Denn er spricht, daß „durch 
die Segnung des Herrn sein Land"; weil von der Jungfrau vom 

1 Gal. 2, 19. 20. — G Dt. 33, 13—17. — 22 Dt. 33, 13. — 28 Dt. 33, 13. 

1 „niclit wenn": ovxhi Gal. 2, 20 | 3 „leb. bin": h aagxL + Gal. 2, 20 1 
„Gottes . . u. V. J. Chr.": xov vlov xov &eov Gal. 2, 20 | 7 „und zu — 
Himmel": dno wqwv ovQavov Dt. .33, 13, s. a. u. 15, 4f. | 8 „v. Zen. — Neu- 
mond": xai xaih* wQav ysvrifxdzojv ^Aiov xqotküv xal dno ovvddwv fxrjvoji 
Dt. .33, 14 I 10 „u. V. Anfang — auf ihm": xal dnb xoQVfp^Q ßovvwv devdwi' 
xal xaS- ü)(jav yfjQ nXtjQwoecoQ' xal Tcc öexza xG) ocpS^^vti tv xO) ßcctio 
eXihoiOav inl xe.cpaXriv ^Imorup Dt. 33; 15. 16 | 14 „die": avxov Db. 33, 17 | 
23 0. S. 43, 10 I 27 vgl. In Dan. 1, 17, 5 S. 28, 16tf. | „der Seligkeit": X7i<z 
XQVcp^q. 



I 



IL Hippolyts Erklilrung der Segnungen des Moses. 57 

heiligen Haus geboren, alle Segnungen des Herrn ererbte das 
heilige Land, wie nach den Zeiten (Äonen) sich zeigte. Was 
zuvor anzeigt das, was geschehen mußte mit den Vorvätern in 
dem verheißenen Land. ^ Möge niemand meinen, daß ein anderes 
hätte sein (geschehen) sollen als dieses, weil ihnen Gott gesagt 5 
hatte: „Ich gebe das Land, wo Milch und Honig fließt, das ich 
zu geben versprach euern Vätern", was zuvor anzeigt: Aus den 
Lenden des Vaters der Ausgang des Worts, durch welches in 
der Folge der Erlöser geboren in wohlgefälligem Land, dem vom 
Vater gezeigten. Deshalb weil mit ihm war Milch, das alte 10 
Testament, und unter der Festsetzung des neuen versteht er den 
Honig, die Süßigkeit des Worts, durch das die Kümmernisse 
unserer Seelen süß wurden. Deshalb spricht in den Psalmen der 
Prophet „aus den Wolken". Daß „durch die Segnung des Herrn 
sein Land, von den Zeiten der Himmel und vom Tau und von den 15 
Quellen der Abgründe": um seine Geburt und wie er geboren 
anzuzeigen und seine Auferstehung vorheranzuzeigen. ^ Und 
daß er sagte: „wie von den Zeiten des Himmels und vom Tau": 
daß nicht von Samen, sondern von dem heiligen Geist seine 
Geburt; und „von den Quellen der | Abgründe", weil er aus dem 274 
Hades und den „Quellen der Abgründe" hervorgegangen; und 
„von den Zeiten des Wachstums der Veränderungen des Zeniths 
der Sonne" und zur Zeit der „gegenseitigen Versammlung der 
Monde", da der Zenith der Sonne aufleuchtete von der Erde und 
der ewige Tag sich zeigte. Zwölf Zeiten zeigte er zuvor an, 25 
damit durch sie der Tag sich zeige. Wie der Prophet spricht: 
„Dies ist der Tag, den der Herr machte, freuen wir uns und 
seien wir fröhlich in ihm!" — ^ Und daß er sagte: „in der 
Versammlung der Monate": gesammelt die zwölf Apostel wie 
zwölf Monate legten (gründeten) das ganze Jahr Christi. Aber 30 
der Prophet spricht auch zu predigen in („zu"?) einem „Jahr 
dem Herrn geweiht und an („zu") einem Tag der Vergeltung". 
Und, daß (1. „weil") ein Tag und „Zenith (das Auge) der 

Dt. 11, 9. 31, 20. — U (Prov. 3, 20)? — Dt. 33, 13. — 18 Dt. 33, 13. — 
19 vgl. Joh. 1, 1.3. — 20 Dt. .33, 1.3. — 22 Dt. 33, 14. — 27 Ps. 118 (117), 24. — 
28 Dt. .3.3,14. — 31 Jes. Gl, 2. — 33 Dt. 33, 14. 

1 vgl. In Dan. 1, 17, 8 „die Kirche, das geistliche Haus Gottes" | 22 „von 
d. Z. — Monde": Dt. 33, 14 s. zu 15, 1 | 31 xaXiaai iviawov xvqiov öextov 
xal ■^(JLhgav avTanoöSasw? Jes. 61, 2 1 33 s. TU. N. F. VIII, 2 c, S. 16. 

5* 



(j8 N. JiouwetKch. 

Honne" und ein Jahr Christus ist, ist die heilige Ordnung mit 
Monaten und Zeiten die Apostel zu nennen. 

XVI. Moses spricht: „Von dena Gipfel eines Berges aus 
der Ewigkeit und von den Gipfeln immerwährender Berge.'' 
5 Einen Berggipfel nennt er die Vorväter, weil sie sind früher als 
der immerwährende Hügel, (den) er die Propheten nennt. Denn 
das Wort war am Anfang durch die Vorväter abgebildet und 
durch die Propheten vorherverkündigt, und „zu der Zeit der 
Erfüllung'* ist er wie ErfüUer des Gesetzes und der Propheten; 
10 er, der durch die Propheten spricht, (ist) der (durch die Vor- 
väter) sprach; er ist nahe wie Zeiten auf den (?) Bergen und die 
Erweisungen der Gnade. 

2 Was „in dem Dornbusch zuvor erschien auf dem Haupte 
Josefs.'' Jetzt, wer ist der, welcher dem Moses erschien in dem 

15 unverbrennbaren Dornbusch, anders als der, welcher jetzt in die 
Welt schon gekommen und in der Kirche wie in einem un- 
verbrennbaren Dornbusch der Heiligen spricht, der errettete 
sein Volk von dem Land der Knechtschaft der Ägypter, der 
sich erzürnte über Pharao und die Ägypter beschämte und die 

20 Heiligen von ihrer Knechtschaft befreite? ^Dies ist auch der, 

welcher zuerst mit Josef vorgebildet ward und .,inmitten seiner 

Brüder" sich erhöhte und vom Vater gesegnet ward. ^ Von ihm 

275 spricht Moses: | „Des erstgeborenen Kalbes Schönheit." Damit, 

wie ein heiliges geopfertes Kalb (Rind) Gotte dargebracht zum 

25 Opfer, er der beiden Testamente Blöße durch sich bedeckt habend, 
erwäge (so) die Kraft des Geistes. ^ „Ein Hörn des Einhorns 
seine Hörner." Siehst du hier deutlicher? Die Kraft des 
Kreuzes zeigte er. Weil Hörner waren zur Rechten und zur 
Linken, dessen (so) wie Hörner eines Rindes sie hervorwuchsen, 

30 damit ein heiliges Opfer dem Vater dargebracht werde und ein 
Duft des Wohlgeruchs in den Himmel aufsteige. 

ß „Ein Hörn des Einhorns seine HÖrner." Einhorn ist das 

H Dt. 33, 15. — 8 Dt. 33, 1(5. — 13 Dfc. 33, 16. — 23 Dt. 33, 17. — 
2<^ Dt. 33, 17, - 32 Dt, 33, 17. 

3 „eines B.": ogeuw Dt. 33, 15 | 4 „den G.'': xoQV(p^g Dt. 33, 15 | 
10 „er, der — Gnade" undeutlich | 11 „die Erw. d. Gn.": xa dexzd'^ | 
20 „der, welcher" ich: „das, was" R | 23 „Des erstgeb.": nQCDXoxoxoq Dt. 
33, 17 I 26. 81 „Ein H,": xi^Quxa Dt. 33, 17 u. o. 15, 1. 



IL Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 69 

Holz, das sie aufrichteteu auf der ,,Erde", das die Ungläubigen 
„aller Geschlechter („Völker") zusammen vernichtet", die Gläu- 
bigen aber zu sich in das Reich sammelt. 

^ Und er spricht: „Diese die Myriaden (Mengen) Ephraims 
und die Tausende Manasses." Und „die Tausende" werden sein aus 5 
dem Volk Israel, „viele" aber aus den Nachkommen sollen genannt 
werden Ephraims und Manasses. Die Gestalt der beiden Testa- 
mente zeigt er. Josef hatte zwei Söhne, wie an anderem Ort 
wahrhaftig von ihnen die Erzählungen bekräftigt haben. 

XVII. „Und zu Zabulon sprach er: Freue dich, Zabulon, 10 
über deinen Aufgang auf Booten von Winden mit ihm zusammen, 
und sie erkennen, und ihr bezeichnet euch dort, opfert Opfer 
[dem Herrn] der Gerechtigkeit, damit der Reichtum des Meeres 
dich nähre und die Vermehrungen der Kaufleute, die (d. Vermehr.) 
am Ufer des Meeres gefestigt worden sind." 15 

-Und über Zabulon wie auch Jakob segnete. Denn Jakob 
spricht: „Zabulon, am Ufer des Meeres wird er wohnen und am 
Hafen der Boote und er wird reichen bis Sidon." Wie wir 
sahen, bezieht sich diese Segnung auf die jetzt Glaubenden nach 
(ihrer) Herkunft. Die Bucht für die Schiffe und der „Hafen" 20 
ist der Herr. | Und das „Boot" sind die Kirchen, die, versucht 276 
durch Kränkungen und Beunruhigungen der fremden Geister 
dieser Welt, sich wenden zum Herrn, wie man an einem 
stillen Landeplatz anlegt. Und die „reichten bis Sidon" sind 
die Fredigten der Apostel, die bis zu entfernt angesiedelten 25 
Geschlechtern gelangt sind. Wie er durch den Psalm spricht: 
..Über die ganze Erde wurde laut (erscholl) ihre Stimme und an 
den Enden der Welt ihre Worte." — '^ Diesem Ahnliches spricht 

2 Dt. o3, 17. — 4 Dt. 83, 17. — lo Dt. 33, 18.19. — 17 Gen. 49, 13. — 
24 Gen. 49, 13. — 27 Ps. 18 (10), 5. 

2 „vernichtet": xegaviEt Dt. 33, 17 | 5 „die (T.)": avzai Dt. 32,17 | 
6 „gen. w." : „mit dem Namen" fügt Karb. erklärend hinzu | 9 vgl. Seg. 
Jak. 11, 3, 0. S. 15, 12ff. | 11 „Aufgang": 1. „Ausgang" wie 17, :;. 5 und Dt. 
33, 18 I „auf Booten — erkennen": xal ^laoa/ocQ iv xoZq oxTjvwfiaoiv avzov. 
'^d-vi] 8^oXoi}Q£vaovaiv Dt. 33, I8f. 1 12 „bez. e.": s. zu S. 70, 26 | 14 „d. Verm. 
d. K.": i/xTioQia Dt. 33, 19 | „die . . gef. w s.": xaroixovvtcDv Dt. 33, 19 | 
18 „Wie wir sahen": vgl. Seg. Jak. 20, 2 | 20 „Herkunft": sc. aus den 
Heiden | 21 „der Herr": Seg. Jak. 20,2 die Kirche | „Boot": vgl. De 
antichr. 59 ] 27 „w. laut": ^c^/A^fv Ps. 18, 5. 



70 N. lionwetsch. 

auch Moses: „Freue dich über deine Ausgänge." Und mit diesen 
Auszügen sind nicht gemeint die aus Ägypten, da nicht nur 
Zabulon von dort auszog, sondern alle Geschlechter (Stämme), 
(sondern) die, welche jetzt berufen werden durch das Evangelium, 
•~> bereit auszugehen aus dieser Welt in eine andere Welt. Dieses 
im voraus ruft heraus durch die Predigt der Prophet; zu allen, 
die Christi sind, spricht er: „Sei fröhlich, Zabulon, über deine 
Auszüge", deshalb weil die, welche heilig ausgehen aus dieser 
Welt, Erfreute sind durch die Hoffnung der Auferstehung, und 

lU Avelche (erwarten), in den Wohnungen des Vaters zur Ruhe 
gelangt die Ruhe der Seligkeit des unverweslichen ewigen Para- 
dieses zu ererben. Salomo spricht: „Bereite deine Werke deiner 
Ausgänge und gehe heraus von den Früchten und folge meinen 
Fußtapfen und droben errichte deine Häuser." 

lö '^Zabulon und Issaschar warnte er, um zu zeigen das Ge- 

langen zu Christo durch die Rechtfertigung der beiden Testamente. 
Und Zabulon wird übersetzt Gabe, und Issaschar Arbeit; und die 
gut den Weinberg bearbeiten, dessen Frucht wird angenehm 
sein, und sie werden empfangen das Leben wie Bearbeiter des 

20 Weinbergs. Aber er sprach: „Gebt diesen für die Arbeit und 

fanget an von dem Letzten aus ihnen, bis ihr gelangt zu den 

Ersten." | 

277 5 ^.Aber sei fröhlich, Zabulon, um deiner Auszüge willen und 

Issaschar um deiner Lieblinge willen." Und unter den Bewohnern 

25 der Städte versteht er die, welche folgten in den Gemeinden. 
^ „Und bezeichnet euch dort und opfert Opfer über Gerechtig- 
keit." Und zu wem uns zu wenden sind wir verpflichtet, außer 
allein zu dem sehr himmlischen Herrn? Und was für ein Opfer 
sollen wir ihm opfern, als nur das Gebet von den Lippen dar- 

30 gebracht? '' „Und der Reichtum des Meeres gibt dir zu saugen." 

1 Dt. 33, 18. — 7 Dt. 33, 18. — 12 Prov. 24, 42 (27). — 20 Mt. 20, 8. — 
23 Dt. 33, 18. — 26 Dt 33, 19. — 30 Dt. 33, 19. 

12 „deine — Früchten": eiq zrjv }:^o6ov xa £^ya oov aal nagaoHEvaCov 
Hg zov ayQov Prov. 24, 42 (27) ] 14 „droben errichte": dvoi?co6ouf^oeiQ 
{avcD 0L%. Hipp.) I 17 „Gabe": Karb. fügt erklärend bei „Eigentümlich- 
keit" I 24 „um d, Liebl. w.": iv zolq oxrjvojfzaaiv avtov Dt. 33, 18; sS^vrj 
ö^oXo&Qevoovoiv Dt. 33, 19 scheint übergangen ] 25 „folgten in den": „ein- 
traten in die" erklärt Karb. j 26 „bez. euch" : f7nxc(?JaeoO-£ Dt. 33, 10 | 
„über Ger.": dixaioavvrjq Dt. 33, 19. 



II. Hippolyts Eiklämng der Segnungen des Moses. 71 

Unter Reichtum des Meers versteht er mit Verstand die Ge- 
schlechter^ die mit Glauben heraussaugen den himmlischen Geist 
wie Milch. ''„Und das Nützliche der Kaufleate, die am Ufer 
des Meeres sich befestigt haben." Kaufleute am Ufer nennt er 
die, welche die kostbare Perle durch Gnade erwerben. 5 

XVllI. „Und von Gad spricht er: Gesegnet der, welcher ihm 
Gad ausbreitete; wie ein Löwe begab er sich zur Ruhe; er zer- 
brach die Arme der Könige. Und er sah meine Macht, weil 
ebenda geteilt ward das Land der Könige, der versammelten 
mit [den Königen und mit] den Häuptern des Volkes. Die 10 
Wahrheit des Herrn erfüllte er und das Gericht inmitten 
Israels.'' — -Und daß er sagte: „Der Mensch, der ausbreiten 
wird", deshalb weil (durch) die Segnung des Herrn in dem 
Raum der Erde für („durch" ?^ die Nachkommenschaft er sich 
ausbreitete. ^Und daß er sagte: „Wie ein Löw^e legte er sich 15 
zur Ruhe" (ist) ähnlich dem von Jakob Gesagten, der von Juda: 
..Sich niederlegend und schlief (?) er wie ein Löwe und wie ein 
Löwenjunges", um auf der Erde einen Ort seines Ruhens kund 
zu tun. — 4 Und, daß er sagte: „er vernichtete die Arme der 
Könige", der Mächte, die zu ihm riefen, und dessen (sc. gedenkt 20 
er), der durch die Beschwichtigung des Todes zerbrach die Kräfte 
des Teufels, seine Mächte und Herrschaften ganz untertrat. — 
^ „Und er sah seine Herrschaft, denn dort wurde [sie] zerteilt 
[und] das Land der Könige" „der Völker". Am „Anfang" des- 
selben spricht er in bezug auf die Heiligen, aus deren Land 25 
(Erde) von den irdischen Toten auferstanden sind. [ Deshalb weil 278 

3 Dt. 33, 19. — G Dt. 33, 20. — 15 Dt. 33, 2n. — 17 Gen. 49, 9. — 
23 Dt. 33, 21. — 25 vgl. Mt. 27, 52. 53. 

2 In cant. 2, 3 S. 25, 12 ff. „Wie Kinder, welche saugen die Brüste, 
um Milch herauszusaugen, so müssen alle heraussaugen aus dem Gesetz 
und Evangelium die Gebote, <um zu) erwerben die ewige Speise" | 8 „der 
Könige": xal ap/ovta Dt. 33, 20 | „meine Macht": a.TKXQxh'^ avxov 18, 5. 
Dt. 33, 21 I 10 „Die Wahrheit": öiyMioaüvriv Dt. 33,21 | 11 „des Herrn": 
y.vQioq Dt. 33,21 | 17 „schlief er"V: prisppi (?) R | 19 „vernichtete": „zer- 
trümmerte" erklärt Karb. | „Arme" „Kräfte" Karb. | 24 „Am Anfang des- 
selben {drtaQ'/JiV avTOv'^ , wie Dt. 33, 21) — auferstanden sind" undeutlich; 
etwa „Seinen Erstling, sagt er i. b. auf die Heiligen, von denen Tote aus 
<ler Erde auferst. sind", vgl. Mt. 27, 53 no'/.Xa aivfiaxa rwv xexoi{xt]i.dv(i)v 
ayiüjv ijyEQS-Tjüav. 



72 N. lionwetscli. 

der „Erstling von den Toten" und „der Anfang" von allem war 
Jesus. ''Und, dal.s er sagte, daß „dort zerteilt ward das Land 
der Könige der versammelten mit [den Nachkommen (Kindern;j 
und Herrschern des Volkes", zeigt an alle zu ihm von allen vier 
^ Gegenden A^ersammelten, es bildet die vor, welche^ von allen Ge- 
schlechtern und Völkern gesammelt, teilen das heilige Land durcli 
die Herrschaft mit Christus. — "Und, daß er sagte: ,,Die Wahr- 
heit des Herrn tat er und sein Gericht inmitten Israels": da er 
der Einzige von allen Menschen mehr als mehr gerecht erfunden 

1') ward und den Willen seines Vaters erfüllte durch die Ver- 
kündigung der W^ahrheit des Herrn dem Volke. Denn auch 
Jesajas spricht: „Es waren mit Wahrheit gegürtet seine Lenden 
und mit Wahrheit gefestigt seine Rippen." 

XIX. „Und zu Dan sagte er: Dan ein junger Löwe und er 

15 fängt an zu springen aus Basan." Weil die Schrift einen Löwen 
und einen jungen Löwen Christus nennt, wegen seines Reiches 
und seiner Stärke und seiner Herrlichkeit, spricht Moses auch 
etwas diesem Ahnliches vom ^Antichristen , da der auf ähnliche 
Weise wünscht versuchlich ihm zu gleichen, dem Sohne Gottes, 

2< > damit das unverständige Volk denke, daß er ist Christus. ^ Aber 
den Heiligen ist im voraus aus den Schriften seine Gottlosigkeit 
bekannt, daß er der Antichrist ist. Jakob spricht: „Dan wird 
sein („möge werden") wie eine Schlange und in einer Spalte 
der Wege"; und Moses spricht: „Das Junge eines Löwen Dan, 

25 lang wird (möge) er herrschen." Und Jeremias spricht: „Eine 
Stimme wird von Dan gehört, Schnelligkeit seiner Rosse und 



■ 1 1 Kor. 15, 28. Kol. 1, 18. Apc. 1, 5. — 2 Dt. HH, 21. — 5 Apc. 7, 9. — 
7 Dt. aa, 21. — 12 Jes. 11, 5. — 14 Dt. P.:}, 22. — 22 Gen. 49, 17. — 24 Dt. 3:5, 
22. — 25 Jer. 8, IG. 

4 „des Volkes": ?moZv Dt. 8:1,21 | 8 „inmitten": ßsrcc Dt. 8.8,21 
9 „mehr als mehr gerecht" bol'se bolee pravednym ; ob „mehr als die mehr 
Gerechten"? | 12 „Es waren m. W.": xal toiai öizaLoavvT;^ Jes. 11, 5 \ 
1i) De antichr. 14 S. 11, 5fF. insl ovv Xeovxa nal axvßvov Xeovxoc zbv 
Xqlgxov TCQoavecpwvrioav ai yQucpai., rb o/xoiov aal tieqI xov dvxr/QLatov 
eiQTjxai. <f/)]öL yag Dlcoar/Q ovxojq' „gxv/uvoq ?.tovTog /lav aal b^7t7]6j]oexai 
i-y. Baadi'". Vgl. Seg. Jak. 22, 2 ] 22 „bekannt" zweimal in R | 25 „lang 
w. er h." < Dt. 88, 22 | „P]. St. w. . . geh., Schnell.": dxovoofxed^a (f,o)vr,v 
{oTtovöriv De ant, 15) o^vxrjxog Jer. 8, K) (De ant. 1.5). 



I 



IL Hi])polyts Erklärung der Segnungen des Moses. 73 

von der Stimme des Wieberus von dem Anfangenden erbebt die 
ganze Erde." — ''Und daß Moses sagte: ..Und er wird (möge) 
bervorlaufen aus Basan'", — desbalb weil zu seiner Zeit Wild- 
heit und Unglaube sofort durch die Nachkommen offenbar wird. 
AVie Jesajas spricht: „Sie eilen wie Löwen und Junge der Löwen 5 
und ergreifen und schreien auf; zu der Zeit werden die Berge 
sich aufregen bei seiner Aufregung." Dieses Wortes (so) von 
der Wildheit und Stärke in der Heldentat des Streites. | ^ Des- 27{> 
halb spricht der Prophet: ..Der Herr kommt von Basan zum 
Grund des Meeres, damit benetzt werden seine Füße mit Blut;" lo 
und durch das Kommen des Königs mit Verführung sich zeige 
der Herr vom Himmel, zu zerbrechen und zu schwichtigen 
(stillen) alle die Kräfte seiner Feinde. Wie der Apostel Paulus 
spricht: „Welchen nur der Herr entkräftet durch den Geist seines 
^lundes und durch die Offenbarung seines Kommens. Dessen 15 
Kommen sein wird durch die Kraft des Teufels." 

XX. „Und dem Nephthalim sagte er: Nephthalim wird Speise 
des Empfangens bereiten, und sie werden gesättigt werden durch 
Segen des Herrn von Gott; durch das Meer und von Süden." 
-Und von Nephthalim sagte (Jakob): ..Der Durstende ausge- 20 
gangen wird geben von der Wurzel seine Schönheit", — um zu 
zeigen die Heiligen als Durstende inmitten des Ortes des Über- 
flusses (des Weinbergs), durch die gute Tat Erfreute. Moses aber 
spricht: „Nephthalim Ernährer durch die Annahme", weil der 
Herr die Gnade ist und „der Gnaden volles", damit durch sie 25 

•2 Dt. 8-], 22. - 5 Jos. :-il, 4.-9 Ps. 07 (68), 23. 24. — 14 2 Th. 
2, 8. 9. — 17 Dt. :•;■], 2.;. — 20 Gen. 49, 21. — 24 Dt. :;;5,, 28. 

1 „Anfangenden": „Kommandierenden der Heiter" erklärt Karb. : 
iTtTtaalag "nnwv avzov Jer. cS, 10 (De ant. 15) | „erbebt": ^asio&t] Jer. 8, Ki 
(De ant. 15) | 5 „Sie eilen — Aufregung": o)-' xoonov ßoi]G7] 6 ?Jojv ?/ 6 
axv/Avog tnl t;} S/JQCi y i?.c:ßev xal x^xqü^Kj in avxy l'ojg bß7i?,7]0&7j zä 
üQr] TTJg (fcui'fig avzov y.al )]zz)'i&7]oav Jes. iJl, 4 | 7 1. „Dies Wort" 
9 „kommt . . zum Grund": LniozQLV'oj, LitiozQbxpo) ir ßvdoTg Ps. 07 (GS), 23 | 
14 „entkräftet (?) . . und": dvuln . . y.al xazaQyi]GH 2 Th. 2, 8 | 17 „Speise — 
gesättigt w.": nlriGixovii öexzojV y.al iiin?.r]a&7]zoj Dt. 33,23 | 18 „der 
Achtung", „des Empfangens", „der Segnung" Karb. | 19 „des — Gott": 
TtaQu xvQiov Dt. 33, 23 | „durch — Süden": ^a).(xü(iav aal Aißa xXtjQO- 
vo^TjOeL Dt. 33, 23 | 20 „Der — Schönheit"; ozü.ty^og dvci/xbvov inidiöovg 
ir Zip yevt]fzazi xdV/.og Gon. 19, 21, vgl. auch Seg. Jak. 25 o. S. .38, 19f. 



74 N. Bonwetsch. 

die Heiligen ein jeder in \'üllkommenheit „nach dem Mfil.^ des 
Alters" gefestigt würden, um als vollkommene erfunden zu 
werden ..durch den Segen vom Herrn". — 'Und dal.i ,.ira Süden 
er ererbt", geheimnisvoll bildet dies ab die Gemeinden, die be- 
ö reitet sind für die ganze Erde und alle Geborenen zum Ererben. 
XXI. „Und dem Äser sagte er: Gesegnet unter den Brüdern 
Äser; und er möge ein die Brüder Annehmender werden; er 
möge benetzen seine Füße mit Ol. Und Eisen und Erz seine 
Schwerter, und gleichend den Tagen seine Kraft. Und keiner 

10 ist wie Gott außer dem Geliebten. Der hinaufgeht auf den 
Himmel ist dir Helfer, und im Wunderbaren (der Größej, in dem 
im Anfang Gewesenen seine Befestigung und in der verborgenen 
Macht Gottes. Und die immerwährenden Arme, zu vertreiben 
von deinem Antlitz die Feinde. Und er wird (möge) sagen: 

15 Kommet um! Und Israel wird ererben mit Zuversicht im Lande 
280 Jakobs, inmitten von Weizen und Wein. Und sein | Himmel 
mit Tropfen gemischten Wolken.'" 

2 Und die Söhne Äsers nennt er Heiligkeit, die sich auf den 
Namen Christi von Gott Geborene nannten. Wie der Evangelist 

20 spricht: Denn, „w^elche ihn aufnahmen, denen gab er Macht von 
Gott Geborene zu sein, die an seinen Namen glauben." Und 
Johannes spricht: „Gott vermag sogar aus Steinen Abraham 
Söhne zu erwecken." Und Jesajas spricht, alsdann sagt er: „Siehe 
hier ich und meine Kinder, die mir Gott gegeben hat." — 

25 ^ Dieses sagt der Prophet Moses vorher durch den Geist in betreff 
der im voraus bereiteten Geburt des Sohnes in der Welt von 
Gott, die geschehen sollte. Denn er sagte: „Gesegnet unter den 
Brüdern Äser." Und Äser war der Reichtum der Schwestern, 
wie oben gesagt war: der „Reichtum des Meeres nährt dich'', 

1 Eph. 4, IH. — 3 Dt. 33, 23. — 6 Dt. 33, 24—28. — 2(» Joh. 1, 12. — 
22 Mt. 3, 9. Lc. 3, 8. — 23 Jes. 8, 18. — 29 Dt. 33, 19. 

G „unter d. Br.": dito z^xvcov Dt. 33,24 | 7 „Annehmender": öexiog 
Dfc. 33,24 I 9 „Schwerter": vnoörifjia Dt. 33,25 u. unten 22,1 | „und — 
Tagen": wq al tj/utQai aov Dt. 33, 25 | 10 „außer dem Gel.": rov TJyan}]- 
fxbvov Dt. 33, 26 | 11 „im Wund. — Befestigung"': 6 f/.eya?.OTtQem]c zov 
GTSQeajfxatog Dt. 33, 26 | 12 „in der — Und": oxsjcaoei ae d-sov aQxh ^^^^ 
vnb laxvv Dt. 33, 27 | 15 „ererb, etc.": s. u. zu S. 77, 26. 78, 1. 5 | 17 „mit — 
Wolken": ovvvscprjq ÖQoaco Dt. 33, 28 ] 20 „Macht denen gab er Macht" R ! 



IL Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 75 

welches sind die Kinder, die lieraussaugen aus den Geboten des 
Herrn. ^Deshalb spricht er auch: .,Er wird barmherzig sein 
inmitten seiner Brüder." Von ihnen spricht auch der Erlöser: 
..Meine Brüder und Miterben." Deshalb ..angenommen" nicht nur 
für das Wort, daß wie ein Mensch er durch das Fleisch auf 5 
Erden sich zeigte, beweisend, sondern auch durch die er für Gott 
bekannt wird, da Thomas spricht: „Mein Herr und mein Gott!" 
Dieses (sc. Wort), fleischlich durch die Brüder gekannt, ver- 
achteten sie, und wie einen armen und erniedrigten Menschen 
schmähten sie. Von dem im voraus durch Ausrufen der Prophet 10 
spricht: „Einen Sohn habe ich [befreit,] zum Sohne gemacht und 
groß gemacht, und sie haben mich verworfen. Es kannte der 
Stier seinen Erzeuger und ein Esel die Krippe seines Herrn; und 
Israel hat mich nicht erkannt und mein Volk hat mich nicht 
begriffen." Und Johannes gibt Zeugnis von diesem Gesagten und 15 
spricht: „Auch seine Brüder glaubten nicht an ihn." Jetzt ward 
er von einigen „Brüdern angenommen", aber von aus entfernten 
Geschlechtern herzugerufenen. Von denen er auch sprach, rief aus: 
..Kommt zu mir alle die Ermüdeten | und Beschwerten, und ich 281 
gebe euch Ruhe; nehmet an mein Joch; denn ich bin heilig und 20 
demütig von Herzen und ihr werdet empfangen Ruhe für euch 
selbst, denn mein Joch ist süß und die Last ist leicht." — ^Um 
zu verstehen, von wem Moses folgerichtig spricht: „Er wird mit 
Ol benetzen seine Füße", was anlangt die Bedeutung des Ge- 
sagten: „Er wird benetzen mit Öl seine Füße", nichts anderes 25 
sagt er, als nur was geschah bei seinem Leiden: weil Blut aus 
seinen Seiten herausfloß, ward Erbarmen uns verkündigt. Es 
wurden die Füße des Herrn benetzt, damit ein dunkelrotes 
Zeichen an ihm. Zu der Zeit zeigte es sich erfüllt, und die 
Tür des Lebens tat sich uns kund und das Blut des Lammes. 30 
Welche glaubten, von deren Türen werden „beide Pfosten" be- 

4 Job. 20, 17. Mt. 28, 10. 12, 49. Mr. 3, :M. Lc. 8, 21. — 7 Joh. 20, 28. — 
11 Jes. 1, 2. :-]. — 16 Joh. 7, 5. — 19 Mt. 11, 28-30. — 23 Dt. 33, 24. — 
2ti Joh. 19, 34. — 30 vgl. Joh. 10, 7. 9. — Ex. 12, 3. 7. 22. 23. 

1 In Cant. 2, 3, s. o. zu 17, 7 1 4 „u. Miterben": vgl. 10, 3 u. S. 25, 20 \ 
11 „Einen Sohn": vlovg Jes. 1, 2, wie offenbar auch Hipp, las | 13 „s. Er- 
zeuger" : Tov xTijodfxevov Jes, 1, 3 | 19 vgl. zu Seg. Jak. 21, 1 | 20 „denn i. b. 
heilig": xal fAcc^eza «n" ifxov du itQavq eifiL Mt. 11, 29 | 2(3 vgl. Seg. 
Jak. 18, 4. 




76 N. Donwotfich, 

striclien werden, und der „Zerstörer" wäre durcli es in die Flucht 
<^eschla<i;eii worden. „Er wird (möge) seine Fütse mit (inj Ol 
eintauchen." Dies ist eben derselbe, durch den allen Menschen 
Erbarmen widerfuhr, im voraus verkündigte er es. Denn Jako]» 
r> spricht ebenso: „Er wird waschen mit Wein seinen Schmuck 
und mit Blut des Weinstocks sein Gewand", um zu zeigen des 
Leibes Bekleidung (und) des Blutes als Schmuck des Wortes, 
daß auch der zu Leiden kam, der ohne Schaden und schmerzlos 
das Wort war. 

10 XXIL „Eisen und Erz seine Schuhe." Hiermit spricht er 

aus die Kraft des Evangeliums oder die der Apostel nennt er, 
die stark waren wie „Eisen" alles erduldend durch Mannhaftig- 
keit, und gut die Stimme wie „Erz" durch das Vorlegen des 
Evangeliums Christi. Wie der Prophet spricht: „Wie schön 

lö sind die Fußtapfen (?) der Verkündiger des Friedens, die Gutes ver- 
kündigen." Fuß Christi waren die Apostel und ihre Fußbeklei- 
dung das F^vangelium. — -Und was er sagte: „und gleich deinen 
Tagen deine Stärke", deshalb, weil er nicht unter der Zahl der 
282 Jahre war, damit er | verweslich sein könne, sondern auch die 

20 vor Äonen Gestorbenen lebendig würden. — ^ „Es ist kein 
anderer Gott außer dem Geliebten." Nach Gott wird welcher 
andere Gott bekannt? Dieser der Vater des geliebten Sohnes. 
Wie er im Evangelium bezeugt: „Es kam eine Stimme vom 
Himmel und sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, der mir er- 

25 wünscht, ihn höret." Dem Ahnliches sprach auch Moses: ..Es ist 
kein Gott gleich dem Geliebten, welcher sitzt in den Himmeln als 
dein Helfer." Und David spricht: „Mein Helfer und mein Er- 
retter und mein Ruhm und der erhöht mein Haupt." Jetzt ..der 
sitzt im Himmel ward ihm Helfer" und uns, die auf ihn ver- 

30 trauen. — ^ „Sehr groß durch die Feste." Weil der Sohn er- 
höht, in den Himmel erhoben und sehr verherrlicht war, Er- 

5 Gen. 4i), 11. — 10 Dt. -l:), 25. — U Jes. 52, 7. — 20 Dt. 33, 2ü. — 
23 Mt. 3, 17. 17, 5 (Mc. 1, 11. 9, 7. Lc. 3, 22. 9, 35). — 25 Dt. 33, 26. — 
27 Ps. 69 (70), 6. 3, 4. — 28 Dt. 33, 26. — 30 Dt. 33, 26. 

4 „verk. er es" propovedyval: vielleicht „verkündigt" propovedyvan I 
5 „Schm.": Tt/v otoIt^v Gen. 49, 11 | 6 „des Leibes . . u. des Bl.": Plural 
R 1 vgl. Sag. Jak. 18, 3. 4 | 14 „schön sind": eul zcüv 6q8ü)v -\- Jes. 52, 7 ' 
23 In Dan. IV, 57, 3 S. 330, 15 f. | 26 „w. sitzt": b imßalvojv Dt. 33, 26 1 
3ü „durch d. F.": rov ozsQSojftazog Dt. 315, 26. 



IL Hippolyts Erklärung der Segnungen des Moses. 77 

höhender und sehr geehrt „durch die Feste", auf dem Thron mit 
dem Vater sehr verherrlicht. Wie der Prophet spricht: „Die 
Himmel bedeckte seine Mannhaftigkeit.'' Und David spricht: 
..In Herrlichkeit und in Reichtum und in Stärke hat er ihn ge- 
hüllt." Und wieder spricht er: ..Gürte das Schwert um deine 5 
Hüfte, Starker", ., brause auf, gehe und herrsche!'" 

XXHI. Und Moses spricht: .,Un(L das Verborgene seiner 
Gottheit, der Macht und von den starken ewigen Armen." ?, Ver- 
borgen" nannte er die Gottheit hinsichtlich des Leibes, in den 
das Wort sich einhüllte. Die .,Herrschaft" Gottes zeigt uns 1<) 
das Wort. Salomo spricht: ..Der Herr zeugte mich am Anfang 
der Wege seiner Taten." Und Johannes spricht: .,Ich bin der 
Anfang und ich bin das Ende." Jetzt war der Leib verhüllend 
das Wort, .,welches war im Anfang bei Gott"; der Sohn Gottes 
und das Wort des Vaters gewann lieb das heilige Fleisch. Und l'> 
der Vater beschützt den Sohn, den in seinen Armen Bewahrenden, 
der beschützt gewesen war, um ihn in Ewigkeit als Herrn zu 
zeigen und die Feinde und Verschlagenen unter ihn zu unter- 
werfen. Wie der Prophet spricht: „Es sagte | der Herr zu meinem 283 
Herrn: Setze dich zu meiner Rechten [setze dich an meine 20 
rechte Seite], bis daß ich setzen werde deine Feinde unter deine 
Füße." Und der Apostel spricht: „Er hat alles unter seine 
Füße gelegt; den letzten Feind wird er austilgen, den Tod." 
-Und Moses spricht ebenso: „Er wird in die Flucht schlagen 
deinen Feind von deinem Antlitz und sagen: Sie mögen um- _!5 
kommen! Und es möge ererben Israel mit Glauben im Lande Jakobs 

4 Ps. 20 (21), 6?. — 5 Ps. 44 (45), 4. 5. — 7 Dt. 33, 27. — 9 vgl. Job. 
1, 14. Phil. 2, 7. — 11 Pr. 8, 22. — 12 Apc. 22, 13. — 14 Joh. 1, 2. — 
]9 Ps. 109 (110), 1. — 22 1 Kor. 15, 27. 26. — 24 Dt. 33, 27.28. 

4 „In Herrlichk. etc.": ob Ps. 20, {do^av xal ß^yalonQ^nsiav ini- 
'hijoeig £7c' at'roV}? | G „brause auf": l'vzeivov Ps. 44, 5 | 7 „Und das — 
starken": Dt. 33, 27 s. o. zu 21, 1 | 11 „zeugte etc.": eaziab f/e aQytjv oööiv 
avTov etq egya avzov Pr. 8, 22 | 9 „der Leiber" G | 13 „die Leiber" G [ 
14 vgl. De antichr. 3 S. 5, 23 f. 6 naXai /uhv Xoyog aiv, vvvl öh xal avS^QOj- 
rcog Jt' ^ßüg tv xoofxo) ipavsQco&elg. 4 S. (\ 20 f. 6 koyog xov d-eov acag- 
aog wv evEÖvoazo ztjv aylav ougxa ix zf/g aylag nag^bvov wg vv/u(piog 
(vgl. 2 Clem. 11, 2. Tert., De resurr. 63 und m. Theol. d. Method. S. 88. 
93. 167 I 26 „ererben": „gefestigt werden" erklärt hier u. 78, 5 Karb., 
xazaaxtjVüJati Dt. 33, 2S | zu „mit Gl." und „mit — gem." vgl. o. zu 21, 1 
s. 74, 1511. 



7§ N. Bonwetsc'h. 

inmitten von Getreide und Wein, und die Himmel von oben zu 
dir mit Wolken mit Tau gemischt." •' Nach dem Fall des 
Teufels und dem Untergang aller seiner Völker und mit der 
Zertrümmerung der Gesetzlosigkeiten von dem Antliz der Erde 
') „wird ererben Israel gemäß den Teilen mit Glauben in dem 
Land Jakobs'". Zu der Zeit werden alle Heiligen „herrschen 
mit Christus". Israeliten werden genannt Gottschauende; für 
immer angesiedelt im heiligen „Land" „mit" Hoffnung und 
., Glauben", und fortan nicht durch den Tod Erschreckte und 

1^' nicht durch das ewige Feuer GeUngstete, und nicht durch das 
Verlangen nach dieser Welt Gebundene und nicht durch ver- 
gängliche Speise Erfreute und nicht durch die Sorge dieser eiteln 
Welt der Ode und nicht durch Erregung und nicht von Winter- 
frösten Beschwerte, und nicht „mit Sorge und im Schweiß des 

15- Antlitzes" ißt es das Brot dieser Welt. Denn aufs Haupt ge- 
schlagen sind die Sünden, ausgelöscht sind die Begierden des Herzens 
und besiegt ist der Tod. Untertreten (Zertreten) schon ist der 
Verführer, aufs Haupt geschlagen schon der Unbesiegbare, ge- 
tötet schon die arglistige Schlange. ^ Schon sind befreit die 

2u Geborenen, schon erfreut ist jeder Baum der Wüste. Die Erde 
wird voll sein von unvergänglichen Früchten in Ewigkeit, und 
fortan nicht verwelken durch die Veränderung der Zeiten, und 
weder nach Regen noch Tau begehrend. Denn die Geborenen 
sind befreit von der Knechtschaft der Verweslichkeit durch das 

2-") Gleich sein mit den Engeln und der Menschen mit der Natur und 

mit allen Fruchttragenden. Was darin, erhebt Lob Gotte, vom 

284 Geist lebendig gemacht | und durch seinen Segen fruchtbringend. 

Wovon gekostet habend die Heiligen, von dem unvergänglichen 

Brot des Lebens, trinken sie auch den unvergänglichen Trank 

•>" durch das Wort; geistliche Engel, gefestigte, mit ununter- 
brochenem Gesang mit allen Geborenen erheben (sie?) Gott. 
welchem sei Preis immerdar und in alle Ewigkeit! Amen. 

5 Dt. 33, 28. — 6 Apc. 20, 4 6. — 14 Gen. 3, 19. — 17 Gen. 3, 15. — 
20 vgl. Jes. 44, 23. 55, 12 (41, 19). — 25 Mt. 22, .30. Mc. 12, 25. Lc. 20, 36. — 
28 Job. (), 27. 35.48. 4, 14; vgl. Apc. 2, 7. 17. 

1 „inm. V.": int Dt. 33, 28 | 5 „nach d. Teilen": „ein jeder für sich'^ 
erklärt Karb.; ob Wiedergabe von [xovoq Dt. 33, 28? | 17 vgl. In cant. 25, 5 
S. 66, 13flF. 



111. Hi])polyts Erklärung in betreft" Davids und Goliaths. 79 



III. 

Hippolj ts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. 

I. Die Ratschläg'e (Erwägungen) des seligen David, die im ;514 
Alten Testament geschahen, die sowohl durch Gesang weissagend 5 
geschahen und durch die Tat vollendet (erfüllt) sind, sind leicht 
zu erkennen durch die Zeugnisse, durch die die heiligen Schriften 
erkannt werden. Wer wird sich nicht wundern über den seligen 
David, der von Jugend auf die Ratschläge („Geheimnisse"?) 
Christi in sein Herz schrieb. Oder wem werden nicht wunder- 10 
bar erscheinen die Worte, die von ihm klar gesagt werden. Er, 
der von Gott ein gerechter König und erwählter Prophet war, 
der nicht mir in betreif des Gegenwärtigen und Vergangenen, 
sondern vielmehr auch in betreff des Bereiteten (Zukünftigen) 
vorhersagte. 15 

IL Jetzt, welches sind vor allem lobens\vert seine Großtaten 
der Taten oder die Weissasjung-en der Worte? Denn in beiden 
finden wir diesen Propheten durch Wort und Tat seinem Herrn 
ähnlich. -Als Hirten der Schafe finde ich ihn, den geheimnis- 
voll zum König Gesalbten erwäge ich, und den Starken von 20 
ihm niedergeworfen sehe ich, und den zunichte gemachten („ver- 
eitelten"?) Krieg kenne ich, und das Volk von der Knechtschaft 
befreit sehe ich, und hernach ihn als von Saul Gehaßten und 
wie einen Feind und Arglistigen von ihm Gejagten, und in die 
Wüste vertrieben und sich verborgen gehalten habend; und ihn, '^-"^ 
der zuerst von Saul gehaßt war, zum König über Israel gesetzt. 

4 „Ratschläge" hier u. Z. 9: „Geheimnisse" Marr (TU. N. F. VIII, 
2c, S. 7) i 9 „V. Jug. auf": vgl. In Dan. I, 10, 4. 24, 3 1 13 De antichr. 2 
S. 4, 16ff. OL fxuxuQioi TtQocpfjxai . . ov fÄOvov XU TiaQco'/^xoTa einovTsg, 
aXXa xal tu heoTOJiu xal tu y.iX'kovxu unuyyeD.uvzEq. 31 S. 20, 22 ft". 
TOTE yuQ ovTüjq o ngoffr^zriq 7iQ0(pt]xr]g ylvtxui, oxuv xu fxtXXovTU yi'veo&ui 
iQoxrj^i^ug, vGxsQov Gv/btßuvxu uvxu eni^sl^y. Vgl. TU. N. F. I, 2 
>. 29 f. 1 23 „Gehaßten": „Erniedrigten" erklärt Karb. 



80 N. Pionwetscli. 

III. Somit wer preist nicht die gorechten Patriarchen, die 
nicht nur durch das Wort im voraus weissagten in betreff dessen, 
das geschehen sollte, sondern auch durch die Tat, was sich an 

315 Christus erfüllte, durch Leiden ergänzten. | Und in Wahrheit 
5 muß man bedenken, was dies Vorliegende, daß im voraus die 
seligen Propheten, sei es durch das Wort, sei es durch die Tat, 
geistig erfüllten. ^ Diese Vorbilder und Taten werden sichtbar 
hinsichtlich der vorbereiteten Dinge. Denn jenes war zuvor- 
bereitet im voraus, aber am Ende der Zeiten kam er als ErfüUer 

10 des Gesetzes und der Propheten in die Welt zum Hervorleuchten 
der Wahrheit; er, der kam und durch das Evangelium sich uns 
offenbarte und sprach: ..Ich bin der Weg und die Wahrheit und 
das Leben" , und weil er war gerecht und wahrhaftig und der 
Erlöser aller. -^Wie verstehen wir nicht geistig etwas, daß jenes 

15 im voraus durch den seligen David war und hernach durch den 
Erlöser erfüllt und durch die Gnade zur Gabe den heiligen Ge- 
meinden gelehrt? 

IV. Damit leicht man das Gesagte verstehen könne ; diese beiden 
Salbungen geschahen von dem seligen Samuel, die eine über 

20 Saul, die andere über David. Aber Saul gemäß seiner Dienst- 
willigkeit stellte sich ein zur Salbung, nicht im mindesten würdig 
durch Gott (erwählt), sondern wie irgendein Mensch, der das 
Gesetz übertritt, und ein Mensch als König erbeten, erschien er 
als ein Erzürnter und ein Verfolger zu ihnen. Denn auf die 

25 gleiche Weise hat einstmals Herodes, ein das Gesetz übertretender 
Mensch, über sündige Menschen geherrscht. -Dem David aber 
ward heimlich die Salbung zu Bethlehem. Denn er war zuvor 
bereitet in Bethlehem geboren zu werden (zum Vorbild) für den 
himmlischen König, und dieser nicht heimlich gesalbt von dem 

30 Vater kam in die Welt. Wie der Prophet spricht: „Deshalb 
hat dich. Gott, dein Gott gesalbt mit Freude mehr als deine 
Nächsten." ^ünd dem Saul ward die Salbung aus einem gleich- 

4 Kol. 1, 24. — 9 Mt. 5, 17. — 12 Job. 14, (i. — 20 1. Sam. 9, 10. — 
23 1 Sam. S, 5. — 25 Mt. 2. — 27 1 Sam. 16, 1. — 80 Ps. 44 (45), 8. 



7 „durch d. geistige Tat erf.".G | 18 „Damit — könne" verbindet G 
mit dem Vorhergehenden, aber schon der Rhythmus spricht dagegen ' 
„leicht": 5iW;.w?? wie z. B.j In Dan. I, 13, 2. 2(5, 2. II, 19, ö. 27, 4. 30, 5 usw. 



III. Hippolyts Erklärung in betreff Davidsund Goliaths. gl 

sam tönernen Hörn; denn seine Herrschaft war eine augenblick- 
liche und sehr, sehr schnell zerstört. David aber wurde gesalbt 
mit einem Hörn der Stärke, im voraus aber durch den Propheten 
zuvor Heil verkündigend hinsichtlich seiner, was durch das 
ehrenvolle Hörn Sieg zuvor anzeigte über den Tod. Und David ö 
selbst spricht in den Gesängen weissagend: | „Es möge gerettet 316 
werden" ,,von den Hörnern des Einhorns meine Demütigung!'" 
Moses aber spricht weissagend auf dem ähnliche Weise in den 
Segnungen: „Eines ersten Kalbes seine Schönheit, ein Hörn wie 
eines Einhorns seine Hörn er, und mit ihm wird er besiegen K' 
Völker." •* Deshalb hat dem Samuel dies der Herr zuvor ange- 
zeigt und gesprochen: „Fülle an dieses dein Hörn mit Ol, und 
ich sende dich nach Bethlehem, denn ich habe gefunden in- 
mitten der Söhne Jesses zu meinem König." Zuvor zeigt er an 
durch den Propheten hinsichtlich der Dinge, die geschehen l-> 
sollten [hinsichtlich]. ^Und David heimlich gesalbt. Es ging 
hinweg wegen Ungehorsam der heilige Geist von Saul, und es 
ging ein in ihn ein böser Geist von dem Herrn." ^Es ist Gewohn- 
heit, daß, wenn jemand das Gesetz übertritt, es unumgänglich 
ist ihn zu übergeben in die Hände eines harten Engels. Und -der 20 
..nach dem Herzen" Gottes auserwählte David ward geschmückt 
mit himmlischer Weisheit. Deshalb bezeugt die Schrift und 
spricht: „Und es war David in allem gehorsam und überlegend 
und der Herr war mit ihm." 

V. Dieser war ein junger Mensch, und „er weidete die Schaf- 25 
herde seines Vaters Jesse." Wie Christus von Kind auf Sohn 
von dem Vater war, von Kind auf ein Hirte der Heiligen er- 

1 1 Sam. 10, 1. — 2 1 Sam. 16, 13. — 6 Ps. 21 (22), 22. — 9 Dt. 33, 17. — 
12 1 Sam. 16, 1. — 16 1 Sam. 16, 14. — 20 Herrn., Sim. 6,2, 5. 3, Iff. — 
21 1 Sam. 13, 14. — 23 1 Sam. 18, 14. — 25 1 Sam. 17, 14. 15. 

1 1 Sam. 10, 1 zov (paxov zov iXalov, 1 Sam. 16, 13 ro xsQaq xov 
u.aiov I 4 „seiner": „Davids" erklärt Karb. | 6 „es möge ger. w.": adiaov 
Ps. 21, 22 1 9 vgl. Seg. Mos. IG, 4ff. S. 08, 23 ff. | „ein Hörn"' wie Seg. Mos. 16, 5, 
'xtQaxa Dt. .33, 17 1 10 „mit ihm": h avzoTg Dt. 33,17 I 13 „ich h. gef.": 
hogaxa 1 Sam. 16, 1 | 16 Ob es hieß „Und als Dav. heiml. gesalbt war, 
ging hinweg"? | 17 „es ging e. in ihn": enviyev avxov 1 Sara. 16, 14 ! 
2<' vgl. Orig., In Ps. 37 hom. 1 ] 23 „in — überleg.": av ndaaig xaZq 
oöolq avxov avviojv 1 Sam. 18, 14 | 27 vgl. Method., Symp. 3, 6 S. 63, 4ff'. 
iv dgyy wv TiQÖg xov d^sov xal ^ebq ü)V, 6 dgx^axQaxr/yog xal noi/urjv 
Texte 11. üntersucliungen, N. F. XI, l a. 6 



82 N. Bonwetßch. 

schien er nach Wahrheit vom Vater. ^Er hat mit guter An- 
ordnung die Psalmen geordnet und zeigt uns die Harfe von 
sieben Saiten. Und durch das Schlagen auf die Saite sandte er 
Segnung in den Himmel empor. Und dies Geheimnis ist klar: 
5 zu allen im voraus verkündete er und den bösen Geist vertreibt 
er aus Saul. ^ Deshalb neidete (sc. ihn) Saul und wurde eifer- 
süchtig auf ihn und als seinen ihm nicht Wohlgesinnten ver- 
folgte er (sc. ihn), um ihn zu töten, und setzte ihn zum Heerführer 
über das Volk mit Hinterlist und setzte ihn zum Hauptmitkämpfer 

10 über dies Volk. Er „dachte^ daß er in die Hände der Fremden 
ihn hineinwerfe." ^ Alles dieses war dem Volk angenehm vor 
den Augen. Denn er war es, der „einging und ausging vor 
ihnen". Und er befreite das Volk von der Knechtung durch 
die gottlosen und ungläubigen Völker und forderte sie von 

15 ihnen ein mit dem Schwert. 

VI. Als dies die Fremden sahen, wurden sie unwillig, und 
als sie sahen seine Stärke, w^underten sie sich. .,Und es ver- 
sammelte sich ihr Lager zu kämpfen in Sokchoths Judaeas, und 
sie lagerten sich inmitten Sokchots und Azekas inKapernaum (so). 

20 Und Saul und das ganze Volk Israels sammelten sich in einer 
Schlucht und bereiteten sich zu kämpfen mit den Fremden. Und 
die Fremden standen auf dem Berg von der einen Seite, . . und es 
war ein Tal zwischen ihnen. Und es ging heraus Ein Mann 
aus dem Geschlecht der Fremden, sein Name war Goliath aus 

25 Geth, seine Höhe war vier Ellen und eine Spanne. Und ein 

317 Helm aus einer Mischung (von Zinn und Erz) auf seinem Haupt, 

und er war gekleidet in einen Panzer | (auf der Brust und unter 

3 1 Sam. 16, 23. — 6 1 Sam. 18, 8. 9. — 8 1 Sam. 18, 13. — 10 1 Sam. 
18, 25. - 11 1 Sam. 18, 16. — 17 1 Sam. 17, 1—11. 

Tüiv xaz ovQavov , w ndvza TteiS^ovxai xal ofzagzovai xcc Xoyixa y.al 
7toißaiv(üv evxdxxwq xal aQL&fzwv xcc nX/jd-rj xwv /naxagiojv dyykXwv. 

4 „Geheimnis": „Beratung", „Erwägung" R | 11 „Alles dieses": zu ver- 
bessern nach 1 Sam. 18, 16 näq, ^lagariX . . riydna xov /lavstö \ 19 „in 
Kapern.": ^EcpsQfjih 1 Sam. 17, 1 ] 20 „in e. Schi.": xal na^SfißaXlovaiv iv 
xy xoiXaÖL' avxoi 1 Sam. 17, 2 | 24 „aus d. Geschl.": övvaxoq ix xfjg naQu- 
xa^ecoq 1 Sam. 17, 4 | 26 „Helm — kleidete": TCEQixecpalaia ml xfjg xe(pa)~}j^ 
avxov xal d^coQaxa aXvaiöcoxov avxog ivöeövxcog 1 Sam. 17, 5 1 „von Zinn 
und Erz" erklärend Karb. 



III. Hippolyts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. 83 

den Achseln) wie ein Gewand aus ringförmigen Gliedern, worein 
er sich auch kleidete, und das Gewicht seines Panzers war drei- 
tausend (so) Sekel aus Erz. Und seine Beinschienen waren ehern 
auf seinen Schenkeln, 'und sein Schild aus Erz auf seinen 
Schultern. Und der Schaft seines Speers war wie ein Weber- 5 
bäum des Gewebes. Sechshundert Sekel Gewicht war sein Speer 
selbst aus Eisen. Und der, welcher hatte seine Waffe und 
Küstung, ging vor ihm her. Er stand und erhob (sc. seine Stimme) 
zu dem Lager der Israeliten und sagte: Weshalb seid ihr ge- 
kommen zu kriegen zu mir? Bin ich nicht ein Fremder und ihr 10 
Ebräer Sauls? Erwählt euch einen Menschen, der herausgeht 
gegen mich zu streiten. Und wenn es geschehen wird, daß er 
mich bewältige, so w^erden wir euch zu Knechten sein; wenn 
aber ich siege und ihn töte, so werdet ihr uns zu Knechten, 
und w^erdet ihr uns Untertan sein. Und es sprach der Fremde: 15 
Siehe, heute beschimpfe ich euch. Jetzt sendet einen Menschen 
und wir wollen miteinander kämpfen. Und es hörte Saul und 
ganz Israel das Wort des Philisters, und sehr erschraken alle". 
VII. Weil (1. „Daß") aufstanden die Philister, zu der Zeit 
sahen sie (1. ..als sie sahen") den David, und sie (sich) bereiteten 20 
zum Kampf mit ihm, weissagt den, welchem es oblag zu er- 
scheinen aus dem Geschlecht Davids, den Erlöser der Welt. 
Und wunderbar war sein Name den ungläubigen Geschlechtern, 
und sie verfolgten die Heiligen. — ^Und die beiden gezeigten 
Berge zeigen zuvor an die beiden Testamente: das eine, das 25 
durch die Schrift war, und das zweite, das durch die Gnade 
war. — ^Aber, was er spricht hinsichtlich dessen: „es war ein 
Tal inmitten ihrer", der beiden Berge, — denn der Ort, der 
inmitten ihrer war, zwischen den beiden Bergen, heißt ein Tal, 
um damit anzuzeigen die Hineinziehung („Verführung") und 30 
die Begierden dieser Welt; der er auch vergleicht das Tal, in(?) 
dem die am Herzen ungehorsamen Menschen durch Ungehorsam 
sterben. — ^Und, was er spricht: „Es ging heraus Ein starker 

24 1 Sam. 17, 3. — 2G Job. 1, 17. — 27 1 Sam. 17, 3 — .38 1 Sam. 17, 4. 

4 „aus Erz": xf^Xxov xal aidriQov 1 Sam. 17, 5 | 7 „Waffe u. Rüstung": 
T« onXa. ISam. 17,7 1 10 „zu mir": a^Evavziag rjfiojv ISam. 17, 8 | 12 „wenn — 
bewältige": etwas breiter ISam. 17,9. 

G* 



§4 N. BonwetKch. 

Mensch aus dem Lager der Fremden und sein Name Goliath'", 
dies zeigt, daß der Teufel durch die Fremden wirkte. Er voll- 
brachte seinen Willen, gekleidet in alle Rüstungen wie mit einem 
„Panzer" und mit aus kleinen Ringen bestehenden Schilden, 
5 bereitet zu kämpfen mit der (ganzen) Welt, zu vernichten die 
Heiligen, und mit Lästerung gegen die Beschnittenen. ^Des- 
halb spricht er auch mit Stolz: „Bin ich nicht ein Fremder und 
ihr Israeliten Sauls?" Und er offen zugezählt zu den Fremden 
und den an Gott nicht Glaubenden. — ^Deshalb hat die Schrift 

1(» auch das Maß (Gewicht) mit beigesetzt; damit man dadurch ver- 
stehe [erkenne], womit er sich stark machte. Und daß sie sagte: 
„Vier Ellen und eine Spanne", die vier Gegenden der Welt 
zeigte er uns dadurch, in Beziehung zu denen der Teufel seine 
Stärke zeigte. — "Und, was er sagt hinsichtlich der „Spanne", 

15 weil er stolz ward und anfing sich Gotte entgegenzusetzen, und 
deshalb^ damit er von Gott selbst zerbrochen würde, als ein 
Sohn des Teufels war er erschienen, dessen Bild im voraus 
Goliath trug. — ^ Und (was er sagt), daß die Dicke seines Harnischs 
und Panzers wie Handfesseln einer Kette, zeigt deutlich die 

20 Höhlen der Schlange und die Menge ihrer Listen zum Stechen 

und Biß des Menschen. — ^Und, daß er „das Gewicht" des ge- 

319 schuppten „Panzers fünftausend" nennt, | deshalb weil fünftausend 

Jahre verflossen, und nach fünftausend kam der Erlöser, um zu 

kämpfen mit dem Geist (sc. der Bosheit); aber wie er ähnlich 

2ö den Menschen seine Arme zu kämpfen bereitete, und wie Goliath 
von David zusammengebogen wurde, so wurde auch durch Christus 
besiegt der Verführer; das Haupt der Schlange hieb er ab. — 
^^Es war „der Helm" des Goliath „auf seinem Haupte" aus 
einer Mischung (von Zink und Zinn) und „die Beinschienen auf 

30 seinen Hüftbeinen aus Kupfer"; es zeigt an seinen Stolz und 

4 1 Sam. 17, 5. — 7 1 Sam. 17, 8. — 12 1 Sam. 17, 4. — 14 1 Sam. 17, 4. — 
17 2 Th. 2, 8. — 18 1 Sam. 17, 5. — 21 1 Sam. 17, 5. — 28 1 Sam. 17, 5. — 
29 1 Sam. 17, 6. 

4 „und — Schilden": wohl Umschreibung von aliavöcorov 1 Sam. 7, 5 
11 „sie": „er" R 1 14 „Stärke Kraft" R | 18 „die Dicke — Kette": Um- 
schreibung von &wQax(x dXvOLÖayzov 1 Sam. 17, 5 | 22 „fünfhundert J." G 
vgl. In Dan. lY, 24, 3 S. 246, 2 f. | 24 „der Bosheit" erklärend Karb. | 29 „von 
Zink und Zinn" erklärend Karb. 



III. Hippolyts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. §5 

seine Furchtbarkeit, gesondert mit allen Rüstungen bewaffnet. 
Und jener fremde Mensch nicht das, damit (so) er zu Anfang 
stünde und so erschiene, sondern mit ihm spricht er auch von 
der Waffe, weil mit ihm auch Stolz war mit Gottlosigkeit ver- 
einigt in den Worten seiner Lästerung. — ^^Und, daß er spricht: 5 
..Ein Schild aus Erz auf seinen Schultern", — von dem Rund- 
kreis der ganzen Welt die Sammlung aller zu ihm und die Unter- 
werfung unter ihn sagt' es zuvor. Wie Johannes spricht: „In 
Bewegung der ganze Erdkreis [die ganze Welt]." — ^^ jJjkj ^qy 
Schaft seines Speers wie ein Weberbaum der Weber." Von was 10 
für Geweben spricht er, als Ton denen, welche Eitelkeit sinnen 
und dem Teufel unterworfen sind. Wie Jesnjas spricht: ..Ihr 
Gew^ebe möge nicht zum Gebrauch zum Gewand werden. Des- 
halb weil sie wie das Weben der Spinne so weben. Deshalb weil 
ihre Taten sind Taten der Gesetzlosigkeit." — ^^Was er sagt: 15 
..Sechshundert (Sekel) ist das Gewicht der Schneide seines Speers", 
zeigt, daß jener Verführer bereit ist zu kommen als Gott, näm- 
lich durch das Setzen, daß er ist der Antichrist. 

VIII. Dieser Stolze im Herzen, und hoffend auf seinen 
Harnisch und seine Waffen, ..trat" in ihre Mitte „und rief laut -0 
mit" Hochmut „und sagte: Sendet heraus einen Menschen, der 
gegen mich herauskommen kann zu kämpfen, und unserer zwei 
wollen wir hinübergehen über den Fluß!" ^ Sehet, ihr, Geliebte, 
daß ein seltsames dies sein Wort und voll der Kraft des Teufels? 
Denn er sagte: „Sendet doch heraus!" Er zeigte dadurch jetzt 25 
das, daß dieses in dieser Welt sein wird. Nicht das, daß von 
wo oder von irgend jemand es geschieht, sondern nur das, was 
von Anfang durch Kain war, uud seinen Bruder Abel erschlug 

6 ISam. 17, 6.-8 vgl. Apc. 3, 10. 12, 9. 6, 13. 14?. — 9 1 Sam. 
17, 7. — 12 Jes. 59, 6. 5. 6. — 16 1 Sam. 17, 7. — 17 2 Th. 2, 4. — 10 1 Sam. 
17, 8. 10. — 28 Gen. 4, 8 ( IJoh. 3, 12). 

7 vgl. De antichr. 15. 54, 5ff. 7iQoo?ia?.tOETai 'nävia tov Xabv ngoq 
kavTOv ex ndarjg x^Q^^ ^^? öiaonoQäq . . wq HytL 6 Ttgocpi^TTjg „ovvd^SL 
Tiäaav avrov tj]v övvafjiiv dno rßlov dvazo'/.oJv dygi ri'/lov övoßwv | 8 „sagt 
es zuvor, zeigt es zuvor an" R | 19 „Stolze": „Verderbte" erklärt Karb. I 
23 „wollen — Fluß: fiovofxaxtjaofA.ev 1 Sam. 17,10 | 25 „Er zeigte etc.": 
unklar. Der Gedanke scheint ein Hinweis auf das Böse als Werk des 
Teufels zu sein 1 28 vgl. Method., De res. I, 37, G S. 131, 15 ff. 



86 N. Bonwctsch. 

320 er, und als erster | füljrte er in die Welt den Mord und Haß 
und Habgier ein. Und jetzt von ihm durch den Mund Goliaths 
ward David beschimpft und das ganze Volk würdigte er herab. 

IX. Als Saul gesehen seinen Harnisch und Panzer und seine 
5 unausdenkbare Furchtbarkeit und die Größe seines Gefüges, wie 

man sie hörte, da wurde er furchtsam und ward umfangen von 
Schrecken im Herzen. Bei Saul war zugleich damit ein Unmut 
und eine furchtbare Erregung: im Fall David sich berühmt 
macht und durch ihn die Heldentat vollbracht wird und er den 

10 über uns herfallenden Feind beschämt, und er (dieser) von ihm 
besiegt wird. -Und über alle war mächtig der Teufel und sie 
alle raffte er leicht zusammen in die Hände und sie alle ver- 
schlang er lebendig. Deshalb nämlich schrie er durch den Mund 
Goliaths und sprach: „Sendet heraus einen Menschen und wir 

15 wollen anfangen zu kämpfen untereinander!" Denn niemand 
fand sich, damit irgend jemand ihm ähnlich wäre, wenn auch 
nur in der Bewaffnung durch Harnisch und Panzer. 

X. Als auf solche Weise alles dies geschehen war, auf alle 
mächtig eingewirkt und alle mit Furcht des Todes umfangen 

20 hatte, sagte der selige David zu Saul: „Nicht möge sich beun- 
ruhigen das Herz meines Herrn, des Königs! Es wird hingehen 
dein Knecht und begegnen diesem Fremden." ^ Dieses zeigt 
zuvor an, daß von dem Jüngling David der Feind in allem be- 
siegt werden wird und Saul ein furchtsamer Mensch war. Denn 

25 er sann Menschliches und begriff nicht die Kräfte des Worts. 
Deshalb sprach er auch: „Wir können nicht herausgehen wider 
diesen Fremden. Du bist ein Jüngling und er ist ein Mensch 
ein Krieger von seiner Jugend an." ^Siehst du, wie deutlich die 
Schriften die Wahrheit zeigen! Und daß er sagte: „Du bist 

30 ein Jüngling", tat kund die Kraft des Wortes, das mit ihm 
weilte. Er war jung, ein Jüngling „bräunlich und gut angenehm 

4 1 Sam. 17, 11. — 6 1 Sam. 17, 11. — 14 1 Sam. 17, 10. — 20 1 Sam. 
17, 32. — 26 1 Sam. 17, 33. — 29 1 Sam. 17, 33. — 31 1 Sam. IC, 12. 

8 vgl. In Dan. IIT, 7,5 S. 134, Uff. | 10 Schwerhcla: „und wenn er von 
diesem besiegt wird, so ward über alle" etc. 1 17 ob „d. H. u. P." Erläuterung? | 
26 „Wir können nicht": ov fztj 6vv^ 1 Sam. 17, 33 | 27 „Fremden": tov 
noleiÄHv fZET aiTov + 1 Sam. 17, 33 I .30 In Dan. II, 30, 1. 3 u. u. S. 89, 14 [ 
31 „bräunlich": Ttv^jQaxrjg ßcza xdV.ovq 0<pS^aXf/.üJV 1 Sam. IG, 12. 



III. Hippolyts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. 87 

zum Sehen", deshalb, weil er vom Vater hatte die Macht des 
Gerichts, zart am Leib „zum Sehen'", aber groß geistig durch 
die Erkenntnis mit dem Verstand. ^ Und Saul hielt den David 
zurück mit Worten und suchte ihn zu überreden. Denn er 
sprach: „Ein Mensch ein erfahrener Krieger von seiner Jugend 5 
an.'' Und hierdurch zeigt er das Geschehene. | Denn uranfänglich 321 
hat alle durch Streit jener Verführer hinabgestürzt und mit jenem 
seinem Gift und Stachel schlug (stach) er den Menschen in dem 
Paradies: die Eva und nach ihr den Adam, und alsdann den 
Kain, denn er erregte Neid gegen den Bruder, und nach diesem 10 
die Heroen durch Begierden, seinen unbefestigten (so) Samen 
säte er durch sie aus. Und durch Ham beschimpfte er die 
Blöße des Vaters, und hernach durch Esau trieb er in die Flucht 
den Jakob und hernach durch die Nachkommen verkaufte er den 
Josef nach Ägypten und durch Pharao verursachte er dem Volk 15 
viel Elend. Ihnen lieferte er wiederholt auch in der V^üste 
Schlachten und sie, umfangen von seiner Begierde, erfüllte er 
mit Götzendienst, und auf sie sandte er Schlangen, die sie stachen? 
und streute aus in ihren Herzen, säte Unzucht zu den Töchtern 
der Midianiter, und sie alle entfernte er von dem Herrn und in 20 
der Wüste schlug er alle nieder. Und hernach bewaffnete 
er den Goliath und stellte ihn hin als einen kriegerischen 
Menschen. 

XL Durch die aus seinem Munde, von Saul, gehörten Worte 
wurde der selige David, als er sie gehört, nicht, erschreckt und 25 
nicht in Furcht versetzt, sondern er sagte: „(Dein) Knecht 
weidete die Schafe seines Vaters. Und es geschieht, als ein 
Löwe kommt oder ein Bär und raubt aus den Schafen, da jage 

1 Joh. 5, 22. — 2 1 Sam. 16, 12. — 5 1 Sam. 17, 33. — 9 Gen. 3, 6. — 
10 Gen. 4, 5.8. — 11 Gen. 6, 2. 4. — 12 Gen. 9, 22. - 13 Gen. 27, 41. — 
14 Gen. 37, 28. — 15 Ex. 1, 14. — 16 1 Kor. 10, 7-9. — 17 Ex. 32. — 
18 Num. 21, (5.) 6. — 19 Num. 25, 1. — 21 1 Kor. 10, 5. — 26 1 Sam. 17, 34-37- 

2 ob : „durch die Vernunft, den Verstand"? j 9 vgl. In Cant. 25, 7. 8 1 
s. 0. 8, 2 I 11 „d. Heroen durch Beg.": „Die Stolzen im Herzen" erklärt 
mit Unrecht Karb. 1 12 vgl. In Cant. 2, 11. 3,3. Seg. Jak. 5,2 | 13 vgl. 
Seg. Jak. 1,4 | 14 „die Nachkommen" = „die Söhne Jakobs" | 17 „um- 
fangen" -. „trunken" erklärt Karb. | 19 vgl. Seg. Mos. 12, 3. In Cant. 2, 21 | 
26 „Dein Knecht" etc.: gegenüber 1 Sam. 17, 34 ff. einige Auslassungen, 
Zusätze und Umstellungen. 



8g N. Jionwe tscb. 

ich nach und hole hervor ans seinem Rachen, und den LJhvf.'ii 
und Bären ergriff ich dein Knecht. Und wenn sie mich anfieh-n, 
stürzte ich mich (sc. auf sie), ergriff (sc. sie) an der Kehhi und 
erwürgte (sc. sie) augenblicklich. So möge auch zugezählt sein 
5 dieser Fremde zu einem von ihnen. Muß ich nicht hinausgehen 
gegen ihn und ihn niederschlagen und heute hinwegnehmen die 
Schmähung inmitten Israels? Oder was, wer ist dieser unbe- 
schnittene Fremde, der so schmäht das Lager des lebendigen 
Gottes? Und der Herr, der mich errettet hat aus dem Rachen 

10 des Löwen und aus den Tatzen [der starken Arme] des Bären, 
eben der wird (mich) erretten aus den Händen dieses unbe- 
322 schnittenen Fremden. | Und Saul sagte: Gehe hinaus und der 
Herr möge mit dir sein!" 

^0 die selig zu preisende Stimme durch das göttliche Wort. 

15 das durch den Mund des seligen David gesagt ward [ausge- 
sprochen ward] ! Sage mir, o seliger David, auf welche Weise 
ein Löwe und ein Bär nicht können widerstehen einem Hirten 
von Schafen, oder wann er einen Widder lebendig herausnahm aus 
ihren Zähnen! Einige Schriften vermögen von dir Zeugnis zu 

20 geben, weil nämlich alles dies mit dir Geschehene nichts anderes 
ist, als er hat es(?) vorbildlich vorbereitet für ihre Herzen ^so). 
Ich weiß, daß du weissagst und nicht lügst. Denn gekommen 
ist der wahrhaftige David. Er nämlich ward aus deiner Nach- 
kommenschaft zuvor von der Jungfrau geboren; er weidete die 

25 Schafe seines Vaters und hat den Tod wie einen Löwen ver- 
nichtet und den Bären wie die Sünde dieser Welt losgekauft, 
und den Wolf, den Verführer, vertrieben und den Avie ein Schaf 
getöteten Menschen auferweckt und durch das Holz das Haupt 
der Schlange zerrieben und Adam aus dem Untersten des Hades 

30 wie ein getötetes Schaf vom Tode errettet. — Dies sind die Worte, 
die schon zuvor von dir durch den Geist gesprochen, damit auch 

28 Gen. 3, 15. 

14 vgl. In Cant. 20, 1 „0 ersehnte Stimme!" 24, 2 „0 ersehnte Stimme" 
26, 1 „0 neue Stimme! O wunderbare Geheimnisse!" | Iß vgl. De antichr. 32 
S. 21, 4 f. Xeye (jLoi, w /uccxccqif JavtrjX, n'/.riQOipoQriaov jus , 7iaQCcxa?.(ö | 
21 „Herzen": „derer, die den Erlöser erwarteten" erklärt Karb. | 22 vgl. 
De antichr. 30 S. 20, 3 wc, elnag . . xal xeTileatai \ 26 wohl „wie von dem 
Bären von der Sünde". 



III. Hippolyts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. 89 

wir erkennten den gerechten Hirten und den durch ihn zur 
Kenntnis gebrachten Vater priesen. 

XII. Jetzt schon, gekommener seliger David, verkündige uns 
die geistlichen Ratschläge (Geheimnisse); welchen Kampf wir 
noch als Schlacht liefern dem Goliath unter Ausschluß von 5 
Harnisch und Panzer! Saul bewaffnet dich mit irdischen (sc. Waffen), 
aber du vermagst nicht mit ihnen zu kämpfen, weil du nicht an 
sie gewöhnt bist. Deshalb hast du auch verschmäht Menschen- 
weisheit und hast angenommen das, was von oben von Gott dir 
geschenkt ward: den auf das Haupt gesetzten „H^l^'S weil wir 10 
haben eine „unverwelkliche" Krone „bereitet im Himmel", in den 
., Panzer" wie in den Glauben gehüllt, zogst du an die Liebe zu 
Christus, und um den umhüllten Leib trägst du „das Schwert" 
aus dem Herzen, weil das von oben in dir gefestigte Wort mit 
dir. Du hast auch einen Schild vor dir, die gefundene (so) Kraft 15 
des heiligen Geistes; | du vermagst stumpf zu machen, zu zer- 323 
brechen „die Pfeile des Gottlosen". Und weil alles dies mit dir 
ist, hast du nicht gefürchtet den Riesen, den Bedränger. — 
2 Zusammen mit jenen (Dingen) zeigst du auch etwas anderes. 
Auch ein „Täschchen wie beim Hirten" hast du bei dir. 20 
Durch dieses zeigst du uns zuvor die Kirche, aus welcher er 
ausmelkt wie Milch viel ihnen Dienendes. Und „fünf runde Steine 
aus dem Bach" legst du in es (das Täschchen): es zeigt zuvor 
an, weist zuvor hin auf die fünf Gesetze in der Kirche als in 
dem neuen Gesetz der Beruhigung. Du hast mit dir auch einen 25 
„Stab". Denn geistig bildest du hierdurch zuvor ab den König 
und Hohenpriester Christus. Du hast in den Händen auch eine 
..Schleuder", welches ist das Gebot des Gesetzes, wie zu lieben 
den Herrn deinen Gott. ^ Gut ist diese deine Bew^affnung, o 
seliger David! Sie ist gewaltiger als der Dämon des Goliath, 30 
sie ist stärker mehr als Eisen und Stahl. Was nur gibt es, 
wodurch gleich käme dies Irdische mit dem Himmlischen? Oder 



1 Job. 10, 11. — 6 1 Sam; 17, 38. 39. — 11 1 Ptr. 1, 4. 5, 4. — 12 Kol. 
3, 14. — 13 Eph. 6, 17. — 17 Eph. 6, 16. — 20 1 Sam. 17, 40. — 22 1 Sam- 
17, 40. — 26 1 Sam. 17, 40. — 28 1 Sam. 17, 40. 

13 „Leiber" G | 23 „legst du" klades: „legt er" kladet R | 25 „die 
Beruhigung" R. 



90 N. Bonwetßch. 

welcher Vergleich ist (zwischen dem/, das der Verniclitung unter- 
liegt im Vergleich mit dem ewig Bleibenden? Oder was vermag 
die Weislieit der Menschen mehr als die, welche dir von Gott 
geschenkt ist? — '* Deshalb erschienst du den Augen des un- 

ö gläubigen Goliath wie unbewaffnet, dagegen warst du mit der 
himmlischen Kraft von allen Seiten bewaffnet: mit Glauben und 
Hoffnung zu Gott; und durch aufrichtigen Verstand, der allein nur 
von Gott, war dies zuvor offenbart. Der Verstand des Menschen 
aber vermag nicht zu sehen, zu erreichen alles dies. 

10 XIII. Als alles dies der Fremde sah, sagte er: .,Bin ich etwa 

ein Hund, daß du gegen mich mit einem Stab und mit Steinen 
herausgehst zu kämpfen?" „Und ich werde deinen Leib geben 
zum Verzehren den Vögeln des Himmels.'' ..Und es verfluchte 
der Fremde den David bei seinen Göttern." "^Siehst du, wie 

15 mit aufgedecktem Herzen sagte vor aller Ohren der Goliath, daß 

er von sich selber sagte: ein „Hund" und Greulicher (bin ich). 

Daher hatte auch vor ihm selbst David so gar nicht Furcht, 

vor dem von ihm gesprochenen Wort und vor seinem Panzer 

324 und glänzenden Harnisch, | und ebenso auch nicht vor seiner 

20 schrecklichen Größe. Sondern er sprach zu ihm: .,Du gehst auf 
mich mit Schwert und Speer, und ich gehe im Namen des all- 
beherrschenden Gottes aus dem Lager der Israeliten, die du heute 
schmähst, und Gott wird dich geben in meine Hände", „und ich 
werde deinen Leib geben und die Leiber deines Volkes" „zur 

25 Speise den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde, auf 
daß alle wissen, daß ein Gott ist inmitten Israels.'" 

XIV. Als dies Goliath hörte, erzürnte er mit Wut des 
Herzens, wie ein Tier brüllte er, hoffend auf seine Kräfte, und 
den David würdigte er herab als einen Jüngling und seinen 

30 Gott lästerte [schmähte] er und in keiner AVeise dachte er weder 
an seinen Tod, noch an die Strafe Gottes. Sofort aber ward 
er erfüllt mit Wut des Herzens und stürzte sich auf David, 
vertrauend auf seine Waffen, mit schnellem Schreiten, erhob 

10 1 Sam. 17, 43. 44. 43. — 20 1 Sam. 17, 45.46. 

12 „Leiber" G 1 14 „seiner Götter" R | vgl. In Dan. II, 2], 1 
S. 80,20 I 21 „Speer": xal eV daniöi + 1 Sam. 17,45 | „allbeh.": aaßaw^ 
1 Sam. 17,45 | 22 „des Lagers" 1 Sam. 17,45 | 23 „geben": arifjLSQOv 
+ 1 Sam. 17, 46 | 24 ,, deine Leiber" G ] 26 „alle(^ näaa r> yfj 1 Sam. 17, -15. 




III. Hippolyts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. 91 

seine Arme, schüttelnd seinen Harnisch und Panzer, und mit dem 
Haupt winkte und drohte er, im Herzen überlegte er, er brüllte 
wie ein Rind und brüllte wie ein Löwe, und er erhob bis zu 
seiner eigenen Höhe seinen Guturschild und zeigte ihm den 
rechten Arm mit dem blitzenden Speer, und trat hin zum Kampf. 5 
Nicht wie mit Menschen dachte er zu kämpfen, vielmehr gleich- 
sam wie um eiserne Wände zu zerbrechen, sammelte er sich; 
er geriet in Wut mit sich selbst, er schüttelte seinen Harnisch 
und Panzer, trat in die Mitte des Lagers und richtete seine Blicke 
auf den seligen David. — '-^ünd es ward ein neuer Anblick: alle 10 
Geschlechter der Fremden standen auf dem Berg von der einen 
Seite zusammen. Sie sahen den Goliath entbrannt und wußten 
nicht, was mit ihm geschehen sollte. Und ebenso Saul und sein 
ganzes Volk stand auf dem Berge an Einem Ort. Sie sahen 
auch den David und keine geringe Furcht war auf ihnen, weil 15 
sie den jungen Menschen sahen ohne Bewaffnung gegen 
einen unnahbaren Menschen. | Ein jeder Mensch sowohl von 32.5 
jener wie von dieser Seite bemerkten seine Erfahrung; aber sie 
wußten -nicht, was mit ihm geschehen sollte. 

XV. Und David, in seinem Herzen zu Gott gewandt, betete. -0 
Goliath aber überhob sich wegen Harnisch und Panzer. David 
wußte, daß ^.nicht durch Schwert und Speer der Herr" seine 
Knechte .,errettet". Er näherte sich, .,nahm heraus Einen Stein 
und legte ihn in die Schleuder und warf; und er traf auf 
die Stirn und drang ein in den Helm und fuhr hinein in das 25 
Gehirn. Er (Goliath) fiel mit seinem Angesicht auf die Erde.'" — 
-Wunderbar, Geliebte, sind die geschehenen Erwägungen (Ge- 
heimnisse)! Man mußte erwarten, daß von der beigebrachten 
Wunde des Goliath der Krieger gefallen durch den Stein auf 
den Rücken. Umgekehrt gebührte es sich geistig zu geschehen 30 
auch in diesem Zufall. Denn Gottes Sache war hier, aber nicht 
eine menschliche; damit auch im Zufall sich zeigen die Kräfte 

22 1 Sam. 17, 47. — 23 1 Sam. 17, 40. 

1 „Harnisch": irrtümlich in R auch schon hier S. 325 [ 2 „brüllte . . 
brüllte": mycal . . rykal R | 8 „schüttelte": „verbesserte" erklärt Karb. I 
24 „traf": vov a?.l6(fv?.ov -{- 1 Sam. 17, 49 ] 25 „das Gehirn": xo [xixojnov 
avTOv 1 Sam. 17, 49. 



92 N. Bonwetsch. 

Gottes. Der verwundete Goliath „fiel kopfüber auf sein An- 
gesicht", um niederzufallen vor dem Sieger, dem Wort Gottes, 
das mit David war, v^^elches zu besiegen niemand Macht hat. 
^ „Auf ihn trat" der selige David, „zog heraus sein Schwert und 

5 hieb ihm das Haupt ab" und zeigte seinen Sieg über ihn; wie 
Christus zertrat das Haupt der Schlange und seine Kraft über sie 
zeigte. Und zu der Zeit, als „sahen die Fremden jenen ihren 
Starken" niedergestürzt „mit dem Antlitz zur Erde", zerstreuten 
sie sich auf diese und auf jene Seite. Die Söhne ..Israels" aber, 

10 Sieger durch David, „zertraten ihr Lager". Wie von Gott gesagt 
war: „Siehe, ich habe dir Macht gegeben, zu treten auf Schlaniren 
und Skorpione und auf den Teufel und seine ganze Stärke." — ^ Und 
David, sobald er nur abgehauen hatte das Haupt, lief stampfend 
mit den Füßen und trat inmitten des Volkes und sprach : Sammelt 

15 euch, alle die Knechte des Herrn, und sehet eine neue Erwägung 

(Gottes): ein Mensch mit seinem eigenen Schwert geschlachtet. 

wie ein Teufel durch seine eigene Bosheit herabgestürzt. ^ Und 

er erhob seine Augen zum Himmel und sagte: War es nicht 

326 eben dieser Mensch, der über euch Schlechtes sprach, \ jetzt aber 

20 liegt er gefallen, gestorben. Dieser Mund sprach lauttönende 
Worte gegen Gott, jetzt aber ist er der Stimme beraubt. Diese 
Zunge war es, welche euch schmähte (und) lästerte, aber jetzt 
ist sie gebunden und verstummt; diese Augen waren es, mit 
denen er wollte euch Böses zufügen, aber jetzt haben sie sich 

25 dem Gestorbenen geschlossen. 

XVI. Zu der Zeit, als den David sah Jonathan, der Sohn Sauls, 
daß er „trug mit seiner Hand das Haupt des Fremden", ..liebte er 
ihn in seinem Herzen". „Und Jonathan legte ab die Waffe, seine 
Rüstung, und zog sie an David, und seinen Gürtel und Harnisch 

30 und Panzer und Schwert und seinen Köcher mit Pfeilen." — 
2 Es ist glaubwürdig, daß dies geschah. Es w^ar mit zur Pflicht 
gemacht dem Volk, die kannten das Gesetz hinsichtlich dessen, der 

1 1 Sam. 17, 49. — 4 1 Sam. 17, 51. — 7 1 Sam. 17, 51. 49. — 9 1 Sam. 
17,53. — 11 Lc. 10, 19. — 27 1 Sam. 17, 54. — 1 Sam. 18,1. — 
28 1 Sam. 18, 4. 

11 „dir": vßLV Lc. 10,19 | 12 „auf den — Stärke": snl näaav övvuixiv 
xov sx&^ov Lc. 10, 10 I 15 „Erwägung": „Beratung" erklärt Karb. : ob 
„Geheimnis"? | 28 „Und Jon. etc.": kleine Abweichungen von 1 Sam. 18, 14« 



i 



III. Hippolyts Erklärung in betreff Davids und Goliaths. 93 

aus dem Geschlecht Davids war König, Christus, der für sie ver- 
mochte zu besiegen alle Lasten zur Wiederherstellung ihrer 
Herrlichkeit — , sie dem zu geben, durch den der Teufel kraftlos 
geworden, dem Tod Einhalt getan, Israel befreit ward. — ^Und 
die Kirche sproßt mit Gesang empor und Gesang mit Lobpreisung 5 
opfert sie Gotte. Denn die Schrift spricht: „Es ging aus ein 
Spielender auf einem Musikinstrument entgegen David und sprach : 
Besiegt hat Saul tausend und David eine Myriade.'" ^Wer 
waren die, welche .,ausgingen entgegen" anders als die Gemeinden, 
die durch Glauben gehend [gekommen], sich gerichtet haben und 10 
den Herrn als König bekennen und ihm eine große Menge dar- 
bringen? Oder wer waren „die Mengen" anders als alle Ge- 
schlechter der Menschen, die in dieser Welt Gläubige sind? Die 
Mengen der Engel erhöhen im Himmel, ihn, der im Himmel 
geboren ward als Herrscher, und von den Menschen loben die 15 
Mengen den Knaben, der von David geboren ward, und die 
Seelen aller heiligen Märtyrer erwarten den, der vom Himmel 
erscheinen wird, der sie auferwecken wird. 

^ Saul aber war es ärgerlich, daß man ihm nur tausend gab. 
und als er dies hörte, ward er zornig, weil als tapferer als er -0 
der andere anerkannt war. Sage mir, Saul, was für BÖses 
hat (sich) erlaubt in Beziehung zu dir der Sohn Jesses, daß er 
jenen deinen Feind und Lästerer getötet? | Warum bist du 327 
neidisch auf den Gerechten? Wenn jener von Gott verherrlicht 
ward, der von ihm hervorging und jetzt, Fleisch geworden, im 25 
Himmel mit dem Vater erhöht wird? Du bist König über sechs- 
tausend nur, Christus aber über alle Geborene (1. „Kreaturen"). 
Du bist König über die Menschen der Welt, Christus aber über 
die Himmlischen und die Irdischen und Unterirdischen. Du bist 
König wie ein Mensch der schnell vorübergehenden Zeiten, aber oO 
Christus ist ein ewiger Herrscher und vollkommen jetzt und 
immerdar und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen. 

6 1 Sam. 18, 6. 7. — 19 1 Sam. 18, 8. 

6 „Es ging aus etc.": etwas abweichend 1 Sam. 18, 6. 7, womit Z. 9 
übereinstimmt | 12 „Mengen" sc. „Myriaden" | 21 vgl. In Dan. II, 33, 2 
S. 106, 11 f. tlne (xoi, NaßovxoöovoaoQ, noxe yag elöeq etc. 



94 N. BoTJwetsch. 



^ liz TüJr ev'koyiüJv lov JioM/.du. 

Iva 6h ötLX^Xl T^^> OvvafKpOTfoov lyjov Iv l.avxm xrjv re 
Tov Osov ovölav xal rr/v 65 avd QojJimv , ojg xal o aJtooroXog 
Xsyei ,^fisöLT7]g O-sov xal avi)QojJtcov, avS^Qoyjcog IrjOovQ XQiorog". 
5 „o 06 fieöLTTjg svog avdQcoJcov ov ylvtrai^^ , alXa ovo. I-Öei 
ovv TOV Xqlötov d-eov xal avdQcojicov fisölxTjv ysvofievov jtao 
ang)OTiQmv ccQQaßSva ziva dXrj(ptvat, iva ^avfj ovo jtQooatJtojv 

(IBÖiTTig, 

,,0v jroQ6V07] ii£T avrmv ovöe xaraQaOT] tov Zaov." ov 
10 Jtsgl TOV Xaov aiviTTSTaL, jravTsg yag xaTeOTQmdrioaV aü,a 
öia TO jtQOÖTjZovfievov tov Xqlötov [ivOTrjQiov. ejiSLÖf/ yacj 
8fi€?.X£v Ix TCJQV jtaTtQcov xaTcc öaQxa yevvaöd^aL, JcQoöidaoxet 
TO Jtvsvfia TOV avöga, firjjiOTe xaTcc ayvoiav jiOQSvd^tlg xaTa- 
QaöriTaL tov Xaov. ovy o^g agav iöxvovöav jiaQa t^jv tov 
15 Oeov ßovXrjöiv, all slg evöst^tv TTjg tov ^eov jiQovolag, ijg 
et^s öia Tovg JcQOJiarogag slg avTovg. 

„Kai ovTog sjü^ßsßi^xec hjtl Trjg ovov avTOV." rj fihv ovog 
TVJiov elys öcQfiaTog Xqlötov ' ecp ov jtdvTsg ol avd-QODJtOL ix 
xafiaTOJV avajrav6fi£V0L, wg vjto oxr^LaTog ßaöTaCovTai. to 
20 yaQ (poQTLov t(5v rj^eTSQmv afzaQTTjftaTOJV o öojttjq avsöe^aTO. 
o öh ayyeXog ogjOelg tw BaXaafi avxog Xoyog tjv. uyß ö\ 
Iv Tili X^^Q^ iiaxacQav, ötjXovotl tjv ety^v avmd-ev s^ovölav. 

,,Ovx o^g avd^Qmnog o ^sog.^^ öslxvvölv mg Jtavxeg {ilv 

dvO-QCOJtOL IpSVÖOVTaL fl6Ta(pSQ6fl£VOL' O ÖS dsbg OVX OVTCOg' 

25 asl yaQ fievsi dXrid^rjg, kjzLTeXmv ooa ßovXsTaL. 

TavTa jtdXai ÖLa jiaQaßoXmv XaXc5v o BaXadfi ovx eyi- 
vcoöxsTO' xal vvv o XgcöTog jcaQcov xal TavTa JtXrjQmv ovx 
sjtLöTSveTo' oß-sv JtQoßXsjrcov xal d^av^dC^cov Xiyw .,i2^ co, Tig 
C;rjöeTaL, 6t av ^fj Tavxa ßsog; 

2 Num. 24, 17 (?). 23, 19(?). — 4 1 Tim. 2, 5. — 5 Gal. 3, 20. — 9 Kum. 
22, 12. — 17 Num. 22, 22. — 20 Jes. 53, 4. — 21 Num. 22, 23ff. — 23 Num. 
28, 19. — Ps. 115 (11(5), 11. — 28 Num. 24, 23. 

2 TOV äyiov ''iTtnoXvTov ETtiaxonov xal /uagzvQog ix rwv evXoyiäiv 
TOV BaXaccfx. Hipp.s Werke I, 2, 82 | 5 vgl. Seg. Mos. 4, 4 | 9 Irenaeus ed. 
Harvey, Fragm. 20. II, 489 | 10 vgl. Seg. Mos. 2, 9 | 17 Irenäus, Fragm. 21. 
II, 490 I 18 In cant. 27, 1. 2 | 22 vgl. In Dan. IV, 37 | De ant. 26 | 23 Irenäus, 
Fragm. 22. II, 490 | 26 Irenäus, Fragm. 15. II, 486. 



Zu den Segnungen Bileams. — Verzeichnis der Schriftstellen. 95 



,^Kal TOP Balaan vlov Bscjq ajtexTSivav ev QOfJcpaia.^' 
o yccQ fi7jxtTt kv Jtr£i\uaTi {}^eov )Mlä>v, aXla xaTtvavrt vofiov 
d^sov tregov JtoQvelaq vo^wv löxavwv, ovrog ovxstc cog jtqo- 
g)7jTfjg, aXX (dq {lavTig XoytOihrjöbTat. firj e/^fislvag yaQ rrj 
Tov ^eov avtoXfi, a^iov T7]g avrov xazofirj)(^aviag dvTeXdßero 

HLÖ&OV. 

1 Num. 31, 8. 

1 Irenäus, Fragm. 44. II, 509. 



Verzeichnis der Schriftstellen. 

(Abgesehen von Gen. 27. 48. 49 in I, von Dt. 33 in II, von 1 Sam. 17. 18 in III 
und von Num. 22—24 im Anhang.) 



G 


ene 


sis 




37, 


31. 32 . 


. 3, 23. 26 


12, 3. 7. 22. 23 


. 75, 30 


3, 6 . 


. 


87, 9 


37, 


36 . . 


. . 4, 3 


12, 37 . . 


. . 48, 15 


3, 15 . 


78, 17. 


88, 28 


39, 


20 . . 


. . 4, 4 


15, 26 . . 


54, 3. 11 


3, 19 . 


. 8, 5. 


78, 14 


40. 


41 . . 


. . 4, 5 


16, 8.11.12 


. 58, 3—5 


4, 5 . 




87, 10 


41, 


14 . . 


. 4, 6 


17, 2 . 57, 


30. 58, 3 


4, 8 . 


85, 28. 


87, 10 


41, 


40—57 


. 4, 6—9 


17, 3 . . . 


. 57, 30 


6, 2. 4 . 




87, 11 


42, 


6 . . 


. 3, 6. 4, 11 


17, 5. 7. . 


. 58, 7 


9, 22 . 


. 7,13. 


87, 12 


42, 


15 . 63 


26. 64, 6 


19, 5. 6 . 


. 59, 20 


9, 25 . 


. 7,13. 


33, 3 


42, 


23 . . 


. 3, 21 


19, 9. IG . 


. '54, 1 


25, 26 . 




1, 19 


42, 


24 . . 


. 63, 7 


19, 20 . . 


. 48, 13 


27, 41 . 




87, 13 


43, 


26 . . 


. 4, 11 


19, 21 . . 


. 54, 3 


31, 38 . 




9, 28 


43, 


28 . . 


. 3, 6 


21, 12 . . 


. 62, 9 


32, 7. 8 


. 


11, 4 


45, 


7. 11 . 


9, 31 


24, 15. 16. 18 


. 54, 1 


33, 3 . 


. 9, 29. 


11, 4 


45, 


26 . . 


. 3, 25 


32 . . . . 


. 87, 17 


33, 8. 10 




9, 29 


46, 


1 . . 


. 9, 31 


32, 4 . . 


. 61, 21 


34, 13. 15 




20, 8 


46, 


29 . . 


. 3, 6 


32, 20-29 


. 61, 25 


34, 13 ff. 


. 


62, 6 


49, 


9 . . 


. 71, 17 


33, 5 . . . 


. 18, 23 


34, 25. 27 


28. 30f.: 20, 


49, 


11 . . 


. 76, 5 


34, 5 . . . 


. 54, 1 


11. 15. 






49, 


13 . . 


69, 17. 24 






35, 18 . 


... 


46, 7 


49, 


17 . . 


. 72, 22 


Levitii 


3US 


35, 19 . 






3, 4 


49, 


21 . . 


. 73, 20 


1, 79 . . . 


. 63, 32 


37, 3 . 






40, 18 








24, 17 . . . 


. 62, 9 


37, 4 . 






40, 14 




Exod 


US 


26, 3 . . . 


. 54, 3 


37, 9 . 






3, 2 


1, 


14 . . 


. 87, 15 






i7, 10 . 






3, 2.8 


2, 


2—15 . . 


. 47, 31 


Nume 


ri 


57, 20 . 






63, 15 


3, 


1 . . 


. 48, 8 


1, 46 . . . 


. 48, 15 


57, 26, 27 






3, 28 


6, 


20 . . . 


. 47, 30 


2, 32 . . . 


. 48, 15 


M, 28 . 


4, 


2.3. 


87, 14 


7- 


-10 . . . 


. 48, 10 


13. 14 . . . 


. 48, 21 



96 










N. Jionwetsch. 














13, 21. 2S . 


'19, 


4 


16, 14 ... . 81, 


16 52, 


7 . . . . 


76, 11 


13, 29 . . 




48, 


25 


16, 23 . . . . S2, 


3 


53, 


4 . 


. 8, 13 


94, 20 


13, 33. 31 . 




48, 


27 


Esra 




'53, 


5 




8, 1.3 


14, 4 . . 




49, 


1 




54, 


1 






5.'>, 16 


14, 6—8 . 




49, 


4 


? '>2, 


22 


54, 


4 . 






42, 12 


14, 10 . . 




49, 


9 


Psalmen 




55, 


12 . 






78, 20 


14, 17 . . 




94, 


17 






59, 


5.6 






85, 12 


14, 21—24. 30 


.3] 


-: 49, 


11 


1, 5. 6. ... Ol, 


13 


61, 


2 






67, 31 


14, 23. 30. 31 


32 


: 48, 


16 


3, 4 .... 76, 


27 


65, 


2 . 






52, 25 


21, 5. 6 . 




87, 


18 


3, 6 .... 28, 


4 


65, 


13 . 






10, 28 


23, 19 . . 




94, 


2 


18 (19), 5 ... 69, 


27 


65, 


15. 16 






10, 24 


25, 1 . . 




87, 


19 


20 (21), 6 ... 77, 


4 








25, 7.8.11 




62, 


15 


21 (22), 22 . . 81, 


6 




Jeremia 




26, 59 . . 




47, 


30 


44 (45), 2 . 39, 14. 44 


, 5 


1, 


5 . 24, 26 


44, 11 


31, 8 . . 




95, 


1 


44 (45), 4. 5 . . 77, 


5 


8, 


16 ... . 


72, 25 








44 (45), 8 ... 80, 


30 


38 (31), 31. 32 . 


53, 28 








67 (68), 23. 24 . 73, 


9 








Deuteronom 


ium 




69 (70), 6 ... 76, 


27 




Baruch 




2. 3 . 






52, 


10 


109 (110), 1 . . 77, 


19 


3, 


36. 37 . . . 


53, 9 


7, 6 . 






59, 


20 


115 (116), 11 . 94, 


23 


3, 


38 ... . 


53, 16 


11, 9 . 






67, 


6 


117(118), 17: 55, 12. 


21 


y 






27, 12. 13 






50, 


6 


117 (118), 24 . 67, 


27 




Ezechlei 




27, 26 . 






51, 


23 






12, 


( .... 


8, 16 


31, 22 . 






67, 


6 


Proverbia 




•^ ) 






32, 6 . 






12, 


15 


3, 20 ... . 67, 


14 




Sacharja 




33, 8 . 






25, 


10 


8, 22 ... . 77, 


11 


3, 


7 . . . . 


60, 12 


33, 17 . 






81, 


9 


24, 42 (27) . . 70, 


12 








33, 28 ■ . 






78, 


5 








Maleachi 




33, 29 . . 






6, 


2 


Jesaia 




4, 


2 . . . . 


39, 10 


34, 6 . 






57, 


17 


1, 2—4:59,25.29.75,11 








34, 7 






u 1 , 

47 


22 


3, 9. 10 . . . 22, 


3 




Matthäus 






^' j 


7, 16. 8, 4 . . 34, 


1 


2 




80, 25 


Jnsua 






8, 18 ... . 74, 


23 


3, 


9 . 




74, 22 


9, 3—27 (9—33 


): 8, 


21 


9, 1.2:32,14.51,9.63, 
9, 6 . 34, 13. 65, 


32 

27 


3, 
3, 


16 . . 

17 . 


• • 


30, 4 
76, 23 








11, 1 .... 27, 


7 


4, 


15 . 




51, 9 


Richter 






7 ^ ' y 

11, 5 .... 72, 


12 


• 

4, 


16 . . 


51, 9. 


63, 32 


13, 2 . . . . 


35, 


2 


19, 11 ... . 41, 


18 


0, 


15 . 


. 1. 


11. 15 








31, 4 .... 73, 


5 


ö, 


17 . . 




80, 9 


1 Samuel 


is 




41, 19 ... . 78, 


20 


5, 


21 . . 


, 


62, 9 


8, 5 . . . . 


80, 


23 


42, 1 .... 42, 


10 


11, 


28 ff. . 




75, 19 


9, 10 ... . 


80, 


20 


42, 7 .... 63, 


32 


12, 


40 . . 


, 


28, 1 


10, 1 . . . . 


81, 


1 


44, 23 ... . 78, 


20 


12, 


47. 48. 50 . 


58, 32 


13, 14 ... . 


81, 


21 


45, 14-16: 60,25.63, 


32 


12, 


49.50: 25,20. 


4.5, 11. 


16, 1 . 80, 2- 


^ 81, 


12 


49, 5 .... 44, 


9 




75, 4. 




16, 12 . 86, 3] 


L 87, 


2 


49, 9 .... 64, 


11 


13, 


24 ... . 


34, 18 


16, 13 . 




. 


81, 


2 


49, 18 ... . 30, 


lol 


13, 


38 . . 






10, 4 



1 



Verzeichnis der Schriftstellen. 



97 



13, 39. 41 
15, 24 
17, 5 

19, 26 

20, 8 

21, 7 

21, 23—27 

22, 15 

22, 30 

23, 37 

25, 34. 41 

26, 3. 4 
26, 15. 59. 

26, 67 . 

27, 20 . 
27, 30. 48 
27, 52. 53 



22 



60 



. 39, 5 

6, 17 

. 76, 23 

64, 19. 30 

. 70, 20 

. 30, 1 

. 37, 6 

. 37, 2 

. 78, 25 

16. 52, 21 

. 50, 15 

. 22, 2 

63, 18. 21 

. 19, 10 

. 19, 19 

. 19, 10 

. 71, 25 



8, 21: 25, 20. 
58, 32. 75, 4 

9, 35 . . 



45, 11, 



28, 10:25,20.45,11.75,4 

Markus 

1, 9. 10 . . . 30, 4 

1, 11 ... . 76, 23 

3, 32. 33. 35 . 58, 32 

3, 34.35: 25,20. 45,11. 
75, 4. 



4, 21 . 

5, 17 . 
9, 7 . 

11, 7 . 

11, 27—33 

12, 13 . 
12, 25 . 
14, 55—57 

14, 65 . 

15, 19. 36 



Lukas 



1, 35 . 

1, 79 . 

2, 4 . 

2, 29—32 

2, 29 . 

3, 8 . 
3, 22 . 
8, 20 . 

Texte u 



1, 11. 15 
80, 9 
76, 23 
30, 1 
37, 6 
37, 2 
78, 25 
63, 21 
19, 10 
19, 10 



59, 17 

63, 32 

27, 12 

51, 4 

64, 4 
74, 22 
76, 23 
58, 32 



10, 19 . 

11, 27 . 
13, 34 . 
18, 2—6 

18, 27 . 

19, 35 . 

20, 1—8 
20, 20 . 
20, 36 . 
22, 3 . 
22, 31 . 

22, 63 . 

23, 34 . 
23, 36 . 



. 76, 23 

. 92, 11 

. 43, 12 

. 22, 16 

. 36, 1 

64, 19. 30 

. 30, 1 

. 37, 6 

. 37, 2 

. 78, 25 

. 36, 9 

. 36, 8 

. 19, 10 

. 13, 6 

. 19, 10 



1 

1 

1 

1 

1 

1 

1 

3 

3 

4 

4 

5 

5 

6 

6 

6 

9 

10 

10 

12 

13 

14 

15 

15 

19 

19 

19 



2 . 
10.11 

12 . 

13 . 

14 . 
17 . 
19 . 

3 . 
5 

14 . 

32 . 

19 . 

22 . 



59 



Johannes 

. 77 

• 40 

. 74 

11, 67 

.' 77 

. 83 

. 59 

. 39 

39, 13. 59 

78 

7 

60 

54, 13. 87 

78 



27. 35. 48 
38 . . 
,48—51 
29 . 



7.9 
11 

14 

27 

6 

1 

5 

3 

17 

29 



. . 60 

. 38, 

. . 40 

. . 75 

. . 89 

. . 30 

36, 9. 60 

. . 80, 

29, 11. 39 

. . 39 

. . 19 

. . 34 

. . 19 



14 
12 
20 
19 
9 

26 
11 
13 
11 
28 



1 
28 

6 

2. 6 

13 

30 

1 



6 
12 



10 
12 
10 



19, 34 . . 31, 1. 75, 26 

20, 3ft". ... 57, 14 
20, 17: 25,20.45,11.75,4 
20, 25 ... . 19, 10 
20, 28 ... . 75, 7 



Acta 

1, 2. 12 . 

2, 22—24 
2, 24 . 28 
2, 29 . . 
2, 31 . . 
2, 37—39 
4, 24—28 
9, 15 . . 

15, 10 . . 
22, 17-21 



. 3, 10 

. 57, 18 

10. 55, 19 

. 55, 22 

. 55, 26 

. 13, 8 

. 54, 27 

. 65, 10 

. 14, 5 

. 65, 21 



Römer 

3, 9. 23 . . . 6, 22 

6, 8 .... 56, 4 

6, 9: 55, 10.24. 56, 4 

6, 10 . . . 55, 28. 30 

8, 6 ... . 7, 30 

9, 4 .... 59, 20 
13, 3. 4 ... 62, 25 

I Korinther 



10, 4 . 
10, 5 . 

10, 7—9 

11, 3 . 
13, 12 . 
15, 9. 10 
15, 23 . 
15, 26. 27 



. . . 58, 23 

48, 16. 87, 21 

. . . 87, 16 

. . . 45, 4 

4, 14. 54, 1 

. . . 46, 4 

. . . 72, 1 

. . . 77, 22 



Untersuchungen. N. F. XI, la. 



2 Korinther 

2, 15.16: 7, 29. 10, 6 

5, 15 .... 56, 1 

Galater 

2, 19. 20 ... 66, 1 

3, 13 ... . 7, 30 
3, 19 .... 53, 7 
3, 20 ... . 94, 5 

7 



98 



N. JionwetHch. 



55, IG 
14, 5 



Epheser 

45, 4 

74, 1 
45, 4 
89, 17 
89, 13 



Philipper 

2, 7 . . 2, 11. 77, 9 

3, 5 .... 65, 9 
3, 7—9 ... 65, 13 
3, 20 ... . 64, 24 



4, 


27 


'■>, 


1 


1, 


22 


4, 


13 


r), 


23 


(), 


16 


0, 


17 



Kolosser 

1, ]8 . . . . 72, 1 
1, 24 . . . . 80, 4 
3, 14 . 20, 12. 89, 12 1 



I Johannes 



2 Thessalonicher 

2, 4 .... 85, 17 

2, 8 . 73, 14. 84, 17 

2, 9 .... 73, 14 



I Timotheus 



2, 



I Petrus 

1, 4. 5, 4 . . 



3, 12 



85, 28 



Apokalypse 



1, 5 



2, 7. 17 

3, 10 . 

5.8 . 
6, 13.14 

7.9 . 
12, 9 . 
20, 4.6 

94, 4 22, 13 . 



72, 1 

78, 28 

85, 8 

60, 22 

85, 8 

72, 5 

85, 8 

78, 6 

77, 12 



Herrn. Sim. 

), 11 6, 2, 5. 3, Iff.: 81, 20 



Inhalt. 

Seite 
Einleitung I— XVI 

1. Erklärung des Segens Jakobs 1 

2. Erklärung des Segens Moses 47 

3. Erklärung der Erzählung von David und Goliath 78 

Anhang. Zu den Segnungen Bileams 94 

Schriftstellen • 95 

Druckversehen. S. 79 hat die Überschrift zu lauten: „Erzählung 
Hippolyts, Erklärung in betreff Davids und in betreff Goliaths". 



Druck von August Pries in Leipzig. 



Verlag der J. C. HINRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig. 



DIE GRIECHISCHEN 

CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE 

Herausg. von d. Kirchenväter-Commission d. Kgl. Preuß. Akad. d. Wissenschaften. 

Demnächst erscheinen: 

Eusebius. Das Onomastikon der biblischen Ortsnamen, mir der lateinischen Über- 
setzung des Hieronymus. Hrsg. von E. Klostermann. Mit Einleitg., dop- 
peltem Register u. einer Karte von Palästina. 1904. [Eusebius, Band III, i] 

— Die Theophanie. Hrsg. von H. Gressmann. Mit Einleitg. u. vierfachem Register. 
1904. [Eusebius, Band HI, 2] 

Bis j etxt er schienen: 

AdamantiuS. Der Dialog negl tfjg elq Q^ebv dQd-rjq nlaxEwq. Hrsg. v. W. H. van de 
Sande Bakhuyzen. Mit Einleitg. u. dreif Register. L VIII, 256 S. 1901. M. 10 — 

Eusebius. über Constantius Leben. — C's Rede an die Heilige Versammlung. — 
Tricennatsrede an Constantin. Herausg. von J. A. Heikel. Mit Einleitung u. 
dreifachem Register. CVIII, 358 S, 1902. [Eusebius, Band I] M. 14.50 

Eusebius. Die Kirchengeschichte mit der lateinischen Übersetzung des Rufinus. 
Herausgegeben von E. Sohwartz und Th. Mommsen. I. Hälfte, enthaltend 
Buch I bis V. IV, 508 S. 1903. [Eusebius, Band II, 1] *M. 16 — 

Buch Henoch. Herausgegeben von J. Flemming und L. Radermacher. Mit 
Einleitung u. vierfachem Register. VII, 172 S. 1901. *M. 5.50 

Hippolyt. Kommentar z. Buche Daniel u. d. Fragmente d. Kommentars z.Hohenliede. 
Hrsg.v.G.N.BoNWETscn. — Kleine exeget. u homilet. Schriften. Hrsg.v.H. Achelis. 
X, XXVIII, 374 u. X, 309 S. 1897. [Hippolytus, Band I] M. 18 — 

Oracula Sibyllina. Bearbeitet von J. Geffcken. Mit Einleitung u. doppeltem 
Register. LVI, 240 S. 1902. M. 9.50 

Ongenes. Schrift vom Martyrium (exhortatio). — D. acht Bücher gegen Celsus. — 
Schrift vom Gebet (de oratione). Hrsg. von P. Koetschau. Mit Einleitg. u. 
dreifach. Register. XCII, 374 u. VIII, 546 S. 1899. [Origenes, Band I/II] M. 28 — 

OriQenes. Jeremiahomilien. — Klageliederkommentar. — Erklärung der Samuel- und 
Königsbücher. Herausgegeben von E. Klostermann. Mit Einleitung u. drei- 
fachem Register. L, 352 S. 1901. [Origenes, Band III] M. 12.50 

Origenes. Der Johanneskommentar. Hrsg. von E. Preüschen. Mit Einleitung u. 

vierfachem Register. CVIII, 668 S. 1903. [Origenes, Band IV] M. 24.50 

Gebunden in geschmackvolle Halbfranzbände je M. 2.50 für den Band mehr. 
*Vorläufig nur in Interimskartonage je 50 Pf. 

Im Druck befinden sich: 
Clemens Alexandrinus. Protrepticus und Paedagogus bearb. von 0. Stählin. 
Eusebius. Kirchengeschichte bearb. von Ed. Schwartz; dazu: 
Rufinus. Lateinische Übersetzung von Eusebius' Kirchengeschichte bearb. von 

Th. Mommsen (f). Zweite Hälfte. [Eusebius, Band II, 2] 
Die koptisch-gnostischen Schriften bearbeitet von C. Schmidt. 

Zunächst ist dcmn ferner xu erwarten: 
Julius Africanus bearbeitet von H. Gelzer. 



Der Umfang dieser neuen monumentalen Ausgabe läßt sich im Voraus nur 
annähernd berechnen. Ins Auge gefaßt sind etwa 50 Bände. Jeder Band ist 
einzeln käuflich; bisher erforderte der Anschaffungspreis aller 
Bände durchschnittlich im Jahre nur 19 Mark. 



TEXTE UND UNTEE8UCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR VON GEBHARDT und ADOLF HARMCK 

NEUE FOLGE — ELFTER BAND, HEFT la 

DER GANZEN REIHE XXVI, la 




^&)^ 



LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1904 



SAIDISCHE AUSZÜGE 



AUS DEM 8. BUCHE 



DEE 



APOSTOLISCHEN KONSTITUTIONEN 



VON 



JOHANNES LEIPOLDT 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1904 



Das 4. Heft des X. Bandes erscheint in Kürze 



Verlag der .T. C. HINKICIIfS'Hchen Buel.handlun^' in Leipzig. 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCPIRISTLICHEN LITEßATül 

Herausgegeben von 0. von GEBHARDT und A. HARNACK. 

Inhalt der Neuen Folge Band I—Xl, l : 



Neueste Hefte: 

Bonwetsch, Q. N., Drei georgisch erhaltene 

Schriftea von Hippolytus. XVI, 98 S. 1904. 

(NF. XI, la) M. 3.50 

Leipoldt, Johs., Saidische Auszüge aus d. 8. Buche 

der a])Ostol. Konstitutionen. II, 62 S. 1904. 

(NF. XI, ib) M. 2 — 

Waitz, H., D. Pseudoklementinen, Homilien u. Re- 

kognitionen. 1904. (NF. X, 4) Im Druck 
Soden, H. von, Die Cyprianische Briefsammlung. 

Gesch. ihrer Entstehung u. Überlieferung. 

YIII, 268 S. u. 2 Tab. 1904. (NF. X, 3) M. 10.50 
Die syrische Didaskaliaübs.u.erkl.v.H.ACHELTSu. 

J. FLEMMING.VIII, 388S. 1904. (NF.X,2) M. 12.50 
Leipoldt, Johs., Schenute von Atripe u. d. Ent- 
stehung d. national ägypt. Christentums. 

X, 214 S. 1903. (NF. X, 1) M. 7 — 



Achells, H., Hippolytstudien. VIII, 233 S. 1897. 

(NF. I, 4) M. 7.50 

Bonwetsch, G. N., Studien z. d. Komm. Hippolyts 

zum Buche Daniel u. Hohenliede. IV, 86 S. 

(NF. I, 2) M. 3 — 

— Hippolyts Kommentar z. Hohenlied auf Grund 
V. N. Maer's Ausg. d. grusin. Textes herausg. 
108 S. 1902. (s. u. Harnacic) 

Bratke, E., Das sogenannte Religionsgespräch 
am Hof der Sasaniden. IV, 305 S. 1899. (Mit 
Harnack, Cyprian.SchriftenNF.lv. 3) M. 10.50 

Dobschütz, E. von, Christusbilder. Untersuchun- 
gen zur christlichen Legende. XII, 294, 336 
und 357 S. 1899. (NF. III) »1.32 — 

Erbes, C, Die Todestage der Apostel Paulus 
und Petrus und ihre römischen Denkmäler. 
IV, 138 S. 1899. (Mit Harnack, Ketzerkatalog 
und Goetz, Cyprian NF. IV. 1) M. 5.50 

F!emming,J., Das BuchHenoch. Äthiop. Text, Einl. 
Komm. XVI, 172 S. 1902. (NF. VII, 1) M. 11 — 

Gebhardt, ..0. v., Passio S. Theclae virginis. Die 
latein. Übersetzgu. der Acta Pauli et Theclae 
nebst Fragm., Auszügen u. Beilagen herausg. 
CXVIII, 188 S. 1902. (NF. VII, 2) M. 9.50 

Geffcken, J., Komposition u. Entsteliungszeit d. 
Orac. Sibyll. IV,78S. 1902.(NP\VIII,1)M.2.50 

Goltz, E. V. d., Eine textkrit. Arbeit d. 10. bez. 
6. Jh., hrsg. nach e. Codex d. Athoskl. Laura. 
Mit 1 Tafel. VI, 116 S. 1899. (NF. II, 4) M 4.50 

Goetz, K.G.,D. alte Anfang u. d. ursprüngl.Form 
v.Cypr. Schriftad Donatum. 16 S. 1899. (S.Erbes) 

Gressmann, H., Studien zu Euseb's Theophanie. 
XI, 154 u. 69 S. 1903. (NF. VIII, 3) M. 8 - 

Haller, W., Jovinianus, dieFragm. s. Schriften etc. 
VIII, 159 S. 1897. (NF. II, 2) M. 550 

Harnack, A., D. pseudocypr. Trakt, de singu- 
laritate cleric. e. "Werk d. donatist. Bisch. 
Macrobiusin Rom. (72 S.) — D. Hyi)otyposen 
d. Theognost. (2nS.) — D. gefälschte Brief d. 
Bisch.Theonas an d.OberkammerherrnLucian. 
(25.S.) 117 S. 1903. (NF. IX, 3) M. 3.50 

— Über verlorene Briefe und Actenstücke, 
die sich a. d. Cyprian. Briefsammlg. ermitteln 
lassen. 45 S. 1902. (Mit Klostermann, u. Bon- 
wetsch, NF. VIII, 2) M. 5.50 



Harnaok, A,, Der Ketzer-Katalog des Bischo 
Maruta von Maipherkat. 17S. 1899 (s. Erbe 

— Die Pfaff 'sehen Irenäus- Fragmente a' 
Fälschgn. Pfatfs nachgewiesen. — Patris 
Miscellen. III, 148 S. 1900. (NF. V, 3) M. 5 - 

— Diodorv.Tarsus.IV,25lS.1901.(NF.VI,4; M.8- 

— Drei wenig beachtete Cyprianische Schrifte 
und die „Acta Pauli". 34 S. 1899. (s. o. Bratk^ 

Hell, K., Fragmente vornicän. Kirchenvätf 

aus d. Sacra parallela. XXXIX, 241 S. 1B9' 

(NF. V, 2) M. 9 - 

— Die Sacra parallela des Johannes Damas 
cenus XVI, 392 S. 1897. (NF. I, 1) M. 12 - 

Janssen, R,,D.Johanne8-Ev.n.d.Paraph.d.Nonni 
PanopoJit. IV, 80 S. 1903. (NF.Vni,4) M. 2.1 

Jeep, L, Zur Überlieferung des Philostorgio: 
33 S. 1899. (s. u. Wobbermin) Nicht einxei 

Klostermann,E., D. Überlief, d. Jeremia-Homilie 
d.Origenes. V1,116S. 1897. (NF. I, 3) M. 3.r 

— Eusebius' Schrift m^l rülv zohixmv ovo fiätc 
Tü'iv Iv Tjj -»(.u '/(a(f)fi. 28 S. 1902. (s. 0. Harnacl 

Knopf, R., Der erste Clemensbrief, üntersucl 
u. herausg. IV, 194 S 1899. (NF. V, 1) M. 6 - 

Nestle, E., Kirchengesöhichted. Eusebius a.d.Sj 
rischen. X, 296 S. 1901, (NF. VI, 2) M. 9.£ 

Preuschen, E. , Eusebius' Kirchengeschicht 
Buch VI u. VII aus d. Armenischen übersetz 
XXII, 109 S. 1902. (NF. VII, 3) M. 4 - 

Schmidt, C, Die alten Petrusakten i. Zusammenl 
d. apokr.Apostellit. untersucht. Nebst e. net 
entdeck.Fragm.VIII,l76S.1903.(NF.IX,l)M.6- 

— Plotin's Stellung zum Gnosticismus ud 
kirchl. Christentum. X, 90 S. — Fragm. eim 
Schrift d. Märt. -Bisch. Petrus v. Alexandriei 
.50 S. 1900. (Mit Stählin NF. V, 4) M. 5 - 

Schubert, H.V., D.sog.Praedestinatus. Beitrag 
Gesch. d. Pelagianismus IV. 147 S. 190 
(NF. IX, 4) M. 4.! 

Sickenberger, J., D. Lukaskatene d. Niketas 
Herakleia unters. 1902 (NF. VII, 4) M. 4 • 

— Titus von Bostra. Studien zu dessen Luka 
homilien. VIII, 268 S. 1901. (NF. VI, 1) M. 8.! 

Stählin, 0., Zur handschriftl. Überlief, d. Cler 
Alexandrinus 8 S. 1900. (s. o. Schmidt) 

Steindorff, G., Die Apokalypse d. Elias, e. unbe] 
Apok. u. Bruchst d. Sophonias-Apok. X, 190 ! 
Mit 1 Lichtdr.-Taf. 1899. (NF. II, 3a) M. 6.! 

Stülcken, A., Athanasiana. Litterar- u. dogmei 
gesch. Unters VIII, 150S. 1899. NF.IV,4) M. 5 - 

Urbain, A., Ein Martyrologium d. christl. Gi 
meinde zu Rom am Anfang des V. Jahr] 
Quellenstudien z. Gesch. d. röm. Märtyre 
VI, 266 S. 1901. (NF. VI, 3) M. 8.i 

Weiss, B., D. Codex D i. d.Apostelgesch.Textkri 
Unters. IV, 112 S. 1897. (NF. U, 1) M 3.i 

— Textkritik der vier Evangelien. VI, 246 i 
1899. (NF. IV, 2) M. 8 

Wobbermin, G., Altchristi, liturg. Stücke aus d( 
Kirche Aegyptens nebst einem dogmat. Bri 
d. Bischofs Serapion v. Thmnis. 36 S. 189 
(Vit Jeep NF. II, 3bM. 2—) einzeln M. i.i 

Wrede, W., DieEchtheit des 2. Thess. -Briefs unte 
sucht. VIII, 116 S. 1903. (NF. IX, 2) M. 4 ■ 



Die Erste Reihe (Band I—XV) der Texte und Untersuchungen etc. M. 380- 
Zweite Reihe (10 Bände bis jetzt vollständig). M. 276.8 

Auch in gute Halbfranz-Bibliotheksbände (I. Reihe in 17 Bde.) zu je M. 2.50 gebunden vorräti 

Ausführliches Inhaltsverzeichnis steht zu Diensten. 



SAIDISCHE AUSZUGE 



AUS DEM 8. BUCHE 



DER 



APOSTOLISCHEN KONSTITUTIONEN 



VON 



JOHANNES LEIPOLDT 







LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1904 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 
ZUK GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR V. GEBHARDT UND ADOLF HARNACK 

NEUE FOLGE. XI. BAND, HEFT Ib. 



Druck von August Pi*ies in Leipzig. 



1. 
Der dritte Teil der caiiones ecclesiastici. 

A. Einleituno*. 



'ö* 



Den Titel »canones ecclesiastici« ^ hat de Lagarde den drei 
ersten Teilen einer kirclienrechtlichen Sammlung gegeben 2, die 
folgende Stücke enthält: 

L die apostolische Kirchenordnung, unter der Überschrift: 
»Dies sind die canones [xavcov) unserer heiligen Väter, der 
Apostel {ajioöxoloo) unseres Herrn Jesus des Christus, die sie 
in den Gemeinden (ezxXrjola) niederlegten«, Kap. — 30; 

IL die sog. ägyptische Kirchenordnung (AKO), ohne Über- 
schrift, Kap. 31—62; 

III. einen Auszug aus dem achten Buche der apostolischen 
Konstitationen (AK VIII), ohne Überschrift, Kap. 63—78. 

IV. die apostolischen canones, unter der Überschrift: »Die 
canones (xavcov) der Kirche {exxXrjoia), die die Apostel («jroöro- 
^oö) gaben durch Klemes, den sie im Frieden {sIqtjvt]) Gottes 
sandten. Hamen«. 

Die CE liegen uns in vier Sprachen vor: 

1. Saidisch. Nach der ältesten Handschrift veröffentlicht 
bei de Lagarde, Aegyptiaca S. 239— 291. 209—237. Zwei andere 
Manuskripte (Lesarten des einen ^ in der Ausgabe de Lagardes; 
das andere mit vielen Fehlern abgedruckt von Urbain Bouriant 
im Recueil de travaux relatifs ä la philologie et ä Tarcheologie 
egyptiennes et assyriennes V 1884 S. 199—216 und VI 1885 



1) Ich kürze ab: CE. 

2) Aegyptiaca, Göttingen 1883, S. 239 Anm. 

3) In ihm fehlen Kap. 75—78 und die can. apost. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, ib. 1 



2 ' Leipoldt: Saidische Auszüge*. 

S. 97 — 115) sind wertlos, weil sie auf die Vorlage de Lagardes 
zurückgehen. 

2. Bohairisch. Nach einer jetzt in Berlin befindlichen Hand- 
schrift veröffentlicht von H. Tattam, The apostolical constitu- 
tions or canons of the apostles in coptic with an english trans- 
lation, London 1849; die apostolischen Kanones auch bei de 
Lagarde, Aegyptiaca S. 209 — 238. Zwei noch unbenutzte Hand- 
schriften besitzt der jakobitische Patriarch in Kairo (vgl. Bou- 
riant a. a. 0.). Nach einer Bemerkung am Schlüsse von Tat- 
tams Manuskript (auch bei de Lagarde S. 238) sind die bohai- 
rischen CE von dem Presbyter Georgios, Sohn des Kosma^ aus 
dem Saidischen übersetzt. 

3. Äthiopisch. Teilweise abgedruckt bei Ludolf, Ad suam 
historiam Aethiopicam commentarius, Frankfurt a. M. 1691. 
S. 305 — 335. Die apostolischen Kanones bei Win. Fell, Canones 
apostolorum Aethiopice, Leipzig 1871. De Lagarde (Reliquiae 
iuris ecclesiastici antiquissimae. Graece. Leipzig 1856 S. Xf.) 
hat wahrscheinlich gemacht, daß die äthiopischen CE aus den 
saidischen geflossen sind. 

4. Arabisch, in Tattams bohairischer und Bouriants saidischer 
Handschrift. Nicht veröffentlicht. 

Ein griechisches Rechtsbuch, das sich mit den CE nicht 
inhaltlich, sondern der äußeren Zusammensetzung nach deckte, 
hat es unseres Wissens nie gegeben. Wir müssen also, sofern 
nicht ein neuer Fund das Gegenteil beweist, den saidischen Text 
für das Original der CE halten. Da dieser in ausgezeichneter 
Überlieferung vorliegt, ist es unnötig, die bohairische, äthiopische 
und arabische Übersetzung zur Ergänzung oder Verbesserung 
heranzuziehen ^. Wer die CE in der textkritischen Bearbeitung 
der ihr zugrunde liegenden griechischen Quellenschriften ver- 
werten will, darf sich mit den saidischen CE begnügen. 

Ob alle Teile der CE auf einen Verfasser, d. h. Übersetzer, 
zurückgehen, wage ich nicht zu entscheiden. Wir werden später 
sehen, daß die CE im Laufe der Zeiten stilistisch überarbeitet 



1) Eine Ausnahme bilden natürlich die in unserer saidischen (bohairi- 
schen und arabischen) Textgestalfc fehlenden liturgischen Stücke der AKO, die 
aus der äthiopischen entnommen werden müssen, und die Lücke 4(3 14 — 22 
in unserem saidischen Archetypus, die schon die beiden jüngeren saidischen 
Manuskripte aus der bohairischen Übersetzung ergänzt haben. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. A. Einleitung. 



3 



worden sind. Es ist möglich, daß die gleichförmige Sprache, 
die wir heute in den CE finden, erst das Werk eines Redaktors 
ist; dieser würde vor allem die zum Teil wörtlichen Parallelen 
der ÄKO zu dem dritten Teile (vgl. z. B. 37 1 mit 69 2) ge- 
schaffen haben, die genauer sind, als die Ähnlichkeit des Inhalts 
verlangt. 

Wir beschäftigen uns im folgenden mit dem dritten Teile 
der CE ', dem Auszuge aus dem achten Buche der AK. 

Einen Auszug müssen wir das Stück deshalb nennen, weil 
es nur die kirchenrechtiichen Abschnitte der AK aufnimmt. 
Alle liturgischen Bemerkungen werden stark verkürzt, zu einem 
guten Teile sogar weggelassen (so besonders die Gebete). Die 
folgende Synopse wird das deutlicher machen. 



AK VIII 1 — 


CE 63 1—36 


AK VIII 23 -=CE 67 


9 — 


;iG — 52 




24 — 


68 


3 — 


53 — 54 




25 — 


69—70 


4 — 


64 1— ö 




26 = 


71 1—3 


5 — 


7 — 11 




27 — 


4 — 12 


6—10 


fehlt 




28 


fehlt 


11 — 


12 — IG 




29 — 


72 


12 — 


17 — 658 




30 — 


73 


13 = 


65 8 — 9 




31 — 


74 1 — 75 23 


14 — 


9 — 10. 12 




32 — 


75 24 31 


fehlt 


11 




33 = 


32 — 44 


15 — 


66 1 


34- 


-41 


fehlt 


16 — 


2 




42 — 


76 1—2 


17 


fehlt 




43 — 


3 


18 — 


3 




44 = 


4 8 


19 


fehlt 




45 — 


77 


20-21 — 


3 




46 = 


78 


22 


fehlt 


1 







Wollen wir CE III zur Textherstellung von AK VIII be- 
nutzen, so müssen wir uns zunächst darüber klar werden, welche 
Eigentümlichkeiten der CE nicht auf Rechnung ihrer griechischen 
Vorlage, sondern auf Rechnung des koptischen Übersetzers 
kommen. 



1) Ich kürze ab: CE II [. 



1* 



4 Leipoklt: »SaKÜHche Auszüge. 

1. In CE III finden wir häufif^, wie fast^ in allen koptischen 
Übersetzungen, verdeutlichende Zusätze. Ein Pronomen wird 
durch ein Substantivum erklärt oder ersetzt (z. B. AK VIII 
S. 230 Z. 16 der Ausgabe von de Lagarde avxbo: CE -|- o xt'- 
Qioö\ AK S. 248 Z. 18 f. avrov'. CE xov tjiioxojiov). Ein Ver- 
bum wird näher bestimrut (z. B. AK S. 230 Z. 17 jtLOTivöavrojv: 
CE -\- eiö avxov). Ein Substantivum wird durch einen Genetiv 
verdeutlicht (z.B. AK S. 230 Z. 19 jr«T()t: CE + amov) u.s. w. Selbst- 
verständlich ist dem Kopten sein Unternehmen auch hie und da 
gründlich mißglückt; z. B. sucht er AK S. 269 Z. 19 f. töiöa^a- 
nev dadurch zu verdeutlichen, daß er ein völlig aus dem Zu- 
sammenhang fallendes avroiö (statt v[ilv , wie der Kopte selbst 
zu dem vorhergehenden öteza^dfisO^a ergänzt) hinzufügt! Eine 
Liebhaberei unseres Übersetzers ist es, an jeder passenden und 
unpassenden Stelle ein »alle« oder »ganz« hinzuzusetzen (z. B. AK 
S. 230 Z. lb"EXl7]vao: CE + jüavraö; ähnlich noch 16 mall). 

2. Seltener hat der Kopte seine Vorlage vereinfacht, eine Par- 
tikel weggelassen (z. B. AK S. 233 Z. 22 alla), einen gewählten 
Ausdruck durch einen volkstümlichen ersetzt (z. B. AK S. 234 
Z. 21 öJtivd^TjQ'. CE »Zeichen«) oder ihm unbequeme Worte be- 
seitigt (z. B. AK S. 230 Z. 15 f. tvoa yMt). 

3. Desto häufiger trägt der Kopte dem Geschmack seiner 
Leser dadurch Rechnung, daß er an allen Stellen, wo die Aus- 
drucksweise seiner Vorlage von den ihm gewohnten Formeln 
abweicht, diese Formeln einsetzt. Er redet nicht vom Geiste, 
ohne ihn heilig zu nennen (AK S. 230 Z. 22; S. 280 Z. 26f.). 
Aber auch die drei Männer im feurigen Ofen (AK S. 233 Z. 24), 
die Evangelien (S. 239 Z. 10), der Altar (S. 248 Z. 18) u. s. w. 
werden mit diesem Beiworte ausgezeichnet. Zu dem Namen 
»Christus« wird »Jesus« hinzugefügt (S. 231 Z. 13 u. ö.), zu »Mo- 
ses« »der Prophet« (S. 231 Z. 28), zu »Anna« »die Tochter Pha- 
nuels« (S. 235 Z. 26). GavfiaTojtotstv wird stets wiedergegeben 
durch »Zeichen und Wunder tun« (S. 233 Z. 19. 29; S. 234 Z. 1; 
S. 236 Z. 9). Ja, mehrere Male hat der Kopte sogar eine ganze 



1) Nur die Übersetzer der kanonischen Bibelbücher haben den ihnen 
vorliegenden Text von Zusätzen möglichst freizuhalten gesucht: er war 
ihnen zu heilig, als daß sie sich an ihm zu vergreifen gewagt hätten. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. A. Einleituns:. 



Satzkonstruktion umgestoßen, nur um eine trinitarische Formel 
zu erhalten (S. 232 Z. l(). IS; vgl. S. 237 Z. 7ff.)- 

4. Daß der Kopte aus dogmatischen Gründen an seiner Vor- 
lage geändert hat, kann ich nicht mit Sicherheit nachweisen; 
vielleicht ist es an den folgenden drei Stellen der Fall gewesen: 
AK S. 232 Z. l ojO Mcootl; CE »dem der größer ist als Moses«. 
AK S. 232 Z. 20 ojo av^Qcojtoö', CE 'Iv rolo dvO-QcojtoiO. AK 
S. 280 Z. 14 ^sS avTov] CE:>avTov. 

5. Der Übersetzer von CE III hat die ungenauen Bibelzitate 
seiner Vorlage berichtigt. Das wird aus folgender Liste er- 
sichtlich. 



AK VIII 



CE III 



Zitat aus 



sj^ 


230 Z. 


18 


avS-Q(X>7tOlG 


+ ovg cöüJxdG (XOL 




Job 17 6 






18 f. 


öe6o)xa.G ,uol 


+ %'a noir'iGoj [aviö) 


Joh 17 4 


^. 


231 Z. 


2 


xaivata 

aQOVOL 


> 

-\- SV talG ySQGLV 




Mk 16 17 
Mk 1618 






10 


XÖ) oi'QCCViO 


XOcg OVQaVOLG 




Luk 10 20 






20 f. 


ov fx^ niazev- 


ovo" ovxojG elGaxovGovxal 


I Kor 14 21 








aCOGLV 


uov, Xeyei xvqlog 






s. 


235 Z. 


5 


öcjLLixovaa 


xbv öalfxova 




AG 19 14 


s. 


276 Z. 


( 


reaGccQaxoazä 


XQiaaoGxä? 




Dt 34 8 


s. 


277 Z. 


5 


d-ÖQl\^OG 


+ XIVL y.QlGeiG 




Spr 23 29 






6 


Xecxat 


-\- xivL GvvxQißfiaxa 


ÖLccyevfjG 


Spr 23 29 






6f. 


TLVi GVVXQlfl- 

[xara öca- 
xevfiG 


> (s. 0.) 




Spr 23 29 






18f. 


aal ö bisoiTio- 
GidXavTÖa 






Lk 1016 






24 


TtageleiGexat 


7ia()s?.evGovxaL 




Ps 103 9 LXX 


^_ 


278 Z. 


22 


WfÄÜ.EL 


£Xa/.r]Gev 




Ex 33 11 






23 


y.axä 71QÖG0J- 
nov u)ßl).ei 


üTÖfAa xazä Gxöixa 


iXdX7]Gev 


Nu 12 8 


s. 


280 Z. 


27 f. 


Ö ZÖV YQL- 

Gxov ... y.al 

XOLG . . . 


CO 




AG 7 56 



Ganz besonders interessant für uns ist die Variante der CE 
zu AK S. 231 Z. 2. Die Bibelzitate der CE stimmen mit der 
saidischen Bibel überein, wo uns die lückenhaften Publikationen 
der letzteren einen Vergleich ermöglichen. Es kann demnach 
kein Zweifel sein, daß die CE die Bibelzitate der AK nach der 



ß Le poldt: Saidische Auszüf^e. 

saidiscben Bi})el berichtigen. Nun ist uns bislang keine Hand- 
scbrift bekannt, die uns darüber Aufschluß gibt, welchen Markus- 
schlid.s die saidische Bibel geboten hat. Die CE geben uns diesen 
Aufschluß. Sie berichtigen an der genannten Stelle ein Zitat 
aus Mk IGnf.; also haben sie Mk 16i7f. in ihrer Bibel gelesen. 
Nun berichtigen sie nach einer von C*L und der bohairischen Über- 
setzung gebotenen Textgestalt. In der saidischen Bibel also, die 
den CE vorlag, stand der Markusschluß des text. rec, aber in 
der Fassung von C*L boh. 

6. Daß die CE in Ägypten entstanden sind, sehen wir nicht 
nur aus der Benutzung der saidischen Bibel. S. 232 Z. 4 setzt 
der Kopte »Wasser« statt Ntlloo: der Ägypter hat nie einen 
Eigennamen für seinen Strom gehabt, und hat ihn noch heute 
nicht. AK S. 276 Z. 6 f. wird bestimmt, man solle der Toten 
am neunten und vierzigsten Tage nach ihrem Hingang gedenken. 
Die CE setzen dafür den siebenten und dreißigsten Tag, vermut- 
lich in Anlehnung an die ägyptische Klostersitte (vgl. meine Be- 
merkungen in Schenute von Atripe [Texte und Untersuchungen, 
N. F. X 1 S. 133]). Auch die Änderung des cfv^MTrocaroo 
8v övvavTTiöeL (AK S. 268 Z. 24 f.) in »der der sich hütet zu 
begegnen« weist vielleicht auf ägyptische Verhältnisse zurück (vgl. 
meine Vermutung a. a, 0. S. 98 Anm. 2). 

Wir kommen nun zu den Eigentümlichkeiten des CEtextes, die 
nicht das W^erk des koptischen Übersetzers sind, sondern auf 
die griechische Vorlage zurückgehen müssen. 

1. Schon Hans Achelis (Zeitschrift für Kirchengeschichte XV 
1895 S. 11 Anm. 2, S. 15 Anm. 3) hat darauf hingewiesen, daß 
der Text von CE III sich auffallend berührt mit dem der Con- 
stitutiones per Hippolytum (CpH) ^, eines griechischen Auszuges 
aus dem achten Buche der AK, der einen älteren AK text voraus- 
setzt, als er uns in den AKhandschriften überliefert ist. 

a) CE 663 wird, wie CpH 11 (und ÄKO 35), bestimmt, daß 
der Lektor nicht geweiht wird (AK VIII 21 geschieht dies). 

b) Der Abschnitt über die Weihe von Wasser und Ol (AK VllI 
28) fehlt in den CE, wie in den CpH. 



1) Ich benutze die Ausgabe von de Lagarde, Reliquiae iuris ecclesi- 
astici antiquissimae. Graece. Leipzig 1856, 8. 1—18. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. A. Einleitung. 7 

Darnach ist zu vermuten, daß die Vorlage der CE auch das 
Gebet bei der Bischofsweihe in der Form von CpH 2 (nicht von 
AK VIII 5) bot. 

Achelis hat nicht gesehen, daß die CE noch zwei wichtige 
Varianten aufweisen, die für sie einen Platz vor den CpH 
fordern. 

c) Nach den CE (06 3) soll nicht nur der Lektor, sondern auch 
der Subdiakon ohne Weihe bleiben (CpH 9 f. wird der Subdiakon 
geweiht, vgl. AK VHI 20). Nun scheint der Subdiakon schon 
in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts regelmäßig ge- 
weiht worden zu sein '. Wir werden also die griechische Vor- 
lage von CE ni kaum nach + 350 n. Chr. ansetzen dürfen, falls 
wir sie nicht als das Rechtsbuch einer weltabgeschiedenen, rück- 
ständigen Gemeinde betrachten wollen. 

d) CE 7035 finden wir die ganz aus dem Zusammenhange 
fallende Bemerkung: »Und als man seine Seite durchbohrt 
hatte, kam Blut und Wasser heraus«. Der Satz fehlt CpH 22 
und AK Vm 33. Die CE können ihn nur aus ÄKO 62 n 
übernommen haben, wo er einen guten Sinn gibt und sicher 
ursprünglich ist. 

Nun könnte man vielleicht einwenden: die unter a)c)d) an- 
geführten Eigentümlichkeiten haben die CE gar nicht aus ihrer 
Vorlage entnommen; vielmehr hat sie erst der koptische Über- 
setzer oder Redaktor auf Grund der AKO (die ja den zweiten 
Teil der CE bildet) geschaffen, um Widersprüche auszugleichen. 
Aber es wäre sonderbar, wenn der Redaktor einige geringfügige 
Unterschiede ausgeglichen, dagegen die schärfsten Gegensätze, 
die Anordnungen über die Wahl der Bischöfe und Presbyter, 
nicht angetastet hätte. 

2. Zum Überflüsse können wir nachweisen, daß die CE auch 
in vielen rein stilistischen Kleinigkeiten mit den CpH (gegen 
AK VIII) übereinstimmen. Die folgende Tafel veranschaulicht 
dies; sie verzeichnet alle Fälle, in denen die CE von de Lagardes 
Text der AK abweichen und mit den CpH oder einzelnen Hand- 
schriften der AK 2 zusammentreffen. 



1) Vgl. Achelis a. a. 0. S. 31 f. 

2) w = Petropol. Graec. 254; x = Vindob. bist. Graec. 46; y = Vindob. 
bist Graec.47 ; z = Paris. Graec. 931 ; t= Ausgabe des Turrianus, Venedig 1563. 



Leipoldfc: Saidische Auszüge. 



AK cd. do Laerarde 



CK 



AK CE in 



8. 


230 Z. IG &eov 


+ naxQoa 


t CpH naxQÖa avrov 




20 aX?: lyto 


iyu) (U 


y 




22 <lßa 


> 


vgl. y 


S. 


231 Z. 17 yLvi:xaL 


> ^ . , ' 


CpH 


S. 


233 Z. 24 xa/xlvov 


+ nvQOG xov (f^/.eyofjiL- 


yt nvfiöo Cp H xov 






vov 


nvQÖa 




30 Ttov 


Ttov xiva 


CpH 




Ttäaa 


^ zCbv 


CpH 


s. 


234 Z. 3 TtQoeiTCov 


TfQoeiTiofÄev 


yt CpH 




14 Oliv 


+ £7rt rocrovroj^ 


yt CpH 




28 ßaaü.Eva 


+ €XL 


ytCpH 


s. 


235 Z. 1 ^iBQOvoaXrjii 


^lOQaijX 


CpH 




22 To ^sj' 7ta?.aidv 


xy fÄSV Tcalaifl (sc. öia- 


vgl. CpH xöj /xsv na- 






^n^xi) 


7.aiö) 


s. 


236 Z. 1 «i^'y;() . . . yrv?; 


CV3 


CpH 




24 afiEfinrov 


-\- aQLÖXOV 


yt CpH 




29 TtQOGETteQWTO.- 


7td?.lV SQOJXdxOJ 


CpH 


s. 


6 et/ 

237 Z. 1 rov ^eoii 


> 


yt CpH 


s. 


239 Z. 12 ^f Ol) 


+ y.al naxQOG 


t 


s. 


264 Z. 29 a^i(ofxd xi xol- 
ovxov 


xö d^'nofxa 


vgl. CpH (> XL) 


s. 


265 Z. 1 a)(7 


> 


y 




If. xal anoßa).- 


> 


CpH 




Xea&a) 








25 emaxÖTiov 


> 


yt CpH 




27 xo(jLiC,ho) 


zoßLCeöQ^o) 


t CpH 


s. 


266 Z. 10 z?7 toiavx'^] 


> 


y ijivi) 


s. 


267 Z. 14 öiaxövwv 


> 


CpH 




28 re 


6e 


CpH 




29 £^£xat,ea&ü)aav 


i^exat^sad^oj 


CpH 




de 


> 


w 




30 ;i(r«fc 04 XQÖTtoi 


> 


vgl. w (>> xal) 




ßloa 


+ dxQiß(ba 


CpH 


s. 


268 Z. 4 £xa 


-\- 6 dvtjQ 


CpH 




22 fxdyoo 


+ üx?-ccy(oy6a 


w CpH 




23 d/?,ay(jt)yöa 


> (s. 0.) 


w CpH 


s. 


269 Z. 2 doV'AT? 


praem el (xev 


w?i 




^övo» 


> 


X 1. Hand 




4 öovXijv 


öovlri boxi 


CpH 




16 f. 7CQOxifX7]adxw 


TtQOXLfjLriadxioaav 


w CpH 



1) w hat vor öovXri »rasura sex literarum capax« (de Lagardei. 



Der dritte Teil der canones ecolesiastici. A. Einleitung. 



AK ed. de Lagfarde 



CE 



AK = CE in 



S. 260 Z. 17 ü 

'/ 

22 iv 

S. 270Z. 8f. 'Iriaovv Xql- 

OZUV 
Kif. 7CO(jDT0!.ia.QXV- 

i)oa 

20 svxaQLOxovviea 

21 v^äa (xt) y 

23 iaxavgvoS^fj 
S. 271 Z. 11 o xvQioa 
S. 276 Z. 4 de 

xal ävccyvLoa- 

(XC.GLV 

8 avxov 

11 avxov 
17 yaQ 
20 de 

S. 277 Z. 9 Tto/tv 

12 nQotevzai 
15 7rarTf(7 

23 r]fj,6QaL 

24 TiaQeXevGsxaL 
S. 278 Z. 2 f. öipeiXexe 

9 KoQEtxai 
12 -XjOiorov 

9 ivSQyEGXbQCC 

xota 



naa de 

> 

> 



(.laQxvQoa 



279 Z. 

280 Z. 



7 f. läaojßod . . 



I vgl. w CpH 
) (> o und /)) 
wy CpH 
w CpH 



xy 



> 


w CpH 


//WCJ(7 


w CpH 


-|- Aofcrröfj 


w CpH 


> 


vgl. t 


> 


w CpH 


> 


w CpH 


avxCov 


w CpH 


avxova 


CpH 


> 


t 


y«(> 


X CpH 


praem ela 


CpH 


TCQOOLEVXaL 


w CpH 


(v/xLv) Ttäai 


w 


> 


CpH 


7f aQsXevGovxat 


t 


-+■ xo?.fzäv 


yt CpH 


viol KoQS' 


CpH 


+ ^ItJGOVV 


y CpH 


EvaQyeGxiQO. 


y CpH 


xa 


CpH 


c>o 


CpH 


> 


CpH 


fMaxaQLOG 


yt CpH 


+ avxov 


CpH 


> 


CpH 


^laxojß (o TcaxQiaQXTjG) 


CpH 



K?.rjlJ.T]G 
9 7lä).LV 

21 fxaxaQivnaxoa 
25 tpv/jjv 
S. 281 Z. 1 fifiCbv 
6 '/w^? 

3. CE 111 bietet außerdem noch eine stattliche Reihe von 
Sonderlesarten. Doch gehen die meisten von ihnen auf ganz ge- 
wöhnliche Textverderbnisse oder Übersetzungsfehler zurück i; von 
den wirklich wertvollen Varianten hebe ich die folgenden hervor: 

1) Z. B. AK S. 231 Z. 23: CE > TidvxsG (vollständige Zerstörung des 
Sinnes); S. 232 Z. 28 ;<o[g£i: CE y().rjG£L; 8. 233 Z. 20 <poßoi\uEvov fiev . . . 
ov Tcoiovvxa de: CE <poßoi\UEvoG . . . aal tcolCov. 







Leipoldt: Saidische Auszüge. 



S. 239 Z. 6 ytLQOTovrjO^ivtod 

19 /ur/ Ti(J xCov äxQOOjjbibvo)V 
S. 248 Z. 4 f. 06 de didxovoi lazdoxhüjoav 

5 f. OL VTKxkdxOVOL 

8 eIo 06 vnoÖLÜxovoiy 
S. 266 Z. 22 ävayvv)Gxy,i . . . Vjd?.Tf;/ . . . (ha- 
xoviaay 
23 ov xXriQLXÖV 

ov Xa'ixöv 
S. 269 Z. 7 fxezaTiS-SG&oj 
H. 276 Z. 22 TiQeaßvTEQOL 

23 ÖldnOVOL I TtQEaßvTEQOL 



> 
> 

f6(T rfe vTtoSidxovoa [atdoih'j 
(1X7.01 didxovoi 
OL de i'Tiodid/COVoL 
dvayvojozrjv . . ■ vjd/.zitV . . . 

diaxdviooav 
> 

ovze y.at'AÖv 
Tcavado&oj 
inla/ConoL 



B. Übersetzimor. 



Saidischer Text bei de Lagarde, Aegyptiaca. Göttingen 1SS3 

S. 266—291. 

63 

Über die Gnadengaben {xagiöfio) und Ordinationen (yeiQO- 
Tovia), daß sich ihrer niemand rühme. 

(1) Unser Gott und Heiland {öojttjq) Jesus ^ der Christus, 
übergibt uns das große Geheimnis (fJvötrjQiov) der Frömmigkeit 
und ruft alle Juden und Hellenen, daß sie den wahren Gott, den 
alleinigen Vater, erkennen, (2) wie (xard) der Herr selbst an 
einer Stelle sagt, indem er dankt für die Rettung derer, die zum 
Glauben an ihn gekommen {jttörevscv) sind: »Ich offenbarte 
deinen Namen den Menschen, die du mir gabst; ich vollendete 
das Werk, das du mir gabst, damit ich es verrichte« ^ (3) Und 
wenn er ferner zu seinem Vater über nns spricht, sagt er: »Mein 
heiliger Vater, die Welt (xoOfioo) erkannte dich nicht; aber (öi) 
ich erkannte dich, und auch diese erkannten dich«.'^ (4) Uns 
ziemt es (jtQSJtei) jetzt, daß er zu uns allen, die vollkommen 



1) Job 17 6.4. 



2) Job 17 25. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 1 1 

{reXswö) wurden, hinsichtlich der Gnadengaben (xaQiöfia), die er 
uns durch seinen heiligen Geist (jtvsvfm) schenkte, (folgendes) 
sage: (5) »Diese Zeichen werden den Gläubigen (jn(jTf.v£iv) folgen: 
sie werden in meinem Namen böse Geister {öcujuopwv) austreiben, 
werden mit den Zungen reden, werden die Schlangen mit ihren 
Händen aufheben; und wenn (xar) sie tötliches Gift trinken, wird 
es ihnen nicht schaden; sie werden ihre Hände auf die Kranken 
legen, daß sie gesunden« '. (G) Diese Gnadengaben {yaQia^ia) nun 
wurden zuerst uns, den Aposteln, gegeben, zu der Zeit, da wir 
bestimmt waren, das Evangelium {evay/DAOv) der ganzen Schöpfung 
(XTLöio) zu predigen, damit wir sie-^ denen gäben, die durch uns 
gläubig werden würden {jnöTeveiv), nicht uns zu gut, die wir 
sie- handhaben, sondern {dX?M) euch (zu gut): (7) wir gehören 
Gott an; ihr aber (öt), ihr Ungläubigen {ajnözoo), die ihr unter 
uns seid — euch zu gut, damit die Kraft der Zeichen die be- 
schäme, die das Wort nicht zu überreden (jteißecv) vermochte. 
(8) Denn (/«()) die Zeichen sind nicht für uns, die Gläubigen 
[jitöTOö), sondern {d?JM) für die Ungläubigen {ajitözoo) unter 
den Juden und Hellenen. (9) Denn {yaQ) es ist auch für uns 
kein (ovöe) Nutzen, wenn wir böse Geister (öcufiovcov) austreiben; 
vielmehr (d/jM) ist es ein Nutzen für die, die durch die Kraft 
(evegyla) des Christus Jesus, unseres Herrn, gereinigt wurden, 
no) wie {yMTcc) unser Gott selbst uns an einer Stelle belehrt 
{jtcaötvHv^ und uns die Sache offenbart, indem er spricht: »Freut 
euch nicht darüber, daLs die Geister (jtvsvfia) euch Untertan sind 
vjtordoasiv)', freut euch vielmehr (d?,)M + cJe), dafs eure Namen 
in den Himmeln geschrieben stehen«;^ (11) denn (sjrsiörj) das Aus- 
treiben böser Geister (öcufiovcov) geschieht nicht durch unsere 
Kraft; daß man aber {6t) unsere Namen in den Himmeln an- 
schreibt, ist das (Werk) unserer Wünsche und Bemühungen 
{ojtovÖTj), wobei wir von ihm ^ unterstützt werden (ßo7]d-slv)^ wie 
{y.ard) offenbar ist. (12) Deshalb ist es jetzt nicht notwendig 
{dvcc/y.alov), daß jeder Gläubige {jilötoo) bÖse Geister {öaifioptov) 
austreibe oder (rj) die Toten auferwecke oder (r/) mit den Zungen 
rede: wer vielmehr (aXXd) dieser Gnadengaben würdig sein wird, 
der wird ihrer ^ in jedem Falle {jidvrcoö) würdig sein aus(?) gutem 



1) Mk lGi7f. 2) Die Gnadengaben. 3) Liik 10 20. 4) Gott. 

5) Statt AVAioq ist wohl aiaioot zu lesen. 



12 Leipoldt: Saidischo Auszüge. 

(XQfjiUfioa) Grunde {(UTta), (nämlichj wegen der Errettung der 
Ungläubigen iäjnoroo): diese werden dadurch^ l)eschämt; denn 
da {tjtbtö?]) sie die Offenbarung des Wortes nicht bei sich auf- 
nehmen wollten'^, so wurde die Kraft (IvtQyia) der Zeichen ge- 
sandt, ob sie vielleicht (auf diese Weise) gerettet werden könnten. 
Denn (/«(>) die Gottlosen (doeß/ja) werden ja keineswegs (ovöt) 
aufgerüttelt, wenn sie durch die Wunder beschämt werden. 
(13) Und Gott bezeugt dies auch selbst, wie er im Gesetze (v6- 
fioö) sagt: »In anderen Sprachen und anderen Zungen will ich 
mit diesem Volke {Xaoo) reden, und sie werden mich auch so 
nicht hören^ spricht der Herr«^. (14) Denn (/«(>) die Ägypter 
(Kerne) glaubten (jnöTevecv) Gott nicht (ovöt), als der Prophet 
{jzQO^pyrriö) Moyses diese großen Zeichen und diese Wunder unter 
ihnen vollbracht hatte. (15) Und auch die Menge der Juden 
glaubte (jtcöT8V£i.v) dem nicht (ovös), der großer als Moyses ist, 
nämlich dem Christus^ als er alle Krankheiten und alle Seuchen 
unter ihnen geheilt hatte. (16) Und auch der Stab beschämte jene 
nicht (ovös), der in der Hand seines Knechtes Moyses ein lebendiges 
Wesen {^vyj]) ward und sich in eine Schlange verwandelte, auch 
nicht (?)') die Hand, die weiß ward, und das Wasser, das zu Blut 
wurde; und diese konnten nicht {ovÖt) die Blinden, die sehend 
wurden, überzeugen {jistOetv), nicht (ovöt) die Lahmen, die wan- 
delten, nicht (ovös) die Toten, die auferstanden. (17) Und diesem 
(+ i^tz^) widerstanden lannes und lambres, dem Herrn dagegen 
(+ öi) Annas und Kaiphas. (18) In dieser Weise nun beschämen 
die Zeichen nicht einen jeden, sondern (d?J.a) allein die Einsich- 
tigen {evyvcoftcov); und ihretwegen auch findet Gott, wie ein weiser 
Haushalter (ol7Cov6fioö)^ daran Gefallen, daß Wundertaten ge- 
schehen, nicht durch die Stärke der Menschen^ sondern [d?JM) 
durch seinen ureigensten V/illen. (19) Dies sagen wir also, damit 
die, die solche Gnadengaben (xdgiöfta) und Geschenke empfingen, 
sich nicht erheben über die, die keine empfingen. Wir meinen 
(hier übrigens) unter »Gnadengaben (xaQi-öfia) Gottes« solche, 
die sich in Zeichen auswirken. Denn {sjtetö?]) jeder, der zum 
Glauben an Gott kam (jicOTsvetv) durch seinen heiligen Sohn. 



1) Wörtlich: durch ihn (d..h. die ahia). 

2) Statt MnevoTrijoty lies AinovoTcoig. 

3) (Jes 28 11) I Kor 14 21. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. ]',\ 

empfing eine geistliche (jtvevuaTr/coö) Gnade {xaQLö) oder (//) 
eine Gnadengabe {xaQtOfia) von ihm. (20) Denn (/«(>) gerade die 
Freiheit von der Gottlosigkeit [döeßsta) der Vielgötterei und der 
Eintritt in den Glauben {jtiOTio) an den Vater und den Sohn 
und den heiligen Geist (jivevfia) ist eine Gnadengabe (xaQiöfJ-CL) 
Gottes, besonders (fiaXuna) daß wir die Bedeckung der Juden 
von uns wegwarfen und glaubten {jttorevsiv), daß, durch den 
Willen des Vaters und des einzigen {{.wvoyevrjo) Sohnes, der vor 
allen Zeiten {cdmv) bei seinem guten {ayad-oa) Vater ist, und des 
heiligen, belebenden Geistes {jtvevfia)^ er am Ende dieser Tage 
von Maria, der unbefleckten Jungfrau {jtciQO^tvoo), ohne (xcoqlo) 
männlichen Samen (öJttQfia) geboren ward, und daß er sündlos 
unter den Menschen lebte {jcoltrsveiv), indem er die ganze Ge- 
rechtigkeit [ötxcuoovvf]) des Gesetzes erfüllte, und daß der Gott- 
Logos (Xoyoo), mit Erlaubnis {övyxfOQiioiö) des Vaters, das 
Kreuz {otavQoö) erduldete {vjcofitveci^), indem er die Schmach 
verachtete (xarcupgovelv), und daß er starb und begraben wurde 
und am dritten Tage von den Toten auferstand, und daß er nach 
seiner Auferstehung vierzig Tage mit den Aposteln {djt66To2.0(j) 
zubrachte und, nachdem er ihnen alle Befehle erteilt hatte, vor 
ihren Augen emporgehoben wurde (dvaXafißavsiv) zu Gott dem 
Vater, der ihn gesandt hatte. (21) Wer dies aber (ös) glaubt 
{jitorevecv), der ward nicht in so einfacher Weise {djtlÖDo) und 
auch nicht {ovöt) in Gedankenlosigkeit (aZoyoö) gläubig {jrt- 
oreveiv)^ sondern {dl?M) durch eine Berufung und Zuversicht, 
da er die Gnadengabe {xaQcOfia) von Gott dem Vater empfing. 
(22) So steht es auch mit dem, der von aller Ketzerei {aiQsoto) 
frei ward: er empfing dieselbe Gnadengabe (xagiöfia). (23) Des- 
halb duldet nicht, daß einer von euch einen anderen von denen, 
die gläubig {jttOTOö) wurden, verurteile (xqlvsiv), weil er nicht 
würdig ward, Zeichen und Wunder zu tun. (24) Die Geschenke 
Gottes, die von ihm den Menschen gegeben werden, sind ja 
{yaQ) verschieden; und du (-f- fiev) empfingst dieses, der andere 
(+ öa) ein anderes. (25) Und einer empfing Weisheits- (oocpla) 
Rede oder (^') Erkenntnis oder (//) Geist- {jtrevfia) Unterschei- 
dung {ötdxQioiö) oder (?y) Vorhervvissen] des Zukünftigen oder 
(?}) Lehrrede oder (rj) Leid-Tragen oder {rj) Enthaltsamkeit {ty- 
xodreia). (26) Denn auch {xcä yaQ) Moyses selbst, der Mann 
Gottes, der doch die Zeichen in Ägypten (Keme) vollbrachte, er- 



14 Leipoldt: Saidische Auszüge. 

hob sich nicht über seine Brüder; und als man ihn >Ajoti'^ 
nannte, erhob er sich nicht (ovöt) über seinen Propheten (jcqo- 
(fjTjrrjO) Aaron. (27) Aber {d?,ka) auch Jesu C, der Sohn; des 
Naue, der das Volk (Xaoö) hinter sich führte, erhob sich nicht 
{ovöt) über Phinees und (ovöt) Khaleb, als er die Sonne über 
Gabaon und den Mond über dem Tale von Elom festgestellt 
hatte in dem Kriege (jioXsfioo) gegen die Jebussäer ( FAtßovo- 
aaloo), weil der Tag ihm nicht mehr (?) zum Siege genügte. (28 
Als ferner Samuel all diese Zeichen vollbracht hatte, hielt er den 
Gott liebenden Daueid keineswegs (ovöe) für nichts', da sie doch 
(xaiTOcys) beide Propheten {jcQocpi^rrjo) waren, der eine (-{- /itv) 
ein Hoherpriester {(xQXf^^Q^vö), der andere (+ öe) ein König. (29 
Und weiter: von den siebentausend Heiligen, die in Israel übrig 
blieben — (ich meine) die, die sich hüteten und vor der Bahal oder 
(ovös) vor jemand anders nicht niederknieten — , unter denen ver- 
richteten nur Hellas und sein Schüler {^uadrjzrjo) Ellssaios Zeichen 
und Wunder; aber {dlla) weder {ovre) verachtete Hellas den 
Haushalter {ol/covofzoö) Abdlas, da er Gott fürchtete und Zeichen 
und Wunder tat, noch {ovrs) verachtete sein Schüler [uaO-rjzrio 
Ellssaios seinen Kleinen, als er vor den sie umringenden Feinden 
zitterte. (30) Denn (/«.o) auch der weise iöocpoo) Daniel ward 
nicht (ovöe) hochmütig, als er zweimal aus dem Munde der 
Löwen gerettet wurde; und auch die drei heiligen Knaben ver- 
spotteten Ihre Gefährten nicht {pvöe), als sie aus dem brennenden 
Feuerofen gerettet worden waren; sie wissen ja (/«()), daß sie 
aus all diesen Nöten nicht durch Ihre Kraft gerettet worden 
waren, sondern {alXd) durch die Kraft Gottes, Indem sie die 
Zeichen und die Wunder vollbrachten und aus diesen Gefahren 
entronnen waren. (31) Deshalb {ovxovv) soll keiner von euch sich 
über seinen Bruder erheben, auch wenn {Tcdv) er ein Prophet 
{jiQOcpyrrjO) Ist oder {?]) Zeichen und Wunder tut. Denn (/«p) 
wenn veranlaßt würde, daß niemand an Irgend einem Orte un- 
gläubig {ajiiöToo) würde, so (?) würde die Kraft [svsQyla) der 
Zeichen zu nichts werden. (32) Daß der Mensch [-{- {.isv) fromm 
werde, Ist Sache seines guten Herzens. Daß er dagegen (dV 
Zeichen und Wunder tue, Ist Sache der Kraft des wirkenden 



1) Den Zusatz '2s.eoTne verstehe ich nicht. '2ieoyAd.ivTne? 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici.. B. Übersetzung. 15 

(h'8QY8lv)^ Gottes. Und das erste (+ fisv) davon ist unsere Sache, 
das zweite dagegen (de) Sache des wirkenden (J-vegyelv) Gottes. (33) 
Wegen der Gründe {alria) aber {6t), die wir zuerst nannten, soll 
also {ovxovv) kein König die Feldherren ipTQaxrjYoö) verspotten, 
die ihm unterstehen, und kein [ovöt) Herrscher {jxqxcov) die, 
über die er herrscht (aQxeiv). Denn (/«()) die Herrscher {aQ^mv) 
sind nichts, wenn niemand da ist, über den sie herrschen iaQ^etv) ; 
und das Königreich wird nicht bestehen können, wenn es keine 
Feldherren {OTQaxijyoö) gibt. (34) Aber {aXXa) auch kein {pvöe) 
Bischof {ejiloxojtoo) soll sich über Presbyter (jtQEößvxeQOö) oder 
[jy: Diakonen (ÖLaxovoö) erheben, und kein [^ovöa) Presbyter 
ijrQ£ößvT£Qoo) über das Volk {Zaoö); denn (/«()) der Bestand 
unserer Gemeinde kommt aus unserem Zusammensein; denn (/«(>) 
wenn es keine Laien {^mixoo) gäbe, über wen sollte (dann) der 
Bischof {ejtLöxojtoo) Aufseher {ßjtiöxojtoö) sein? oder {rj) der 
Presbyter {jiQeoßvTSQOo)'^ (35) Und unsere Sache {-\- ^iv) ist es, 
alle Christen {xQtOriavoo) zu werden; daß wir aber (de) Apostel 
i^drroöToXoo^ oder {?]) Bischöfe {ejtiöxonoö) oder {rj) etwas anderes 
werden, ist nicht unsere Sache von jetzt an, sondern {aila) die 
Sache Gottes, der diese Geschenke gibt. (36) Siehe, dies sagten 
wir (+ (iiv) bis hierher wegen derer, die Geschenke oder (?}') 
Amter {d^icof/a) würdig wurden. 

Das folgende aber (öt) wollen wir zu der Erörterung hinzu- 
fügen : nicht {ovöt) jeder, der weissagt {jzQO(pr}T£veiv), ist fromm, und 
nicht (ovöi) jeder, der böse Geister {öacfiovtov) austreibt, ist heilig. 

(37) Denn auch {xccl yd^) der Seher Balaham, der Sohn des 
Baior, weissagt {jtQorp7]TSV£iv), obwohl er gottlos ist ; und auch 
Kaiphas heißt — fälschlicherweise — Hoherpriester {doxisQsvo). 

(38) Aber (de) auch der Teufel {öidßoXoo) und die bösen Geister 
[öcufiovtov), die ihm unterstehen, sagen vieles voraus: deshalb 
tragen sie noch kein {ov jragd tovto . . . oXcoö) Zeichen von 
Frömmigkeit an sich; denn (/«()) sie allein werden in Unwissen- 
heit überredet {jcdd-eiv) wegen des Bösen, das sie tun wollen 

(39) Es ist offenbar, daß die Gottlosen {aöeßrjö), wenn sie weis- 
sagen (jtQocprjTSveiv)^ ihre Weissagung (jiQog)r]T£la) mit ihrer 
Gottlos(aöf/37;c»)igkeit nicht verhüllen können, und daß böse 
Geister (öacfioviov), wenn sie böse Geister {öcufioviov) austreiben. 



1) Statt ejenepcie». lies eTcnepi^ei. 



\{') LeipoMt: yaJ'dißche Auszüge. 

fUidurch nicht (ovdi-) heilig werden können, daß (-}- öt) diese 
jenen weichen [v7toymQt.lv). (40) Denn (/«(>) sie betrügen [ana- 
räv) einander wie Menschen, die sich eines Spieles wegen be- 
mühen, indem sie verführt sind und andere unter denen, die mit 
ihnen Geduld haben, verführen. (41) Wenn aber (di) der König 
gottlos {aöüßrjö) wird, (so) ist er von da an kein König fmehn, 
sondern {alla) ein Tyrann (rvQavvoo). (42) Und wenn der 
Bischof {emöTcojtoö) auf Grund von Unwissenheit oder (ri) Bos- 
heit (xaxla) überzeugt ist, (so) ist er kein (ovöe) Bischof {ejti- 
öxojüOö), sondern (dlZa) (nur) fälschlich (so) genannt, und 
nicht von Gott eingesetzt, sondern {aXXa) von den Menschen, 
wie Ananias und Saraaias in Israel, und auch wie Zedekias und 
Akhia, die in Babylon falsche Propheten {jcQocprjTrio) wurden. 

(43) und wie der Seher Balahara, der bestraft (rif/coQslv) wurde, 
weil auf seine Veranlassung ganz Israel in Beelphegor sündigte, 

(44) und auch wie die Söhne des Skeuea(!), die, als sie begonnen 
hatten, den bösen Geist (öcufioviov) auszutreiben, in Schande 
flohen, da sie von jenen (!) geschlagen wurden (jüh'/oOEiv), (45) und 
wie alle Könige von Israel und Juda, die mit allen Strafen 
{TtficoQia) bestraft {rißwQslv) wurden. (46) Es ist also offenbar, 
daß auch die fälschlich Bischöfe {sjtiOTcojtoo) und Presbyter 
(jiQsößvTSQoö) Genannten dem gerechten Gerichte Gottes nicht 
entrinnen können. (47) Denn man wird wiederum zu ihnen 
sprechen: »Auch ihr Priester, die ihr meinen heiligen Namen 
verspottet \ ich will euch einer Hinrichtung (über)geben wie 
Zedekias und Akhias, die der König von Babylon tötete«, wie 
der Prophet (jtgocprjZfjO) Jeremias sagt 2. (48) Denn (yccg) wir 
verspotten nicht die Weissagungen {jiQocpt]Teid) der wahren 
Propheten (jtQocprJTTjo) — wir wissen ja (/«()), daß sie^ in den 
heiligen Männern Gottes durch den heiligen Geist {jtvtviia) ge- 
wirkt {evsQyslv) werden — ; vielmehr (d^Xa) beseitigen wir den 
prahlerischen Hochmut und belehren sie^, daß Gott solchen 
das Geschenk wegnimmt; denn (/«()) Gott bekämpft die Hoch- 
mütigen; aber (öi) den Demütigen gibt er Gnade. (49) Nun 
(+ (WfcV) wurden Silas und Ngabos (!) zu unserer Zeit Propheten 
(jiQog)riTrjo); und sie erhoben sich nicht über die Apostel {djco- 
öToloö) und überschritten nicht {ovöi) ihre Maße, obwohl {yMi- 

1) Mal 1 6. 2) Jer 29 22. 3) d. h. die Weissagungen. 4) Be- 
zieht sich auf Ttüv aXaQovEvofiüvojv im griechischen Texte. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 17 

Tor/t^ sie Geliebte Gottes waren. (50) Aber (öe) auch Frauen 
weissagten {jiQo(prjT£VtLv): im Alten yjtalaLo) (Bunde) (+ i^dv) 
Mariham, die Schwester des Moyses und Aaron, nach ihr Deb- 
bora, und nach ihnen 011a (I) und Judith, die eine (+ ntv) zur 
Zeit des Josias, die andere (-•!- 6t) zur Zeit des Tarios; (51) im 
Neuen [xaLvrj) (Bunde) aber (-)- 6t) weissagte {jtQO(priTeveiv) die 
Mutter des Herrn und ihre Verwandte (ovyyevrjo) Elisabet und 
Anna, die Tochter Phanuels; und zu unserer Zeit die Töchter 
des Philippos. Und diese erhoben sich nicht über die Männer, 
sondern {dXXa) hielten ihre Maße inne. (52) Deshalb (ovxovv), 
mag (xav) es eine Frau sein oder (Ij) ein Mann, der solcher 
Geschenke teilhaftig {pitTtx^Lv) ward — er möge demütig sein, 
damit Gott an ihm Gefallen findet; denn {yaQ) er spricht: »Auf 
wen soll ich blicken, außer (auf) den Demütigen und den Sanften 
und den, der vor meinen Worten zittert?« ^ 

(53) Die ersten (Worte) {-\- pitv) dieses Buches {loyoo) 
sprachen wir über die Gnadengaben {yaQLöfia), die Gott nach 
{xara) seinem heiligen Willen den Menschen gibt, und (darüber), 
wie er die Art und Weise derer tadelt, die beginnen, Lügen zu 
reden, indem sie durch die fremden Geister (jtvevfia) bewegt werden, 
und (darüber), daß Gott oft {jtoÄ/Mxio) Böse (jüovtjqoo) weissagen 
{jtQocft]T8V8iv^ und Zeichen und Wunder tun läßt. (54) Jetzt nun 
führt uns die Rede (dazu), zur Hauptsache {xEfpaXaiov) des Ge- 
setzes der Kirche ilxxXrjöid) zu kommen, damit ihr, die ihr nach 
dem Befehle des Christus von uns zu Bischöfen (ejtloxoJtoo) be- 
stimmt seid, diese Ordnung {ra^iö) durch uns kennen lernt und 
alles ausführt nach (xara) dem Gebote {svroh'/), das uns gegeben 
ist, indem ihr wißt, daß, wer uns hört, den Christus hört und, 
wer den Christus hört, Gott den Vater hört. Diesem sei der 
Ruhm in Ewigkeit. Hamen. 

64 
Über die Bischöfe (ajilöxojtoo). 

(1) Es ziemt sich nun dem Bischöfe (sjttöxojtoo). daß er 
ordiniert (ysigoTovelv) wird, wie wir es alle zusammen zuerst am 
Anfang befohlen haben, indem er vorzüglich ist, heilig, auser- 
wählt in allen Dingen, indem das ganze Volk (Xaoo) ihn wählte. 

1) Je8 66 2. 

Texte u. Untersucbungeu. X. F. XI, ib. 2 



\^ Leipoldt: Saidische AuHzüge. 

(2) Wenn er aljer (de) ernannt (ovo/mC^iLi^) ist und gelallt, sollen 
das ganze Volk (?m6o), die Presbyter (jtQSOßvTtQoo) und die ge- 
ehrten Bischöfe {tjtiöxojioo) sich am li(trrn(xvQiax//)tiige ver- 
sammeln, und der größte von ihnen soll die Presbyter (jcQto- 
ßvTSQOö) und das ganze Volk {Zaoo) fragen: »Ist dies der Mann, 
den ihr für euch zum Herrscher {(xqxcov) begehrt (ahtlv) habt?« 

(3) Und wenn sie sagen: »Ja, er ist es wirklich«, (soj soll er sie 
wieder fragen: »Bezeugt ihr alle für ihn, dal.i er dieser großen, 
geehrten und heiligen Führer(?y/£,wcöi^)stellung würdig ist?« Und 
(weiter soll er sie fragen), ob er die Frömm(6i;(;fj/3?yö,)igkeit. die 
er gegen Gott hat, richtig vollbrachte {yMxoQdovv), und ob er 
die gerechte Sache (ölxaiov) gegen jedermann wahrte, und ob 
er sein Haus recht {xaXojo) verwaltete [olxopof^üv), und ob sein 
ganzes Leben (ßloo) gesund war, sodaß man ihn und auch (ovöt) 
seine Hausgenossen bei nichts betraf. (4) Und wenn sie alle 
zusammen bezeugen: »Er ist so«, der W^ahrheit gemäß {yMTCc), 
nicht nach (xara) Ansehen der Person, da Gott der Vater 
und sein einziger (fiovoysvrjo) Sohn Jesus der Christus unser 
Herr und der heilige Geist {jtvev^ia) über solche Dinge Richter 
[xQLTTjö) sind, (so) sollen sie noch das dritte Mal gefragt werden: 
»Ist er dieses großen, außerordentlichen Amtes {IsLTOvQyla) 
würdig?« damit durch den Mund von zwei oder [rj) drei Zeugen 
jedes Wort feststeht. (5) Und wenn sie zum dritten Male sagen: 
»Er ist würdig,« soll man von ihnen allen ihre Parolen {ovvü^rjf/a) 
nehmen. (6) Und wenn sie sie^ freudig (ge)geben (haben), soll es 
still und ruhig (rjövyja) werden, und einer von den größten Bischöfen 
(ejTiöxojtoö) soll zwei andere Bischöfe {kjcloxojcoo) mit sich 
nehmen, während alle anderen Bischöfe {sjcIöxojioo) am Altare 
(ßvötaörrjQLov) stehen und schweigend mit den Presbytern {jtQ^o- 
ßvTSQoö) beten, und (während) alle Diakonen (öidxovoo) die 
heiligen Evangelien [svayyaltop) ausgebreitet über den Kopf des 
zu Ordinierenden (yeiQoxovüv) halten; und der Bischof (ejtioxo- 
jtoo) soll über ihm zu Gott beten. 

(7) Und wenn er über ihm gebetet hat, soll einer von den 
Bischöfen {eniöxojtoö) das Opfer (d^vola) darbringen auf den 
Händen des zu Ordinierenden (xsiQOTOvelv), und die übrigen 
Bischöfe {Ijiiöxojtoo) sollen ihn auf den Stuhl (ß-Qovoo) setzen. 



1) Singular (die Parole). 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 19 

der ihm geziemt {jrQtJtet). Und wenn sie ihn mit dem Gruße 
idonaöuoo) im Herrn hegrußen {aOJtaCsöd-cu), sollen sie in den 
heiligen Evangelien (evcr/ythov) lesen. (8) Und wenn sie das 
Evangelium (evayytXiov) gelesen haben, soll der ordinierte (x^tQo- 
rovelv) Bischof {Ijtlöxojtoo) die ganze Gemeinde {8xyJ.?]öia) 
grüßen (döJid^eod^ai), indem er spricht: »Die Gnade {yaQio) 
unseres Herrn Jesus des Christus und die Liebe {dydjt?]) Gottes 
des Vaters und die Gemeinschaft (zoivmvia) des heiligen Geistes 
{ji:v8i\ua) (sei) mit euch allen«. (9) Und sie sollen alle antworten: 
»Auch mit deinem Geiste (jzrsvfia)«. (10) Und wenn er dies ge- 
sagt hat, soll er wiederum Trostworte zu dem Volke (Xaoö) 
sprechen. (11) Wenn er aber (öe) die Belehrung beendet hat, 
soll der Diakon (öcdxovoö) einen erhöhten Platz besteigen und 
ausrufen {x7]Qvöouv): »Kein Ungläubiger (ajitözoö) bleibe hier!« 

(12) Und wenn so der Bischof (ejrloxoJtoo) alle Gebete 
(evyf]) vollendet hat, die er zu tun hat, sei es {eize) für die 
Kranken und die übrigen, (so) soll der Diakon {öidxovoo) zu 
ihnen allen sprechen: »Küsset {dojtdC^soO^ac) einander mit einem 
heiligen Kusse.« (13) Und die Kleriker [xatiqlxoo) sollen den 
Bischof (tjiioxojtoo) küssen (dojtdCeo&at), und die männlichen 
Laien (Xa'ixoo) sollen einander küssen [döJidCsoS-at), und die 
Frauen wiederum sollen die^ Frauen küssen {dojidCsoO-ai). 
(14) Die Kinder sollen an der Kanzel (ßr/fia) stehen, und auch 
ein Diakon {öidxovoo) soll bei ihnen stehen, damit sie nicht 
miteinander ungezogen {ojtaTalav) sind. Und andere Diakonen 
{öidxovoö) sollen wiederum herumgehen^ indem sie auf die 
Männer und Frauen acht geben {jtaQaT7]Qeii>), damit keine Un- 
ordnung unter ihnen entsteht und damit nicht einer jemandem 
zunickt oder {?'/) schwatzt oder (rj) schläft. (15) Ein Subdiakon 
{v:i:oöidxovoö) soll an den Türen der Männer stehen; und andere 
Diakonen {öidxovoo) sollen an den Türen der Frauen stehen, 
damit niemand hinausgeht und die Türen nicht (ovöa) während 
des heiligen Opfers {jtQoo^ogd) geöflFnet werden, auch wenn (tcccv) 
ein Gläubiger (jtiöroo) vor der Türe steht. (16) Die Subdiakonen 
(v:ro(kdxovoö) aber (öt) sollen Wasser bringen, und die Priester 
sollen ihre Hände waschen zum Zeichen der Reinheit ihrer Seelen 
(tpvyrj), indem sie sie emporheben zu Gott dem Allmächtigen 
(jcamoxQdzoQ). 

(17) Und ein anderer Diakon {öidxovoo) soll ausrufen: 

2* 



2() Leipoldt: Sa'idische Auszüj^e. 

»Kein Katechumen (yMT/jyov/itvoo) bleibe hier! Keiner von denen, 
die nur das Wort hören, aber (öt) nicht teilhaben (xoivfovtlv) 
an den heiligen Sakramenten {{ivottiqlov)^ stehe hier! Kein 
Ungläubiger (äjnoroo) bleibe! Kein Ketzer {aiQhxixfjO) stehe 
heute mit uns hier! Ihr Mütter, nehmt eure Kinder! Keiner 
hege Unwillen gegen jemanden in seinem Herzen! Keiner stehe 
hier in Heucheln {vjiozqlvsiv) oder (//) in Heuchelei (vjcoxqioloY. 
Seid alle gerade gegen den Herrn Gott! Laßt uns stehen in 
Gottesfurcht und Zittern!« 

65 
(Das) Opfern {jtQ00(ptQi:Lv). 
(1) Wenn dies aber {6e) geschieht, sollen die Diakonen 
{öcaxovoö) dem Bischof (sjtlöxojtoö) die Gaben {öSqov) an den 
heiligen Altar (ß^vöiaOri^QLOv) bringen. Und die Presbyter {jiQto- 
ßvTSQOö) stehen zur rechten und zur linken des Bischofs {sjti- 
oxojtoö) in Ruhe (7)öv)(ici) wie Schüler {{lad-rjzfjö), die bei ihrem 
Lehrer stehen. (2) Auch zwei Diakonen {ötdzovoo) sollen zu 
beiden Seiten des Altars (d-vöiaOTrJQwv) stehen, mit feinen Fächern 
in ihren Händen, die aus feinen Stoffen hergestellt sind, oder (//) 
mit Pfauen(Tai;()oö [Tad5ö!])-Federn oder (?]) auch feinen Tü- 
chern {(paxiaQtov); und sie sollen die kleinen fliegenden Geschöpfe 
verjagen, daß sie nicht in den Kelch {jtorrjQiov) kommen. (3) Und 
so soll der Hohepriester (a()/t£()£?;ö) über dem Opfer {jtQoO(fOQa) 
beten, daß der heilige Geist [jcvsv^a) über dasselbe komme und 
das Brot (-}- n^v) zum Leibe {ömiia) des Christus mache, den 
Kelch {jioxrjQLov) aber iöi) zum Blute des Christus. (4j Und 
wenn er die Gebete (jtQOOsvxr/) vollendet, die er zu sprechen 
hat, (so) soll der Bischof (ejtioxojtoö) zuerst empfangen, nach ihm 
die Presbyter {jtQtößvxsQOo)^ nach ihnen die Diakonen {Öiaxovoo), 
und so auch alle Kleriker {xh]Qix6ö) gemäß {xaTo) (der) Ordnung 
{ra^iö); nach ihnen soll das ganze Volk {Xaoo) empfangen. 
(5) Während aber (df) der Bischof (ejriöxojtoo) gibt, soll er 
sprechen: »Dies ist der Leib {oco/xa) des Christus«. Und der 
Empfangende wiederum soll antworten: »Hamen«. (6) Ebenso 
(ofiolmö) soll aber {de) auch der Diakon (didxoroo), der den 
Kelch {jiorrjQLOv) gibt, sprechen: »Dies ist das Blut des Christus. 
Dies ist der Kelch {jüottjqlov) des Lebens«. Und der Empfan- 
gende wiederum soll sprechen: »Hamen«. (7) Und man soll Psalmen 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 21 

singen (ipd/.Xeiv), während gegeben wird, bis sie alle gefeiert 
{ovvaysiv) haben. (8) Wenn (otccv) sie aber (ös) alle empfangen 
haben, und wenn auch alle Frauen empfangen haben, und wenn 
der Sänger (tpdXrfjö) zu singen {ipd^-liiLv) aufhört, soll der Diakon 
{öidxovoö) ausrufen, indem er spricht: 

vWir empfingen alle von dem geehrten Leibe {acjfia) und 
Blute des Christus. Laßt uns ihm danken (evxccQiöTsli>), daß 
er uns würdig machte, an seinen heiligen, unsterblichen Sakra- 
menten {^uvOT7]QLOv) teilzuhaben {^eTtx^Lv)^ die zu den Himmeln 
gehören«. (9) Und darnach soll der Bischof {tJtlaxojcoö) beten, 
indem er dankt für die Speise des Leibes {omfia) und den Trank 
des Blutes des Christus. 

(10) Wenn er aber (6t) gebetet hat, soll der Diakon (6id- 
xovoö) sprechen: »Neigt euer Haupt (vor) dem Herrn, daß er 
euch segne«. Und wenn sie (den) Segen empfangen, soll der 
Diakon [öiaxovoö) zu ihnen sprechen: »Geht in Frieden (elQTjv?])«. 

(11) Die geringen Überreste aber (öt) sollen die Presbyter 
(jtQeoßvTSQOo) und die Diakonen (öidzopoo) einsammeln (ovöre?.- 
Miv), indem sie genau auf sie achten {jtQoöixtiv)^ damit nicht 
viel überschüssig ist, daß nicht ein sehr großes Gericht {xQt^a) 
über sie komme, wie über die Söhne Aarons und die Söhne 
Heieis, die der heilige Geist (jtvev^a) schlug (jtardöostv), weil 
sie sich nicht hüteten, das Opfer i&vöia) des Herrn zu ver- 
spotten: wieviel (jroöw) mehr {fiä?uov) (wird es) dann (über) 
die (kommen), die den Leib (ömfia) und das Blut des Herrn 
verachten {xara(pQ0VBlv)^ da sie denken, daß es nur eine leibliche 
{ocofiarixoö), nicht eine geistliche (jtvevfiarizoo) Speise (rQocpri) 
ist, die sie empfangen I 

(12) Dies aber (ös) befehlen wir euch, o (co) ihr Bischöfe 
(tJtlöxojüoo) und Presbyter (jtQeößvrsQOö) und Diakonen (öid- 
xoroö), über den lieiligen Dienst der Sakramente (fivotrjQiov). 

66 
Über die in Ordination ixtiQotovla) der Presbyter {jiqeö- 
ßvTSQOo) und Diakonen (öidxovoo). 
(1) Wenn du aber (6a), o {(h) Bischof (£jr/ö;cojroö), den Pres- 
byter (jtQeößvT8Qoö) ordinierst (xuqotovsZv), lege deine Hand auf 
sein Haupt, während alle Presbyter (jtQtößvreQoo) und Diakonen 
{6idxovoo) stehen, und bete und ordiniere (xsiQorovelv) ihn. 



22 Leipoldt: SaYdische Auszüj^e. 

(2) Auch den JJiakon (öiaxavoo) wirst du nach (xara) der- 
selben Bestimmung ordinieren {ytiijoTovüv). 

(3) Was aber {öl) die Subdiakonen (vjioÖLaxovoo) und die 
Lektoren (dvayvmorfjö) und die weiblichen Diakonen (diaxoroö) 
betrifft, (so) haben wir oben^ gesagt, daß sie nicht zu ordinieren- 
(XfiLQOTOVtlv) sind. 

67 
Über die Bekenner (o,Mo2o7?yr?Jöj. 
(1) Der Bekenner {pnoloyrixr]ö) wird nicht ordiniert {yja- 
qoTOvtlv)\ denn [ycnQ) dies ist Sache seines Entschlusses 
{yvoDiirj) und seiner Ausdauer {vjto[iovri). Er ist aber {öt} 
großer Ehre würdig, da (coo) er den Namen Gottes und 
seines Sohnes vor den Königen und den Heiden (Idvoo) 
bekannte (o^uoXoysip). (2) Wenn aber (öe) die Notwendigkeit 
(XQsla) eintritt, daß man ihn zum Bischof {sjtloxojioo) oder 
{?]) Presbyter (jrQsößvTeQOö) oder (/y) Diakon [ötdzovoö) macht, 
(so) soll mau ihn ordinieren {yeiQOTOvelv). (3) Wenn ein Bekenner 
{ofioloyrjTTjO), der nicht ordiniert (yeiQorovslv) ist, sich von selbst 
die Würde {d^lcotia) anmaßt wegen des Bekenntnisses (ofioÄoyia), 
(so) soll man ihn verdammen (xad-aLQelv) ; denn {yaQ) er ist keiner, 
da ißneLÖTj) er den Befehl des Christus verleugnete (aQvsloO'ai) 
und schlimmer als ein Ungläubiger (djnöroo) ward. 

68 
Über die Jungfrauen {jiaQÜ-tvoö). 

Eine Jungfrau {jiaQO-ivoö) darf nicht ordiniert w^erdeu 
{ytLQOTOvelv). Wir haben keinen Befehl des Herrn. Denn {yaQ) 
dieser Kampf {dycov) ist Sache ihres Entschlusses {jigoalgeötö) 
und besteht nicht wegen der Verachtung der Ehe {yd^oo). son- 
dern {dlXd) wegen der Muße zur Frömmigkeit. 

69 
Über die Witwen (yr/gcc). 

(1) Eine Witwe (XVQ^) soll nicht ordiniert (ystgorovstv) 
werden. Wenn es sich vielmehr (cc^Jm) um eine handelt, deren 



1) Verweis auf den zweiten Teil der can. eccles., die sog. Ägyptische 
Kirchenordnung (36. 35). Doch kommen in der Ag. Kirch. Diakonissen 
überhaupt nicht vor (vgl. aber Apost. Kirch. -Ordn. 24. 21). 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 23 

Gatte (schon) vor langer Zeit starb, und die vernünftig lebte, 
sodaß man keinen Vorwurf (ahia) gegen sie geltend machen 
konnte, und die für die (Angelegenheiten) ihres Hauses in rechter 
Weise (x«/.c5ö) sorgte wie Judith und Anna, die Ehrwürdigen 
{oeuvrj), so soll man sie in das Witwenhaus {x^iQty^ov) versetzen 
{raööELv). (2) Wenn aber {öt) ihr Gatte eben erst starb, so traut 
{jtiöTSveiv) ihr nicht; vielmehr {dX?M) soll sie durch die Zeit 
iXQOvoo) geprüft {doxifid^ei-v) werden: auch die Leidenschaften 
[jtdd~oö) werden mit dem Menschen alt, der ihnen in sich Platz 
gönnt, falls sie nicht mit einem harten Zügel (xaXivoo) gezügelt 
[ycO.LVOvv) werden. 

70 

Über die Exorcismen {e^oQxcöfioo). 

(1) Ein Exorcist (ii^OQxiOTi^o) wird nicht ordiniert (yeigo- 
Tovstv); denn (/«()) der Kampfpreis (eaOXov [sjtaO^.ov? äOXov?]) 
ist das (Verdienst) des entschlossenen (jigoaigsoio) Willens und 
der Gnade {xccqlo) Gottes und des Christus Jesus, wenu der 
heilige Geist (jtpevfia) im Menschen wohnt. Wer nämlich (/«(>) 
eine Heilungsgnade empfängt, wird durch Gottes Offenbarung 
kundgetan, indem die Gnade (x^Q^^) Grottes, die in ihm ist, alle 
Menschen erleuchtet. (2) Wenn nun die Notwendigkeit {yQÜa) 
eintritt, daß er Bischof isjtioxojtoö) oder (/}') Presbyter (jiQta- 
ßvTizQOö) oder [ri) Diakon (öidxovoö) wird, (so) soll er ordiniert 
[yHQOTOvelv) werden. 

71 

Darüber, von wieviel Bischöfen (J-jiiöyMJtoö) der Bischof 
(tjtloxojioö) zu ordinieren (xhqotoveIv) ist. 

(1) Der Bischof (ejtlöxojtoo) ist von drei oder (?}') zwei 
Bischöfen (ajcloxojtoo) zu ordinieren (x^iQorovslv). (2) Wenn 
aber (dt) (nur) ein Bischof (6jr/ö;i:ojroö) ihn ordiniert (x^iQOTovelv) 
hat, (so) soll man ihn verdammen {/Md^aiQelv). (3) Wenn aber {öt) 
einen die Notwendigkeit {dvdyxr}) trifft, daß er (nur) von einem 
ordiniert {xsiQOTOvelv) wird, weil sich nicht viele versammeln 
konnten wegen äußerer Verfolgung iöiojyfiod) oder {tj) einer 
anderen ähnlichen Ursache {alzla). so soll man von vielen 
anderen heiligen Bischöfen (tjtioxojtoö) Gutachten {iprjtpoo) 
empfangen, die ihm dies gestatten {IjtLXQtjtSiv). 



24 Leipoldt: .Saidische Auszüge. 

(4) Der Bischof {bjiloxojcoo) segnet, wird nicht gesegnet, 
ordiniert {xnQOTovilv)^ legt den Leuten die Hand auf, bringt 
Opfer {jtQ06(f)<)(ja) dar. Er empfängt von den Bischöfen tJti- 
oxojtoo) Segen (evloyia), aber {a)J,a} nicht von den Presbytern 
{jiQtößvrsQOö). (5) Der Bischof (tjriozoJtoO) verdammt (xaOaLQilv) 
alle Kleriker {kItjqlxoö)^ die der Verdammung (xafJ^aiQsW) würdig 
sind; aber (de) einen anderen Bischof (tjtioxojcoo) von seiner 
Art (zu verdammen), das kann er nicht allein tun. (6) Auch der 
Presbyter {jiQeößvxBQOö) segnet und empfängt Segen {tv/jr/la) 
von seinem Mit-Presbyter (jrgeößvzsQoo) und von dem Bischof 
{sjtlöxojtoö); und er wiederum spendet (Segen) seinem Mit-Pres- 
byter {jtQeößvTSQOO) und legt den Leuten die Hand auf; aber 
(dX^d) er ordiniert (xblqotovhv) nicht und verdammt {y.a&aiQ£li^) 
nicht (ovöb), (sondern) schließt (nur) seine Untergebenen aus. 
(7) Wenn aber {6t) einige bestraft {TificoQSlv) zu werden ver- 
dienen, so soll er (ihnen die Strafe) geben. (8) Der Diakon 
{öidxovoö) segnet nicht und spendet nicht (ovöt) Segen (av- 
Xoyia)\ er empfängt aber {dt) (Segen) von dem Presbyter {jtQsö- 
ßvTBQoö) und dem Bischof {sjtloxojtoö). Er tauft (ßajtTiC,eiv) 
nicht und bringt kein (ovöe) Opfer {jtQoOcpogd) dar. (9) Wenn 
aber (öi) der Bischof {sjtiöxojroo) oder (//) der Presbyter (jtQeo- 
ßvTSQOO) (ein Opfer) darbringt, (so) spendet der Diakon (ötd- 
xovoo) den Kelch {jrorrjQtov), nicht als (wo) Priester, sondern 
(dXXd) als (coo) Diener {ötaxovHv) der Priester. Es ist nicht 
{ovx) gestattet (sgaör^), daß einer von allen Klerikern (xXrjQixoo) 
die Arbeit des Diakons (ßidxovoö) verrichte. (10) Die weibliche 
öidxovoö aber {öi) segnet nicht und verrichtet keine {ovöi) von 
den Arbeiten, die die Presbyter {jtQSoßvregoo) und die Diakonen 
{öidxovoö) verrichten; vielmehr {dXld) hütet sie nur die Türen 
und dient {vjtrjQersiv) den Presbytern {jrQtoßvTSQOo), wenn sie 
die Frauen taufen {ßajtTLC^Hv)\ denn dies ziemt sich (jtQijtst). 
(11) Der Diakon {öidxovoo) schließt den Subdiakon {vjtoöid- 
xovoo), den Lektor {dvayvmOTr]ö), den Sänger {ipdlTrjö) und 
die weibliche öcdxovoo aus, wenn ihnen das gebührt, falls (ji/j- 
Tocye) kein Presbyter {jtgtößvreQoo) da ist. (12) Dem Sub- 
diakon (vjtoöidxovoö) ist nicht {ovx) gestattet (egeör/), einen 
Lektor {dvayvcoOrrjo), einen Sänger {ipdXrrjo), eine weibliche 
öidxovoö^ oder (ry) einen Laien {Xa'Cxoo) auszuschließen; denn 
{ydg) sie sind die Diener der Diakonen (ötdxovoo). 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 



2ö 



72 

Über die Erstlinge {ajiaQX^) und die Zehnten. 

(l) Alle Erstlinge {ajiaQyij) bringt man dem Bischof {tjii- 
oxojtoö) und den Presbytern {jtQeoßvTSQoo) und den Diakonen 
[öidxovoo), damit sie sie verzehren. (2) Aber (ös) auch alle 
Zehnten soll man bringen, damit auch die (übrigen) Kleriker 
{xh]Qix6o) und die Jungfrauen {jtaQd-evoo) und die Witwen 
(X'^Qct) und alle, die in Armut sind, sie verzehren; denn (/«(>) 
die Erstlinge {ajtaQxt]) gehören nur den Priestern und ihren 
Dienern {vji?jq£thi>). 

73 
Über die Überschüsse bei den Opfern (jiQ06g)0Qa), die 
man zur Zeit des Sakramentes {iivöttjqlov) nicht dar- 
brachte. 

(1) Die Gaben (evZoyia), die bei den Sakramenten ({ivaT7j- 
oiov) überschüssig sind, (d. h.) die man nicht darbrachte, sollen 
die Diakonen (öidxovoo) an den Klerus {xXrjooo) verteilen nach 
dem Beschlüsse {yvcQfiri) des Bischofs (ßjtiöxojtoö) und der 
Presbyter (jtQeOßvrsQOo). Und sie sollen vier Teile dem Bischof 
ikjtiöxojtoo) geben, drei dem Presbyter (jtQeößvTSQOö)^ zwei dem 
Diakon (didxovoö). (2) Den anderen aber (de), d. h. den Sub- 
diakonen (vjtodidxovoo) und den Lektoren (dvayv(DöT7jo) und 
den Sängern {if'dXTrjO) und den weiblichen Diakonen (öidxovoo), 
sollen sie je einen Teil geben. Denn (/«()) dies ist gut und vor 
Gott angenehm, daß jeder nach (xard) seiner Würde (d^lco^ua) 
geehrt (Tifiäv) werde. Die Kirche (sxxXrjola) ist keine un- 
geordnete, sondern {d?JM) eine wohl geordnete (rd^io) Schule. 

74 

Über die, die herzugekommen sind, um an den heiligen 
Sakramenten {hvötijqlov) teilzunehmen {^nerixetv). 

(1) Die aber (dt), die herzukommen, um an den Sakramenten 
{ livöxriQLov) der Frömmigkeit teilzunehmen {fisrex^Lv), sollen 
aber (öe)^'^^ zuerst seitens der Diakonen (öidxovoo) (zu) dem 
Bischof (sjtloxojtoo) oder (rj) den Presbytern (jiQeoßvTiQOO) 
gebracht werden. Und sie sollen gefragt werden : »Aus welchem 



2() Leipoldt: Sa'idische Auszüge. 

Aulal.s (alrla) und weswegen kamt ihr herzu zu den Worten 
des Herrn?« (2) Die aber (öt), die sie herzubringen, sollen für 
sie zeugen, nachdem sie ihre Verhältnisse genau erforschten. 

75 

Über die Fertigkeiten (riyyri) und Handwerke. 

(1) Man soll ihr Leben (ßloo) genau untersuchen, ob sie 
Sklaven oder ob sie Freie {hXtvdsQoo) sind. (2j Und wenn es 
ein Sklave ist, (so) soll man seinen Herrn fragen, ob er für ihn 
zeugt. Wenn er aber {öi) nicht für ihn zeugt, soll man ihn 
ausstoßen, bis er würdig ist, daß sein Herr für ihn zeugt. 

(3) Wenn er aber (6e) nicht für ihn zeugt, soll man ihn nicht 
aufnehmen. Und wenn er für ihn zeugt, soll man ihn aufnehmen. 

(4) Wenn er aber {öe) der Sklave eines Heiden (ed-vizoo) ist, 
soll man ihn belehren, daß er seinem Herrn gefalle, damit man 
das Wort nicht lästere. (5) Wenn es aber (öe) ein Mann ist, der 
eine Frau hat, oder (^') eine Frau, die einen Mann hat, soll man 
sie belehren, daß sie sich begnügen. (6) Wenn sie aber (de) 
noch unverheiratet (yafioo) sind, soll man sie anweisen, nicht 
zu huren [jcoqpsvsiv), sondern (a^.Xd) sich nach (yMzd) dem 
Gesetze (vo^oo) zu verheiraten (ydfioo). (7) Und wenn sein 
Herr ein Gläubiger (jilOtoö) ist, der weiß, daß er hurt (jtoq- 
vsvetv), und ihm (dennoch) keine Frau gibt, oder (/}') auch seiner 
Sklavin keinen Mann gibt, (so) soll jener Herr ausgeschlossen 
werden. (8) Wenn es aber (öe) einer ist^ der einen bösen Geist 
{öatfioviov) hat, (so) soll man ihn wohl (fisv) die Frömm(£i;(j£/??}ö)ig- 
keit lehren, ihn aber (ös) nicht aufnehmen zur Teilnahme {xot- 
vmvBlv) an den Sakramenten (fivöTrjQtov)^ wenn er nicht (slfirjzi) 
zuvor rein wird. Wenn aber (öe) der Tod ihm droht {ejidyaiv), 
soll man ihn aufnehmen. (9) Wenn es ein Kuppler [jioqvo- 
ßoöxoö) ist, soll er entweder (rj) mit seinem bösen Treiben auf- 
hören, oder (r/) ausgestoßen werden. (10) Wenn eine Hure 
{jioQVTj) herzukommt, soll sie entweder (/}') aufhören, oder (?}) 
ausgestoßen werden. (11) Wenn einer, der Götzenbilder {u- 
öcoXov) anfertigt, herzukommt, soll er entweder (/y) aufhören, 
oder {rf) ausgestoßen werden. (12) Wenn ein Mann oder (?/) 
eine Frau, die im Theater {dtarQov) (beschäftigt) ist, herzukommt 
oder [rj) ein Rosselenker {tjvloxoö) oder ein Gladiator {novoiidyoö) 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 27 

oder ('/;) einer, der im Stadium {ordöiov) läuft, oder (//) ein 
Staatssklave {öfjftooioo), der beim Gladiatorenspiele (fiovofiayjov) 
(beschäftigt) ist, oder (?;) ein Olympier [oXvfjjnaxoo) oder (?}') 
ein Cborpfeifer (xoQavXrjO) oder (?}') ein Zithersänger (x£^a(>o)do(j) 
oder (/}') der, der die Lyra (Xvqo) spielt^, oder (?}') ein Tänzer 
{oQyjjör/jö) oder (/}') ein Schenkwirt {TcaJirjXoö)^ (so) sollen sie 
entweder (/}') aufhören, oder (/}') ausgestoßen werden. (13) Wenn 
ein Soldat herzukommt, soll man ilm belehren, daß er nicht 
Gewalt übe und niemanden [ovöt] beschimpfe; man soll ihn aber 
[öt] (auch) belehren, daß er sich mit seinen Löhnungen {o'ipmvLOv) 
begnüge, die ihm gegeben werden; wenn er aber [öt] gehorcht 
{jtei^aöd-cu), soll er aufgenommen werden; wenn er aber (öt) 
widerspricht (dvTi^Jysiv), soll er ausgestoßen werden. (14) Einer, 
der den Greuel begeht, d. h. einer, der den Männern beischläft, 
oder (y) ein Ruhmrediger oder (?y) ein Zauberer {fidyoö) oder (?y) 
ein Aufwiegler {oraoiaörrjo) oder {?}) ein Sprecher ^ oder (rj) 
ein Sterndeuter (dotQoZoyoo), d. h. ein Stundensetzer, oder (//) 
ein Seher oder (^') einer, der die Schlangen bespricht, oder (?/) 
einer, der Amulette {(pvZaxri^Qiov) verfertigt, oder (/}') einer, der 
das böse Auge bespricht, oder (^') einer, der den Vögeln Zeichen 
entnimmt, oder (rj) der, der überallher (?) Zeichen entnimmt, oder 
einer, der die Bewegung der Glieder (jitXoö) auflöst^, wenn sie 
springen \, oder (//) der, der sich hütet, einem Blinden oder 
Lahmen zu begegnen, oder (/}') der, der Vögel beobachtet {jiaQa- 
TTjQtip), wenn sie rufen, oder (/y) Katzen {ya?.rj), oder (^') der, 
der auf die Worte achtet, die die Menschen reden, damit sie 
ihnen '' zu Zeichen würden — solche Leute soll man eine Zeit 
(ygopoo) lang^ prüfen (öoxifid^aiv); denn (/«()) die Bosheit 
(xccxia) ist sehr schwer abzuwaschen. W^enn (+ f/sv) sie auf- 
hören, dies zu tun, sollen sie aufgenommen werden. Wenn sie 
aber (ös) nicht gehorchen (jteli^eo&af), sollen sie ausgestoßen 
werden. (15) Die Konkubine (jiaXXaxrj) eines Ungläubigen 
(djciöToo) soll, wenn (-f fiav) sie seine Sklavin ist und ihm' 
(allein) zur Verfügung steht {oxoXd^eiv), aufgenommen werden; 



1) Oder auch: »der zur Lyra {?.vQa) singt^. 

2) Nämlich von Zauberformeln. 

3) D. h. enträtselt, deutet. 4) D. h. sich rasch bewegen? 

5) Wohl verschrieben für »ihm«. (5) Wörtlich: '>in der Zeit (yQovoa)' 



2S Leipoldt: Saidische Auszüge. 

wenn sie sich aber (dt) mit anderen befleckt hat, soll sie aus- 
gestolk'n werden. (IG) Ein Gläubiger (jctoroo) aber (öt), der 
eine Konkubine [jtallax'ti) hat, soll, wenn ( f wfcV) es eine 
Sklavin ist, sie ausstoßen und sich nach {Tcara) dem Gesetze 
(voiwö) verheiraten. Wenn es eine Freie ist, soll er sie ehe- 
lichen. Wenn er aber {6t) nicht will, soll er ausgestoßen werden. 
(17) Einer, der den Sitten der Heiden (ef^voo) folgt oder (tj) den 
Fabelreden der Juden, soll entweder (rj) aufhören, oder (rj) aus- 
gestoßen werden. (18) Einer, der toll ist, indem er im Theater 
iß^taTQov) oder (^') (bei) der Jagd (xvvriyiov) oder (//) bei den 
Pferderennen [IjtJiLxoo) oder (?/) bei den Wettkärapfen [aycov) 
zuschaut (dscoQetp), soll entweder (rj) aufhören, oder (//) aus- 
gestoßen werden. (19) Wer bestimmt ist, Katechumen (xaTtj- 
Xoviisroö) zu sein, soll drei Jahre unterrichtet {yMd^riYüod-at) 
werden. Wenn es aber (ßs) ein Eifriger iöJüovöaloo) ist, der 
gern bei der Sache ist, soll er ohne Zögern aufgenommen werden; 
denn (/«()) nicht die Zeit (xQovoo) wird beurteilt (xqlvscp). sondern 
(dXXa) der Charakter {tqojioo). (20) Wenn aber (6e) der Lehrer 
ein Laie {Xa'Cxoö) ist, der im Worte unterrichtet (jtaiöevsiv) ist 
und ehrwürdig {öepLvoö) in seinem Charakter {tqojioo) ist, (so) 
soll er lehren; »denn (/«()) sie werden alle durch Gott Belehrte 
sein« spricht der Prophet (jr()09:?yr/^ö)^. (21) Alle gläubigen IMänner 
(jciOroö) oder (/y) Frauen (jtiorrj) aber (ös) sollen, wenn sie sich 
am Morgen vom Schlafe erheben, ihre Hände waschen und beten, 
bevor sie irgend etwas arbeiten. (22) Wenn aber (6e) die Be- 
lehrung (yMO-tjyrjOtö) "^ im Worte (abgehalten ) wird, soll man 
das Wort der ¥Y'ömm(svö£ßr/ö)igkeit allem vorziehen. (23) Alle 
gläubigen Männer (jücOtoö) oder {?]) Frauen (jtiöT?/) sollen aber 
{öt) in Milde auf ihre Sklaven achten {jigoo^xBiv). wie (TcaTa) 
wir es euch hinten ^ befohlen und sie ^^^ so in den Briefen [hjci- 
öroXij)^ gelehrt haben. 

(24) Die Sklaven sollen fünf Tage arbeiten; am Sabbat 
(oaßßarov) aber (ös) und am Herrntag (xvQiax?/) sollen sie ruhen 
für die Kirche [sy.x}.riöia\ damit sie über die Frömm(£i;(7f /5/yö)igkeit 
der Frömmigkeit (!) belehrt werden: am Sabbat {oaßßarov, +,w£V), 



1) Jes 54 13. 

2) Ka&r/yfjOLO und }cazi]'/7]0L0 wird im Saidischen oft verwechselt. 
8) Unten § 24—31. '4) Kol 4 1. 



Der dritte Teil der canoiies ecclesiastici. B. Übersetzung. 29 

weil der Herr sich an ihm ausruhte, als er die ganze Schöpfung 
vollendete; am Herrntag {xv{nayJi) aber (dV), weil es der Tag 
der Auferstehung [avaöxaöLa) des Herrn ist. (25) Aber ((j^) 
auch in der Woche (tßöotiao) des großen Paskha und in der 
auf sie folgenden (Woche), d. h. (am) Feste, sollen sie nicht 
arbeiten: in der einen (-f uev) (nicht), weil in ihr der Herr ge- 
kreuzigt {öTcwQOVv) wurde, in der anderen aber (öt) (nicht), weil 
er in ihr von den Toten auferstand. Denn (/«(>) es ist not- 
wendig (x(>f/«', daß sie durch die Belehrung erfahren, wer starb 
und auferstand. (26) Aber (öt) auch am Himmelfahrtsfeste {dvd- 
/.f/uxpcö) sollen sie nicht arbeiten, weil an jenem Tage die Ver- 
anstaltung (olxovofxia) des Herrn vollendet wurde. (27) Auch 
am Pfingstfeste (jtevT7/xoöT/j) sollen sie nicht (ovöt) arbeiten 
wegen der Gegenwart {jcagovola) des heiligen Geistes {jtv£Vfia\ 
die über uns, die Apostel {djtooroloo^, kam und über jeden, 
der an den Christus glaubt {jtcörsvstv). (28) Auch am Geburts- 
tage des Christus sollen sie nicht arbeiten wegen der Gnade 
(xagto), die an jenem Tage plötzlich den Menschen gegeben 
ward, als uns Gott, der Logos (Xoyoo) des Vaters, von der hei- 
ligen Gottesmutter (d^soroxoo) Maria, der Jungfrau {jtaQd-evoo), 
geboren wurde zum Heile des ganzen Geschlechtes (ytvoö) der 
Menschen. (29) Aber (öt) auch am Feste der Taufe sollen sie 
nicht arbeiten; denn {"/dg) an jenem Tage ist die Gottheit des 
Christus offenbar geworden: der Vater zeugte für ihn über(I} der 
Taufe ißdjtriOfia), und der heilige Geist (jtvsv^ua) kam auf ihn 
herab in Taubengestalt, und der ward offenbar, für den gezeugt 
wurde denen, die (dort) standen: »Dies ist der wahre Gott und 
wirklich Gottes Sohn.« (30) An den Tagen der Apostel {djio- 
öTO/oö) sollen sie nicht arbeiten; denn (/«()) sie wurden euch 
Lehrer zum Christus hin und machten euch würdig, an der Gabe 
[dcoQed) des heiligen Geistes (jtvevfia) teilzunehmen ifisxtxtcv). 
(31) Am Tage Stephanos', des Märtyrers (f/dQrvo) und Archi- 
diakons (aQyiöidxovoo), und auch der (anderen) heiligen Märtyrer 
(fiaQTVo) sollen sie nicht arbeiten: sie liebten den Christus mehr 
als ihr eigenes Leben. 

(32) Wenn ihr aber (dt) am Morgen aufsteht, (so) betet. 
Betet auch zur dritten Stunde und zur sechsten und zur neunten 
und abends und wenn der Hahn (d/.txTcoQ) kräht. (33) Zur Zeit 
(-f fiiv) des Lichtes, weil der Herr uns erleuchtete und die 



30 Lcipoldt: Saidische Auszüge. 

Nacht vorübergehen ließ und uns das Licht des Tages brachte. 
(34) Zur dritten Stunde aber (dtj, weil Pilatos zu jener Zeit (dasj 
Urteil {aJüorpaOio) gegen den Herrn (ab)gab. (35j Zur sechsten 
Stunde aber (öt), weil in jener Stunde der Christus gekreuzigt 
(öTavQOVv) wurde; und als man seine Seite durchbohrt hatte, 
kam Blut und Wasser heraus. (36) Aber {dt) auch zur neunten 
Stunde, weil, als der Herr gekreuzigt (oxavQovv) worden war, 
sich die ganze Erde bewegte, da sie zitterten ^^^ ygr der Frech- 
heit {rol^irjQLa) der gottlosen Juden und nicht sehen mochten, 
wie man ihren Herrn verspottete. (37) Am Abend aber idt), 
indem ihr dankt, daß er euch die Nacht als Ruhe von den Mühen 
des Tages gab. (38) Wenn aber (öt) der Hahn (altxrojQ) kräht, 
sollt ihr beten, weil euch in jener Stunde die Ankunft (jtaQovola) 
des Tages verkündet wird; und ihr sollt zu den Werken des 
Lichtes eilen und sie verrichten. (39) Wenn ihr wegen der Un- 
gläubigen (ajnöroo) nicht zur Kirche {txxZ7]6ia) gehen könnt, 
sollst aber (öt)^^^ du, o (o3) Bischof {sjtlöxojtoö), die Versamm- 
lungen (övva^cö) in deinem Hause abhalten, damit sich nicht 
die Frommen mit den Gottlosen (doeßrjö) versammeln. Denn 
(yaQ) nicht der Ort {zojtoo) reinigt den Menschen; sondern 
(a?JM) der Mensch reinigt den Ort (rojroö). (40) Wenn die 
Gottlosen (do£ß?jo) den Ort {tojcoo) besetzt halten, so fliehe von 
ihm, weil sie ihn befleckten. Denn {ydg) wie die heiligen Men- 
schen den Ort (tojcoö) reinigen, so wiederum beflecken ihn die 
unheiligen. (41) Wenn es unmöglich ist, daß man sich ver- 
sammelt, sei es (etre) im Hause oder (drs) in der Kirche (ßz- 
xhjöla), (so) soll jeder für sich singen (ipdXlsLv), lesen und 
beten, oder {ji) auch indem zwei oder (?}') drei beisammen sind; 
denn (/«(>) er sprach: »Dort, wo zwei oder (^') drei in meinem 
Namen versammelt sind, bin ich mit ihnen in ihrer Mitte. '« 
(42) Kein Gläubiger {jicötoö) soll in den KateGhumenen(xßr?//ot;- 
,w£i'Oö)häusern beten; denn (jag) es ist nicht recht {ölxawv), 
daß der, der an den heiligen Sakramenten {(Ivöt7]qlov) teilnimmt 
(xoLvcovHv), Gemeinschaft hat mit denen, die nicht teilnehmen 
(xoLvcovüv). (43) Auch soll der Fromme nicht (ovöi^) im Ketzer- 
(ßt()£r£;coö)hause beten; denn (/«()) welches ist die Gemeinschaft 
{xoLvmvia) des Lichtes mit der Finsternis? oder (^') welches der 

1) Mt 18 20. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. ß. Übersetzung. 31 

Anteil {^isgio) des Christus an Belear? (44) Wenn ein Gläubiger 
{jnöTOo) oder (/}') eine Gläubige {jtcöt?}) eine Sklavin (oder einen 
Sklaven) ehelicht, sollen sie entweder (/}') sich trennen, oder (//) 
aus der Kirche {ßxxh]Cna) ausgestoßen werden. 

76 
Darüber, welche Tage man wegen der Entschlafenen 

feiern soll. 

(1) Man soll den dritten (Tag nach dem Tode) der Ent- 
schlafenen mit Psalmen (ipccZfioo) und Gebeten feiern, desset- 
wegen, der nach drei Tagen von den Toten auferstand. Und 
man soll ihren siebenten (Tag) feiern, indem man der Lebenden 
und der Entschlafenen gedenkt. (2) Man soll aber (de) auch 
ihren Monat feiern nach(?) dem alten {aQxaloö) Vorbild {tvjioo)\ 
denn (/«()) so trauerte das Volk {Xaoö) um Moyses. Und man 
soll ihr Jahr feiern zum Zeichen ihres Gedächtnisses, indem man 
von dem Besitze {vjiaQXovra) des Toten den Armen gibt und 
an ihn gedenkt. 

(3) Dies sagen wir aber {öt) nur wegen der Frommen. Was 
aber ißt) die Gottlosen {dosßi^ö) betrifft, (so) wirst du ihnen 
nichts nützen [cocpelelv), auch wenn (xav) du alles in der Welt 
(xoo/ioo) für sie den Armen gibst. Denn {yag) welchen Gott 
in dieser Welt (xoöfioo) feind ist, denen wird er auch feind 
bleiben, nachdem sie diese Welt (xoOfioo) verlassen haben. Denn 
(/«()) »es ist keine Gewalt bei ihm^: der Herr ist gerecht {öl- 
y.cuoo); er liebte die Gerechtigkeit {öcxaioövvr])^^/^ Und ferner: 
»Siehe, der Mensch und sein Werk«.^ 

(4) Wenn man euch aber (öe) an ihren Tagen einladet, (so) 
eßt mit Anstand und Gottesfurcht, als ob (a5ö) es euch möglich 
wäre, für die einzutreten (jtQsoß&vecv), die sich aus dieser Welt 
{xooiwö) wegwandten. (5) Ihr seid Presbyter {jcQsoßvreQoo) 
und Diakonen {öiazovoö) des Christus. Also (ovv) seid ihr ver- 
pflichtet, allezeit nüchtern zu sein {vr/rptiv) für euch allein und 
für andere, damit ihr diese Törichten belehren könnt. Denn 
(/«()) die Schrift {ygcccp/j) sagt: »Zornig sind diese Großen; sie 
sollen nicht Wein trinken, damit sie nicht {firjjüotfi) trinken und 

1) Ps 91 16 LXX. 2) Ps 10 7 LXX. 3) ? 



32 Leipoklt: Saidischo Auszüge. 

die Weisheit iOocpiaj vergessen und nicht (mehr) recht urteilen 
{xQlvbiv) können«. ^ (6; Sind nun nicht (ovjcovvj — nach Gott 
dem Allmächtigen {jtavroxitaxoQ) und seinem geliebten Sohne 
Jesus dem Christus und dem heiligen Geiste (jtvivfid) — die 
Bischöfe {IjtioxoJioö) und die Presbyter {jiQtaßvTtQOO) die Grolien 
der Kirche {txxXrjOla)? (7) Wir sagen dies aber (Ötj nicht, 
indem wir sie hindern {xcolveiv), zu trinken; denn (yari; wir 
können nicht verachten, was Gott zur Freude (fiVcpQoovi^r/ der 
Menschen erschuf. Vielmehr («//«) befehlen wir, daß man nicht 
trinke und trunken werde. Denn (/«(>) die Schrift {yQacpf/j sagte 
nicht, man solle überhaupt keinen Wein trinken. Was sagt sie 
vielmehr {d?.Xa)? »Trinke nicht Wein« sagt sie »bis zur Trunken- 
heit«. ^ Und ferner: »Die Dornen wachsen auf den Händen des 
Trunkenen«.^ (8) Dies aber {öi) sagen wir nicht nur wegen der 
Kleriker {tc^.tjqlxoo), sondern («22«) auch wegen der christlichen 
(XQiOTiavoö) Laien {Xa'Cxoo), über denen der Name des Christus 
Jesus, unseres Herrn, gesprochen ist. Denn (/«()) auch dies 
ward ihretwegen gesagt: »Wer wird Wehe (oval) haben? und 
wer Unordnung? und wer Streitigkeiten? und wer böses Ge- 
schwätz {^ioxfj) und erfolglose Kämpfe? Oder (//) w^er hat 
dunkle Augen? Nicht (firj^ die, die lange beim Weine sitzen 
und forschen, wo die Trinkorte sind?« ^ 



77 

Über die, die des Glaubens {morto) wegen verfolgt {ölcj- 

X8iv) werden und die zusammen von Stadt {jcoZco) zu 

Stadt {jtoXiö) fliehen des Glaubens {jrlöriö) wegen, daß 

{ojöTS) man ihnen zusammen helfe {ßorjO^elv). 

(1) Nehmt die bei euch auf, die man des Glaubens [jtlöTio) 
wegen verfolgt (öicoxeiv) und denen man von Stadt (jtoXio) zu 
Stadt {jtoho) nacheilt, wegen des Gedächtnisses an die Worte 
des Herrn. Sie wissen (-j- fiev), daß der Geist {jivev^a, -\- fitv) 
eifrig ist, das Fleisch (öa(>g) aber (öe) schwach (doO-svr/o); des- 
halb fliehen sie und nehmen den Verlust ihres Besitzes {vjtdfß- 
Xovta) auf sich, um für sich den Namen des Christus zu bewahren, 

1) Spr 31 4f. 2) Hag 1 6. 3) Spr 26 9. 4) Spr 23 29 f. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 33 

ohne ihn zu verleugnen iaQvelo&ai), (2) Helft {ßotjO^elv) ihnen 
und gebt ihnen das Nötige (xQ^^^^i ^^^ i^^ ^^s Gebot {evroh)) 
des Herrn erfüllt. 

78 
(1) Dies aber {öi) befehlen (jiaQayyeyiZsiv) wir euch allen 
zusammen: jeder bleibe in der Stellung (rag^ö), die ihm gegeben 
ward; und überschreitet nicht das Maß und die Grenzen, die euch 
gesetzt wurden; denn (yao) sie sind nicht von uns, sondern {aX?M) 
von Gott. (2) Denn {ydg) der Herr sagt: »Wer euch hört, hört mich ; 
und wer euch verwirft (dO-srelv), verwirft [ad-erelv) mich. Wer 
aber {öi) mich verwirft {dO^erelv)^ verwirft {dd-exelv) den, der 
mich sandte« ^. (3) Denn (/«()) wenn die leblosen («?pi;;^oa) (Dinge), 
die er schuf, ihre Stellung {ra^tö) vollständig bewahren, nämlich 
die Nacht und der Tag, die Sonne und der Mond, die Sterne, 
die Tierkreisbilder (öroixslov), die Sonnenwenden {tqojitj), d. h. 
die Wechsel der Zeiten, die Monate, die Wochen {tßöofidö), die 
Stunden, und dem Zwecke (xQ^icc) dienstbar sind, zu dem er sie 
bestimmte, wie (xard) er sagte: »Er setzte ihnen eine Grenze, 
die sie nicht überschreiten können«'^; er sagt ferner über das 
Meer (O-dXaöOa): »Ich setzte ihm eine Grenze; ich machte aber 
(öe) Riegel an seine Öffnung und Tore [jtvlrj)-^ ich sprach aber 
[ös) zu ihm: Bis zu dieser Stelle sollst du reichen und sie nicht 
überschreiten« -^ — (4) wenn nun (ovv) die Elemente {öroLxelov) 
die Grenzen nicht verlassen, die ^ Gott, der Schöpfer (örjfiiovQyoo) 
des Alls, ihnen bestimmte (oQiC^scp)^ (so) ziemt es euch (noch) 
viel {jio?.v) mehr {^f/äXlov}, nicht zu wagen (rolfjäv), etwas von 
dem zu bewegen, das Gott nach (xard) seinem heiligen Willen 
euch bestimmte (^oglCstv). (5) Viele hielten dies ja {IjteLÖrf) für 
nichts, die Stellungen ird^Lö) in Verwirrung zu bringen und zu 
wagen (roXfiäv), die Bestimmung {xscQOTOvla) zu ändern, für 
die ein jeder bestimmt {xeLQoxovElv) ward: sie eignen sich allein 
Würden {d^lojfia) an, die man ihnen nicht gab, und gestatten 
{ejtiTQbJiuv) sich selbst in tyrannischer {tvQavvoo) Weise, anderen 
das zu schenken (xaQlC,€Od^ai\ worüber sie keine (rechtmäßige) 
Gewalt {e^ovöla) haben. Deshalb erzürnen sie Gott wie die 
Söhne des Köre und der König Osias, die sich allein, ohne 

1) Luk 1016. 2) Ps 103 9 LXX. 3) Hiob 38iof. 

4) Konjektur de Lagardes. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, ib. 3 



34 Fieipoldt: Saidi«che Auszüge. 

{r/oy/io) Gott, das Hohepriester(«(>;<^6(>fci;ö)tura aneigneten. ^0) Des- 
halb wurden jene ^+ ntv) in Feuer verbrannt; dieser dagegen {-\- Öt) 
ward unrein an seiner Stirn. (7) Sie erzürnen auch den Christus 
Jesus, der befahl, daß dies so geschehen solle, (S; und betrüben 
[Xvji(:lv) den heiligen Geist {jtpevfia), da sie sein Zeugnis ver- 
werfen (dd-srelv). (9) Wir kennen jetzt also wirklich die Gefahr 
{xlvövvoo), die denen droht, die solche Dinge tun, und die Gering- 
schätzung {dfieUa)y die man den Opfern {d^vöia) und Dank- 
sagungen {evxaQiöTld) entgegenbringt, wenn (prav) sie von denen 
dargebracht werden, denen es nicht zukommt, da sie von der 
Würde des Hohenpriester(a(>;f«6()6t;ö)tums — die Tdoch dem wahr- 
haft großen Hohenpriester {aQXicQEvo) Jesus dem Christus, 
unserem Könige, gleicht — denken, sie sei ein Spiel. (10) Des- 
halb bewog uns die Notwendigkeit {avdyy.r]), euch dies zu raten 
{övfißovXsvsLv)] denn (/«(>) von jetzt an kehrten sich einige ab 
hinter ihrer Eitelkeit. (11) Wir sagen aber (de): Moyses, der 
Knecht Gottes, mit dem Gott von Angesicht zu Angesicht redete 
wie einer^ der mit seinem Freunde redet, zu dem er sagte: »Ich 
kenne dich mehr als {jtaQcc) alle« ^, mit dem er von Mund zu 
Mund redete, durch sein Ebenbild und nicht durch ein Gleichnis, 
(auch) nicht durch Zeichen und Träume oder (rj) Engel («//£- 
Aoö) oder (tJ) Rätsel {alviy^m) — dieser (+ iiiv) bestimmte 

oQL^eip) zu der Zeit, da er das Gesetz (vofiod) des Herrn ein- 
schärfte, was (-f- ,W£V) durch die Priester geschehen sollte, welches 
(-f* öe) ferner die Werke der Leviten wären, indem er aussuchte, 
was jedem ziemte {jiq^jih) und seinem Dienst {XeLxovQyla) ent- 
sprach. (12) Und was den Hohenpriestern {aQXi^^Q^vo) zu tun 
befohlen wurde, dazu durften, bestimmte das Gesetz (vofioo), 
die Priester nicht herzukommen; was den Priestern bestimmt 
(oQiCsLv) ward, dem kommen die Leviten nicht nahe: vielmehr 
■alXa) hüteten sich alle, den Dienst zu verlassen, den sie em- 
pfingen. (13) Wenn einer versucht {sjiixstQstv^^ die Überlieferung 

JTaQdöoOio) zu verlassen, die ihm gegeben ward, (so) ist der 
Tod seine Strafe {sjtiti^uLa). (14) Dies ward aber {de) (noch) 
klarer durch das, was dem Saul geschah. Als dieser nämlich 

7«()) (daran) gedacht hatte, ohne den Propheten {jrQocprjTfjo) 
und Hohenpriester (aQXf^sQ^vo) Samuel ein Opfer {d^vota) darzu- 

1) Ex 33 17. 



Der dritte Teil der canones ecclesiastici. B. Übersetzung. 35 

bringen, brachte er selbst eine große Sünde und einen ewigen Fluch 
über sich; aber (dXyid) der Prophet (jtQocprjrrjo) schonte ihn auch 
nicht (ovös) wegen der Salbung, die er an ihm vollzogen hatte. 
{Xo) Gott zeigte uns ferner durch eine große, offenbare Tatsache 
das, was dem Ozias geschah: er zögerte nicht, sich wegen des 
Vergehens {jtaQavofua) an ihm zu rächen, das er beging, indem er 
ihn auch des Königreichs beraubte wegen des Hohenpriester (a();ffi- 
()£t'ö)tums, das er begehrte [ajtc&^vfjstv). (16) Es wird aber (öe) 
auch geschehen. Ihr wißt, was bestimmt ward; denn (/«()) ihr 
wißt, daß wir einige (+ fiev) zu Bischöfen {sjtloxojtoo) ernannten, 
andere aber {ös) zu Presbytern (jtQsoßvrsQOO), und einige zu Dia- 
konen {ötdxovoo), durch Gebet und Handauflegen, indem wir 
ihnen die Verschiedenheit der W^erke durch die Verschiedenheit 
der Namen klar machten. (17) Denn (/«()) vor uns (-{- fiev) kann 
keiner, der unsere Hand füllen will, das von uns empfangen, was 
er will, nach Art der Priester der Kälber, die Hieroboam schuf 
und die verspottet und verachtet sind bei Gott und den Menschen. 
(18) Denn (yccg) wenn es kein Gesetz {vofioö) gäbe und keinen 
Unterschied von Stellung(en) [rd^io), würde es genügen, daß das 
All durch einen Namen vollendet würde. Aber {dXXd) als uns 
durch den Herrn die Aufeinanderfolge (dxoXovi^la) der Dinge 
klar gemacht worden war, wiesen wir den Bischöfen {sjtloxojroo, 
-\- jisv) das Hohepriester (a()/££()£t;ö) tum zu, den Presbytern {jiqsC- 
ßvTSQoa) dagegen die (Aufgaben) des Priestertums, den Diakonen 
{öicr/covoo) aber (öe) wiederum den Dienst {öiaxavia) für sie beide, 
damit die Werke des Dienstes rein vollendet würden. (19) Denn 
(/«(>) einem Diakon {ötdxovoö) ziemt es nicht {ovöi), ein Opfer 
iß^vola) darzubringen oder (?/) zu taufen {ßajtrl^eiv) oder (^') einem 
Kleinen oder (r/) Großen Segen (evXoyla) zu spenden; und ein 
Presbyter {jtQsößvTeQoö) soll nicht (ovöt) ordinieren (x^lqo- 
Tovelv); denn (yccQ) es ist nicht recht {dixaLOv), die Stellungen 
[rd^io] umzukehren — Gott ist ja (/«()) nicht der (Gott) der 
Unordnung — , damit nicht die Geringeren sich allein in tyran- 
nischer {xvQavvoö) Weise die (Amter) derer aneignen, die höher 
stehen als sie, indem sie sich ein neues Gesetz [vofioo) erfinden 
{jrXdoösiv) zu ihrem eigenen Untergang, da sie ja nicht wissen, 
daß es ihnen schwerer ist, als diesem (?), gegen die Stacheln zu 
springen. (20) Denn (/«()) solche Leute kämpfen nicht gegen 
uns, die Bischöfe (ejtiöxojtoö); vielmehr {dXXd) kämpfen sie 

3* 



36 Leipolclt: SaidiBche AuHzüf^e. 

gegen den großen Bischof {ejtioxojioo) des Alls und den großen 
Hohenpriester {d^Xf^SQ^vo), unseren Herrn Jesus den Christus, den 
Sohn Gottes und wirklichen Gott. (21) Denn {ydg) von Moyses, 
dem Propheten {jtQOfp'/jrrjO), der Gott liebte, wurden Hohepriester 
{aQXteQtvo) und Priester und Leviten eingesetzt (xaf^tOTr.vai)] 
dagegen wurden wiederum von Gott, unserem Heiland (or/jzfjo), 
dreizehn Apostel (djtoöroZoo) eingesetzt (xadiordvai)-^ von den 
Aposteln {djtoöroXoo) aber {öt) wurden wir eingesetzt y.aiU- 
ördvai), ich Klemes und Jakobos und viele andere mit uns, 
damit wir sie nicht alle einzeln nennen; wir dagegen setzten alle 
zusammen Presbyter (jtQSößvTeQoo) und Diakonen {öidzopoo) und 
Subdiakonen (vjcoöidxopoo) und Lektoren {drayvo70T7]öj ein 
ixadiördvat). (22) Der erste ist jetzt also der wahre Hohepriester 
(aQXiSQ^vo) , der Gesetzgeber {vofioO^srrjö), der Christus, der sich 
die Ehre nicht aneignete; vielmehr {dXXd) setzte der Vater ihn 
ein (7ca&i6Tcwai). Als dieser unsertwegen Hoherpriester aQx^e- 
QBVö) geworden war und Gott, seinem Vater, das geistliche jtvtv- 
fzarizTj) Opfer {ß-vola) dargebracht hatte, bevor er gekreuzigt 
iöTavQovv) wurde, befahl er ^ uns allein, dies zu tun, obwohl 
{xahoiyt) (noch) andere mit uns waren, die zum Glauben an ihn 
gekommen waren {jtLötsvBLv). (23) Aber {aXlcC) es ist durchaus 
{jtdvTooo) nicht Sache eines jeden, der zum Glauben an ihn kam 
{jii<jT8V6iv), Priester zu werden oder {ovös) der Würde a^ccoiicc) J 
des Hohenpriester («();^i£()£^ö)tums wert zu sein. (24) Nachdem 
er emporgenommen {dvaka^zßdvetv) war, brachten wir nach 
(xaTo) der Gnade, die er uns gab, und nach (xaxc'i) seinem Be- 
fehle ein lebendes, heiliges, unblutiges Opfer {ß^voia) dar. indem 
wir Bischöfe {ejilöxojioö) und Presbyter {jtQsoßvrsQoö) und Dia- 
konen {ÖLccxovoo) bestimmten, sieben an Zahl. (25) Einer von 
diesen war Stephanos, der selige {fzaxccQioo) Märtyrer iftc'.QTVo): 
er war nicht geringer als wir in der Liebe, die wir zu Gott 
hegen; ja {d?,?.d), er offenbarte seine Frömmigkeit im Glauben 
{jtiöTio) und (in) der Liebe {aydnrj)^^ die er zu dem Christus 
Jesus, unserem Herrn, hegte, so sehr, daß (cSörf) er seine Seele 
[ipvxrj) für ihn gab^ als die Juden, die Mörder des Herrn, ihn 
steinigten und töteten. (26) Aber (dlXd) doch {oficoo): dieser 
so große Mann, der im heiligen Geiste (jtvevfia) glüht, dieser 

1) Oder: »befahl er, bevor er gekreuzigt {azavQOvv) wurdec<. 

2) Oder: >und die Liebe {ayaTirj)«.. 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. A. Einleitung. 37 

so große Archidiakon {doxiöiaxovoo) , der die Tore {jtvXrj) der 
Himmel sich öffnen und den Herrn Jesus zur Rechten Gottes, 
seines Vaters, (sitzen) sah, zeigte sich nirgends als (coo) (einer), 
der sich mit dem befaßt (;f()^öi9 xa) , was der Diakonie (- öia- 
yjivoo^ und den in ihr (Befindlichen) nicht ziemt {jtQejtsi), ein 
Opfer [&v6la) darzubringen oder (/}') jemandem die Hand aufzu- 
legen; vielmehr {dkZcc) hält er die Stellung (rd^io) der Diakonie 
i-öidxovoo) bis zum Ende inne; denn (/«()) das ziemt dem 
heiligen Märtyrer {fiaQxvo) des Christus, seinen Lauf (ögofioo) zu 
vollenden, indem er die Ordnung (evTa^la) einhält. (27) Wenn 
aber einige von euch den Diakon {ßiaxopoo) Philippos tadeln 
imd den gläubigen (jt/ötoö) Bruder Ananias, weil der eine 
{-{- Hbv) den Eunuchen taufte {ßajtrlCstv), der andere aber (de) 
mich. Paulos, taufte {ßajtxl^stv), (so) verstehen sie nicht, was 
wir sagen. (28) Denn (/«()) wir sagten: keiner eignet sich allein 
die Würde (d^icofja) des Priestertums an; vielmehr {dXXd) 
empfängt er sie von Gott wie Melkhizedek und der Patriarch 
(jrarQidQXTjö) Jakob; oder (/)') er empfängt sie von dem Hohen- 
priester [aQXi^Qsvö) wie Aaron, der sie von Moyses empfing. 
Also /jvxovv) entschlossen sich Philippos und Ananias nicht, 
dies auf eigene Faust zu tun; sondern (d^kd) der Christus be- 
stimmte sie (dazu), der wahre Hohepriester (dQXt^SQSvo), der Gott, 
dem kein anderer Gott gleicht. 

n. 

Eine ältere Textgestalt des dritten Teiles der 

canones ecclesiastici. 

A. Einleitung. 
Der Pariser Handschriftenband Copte 130 n (Schenoudi 3, 1® 
partiet^ enthält auf Blatt 50 bis 54 ein Stück aus dem dritten 
Teile der canones ecclesiastici (75 10 bis 78 24) 2. Dieses weicht, 

1) Über die Handschrift habe ich bereits in den Berichten der phil.- 
hist. Klasse der Kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig 
1902 S. 13'Df. Genaueres mitgeteilt. — Unter die Schenuteschriften ist das 
Bruchstück der CE wohl nur deshalb geraten, weil auf seiner ersten Seite 
die von Schenute stark bevorzugte Konjunktion^ sehr häufig vorkommt!! 

2) Die fünf Blätter tragen die Seitenziffern 61 bis 70. Darnach ist 
es möglich, daß dem erhaltenen Bruchstücke nicht nur der fehlende Teil 
von CE III, sondern auch die apostolische und die ägyptische Kirchen- 
ordnung voraufging. 



^Jg Leipoldt: Saidibche Auszüge. 

zwar ebenfalls saidisch, doch von dem Texte de Lagardes be- 
trächtlich ab. Wohl stimmen beide an vielen Stellen so genau 
mit einander überein, daß eine direkte literarische Verwandtschaft 
der de Lagardeschen Fassung (L) und der Pariser (Pj unbedingt 
anzunehmen ist. Aber die Unterschiede der beiden Textzeugen 
sind derart, daß sie nicht allein auf die Unachtsamkeit der Ko- 
pisten zurückgeführt werden können. 

Will man feststellen, wie sich die Rezensionen L und P zu 
einander verhalten, so muß man zunächst beachten, daß uns P 
nur in einer sehr jungen Handschrift erhalten ist. Damit ist 
natürlich nicht gesagt, daß die Rezension P jünger ist als die 
Rezension L. Im Gegenteil muß uns diese Tatsache nahe- 
legen, die vielen Schreibfehler ^ und formelhaften Zusätze-, die 
den Text P verunzieren und in L fehlen, nicht auf Rechnung 
der Rezension P zu setzen, sondern auf Rechnung der Kopisten- 
geschlechter, denen die Handschrift P ihr Dasein verdankt. 
Die Textgeschichte gerade der koptischen Literatur lehrt uns, 
daß nur wenige ägyptische Mönche abschreiben konnten, ohne 
ihre Vorlage zu verderben. 

Unter den Differenzen von L und P, die nicht auf Rechnung 
der Schreiber kommen, ermöglichen die meisten kein sicheres 
Urteil über die gegenseitigen Beziehungen^. Doch glaube ich 
ein paar Varianten gefunden zu haben, die mir das Problem in 
eindeutiger Weise zu entscheiden scheinen. 

1) An einer Reihe von Stellen bietet L eine klarere Fassung 
als P: 75i3 L h- man soll ihn aber belehren; u P bindet L ent- 
rätselt; P auf die Vögel hört L Vögel beobachtet; is P sich be- 
lustigt L toll ist; 38 L -]- sollt ihr beten; 76? L-|- befehlen wir; 
L -j- überhaupt; 78 3 L-j- vollständig; L -j- er sagt; 4 L + wenn 



1) 75 14 ujMAvo für ujoTujOT, i5 öoxLßdt^eLV für a'/oldt,SLV, 20 Satzende, 
22 e^oTTn en^(jL)£i, 76 4 norgoo-y, 78 3 nTepoMne, 5 griTen^eeic. Nur 
selten verbessert P einen Schreibfehler von L (75 24 Doublette). 

2) 75 20. 21. 28. 29. 31. 33. 36 76 3. 6. Hie und da fehlt in P eine formel- 
hafte Erweiterung von L (75 27. 28 76 1). Übrigens stimmen L und P 
dort, wo sie beide Zusätze haben, durchaus nicht regelmäßig überein (vgl. 
z. B: 75 28). 

3) Ich stelle fest, daß AK VIII -f L etwa noch einmal so oft P gegen- 
übersteht, als AK VIII + P L gegenübersteht. Darnach ist also jedenfalls 
P weiter von AK VIII entfernt, als L. 



I 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. cari. eccl. A. Einleitung. 39 

nun die Elemente die Grenzen nicht verlassen die Gott der Schöpfer 
des Alls ihnen bestimmte. (Nur einmal fehlt in L ein von P 
gebotener verdeutlichender Zusatz: 75 ig P tun will L will.) 

2) An zwei Stellen hat P falsch, L richtig übersetzt (75 12. is '. 

3) P steht der Vorlage von AK VIII, der ÄKO, an einigen 
Stellen näher als L (und AK VIII): 75 u. 12 umgestellt (vgl. ÄKO 
416-8); 12 Trennung in zwei Hauptsätze (vgl. AKO 414.6); 15 L 
eujcone Aien P euj-^ie- = ÄKO 41 15 (vgl. w!); [70 2 L von dem 
Besitze des Toten P von ihrem Besitze = CpH 25]. 

4) P läßt eine Reihe von größeren und kleineren Abschnitten 
aus (75 26. 40 70 7 78 5. 11. 12-21). Die meisten dieser Auslassungen 
kann man dadurch erklären, daß man sagt: P hat das Bestreben 
zu kürzen. Dieses Urteil vermag jedoch das Fehlen von 75 26 
nicht zu deuten: P zählt alle Feste auf wie AK VIII und L; nur 
das Himmelfahrtsfest wird gestrichen! Hier muß man entweder 
annehmen, daß ein Versehen des Schreibers vorliegt: diese Lösung 
des Problems wird immer als eine Ausflucht erscheinen; oder man 
muß voraussetzen, daß das Himmelfahrtsfest in der Vorlage von 
P gefehlt hat, weil man es noch nicht feierte (die ersten Nach- 
richten über das Himmelfahrtsfest stammen aus dem Ende des 
vierten Jahrhunderts). Dann wird es freilich recht zweifelhaft, 
ob die übrigen Auslassungen von P nur dem Bestreben zu 
kürzen ihr Dasein verdanken: insbesondere scheint es mir 
wahrscheinlich, daß auch das große Stück 78 12-21 in der Vorlage 
von P gefehlt hat: dieser Abschnitt ist so breit gehalten, daß 
er den Schluß der Kirchenordnung nicht wirkungsvoll macht 
(was doch offenbar dessen Zweck ist), sondern langweilig. 

Die angeführten Tatsachen scheinen mir zu folgendem Er- 
gebnis zu führen: die Textgestalt P ist älter als die Textgestalt L. 
L ist aus P hervorgegangen, aber nach dem (inzw^ischen modi- 
fizierten) griechischen Texte von AK VIII (bezw. nach dem 
griechischen Texte der Schrift, aus der die CpH ausgezogen 
sind) korrigiert worden.^ 

1) Auch die beiden ersten Teile der CE weisen Spuren einer Über- 
arbeitung auf. So heißt es li: «... bevor ihr die Länder (p^o)^«) unter 
euch verteilt, vorher bevor ihr sie unter euch verteilt . . . « (vgl. Apost. 
K,-0. 1 ). Diese beiden parallelen Glieder rühren natürlich nicht von einem 
Verfasser her: das ergibt sich schon daraus, daß »unter euch<< zuerst durch 
e'S.toTii, dann durch ctshthtttu wiedergegeben ist. 



40 Leipolät: Sa'i'dische Auszüge. 

Die von 1^ und L vertretenen Textgestalten des achten 
Buches der Apostolischen Konstitutionen sind für uns deshalb 
von Wert, weil sie uns Auskunft geben über das allmähliche 
Entstehen der abschließenden Fassung: sie zeigen uns, da(i diese 
Kirchenordnung ein recht kunstvoller, vielseitiger Bau ist, an 
dem sehr viele Hände gearbeitet haben. 

Noch genauer werden wir über die Entstehungsgeschichte 
von AK VllI urteilen können, wenn einmal der syrische Auszug aus 
diesem Buche vollständig herausgegeben sein wird^ Die Mit- 
teilungen, die de Lagarde auf Grund einer recht fragmentarischen 
Handschrift von dem syrischen Texte gemacht hat'^, lassen nur er- 
kennen, daß dieser durchaus keine klare Stellung einnimmt. Er 
ist im allgemeinen AK VHI näher verwandt, als den CpH. Doch 
hat er einige bemerkenswerte Varianten mit CE HI gemeinsam 
(so besonders CE 75 35 + zc^t vvysvroö avrov Iv zij Jc/.evQa 
avTov a^TjlOsv alfia xal vöo^q; 76 2 TQiaxoörd statt xsooaQa- 

7C0ÖTa\ 6 OV/COVV Xal ol SJtlöXOJtOt yMl ol JCQSCßvTSQOl). 

Die folgende Übersetzung ist so wörtlich gehalten, als nur 
irgend angängig war. Vor allem suchte ich dasselbe koptische 
Wort stets durch dasselbe deutsche wiederzugeben, soweit der 
Sprachgebrauch das gestattete. In runden Klammern sind hinzu- 
gefügt erstens die griechischen Fremdworte des koptischen Textes, 
zweitens die deutschen Worte, die zum Verständnisse unent- 
behrlich sind, aber im Koptischen kein Äquivalent haben. 

1) Er ist enthalten in dem syrischen Oktateuche, dessen erstes und 
zweites Buch {öiad-yxT] xov xvqLov fifXibv ^Irjaov Xqlotov) Rahmani ver- 
öffentlicht hat. Buch 3 — 6. 

2) Reliquiae iuris ecclesiastici antiquissimae. Graece. S. XXI — XXVIII 



B. Text und Übersetzung. 
Paris, Bibliotheque Nationale, Copte 130 ^ Blatt 50—54. 

10 .... x«.e^-](jdw)-poTno*xe efioA. 

12 epigi)^iiOTrpcox«.e h oircg^ixi.e e'i eg^OTii ene- 

10 . . . (61) sie soll ausgestoßen werden. 

12 Wenn ein Mann oder {?]) eine Frau ins Theater (d-£a- 



Altere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text ii. Übersetzung. 41 

€il*lO|)(^OC H OTAAOU^v^OC H OT*. €qnHT g^üneTiv^'ioii^^^ 
H oT'^Huiocioc cq^TXnjjioiio^'iou h OTÖ\TrjJiniÄ.KOc 
H OT])([^op^.^"<VHC K OTK*Ie^vp^vTOc H ncT'sio iiT^Trpev 

H OTOp])([^XcTHC H OTRÄ.nH'WoC H JUl^pOT'\o H Xl.^v- 

11 eply^.uoT^i. eqTcXiJi'iee'f^coXou ^neqoTo'i eg^OTTW, 

13 OTTxievTo'i eq'^ 15neqoTOi eg^OTii Ai^.poT'^cfito 
i\evq eTiIp*2t'i n^onc OT'^e eTiÄTpeqg^iX^^ eTpeqg^co 
tpoq ttteqöx^/tou'iou eTOT^ juulioott iiÄ.q. eqiijÄ.i\- 
n'iee •i.C; xi.Ä.poT*s*iTq eg^o-yn* €qujd^KÄ.«^\*!Ve, mx^- 



TQOv) kommt, sollen sie entweder {?}) aufhören, oder (?y) ausgestoßen 
werden. Ein Rosselenker (i^vloxoo) oder (/y) ein Gladiator (ftovo- 
ftc.XOö) oder (rj) einer, der im Stadium {oradiov) läuft, oder (^') 
ein Staatssklave {6r]^u6oioö), der beim Gladiatorenspiele {fiovo- 
uaxiov) (beschäftigt) ist, oder {?/) ein Olympier {oZvfiJttaxoo) 
oder (?]) ein Chorpfeifer (x^Qav)j]ö) oder (i]) ein Zithersänger 
{xti^-agoydoo) oder (?]) der, der die Lyra (/.vga) spielt \ oder (?}) 
ein Tänzer {oQyjjöTTjo) oder {?)) ein Schenkwirt {xajci]Xo(j) soll 
entweder (?y) aufhören, oder (?)') ausgestoßen werden. 

11 Wenn einer, der Götzenbilder {elömlov) anfertigt, herzu- 
kommt, soll er entweder [r]) aufhören, oder (/y) ausgestoßen 
werden. 

13 Einen Soldaten, der herzukommt, soll man belehren, daß 
er nicht Gewalt übe und niemanden [ovöt) beschimpfe, daß er 
sich (vielmehr) mit seinen Löhnungen {oxpcoviov) begnüge, die 
ihm gegeben werden; wenn er aber {6i) gehorcht (jcelO-sodai), 
soll er aufgenommen werden; wenn er widerspricht (dvriXsyeiv), 
Süll er ausgestoßen werden. 



1) Oder auch: «der zur Lyra {XvQa) singt«. 



42 LeipoMt: Saidische Auszüge. 

llilCO'2k.OJUlITHC, H OirAM.b<\b<UOC H OTÜjXÄXlO ll OTJJ.c\- 
VOC H OT^f^Opu'lCTHC H OTCTd.c'ie^.CTHC H OTp^^r^uiOTTe 

H oTdwCTpdwXococ, eTcoirpt'qKis.07rii07rn€; H OTpec|iy*ii\e 
H oirpeqjutOTTTe iig^eiig^oq h OTpecjTÄ.xi'iT^^Xd^KTHp'ioii 
H OTpeqxjioTTe ^'^ep^iooue h OTperj'x'iAi.eveni ^Hüg^^^- 
Xht h neTJuiOTrp ünRixi ^^»ilxieXoc eTuj^^u£!0)(3'e h 
neTg^Ä^peg^ ^pocj eTjJTooAJtiiT ?^We h (^öJXe. h rgt- 

•2LICAAH eil^dw*\d<T€ eTJUlOTTTe H g^GUHd.AH H neT^g^THq 

enujd^'xe eT€iy^s.p€iipoL>uie «äoot g^oocTe eTpeqiyo>ne 
viÄwq XiAAdweiii' UÄvi ÜTe'iJui'iiie xid.poTr'^OK'iuid.'^e xi- 



14 Einer, der den Greuel begeht, d. h. einer, der den 
Frevel {dvofila) der Sodomiten begeht, oder (/)') ein Lüstling 
(fialaxoö) oder {?]) ein Fremder oder (?}') ein Zauberer (ßayoö) 
oder {?]) ein Beschwörer {l^oQyuöxrjo) oder (/)') ein Aufwiegler 
{oraöLaötriö) oder (?/) ein Sprecher oder {rj) ein Sterndeuter 
[aöTQoXoyoö)^ d. h. ein Stundensetzer, oder (?/) ein Seher oder 
(//) einer, der Schlangen bespricht, oder (^') einer, der Amulette 
{cpvXaxTfjQwv) verfertigt, oder (rj) einer, der das bÖse Auge be- 
spricht, oder {?]) einer, der den Vögeln Zeichen entnimmt, oder 
(fj) der, der die Bewegung der Glieder {fieXoo) bindet, wenn sie 
springen, oder (//) der, der sich hütet, einem Blinden oder (/;) 
Lahmen zu begegnen, oder (jj) der, der auf die Vögel hört, die 
rufen, oder (7;) (auf) Katzen (ya^rj), oder (/}') der, der auf die Worte 
achtet, die die Menschen reden, damit {coors) sie(?) ihm zu Zeichen 
würden — solche Leute soll man eine Zeit (xQoi^oo) lang ' prüfen 
(öoxifiaC^sip)-, (62) denn (yccg) die Bosheit {xaxla) ist sehr schwer 
abzuwaschen. W^enn sie aber (ös) aufhören, so zu tun, sollen 
sie aufgenommen werden. Wenn sie nicht gehorchen {jteld^fO&ai), 
sollen sie ausgestoßen werden. 



1) Wörtlich: ^dn einer Zeit (xQovoa)«. 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text u. Übersetzung. 4;j 
15 oT^^vW^».KH iiTeoTnicTOc, €iy«xeT€qg AX(^^\Te. 

T€qg^i5g^iv*\TG, JJl^vpeq'\o g^^v^poc üq*2s:*ic2 'ix*.€ r.i^q kä^- 

ui5xt.ivc Kd<Tevniiox«.oc. eqTi5oirü)iy '^€ epn^j^i; juiivpoT- 
iio*2tq t^oX. 

17 otä. tqoTTHg^ nce>wUctouT iiRg^eXXHit h oTiyG*2t- 
iy£>co iiee RnioT'^Ä.'i h Jutd^peqXo R xAÄ.poTTUO'xq 

18 OTTÄ. eqcioJQe h eq^ecopei* §^JLineeeis.'^pou R 
peqXo H x«.Ä.poTri\o*2iq ^fioX. 



15 Die Konkubine {piaXXayJ]) eines Gläubigen {jilötoo) soll, 
wenn sie seine Sklavin ist und man sie prüft {doxtuaC^ELv)^ auf- 
genommen werden; wenn sie sich aber [öt) mit anderen befleckt 
hat, soll sie ausgestoßen werden. 

16 Ein Gläubiger {jtLöTOO). der eine Konkubine (pialXayJi) 
hat, soll, wenn es seine Sklavin ist, von ihr ablassen und sich 
nach [Tiaxa) dem Gesetze iyonoo) verheiraten. Wenn es aber 
[6t) eine Freie ist, soll er sie nach [xara) dem Gesetze {vofioo) 
ehelichen. Wenn er dies aber (öe) nicht tun will, soll er aus- 
gestoßen werden. 

17 Einer, der den Sitten der Hellenen folgt, oder {7]) ein 
Fabelredner nach Art der Juden soll entweder (rj) aufhören, 
oder (/y) ausgestoßen werden. 

18 Einer, der sich belustigt oder (/}') zuschaut [ü-scoqsIv) im 
Theater [d-taxQov) oder (^') bei einer Jagd [xvvrjycov) oder {■/'/) 
bei einem Pferderennen {tjtJir/coö) oder (/y) beim Wettkampf 
(aycjv), soll entweder (/}') aufhören, oder (?/) ausgestoßen werden. 



44 Leipoldfc: Saidische Auszüge. 

*x€JÜ[ne^poiioc dwii neTOTKp'iue i5jj.oq, ä^AXä. n€Tpo- 
noc 20 n€T^c^ü> g^üniydw'Äe. 

ÄwTÖi eTTCTTuiuocne ^^iÄneTponoc, A«.Ä.pGq'^c£!o:>. ceu^^- 
igcone iT^^ip THpoT; ne*2s:Ä.q, ripeq'\'cfio:> UTefii\OTT€, 
n€*2SLes.q U(5'*inGnpo^HTHc. 

21 nicTOc '^G nix«, h hicth eTig^^iiTtooTni ünuiv^^ 
üujcopn g^d^fig^'itiHq, iInd^Toir€p-(^i7)-'\Ä.evir iig^wfi xid^- 

22 epujdwUTKive^Huec'ic ♦:^e ünujÄ.'xe ujcone, ax^k- 



19 Wer bestimmt ist, Katechumen {7caT7]xovfievoö) zu sein, 
soll drei Jahre unterrichtet (xaO^rjYelod^ac) werden. Wenn es 
aber (öe) einer ist, der eifriger (öJiovöcdoo) bei der Sache ist. 
soll er aufgenommen werden; denn nicht die Zeit {xQovoo) wird 
beurteilt (xqcvslv); sondern {d?.Xa) der Charakter (tqojüoö) 20 (ist) 
Lehrer im Worte. 

Wenn es aber (ös) ein Laie {?mlx6ö) ist, der aber {<5e) im 
Worte unterrichtet (jraiösvstv) ist und ehrwürdig (ös^uvoo) an 
Charakter {tqojzoo) ist, (so) soll er lehren; »denn (yocQ) sie werden 
alle«, spricht er, »Lehrer Gottes sein.« spricht der Prophet {jtgo- 

21 Alle gläubigen Männer (jitOroo) oder (?]) Frauen {jtcor?]) 
aber [de) sollen, wenn sie sich am Morgen vom Schlafe erheben. 
(63) ihre Hände mit Wasser waschen und beten, bevor sie irgend 
etwas arbeiten. 

22 Wenn aber (ös) die Belehrung {xa^rjy7]Oio) im Worte 
(abgehalten) wird, soll man das Wort der Frömm(£^öf/5?Jö)igkeit 
der Arbeit vorziehen (?). ^ 



1) e^oirn ist wohl aus eooTO verschrieben. 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text u. Übersetzung. 45 
23 n'icToc '^e \\\mx \i n'icTH xjiÄ.poyiipoceD(^e ^- 

g^Riien'icTo'XH. 

£»^vTou '^G xjiÜTKTp'i'S.KH A«.Ä.poTcep[q]e eTeKilXHc'ii^ 

•2ievlT^vTluoTTe €A«.tou i5xi.oq itg^HTq g^xJinTpeq'xeK- 
fictoiiT THpq efioX. THTpievKH '^e g^oococ «Äeneg^ooTne 
llT^vili^cT^.c'Ic Jtin'XOGic. 

25 ÄinpTpeTrpg^tof» i^-G 011 iituoö' iig^€£»2^cojuiis.c Hn- 
TOTei juieii •ÄeIlT^vTcT^.Tpo^^ Sn-xoeVc Rg^HTC* trct -^e 

'X€UT^vqTC0OTi\ efloX g^RllGTXlOOTT ttg^HTC. is.TÜ) T€- 



23 Alle gläubigen Männer {jtiöTOo) oder (rj) Frauen {itiOrrj) 
sollen aber {6t) in Milde auf ihre Sklaven achten (jtQootxsiv), 
wie (xara) wir es hinten befohlen und so in den Briefen {sjtt- 
OToXrj) gelehrt haben. 

24 Die Sklaven sollen fünf Tage arbeiten; am Sabbat {öaß- 
ßarov) aber (öe) und am Herrntag (zvgiaxi^) sollen sie ruhen 
für die Kirche (ßxxXrjOia), um über die Frömmigkeit belehrt zu 
werden: am Sabbat {öaßßarov, -\- fisv), weil Gott sich an ihm 
ausruhte, als er die ganze Schöpfung vollendete; am Herrn- 
tag (xvQtaxTj) dagegen (+ de), weil es der Tag der Auferstehung 
(avaöraoto) des Herrn ist. 

25 Aber (ös) auch in der großen Woche (tßöofiao) des 
großen Paskha und in der auf sie folgenden (Woche), d. h. der 
(Woche) des Festes, sollen sie nicht arbeiten: in der einen 
(-f- ^utv) (nicht), weil in ihr der Herr gekreuzigt (oravgovv) 
wurde, in der anderen aber [öt) (nicht), weil er in ihr von den 
Toten auferstand. Und es ist notwendig (xQela), daß wir durch 
die Belehrung erfahren, wer von den Toten auferstand. 



46 Leipoldt: Saidische Auszüge. 

27 i5nepTpe7rpgo)£> •ii.e ÜTnewTHKOCTH eTfieTn^^p- 
poTTc'i^^ üneniii^ eTOT"5.^.£i Ti^'i ÜTd^cei ^'xiiueuTevTni- 

28 ünpTpeTp£^o)£i -2^.^ ou üng^oTJjt'ice ün-xoe'ic 
€T£!eTeD(;^ivp*ic üfi'ÄoeYc ÜTd^TTd^evc iiRpcauie üneg^ooT 

juineicoT eicio\ g^iIjuidN.p*ie>. Tndvpoe-(j'2^)-uoc ?TOT"5.di£! 
tnoT^xJvi ünKOcxsioc THpq. 

29 iInpTpeirp2^oo^ -^e ou Xüfiiyd^ R'xtoKil* g^iÄ- 

neg^OOTT ^Tds.p €^TlXMJLis.iy ilTÄvTAÄ-RTUOTTTe i5n€ll*ÄOG*IC Tc 

ne^^ OTcöiig^ efxoX ^'i'2ti5mop*xeywUHC e"S.ne'ici>T p- 
egpevi e*2tcoq g^noTCxtoT I^pooxine. is^TiJä d.qoTÖäu^ 



27 Am Pfingstfeste (jtsvT7]zoorr/) aber (öe) sollen sie nicht 
arbeiten wegen der Gegenwart {jtagovöla) des heiligen Geistes 
(jtvevfia), die über die kam, die zum Glauben an den Christus 
kamen {jtiöTSvstv). 

28 Aber (öi) auch am Geburtstage des Herrn sollen sie 
nicht arbeiten wegen der Gnade (xagi-ö) des Herrn, die an jenem 
Tage plötzlich den Menschen gegeben ward, als uns Gott, der 
Logos (Xoyoo) des Vaters, von Maria, der (64) heiligen Jung- 
frau (jzaQÜ^tvoo), geboren wurde zum Heile der ganzen Welt 
(xoöfioo). 

29 Aber {öt) auch am Feste der Taufe sollen sie nicht 
arbeiten; denn {ydg) an jenem Tage ist die Gottheit unseres 
Herrn Jesus des Christus offenbar geworden am Jordanes, als 
der Vater durch die Taufe {ßajüTLöfia) für ihn zeugte und der 
heilige Geist {jrvsvfia) in Taubenform auf ihn herabkam ; und der 
ward offenbar, für den gezeugt wurde: »Dies ist der wahre Gott 
und Gottes Sohn.« 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text u. Übersetzung. 47 

ilx«.€ d^Tcö nujHpe üttuottc. 

30 iÄnepTp€7rpg^ü)£! »ii.e ou iSneg^ooT nuevnocTo'Xoc* 
iiTOOT u^vp i\€iiTevTiytone Rpeq^c£»to iihtii ^goTu 
tne^^ evTiÄi ivTpTHTTÜ uüfiiyev eTpeTeTnJUl^vTe üt- 
•^tope^ iinenüd^ ^T07r"5.Ä.£!. 

31 XinpTpeTpg^cof! *^e oii üneg^oo^r ücTet^iMioc 
niyopfi ÄÄjjievpTTpoc XÄÜHKejjiÄ.pTTpoc THpoT üne^^/ 

32 eTeTMig^^UTcooTVi iln«*.ir ii^Tooi> e, lyÄHiV. lyAnTV 
•^e oii i5ni\ivT ü^isfiiyouiTe xiü*2senco JUiri*2tfi\JriTG jLf.11- 

33 Jü[nues.T xieii «^TOOTe *2ted^n*xoeic pOTToe'ni 
epoti ^evqTpenKÄvKe iiTe-yujH oTe'me i.qe'me iid^u 

34 §^tl'2tnu}oijiTe •:2i.€ oii iiTes^n'iXÄwTOc ^"Sinot^evc'ic 



30 Aber (öt) auch am Tage der Apostel {djroöroZoo) sollen 
sie nicht arbeiten; denn (/«()) sie wurden euch Lehrer zum 
Christus hin und machten euch würdig, die Gabe {öcqqso) des 
heiligen Geistes (jcv^vfia) zu besitzen. 

31 Aber {6t) auch am Tage Stephanos', des ersten Mär- 
tyrers {(laoTVö), und auch aller (anderen) Märtyrer {ßciQTvo) des 
Christus sollen sie nicht arbeiten: sie liebten den Christus mehr 
als ihr eigenes Leben. 

32 Wenn ihr am Morgen aufsteht, (so) betet. Betet aber 
{6i) auch zur dritten Stunde und zur sechsten und zur neunten 
und abends und wenn der Hahn {alty.TGOQ) kräht. 

33 Am Morgen {-{- fisv), weil der Herr uns erleuchtete und 
die Finsternis der Nacht vorbeigehen ließ und uns das Licht des 
Tages brachte. 

34 Zur dritten Stunde aber (öt) wiederum hat Pilatus (das) 
Urteil (djtocpaoio) gegen den Herrn iab)gegeben. 



48 Leipoldfc: .Saidische Auszüge. 

35 gii^ÄÜco '^e oii 'SfUT^v7rcT^v15^poT JtÄii'xoe'ic Tc 

cnip Ä.qe'i e-(TL€)-£io'\ ii(3''iOTrc\voq juiii07rx«.oo^\ 

36 £^ü'sfi\J/'iT€ '^e oii «xeiiTepoTCTdwTpoT Xiii'soeYc 

i\n*iOT*^d^*i üneq^q'i ^poq eqll^v^^ en'xoeic JuneöoT 
eTTccoiy Xiuioq. 

37 poTg^e '^e eTeTRiyn^xiOT •seÄ.q-^- uhtii iiTeTtyH 
eTXATOii 2^Rii€g^*ice Jtineg^ooir. 

38 i5iiiiis.ir Oll eTepend^XcRTcop ii^^xiOTTe cT^ie- 
•2£eiiTd^irTÄ.iy€oe*iig iihtü g^ÜTCTUOT eTÜAies^T iiTnd^p- 
poTTciiv üneg^ooTT CTpeTCTil'^' üneTÜOTOi eg^OTiv eiie- 
g^^HTe tJnoTÖe'iii iiTGTil^.Ä.Tr. 

39 eujtone xi.ils'ox«. €TpeT€Tii£»coK eTGRH'<VHc*i"5. eT- 



35 Zur sechsten Stunde aber (ös) wiederum, weil in jener 
Stunde der Herr Jesus der Christus gekreuzigt (ozavQovv) wurde; 
und als man seine Seite durchbohrt hatte, kam (65) Blut und 
Wasser heraus. 

36 Aber (ös) auch zur neunten Stunde, weil, als der Herr 
gekreuzigt (özavQovv) worden war, sich die ganze Erde bewegte 
und zitterte vor der Frechheit {roXfirjQia) der Juden und nicht 
sehen mochte, wie man den Herrn der Herrlichkeit verspottete 

37 Am Abend aber (de), indem ihr dankt, daß er euch die 
Nacht zur Ruhe von den Mühen des Tages gab. 

38 Wenn wiederum der Hahn (aXtxxoDQ) kräht, weil euch in 
jener Stunde die Ankunft (jtagovola) des Tages verkündet worden 
ist, damit ihr zu den Werken des Lichtes eilt und sie verrichtet. 

39 Wenn ihr wegen der Ungläubigen {ajitöroo) nicht zur 
Kirche {exxXrjöia) gehen könnt, sollst aber {öt)^'^^ du, o (oj) 
Bischof {sjtlöxojtoö), deine Versammlungen (övva^co) in deinem 
Hause abhalten, damit sich nicht die Frommen mit den Un- 
gläubigen (äjtiöTOö) versammeln. Denn (/«()) nicht der Ort 
(tojtoö) reinigt den Menschen; sondern {a?JM) der Mensch 
reinigt den Ort {rojtoö). 



Altere Textgestalfc des 3. Teiles d. can. eccl. 15. Text u. Übersetzung. 49 

ucRCTiteva'ic gi5n€RH*!, 'X€kä.c RueiipequjiAUjeuoTrTe 
ccooTTg^ eg^OTTii jjiiiiid^n'icToc. AJinTonoc c*d.p a.ii neT- 
tMio xt.npcojjt€, ^^*\'\^s. npcojme r^ttMo ünTonoc. 

40 eujtone epiyiMiud.c€f!Hc '5.JUt^^g^Te e*2tJü[nTonoc, 

41 eiycone oti OT^vTS'ojj.ne eTpeTrccöoTg^ eweirepHTr 

iVei g^Ä.p'ig^dwpoq Ä.Tcä nqujAHX es^TcJä Rqcoig. eujcane 

xjtd^po^r^Xn'X . ne-s^^q ^7^>^p Rs'm'Äoe'ic 'sefijjiÄ. eT€pe- 
enis.Tr h ujoaiRt coot^^ itg^HTq g^i5ne»^pdvii; ^lyoon 
nJüüuiÄ.7r g^iiTeTJU-HTe. 

42 GnpTpemcToc ujXh^ jjiitRÄ.T7r2(|^07rxi.eiioc' 

XlTCTHp'lOll X«.Üll€TItC€KO'mC0Ite'l Ä.«. 

43 OT'^e ünpTpepequjJüEujenoTTe ^Xh\ juiii^i»^i- 



40 Wenn die Gottlosen {aOeßrjo) den Ort {ronoo) besetzt 
halten, (so) fliehe von ihm, weil sie ihn befleckten. 

41 Wenn es wiederum unmöglich ist, daß man sich ver- 
sammelt, sei es (ftre) im Hause oder {elre) in der Kirche {sx- 
TcXriöla), (so) soll jeder für sich singen (rpdXXeiv) und beten 
und lesen. Wenn aber {de) wiederum zwei oder (Jj) drei beisammen 
sind, sollen sie beten; denn {yaQ) der Herr sprach: »Dort, wo 
zwei oder (rj) drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich 
mit ihnen in ihrer Mitte«. 

42 Kein Gläubiger (jtioroö) soll mit einem Katechumenen 
{xarrjxovfisvoo) beten; denn (/«(>) es ist nicht recht (öUatov), 
(66) daß ihr an den Sakramenten {(Ivöttiqlov) teilnehmt {xol- 
vcovelv) mit denen, die nicht teilnehmen (xocpcovelv).^^^ 

43 Auch soll ein Frommer nicht (ovöe) mit einem Ketzer 
{aiQSTixoö) in (einem) Hause beten; denn (/«()) welches ist die 
Gemeinschaft (xotvcovla) des Lichtes mit der Finsternis? 

Texte u. Untersuchungen. N, F. XI, ib. 4 



50 Leipoklt: iSaVdische Auszüge. 

44 OTrnicTOC H oitiVicth eTriyd^ii^xiooc jjiiTo7r^i5g^d.A, 
Aid.poTrnoop5 epooTT h juievpoTiio'xo'y ^^o\ g^ÜTCK- 

76 

eilKOTK. 

1 x«.dipoirpnigoxi.tlT llneuT^^^^llROTRglTg^€ll\^^>vXJUloc 
juiiig^eii^XHX eT^ienenTÄ.qTijao'yu JUtilRcevujojuiiiT üg^ooT. 
jutdwpoTrpneTTCdvUjq cTpfixieeTe RueTOÜg^ jjtüueTXJiooTT. 

2 jJtevpoTre'ipe «^e o\\ üneirefiOT Kes^Te^fiTTnoc Riv- 
d^p^eoK' Td^'i i7Ä.pT€ e^e RT&.^A^voc epg^Hi^je^^^ üu-Oi- 
TTCHC. dvTöä jutö^poTTeipe RTeTTpoAine eTTpnjuteeire nd^T 
CT^ nng^HRe RgTijjiRTnÄ. eiaoX gliiieTrg^Tnd^p])(;^ouTev. 



44 Wenn ein Gläubiger {jnöroo) oder (r/) eine Gläubige 
{Ttiörrj) eine Sklavin (oder einen Sklaven) ehelicht, sollen sie 
sich trennen oder {rj) aus der Kirche (sxxXrjöla) ausgestoßen J 
werden. 

76 

Darüber, welche Tage man für die Entschlafenen 

feiern soll. 

1 Man soll den dritten (Tag nach dem Tode) der Ent- 
schlafenen mit Psalmen {ipal^oö) und Gebeten feiern, dessent- 
wegen, der nach drei Tagen auferstand. Man soll ihren siebenten 
(Tag) feiern, indem man der Lebenden und der Toten gedenkt. 

2 Man soll aber {6t) auch ihren Monat feiern gemäß {xara) 
dem alten {aQxc^lov) Vorbild {tvjioö)\ denn {yaQ) so trauerte das 
Volk {Xaoö) um Moyses. Und man soll ihr Jahr feiern, indem 
man ihrer gedenkt und den Armen von ihrem Besitze {vjiaQxovTa) 
Almosen gibt. 



Altere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text u. Übersetzung. 51 

Kocjjioc gis^pooT üaaRtu^v uiig^HKc u.R«opf^es.i\oc g^*!- 
fipoct^op^v; iTüuÄ>^öt^e<Ve*i Iaaaoot is.u iiXe^^vT* n€T€- 
penuoTTC CÄ.p o u«Ä^v2ie epoq g^i5ne*iROCJUioC; qwd.<3'co 
ovi eqo ii'ÄÄ.*2t€ tpoq eqiyÄ.uei e^o<V ^IiccjOai-ä.. ai.R's'i 



SIC 



neqg^tofi. 

neiKOCjjioc. 

5 eT€Tuö ud^p XinpecfiTTepoc g^*rx*i"5.ROttoc g^d^pei^Tq 



3 Dies sagen wir aber (öt) nur wegen der Frommen. Was 
aber {Öa) die Gottlosen (dosßrjö) betrifft, (so) wirst du ihnen 
nichts nützen [axpelelv) können, (auch) wenn du alles in der Welt 
(xoofioo) für sie als Almosen und Opfer {jrQoöcpOQa) den Armen 
und Waisen (oQCpavoö) gibst. Denn (yaQ) wem Gott in dieser 
AVeit (xoOfwö) feind ist, dem wird er auch feind bleiben, wenn 
er den Leib {awfia) verläßt. Denn (/«()) »es ist keine Gewalt 
bei ihm; denn {"/ag) der Herr ist gerecht (öixaioö); er liebte 
die Gerechtigkeit {ÖLyMLOöTüvri)<L. Und ferner: »Siehe, der Mensch 
und sein Werk«. 

4 Wenn man euch aber {öä) einladet, an einem Tage zu 
essen, (so) eßt mit Verstand {kjtLöTi]^!]) und Gottesfurcht, als ob 
(ojo) es euch möglich wäre, (67) für die zu beten, die sich aus 
dieser Welt (xoof/oo) wegwandten. 

5 Denn (/«(>) ihr seid Presbyter (jtQSößvreQoo) und Dia- 
konen {ötaxovoo) unter dem Christus: ihr seid allezeit verpflichtet, 
nüchtern zu sein {vricpuv) für euch allein ^^^, sondern {dlXa) 
(auch) für andere, damit ihr diese Törichten belehren könnt. 

Aber (ßt) die Schrift {YQacprj) sagt: »Die zornigen Herrscher 

4* 



52 Leipoldt: Saidische Auszüge. 

c€Hpn, xjiHnooc Rcecw iic€pno)£iiy iiTco^i^^ ä.töj iice- 

6 OTTKOTn xitiRcdviiiioTTe efioX neioiT nnÄ.i\TO- 
Rpd^TCop juiRneqAi.ouoi7€iiHc üiyHpe ic ne5c^ AiünefiYiX 

THc itTeKRTv.Hc'iöw ; 

ßxn^^oßx c«Ä.p eTpenceu}nenTÄ.nnoTTe Td.AÄ.'ioq eToot^e- 

necÄOOc c«evp it^iVeupew^^^ eTiÄceHpTT* d^Wd^ eci^co 
JCEaioc *2sejuinepc€HpTi eir^g^e. 

8 ndw'i '^e eu'xco xtjuioq d^u eT^i^neTg^iJneRXHpoc 



(öwdöTTjo) sollen nicht Wein trinken, damit sie nicht {firjjtcoo) 
trinken und die Weisheit {öO(pLa) vergessen und nicht (mehr) 
recht urteilen {xqlvsip) können«. 

6 Sind nicht (ovxovv) — nach Gott dem Vater, dem All- 
mächtigen {jiaPT0XQaT(X)Q), und seinem einzigen (ßovoysvfjo) 
Sohne Jesus dem Christus und dem heiligen Geiste {jtvevfia) — 
die Presbyter (TrQsößvrsQoo) und die Diakonen {ötdxovoö) die 
Herrscher {övvdöxrjö) der Kirche (sxyJ.rjöla)? 

7 Wir sagen dies aber (de) nicht, indem wir sie hindern 
(xmXvetv), zu trinken; denn (yccg) wir können nicht verachten, 
was Gott zum Nutzen {co(peleL(x) der Menschen erschuf; vielmehr 
{dXXd) (sagen wir dies), damit man nicht trinke und trunken 
werde. Denn (/«()) die Schrift (yga^rj) sagte nicht, man solle 
keinen Wein trinken; vielmehr {d2.?,a) sagt sie: »Trinke nicht 
Wein bis zur Trunkenheit«. 

8 Dies aber (öe) sagen wir nicht nur wegen der im Klerus 
(xXrJQoo) Befindlichen, sondern [dXXa) auch wegen der christ- 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text u. Übersetzung. 53 

Rnijji; epenAJ-iiye jjtün^Tcoii ujoofi üiVijji; h \\\ax 
n€TepeneT£iev\ o i\e\eXKHJUie ; h ep^neoTW^q 55n- 
's'iivsH lyoon itnijji; mxh nneTocK e^itne (^) jünnpii 
ivTO) eTiy*ii\£ 'xeepeSjuidw ncca igoon twh; 

77 

g^'ioTcon g^ojuio'ioDc ii'x'inno'Xic enoVic eT^eTn'icTic, 
g^tocTe €TpeT£»OHeei epooT g^'ioircon. 

^.Tö) eTRHT efio'X g^JunoVic enoXic eT^jeupnJUieeTe 
üniyev'xe jufi'soe'ic. eTcooirn •xenefiild^ Aien pooTT, 



liehen (xQiOrtavoo) Laien (Xa'Cxoo), über denen der Name des 
ChYisieTi{xQtöTtav66)i\xms gesprochen ist. Denn (/«()) dies ward 
ihretwegen gesagt: »Wer wird Wehe (oval) haben? Wer hat 
Kampf und Streit? Oder (rj) wer hat dunkle Augen? Oder (rj) 
wer hat erfolglose Reibungen? Nicht (firj) die, die lange (68) 
beim Weine sitzen und forschen, wo die Trinkorte sind?« 

77 

Über die, die des Glaubens (jtlöTto) wegen verfolgt {ötc6- 
xeiv) werden und die ebenso {6fiolo?ö) zusammen von Stadt 
{jto/uö) zu Stadt {jtoXiö) fliehen des Glaubens {jtlorto) 
wegen, daß (oSöTf) man ihnen zusammen helfe {ßorjd-Blv). 
1 Nehmt die bei euch auf, die man des Glaubens (jtiöTiö) 
wegen verfolgt (ökdxelv) und die von Stadt {jtoXiö) zu Stadt 
{jt6).iö) fliehen wegen des Gedächtnisses an das Wort des Herrn. 
Sie wissen, daß der Geist {jcvevfia, + fitv) eifrig ist, das Fleisch 
ioaQ^) aber (öt) schwach (döü-eprjo)] denn (/«()) sie fliehen und 



54 Leipoldt: Saidische Auszüge. 

epooTj' iJnTüipfi iiiie7rg^7rnÄN.p^ouTe)., -iteKÄ^c eTiies^g^expeg^ 
eiipdwii üne^C^ eTX£d.pud. äJjuiocj. 

2 £iOHeei<3'€ epooT iiTeTiT^udvTe[)(]^p'i*^ ii^.t tTe- 

78 

1 RÄ^i '^e Tund^pdwi^ci'Xe ÜAioq uhtII g^'ioTcon 

2 n-xoeYc i?e<p *xüi Xixioc *xen€TccoTXi epcoTil eq- 
ccoTix epo'i, d^TTcö neTd^oeTei iÄutooTK €q^)^e^eTe*I üxioi» 
n€Td.e^eT€i «^e jüixM.o'i eq^s.eeT€*I SnenTd^qTiiuooTT. 

3 eig*2SL€vidv\^Tr5(^oit c^d^p ilTe)^qTdiJLi.'iöoT ceg^i»<pe§^ 
eneTTd^aic, eTeTeirugHTe xiRneg^ooTT npH juiilnoog^ 



nehmen den Verlust ihres Besitzes {vjtaQXovTa) auf sich, um 
den Namen des Christus zu bewahren, ohne ihn zu verleugnen 
{agvelöO-ai). 

2 Helft {ßorj^-slv) ihnen nun und gebt ihnen das Xötige 
(XQ£i'Ci)i indem ihr das Gebot [svxoXrj) des Herrn erfüllt. 

78 

1 Dies aber {de) befehlen (jtaQayysXXeiv) wir euch zu- 
sammen: jeder bleibe in der Stellung (za^iö), die ihm gegeben 
ward, und überschreite nicht die Grenzen, die ihm gesetzt wurden ; 
denn (/«()) sie sind nicht von uns, sondern {äXXd) von Gott. 

2 Denn (yag) der Herr sagt: »Wer euch hört, hört mich; 
und wer euch verwirft (dü-sxslv), verwirft [adsrelv) mich. Wer 
aber {6i) mich verwirft (dd-sreli^), verwirft (dOsreti') den, der 
mich sandte«. 

3 Denn (/«()) wenn die leblosen (difw^ov) (Dinge), die er 
schuf, ihre Stellungen (rd^co) bewahren, nämlich die Nacht und 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. cau. eccl. B. Text u. Übersetzung. 55 
jjtiiiiec'ioTT uecTO*i])([^*ioii tiT€poA«.ne eTcnig'ifieue üiie- 

Td.q'xooq «sed^q- (ae-) -kco iies^ir uoittouj RueTr^cdw"5vTq, 

ly^s.^e*lAjli^ RTCTÜeujcdwdvTq, 

4 noX-y AiÄvWon RtcotR neTUjige epioTÜne eTJti- 

eTp€Tig*if!e iiTe])([^'!po*:^tou*id< eTO7j^^*ipo'2v0L>we'i ünoT^^ 
noT"S. itg^HTC, eTTcapfl rid^T A*^v7^^iw^v^ Rg^ettÄ.a*icöjULes. 
i5noTTÄ.Ä.T wixiy, CTJciend^'i ce^(5'coiiT ünnoTTe R^e 



der Tag, die Sonne und der Mond und die Sterne, die Tierkreis- 
bilder (öTor/£iov) des Jahres, d. h. die Wechsel der Zeiten, die 
Monate und die Wochen (tßöof/aö) und die Stunden, und alle 
dem Zwecke (;f()£/«) dienstbar sind, den er ihnen bestimmte, wie 
{xaza) er sagte: »Er (69) setzte ihnen eine Grenze, die sie nicht 
überschreiten können«, und über das Meer {d^aXaööa): »Ich setzte 
ihm seine Grenzen; ich machte Riegel an dasselbe und Tore 
{jcvXt]); ich sprach zu ihm: Bis zu dieser Stelle sollst du reichen 
und sie nicht überschreiten können« — 

4 (so) ziemt es euch (noch) viel {pioXv) mehr {fjäXXov), 
nicht zu wagen {ro/ifiäi^)^ etwas von dem zu bewegen, was euch 
nach (xara) Gottes Willen bestimmt ward. 

5 Wir hielten dies ja (ejislötj) für nichts in unserem Zu- 
stand (fcg^ö) und daß sie ^^^ die Bestimmung (xsiqotovIcc) ändern, 
für die ein jeder bestimmt (xeiQorovslv) wird: sie eignen sich 
allein Würden {a^lcofia) an, die man ihnen nicht gab. Deshalb 
erzürnen sie Gott wie die Söhne des Köre und der König Oseias, 
die sich allein, ohne (xcoqlö) Gott, das Hohepriester(a(^;^fe()fi;ö)tum 
aneigneten. 



56 Leipoldt: Saidische Auszüge. 

7 ce^iiOTS'c Oll üne^c Tc, n^wi iiTÄ.qoTGg^cevg^i\e 

8 is.Trü) ceXirnH XinenitÄw cTOT^S^^fs eTTd^eeTei u- 



TeqjmiiTiuiuTpe. 

xAitTd^AAeViö. cTujooit cj^oTU cneeifcid^cTHpiou xiü- 
neir^d^picTi^., ^oTd^u eTly^vllTÄ.\oo'y ?£>o'\ g^'iToÖTO^r 

TTövi cTTitTcou €fiiiO(5' Kd^p^j^iepeTC JLiJUie IC neuppo, 
10 CTfienev'j 'S.tä.uä.i^kh tä^^ou €TpGiicTui£»o'T'\GTre 



6 Und jene (+ [liv) wurden in Feuer verbrannt; dieser aber 
(di) ward aussätzig an seiner Stirn. 

7 Sie erzürnen auch den Christus Jesus, der befahl, daß dies 
so geschehen solle^ 

8 und betrüben {IvjibIv) den heiligen Geist {jtvsvfia), da sie 
sein Zeugnis verwerfen {ad^srelv). 

9 Wir kennen jetzt also die Gefahr (xlvövvoo) solcher 
(Dinge) ^ und die Geringschätzung (dfis/ila), die man dem Altare 
{ß-vöLaöTrjQiov) und den Danksagungen {svxctQtörla) entgegen- 
bringt, wenn {orav) sie von denen dargebracht werden, denen 
es nicht zukommt, da sie von der Würde des Hohenpriester- 
(a();^«£()£t;ö)tums — die (doch) dem großen, wahren Hohenpriester 
{aQXi-SQsvö) Jesus, unserem Könige^ gleicht — denken, sie sei ein 
Spiel. 

10 Deshalb bewog uns die Notwendigkeit (dvayxrj), euch 



1) Oder: »(Leute)«. 



Ältere Textgestalt des 3. Teiles d. can. eccl. B. Text u. Übersetzung. 57 

iiHTÜ HubSi' ii*2t*iitT€ii07r UÄ.p (o) "S^g^oiue ncoujc g^'i- 
^^s.g^oT RT€TiüniTneTiyo^€*iT. 

uoTTe, neuTdvfiuoTTe UJ^v'X€ iijjm.dvq iiTd^npo g^'IT^^>^po 
iiee uoTptoxie eqigiv*xe üTtneq^fiHp, neuTi^q'xooc 
iiÄvq 'xe^cooTU jjujlok nd^pis^oiroii uixa, neiiT^vques.-y 
epoq fig^o g^ig^o, nöSi gTineoTÖe'iig eq^ iiÄ.q 15- 
nequojAOc eTOTr"5^'5.£i Ä.qg^op*!7e 'xed^ui MjLcn rieT^wje 
€TpeTiycjone efioX g^YTOöToir Rues.p^^^^'iepeirc, ä^uj »^e 
UGTiiÄ.iyü>ne RXctg'ithc e£io\ g^'iTOöTOTT, Ä^iy '^e neT- 

Jü[^07^^. noT^^ K^.T^vTeqVITO^^p^?*I^w. 

12 Ä.Tcö neuTd^TOTreg^cd^g^ue üaioott uevT €TpeT"5iÄ.Tr, 

epooT* n€UTd<Tg^op*i7e '^G JuEutooTT RneoTHHfi, A«.epe- 



dies zu raten {ovfißovXevaiv); denn (ydo) von jetzt an (70) kehrten 
sich einige ab hinter ihrer Eitelkeit. 

11 Denn (ydo) wir sagen: Moyses, der Knecht Gottes, mit 
dem Gott von Mund zu Mund redete v^ie ein Mensch, der mit 
seinem Freunde redet, zu dem er sagte: »Ich kenne dich mehr 
als {jtaQo) alle«, der ihn von Angesicht zu Angesicht sah — 
dieser bestimmte {oqlChv) zu der Zeit, als er ihm sein heiliges 
Gesetz (vofioo) gab, was (+ fisv) durch die Hohenpriester {agyis- 
QEVo) geschehen sollte, was (+ 6t) durch die Leviten zu ge- 
schehen habe und (de) was durch die Priester zu geschehen habe; 
er offenbarte (das) einem jeden gemäß {xard) seinem Dienste 
{XeiTovQyia). 

1 2 Und was ihnen zu tun befohlen wurde, dazu durften, be- 
stimmte das Gesetz (vofioo), die Priester nicht herzukommen; 
was aber (dt) den Priestern bestimmt {6qlC,£iv) ward, dem kommen 
die Leviten nicht nahe. 



58 J.eipoldt: Saidische Auszüge. 

€itOT neiiTÄwqKdwe^'icTd^ ÜAJioq' ji^'i itT€peqpdip[)(^'iTpeTC 
noTTTC neqe'iooT g^Ä^e^H iin^.TO'TCTis.TrpoTr JÄxioq, d^q- 

23 evXXev n^wiiTOc Xind^OTOii \v\mx i^w iiTd^TmcTeTe 
epoqne poTHÜfi OT'^^e eTpe-ypüniijÄ. i5^^!v'T'IöäJUl^. üt- 

JJlil TÄ.p^*! ep GTC . 

24 A«.RRcdwTpe7r"5.udw-[(ö'5w)-\dwJUif!is.iie Xijuioq . . . 



22 Der erste ist jetzt also ^ der fiovoysvi^ci Jesus der Christus, 
der sich die Ehre nicht allein aneignete; vielmehr («2/«) setzte 
sein Vater ihn ein {xad-töTavat). Als dieser unsertwegen Hoher- 
priester {aQXiSQBVö) geworden war und Gott, seinem Vater, das 
geistliche {jtvBviiaTLxrj) Opfer (ß-vola) dargebracht hatte, bevor 
er gekreuzigt {öravgovv) wurde, befahl er^ uns allein, dies zu 
tun, obwohl {xatTOcys) (noch) andere mit uns waren, die zum 
Glauben an ihn gekommen waren {jtiorsmtv). 

23 Aber («22«) es ist durchaus {jcdvrcDö) nicht Sache eines ^ 
jeden, der zum Glauben an ihn kam {jtcorsvetv), Priester zu 
werden oder {ovös) der Würde (a^imiid) des Hohenpriester(a()x^£- 
()£t;c>)tums wert zu sein. 

24 Nachdem [er] empor[genommen] {ava[Xa}ißav£Lv]) worden 
[war (71) . . . 



1) Oder: ^>aber«. 

2) Oder (doch gegen die Interpunktion der Handschrift): »befahl er 
bevor er gekreuzigt {ozavQovv) wurde«. 



Zusatz. 

Wie ich nachträglich sehe, hat G. Maspero (Fragments coptes IV, 
im Recueil de travaux relatifs ä la philologie et ä l'archeologie egyp- 
tiennes et assyriennes VII 1886 S. 142 f.) ein saidisches Blatt (alte Seiten- 
ziflfern [59] und 60; jetziger Besitzer nicht angegeben) veröffentlicht, das 
zu derselben Handschrift gehört, wie die fünf oben von mir mitgeteilten 
Pariser Blätter, und diesen unmittelbar voraufgeht (es enthält can. eccl. 
72 1 — 75 lo). 1 Masperos Ausgabe scheint sehr zuverlässig zu sein. Da ihr 
keine Übersetzung beigegeben ist, lasse ich zunächst eine solche folgen. 

■ 72 
Über die Erstlinge [anaQxri) und die Zehnten. 

1 Alle Erstlinge {anaQ^ri) aber (de) soll man dem Bischof [sni- 
öxoTtoa) und den Presbytern {nQeoßvxeQoa) und den Diakonen [öidxovoa) 
bringen. Sie sollen sie verzehren. 

2 Aber {öe) auch die Zehnten soll man bringen, damit der Klerus 
(xXfJQoa) und die Jungfrauen (nagd-avoa) und die Witwen {x'^iQa) sie ver- 
zehren. Die Erstlinge {anaQy^ri) gehören nur den Priestern und ihren 
Dienern {vTtrjQezeZv). 

73 

Über die Überschüsse der Opfer {TfQoa(poQd), die man zur Zeit 
der heiligen Sakramente {fxvati^Qiov) nicht darbrachte. 

1 Die Gaben {evXoyla), die zur Zeit der Sakramente [fjLvaxriQLOv) 
überschüssig sind, (d. h.) die man nicht darbrachte, soll ein Diakon [öid- 
y.ovoa) an den Klerus {xXTjqoo) verteilen nach dem Beschlüsse {yvajßrj) des 
Bischofs {eniaxonoa) oder [tj) des Presbyters {TCQeaßixBQoa). Und man 
soll vier Teile dem Bischof [eTtLaxono o) geben, drei Teile dem Presbyter 
{jiQEaßizEQoa), zwei dem Diakon {diaxoroa). 

2 Den anderen aber {de), d. h. den Subdiakonen ivnoSidxovoa) und 
den Lektoren {dvayvwazrja) und den weiblichen Diakonen {ÖLdxovoa}, soll 



1) Maspero hat nicht erkannt, was das Blatt enthält; er bezeichnet 
fis als un fragment de Rituel relatif ä la communion. 



ßO Leipoldt; Saidische Auszüge. 

man je einen Teil geben. Denn iyd^) dies ist das Oute und vor Gott 
Angenehme, daß jeder nach (xatd) seiner Würde (d^lojiza) geehrt f^Tti- 
rifzäv[l]) werde. Denn iyd()) die Kirche ist keine ungeordnete, sondern 
{dV.d) eine wohl geordnete (evöo^la [evra^lal]} Schule. 

74 

Über die, die herzukommen, um an den heiligen Sakramenten 
{fjLvatriQLOv) teilzunehmen (fiexsxBiv). 

1 Die, die zuerst herzukommen zu den Sakramenten (fxvaztjQLOV) 
der Frömmigkeit, sollen seitens des Diakons {öidxovoa) (zu) dem Bischof 
{sTtlaxoTtoo) oder (?/) dem Presbyter [nQeaßvxeQOö) gebracht werden, und 
sie sollen gefragt werden nach dem Anlaß {alrla), weswegen sie zu den 
Worten des Herrn herzukamen. 

2 Die aber (rft), die sie herzubrachten, sollen für sie zeugen, nach- 
dem sie ihre Verhältnisse genau erforschten über die Fertigkeiten {Ttyvr/j[\]. 

75 
Über die Fertigkeiten {Tsyvrj) und Handwerke. 

1 Man soll aber {de) ihren Charakter und ihr Leben [ßioo] genau 
untersuchen, ferner, ob sie Sklaven oder (?/) ob sie Freie {FXevd-SQoa) sind. 

2 Wenn es einer ist, der ein Sklave ist, (so) soll man seinen Herrn 
fragen, ob er für ihn zeugt. Wenn er nicht für ihn zeugt, soll man ihn 
ausstoßen. 

4 Wenn er aber {ös) der Sklave eines Heiden (sd-vtxöa) ist, soll 
man ihn belehren, daß er seinem Herrn gefalle, damit man das Wort 
nicht lästere. 

5 Wenn es ein Mann ist, der (eine) Frau hat, oder (?/) eine Frau, 
die den(!) Mann hat, soll man sie belehren, daß sie sich begnügen. 

6 Wenn sie aber {Ss) noch unverheiratet {ydfA,oa) sind, sollen sie 
sich hüten, daß sie nicht huren {noQveveiv), vielmehr {dXXd) sich nach 
(xard) dem Gesetze {v6[äog) verheiraten {ydfJLoa). 

7 Wenn aber (de) ein Gläubiger {tcloxöo) sein Herr ist, der weiß, 
daß er hurt {noQveveiv), und ihm (dennoch) keine Frau gibt, oder (//) auch 
der Frau keinen Mann gibt, (so) soll jener Herr ausgeschlossen werden. 

8 Wenn es einer ist, mit dem ein böser Geist (öaifxoviov) ist, (so) 
soll man ihn lehren, ihn aber {6s) nicht aufnehmen zur Teilnahme {xol- 
vcovuv) an den Sakramenten {(ivoz'riQLOv), bis er zuvor rein wird. Wenn 
aber (dt) der Tod ihm droht, soll man ihn aufnehmen. 

9 Wenn es ein Kuppler [noQvoßoüxöa) ist, soll er entweder (^) auf- 
hören, oder {})) ausgestoßen werden. 



Zusatz. 61 

10 Wenn eine Hure {nÖQvri) herzukommt, soll sie entweder [ri) auf- 
hören, oder (?^) 

Dieses Stück bestätigt durchaus, was oben über das Verhältnis der 
Pariser Textgestalt zu der von de Lagarde veröft'entlichten ausgeführt 
wurde. Wir sehen auf der einen Seite, daß die Pariser Rezension 
mancherlei Textverderbnisse (z. B. 74 2 + über die Fertigkeit) und sekun- 
däre Zusätze (z. B. 73 inscr. der heiligen Sakramente) enthält, die bei 
de Lagarde fehlen. Andrerseits hat sie an mehreren Stellen ihre Vor- 
lage reiner bewahrt (73 2 Evza^laa 74 1 ol TCQVoxcüa TCQOöLÖvxea — xäa 
aklaa s^exoQeaQ-üJOav — UQoaeveyxövxea 75 i xal o XQÖnoa xal 6 ßioa 
xal 3 erste Hälfte >» 7 tj/ yvvaixl 8 ttqIv av); hier und da (74 1 75 3. 7) 
ist es zweifellos, daß de Lagardes Rezension geändert hat, um zu ver- 
deutlichen; in anderen Fällen mag die jüngere Lesart lediglich aus der 
Nachlässigkeit der Schreiber entstanden sein. Vielleicht ist es auch keine 
Textverderbnis, daß 73 2 bei Maspero der Psaltes fehlt. An sechs Stellen 
haben sich im Texte Masperos Eigentümlichkeiten der AKO erhalten: 
74 inscr. Tempus (vgl. AKO 40 inscr.) 75 2 Ende >> 3 zweite Hälfte >» (vgl. 
AKO 40 4 f.) 8 mit dem ein böser — bis er zuvor (vgl. AKO 40 9) 9 xov 
/iiaaxQonevELV >> (vgl. AKO 41 2). 



Druckfehler. 

S. 10 Z. 9 und 10 v. ob. lies ov statt ov. 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAE VON GEBHARDT und ADOLF HARIACK 

NEUE FOLGE — ELFTER BAND, HEFT Ib 

DER GANZEN REIHE XXVI, Ib 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1904 



Verlag der .1. C. IIINRTCHS'Hclien Buchhandlung in Leipzig. 

DIE GRIECHISCHEN 

CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE 

Herausg. von d. Kirchenväter-Commission d. Kgl. Preuß. Akad. d. Wissenschaften. 

Demnächst erscheinen: 

Eusebius. Das Onomastikon der biblischen Ortsnamen, mir der lateinischen Über- 
setzung des Hieronymus. Hrsg. von E. Klostermann. Mit Einleitg., dop- 
peltem Register u, einer Karte von Palästina. 1904. [Eusebius, Band III, i] 

— Die Theophanie. Hrsg. von H. Gressmann. Mit Einleitg. u. vierfachem Register. 
1904. [Eusebius, Band III, 2] 

Bis j etxt erschienen: 

AdamaniiuS. Der Dialog TiE^l xifq elg d^eöv ÖQd-rjg niaxeoiq. Hrsg. v. W. H. van de 
Sande Bakhüyzen. Mit Einleitg. u. dreif. Register. LVIII, 256 S. 1901. M. 10 — 

Eusebius. über Constantins Leben. — C's Rede an die Heilige Versammlung. — 
Tricennatsrede an Constantin. Heraiisg. von J. A. Heikel. Mit Einleitung u. 
dreifachem Register. CVIII, 358 S. 1902. [Eusebius, Band l] M. 14.50 

Eusebius. Die Kirchengeschichte mit der lateinischen Übersetzung des Rufinus. 
Herausgegeben von E. Schwartz und Th. Mommsen. I. Hälfte, enthaltend 
Buch I bis V. IV, 508 S. 1903. [Eusebius, Band II, 1] *M. 16 — 

Buch Henoch. Herausgegeben von J. Flemming und L. Radermacher. Mit 
Einleitung u. vierfachem Register. VII, 172 S. 1901. *M. 5.50 

Hippolyi. Kommentar z. Buche Daniel u. d. Fragmente d. Kommentars z. Hohenliede. 
Hrsg.v.G.N.BoNWETscH. — Kleine exeget. u homilet. Schriften. Hrsg.v.H.AcHELis. 
X, XXVIII, 374 u. X, 309 S. 1897. [Hippolytus, Band I] M. 18 — 

Oracula Sibyllina. Bearbeitet von J. Geffcken. Mit Einleitung u. doppeltem 
Register. LVI, 240 S. 1902. M. 9.50 

Origenes. Schrift vom Martyrium (exhortatio). — D. acht Bücher gegen Celsus. — 
Schrift vom Gebet (de oratione). Hrsg. von P. Koetschau. Mit Einleitg. u. 
dreifach. Register. XCII, 374 u. VIII, 546 S. 1899. [Origenes, Band I/II] M. 28 — 

Origenes. Jeremiahomilien. — Klageliederkommentar. — Erklärung der Samuel- und 
Königsbücher. Herausgegeben von E. Klostermann. Mit Einleitung u. drei- 
fachem Register. L, 352 S. 1901. [Origenes, Band III] M. 12.50 

Origenes. Der Johanneskommentar. Hrsg. von E. Preuschen. Mit Einleitung u. 

vierfachem Register. CVIII, 668 S. 1903. [Origenes, Band IV] M. 24.50 

Gebunden in geschmackvolle Halbfranzbände je M. 2. 50 für den Band mehr. 
* Vorläufig nur in Interimskartonage je 50 Pf. 

Im Druck befinden sich: 
Clemens Alexandrinus. Protrepticus und Paedagogus bearb. von O. Stähl in. 
Eusebius, Kirchengeschiclite bearb. von Ed. Schwartz; dazu: 
Rufinus. Tjateinische Übersetzung von Eusebius' Kirchengeschichte bearb. von 

Th. Mommsen (f). Zweite Hälfte. [Eusebius, Band II, 2] 
Die koptisch-gnostischen Schriften bearbeitet von C. Schmidt. 

Ztinächst ist dann ferner xu erwarten: 
Julius Africanus bearbeitet von H. Gelzer. 



Der Umfang dieser neuen monumentalen Ausgabe läßt sich im Voraus nur 
annähernd berechnen. Ins Auge gefaßt sind etwa 50 Bände. Jeder Band ist 
einzeln käuflich; bisher erforderte der Anschaffungspreis aller 
Bände durchschnittlich im Jahre nur 19 Mark. 



KOPTISCHE AKTEN 



ZUM 



EPHE8INISCHEN KONZIL 

VOM JAHRE 481 
tJBERSETZUNa UND UNTERSUCHUNGEN 

VON 

WILHELM KRAATZ 

LiC. THEOL. 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'sCHE BÜCHHANDLUNG 
1904 



Veiljig der .1. C IIINI'ICHS'scheii liuclihaudlunf^ in Leipzig. 



TEXTE UND UNTEESUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DEE 

ALTCHKISTLICHEN LITERATUB 

Inhalt der Neuen Folge^Band I-^Xl, 3 : 



Neueste Hefte: 

Kraatz, W., Koptische Akten zum ephesiuischen 

Konzil (431). Übersetzung U.Untersuchungen. 

YJII, 220 S. 1904. (NF,. XI, 2) M. 7 — 

Berendts, A., D. handschriftl. Überlieferung d. 

Zacharias- u. Johannes-Apokryphen. — Über 

d. Bibliotheken d. Meteorischen u. Ossa-Olymp. 

Klöster. IV, 84 S. 1904. (NF. XI, 3) M. 2.70 
Bonwetsch, G. N., Drei georgisch erhaltene 

►Schriften von Hippolytus. XVI, 98 S. 1904. 

(NF. XI, la) M. 3.50 

Leipoldt,Johs., Sa'id.Auszüge a.d.S.Buche d.apost. 

Konstitut. II, 62S. 1904. (NF.XI,lb)M. 2 — 

Achelis, H., Hippolytstudien. VIII, 233 S. 1897. 

(NF. I, 4) M. 7.50 

Bonwetsch, G. N., Studien z. d. Komm. Hippolyts 

zum Buche Daniel u. Hohenliede. IV, 86 S. 

(NF. I, 2) M. 3 — 

— Hippolyts Kommentar z. Hohenlied auf Grund 
V. N. Marr's Ausg. d. grusin. Textes herausg. 
108 S. 1902, (s. u. Harnack) 

Bratke, E., Das sogenannte Keligionsgespräch 
am Hof der Sasaniden. IV, 305 S. 1899. (Mit 
Harnack, Cyprian. Schriften NF.IV,3) M. 10.50 

Die syrische Didaskaliaübs. u.erkl.v.H. Achelis u. 
J. FLEMMING.VIII, 388S. 1904. (NF.X,2) M. 12.50 

Dobschütz, E. von, Christusbilder. Untersuchun- 
gen zur christlichen Legende. XII, 294, 336 
und 357 S. 1899. (NF. III) M. 32 — 

Erbes, C, Die Todestage der Apostel Paulus 
und Petrus und ihre römischen Denkmäler. 
IV, 138 S. 1899. (Mit Harnack, Ketzerkatalog 
und Goetz, Cyprian NF. IV, l) M. 5.50 

Flemming, J., Das BuchHenoch. Äthiop.Text, Einl. 
Komm. XVI, 172 S. 1902. (NF. VII, 1) M. il — 

Gebhardt, .0. v., Passio S. Theclae virginis. Die 
latein. Übersetzgn. der Acta Pauli et Theclae 
nebst Fragm., Auszügen u. Beilagen herausg. 
CXVIII, 188 S. 1902. (NF. VII, 2) M. 9.50 

Geffcken, J., Komposition u. Entstehungszeit d. 
Orac. Sibyll. IV,78S. 1902.(NF. VIII,l)M.2.50 

Goltz, E. V. d., Eine textkrit. Arbeit d. 10. bez. 
6. Jh., hrsg. nach e. Codex d. Athoskl. Lawra. 
Mit 1 Tafel. VI, 116 S. 1899. (NF. II, 4) M. 4.50 

Goetz, K. G., D. alte Anfang u. d. ursprüngl.Form 
v.Cypr. Schrift ad Donatum. 16 S. 1899. (s. Erbes) 

Gressmann, H., Studien zu Euseb's Theophanie. 
XI, 154 u. 69 S. 1903. (NF. VIII, 3) M. 8- 

Haller, W., Jovinianus, dieFragm. s. Schriften etc. 
VIII, 159 S. 1897. (NF. II, 2) M. 5.50 

Harnack, A., D. pseudocypr. Trakt, de singu- 
laritate cleric. e. Werk d. donatist. Bisch. 
Macrobius in Rom. (72 S.) — D. Hypotyposen 
d. Theognost. (20S.) — D. gefälschte Brief d. 
Bisch.Theonas an d.OberkammerherrnLucian. 
(25 S.) 117 S. 1903. (NF. IX, 3) M. 3.50 

— Über verlorene Briefe und Actenstücke, 
die sich a. d. Cyprian. Briefsammlg. ermitteln 
lassen. 45 S. 1902. (Mit Klostermann, u. Bon- 
wetsch, NF. VIII, 2) M. 5.50 

— Der Ketzer-Katalog des Bischofs Maruta 
von Maipherkat. 17 S. 1899. (s. Erbes) 

— Die Pfaif sehen Irenäus- Fragmente als 
Fälschgn. PfafTs nachgewiesen. — Patrist. 
Miscellen. III, 148 S. 1900. (NF. V, 3) M. 5 — 



Harnack, A., Diodor v. Tarsus. IV. 251 s. looi 

(NF. VI, 4) M. 8- 

— Drei wenig beachtete Cyprianische Schriftei 
u. die „Acta PauH". 34 S. 1899. (s.o. Bratke 

Hell, K., Fragmente vornicän. Kirchenväte: 

aus d. Sacra parallela. XXXIX, 241 S. 1899 

(NF. V, 2) M. 9 - 

— Die Sacra parallela des Johannes Damas 
cenus. XVI, 393 S. 1897. (NF. I, i) M. 12 - 

Janssen,R.,D.Johannes-Ev.n.d.Para)>h.d.Nonnui 
Panopolit. IV, 80 S. 1903. (NF. VIII, 4) M. 2.5( 

Jeep, L., Zur Überlieferung des Philostorgios, 
33 S. 1899. (S...U. Wobbermin) Nicht einxelt 

Klostermann, E., D. Überlief, d. Jeremia-Homiliei 
d.Origenes. VI, 116 S. 1897. (NF. I, 3) M. 3.5( 

— Eusebius' Schrift ntfi, xtZv zomxmv lvoju./.rtu- 
Tüv Iv xf] ■deXa '/vu(f)Tj. 28 S. 1902. (s. 0. Hamaok 

Knopf, R., Der erste Clemensbrief. Untersuch 
u. herausg. IV, 194 S. 1899. (NF. V, \) M. 6- 

Leipoldt, Jobs., Schenute von Atripe u. d. Ent 
stehung d. national ägypt. Christentums 
X, 214 S. 1903. (NF. X, 1) M. 7 - 

Nestle, E., Kirchengeschichte d. Eusebius a.d.Sy^ 
rischen. X, 296 S. 1901. (NF. VI, 2) M. 9.5( 

Preuschen, E. , Eusebius' Kirchengeschicht« 
Buch VI u. VII aus d. Armenischen übersetzt 
XXII, 109 S. 1902. (NF. VII, 3) 31. 4 - 

Schmidt, C, Die alten Petrusakten i. Zusammenh 
d. apokr.Apostellit. untersucht. Nebst e. neu- 
entdeck.Fragm.VIII,l76S.l903.(NF.IX,i)M.6- 

— Plotin's Stellung zum Gnosticismus und 
kirchl. Christentum. X, 90 S. — Fragm. einei 
Schrift d. Märt.-Bisch. Petrus v. Alexandrien 
50 S. 1900. (Mit Stählin NF. V, 4) M. 5 - 

Schubert, H. v., D. sog. Praedestinatus. Beitrag z 
Gesch. d. Pelagianismus. IV, 147 S. 1903 
(NF. IX, 4) M. 4.81 

Sickenberfler, J., D. Lukaskatene d. Niketas v 
Herakleia unters. 1902. (NF. VII, 4) M. 4— 

— Titus von Bostra. Studien zu dessen Lukas- 
homilien. VIII, 268 S. 1901. (NF. VI, i) M. 8.5( 

Soden, H. von, Die Cyprianische Briefsammlung 
Gesch. ihrer Entstehung u. Überlieferung, 
VIII, 268 S. u. 2 Tab. 1904. (NF. X, 3) M. 10.5( 

Stählin, 0., Zur handschriftl. Überlief, d. Clem, 
Alexandrinus. 8 S. 1900, (s. o, Schmidt) 

Steindorff, G., Die Apokalypse d, Elias, e, unbek 
■ Apok, u. Bruchst. d. Sophonias-Apok. X, 190 S 
Mit 1 Lichtdr.-Taf. 1899. (NF. II. 3a) M. 6.5C 

Stülcken, A., Athanasiana. Litterar- u, dogmen- 
gesch. Unters. VIII, 150S. 1899. NF. IV,4) M. 5 - 

Urbain, A., Ein Martyrologium d, christl, Ge- 
meinde zu Rom am Anfang des V. Jahrh. 
Quellenstudien z. Gesch. d, röm. Märtyrer. 
VI, 266 S. 1901. (NF. VI, 3) M, 8,50 

Waitz, H., D. Pseudoklementinen, Homilien u. Re- 
kognitionen. 1904. Vni,396S.(NF. X,4) M. 13 - 

Weiss, B., D, Codex D i. d.Apostelgesch.Textkrit. 
Unters. IV, 112 S, 1897. (NF. II, 1) M. 3.50 

— - Textkritik der vier Evangelien. VI, 246 S, 
1899. (NF. IV, 2) M, 8 - 

Wobbermin, G., Altchristi, liturg. Stücke aus der 
Kirche Aegyptens nebst einem dogmat. Briel 
d. Bischofs Serapion v. Thmuis. 36 S. 1899. 
(Mit Jeep NF. II, 3b M. 2—) einzeln M. 1.50 

Wrede, W., DieEchtheit des 2, Thess. -Briefs unter- 
sucht. VIII, 116 S. 1903. (NF. IX, 2) M. 4 - 



Die Erste Reihe (Band I—XV) der Texte und Untersuchungen etc. M. SSO- 
Zweige Reihe (10 Bände bis jetzt vollständig). M. 276.80 

Auch in gute Halbfranz-Bibliotheksbände (I. Reihe in 17 Bde., II. Reihe in 10 Bde.) zu je M. 2.50 

gebunden vorrätig. 

Ausführliches Inhaltsverzeichnis steht zu Diensten. 



KOPTISCHE AKTEN 



ZUM 



EPHESINISCHEN KONZIL 

VOM JAHRE 431 
ÜBERSETZUNG UND UNTERSUOHUNCtEN 

VON 

WILHELM KRAATZ 

LiC. THEOL. 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1904 



TEXTE UND UNTERSUCHÜNaEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER- COMMISSION 

DER KGL. PREOSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 
OSCAR V. GEBHARDT UND ADOLF HARNACK 

NEUE FOLGE XL BAND 2. HEFT 



I 



HEKM LIC. M. CARL SCHMIDT 



IN DANKBARKEIT 



GEWIDMET 



Vorwort. 

Die folgende kleine Arbeit ist entstanden auf Anregung 
des Privatdozenten an der Universität Berlin, Herrn Lic. Dr. 
C. Schmidt, dem ich an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank 
aussprechen möchte, nicht nur für die mancherlei Winke und 
Ratschläge bei Abfassung meiner Studie, für die freundliche 
Hilfe beim Lesen der Korrektur, sondern vor allem auch für 
die Uneigennützigkeit und Sorgfalt, mit der er mich in die 
Geheimnisse der koptischen Sprache eingeweiht hat. Ich erachte 
es daher für einen schuldigen Tribut meiner Dankbarkeit, ihm 
die erste Arbeit, in der ich meine koptischen Kenntnisse ver- 
werten durfte, zu widmen. 

Die Monographie, die ich hiermit veröffentliche, ist eine 
Erstlingsschrift, die infolgedessen um freundliche Nachsicht 
bittet, falls sie an einzelnen Stellen nicht dieselbe wissenschaft- 
liche Schärfe und methodische Genauigkeit verrät, welche ein 
Gelehrter zeigen würde, der bereits längere Zeit in der Werk- 
statt der theologischen Wissenschaft tätig ist. Ich glaubte aber 
mich der Arbeit nicht entziehen zu dürfen, da die Akten es 
verdienen, aus dem koptischen Dunkel ans Licht gebracht zu 
werden, eine deutsche Übersetzung bisher noch nicht erschienen 
ist. die französische viele Fehler und Mängel aufzuweisen hat, 
und die koptische Sprache vorläufig noch nicht zu denjenigen 
gehört, deren Kenntnis bei einem Theologen oder wenigstens 
bei einem Kirchenhistoriker unbedingt vorausgesetzt werden 
darf. Wenn meine Arbeit nur den Erfolg hat, daß künftig 
jeder, der über das Konzil zu Ephesus 431 schreibt, sich mit 
unseren koptischen Akten auseinandersetzen muß, so darf ich 
zufrieden sein. Für jede berechtigte Korrektur meiner Aus- 
führungen oder meiner Übersetzung werde ich mich stets dankbar 
erweisen. 



VI 



Vorwort. 



Schließlich möchte ich nicht unterlassen, den Herren Prof. 
Dr. Sieglin- Berlin und Prof. Dr. Bonwet seh -Göttingen auch 
hier meinen Dank auszusprechen, ersterem für eine mir freund- 
lichst erteilte geographische Auskunft, letzterem für die Be- 
reitwilligkeit, mit der er mir sein russisches Exemplar der 
Schrift Bolotovs zur Verfügung gestellt hat. Ihm verdanke ich 
es, daß ich mich in einem Anhange mit den Anschauungen 
Bolotovs, der als einziger sich bisher mit den Akten genauer 
beschäftigt hat, auseinandersetzen konnte. 



Grunewald-Berlin, im August 1904. 



Wilhelm Kraatz. 



1 

I 



Inhaltsangabe. 



Seite 

Einleitung 1 

I. Übersetzung 4 

II. Untersuchungen 132 

1. Das ephesinische Konzil nach der koptischen Schilderung; 
Vergleichung mit der griechischen Darstellung 134 

2. Die Persönlichkeit Apa Victors 148 

3. Die echten Stücke der koptischen Akten 171 

a) Der Kopte als Übersetzer 171 

b) Koptische Briefe ohne griechische Parallele 181 

4. Die Stellung des Bischofs Johannes von Antiochien zu Nestorius 

und seiner Partei 191 

Anhang (Auseinandersetzung mit Bolotovs Ausführungen) .... 202 

Verzeichnis der Personennamen 215 

Berichtigungen 220 



i 



i 



i 



Einleitung. 

In den ..Memoires publies par les membres de la mission 
arcbeologique francaise au Caire'". Tome VIII (Paris 1892). bat 
Bouriant koptiscbe Konzilsakten von Epbesus mit einer fran- 
zösiscben Übersetzung yeröffentlicbt. Nacb seinen Mitteilungen 
im Vorwort bilden diese koptiscben Akten einen Teil der von 
Maspero in Akbmim gekauften Scbriftstücke und sind, brucb- 
stückweise, in zwei Handscbriften auf uns gekommen. Die erste 
Handschrift, die größere, ist uns in 45 Blättern erhalten, und 
zwar die Seiten: 3 — S, 11 — 58, 61 — 96. Jedes Blatt ist in zwei 
Kolumnen beschrieben, enthält im Durchschnitt in jeder Kolumne 
32 Reihen, ist 35 cm hoch und 21 cm breit. Von der zweiten 
Handschrift ^ ist uns leider noch w^eniger erhalten, nur 6 Blätter, 
die Seiten 35 — 46, die den Seiten 47 — 59 in der ersten Hand- 
schrift entsprechen. Auch hier ist jede Seite in zwei Kolumnen 
beschrieben. Schrift, Tinte und Papier weisen, nach Bouriants 
Angabe, wenigstens in das 7. Jahrhundert. Amelineau datiert 
im handschriftlichen Katalog die erste Hs. in das IJ. Jahr- 
hundert, die zweite ins 12. Jahrhundert. 

Diese koptischen Akten über das Konzil zu Epbesus i^431) 
haben bisher nur wenig Beachtung gefunden. Amelineau hat 
über sie in der Academie des inscriptions kurz berichtet-, aber 
sein Bericht hat. wissenschaftlich betrachtet, wenig oder gar 
keine Bedeutung. Er begnügt sich mit allgemeinen Redens- 
arten, ohne auf die Sache selber irgendwie näher einzugehen. 
Er erklärt den ganzen koptischen Bericht in Bausch und Bogen 
für historisch, obwohl er selber sonst sehr wenig Vertrauen in 



1) Beide Handschriften sind im sahidischen Dialekt geschrieben. — 
'2, ,,Comptes rendus de TAcademie des inscriptions et belles-lettres.'* 
1890. p. 212—19. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI. 2. 1 



2 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

die koptischen Manuskripte setzej Den (größten Teil des 
Berichtes A.'s bildet eine Inhaltsangabe der wichtigsten Stücke: 
auf eine Untersuchung der Frage, ob denn wirklich der in den 
Akten oft erwähnte Apa Victor überhaupt eine geschichtliche 
Persönlichkeit ist, ob nicht vielleicht neben den echten Stücken 
dieses Dokumentes auch unechte Stücke sich befinden, ob wirk- 
lich in Konstantinopel sich die Vorgänge abgespielt haben oder 
nur abspielen konnten, von denen der Kopte uns berichtet, 
geht A. gar nicht ein. Er erklärt den Bericht einfach rundweg 
für historisch, spricht das Urteil aus, daß nichts dem entgegen- 
stehe, „avec la plus grande confiance" ihn anzunehmen, und 
schließt mit ein wenig phrasenhaft klingenden Worten.^ Daß 
ihm auch einzelne Irrtümer dabei untergelaufen sind, nur neben- 
bei; wir werden an den betreffenden Stellen noch darauf zurück- 
kommen. Eine wirklich historisch wertvolle, weil auf genauerer 
Untersuchung beruhende Abhandlung ist die A.'s nicht; daher ist 
sie nicht geeignet, uns in dem rechten Verständnis der Akten zu 
fördern. Wie ich nach Abschluß meiner vorliegenden Arbeit 
erfuhr, haben noch ein Engländer und ein Eusse über unsere Akten 
gehandelt; aber der Engländer bringt nur eine ziemlich ausführ- 
liche Inhaltsangabe (The church quarterly Review, Oktober 1891, 
p. 91 ff., anonym). Der Russe Bolotov ist der einzige, der sich 
näher mit ihnen beschäftigt hat (Christ. Tschtenija, 1892, S. 63 ff*.), 
ohne freilich den Urtext vor sich zu haben; er stützt sich auf 
die Angaben des Engländers. Ich habe einige gute Bemerkungen 
Bolotovs meiner Arbeit in Anmerkungen an den passenden 
Stellen zugefügt, werde mich aber in einem Anhange mit den 
Ansichten Bolotovs, die gerade in dem Hauptpunkte von den 
meinigen abweichen, auseinandersetzen. Sehen wir von den 
unbedeutenden Bemerkungen Amelineaus und des Engländers 
ab, so hat man außer dem Russen unsere Akten so gut wie 
nicht beachtet, wie überhaupt die Greschichte des ephesinischen 



1) „Personne n'a moins confiance que moi dans la valeur histo- 
rique des manuscrits coptes" (a. a. 0. S. 212). — 2) „II (le raanuscrit) 
est d'une grande valeur en ce qu'il nous permet de connaitre souvent 
les dispositions que les personnages avaient en agissant et le mobile 
auquel ils obeissaient, ce qu'il est avant tout important de connaitre 
pour pouvoir tirer les lois historiques et morales, sans lesquelles 
l'histoire n'est qu'un vain amas de faits." 



Einleitung. 3 

Konzils selten näher untersucht worden ist. Wir haben merk- 
würdigerweise keine wertvolle Spezialarbeit darüber; denn daß 
hier alle Fragen, die beim Studium dieses Konzils auftauchen — 
ich erinnere nur an das Verhalten des antiochenischen Bischofs 
Johann — . bereits geklärt sind, wird niemand, der sich einmal 
genauer damit beschäftigt hat, behaupten wollen. Um so dank- 
barer können wir Bouriant sein für die Veröffentlichung der 
koptischen Akten, die uns ein zum Teil neues Bild — ob 
historisch oder nicht, das bedarf einer Untersuchung — von dem 
A'erlauf jenes Konzils geben. 

Dennoch aber dürfen wir uns nicht etwa bei der Bouriant- 
schen Veröffentlichung und Übersetzung beruhigen. Aus drei 
Gründen: einmal, weil die Übersetzung vielfach fehlerhaft und 
mangelhaft ist^; Bouriant ist kein Theologe, wie er selbst be- 
tont-: daher hat er zuweilen den Zusammenhang und den Sinn 
nicht richtig erkannt und eine unrichtige Übersetzung gebracht. 
Auch Flüchtigkeitsfehler, manchmal grammatische Versehen, sind 
ihm untergelaufen. Zweitens bedarf der koptische Text, den B. 
veröffentlicht hat, dringend einer Korrektur. Der Urtext lautet 
vielfach anders, als B. ihn mitteilt; eine ganze Reihe von Stellen 
müssen geändert werden. Endlich drittens: Text und Übersetzung 
allein genügen nicht. Es muß einmal untersucht werden, wie 
weit der Kopte uns historisch zuverlässige Nachrichten bringt, 
ob das Ganze nur ein künstlich ersonnen er Roman ist oder wirk- 
liche Beiträge zur Kenntnis der Geschichte jenes Konzils bringt. 

Hierzu war es natürlich unumgänglich nötig, die Hand- 
schriften selber einmal einer genaueren Untersuchung zu unter- 
ziehen. Das ist geschehen. Ich selber war nicht in der Lage, 
diese Arbeit vorzunehmen ; doch hat Herr Lic. Dr. Karl Schmidt 
(Berlin' seinerzeit die Originale in Paris mit der Bouriantschen 
Veröffentlichung genau verglichen und mir seine Notizen in 
liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Ihm verdanken 
wir also die meisten Korrekturen des koptischen Textes, die ich 
im folgenden bringe. 

Ich gebe zunächst eine Übersetzung der uns erhaltenen 
koptischen Akten und notiere in den Anmerkungen dazu die 
Abweichungen des Originales vom B.schen Text, sowie auch 



1) Beweis unten und bei der Übersetzung. — 2) a. a. 0. S. 142. 

1* 



4 Kraatz, Koptische Akten z, ephes. Konzil. 

die Mängel der französischen Übersetzung. Der zweite Teil 
bringt einzelne kleine Studien zu dieser koptischen Darstellung des 
ephesinischen Konzils. 



I. Übersetzung.* 

(5) auf daß wir von Alexandrien nach Ephesus abreisen 

(d7toÖ7]fi£lv). Alle augenblicklich (vorliegenden) Angelegenheiten, 
welche Deine Heiligkeit betreffen \ lasse beiseite; denn (/«(>) Gott 
wird sie verwalten {öloixbZv). Was aber {öt) den Glauben {jtLozLc) 
anbetrifft, so ist mit ihm nichts zu vergleichen. Ich bete, daß es 
Dir wohlgehe im Herrn, Geliebter, den ich verehre." 

Und als der (gottes)fürchtige Vater Apa Victor dies so be- 
schaffene Schreiben empfangen hatte, reiste {ajioörj^üv) er aus 
dem großen Kloster Pbav am 26. des Monats Paremhotep 2, im 
14. Jahre des Cyklus {xvxXod) nach Alexandrien ab. Und er 
gelangte {TcaxavTav) am 5. des Monats Parmute nach Alexandrien, 
indem nur 10 Tage vergangen waren, die er auf der Schiff'ahrt 
zugebracht hatte. ^ Nach der heiligen Pfingstwoche {jt£VTr]xoöTrj) 
wurde er durch den heiligen Erzbischof(a();(£fjr/öxojroc lauf gefordert 
{jcaQaxaXstv), nach (6) Konstantinopel aufzubrechen^, indem er 
eine Denkschrift {vjiOfiP7](jTix6v) über das, was er in der Stadt 
{jtolig) tun {jtQaöOeiv) sollte, empfing.^ Der gottergebene ^ Erz- 
mönch {aQXi^liOvaxo^i) aber [6e) hörte auf seine Aufforderung 
{jiaQaxXrjötq) ^ die an ihn erging; er reiste aus Alexandrien am 
2. des Monats Paschons zur Kaiserresidenz (xofilTarov) ab 
(ajtoörjfielv) und gelangte {xazavräv) am 25. desselben Monats 
nach Konstantinopel, nachdem er 24 Tage auf der Meerfahrt 
{■d-aXaööa) zugebracht hatte. 

*) Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf die Seiten 
der Bouriantschen Ausgabe. 

1) wörtlich: „was in Deine H. hineinführt". — 2) Bouriant: 
nevpeMg>oTn; Mscr.: iid^pÄigoTii. — 3) B. irrtümlich: nuTd.qeyd.n statt 
ni\Tev<qÄ.d.Tr ; ungenau: „n'ayant mis que dix jours ä eifectuer son 
voyage". Lies ferner: ^m necs'Hp, nicht: gn (so B.). — 4) eigent- 
lich: „daß er seine oQ^ij gebe nach K." — 5) B. : „et on lui remit": 
doch "xi = empfangen. — 6) B.: npequjMtye; Mscr.: npeqtyeAvuje. 
So öfter. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 5. C. 7. 5 

Kopie (^Löov) der Denkschrift [vjTO^ivrj6rix6v\ die dem gott- 
ergebenen Erzmönch [aQXifwvaxog) Apa Victor durch den heiligen 
Erzbischof {aQXL^JtiöxoJcoQ) Cyrill gegeben war; — nichts an- 
deres hat er ihm' übergeben, außer dem, was in dieser Denk- 
schrift {vjioiivriöxixov) geschrieben steht; zugleich {dua xe) ihm 
befehlend (owraöOsiv) -, daß er, wenn er diese Hauptaufträge 
(xsrpayMcd) in Konstantinopel vollendet hätte, nach Ägypten wegen 
der Verwaltung seiner Klöster zurückkehre. 

..So Gott wiir^, werden wir-^ nach dem heiligen Fest uns 
beeilen {ojtovöaCsiv), aus Alexandrien nach Ephesus fortzugehen. 
Deine Frömmigkeit aber (öe), die uns überragt^, möge darüber an 
allen Orten wachen, weil, wie {xara) ich meine ^, einige wünschen, 
uns zu schädigen, oder (?)') vielmehr einige der Bischöfe (ejrt- 
öxojiOL) und ihre Kleriker {xItjqixoI), die mit uns sind", 
wünschen dem frommen {evötßrjo) Kaiser Bitten {ösrjöscg) vorzu- 
tragen, auf daß {ojöTs) man sie auf der Synode (övvoöoq) anhöre, oder 
{?]) vielmehr durch den Thron (d^govog) der großen Statthalter 
{tjtagyoi} oder {?]) (durch) den Beamten iagyrnv) der Provinz {x^^ga)-, 
kurz (äjtZcög) alles dies überdenken sie bei sich, die Absicht 
{OxoJiog) der Synode {ovvoöog) zu stören. — Deswegen wache 
und trage (7) Sorge, auf daß, wenn es in dieser Weise geschieht, 
Du ermahnst (jtaQaxalüv^^ daß in erster Linie das Dogma {ö6y{ici) 
des Glaubens {jitöxia^^ bestehen bleiben möge; und danach, daß die, 
welche sei es ißtre) einen Bischof {sjtloxojtog) oder (slre) einen 
Kleriker (x/,i]()ix6g) anzuklagen ixarrjyoQBlv) wünschen, ihren 
Urteilsspruch auf der Synode {pvvoöog) oder (?)') in Konstantinopel 
hören mögen. Denn (/«()) wir wünschen nicht durch ephesinische 
Beamten^ {aQyovreg) oder (^') überhaupt {aJtlmg) durch asia- 
tische Gerichte (öixaöTrjQLo) gehört zu werden, damit wir nicht 
in der Fremde durch viele Mühsale bedrängt werden. Fordere 
{jtagaxakelv) aber {öe) auch hinsichtlich dieser Angelegenheit'^ 



1^1 eTooTq (Mscr.); B. falsch: n^HTq. — 2) Mscr. nur: eqcTn7e. — 
3) Mscr.: ^Äi nxcoiy; B.: ^R nxcoig. — 4) B. falsch: eTnn*.cnoT'^d.7e, 
statt: TitnewcnoT'^d.Te. — 5) Mscr.: £*.cpigopn; B.: eevqpujopi?. — 
6) B.: e't-ueTe; Mscr.: e'^Aiee-ye. — 7) Mscr.: exnÄiAid.; doch das 
gil)t keinen passenden Sinn; man wird lesen müssen: €Tn.üAid.T. — 
8) B.: ..par l'intermediaire de rarchonte; im Text aber steht: ^iTit 
nA.p^ton. — 9) B. hat die ganze folgende Stelle, wie seine Über- 
setzung zeigt, mißverstanden. 



Kraatz, Koptische Akten z. ephcK. Konzil. 

daß niemand, außer {d firjrt) einer von den eifrigen {öJtovdalOL) 
Orthodoxen {ogOodo^oc) nach Ephesus gesandt werde, der die 
Unterstützung {ßorjd^SLd) der Beamten (aQxovTfzq) ^ an jenem Orte 
hat, damit er über die gute Ordnung (evra^la) der Stadt 'jto/.ig) 
wache und uns selbst sicher stelle ohne Schädigung hJtrjQSta) '^ 
als (o9c) Fremde, und ferner die Synode (övvoÖoq; schütze i^or/- 
dslv), daß man ihr keine Gewalt antue. — Wenn Nestorius um 
den Grafen (xofirjg) Irenaeus bittet {alzelv), den er zu einem er- 
lauchten {iXXovöTQiogy gemacht hat, so dulde (dvtxtoO^ai) über- 
haupt (o'2cög) nicht, daß jener allein nach Ephesus kommt, weil er 
zu ihm (seiner Partei) gehört und sich bemühen wird (ojtovödCeiv), 
ihm zu gefallen, und nicht für uns irgendwie sorgt und auch 
nicht die schmählichen Behandlungen {ijtrjQsiat) ahndet ötojxttv), 
die uns ^ durch einige zuteil werden werden, sondern {aX/,a; dabei 
verharrt, Nestorius allein zu decken und für ihn zu kämpfen. Dies 
nun ist jetzt vonnöten^: entweder (r/) soll manLausus alleinsenden, 
oder {?]) aber er soll mit Irenaeus kommen. Wir sind fremd 
und fürchten sehr, daß einige das Volk {örjfiog) aufwiegeln, sich 
gegen uns zu erheben^, oder {rj) aber, daß die Mönche iaovc.yoL)^ 
die an jenem Orte sind, (8) die Synode {övvoöod) auseinanderjagen, 
damit wir nicht imstande sind, uns zu versammeln, dadurch daß 
wir allzumal fliehen.'' Denn (/«()) jener Nestorius wird viele 
Ränke ausüben; — er kommt zwar {(liv) gemäß [TcaTO) dem 
kaiserlichen Befehl nach Ephesus; — wenn er aber {ßi) durch 
seine Ränke uns verfolgt {ölc6x8lv)^ wnrd er uns anklagen 
{xarrjyoQeip), wie wenn {mg) wir von selbst geflohen seien; 
und er wird Unruhen und Tumulte {ördöscg) gegen uns an- 
zetteln." 

Als aber {6e) der gottergebene ErzmÖnch {aQyjfiovaxog) Apa 
Victor am 25. des Monats Paschons spät am Abend in die Stadt 
{jioXig) gelangt war {xaravTav), kam sofort die Nachricht da- 



1) B. : ne^p^cou; Mscr.: nud^p^con. — 2) ««^"Siii enepe*.. B. 

hat die Worte in der Übersetzung ausgelassen. — 3) neA'iVoTCJ 
Tpion, nicht: ne'AAoTrcTHpion (B.). — 4) Mscr.: eTniKTd.oon: B. 
irrig: cTnd.Tö.^ooT. — 5) B. übersetzt: „Voici encore une chose 
excellente". Aber es folgt im Text nichts Neues; daher ,. encore" 
nicht am Platze. — 6) Im Text: eTTperTCoo-yn (sie!). — 7) B. ,,ou 
que quelque meine, se trouvant lä, ne nous empeche, nous autres 
membres du Concile, de nous reunir tous ä la fois." 



I. Übersetzung. Bouriant S. 8. 0. 7 

von 7Aim frommen {svoeß?jQ^' Kaiser \ und er befahl, vielmehr (ffäX- 
Xov) aber (de' er sandte, daß er ihm begegne {aJtavTav). Und am 
folgenden Tage, nämlich am 26., trat er in den Palast Knalla- 
TLov) ein, auf daß er dem gottliebenden Kaiser begegnete {ajcav- 
räv)^ und er begegnete {ajtavTav) ihm in großer Freude und 
^ehr jubelnd über seine Anwesenheit {jtaQovoia). Zugleich 
{üf^a) aber {ös) sprach der fromme {evösß?jg) Kaiser folgender- 
maßen mit sanfter {yjfisQog) (freundlicher) Stimme: „Wir- sind 
glücklich ^uaxaQLOL}^ da Gott uns wiederum würdig gemacht 
hat, Deine Frömmigkeit gesund zu sehen, gemäß {xarct) unserer 
Sehnsucht {sjtiO^vfiia). Wir hofien {eljclC^eLv), Du betest {jiqsö- 
ßevHv) für uns in Deinen heiligen Gebeten. Wenn Du auch 
{ytav) durch den Raum {öcdörrjua) fern von uns bist, so bist Du 
aber (öe) uns nahe durch die Glut Deines Geistes {jzvevfiaY^.^ — 
Und sogleich antwortete ihm der gottesfürchtige Vater in dem 
Ziele [^oxojioc) seiner Klugheit (Sinn: in seiner durchdringenden 
Klugheit^), indem er seine große Liebe {dyajtT]) (9) zu ihm sah: 
..Die Gaben {öwQsal), die Gott der Welt (xoöfiog) geschenkt hat 
iXccQlCeöd-ai), sind groß, weil wir das Heil Eurer heiligen Majestät 
{xQdrog) genießen (uns seiner erfreuen djro?MV6iv), die täglich 
in der Frömmigkeit {-evöEßrjq) und dem rechten^ Glauben {jtlöTtq) 
an Gott Fortschritte macht {jtQoxojiTsiv). Deswegen hat Christus 
Euer Kaisertum in großer Macht befestigt, weil^ auch Ihr das 
heilige Dogma {öoyfia) seiner Kirche {axx^jjoia) befestigt, indem 
Ihr Vorbild (yaQaxrr/Q)'' der ganzen Welt (olxovfisvrj) seid, auf 
daß man den Fortschritt {jtQOxojirj) Eures ^ heiligen Glaubens 
[ütioTLc) nachahme". Da (rore) fahr wiederum der gottliebende 
Kaiser in der Rede fort, indem er ihn nach der Ursache seiner 
Reise (ajrod/;///a), die er gemacht hatte, fragte. — Es begann 
(dQyeo&ai) nun {Xoijtov) der gottesfürchtige Vater in medias res 
zu gehen (eigentlich: „in die Mitte der Erzählung, loTOola''), 
weil er die Stadt {jcoXug), als er landete, von Tumult {ordoig) 

1) Im Text steht: nTCTnoir ev noTcouj ujcone uje>.. Aber das 
gibt keinen Sinn; uj ist einmal zu streichen: noTco lytone. — 2) on 
von *.non superscriptum im Mscr. — 3) B.: ,,ear si tu es lein de nous 
par le rang etc.". — 4) B.: „plein de discernement et de sagesse". — 
5) B. hat dies Wort (eTcovTcon) nicht übersetzt. — 6) B. falscli: 
„afin^que", statt: „parce que". — 7) B.: „le modeh^". — 8) Mscr.: 
viTeTnnicTic: B.: iiTe TnniCTic. 



g Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

und Kampf erfüllt gesehen hatte infolge des bösen Samens der 
Verleumdung, den der gottlose (dosßrjg) Nestorius in ihr gesät 
hatte. ^ — Denn es war auch {xal ydg) eine große, wunderbare 
y^ache gemäß {xazd) einer Fügung {pixovoiüa) geschehen. An 
demselben Tage ^ nämlich iydo), da Nestorius die Stadt (jiomq) 
verlassen hatte und zur Synode {ovvoöoc) gereist war, an dem- 
selben Tage war auch der gottesfürchtige Erzmönch (dQxi^ovayoq) 
dorthin gelangt {Tcaxavxav). Gleich {a^a) aber (dt), als er mitten 
in die Erzählung hinsichtlich der Synode {ovvodoq) gekommen 
war, nahm der gottliebende Kaiser sein Wort sehr bei sich auf, 
indem er ihm antwortete: „Ich glaube [jtLaTeveLv) in Wahrheit 
{jalrid-mq), daß Gott es ist, der Dich mir als Boten («/yf zog) gesandt 
hat, auf daß Du mich belehrst über das, was sich in betreff dieser 
Angelegenheit (zutun) geziemt". — Darauf {lomov) sprach er-^ 
zu ihm: „Ich sorge für mich selbst nicht so, wie ich für den 
Bestand Eurer Majestät {^QaroQ sorge, weil die Sicherheit der 
ganzen Welt {oixov(.dvrj) das Heil des rechten Glaubens {jiIötic) 
(10) Eurer Frömmigkeit {-svosßrjc) ist. Deswegen ermahne ich 
{jtaQaxaXelv) Eure Majestät {zgaroq)^ daß keine menschliche 
Gewalt {jtQoöxaöia) in der Angelegenheit der Synode {(jvvoöoq) 
Macht habe, weil verschieden ist das Gesetz {vofiog) der Kirche 
{6xxlr]öLa\ verschieden das Gesetz {pofiog) der öffentlichen An- 
gelegenheiten {6r}ii6c)ia). Sondern {dlXa) gib die Entscheidung 
ixQliia) den Bischöfen {ejrlöxojtoc), auf daß sie ihr genügen nach 
(xard) der Richtschnur {xavcov) der Kirche {axxÄrjöla) und nach 
(xard) der Formel [zvjrog) des Glaubens {jtiorcg), der einst 
durch die 318 Bischöfe {sjclöxojcol) festgesetzt worden ist 
{xavcDvlC^eLv), damit, wenn sie selbst das Ziel {öxoTtog) jener 
überschreiten, sie Gott Rechenschaft {ajtoXoyid) geben. Du aber 
{d£) in diesem Punkte {(iigog) unbekümmert seist ^; nur (ßovov) 
möge man die Synode {ovvoöog) vor (eigentl. ohne) Beunruhigung 
bewahren; und schreibe ein Reskript {ödxQo), auf daß man 
den Grafen (xofir^g) Irenaeus zurückhalte (xcoXvsiv). Wähle aber 
(ÖS) einen christlichen (xQV^'^^^^^?) Mann aus und beschwöre 
ihn, daß er nicht zu irgendeiner Partei (fisQog) hinneige, sondern 



1) B.. iiToq'Sioq, statt: nTei.q'xoq. — 2) Mscr.: Äine^ooT; B.: 

Mne^ooTTT. — 3) B. schreibt in der Übersetzung: Apa Victor. — 
4) B. faßt das Ganze irrtümlich als einen neuen Satz auf. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 10. 11. 9 

{dyi?M) nur wache über die gute Ordnung (eurag/a); befiehl^ 
aber {öt) diesem, daß man sich nicht in irgendeine Streitfrage 
{Cr'jrrjfta) einlasse, abgesehen (£6 fi^ri) allein von der Sache des 
Glaubens {jiIötlq)^ und daß kein Richter \ÖLxaöTriq)^ auch nicht 
{ovöi) der Statthalter {avd^vjtaroq) irgendeine Streitsache {ölxf]) 
in Ephesus anhören solle; sondern (a2^a) wer eine Sache wider 
seinen Nächsten hat, der solle nach Konstantinopel kommen -, und 
Eure Majestät {XQaTog) soll ihre Angelegenheit {vjiodsöig) 
anhören". 

Und sogleich befahl der gottliebende Kaiser, diese Bitte 
(östjöig) zu erfüllen, indem er sich freute über diesen guten Rat. 
Und er betete, küßte {dojidC^soü^cu) ihn ^ in Freude, und er ging 
von ihm in Frieden {dQrjvrj) hinaus. 

Ul) Und darauf am folgenden Tage befahl der gottliebende 
Kaiser, daß der gottergebene ErzmÖnch (aQxtf^ovaxog) wiederum 
ihm begegnete {djtavzäv). Und sogleich erfüllte er seinen Be- 
fehl. Er eilte in den Palast (jca^Adriov), weil er es möglichst 
beschleunigen {sjtelyeiv) wollte, daß der Graf {xofirjc) mit dem 
Schreiben des Kaisers zur Synode (ovi'oöog) geschickt würde, 
damit keine Mißhandlung {enrjQeia) die gottergebenen Bischöfe 
(ejtioxojtot) träfe. 

Und als der gottesfürchtige Vater in den Palast (jüalldztov) 
hineingekommen war, befahl {xsXsveiv) der gottliebende Kaiser 
sofort^, daß man den Quaestor^ (zsötcoq) mit der Kladde (so 
ist wohl oxtragiov zu verstehen) des Reskripts (odxQa) rufe, 
welches er an die Synode {ovvoöoo) schicken wollte, damit es 
zuerst gelesen und geprüft werde {öoxifidCsiv)., bevor es ins Reine 
{X^'cQTf]g xad-aQog) geschrieben würde.'' — Und als der Quaestor 
{xbOTCog) zu lesen angefangen hatte {aQxsod^at), nahm der heilige, 
gottesfürchtige Vater das Wort auf in seinen Mund (d. h. er unter- 
brach ihn), da {sjretörj) er sah, daß in dem Eingange {dQyjj) des 
Reskriptes {odxQa) Nestorias Kraft und Ansehen gegeben wurde, 



1) Vermutlich ist zu lesen: iicoTegciv^vte statt der unverständ- 
lichen Form: nTOTegCd^^^e. — 2) Die Worte: e^^uekci eKcx)C'2i.ei.uTmoT- 
TioAic stehen im Mscr. zweimal. — 3) B. in der Übersetzung': 
.,Apa Victor'". — 4) nTe-ynoT hat B. ausgelassen. — 5) Mscr.: 
enneecTcop. — 6) So werden die Worte: MnekTou^vio-xc ene^d^pTHc 
nK*.od.poi\ zu übersetzen sein. B. zu frei: .,verifier surtout, si 
quelque erreur ne s'etait pas glissee dans le papier sacre". 



10 Kraatz, Koj)ti8che Akten z. ephea. Konzil. 

weil in dieser Weise geschrieben stand: „Die mächtigen {avro- 
xQaxoQbq) Kaiser {xcuöaQig) Theodosius und Valentinian, die sieg- 
reichen, ruhmgekrönten, großen, alle Zeit Gepriesenen \ schreiben 
den Gottergebenen, dem heiligen Nestorius und Cyrill und den 
übrigen gottesfürchtigen Bischöfen {tjiLöxoJiot)^'. Deshalb ^ sprach 
sofort der heilige Apa Victor freimütig {jta^tQrjoiä): „Der Ein- 
gang {a.QX'Tj) des Berichtes (IötoqIo) des Reskripts (occxqü) ist 
nicht richtig geschrieben.^ Denn (/«(>) wenn Du Nestorius allen 
Bischöfen 4 {kjtiöxoJioC) voranstellst, so ist nicht er der, den 
man um des Glaubens {jctöTcg) willen richten wird (xqlvsivj, 
sondern {aXla) (12) er ist der Richter (xqlttjq), und wer von ihnen 
wird seinen Nächsten zurechtweisen?^ Deswegen hat auch die 
Synode {övvoöog) vergeblich {sixrj) ^ sich versammelt, weil Kämpfe 
und Streitigkeiten sich in ihrer Versammlung erheben werden, wenn 
der Anführer {ciQX'^7^^) ^^^' Häresie {aigeöig) Richter {xQirrjg) 
sein wird". — Und sogleich antwortete der gottliebeude Kaiser: 
„Was ist nötig {jigejceiv)^ und was soll nach Deinem Wunsche' 
geschehen?" — Und er (B.: Apa Victor) fuhr fort zu reden: 
„Gemäß {xaxa) dem Range {raB^Lg^) und der Bistumswürde 
{-ejtiöxojiog) geziemt es sich, die erste Stelle {agyr}) dem Sitz 
(ß-Qovogy Alexandriens zu geben; auch was die Länge der Zeit 
iXQOvog) anbetrifft {xara), so war Apa Cyrill lange Zeit vor 
Nestorius im Bistum {-Ijitöxojtri). Daher {Söza) geziemt es sich 
jetzt, daß man keinen Namen schreibt^, damit nicht eine Partei 
(ftegog) ein Ärgernis {oxavöaXov) nehme; sondern {dl/.cd nur 
folgendermaßen zu schreiben: »Die gottliebenden Kaiser schreiben 
der heiligen Synode (övvoöog), die sich in der Metropole {utjtqo- 
jtoXcg) Ephesus versammelt hat«." — Sogleich nach diesen 
Worten befahl der Kaiser dem Quaestor {xeöTcoQ), die Namen, 
welche auf dem Reskript {öccxqo) standen, zu tilgen und der 



1) Lies cTov'^-eooT statt Htot^^coot (B.). — 2) B.: ..ä cet 
endroit". — 3) B.: Mnorev^c, statt: Mnorcö^^c. — 4) Lies enenicKonoc; 
B.: nenicKonoc. — 5) So fasse ich die Stelle; freilich muß mau 
dann ncmcvssneie neeiTOTcoq lesen; nejne^'Sinei enee^iTOTircoq gibt 
keinen Sinn. B.s Übersetzung, die an der ganzen Stelle anfechtbar 
ist, halte ich für unmöglich: „chacun des eveques sera son egal". — 
6) Mscr.: cikh; B.: €ckh. B. falsch: „le concile lui-meme cessera 
de Sieger". — 7) Mscr.: neTÜOTe^ce^^ne; B.: neTKOTö.gc«v^ne. — 8) B.: 
T*.ei€. — 9) Lies: eTMnTpeTc^Ä.i; B. hat das n ausgelassen. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 12. 13. 14. H 

Synode {övvoöoz^ in {xaxa) dieser Form {rvjtoq) zu schreiben. . . . 

Lücke von 2 Seiten. 
[Cyrill an] die Bischöfe {ejrioxojtoi) [Komarios und Potamon] und 
an Victor, den Vater der Mönche {^uovaxol), die Geliebten, die ich 
verehre im Herrn, zum Gruß (;^a/()£it')! Folgend alle Zeit den Befehlen 
(doyuara) der frommen {evoeßslg), (13) gottliebenden Kaiser, reisten 
wir aus Alexandrien fort {djioörjfzeip), ich und die gottergebenen 
Bischöfe {ejtloxojtoi^, die mit mir sind; und viele von ihnen kamen 
nach Ephesus. Unser Schiff aber (öt) hatte durch schlimme Winde zu 
leiden, und nur mit Mühe (^f/oyig) waren wir imstande, nach Lycien 
zu gelangen ixaTavxav)^ weil an jenem Orte Gott unsere Landung 
bestimmte. Wir fuhren längs einer Insel {vrjOoqY und kamen 
nach Ephesus am Sabbat {oaßßazop), einen Tag vor dem heiligen 
Pfingstfest {jtevTi]xoöT7ij). — Da {ejteLÖrj) nun unser Schiff in den 
Hafen yliiiriv) nicht hineinlaufen konnte, weil Landungsplätze 
in ihm sind-, bestieg ich einen kleinen Kahn (öpc^^oc), ich und 
die Kleriker [xXrjQixoi), die mit mir waren, und ich trat ein 
in die Stadt {jtohg), und so nahm die Menge der Bürger {jzoXItcu) 
mich ^ auf mit vieler Freude, da sie gute Christen {xQrjöx Lavol) 
sind. Und sogleich geleiteten sie mich in die Kirche ißTcxlrjoia). 
Als ich aber (ße) das Gebet {jcqoösvx^) vollendet hatte, ging 
ich hinein in das Quartier, das sie mir bereitet hatten. An diesem 
selben Tage aber (de) kam der, welcher Streitigkeiten wider sich allein 
und den rechten Glauben {jtLözcg) erregt hatte, und kein Aufruhr 
oder {ovds) Verwirrung (Unannehmlichkeit d?]öla) fand statt bei 
unserer^ Ankunft. Und als es Abend wurde^ an jenem Tage, sandte 
Nestorius zwei von den gottesfürchtigen ^ Bischöfen {ejtloxojtoc) 
zu uns und sprach: ..Kommt, auf daß wir die övpa^ig (Abend- 
mahl) vollziehen, die in der Stunde, da man das Licht anzündet, 
stattzufinden pflegt". Es waren bei uns viele Bischöfe {ejtlöxojtoi), 
fremde {^tVLxoL) und ägyptische, und auch mein Herr und Vater, der 
gottergebene (14)Flavian, die allzumal einstimmig ausriefen: .,Dies, 
nämlich kurzweg (ajr/d5c) (zur öui^ag^c) sich zu vereinigen (öi;i^«/e£j^), 

1) Mscr. : ^itotii ovuhcoc; B.: onov iiovriHcoc. — 2) Hier 
muß ein Fehler im Text sein; Landungsplätze können gerade nicht 
da gewesen sein. B. daher in der Übers, dem Sinne nach richtig. — 
3) lyoTn (sie!) st. lyonT. — 4) B. übersetzt: „ä son arrivee"; so muß 
«'S auch im Urtext eigentlicli lauten. — 5) -^e hinter po-s^ge fehlt. — 
6) Warum B.: „des plus pieux''? 



12 Kraatz, KopÜHche Akten ?.. ephes. Konzil, 

l^ezierat sich nicht, soudern {aXXa) was sich geziemt (jiQiJittv) 
ist, daß wir zunächst den Gegenstand ivjcod^hOLq) ^ beurteilen 
{öiaxQiveiv), um deswillen sich die Synode (ovvoöog) versammelt 
hat, und dal.i wir die Formel (tvjioq) feststellen, von der es nötig 
ist, daß fortan (Xoijcov) die, welche Gott gefallen, sie festhalten". 
Weil nun einige sagten: es geziemt sich {jtQtjiuv), daß die 
Synode {ovvoöoq) die 6vvac,Lc, vollende und man so lange {rtoyc) 
den Nestorius ertrage {avtx^öd^aiY^ um nicht mit ihm zu streiten'', 
bis man die künftige Formel {rvjtoq) einstimmig auf einmal auf- 
gestellt habe, so beratschlagten wir miteinander, daß, wenn wir etwas 
derartiges täten, die, welche seiner Frömmigkeit anhangen, Aufruhr 
{öraöeiq) gegen uns und viele Verwirrungen erregen würden; 
deshalb hielten wir uns allzumal von der övva^cg fern, gleichsam 
(cöc) einstimmig {yvmiirj).^ — Wir sprachen aber zu dem gottes- 
fürchtigen und gottergebenen Bischof {ßjciöTcojioc) Memnon: „Du 
allein bist würdig, die ovva^iQ zu vollziehen". Er fürchtete 
aber (ßi) sehr, daß {f/rjjcors) er ginge, um die övva^Lg zu voll- 
ziehen, während die Synode {övvoöog) fern von ihm -^ war, und daß 
jener mit List hereinkäme ^, weil er dies am Tage in der Stunde 
des Lichtanzündens zu tun gesucht hatte. Deswegen befahl er seinen 
Klerikern {xXtjqlkol), daß sie allein ' gingen und die ovva^tg 
abhielten. Da {sjtsidirj) ich jetzt nun weiß, daß einige nach 
Konstantinopel geschrieben haben hinsichtlich meiner Person, 
daß ich (15) eine Menge von Parabolanen {jtaQaßoXaviot) aus 
Alexandrien mit mir gebracht hätte und Schiffe, mit Getreide 
beladen, und viele andere Verleumdungen {(pd^ovoC) gegen mich 
vorgebracht haben, deswegen war es notwendig {avayxri) für mich, 
Eurer Frömmigkeit auch® über diese Angelegenheit zu berichten, 
daß weder {ovre) irgendein Parabolane (jtaQaßoXaviog) mir gefolgt 
ist, noch {ovTs) daß wir einen einzigen (wörtl. „bis auf einen") Ardeb 
Getreide nach Ephesus gebracht haben; sondern {aXXd) Gott ist 



1) Lies: He-ynoeecic. — 2) B.: „qu'on attende quelque temps 
N". — 3) Diese Worte hat B. gar nicht übersetzt. — 4) Dies 
scheint mir die einfachste Lösung des etwas verwickelten Satzes zu 
sein; ich lasse demnach bei *.irco nje den Nachsatz folgen. Will 
mau das nicht, so bleibt der Satz ein Anakoluth. B.s Übersetzung 
wird dem Sinne nicht gerecht. — 5) Mscr.: ÄiAineqfioA (sie!). — 
6) B.: „n'accomplit quelque ruse". — 7) Aid.Td.ekT; B.: Aie<Tevd.q. — 
8) Ke fehlt bei B. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 15. 16. 13 

Zeuge, daß wir in Ephesus kleine Geldsummen {dvaXcofiaTa) 
den Bäckern {aQTOxojtoi) gegeben haben, damit sie uns täglich 
die Ration Brot liefern [yj)Qfjytlv); denn (/«(>) wir sind hier 
jeder einzelne nur mit zwei ^ Dienern und den notwendigen 
{dvcr/xaloi) Klerikern {xh]QixOL), die geziemender Weise uns 
begleiten. Weil nun die gottergebenen Bischöfe {tJtloxoJtot) 
noch nicht nach Ephesus gekommen sind, weder (ovre) der 
Bischof {ßjtiöxojtoq) von Antiochia, noch [ovre) der Bischof {tJil- 
öxojtOQ) von Jerusalem, deshalb sind wir nicht imstande gewesen, 
irgendetwas bis jetzt zu tun. Ganz besonders (fid/^iöra) wurden 
die gottergebenen Bischöfe tJiloxoJtoi), die sich versammelt 
haben, sehr kleinmütig-, indem sie die Angelegenheit eilends 
zu erledigen wünschten. Aber {dXXd) ich antwortete ihnen ^ in 
dieser Weise: ..weil man einmal {djia^) die Bischöfe {sjtloxojtoi) 
aus ihren Provinzen {ejtaQxicit) hat aufbrechen lassen und alle 
unterwegs sind, so ist es gerecht {dlxatov), daß wir aufeinander 
noch {racog) warten {dvtxsöü^ai). Deshalb nun gebt jetzt nicht 
den in Worten Verleumderischen die Gelegenheit, solches statt 
anderem zu schreiben. Denn (/«()) wir haben ein derartiges 
Ziel [öxojiog), daß wir in aller Ordnung und aller Ruhe(?)'* 
kämpfen für die Wahrheit und streiten {dycovlC^eiv) in der Art, 
welche es sich geziemte, bei solchen zu sehen, (16^ die gegen 
die Herrlichkeit des Glaubens {jclöTig) unseres Heilandes {öojTriQ) 
Christi in gewalttätiger Weise streiten. Ich bete, daß es euch 
wohl ergehe im Herrn, meine Geliebten, die ich liebe". 

Und als viele Tage vollendet waren, und keine Kunde 
in Konstantinopel darüber war, ob sich die Synode {övvoöoc) 
versammelt, da {sjcecörj^: man das Auslaufen {ÖQOfiog) ver- 
hinderte {xco/,v€tv) und darüber wachte, daß kein Schiff auf 
dem Meere {d-dZaoöa^ nach jenen Gegenden {rojtot} fahre, 
wurden die Bischöfe {tJtioxojtoi) sehr unruhig, besonders (fid- 
Xiara; weil sie sahen, daß der Graf ixof.irjQ) Kandidian den 
Nestorius unterstützte. Sie schrieben (daher) eine Denkschrift 
{vjtofiV7]öTix6p^^ in {xazd^ dieser Form {rvjtog) und sandten sie 
nach Konstantinopel. Als aber (^6) die Denkschrift {vjtofipriort- 
xov in die Stadt {jioXlq) gekommen war, mußten (dvdyxif) die 

1) Im Mscr. steht nach koVi: iicn*.T. — 2) B. : ÄwupKoVi: Mscr. : 
d.TpKoVi. — 3) B.: u*.n: Mscr.: ««wt. — 4) Bedeutung von .wnTCMHT 
unsicher. 



1 4 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Bischöfe Ujtioxojrot) Apa Koraarios und Apa Potamon und 
der Erzmönch («(>;fi,f^o^'«x^';) Apa Victor in den Palast {uiaXXa- 
Tiov) gehen, um dem gottlie})enden Kaiser zu }>egegnen {ajravxav). 
— Und als der Vorsteher {jzQaLjtoöLToq) dem Kaiser gemeldet 
hatte ^ {orjfiatvsiv): „T)ie Bischöfe {tjtiöxojzoi) und Apa Victor 
wünschen Eure Majestät {xQaroq) zu sehen", befahl er: „Apa 
Victor möge noch {rtwo) warten (dvex^oO-ai), da (ejteidr/) ich ihm 
allein zu begegnen {ajtavrav) wünsche; die'-^ Bischöfe (tJtloy.oJcoi) 
aber (ös) führe herein". Und als die Bischöfe (ßjitöxojroi) hinein- 
gekommen waren und die Denkschrift (vjtoftvrjorixov) mit sich 
genommen hatten, wollte der Kaiser sie nicht von ihnen an- 
nehmen und {ovöt) wünschte überhaupt nicht, sie (die Denk- 
schrift) zu sehen. Sogleich gab er ihnen Befehl (övvrdaöeLv) und 
entließ sie. Als sie vom Kaiser herausgekommen waren, betrübt, 
daß der Kaiser (17) die Denkschrift {vTtofivrjöTixov) von ihnen 
nicht hatte annehmen wollen, nahm der gottergebene Vater Apa 
Victor die Denkschrift (vjtofivyjörixov) von ihnen und ging hinein 
zum Kaiser. Und als er ihn gegrüßt hatte {dojtdCeoO^ai), sprach 
er zu ihm das, was sich für sein Kaisertum geziemte {jrgejtstv). 
Danach ging er in medias res: „Weshalb wünschte Eure Ma- 
jestät (xgccTog) nicht, die Denkschrift {vjtofivrjarixov) aus den 
Händen der Bischöfe (£jr/ö;co:7roi) entgegenzunehmen?" Der 
Kaiser antwortete: „Da {hjceLÖrj)'^ sie ja mir überbracht ist [ave- 
v^yxelv) nicht einmal (ovöt) durch den Grafen (xofirjg), sondern 
{dXXd) da es kurzweg {djtlmg) eine Schrift ist der Art, die sie 
für {xard) sich (nach Gutdünken) verfaßt haben, deshalb vermochte 
ich nicht {avtxsöd^at) sie zu sehen. Jedoch {aXXd) siehe, hier sind 
die Berichte {dva^oQat), die mir heute durch den Grafen (xofirjg) 
Kandidian überbracht sind {dvsveyxslv) , der die Bischöfe (fjrt- 
öxojiol) beschuldigt^, daß sie Aufruhr {ördocg) in der Stadt 
(jtolig) erregen".^ Da (rors) antwortete ihm der gottesfürchtige 
Vater Apa Victor: „Wenn Du auf das, was Dir durch einen 
einzigen Menschen überbracht worden ist (dvevsyxstv), gehört 
hast, so ziemt es sich, auch die Worte der großen, heiligen 

1) Lies: CTTMÄ^ne; nicht: cTMö^ne (ß.). — 2) B. schreibt falsch: 
nenicKonoc. — 3) eneiT^^H vor nTd.T fehlt bei B.; auch ist im Mscr. 
das folgende Wort verstümmelt und lautet dort: d.i\Hnue. — 4) Im 
Mscr.: eq(5'S«vpiKe; B.: eq^^>^pIKe. — 5) ceTOTnec, nicht, wie B.: 
ceTovne. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 17. 18. 15 

Synode [^ovroöog) anzuhören". Und als die Rede sich hinzog 
(eigtl. viel wurde) ^, streckte der Kaiser seine Hand aus und nahm 
die Denkschrift [^vjto(iv?]OTtx6v) , indem er sich nach einem Eu- 
nuchen umwandte. Der gottesfürchtige Erzmönch {aQXLiiovaxod) 
aber ißt) duldete es nicht {dv^X£ö{)^ai) , sondern {d/.Xa) ant- 
wortete ihm in großer Freimütigkeit {jtaQQtiOia): „Du sollst 
geruhen (xara^iovv) , sie zu lesen und ihren Inhalt, während 
ich i^noch) hier bin-, anzusehen". Alsbald streckte er seine 
Hand aus, nahm sie (die Schrift) aus der Hand des Kaisers und 
rief einem Bruder, mit Namen Theodosius, der mit ihm ging, 
zu: ..Komm und lies es dem Kaiser vor''. Und als der Bruder 
angefangen hatte {agysöO^at), gab der Kaiser auch über alle 
darin enthaltenen Hauptpunkte (xsqxxXcuä) sein Urteil ab {öiaxQL- 
veiv), (18) indem er die Verteidigung {djtoXoyla) jedes einzelnen 
Punktes durch den heiligen Erzmönch {aQXCfiovaxog) empfing. 
Abschrift {dvxlyQacpov) der Denkschrift (vjtofzvrjörtxov), die 
durch die Synode (ovvoöog) in betreff der Handlungen des Grafen 
(xofiTjq) Kandidian gesandt wurde: ,,Am 22. des Monats Paoni 
kam der Graf {zofiTjo) Kandidian in großer Stille nach Ephesus, 
und niemand wußte seine Ankunft, weil er keinen Menschen sich 
entgegenkommen {djravTav)'^ ließ {dvexsö^at). Denn (/«()) er 
ist in die Stadt {jioZic) in der Nacht hinein* gekommen, da 
er nicht mit Geschrei hineinkommen wollte. Und früh am 
folgenden Tage ging er zu Nestorius und brachte viele Stunden 
bei ihm zu, indem er mit ihm redete und von ihm Befehl empfing, 
wie (xard) es die Ereignisse offenbart haben. Danach ging er 
zur heiligen Synode {ovvoöoq). In ähnlicher Weise {of/oicog) 
aber (^d/) redete er von der Art und Weise, wie er gereist sei, 
bis er nach Ephesus kam. Darauf {Ioljiov) fing er an {aQx^dO-at), 
nach Claudius und Philotheus und Eusebius, dem Scholastiker 
{oxoZaöTixog), und Charazius, dem Presbyter {jtQeößvzsQog), und 
Serapion und Romanus, dem Diakon {ötdxovog), und dem Mönch 
i^ovcr/og^ Zoilus, der mit ihm war, zu fragen, indem er folgendes 
sagte: »Ich habe vom Kaiser Befehl {evroXrj) empfangen, diese 
aus der Stadt (jtoXig) zu verjagen«.^ Wir antworteten ihm: 
»Fromm {evoeß/jg) ist unser Kaiser und orthodox {oQÜoöo^og) und 

1) B.: ,,A la fin de cet entretien". — 2) Lies: ei^Xv neYAi<>.. — 
3) Lies: • eT£qdwnd.iiTH ; B.: €Tepevnd.uTH, — 4) B. hat e^o^n aus- 
-relassen. — 5) Merkwürdigerweise steht im Mscr.: eTpeq-^kicoKei. 



\Q Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Christus liebend. Er hat befohlen, daß eine Synode (ovvodoq) 
stattfinde, auf daß eine gute Glaubensformel (jclorig; rvjtog) (19) 
durch unsere heiligen Väter gegeben werde, indem er festsetzte 
{oQlC^tiv), daß kein Bauer {jtayavog) oder (ovdt) Mönch ( iiovcr/og) 
an der Synode {övvoöoc;) teilnehme (?)J Aber {alla nicht hat er 
dagegen in betreff Kleriker {xXrjQixol) Befehl gegeben, denen die 
Sache des Glaubens {jclöxtg) besonders am Herzen liegt {-XQbla), 
Denn {yaQ) Du bist gesandt, nur über die gute Ordnung {tvTasia) 
zu wachen, und nicht die heilige Synode (ovvoöog) in Aufruhr zu 
versetzen. Du offenbartest Dich nun, daß Du derartige Befehle 
{ßvroXai) nicht vom Kaiser erhalten hast, sondern (aX/M) sie von 
Nestorius empfangen hast; und Du bist geschickt, nicht um 
jenem zu helfen, sondern {alla) über die gute Ordnung {evrao^id) 
der Stadt {jtoliq) zu wachen«. Und hierauf fuhren wir fort, zu 
ihm zu sprechen: »Siebe, wir bezeugen {fiaQzvgeoO^cu) es Dir, daß 
die ganze Stadt (jtoXig) in guter Ordnung {evra^la) war bis zu 
dem Tage, da Du in sie hineinkamst; ganz besonders [{ia).iöTa) 
hatte die ganze Synode {avvoöog) vollkommene Ruhe. Laß Dich 
jetzt nicht dabei ertappen, wie Du eine Unruhe der Stadt {pio/.ig'p- 
hervorrufst. Denn (/«()) der fromme {Evoeß't]g) Kaiser hat Dir 
nicht befohlen {xeXeveiv)^ eine Verfolgung (öcmyfiog) der Kleriker^ 
{xXrjQtxol) zu veranstalten«. Er aber {ös) antwortete überhaupt 
nicht ein einziges AVort; und nicht gab er solcher Menge von 
Bischöfen {ejtlöxojtoc) nach (avex^öd^ai)^ sondern {aXla) in einem 
Erlaß {ßiaxcqiia) befahl er, daß sie aus der Stadt {^jiqu^j hin- 
ausgingen, indem er ihnen drohte {Jnjiuli.lv')^ sie aus der Kirche 
{sxxXrjOLa) hinauszuwerfen. Er bestimmte (ogl^ecv) in dem Erlaß 
{öiazayfia), den er veröffentlichte, eine Frist {jtQoÜ^eOf/ia), daß 
man 'sie, wenn sie nicht innerhalb dreier Tage aus der Stadt 
(jzoXig) hinausgingen, einer gesetzlichen Strafe {vofiog; TifZOJQia) 
unterwerfen werde (vjioßaXZecv)^ Infolge derartiger Worte, die 
da fielen, wollten wir alle lieber sterben für den wahren Glauben 
{jiLöTig) unserer Väter. (20) Fern sei es {fir/ ysvoiTo), daß dies 
durch unsern Kaiser geschehen sei, den frommen {evosßrjg), 
Christus liebenden, und daß, wie {xata) wir es zuvor gesagt haben, 

1) So der Sinn; aber was bedeutet Aiecd^c eigentlich? Wahr- 
scheinlich ist es eine verderbte Form für das griechische ixsiaöieiv. — 
2) Lies: nTnoAic; nicht, wie B., nnoAic. — 3) Mscr.: nneKKArpi- 
Koc. — 4) B.: „on les expulserait avec toute la rigueur des lois". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 19. 20. 21. 17 

man ihn gesandt hätte, auf daß er dem Nestorius diene. — Am 
folgenden Tage ergriffen ^ Kleriker {xX?]QtxoL) des Dalmatius, des 
Bischofs {kmOTCojtoc) von Kyzikos, Kleriker {xXtjqlxoI) und Diener 
des Johannes-, des Bischofs {sjtlöxojtoq) von Proconnesus, und 
schlugen sie mit vielen Schlägen, so daß (oS'öre) sie sie dem Tode 
nahe brachten.^ Dieser aber {6t) kam zur Synode iövvoöoq) und 
gab die Schuld {ah La) unseren^ Leuten, die die Unruhe verursacht 
hätten {axaxTHv). Die gottergebenen Bischöfe {ejtiöxojiot) aber (de) 
waren sehr betrübt über das Vorgefallene. Sie sprachen zum Grafen 
{x6fir]g), er solle die Unordnung {ara^la) bestrafen, indem wir^ ihn in 
dieser Weise belehrten: wenn es Kleriker {xXtjqixol) zwar {fisv) sind, 
die die Unruhe erregt haben {draxrsiv), so sende ^ sie zu ihrem 
Bischof {ejtlöxojiog), nämlich dem gottesfürchtigen Dalmatius, 
und wenn er sie schuldig findet, so hat er Macht, sie zu bestrafen 
{sjtiTtfiäv). Wenn es Diener sind, die die Unruhe erregt haben 
{draxTStp), so drohe {djreiletv) ihnen eine geringe Furcht an, damit 
die andern sich fürchten und keinen Aufruhr {ördöig) in der Stadt 
{jtoXiq) erregen. Denn {ajisiörj) es sind einige hier, mit Namen 
Zeuxippiten (5£t;gf jrjrrT«^), die in der Stadt (jto^«^) herumgehen und 
die Menschen ohne Grund verleumden, auf daß eine Unruhe entstehe 
und man uns die Veranlassung {d(poQ^ri) der Unordnung {ara^ici) 
zuschreibe. Dies nun geschah in folgender Weise: man stellte 
{jiaQLOrdvcu) den Bischof {kjzlöxojtog) Johannes vor das Präto- 
mm{jzQaLT(6QL0v) und die Kleriker (x2?;()ixo/)" des Dalmatius, und 
anstatt daß man den, der die Gewalt verübt hatte, bestrafte, ergriff 
man auch ihn, (21) damit (oS'öts) man ihn aus der Stadt {üioXiq) 
vertreibe {ökdxsiv), indem der Graf {xofitjg) sprach: „Mein Herr 
Dalmatius ist es, der zu mir gesagt hat: er sei kein wahrer Christ 
{'/QilöTLavog) und er sei wert, daß man ihn aus der Stadt {jt6)ug) 
verjage". Die Bischöfe {emöxoTtOL) antworteten ihm: „Nicht ist 
es Deine Sache, derartige Angelegenheiten zu beurteilen {öia- 
xQLVuv). Denn (/«()) man hat Dich geschickt, damit Du wachst 
über die Ordnung {xardöraoig) der Stadt {jtoXig), und nicht als 
Kichter {xQirrjg) über die kirchlichen {BxxXrjOia) Angelegenheiten. '=^ 

1) B.: „se prirent de querelle avec des clercs". — 2) Mscr.: 
*Ko^&.nuHc; B.: icoge^nne. — 3) eTpevitTn offenbar ein Versehen. — 
4) B. hat in der Ubers. das 3 fache n nicht beachtet. — 5) So das 
Mscr.; B.: €d."y"^c&oi). — 6) Mscr.: ei Aies^^ioo-yco-y. B.: cKnew-^iooTcoT. — 
7) Mscr. wie oben: ncKKATpiKoc. — 8) Mscr.: nne^fiHire. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 2 



18 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Denn (/«()) die heilige Synode {ovvodoq) reicht aus, die Ange- 
legenheiten zu untersuchen {öoxtfiaC,tiv) ^ die einander (die Mit- 
glieder) betreffen, nachdem die Glaubensformel (jtiOTig\ rvjtoq) 
aufgestellt ist". Dies aber {öi) geschah, und noch {tri) hielt man 
den Bischof {ijtlöxojcog) zurück (Tcartx^ivjK' 

Die Synode {avvoöog) aber (öe) sandte Bischöfe (tJtloxojroi) 
zum Grafen {xofirjg) die da sagten: „Geruhe {xara^iovv), den 
Bischof (ejiLöxoJtog) und die Kleriker (xXr/Qixoi) zu entlassen; 
und offenbare Dich nicht, daß Du dies Nestorius zu Gefallen 
tust; denn (/«()) es geziemt sich auch {xai) nicht — der gott- 
liebende Kaiser hat uns hier T'ersammelt — , daß Du selbst die ver- 
folgst (öicoxscv), die Nestorius zu verfolgen wünscht". Der aber (dt) 
antwortete, als er sie angehört hatte, und sprach: „Wenn nicht 
mein Herr Dalmatius es mir befiehlt, werde ich sie nicht los- 
lassen"^; so daß (wOts) wir selbst ihm sogleich antworteten : „Offen- 
bare Dich nicht in dieser Weise, daß Du dem Nestorius zu Ge- 
fallen handelst {agsöxeiv). Denn (/«()) wir kennen unsern Kaiser, 
daß er fromm {svösßTJq) ist und orthodox {oQd^oöoc^og) und Dir^ 
nicht befohlen hat, irgend etwas von dem zu tun, das Du jetzt 
tust". Und als die Rede sich hinzog, befahl er, den Bischof 
(sJtLöxoJtog) loszulassen, indem er ihm befahl, daß er nicht in 
der Stadt {jioXig) bleiben solle. — Da {ßjtetörj) er nun jetzt das 
kaiserliche Schreiben der Synode {ovvoöog) (22) um des Nestorius 
willen nicht vorzulesen wünschte, indem er folgenden Vorwand 
fand"*: der Bischof {kjtloxojtog) von Antiochien sei noch nicht 
gekommen, so wurden ganz besonders {fta/.iöra) die versammelten 
Bischöfe ißJtlöxojioL) gar sehr kleinmütig, da sie schon 15 Tage 
über die festgesetzte Frist {jüQod-eöfila) des Pfingstfestes {jcsv- 
zrjxoötri) warteten (xaTex^Od^at); außerdem aber {ös) gingen ihre 
geringen Geldmittel {dpccXcofiara) zu Ende, und wir wußten sicher, 
daß Nestorius dem Bischof {ejciöxojiog) von Antiochien ge- 
schrieben . hatte, er solle auf der Reise zögern und nicht schnell 
in die Stadt {jiohg) kommen, damit dadurch die Synode {ovvoöog) 
fortwährend hingehalten werde {xarsxsoü^ac) durch den Vorwand, 

1) neirKd^Tex^ übersetzt B. falsch durch das Präsens. — 2) ß.: 
nTn'\'n«(.Kei.evir. Mscr. : ne>wm'^nÄ.KÄ>d.Tr. i bei ne^i aus 't verbessert. 
Man hat abzutrennen ne^i n'^nd.KevÄ.ir efcoA e^n. — 3) ne^K fehlt im 
B.schen Text. — 4) B.: „sous divers pretextes, et entre autres 
parce que " 



1. Übersetzung. Bouriant S. 22. 23. 



*o 



daß die Bischöfe {sjilöxoJtoi) aus dem Orient {avaroh)) noch nicht 
gekommen seien. Habt nun jetzt die Güte {Tcara^iovv) und^ gehet 
in den Pahist {jicümtlov^^ belehret den frommen {svöeßrig) und gott- 
liebenden Kaiser und werfet Euch vor ihm nieder, um {ojöts) ihn 
nicht acht geben {jiqoObi^lv) zu lassen ^ auf die Berichte {ava- 
(fOQai), die man in trügerischer Weise ^' ihm gesendet hat; sie 
lügen sehr und berichten nichts Wahres aus Freundschaft für 
diesen Verleumder. Den Befehl^ aber (öt) des Kaisers und den 
Beamten {f/ayiörgiavog) möge man schleunigst zu uns senden ; denn 
{sjistÖTj) nicht können wir [jemand schicken], durch den wir das 
überbringen werden {dvsvsyxslv), was geschehen soll.^ Vor allen 
Dingen ermahnen wir {jtaQaxaXslv)^ daß Ihr Eure Gebete für uns 
vor Gott zahlreich werden laßt, damit die Gewaltherrschaft {-rvgav- 
vog) der Menschen keine Kraft habe und die Angelegenheiten 
der Synode {övpoöog) zugrunde gehen.^ Denn (yccg) die ganze 
heilige Synode {ovvoöog) hat dies in der Weise beurteilt (xqivsip), 
wie {xard) wir es vorher (oben) gesagt haben, ohne (x^Q^^) kleine 
Mühseligkeiten', die sie von Nestorius auf sich nahmen (erduldeten), 
zu dem Zwecke, daß sie teilnehmen {xoivcovslv) am Tode (23) 
und der ewigen Verdammnis {sS^oQcöTta) oder den heiligen Glauben 
(jtiörig) verraten {jcQoöiöovcu).^ Da ißjieLÖrj) nun jetzt der Graf 
{xo^uTjg) Kandidian viele Worte ausgestoßen hat, indem er uns 
beunruhigt — nicht allein {ov fiovov) daß er uns beunruhigt, 
sondern {dXXd) er handelt auch so, wie wenn (cog) er sie als 
Befehle {evroXai) durch den frommen {evösßrjg) Kaiser erhalten 
habe — , so möge Eure Heiligkeit geruhen (xara^iovp) und 
(ihn) auch wegen dieser Angelegenheit ermahnen {jtccQaxalsii^), 
daß er dem Grafen {xofirjg)'-'^ Kandidian schreibe, er solle 
keiner Sache nachgehen ^^, außer {ei firjti) der guten Ordnung 
{evTccsia) allein; besonders {fidhöra) weil die Stadt (jiohg) in 
großem Frieden {dQijvri) lebte bis zu dem Tage, da er dorthin 

1) nTeTn£iioK, nicht, wie B.: eTeTn&coK. — 2) Mscr.: eTÄinTpeq etc. 
B.: eTMTpeq. — 3) Mscr.: OTAinT^evA^o; B.: oTTAinT^ei.Aö'o. — 4) Lies: 
noT€^Cd.^ne; B.: noTre^Cd^^ne. — 5) B. eigenartig: „Si Ton est reste 
impuissant dans le passe, qu'on iious secoure dans Tavenir'" ! Übrigens 
lies im Text: ÄLuon, nicht: maioot; die Stelle ist verderbt. — 6) B. 
falsch: ..puisque la puissance humaine est incapable d'empecher le Concile 
d'etre moleste". — 7) B. : ,,sans parier des petites avanies". — 8) Auch in 
diesem Satz ist der Text schwerlich in Ordnung. — 9) Mscr.: XinKOMcc. 
B. läßt das n fort. — 10) B.: eTÄiTpequjiue statt: eTMnTpequjme (Mscr.). 

2* 



20 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

gekommen ist. Der gottergebene Bischof (tjtloxojtoq) Memnon 
erklärt schriftlich QlyyQarpoq): „die Soldaten mögen sich ruhig 
verhalten und die Stadt {jt6?ug) nicht plündern; ich werde für 
jegliche Ordnung (xaraOraöLg) und Ruhe {f:VTa^la) sorgen". 
Wisset aber (öt) auch dies, daß der Graf {x6(irjQ) Kan- 
didian die Einfahrt ^ {-ÖQOfiog) bewachen ließ und den Befehl 
gab, Soldaten auf die Schiffe zu setzen um der Seefahrenden 
{jiXslv) willen, auf daß keiner Berichte über das, was hier ge- 
schehen wird, bringen könne. Den Befehl aber iöt) wiederum, 
der uns durch den gottliebenden und frommen (tvOeßr/g) Kaiser 
gesandt worden ist, hat man bis jetzt uns^ nicht gegeben. Wir 
wissen aber {öt) nicht, was dem, der ihn uns gebracht hat, ge- 
schehen ist; das Gerücht aber (dt) ging, daß man ihn vielleicht 
auf dem Wege^ zurückgehalten habe (xarex^iv) und daß man 
ihn vielleicht strengt bewache." 

Und als die Verlesung der Denkschrift {vjtofivr]Ortx6v) 
beendet war^, wurde der gottliebende Kaiser betrübt {Xvjtolv)^ 
(24) da er den heftigen Angriff {pQ^rj) des Grafen ixonriz) 
gegen die Bischöfe {ejilöxojiot) sah, und sprach: „Werden wir 
denn keinen Menschen finden, der von nun an richtig han- 
deln wird? Zumal {fiaXtöTo) da ich ihm schließlich das Evan- 
gelium {svayytXcov) darreichen und ihn schwören ließ, sich 
zu keiner Partei (liagog) hinzuneigen^, außer {si fii^Ti) nur die 
gute Ordnung (svra^la) der Stadt {jiolig) zu überwachen. In 
gleicher Weise {ofiolcag) sandte {dveveyxelv) auch er Berichte 
(avacpogal), indem er Beschuldigungen {alrLac) gegen die Bischöfe 
{ejiLöxojtoc) vorbringt, daß sie die Stadt {jtolig) verwirren und 
voreilig handelten, indem sie sich versammelten, um zu beraten, 
bevor ^ der Bischof iejtiöxojtog) von Antiochien zu ihnen gelangt 
wäre, obwohl {xalrot) sie hörten, er sei unterwegs. Deshalb sei 
so viel offenbar, daß sie dies alles aus Feindschaft getan haben''. 

Sogleich antwortete der gottesfürchtige Vater freimütig 
{jiaQQrjöla): „Eure Majestät {xQarog) hat befohlen, daß die 
Synode iövvoöog) stattfinde, indem Ihr eine offenkundige Frist 
{jtQod-eöfiia) festsetztet (ogiC^stv). Daher (ojöts) ist jetzt der 
Bischof {sjtlöxojtog) von Antiochien wert, stark getadelt zu werden; 

1) Lies: exe^iH. B.: ct^ih. — 2) Mscr. wohl fehlerhaft: nö^v. — 3) oi 
tc^ih; B.: ^it^ih. — 4)B.: „de tres pres". — 5)Lies: nTepoTOTCo : B.: nxe? 
poTfü). — 6) Mscr.: eTMnxpeqpiKe; B.: cTMTpeqpme. — 7) Mscr.: nnevTe. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 24. 25. 21 

denn er ist nicht nur {ov (iovov) zur festgesetzten Zeit {jigoO^eöfiia) 
nicht erschienen, er hat auch nicht (ovöe), als er nahe war, zu ihnen, 
die 15 Tage nach Pfingsten {jtevrrjxoöTJ]) warteten {xar^x^öd-cu), 
gesandt, obwohl, wie {xara) wir sehen, die Entfernung (öidörrjfia) 
überhaupt nicht groß war. Gleichwohl {xaltoi) sind viele Bischöfe 
(tJtlöxojtot) aus fernen Gegenden (xcogac) zur {xara) festgesetzten 
Zeit {üiQod-eOfiia) nach Ephesus gekommen, aus Furcht vor dem 
Befehl Eurer Majestät {xQaroQ)\ wie {ojicdc) auch ich selbst, obwohl 
{xairot) ich nicht zur Versammlung der Bischöfe {sjtiöxojtoi) ge- 
höre, — ich bin ein Mönch {f/ovax6g) — , als man mich erinnerte 
(aufforderte)^, (25) sogleich mich aufgemacht und alles verlassen 
habe, folgend der Stimme, die mich rief, nicht als ob (o5g) ich mich 
vor ihr fürchtete, sondern {dXla) indem ich mich vor dem Gericht 
{x()lfia) Gottes und dem Befehl Eurer heiligen Majestät {xqcctoc) 
fürchtete. Denn (yccg) derselbe Bischof {s je löxojcoc) zwang {dvayxd- 
Ceiv) mich sehr und drängte {EJislyeiv) mich, daß ich Eure Majestät 
{XQaToq) vor der festgesetzten Zeit {jiQoO^eöfila) träfe (djtapzäp), 
indem ich aus einer Entfernung {ötdarrjfia) von mehr als 40 ^ 
Stationen {ftovcu) aufbrach, damit mich kein Tadel träfe vor 
Gott und Eurer Majestät {xgdrog), weil Ihr in {xara) dieser Form 
(rvjtog) geschrieben habt^: »wer zu einer solchen heiligen Synode 
{ovvoÖoq) eingeladen wird, und nicht bereitwillig in die Stadt 
(jtoXtg) Ephesus zu der Zeit {jzQod-eöfila)^ die wir festgesetzt 
haben, kommt, hat offenbar kein gutes Gewissen {ovvelörjotc)'^; 
and ein solcher wird keine Entschuldigung (djtoloyla) vor Gott 
noch {ovöe) vor uns finden«. Mithin (ojöts) ist jetzt der Bischof 
{Ijtioxojioq) von Antiochien wert, stark getadelt zu werden^ da 
er es nicht für nötig erachtete (xarasiovv), bis -^ heute, bei einer 
Entfernung {öcdörrjfia) von (nur) 20 Stationen (fiovai), zur Synode 
[ovvoöog) zu gelangen {djtavräv)'*. 

Sogleich antwortete der Kaiser: „Nicht hat er es vernach- 
lässigt {dfisZslv), zur {xara) festgesetzten Zeit {jigod^söfiLo) zu 
kommen; sondern {dyi?.d) er schrieb und lehnte es ab {jtccQacTei' 
oß-at), sich zur Synode {ovvoöog) zu versammeln, weil eine große 

1) B.: „on a senge ä moi". — 2) B. falsch: 80! — 3) Mscr.: 
ewTCTnc^*.!*; B.: nTeTnc^*.i. — 4) B. irrig: „Que toute personne con- 
voquee pour le Saint Concile s'empresse sans aueun retard, sauf 
excuse valable, de se rendre a la ville d'Ephese, a la date que nous 
avons fixee". — 5) Mscr.: uje^^oTn; B.: ujÄ^poTit. 



22 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Hungersnot in Antiochia und dem ganzen Orient {avaroXrj) sei. 
Deshalb sandte ich abermals zu ihm, damit er mit (xara) Zwang 
{avayxr^ (unbedingt) zur Synode {övvoöo(;) sich versammele. Und 
ich denke nicht, daß er es verdient, getadelt zu werden, daß er 
wegen derartiger Notstände {avayTcaC) ein wenig über die fest- 
gesetzte Zeit {jtQoO^eöfila) gezögert hat {yMTtyeod atj" . 

(26) Da (tots) fuhr der gottergebene Vater fort und sprach 
freimütig {jtaQQYiola)'. „Ich meine, daß, wenn der Bischof (tjrtözo- 
Jioq) von Antiochien für die Glaubenssache {-Jüiözi^) Sorge trägt, 
keine Verurteilung ihn treffen wird, daß er die Stadt (jioMq) 
vergessen, die von einer Hungersnot geplagt wird {dvayxaCtiv), 
während die ganze Welt {olxov/iisvrj) in Gefahr ist (yuvövvtvsiv) 
durch die Erschütterung des rechten^ Glaubens (jr/öT^^)^; wie 
{ojtmg) aber {6e) (auch) der Bischof {sjtlöxojcog) keine Sache 
gemein hat {xotvcDvelv) mit der Stadt {jtoXiq)^ weil er ihnen ihre 
Nahrung {rgocpr]) nicht wird darbieten (xoQrjysiv) können, sondern 
{dlld) die Behörden {dQxovrsg), die für die öffentlichen (örjfxooia) 
Angelegenheiten bestimmt sind, sie sorgen für die Erhaltung der 
Stadt {jioliqY^ Als die Rede aber {öe) sich ein wenig hinzog, 
war es offenbar, daß der Bischof {sjtlöxojtog) von Antiochien 
verurteilt sei. Sogleich wünschte der gottesfürchtige Vater, die 
Rede hinzuziehen, und fuhr wiederum fort, folgendermaßen zu 
sprechen: „Was scheint Eurer Majestät {xQdrog) jetzt gut {öoxslv)? 
Denn {sjcmörj) ich habe gehört, daß Du der Synode {övvoöog) ein 
Reskript {ödxQa) senden willst". 

Der fromme {svöeßr/o) Kaiser antwortete und sprach: „Aus 
{xazd) den Berichten {dvacpogal), die uns der Graf {xofirjc) Kan- 
didian gebracht hat {dvsvsyxslv), haben wir erfahren, daß die 
Bischöfe {ejciöxojcoL) voller Feindschaft den Nestorius abgesetzt 
haben (xciß-acgslv); besonders {fid?uOTa) aber (Je) 14 Metro- 
politanbischöfe {sjülöxojtoi; firjtQOJtoXeig) sind es, die seine Ab- 
setzung {xad^aLQBöLg) unterschrieben haben, während dagegen 
70 die Absetzung (xaO^aiQsöig) des Cyrill und Memnon unter- 
schrieben haben. Mithin {djöre) geziemt es sich jetzt für uns, 

1) Lies: gtcotj^twh; B.: eTCcoTTwn. — 2) B.: „A mon avis, si 
l'eveque d'Antioche avait quelque souci des choses de la Fol, rien 
n'aurait pu rempecher de se rendre ä Ephese, et ce n'est pas uii 
manque de pain qui l'aurait pu retenir quand l'univers est en danger 
de voir la Vraie Foi ebranlee". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 26. 27. 2' 



zo 



den Beschluß {xprjcpoq) der Mehrheit der Bischöfe {ßmöxojtoi) 
anzunehmen und ihn zu bestätigen (ßsßcuovv). Aber {a?.Xa) 
dennoch {oficog) werde ich (27) folgendermaßen (xard; tvjzoq) 
schreiben: daß die Denkschriften {vjioiivrmaxd) beider Parteien 
{fiBQ?]) null {a£()yov?)^ und nichtig sein sollen, auch wenn (xav) 
man sie ausgeführt hat (jigdoösiv), da {tjteiörj) sie nicht aufeinander 
gewartet haben (dvtxso^aL), und daß man nunmehr {Xoijtov) sich 
zusammen zu einer Synode (ovvoöog) versammele, sie und die 
Bischöfe - {ijtloxojtoi) von Antiochien ^ und Nestorius ^, da {ejistörj) 
es sich nicht geziemt {jcQtJiuv)^ daß man ihn absetze (xaO^aiQslv), 
bevor man ihn gerufen hat, und daß man miteinander das Dogma 
{öoyfia) ohne Streit entscheide {xQivetv); und daß man, wenn 
man findet, daß er außerhalb des rechten Glaubens {jtlotig) 
lehrt, ihn einstimmig {-iprjcpoq) absetzt (xad^aigelv). Dann (tots) 
werde auch ich seine Absetzung {xaü-aiQsatg) bestätigen (ßs- 
ßcaovvY^ 

Der gottesfürchtige Apa Victor antwortete: „In welcher 
Weise sollen wir erfahren, daß es 14 Bischöfe (ajtlöxojtot) sind, 
die den Nestorius abgesetzt haben {xad-acQ£lv\ bevor die Denk- 
schriften {vjtoßvrj^uaza), die -^ durch die Synode (ovvoöog) abge- 
faßt sind {jtQaöaeiv), zu Eurer Majestät {xgcitog) gelangt sind? 
Wie wird man ferner imstande sein, sie zu senden, wenn man den 
Zugang {ÖQOfiog) zu Lande und die Seefahrt {-d^dXaOöa) verhindert 
{xcoXvetv)'^ Daher {Sörs) ist es notwendig (dvayxalov), daß Eure 
Majestät (xQdzog) ein wenig wartet (dvtxsoü^at) und daß Du noch 
{ricog) nicht schreibst, da Du weißt, daß das Gesetz {vonog) der 
Kirche {exxXrjöid) anders ist^'; sondern {aXXd) sende vielmehr 
und laß die Denkschriften (vjcofivijfiaTo.), die von beiden Parteien 
{,utQf]) verfaßt sind {jtQdoöstv), zu Dir bringen, und die Wahrheit 
der Dinge wird deutlich offenbar werden. Denn (ydg) Du wirst 
die Unterschrift {vjtoyQa(pri) jedes einzelnen auf den Dokumenten 
{xdQTat) finden; und dasjenige, auf dem die Mehrzahl der Bischöfe 
{IjiLöxoJioi) unterschrieben hat (vjtoyQdcpetp), ziemt es sich, auf- 

1) Mscr. : nd^uepon. — 2) Mscr.: neniCKonoc. Besser: nenicKonoc. 
— 3) Mscr.: riTd.u'i^ioxi*'- B.: iid.u'iikiox**'. — 4) B.: „quant ä ceux 
qui les ont ecrits, puisqu'ils ne s'accordent pas entre eux, ils se for- 
ineront en synode, eux, l'eveque d'Antioche et Nestorius". — 5) Lies: 
aiaioot; nicht: mavä^tt (B.). — 6) Was heißt das? B.: „a ete violee". 
Aber wie kommt diese Übersetzung zustande? 



24 Kraatz, Koptische Akten z. ephes, Konzil. 

recht zu erhalten und zu bestätigen (ßißaiovv), damit es Dir 
nicht widerfährt (eigentlich: damit [firjjcOTt] Du es nicht findest), 
daß man Eure (28) Majestät {-nQaToq) durch lügnerische Worte 
hinreißt {aQJtaC^Hv). Und wenn es Eurer Majestät {xQaroc) ge- 
fällt (aQtOxtiv), werde ich selbst nach Ephesus gehen und Dir 
die Wahrheit (zuverlässige Kunde) von allen Dingen bringen." — 
Infolge dieser so beschaffenen Worte befahl {owTaoouv) der 
Kaiser, das Reskript {aaxQo) an die Synode {ovvodog) nicht zu 
schreiben, sondern {dlXa) vielmehr daß er sende ^ und die Doku- 
mente {x^Q'^^^) beider Parteien {{.dgr}) bringe. Und als dies in 
großem Disput {öiäxQLOtq) vollendet war, beteten sie zusammen 
und küßten {dojtd^söü-ai) einander, und der gottesfürchtige Erz- 
mönch {(XQxi^f^ovaxog) ging fort zu seinem Quartier. 

Und während (oöov) man damit zurückhielt {xarex^ö&at), das 
Reskript {odxQo) an die Synode {övvoöog) zu schreiben, auf daß 
man nach den Denkschriften'-^ {vjtofiPTJfiata), die man abgefaßt 
{jigdöOstv), schickte, wurde durch den heiligen Erzbischof 
idQXt^JciöxoJtoq) ein Brief {ejtLöToXrj) inbetreff Kleriker {xlrj- 
QLXol) von Konstantinopel ^ gesandt ^^ die zur Synode {övvoöoq) 
gekommen waren, um Nestorius anzuklagen {xaxriyoQelv)^ und 
durch den Grafen (xo//?/c) Kandidian aus der Stadt {jto/iig) ver- 
trieben wurden. 

„Cyrill schreibt an Komarius und Potamon, die ^ Bischöfe 
{tjilöxojcot), und Victor, den Vater der Mönche {fiövaxol), die 
Geliebten, die wir lieben im Herrn, zum Gruß (xalgere). Kleriker 
{xXrjQLxoi) der Kirche (sxxXrjöla) von Konstantinopel, die uns 
überragen^', kamen nach Ephesus^ indem sie große' Beschuldigungen 
{airlai) gegen Nestorius vorbrachten, wie (wg) wenn er den Glauben 
{jtlöTig), der uns durch unsere heiligen Väter und die göttlich in- 
spirierte Schrift {yQa(prj) gegeben ist, verfälsche. Sie fürchten 
sich aber (ös) sehr, da sie wissen, daß einer aus dem Palaste 
{jüaXdrtov) gesandt ist, daß er sie verfolge {ötcoxsiv) (29) aus der 



1) B.: „ä envoyer Apa Victor". — 2) Mscr.: -siooTr ncen^Ts 
noAVHHMd. (sie!). B. hat die ganze Stelle mißverstanden; er über- 
setzt: „et apres que celui-ci eut expedie les rapports qu'il avait 
rediges". — 3) Lies: Kix)C'2s.ö.n'^no'ynoAic. — 4) B. falsch: ,,il envoya 
de nouveau(!) une lettre ecrite de la main du saint archeveque". — 
5) Mscr.: nenicKonoc; B.: nenicuonoc. — 6) B.: „qui sont arrives 
avant nous a Ephese". — 7) Lies: n^niio<5'; B.: np nnos'. 



I. Übersetzung. Bouriant. S. 28. 29. 30. 25 

Stadt {jtoliq)^ damit er sie gebunden nach Konstantinopel führe. 
Diese derartigen Menschen hat aber {öt) die Synode {övvoöoq) 
sehr nötig {-XQ^lcc), nicht damit wir Anschuldigungen {syxXrjfiaTa) 
gegen ihn vorbringen (eigentlich: enthüllen yvfivaCscv), sondern 
(dXXd) damit wir vielmehr in Wahrheit nach der Sache des 
Glaubens {jilörig) suchen. Ermahnet {jtaQaxaXslv) nun jetzt, daß 
nichts derartiges geschehe, auf daß kein Hindernis für die Fest- 
setzung {övvra^ig) des heiligen Dogmas {öoyfia) entstehe, wenn 
{drav) man die verfolgt (öicoxsiv), die imstande sind, ihn zu 
überführen, falls er leugnen sollte {aQViiOLo). Ich bete, daß es 
euch wohl gehe im Herrn, meine Geliebten, die ich liebe." 

Und als viele Tage vollendet waren, rieten {ovfißovXsveiv) 
die Beamten {(xqxovtsq) dem Kaiser, daß er das Reskript {oaTcga) 
an die Synode {övvoöoq) sende und das, was man getan {jigdo- 
oeiv), für ungültig erkläre {xaragyelv). Sogleich befahl er (es) 
zu schreiben, indem er den Beamten {^aycörgiavog) Pallatius 
dazu bestimmte, daß er es nach Ephesus zur Synode (ovvoöoc) 
bringe, damit man sich abermals versammele und das Glaubens- 
dogma {jtiorig; ö6y}/a) beschließe {xqLvuv). Die Form {rvjtog) 
des Reskriptes {ödxga) aber {öd), das er an die Synode {6vi>o6og) 
durch den Beamten (fiaytOrgcavog) Pallatius sandte, ist folgende ' : 

„Die mächtigen {avTOXQaroQsg) Avtaxgccrogeg ^ Kai- 

Kaiser {xcdoagsg) Theodosius und Oagsg Gsoöootog xal Ov- 

Valentinian ^, die Siegreichen, Ruhm- alsvxiviavog, vixTjtal, 

gekrönten, Großen, alle Zeit Gerühmten, rgojtawvxoL, f^aytörot, 

Erhabenen {avyovoroi) schreiben an detOißaOzoi, rf] xax Ecps- 

die heilige Synode (öi;i^odog), die sich in oov dyimxdxxi 6vvb6oy. 

der Metropole {^[irixgdjiolig) Ephesus Tov iiayaXojtge:jieöxd- 

versammelt hat: Der hervorragende xov xofirjxog xwv xad-co- 

Graf und Doraestikus (xof/rjg, öofitoxc- Oico/ievcov öofisöxixo^v 

zog) (30) Kandidian brachte {dvsvey- KavöiÖLavov yvojgloav- 

xüv) unserer Frömmigkeit {-svöeßrjg) xog yiilv, fisfidO-Tjxev rj 

(die Kunde) und belehrte uns inbetreff rjpLExiga evosßsca xagaxco- 

großer Unruhen und Vorfälle, die in der öcög xLva, xal jtagd xo 



1) Bei den Briefen, deren griech. Original uns erhalten ist, 
bringe ich im folgenden den griechischen Text neben dem kop- 
tischen. — 2) MansiCollect.Conc.lv, 1377ff. — 3) Mscr.: „Valyn- 
•iianos", ana nderen Stellen auch: „Vallentianos" und „Valendianos". 



2() Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Metropole {(iriT(}6ji:oXtg) Ephesus nicht jrQoor/xop y.ara rr/v ^Erpf- 
geschehen durften. Denn {xal yaQ) oimv yeyovtvaL urjTQO- 
nicht haben die gottesfürchtigen JioXtv^ ovre Jtavrmv, 
Bischöfe (eJtlozoJtoc) unserm Befehle ojOjtf:f) töf-doxro, xmv iheo- 
gemäß {xara) sich miteinander ver- oeßf^oraxcov Ijctozojtr/jv 
sammelt^, obwohl {xaiJtSQ) die große OvvBlrjlvd^OTcnv. yMirot 
Stadt (jtohg) Antiochia (sie!) mit vielen rovTrjgfieya/MJto/.tcog^Av- 
anderen Bischöfen {ejtlöxoJtoi) der riox^ag Ijzlötcojiov jcXrj- 
Metropole (firjrQoJtoZig) sich der Stadt öcdCsLV rjörj ovv iXbQoic. 
{jtokig) näherten ^, indem sie unterwegs (irjT goTtoXiraLg [itHovrog ' 
waren; wie (ojimg) die wieder, die sich ovrs TcovrjÖrj jtaQayeyovo- 
schon versammelt haben, nicht in voller rcov ovoxeipaf/avoov r] oiio- 
Einmütigkeit {ouovoia) miteinander vorjOavTcovdXXrj/.oig^ovre 
waren und auch {ovöe) keine einhellige firjv rd Ttegl rrjg jiio- 
Beratung (öviißovUa) ^ allzumal ab- racoc Tcad^ ov bxqtjv, tqo- 
hielten, und auch {ovöe) wiederum Jiov s^ezaodvroDv, 7/ So- 
das, was zum Glaubensdogma {jtlorcg; jt£Q rolg syyMtajtefig^&eloi 
öoyfia) gehört, nicht ausführten {yvii- d^eioig r/ficöv Jisgcelyero 
vaCeiv), in dem geziemender Weise, ygaiinaotv dXXd, coors 
wie (Tcard) in allen kaiserlichen örjXiiv sivai ttjv tcvodv 
Dokumenten, die wir an euch^ jtQogTLvagdniyß^etav, 6ta 
gesandt haben, geschrieben steht. jtoXX?]v rr/v jisglrdojicoo- 
Mithin (oS'örs) ist es jetzt offenbar, ovv öosavta öJtovörjv, 
daß einige von Haß gegen andere ovrs jtagayMXvfiuart ygi]- 
erfüllt sind, auf daß die, welche für öaoO^ac övv?]0^evTcop. 6c6 
gut befanden, in großem Eifer rofilöstsv dv rig Xoyi6u<5 
(öjrofd^J) zu beschließen, indem sie eine rd yeyovora jtsjtgäx&cci^' 
Hülle {xdXvfifia) benutzten {xQ^O&aL), od^ev ösöoyrat xfi riueriga 
denken, man werde sich so hin- d^siorrjTt, x^^Q^^ f^^^ '^^/^ 
stellen können, daß man sich treff- rotavzrjv fi?]6afimg tx^iv 
lieh beraten habe (eigentlich: daß s^sXd^elv avO^svriaV tojv 
man in einem guten Xoytöfiog ge- Ö£ dvaxoXovOcog yeyo- 
wesen sei). Deshalb gefiel es ^ unserer votcov dgyovvrmv , rovg 
Frömmigkeit {-£vOeßrjg\ daß die Rede jtegl rrjg svöaßslag Xoyovg, 
solcher Menschen überhaupt keine SöJtsgeöiöoxTO^jrgoTegov 
Geltung haben solle, sondern {dXXd) s^sraöd-TJvai, yMi yard ro 

1) Mscr.: Mne^^ToirccooT^ ; B.: MMd.TOTrcü)OT^. — 2) B. irrig: „dont 

le siege est voisin d'Ephese". — 3) B.: ctav&oAiä.. — 4) Mscr.: 

ujei^ptoTit; B. : lyewpÖTn. — 5) ß. irrig: e^Kp^nd^c, statt d^cp^nd^c. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 31. 



27 



das, was man wider die Ordnung 
getan {jiQaoostp)^ habe, für nichts 
gelten solle. Und was die Angelegen- 
heiten betrifft, die den Glauben {jrlöTig) 
der Frömmigkeit {-svösßrjg) angehen, 
so soll, entsprechend {xard) dem, was 
wir vor der Beratung {s^sraOLg) be- 
fohlen haben, das, was der Gesamt- 
heit [xoivov) der Synode {övvoöoc) 
gefällt, feststehen- für die Zukunft. 
Unsere Frömmigkeit {-svösßrjg) wird 
überhaupt nicht dasjenige, was in 
Streit und Feindschaft geschehen 
wird, ertragen (avsxsoO^ai); (31) gleich- 
wie {xara) wir über das, was ge- 
schehen ist'^, erzürnt sind {dyavaTC- 
Tstv), so daß (SoTs) wir befehlen, die 
Dogmen {öoyfiaTo) der Frömmigkeit 
(svösßTJg) sollen von der ganzen Sy- 
node {övvoöog) beraten werden (jvfi- 
vcusLv), und wir einen aus unserm 
Palast {jcaZdriov) dem großen 
Grafen {y.onrig) Kandidian senden^, 
auf daß er das, was man wider die 
Ordnung getan hat {jigdöösiv), ver- 
hindere {xcoXvsiv) ^ und daß keiner 
von den Bischöfen {sjtloxojtoi) , die 
sich in der Metropole (firjTQOJtolcg) 
Ephesus versammelt haben, imstande 
sei. an einen andern Ort (rojtog) zu 
gehen, sei es daß er zu uns in unsere 
Residenz {xo^ilrarov) komme ^ oder (?}') 
in seine eigene Stadt {jtoÄig) zurück- 
zukehren wünsche; damit keiner 



xoivf] Jücco?] rfi öwoöco 
öoxovv slg TOP t^?]g XQOVOV 
xQarslv. ovx avsxofiSV7]g 
rrjg yuexigag svösßsiag 

TOJV S^SJtLTTjÖeVÖSOjg JtQO- 
hlli^dT(X)V' OVTG) ÖS. SJtl 

rolg ysyovoöLV ayavax- 

TOVÖ?]g, OJÖTS XSISVSLV 

y.sxQtg dv xcä jtaQo. Jia07]g 
TTJg ovvoöov ra xrig ev- 
ösßslags^srao^fi öoyfiara, 
xal djtoöraXfi rig sx rov 
d^SLOv 7jfi(nv jtaXaTLov 
dfta TCO fisyalojiQSJtsöra- 
xco KavÖLÖiavS reo xoftrjri, 
TCi JtsjtQayt/sva xara xs- 
Xsvöiv rjiiSTSQav sioofis- 
vog, xal xmlvöcov rd 
avax6).ovd^a , fir/Öh aJto- 
özTJvcu TLva xmv övvsiXsy- 
lisv(DV IjiLöxojtcov rTjg 
^E<psöiojv jtoltcog, ii7]TS 
ptriv sjtI to d^slov rniojv 
sXd^slv öTQaxojisöov 1] sm 
T7]p tavrov jtazQtöa ava- 
öTQsipai. SöTs yaQ fir]6svl 
TOVTO s^slvai, [irjös säjzL- 
^siv dösmg JtQoßrjOsod-ai, 
Ixavd LLSV ovv xal ramd 

SÖTt TTJ VflSTSQa d^SOOsßSLO. 

jtaQsyyvTjöaLTdyQdiinaTa^ 
HTjtL xal ST SQOV jtagd Trjv 
TjuSTSQav xsXsvolv Tolg 
ysyovqöL jtQOO&slvai. loto) 



1) Lies: nnTewTnpd.cce. — 2) Mscr. : eqTe.-xpH'y: B.: eqTev'spnn. — 
3) Mscr.: euiiTd^iroTrco (sie!). — 4) B. falsch: „que nous avons en- 
voye de notre palais le grand comte Candidien". — 5) Mscr.: cTpeq- 
kloAt; nicht o (B.). — 6) B. sonderbar: .,ä moins qu'il ne vienne 
nie trouver au sujet de l'empire''. 



28 



Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 



sich eine derartige Hoffnung {tXmq) öt ri ayioxriq vncrjv, (j)q 

mache, daß (cS'öre) er Macht {l^ovola) xal rolg kufiJiQoraroic 

habe, ohne Furcht an den Ort zu gehen, aQxovot rmv IjtaQ'/Lmv 

an den es ihm beliebt. Denn (/«()) tJiiCTaXxai, [irjötva Jtav- 

dies derartige Schreiben genügt, Eurer re^wg taOai, tlc xrjv tav- 

Gottergebenheit es zu verbürgen, daß tov jtaxQLÖa xal Jto/uv 

ihr nichts zu dem, was gemäß {jiaQcc) ölya rjfiEttQag xeXsvOhcog 

unserm Befehl bestimmt worden ist, vjtoorQiipavra ör/ßr/vat. 

hinzusetzt. Eure Heiligkeit möge aber XQ^i 7^Q ^^vxa xaxa xo 

(ös) wissen, daß wir an alle erlauchten xm Osw fieXZov aQtOitv 

{XafiJtQoxaxot) Beamten {aQyovxeg) ölxc^^f^^oveixiagxal, titxa 

der Provinzen (sJcaQxica) geschrieben ah]d^Elag £§8xcc0i)evxa, 

haben, daß sie den, der unter euch in ovxoj jtaQa xrjg vftexiQag 

seine Provinz {hjtaQxLa) oder seine d^soöeßelag ßeßcacod^rjvac' 

Stadt {jioltg) zurückkehren wird, ohne mg ovy vjisq dvO^QcoJtov 

unsern Befehl nicht aufnehmen. Denn vvv ovöe fiavxoi xov aytoy- 

{jag) es ziemt sich, daß alles, was xccxov xal ^soosßsöxaxov 

Gott gefällt, ohne Streit geschehe sjrtöxoJtov NsOxogiov . ?/ 

und daß man es mit Wahrhaftigkeit extQov xivog, vji\q de av- 

berate {yvfiva^stv) und es in dieser xov xov doy^iaxog xal x?]g 

Weise durch unsere Frömmigkeit a).rjd^eiag avxrjg (pQOVxlda 

{-svöeßrjg) bestätigt werde (ßsßaLOVv), jtOLOVfisvrjg xrjg rjUSXsQag 

da icog) wir jetzt nicht für Menschen \ d-sioxrjxog. söSO^tj xfi ^Qo 

auch nicht {pvöe) für den gottesfürch- xqlcov xa)MVÖmv^Iov)d(X)h\ 

tigen Bischof (sjtlöxojzog) Nestorius vjcaxov ^Xaviov ^Av- 

oder überhaupt {ajiXmg) für irgend- xioyov, xal xov örj/^co^?/- 

einen andern Sorge tragen, sondern öofisvov.^^ 
{aXla) unsere Frömmigkeit {-evöBßrjg) 
sorgt sehr für die Wahrheit und das 
heilige Dogma (öoyfia).^^ 

(32) Als aber (de) ^ die heilige Synode (övvoöog) dies derartige 
Reskript (ödxQa) erhalten hatte, schrieben sie (die Bischöfe) 
ebenfalls einen Bericht (dvacpoga) folgender Form (xvjcog) durch 
denselben Beamten (fiayioxQiavog) an den frommen {evoeßrjg) 
Kaiser, in dem sie ihn darin über den Namen der Bischöfe {hni- 
oxojroi), die Nestorius folgten, belehrten: 



1) Mscr.: ^ä. 
bei B. 



gnpwMe; B.: 2.^2. "P<J^^^- — 2) "^e fehlt 



L Übersetzung. Bouriant S. 32. 29 

„Die heilige Synode {övvoöoq)} die Tolq - svOsßeöraToig 

sich durch die Gnade (x«(>^c) Gottes xal d^eocpLleöTaroLq Gto- 

[und] Christi und den Befehl Eurer ÖoOloj xal Ova?.6VTtvcavcp, 

Majestät {x^drog) in der Metropole vix?]Taig, TQOJtaiovxoig, 

(firjTQOJcoXig) Ephesus versammelt hat, dsiavyovörotg, rj ayia övv- 

schreibt an die frommen (et;ö£/?£f^)^ und o6og, i] xdqiTi Osov xcd 

gottliebenden Theodosius und Valen- vevfiarc vov vfisrsQov 

tinian, die Siegreichen, alle Zeit Ruhm- xQcczovg övvaxd-elöa Iv 

gekrönten, Erhabenen {avyovörot). Da rf] Ecpeölcov fir]TQOJto2.8i. 

Eure Majestät {xQarog) die Frömmig- Tb [Uv vfisregov xQa- 

keit {-evöEßrjg) zu sichern wünscht, be- rog, rrjv evöißnav ßeßaio?- 

fahl sie der Synode (öv^'odog), daß eine oai ßovXoiievov , ajisra^t 

Untersuchung {Crjzrjöig) des Glaubens- t^ dyla ovvoöqj C,rjT7]öLv 

dogmas {öoyfia, jtLörig) stattfinde, und jteQL rSv öoy^dxmv jiol- 

mit großem Eifer {ojtovöri) bemühten riöaöd-ac OjtovöaiorsQav 

wir uns {yvjivdCeiv) (darum), indem rjv xal jisütoLruied-a xal r^ 

wir der alten (aQxalog) Überlieferung aQxaia JtaQaöoöet rmv Jta- 

(jtaQdöoöig) der Apostel {djioöro/iot) riQmv, ov (irjv ös aXldxal 

und der Evangelisten {evayysXiOtai) rmv dylojv djtoöToXcov, 

und der Glaubenserklärung {tQfirjveta, evayyeXLörmv jtstd-ofisvoi, 

jtiöTcg) der 318 Bischöfe (J-Jtiöxojioi), xalxcjv TQiaxoölcov öexa- 

die sich einst in der Stadt (jtoXig) oxtoj övvax^^vrcov enl 

Nicäa versammelt hatten, folgten. In i:7]g Nixaiag' rjv xal SQ- 

voller Einigkeit (öfjWgpcöz^/ci) und fester firjvsvöavrsg 6vfiq)(6vojg 

Überzeugung {yvcofir/)^ taten wir sie xal yvcofiyj fiia, sfKpavirj 

Eurer Frömmigkeit {-svöeßr/g) kund in t^ vfisrsQa svosßsla xar- 

den Denkschriften {vjto}iv?]{iaTa), die sori^öafiev ev avxolg rote 

wir abgefaßt haben {jt^döosiv), die, vjtofivi^fiaöc rolg Jtejtga- 

in denen wir Nestorius abgesetzt yfisvoig' ev olg xal Na- 

haben {xa&aiQelv), weil wir fanden, ötoqlov treQa (pgovovvxa 

daß er fremde Gedanken hegte. Denn svaQywg evQTjxozsg xad-- 

auch {xal ydq) in der Metropole {iirj- eiXofiev. ovös ydg Iv 

TQOJioXtg) Ephesus verbarg er seinen xfi 'Ecpeöimv firjTQOJüoXai 

trügerischen Gedanken nicht, auf daß rb tavtov tXQVipe ^q6- 

er andere nötig hätte (-;f()£/a), die ihn vrjiia, 'Iva IXiyyjcov trsgwv 

überführten'*, sondern {dXXd) er ver- Ö6?]0-fj, dXX' dveßoa, xa{^' 

1) B. fügt in der Übersetzung hinzu: „reis'*. — 2) Text bei 

Mansi IV, 1421 ff. — 3) Lies: riitoMH, nicht vnoMH (B.). — 4) B. 
falsch: „parce que lä il rencontre des gens qui le refutent". 



30 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

kündigt (ihn) laut täglich, indem er IxaOTrjv rjiuQav, raalh')- 

gegen den wahren Glauben (jrlörig) xQia rrja jtlOTif/yg x?/()Vt- 

(eigentlich: ȟber den wahren Glauben rcov jr(>og jtXtlovaq doy- 

hinaus«) predigt ^ und sein böses fiara. -Aal tyMOra yMra 

Dogma {öoyfia) selbst vermehrt. Und (i£Qog Iv rolg jthJiQay- 

dies alles offenbarten wir (33) Eurer [livoiq vjtoiivJifiaOL drjla 

Frömmigkeit {-svöeßrjg) im einzelnen yMreOrrjöafiev xrj vfif/jv 

{xara fitQog) in den Denkschriften evöeßsia. «2/' tjcnör/ rr/p 

{vjtofivr/fiaTo), die wir verfaßt haben g)c2.iav NeöroQtov rrjg 

{jTQaöOsiv). Aber (aXla) da {ejiSLÖrj) evöeßeiag JtQonncöv o 

der Graf (xo/^?;?) KandidiandieFreund- fisyaXoJtQSJteörarog yM- 

Schaft des Nestorius höher schätzt, iir\g Kavöiöiavog, vq)aQ- 

als die Frömmigkeit {-svösßrjg) gegen jraöat, zr/v axor/v rrjg 

Gott, so bemühte er sich eifrig (ojtov- vfisztQag evOsßeiag eojtov- 

öa^etv), bei Eurer Frömmigkeit {-sv- öaos, jzqIv yMraixad-elv 

ö£/??y^) Gehör zu finden (eigentlich: »die axgißSg ra jcejtQayiitva 

Ohren E. F. zu rauben, aQJcaC^SLv^)^ zo vfiezegov xQazog, jzqXv 

bevor Eure Majestät {xQazog) die Denk- öi^aöd-ai za vüioiivri[iaza, 

Schriften {vjtofivrmazd) kannte, bevor jtQlv. ejtiözr/Ocu zoZg yeyt- 

noch Gewißheit da war über das, was vrjfisvoig, söjtovöaoev av- 

geschehen war. Und wiederum be- zog za avzm (pÜM yal 

mühte er sich. {ajrovöaCstv) in gleicher* xey^aQtCaiva NeözoQicp 

Weise, Eure Frömmigkeit {-svösßrjg) dvaöiöa^at zr}v vfieztQav 

über das zu belehren, was der Freund- svöeßsiav, jzqIv yvmvai 

Schaft und dem Wunsch (Wohlge- zo viiizeoov ygazog zo 

fallen) des Nestorius entspricht, bevor aXrjd^lg ey zrjg zatv JiQc.y- 

noch Eure Majestät {ygazog) die Wahr- d^svzmv vjrofiVT]fidzcov 

heit aus der Lektüre der Denkschriften dvayvcoöscog' sv oig öet- 

{vjtoiiVTjiiaza) kannte, die wir verfaßt yvvfisO^a ovösfitav xaza 

haben {jtQccööSLv), die, in denen wir Nsözoqlov övö^usvecav 

offenbart haben, daß wir nichts in yvfivdCovzsg, dZ?Jc avza 

(yazd) Feindschaft gegen Nestorius Z7]g svöeßslag sy&efievot 

ausübten {yvfivaL^siv), sondern (aXXd) zd öoyfiaza' oig JtaQa- 

die Dogmen {öoyfiaza) der Frömmig- ßaXovzsg zd vjto Neozo- 

keit {-svösßr/g) sicher aufgestellt haben, qlov x?]QVzz6fi6va, exovza 

die durch Nestorius in schlimmer zbv sXsyypv hy zcbv yoau- 

Weise ixaycog) gepredigt worden sind, yAzmv Neözogiov, sjn- 



1) Lies: mmhuc qTevujeoeiig ; B. irrig: mmhh eqnÄwtyeoeiuj. 



I. Übersetzung. 13ouiiant S. 33. 34. 31 

indem ja eine schwere Anklage gegen orolmv re , xccl xmv tv 

ihn in seinen eigenen Briefen (^sju- ör/fioolco ysvo^ivcov öia- 

aroXai) und Erklärungen {e^rjyrjöeig), li^emv , xrjv \p7](pov 8$,7/' 

die er öffentlich {Ö7]fioöia) gibt, vor- veyxa^usv, xov aylov svay- 

liegt. Deshalb brachten wir gegen yeXlov sv pttöcp xsifitvov 

ihn ein Verdammungsurteil, das auf xcä östxvvvrog r/fitv JtaQ- 

Absetzung {xad-algsöiq) lautete, vor, ovra xov ösöjrorrjv rwv 

während das heilige Evangelium 6X(dv Xqlötov. 6s6fi6&a 

{svayyeXiov) in unserer Mitte lag und roivvv xov vfisxsQov xQa- 

den Herrn der Welt, Christus, offen- xovg, firjötva jcaQaöoxrjg 

harte, daß er mit uns sei. Wir bitten d^icoO'rjvaix(nv JtQoxificov- 

nun jetzt Eure big. Majestät (;c()aroc)\ xcov dvd^QWJtmv cptViav 

daß nicht irgendeiner Ehre Eurerseits xrjq svöeßslag. xal yaQ 

die gewürdigt werden, die der Freund- xoiavxrjg alöd-ofievot xrjg 

Schaft eines Menschen mehr Ruhm öcaü-eösoDg xov d'£o<piX6ö- 

spenden, als der Freundschaft mit xdrov sjtiöxoJtov ^lojav- 

Gott.- Denn {xal yaQ) wir sehen das- vov xov 'Avxcox^ccg, (»g 

selbe bei dem gottesfürchtigen Bischof ßovXofievov <ptXia x^^Qi^Cs- 

(£jr/ö;<o.7ro§) von Antiochien, Johannes, od-ac fiäXXov^ 7] x6 övfi- 

der lieber (34) eine Freundschaft zu tpegov xfi xlöxbl öxojtelv. 

begünstigen {x^cQL^eöB^ai), als nach dem gg cov fii^xs xov vfisxEQov 

Nutzen des wahren Glaubens {jtlöxtg) xgdxovg djieiXrjv (poß7]- 

zu suchen wünscht. Nicht fürchtete d^sig, firjxs xm Crjlo) xl- 

er sich überhaupt vor der Drohung vov^svog xrjg d^eocpilovg 

{djtBLh]) Eurer Majestät {xgdxog)^ jitöxecog xTJg dvmd^ev jza- 

auch wurde er nicht {ovöt) durch den QaösöofisvTjg^ xtjv aylav 

Eifer für den Glauben (jtloxtg) be- dvsßdXexo övvoöov km 

wegt^, der uns von Anfang an ge- sixooi xal filav rj^igav 

geben worden ist, indem er noch 21 (laxa X7jp ösöofievrjv jtQO- 

Tage nach der festgesetzten Frist d-eönlav JtaQa xov vfie- 

{jtQoO^soiila) fern von der heiligen xsqov xgdxovg, xal rjvay- 

Synode {övvoöog) zubrachte. Die xdöü^rjßsv djcavxeg ol x?jg 

Zahl der Tage aber (Je), die durch dyiag övvoöov oqB-oöo^oi, 



1) Mscr.: MneTnKpd^Toc; B.: MneTiiKpd.Toc. — 2) So lautet der 
Text; B. hat die Worte: uoTpcoAie e^ore TMnTigfeHp, die im Urtext 
zwischen iiTAvnTiyfeHp und ÄvniioTrTe bei B. stehen, ausgelassen; daher 
ist auch seine Übersetzung falsch. — 3) B.: „il a ete impossible 
de le ramener au zele de la Fei que nous avions etabli des le 
principe". 

t 



32 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Eure Majestät {xQaroq) bestimmt y.aL uovrjg tQoJvrec r/Jc 

worden ist, zwang (-aj^a/xr/) uns Ortho- jiiOTecoq, Cr/rrjoai, ra jrtoi 

doxe (o(>^odogo^) allzumal, zur heiligen rrjq evOtßeiag' rovro m- 

Synode {ovvoöoq) zu kommen, indem üiovi^tvai, xal rov d^ho- 

wir denselben Glaubenseifer (-jr/öTfc) ^ cpiZtörarov l.jtlozojcov 

hatten, auf daß wir nach der Wahr- ^Icßavvriv vjco^Mßovng. 

heit suchten, die die Frömmigkeit ojr£(> delxvvzat jtejiov- 

{-svösßrjq) betrifft, und indem wir zu- d-mq xal 6 lisyaXojiQt- 

vor den fremdartigen Gedanken(kreis) jctörarog xofifjg Kav- 

kannten, in dem der gottesfürchtige öiötavoq. ov yaQ navrcov 

Bischof {sjtloxojtog) Johannes sich toxi xrjg JtQog rovg dv- 

bewegen werde, in dem auch der Graf ^QcoJtovg (pü.lag jzqotl- 

(xofifjg) Kandidian offenbar geworden fiäv rrjv svöeßeiav. 'Hv 

ist; denn {xal yaQ) nicht alle pflegen ö'aQa tj jisqI rov ^so- 

der Menschenfreundschaft mehr Beifall (pileörarov sjnöxojtov 

zu spenden, als der Frömmigkeit {-sv- ^Icodvvov vjiovoia riyxöv 

6f.ßrig) gegen Gott. Und auch (xal /«()) ovx sixala, ovös ydzacog' 

unserVerdacht (Gedanke), den wir gegen aXd^mv ydg öriXov lav- 

den gottesfürchtigen Bischof {sjiiöxo- rov ejtoirjos rf] ay'ia övv- 

jiog) Johannes hatten, war überhaupt 060;) , mg xa NeöroQtov 

nicht eitel und nicht (ovös) lügnerisch. (pQovel, elze (pilia yaqi- 

Denn, ais er indieStadt (jro2^g) gekom- Coysvog^ slts xotvcovog 

men war, offenbarte er sich selbst vor mv Ttjg jcXdvrjg rov öoy- 

der Synode {övvoöog) als solcher, der fiarog exeIvoj. dX)! hjiuöi] 

denkt, was Nestorius denkt, sei es Oacpatg xa JtEjtQayiiiva 

(elxs), daß er ihm Freundschaft darbot yvcogl^ecv xm vfiexegco 

(;^o;()/5£ö^a^) (d. h. aus Freundschaft zu xgdxsi xcoXvofied^a, cog 

ihm), sei es (elxs), daß er sich an dem tcprjfisv, xov f/syaXojcge- 

Irrtum {üiXdvr\) jenes Dogmas {öoyy.a) JteOxdxov x6fi7]xog Kav- 

beteiligte (xocvcovsiv). Jedoch (dXXd), öidiavov r/fiäg fiep xw- 

da {ßjiBiöri) das (die Berichte), was Xvovxog yvcogi^ecv xa 

wir verfaßt haben {jigdoceLv), Eure xaxd xov evosßrj Xoyov 

Majestät {xQaxo^j in Wahrheit über jtejtQayiiiva, Jtaöav dt 

das, was stattgefunden hat, belehren öjtovörjp vsfiovxog Neöxo- 

wird, wir aber (df), wie {xaxd) wir glcp , öeofied-a xov vfie- 

zuvor gesagt haben, durch den Grafen xsqov xgdxovg vjteg xov 

{xofiTjg) Kandidian daran verhindert yvcoöd^rjvat xr]v xaxd Oeov 



1) Lies: MneiKCo^ no-ycoT nxe thictic. Bei B. fehlt das t vor nicTic. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 35. 33 

werden (xco?.v8ö{)^at), das den Glauben öjiovö)}v rrjg aylac; övv- 

(jr/öT^c) und die Frömmigkeit (-£i;(>£/3?yg) oöov xal iiSTaöralTJvai 

Betreffende zu offenbaren, er aber {öi) (lev rov ^eyaXoütQBJtiöTa- 

(o5) seinen ganzen Eifer {öjiovöri) dem rov Kavötöiavov , xal 

Nestorius zuwendet, so bitten wir nun Jtevrs rrjg aylag ovpoöov 

jetzt Eure Majestät (xQarog), damit övorrjöofzavovg rotg jte- 

der auf Gott sich richtende Eifer jiQayutvoig enl rrjg v^imv 

{ojcovörj) durch die heilige Synode evöeßeiag, öuvol yaQ eiölv 

iovvoöog) offenbar werde, daß Ihr den oi erega jiaQci r7]v oQd-ijV 

Grafen {x6fi7]Q) Kandidian und fünf Jilönv (pQovovvrEg övö- 

Bischöfe {sjtlöxojrot) aus der Synode xiaC^siv rr]v Jtlavr]v cog 

{övvoöog) zu Euch kommen laßt ^ und xai rivag rmv aytcorarov 

Eure Frömmigkeit (svöeßr/g) das er- aJCLöxojtcov XQVJtrofi6V7/g 

fahre, was wir getan haben {jigdöösiv). fisv rrjg jtXavrjg jtaQcc 

Denn {yaQ) unglücklich (raXatjtwQOL) Nsöroglov ös^.sao&'T'jvat, 

sind die, welche derartige Gottlosig- xal JiQoöd^iöd^at avrw rolg 

keiten {-aösßrjg) gegen den Glauben rs vn avrov jigarro- 

{jzlorig) denken, indem sie ihren Irrtum [livoig vjtoyQaipar ajtsiöt) 

{jiXavrf) verdecken, in der Weise, wie de öacpmg sQmrrjöavrag 

(xara) einige von den Bischöfen {sjtl- avrov evgov avaxaXvjt- 

öxojtOL) den Irrtum {jtXavrj)^ der durch rovra kavrov rag ßXao- 

Nestorius gepredigt wird, gebilligt (prjuiag, ajtoöravrsg exel- 

{öoxtfiaC^eiv) haben "^, während andere vov, rfi ayia jtqoOtjX^ov 

ihn unterschrieben {vjtoyQag)£tv) und Cvvoöcp, avrrjv rrjv ßXaö- 

sich darauf stützten, unwissend der g)rjfilav avrov örjXrjv Jioi- 

Decke {xalvy.iia) der Bosheit (xaxia), rjöavrsg, xal (isd-' i^fzmv 

die darin verborgen ist; aber {dXXa) als xaratp7]cpLöd(i6voirovfiV'f]- 

sie ihn in Wahrheit nach der Art f/ovsvd-evrog NeöroQiov' 

seiner Rede fragten, fanden sie, wie cog ajtoX£t(pü^rjvai Jtagd 

er seine Lästerungen ohne Scheu offen- NeöroQiw xal rw svXa- 

barte. Deswegen entfernten sie sich ßeordrcp hjtLöxoJico ^Iwdv- 

sofort von ihm und gingen zur heiligen vrj reo ^Avrtoxslag rgta- 

Synode (öt;i^odoc), seine böse Lästerung xovra xal tJird, f/ixgco 

aufdeckend. Sie aber (dt) verdammte jtQog' wvoiJtXslovg vjtsv- 

Nestorius mit uns, da (cog) sie ihn und d^vvoL ovreg alrlag xal 

den gottesfürchtigen Bischof (Ijt/- rrjv iprj(pov ösöiorsg rr/g 

1) B. übersetzt: „de nous permettre, de lui envoyer Candi- 
dien etc.". — 2) B.: „comme Tont tenti' certains eveques qui pro- 
pagent les erreurs de Nestorius". 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 3 



34 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

ötcojioq) von Antiochien, Johaünes, aylagovv6öov,cog{'rfrjfuv^ 

verlassen hatten. Sie und die, welche jiQoöti)^tvro NtOroQuo' 

mit ihnen sind, machen an Zahl 37 wv Tcal raq jtQOO/jyoQiaq 

aus. Die Mehrzahl von ihnen ist in ajthöXElXafitv rqj viitTbQco 

schwere Beschuldigungen {alriai) XQaTat. rovq [ilv Im öoy- 

verstrickt und sie fürchten sich vor (larov öiaOTQorpf/ roq 

dem Verdammungsgericht, das durch IhXayiavovg re t'jvrac, 

die Synode {övvoöog) über sie kommt, xal tvavrla xTJg evOeßeiag 

wie {xara) wir es gesagt haben, und (pQOvrjöavraq' zovg dh 

schlössen sich dem Nestorius an. ^Einige xaOr]()Tjfitvovg rjör/ jtQO 

zwar (i^eV) von ihnen sind verurteilt als JcoXXmv eviavTcov rovg 

{mg) Pelagianer {jislayiavoL) um der 6e Irp tztgaig alrlaLg 

Verwirrung der Dogmen {ßoyiiaxd) JtovrjQalg og)SÜMVTag fjs- 

willen, und weil sie das, was der (36) ra top h7.zyyov , rov 

Frömmigkeit {-svöeßrig) widerstreitet, ejtirlfiwv öe^aoßai jtaQa 

denken; andere aber (de) wieder sind rrjg övvoöov 6xovö7]g Jtdv- 

vor vielen Jahren abgesetzt (;caT9-ca()e?i^); rag rovg rrjg oiKoviispr/g 

und wieder andere sind aus anderen ayccDrdrovg ejtiöxojrovg, 

bösen {jiovrjQai) Ursachen {alrlac) sv xal xb avxo (pQOvrjOav- 

nach der Überführung wert, eine Be- rag, öia to xal top rr/g 

strafung {ejrcTifita) durch die heilige fxeydXfjg'^Pmfirjg Ovf/jtaQü- 

Synode (ovvoöog) zu empfangen, die vac rfj övvoöcp, xal rovg 

alle heiligen Bischöfe {sjilöxojtoi) der rrjg ^AcpQixrjg ölcc rov &6o- 

W^elt {oixovfisvrj) einschließt, welche osßsördrov dQxi^£Ji:cox6- 

allzumal eines Herzens 2 und einer Mei- jcov KvqLIXov m xal 

nung sind. Denn auch der Bischof rrjv havrcöv yvcoiiriv tvo'?- 

(ejtlöxoJtog) der großen Stadt {jtoXig) öavreg xsxcoQtOfievoi [lo- 

Rom ist mit uns auf der Synode vco rm rojicp, rfj avrov 

(öwodoc) und der Bischof (fjr/öxojTOg) rs xal Jidvrmv i]iimv 

von Afrika durch den gottergebenen, '(pr](p(p 6vv^]veaav. ovöe 

heiligen Erzbischof {dQXi£:n:LöxoJiog) yaQ dv övvrjXd^B NsOro- 

Cyrill, mit dem sie eins sind in ihrer qlco rig, xal roj evXaßs- 

Ansicht {yvcoiiif). Sind sie freilich [iiev) ördrw eoitöxojicp Icodvvrj 

durch den Ort (rojtog) weit getrennt, so rwv d^eocpiXeördrojv lüii- 

stimmen sie doch (de) überein {övy.- öxojtcov, si firjre avrog 

9)W2;£?^')mit uns in diesem selben Urteil rs öeivbg r]p öx'>]fiari 



1) Lies: ed.vTocS'oTr ; B. falsch: eÄ.nTO<3'oT. — 2) Mscr.: hot^ht 
zweimal. 



[. Übersetzung. Bouriant S. 36. 37. 35 

{^rj(poq) gegen jenen ^ ; denn {pcal /«()) es XoyiOficöv sjtixaXvjtrsip 

kam auch keiner von den gottliebenden avrov rrjv övöOtßeiav, ot 

Bischöfen {tJtloxojtoi) mit Nestorius re vvv Ovv avrS ovreg 

oder (rj) dem Bischof {sjtlaxojtOQ) von aöeöolxsiöav t6 JtaQa zrjg 

Antiochien, Johannes, zusammen {ovv- er/lag ovvoöov ^tXXov eji 

E)JhHv)^ weil er beklagenswert {raXal- avrolg 6{)lC£ö{^ai ejicrl- 

jrcö()oc) in seiner Hartherzigkeit- ist und fitov. TJfislg de Ovöxs^^v- 

seine Gottlosigkeit (-aöf/?//^) durch die re^^ oXiyov y(>(xipcu rS 

Form {ox^]ficc) seiner Worte verdeckt. vfisrtQq) xqcct£i t6 jtXa- 

Die nun, welche jetzt mit ihm sind, rog cov JtejtovOa^usv xal 

fürchten sich vor der Strafe {sjciTifiia), Jtaga rov fisyaXojtQEjts- 

die durch die heilige Synode (övvoöog) Orazov xofzrjrog EiQrjvai- 

über sie verhängt werden wird (o()/j££j^). ov, ov ösövvrjfxsd-a, rov 

Wir aber (df), die wir bedrängt werden, üiaöav öiaTaQcc^avTog r?jv 

schrieben in Kürze an Eure Majestät aylav Ovvoöov xal <p6ßov 

{xgaTog), aus vieler Mühsal heraus, die ajnxQSfiaoavrogrolgayt-oj' 

\Yir wiederum durch den Grafen (jco,</?/c) razoig ajitöxoJtOLg öia 

Irenäus erlitten haben, der die heilige d^OQvßcov rcvmv xal rrjg 

Synode {ovvoöog) verwirrt und Furcht t^o? sjtcÖQourjg^ coc xcd 

verbreitet(?). 3 Im Angesicht der heiligen rovgjtXslovag rjfiSv jüsqI 

Bischöfe {ejtloxojtOL) aber (öi) geht er avzov xtvövvsvsiv rov 

umher mit Ränken und verwirrt uns Crjv. aXXa xaza {liQog 

durch Drohungen^ («jr££/la/),wie(;^ßra) ävadc6a^ofi£v xo vfiersQov 

auch einige hinsichtlich ihres eigenen xQaxog, HJteQ rj^lv , 6 

Lebens^ in Gefahr geraten sind xirrjOa^sv , jtaQaOxs&slr] 

{xivövveveiv). (37) Aber {dXXd) jetzt JtaQa rr/g evOeßslag vfis- 

haben wir Eure Majestät {xQdrog) im rsQag' xal JtaQaysvofisvoc 

{xara) Einzelnen {(legog) unterrichtet, Jtivxs rrjg ayiag ovvoöov 

ob vielleicht Eure Frömmigkeit {-sv- rd xap^ exaorov tbtvjiod- 

oeßrjg) uns das geben wird, um was flava ro vfiarsQov dva- 

wir bitten {airalv)^^ daß fünf Bischöfe öiöa^drcjoav xQaxog. xal 

{ijtiOxojtOL) von der Synode {ovvoöog) ol fiev OvvBÖQevöavreg, 

kommen und Eure Majestät {xQarog) xal xavovixrjv s^evsyxav- 

über das belehren, was wir festgesetzt ts^ xard rov aiQsrixov 

1) MneTMAid^T Läßt B. in seiner Übersetzung: fort. — 2) Mscr.: 

TeqMHTneiwUiT ^ht; nicht: h^ht (B.). — 3) Die Form equconoT ver- 
stehe ich nicht. — 4) ^itd^nAH. B.: „ses menaces". — 5) B.: „en 

se montrant". — 6) B.: „afin que Vos Pietes nous donnent l'auto- 
risation de l'accuser''. 

3* 



3() Kniatz, Koptische Akten z. ephe.s. Kon/il. 

haben {-Tvjtoq). Denn alle Bischöfe NtOTOQi'ov ipr/rpov t//j 

(ijr/öxojTOf), die sich versammelt haben, xadaLfttOtmq, toutv vjtln 

brachten ein Verdammungs- und Ab- rovq ÖLaxooiovq, ig äjta- 

Setzungsurteil {pcad-acQeöLQ-) gegen den orjq rrjg olxovfibvrjg ovv- 

Häretiker {oIqst lxoq) Nestorius nach stXeyfibvot, ov/itprjcptCo- 

{xaTo) dem Kanon (xavmv) der Kirche (itpr/g rjfilv y.al Jtdofjg 

{ezxZ7](jLa) vor, indem wir mehr als rr/gövaecog. vjttyQu^paiuv 

200 Bischöfe {ijülöxojcoi) an Zahl aus- de o'/dyoi rfjÖe rfi ava- 

machen, versammelt aus der ganzen (poQa nagovrcov üiavxmv 

Welt {olxovfiev?]). Es stimmen mit xal övvatvovvTmv , rrp 

uns in diesem selben Urteilsspruch (ialiOxa xaTSjtsiysöOai 

überein (öviicpojvelv) alle die, welche top xad^moiof/tvov fiayi- 

im Westen sind. Aber {aZXa) wenige öxQtavov llaXlaÖLOv, y.al 

von uns sind es, die diesen Bericht fir] jtsQCfitvsLV ro ßQaöog 

{avacpoQa) unterschrieben haben {vjco- rrjg Jtdvzcov vJtoyQarprjg. 

yQücpetv)^ während alle anderen dabei- o Seog, 6 sjtl Jtdvxcov, 

standen und zustimmten (öt;z^£ijdo3C£?z^), rrjv ßaOiXdav v^mv xoX- 

weil der verehrte {yad-wöimfitvog) Be- Xalg tTmv jiEQcoöotg öia- 

amte (fiaytötgiavog) Palladius sehr (pvldxTOt, svöeßtoraTot. 

eilte und nicht warten wollte, bis alle vcxrjzaL deiavyovotoL. 

unterschrieben hätten {vjtoyQdq)etv). ^Xavcavog tjtloxojtog 

Gott aber (df), der über dem Ganzen ^tXljiJcmv vjtsygaxpa. xal 

steht, wird wachen über Euer Kaiser- 'iön xmv öxiöiiarixatv ra 

reich viele Jahre hindurch, Ihr Gott- ovofiara ovrcog' ^lojdvvrig 

ergebenen, alle Zeit Siegreichen, Er- ajtioxojtog^AvTLoyBiag 2v- 

habenen {avyovözoi). Qi^ccg, MayMQcog, EXXaöcog, 

Wir haben diesen Bericht {dva- ^lovXiavog, TQayyvXlvog, 

(poQo) geschrieben am 7. Epiphi. ^AXB^avÖQog , Ma^tiilvog, 

Dies aber {ös) sind die Namen Atoyev7]g, Elldötog, Ajt- 

der Bischöfe {ijrloxojroi). die mit Qiyytog, Ae^iavog, IHd- 

Nestorius gehen: Johannes von Anti- rmv, Fsgovriog, A)J§av- 

ochien; Macarius vom großen Lao- ÖQog^ ^Aarsgcog, Geoöcogi]- 

dicaea; [JJulianus von Aratu; Alexander xog, ^Avrloxog, AwgoO-eog, 

von Apamea; Diogenes von Augusta; Meier tog, ^Icodvvrjg, Ze- 

Apringius von Chalkidos; Piaton; ßlvog, Uavlog, Ilexgog. 

Alexander von Hierapölis; Theodoret Movöalog, ^girü.ag, Id- 

von Cyrus; Heliades; Meletios von xcjßog, Zeßtväg. Magxe).- 

Neocaesarea; (38) Johannes von Da- Xlvog, X^^egiog, Oeoöeßiog, 

maskus; Paulus von Emesa; Musaeus Evü^rjgiog, AvaöraOioc, 



1. Übersetzung. Bouriant S. 38. 39. 37 

von Ireuopolis; Marcellian; Helladius BaölXsiog, IXtaötjc, xal 
von Tarsus; Zoses von Esbunt; Maxi- Md^ifiog. Ovroi (lovoc 
minus von Nazarbu; Helladius von xoivmvol rmv aöeßmv 
Ptolemais; Hesychius von Kabala öoyfidrcop NeöroQiov, ne- 
in Lykien; Philippus von Theo- qüovtec; xara rr/v jtoXiv 
dosianon; Gerontios; Asterius; Anti- d^oQvßovg xal ördosig xc- 
ochus; Dorotheus von Marcianopolis; vovöt, ;(£«()OTor/ag ejtay- 
Jakobus; Sabinus von Traianopolis; yeXoiievoL jtQog jrdvrag 
Phridillas von Heraklea; Ikarius; rovg ev rfj noXu ovxag 
Ampelias; Hetherius von Dyanon; OQd^oöo^ovg, xal xov jteqI 

Anastasius; Trakellinus von i; TovTOVcpoßovvjtoJrrsvov- 

Himerius von Neokomedien; Basilius. rag, xcoXvecv avrovg rr/g 

Dies sind die, welche dena gottlosen aTOJtov ejtcx^tQi^Oscog. 

{doeß}]g) Dogma {ßoyfia) des Nestorius 

angehören, die herumgehen in der 

Stadt (jtoXig) und Aufruhr (ördöig) 

und Verwirrungen erregen, indem sie 

Handauflegungen versprechen, so daß 

{ojöTs) alle Orthodoxen (oqO-oöo^oi) 

der Stadt {jcoXig) um dieser Sache 

willen in Furcht sind und sie an 

dieser schlimmen Tollkühnheit {roX- 

fif]Qia) hindern (xcoXvstv)'^.'^ 

Als aber {öt) der Kaiser diesen Bericht {dvacpoQa) , der 
durch die Synode (ovvoöog) an ihn geschickt war, gelesen hatte, 
wurde er sehr betrübt {Xvjtsto-O-ai) ^ darüber, daß man seinen Befehl 
nicht angenommen hatte, sich hinzusetzen und zum zweiten Male 
zu urteilen {xQivsiv). 

Als dies aber (öi) vollendet war, waren die Absetzungs- 
urkunden {v7[0fiv?'/fiaTa; xadalgsoig) noch nicht nach Kon- 
stantinopel gelangt. Viele Tage aber {6b) vergingen, da ver- 
breitete man in der Stadt (jtoXig) die Nachricht ('59) von dem, 
was in Ephesus geschehen war: in ähnlicher Weise (ofiolcog) vom 
gottlosen (doeßrjg) Nestorius, daß er durch die heilige Synode (övv- 
oöog) abgesetzt sei {zad-cuQSiv) und seine Absetzung {TcadaiQBöig) 

1) Mscr.: tpä.khA'<\ioc ngTAiepoc nneiKOAiH-Skiöw ! Der Ortsname 
liei Trakellinus fehlt irrtümlich. — 2) B.: „n'ont pu les arreter dans 
leur perversite temrraire". — 3) B.: „11 pleura beaucoup de ce qu'on 
ne leur avait pas transmis son ordre". 



;}g Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

nicht annehmen Avollte; daß aber (dfc) durch die Synode {ovvodo'S) 
befohlen wurde, man solle sie (die Absetzung) an den Tüq>fosten 
des Hauses, in dem er wohnte, anheften, indem die Kleriker 
{xXrjQixol) von Ephesus in der ganzen Stadt {pioXtc) umher- 
gingen, ausriefen und sprachen: „Wisset, daß der gottlose {doeßrjg) 
Nestorius am 28. dieses Monats Paoni durch die Versammlung 
der heiligen Bischöfe {tjiloxojtoi) abgesetzt ist {y.ad^aiQ(:lv)^' . 

Kopie (löov) der Absetzung {yM^alQeöig), die an Nestorius 
geschickt wurde ^, die man an die Tür seines Hauses anschlug: 

„Die heilige Synode {övvo- II ^ ayla övvoöoc rj yaQixi 
öog), die sich in der Metropole ßeov xara ro d^eOTrtOf/a tc/jv 
{firjTQOjtoXig) Ephesus in der evöeßsöxarcov y.aX (pü^oycnöxcov 
Gnade {xaQig) Christi und auf rifimv ßaötXicov 6vyxQOTrj{)atoa 
Befehl des gottliebenden und hv TXi^Ecpeölcov iirjrQOJtoleiljti- 
iYOYBjnQn (svosßi^g) Kaisers ver- orillu NeöTOQiq), vtcp ^lovdc:. 
sammelt hat, schreibt an Nesto- rivwöxs osavrov^ öta xa 
rius: »Wisse, daß Du wegen övööeßrj Oov xr/Qvy/xaxa y.al 
Deiner gottlosen {aösßslg) Pre- xr]v JiQog xovg yavovag ajtd- 
digten und Deines Ungehor- &eiav xaxa xa öoy.ovvxa xolg 
saras gegen den^ Kanon {xa- sxxlrjöiaoxixolg d-sOfiolg, ^lov- 
vojv)deYKiYGhe{8xxl7]<jLa) durch, vlov (irjvog xov sveöxmxog 
die heilige Synode (övvoöog) öevxega xcä slxadt jtaQcc XTJg 
am 28. dieses Monats Paoni ab- aylag Ovvoöov xad-iigr/ö^ccL xal 
gesetzt worden bist (xa&^aiQslv), Jtavxog exxXrjOiaOxLXOv ßad^iiov 
auf daß Du jeder kirchlichen vjiaQyuv aXXoxQiov. 
{exxlrjöla) Würde {xa^tg) ent- 
hoben (eigentl. »fremd«) seiest«". 

Die heilige Synode {övvoöog}^ welche für die Ordnung 
{xaxaöxaöig) der Kirche {axxlrjola) von Konstantinopel Sorge 
trägt, schrieb an die unter Nestorius stehenden Verwalter 
{olxovofiOL) einen Brief (sjnöxoXrj), und befahl ihnen hinsichtlich 
der Güter (xQ?iuaxa) der Kirche {6xxX7]6ia), daß sie über sie 
wachen und (40) nichts von ihnen nach der Bestimmung {yvcofirj) 
des Nestorius aufwenden sollten^, da^ man ihn bereits ab- 
gesetzt habe {xaO-aiQstv): 

1) Lies: nTö.ir'xooTc. B. hat das t fortgelassen. — 2) enKd^ncon. 
B.: enKd.nü)n. — 3) Mansi lY, 1228. — 4) Mscr.: -^io; B.: '^e. — 
5) Lies: -lie; nicht: -^e (B.). 



1. Übersetzung. Bouriant S. 40. 39 

.,Die heilige Synode {övvo- V/"^ ayia övvoöog r) x^Q^'^^ 
dog), die sich in der Metropole ßsov iv 'Eg)tö(p ovpayßeTOa 
{lirjTQOJtoXiq) Ephesus in der xaxa za d^BöTtiOfiara rmv sv- 
Gnade {x^iQig) Christi und auf ösßeöTarcov ymI {^^socpiZsöra- 
Befehl der gottliebenden und rcov rjpimv ßaöLltmv, Xafijrgo- 
frommen {svösßelg) Kaiser ver- razcp Ev^agicp, evXaßeöTaroLg 
sammelt hat, schreibt^ an JiQsößvrtQotg, xal olxovofioig 
Lamprotatos und Eucharius, xal XoLjiolg evlaßsOrazoig xh]- 
die gottesfürchtigen Presbyter Qtxolg TTjg xara rrjv (^iXo- 
{jtQsößvTSQoi) und Verwalter ;^(>^(>ror KcovöTavxtvovjtohv 
{olxovofioi), und an die gottes- aylag rov Oeov exxXrjOlag yai- 
fürchtigen Kleriker {xh'jQixol), Qetv. rivwöxsro) tj vfisrsQa 
die zur heiligen Kirche {hxxXrj- svXaßsta rov övö^rjfiov Neöro- 
öia) von Konstantinopel ge- Qiov öia ra övöösßfj avtov 
hören: Eure Heiligkeit möge xi]QvynaTa, xara rovg kxxXr]- 
wissen, daß wir um der gott- öiaözcxovgO^söfiovg djteid-rjöav- 
losen {-dösß'tjg) Predigten des ra, xara ttjv ;^^ee riii^gav, ?JTig 
Nestorius und seines Ungehor- sorl rov eveörmrog firjvog ^lov- 
sams gegen die Kanones {xavo- vlov ösvtsQa xal eixdg, jiaga 
veg) der Kirche {exxX7]öLa) willen rrjg dyiag övvoöov xara ro 
gestern, d. h. am 28. des (Mo- öoxovv rolg IxxXrjöLaorLxolg 
nats) Paoni ihn nach {xara) der xavoöL xaO-j^jQijö&^ai, xal Jtav- 
Vorschrift des Gesetzes (vofiog) rog 6xxXi]öi.aörixov ßaü-fiov 
der Kirche {6xxX7]ö[a) abgesetzt vjiccqx^^^ dXXoxQLov. (pvXd^axE 
haben {xaßatQSlv)^ auf daß er xoivvv xa sxxXrjöiaöxixd övfi- 
jeder kirchlichen (f.xxXrjala) Jtavxa, ojg fisXXovxsg xal Xoyov 
Würde {xd^ig) enthoben sei. ajcoöovvat xm xaxa ßovXrjöcv 
Wachet nun ^ jetzt über die Gsov xal veviiaxt xmv evöt- 
Güter (xQ^iuaxa) der Kirche {ex- ßeöxdxmv xal (pcXoxQloxmv 
x)j]öLa), da (o9c) ihr dem Bischof rjiicöv ßaöcXimv x^i^QOxovTjd-Tjöo- 
(ijr/öxojTO^), denmandemWillen f/avoj xfj KoJvöxavxivovjtoXi- 
Gottes und dem Befehle der gott- xmv txxX7]öia. 
liebenden Kaiser folgend {xaxa) 
über die Kirche {IxxXriöia) Kon- 
stantinopels setzen wird; Rechen- 
schaft {Xoyog) ablegen werdet". 



1) Mscr. richtig: e-yc^*.i; B.: e^Tcgd.!. — 2) Mansi IV, 1228. 
3) Lies: ö'e, nicht, wie B.: '2ic-. 



40 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Und über das, was durch die heilige Synode {ovvodog) in 
Ephesus wider den gottlosen {döeßrjg) Nestorius vorgenommen 
war {jtQaCöetv)^ verbreitete man in Konstantinopel ein Gerücht, 
bevor noch die Urkunden {vTioiivriiiara) der Absetzung (xaiß^ai- 
QSöig) in die Stadt {jtolic) gekommen waren. Der gottes- 
fürchtige Erzbiscbof (dQXtsjtiö/COJcog) Cyrill sandte einen Brief 
ißüiiöToXrj) und verkündete das, was wider Nestorius vorgenommen 
war. Und die Kopie (J,öov) des Briefes {ejiLöToXrD ist diese: 

(41) „Cyrill schreibt an die Bischöfe „KvQtXkog ^ diiXUijii- 

isjtiöxojtoi) Komarius und Potamon öTCOJcoq ^AXesavÖQuag Ko- 

und an den Vater der Mönche (fiovaxol) fiaQlqj xai Uordncovi Ittl- 

Viktor, die Geliebten, die ich liebe im Oitonoig, xal reo aQ'/L- 

Herrn; zum Gruß {xal()£T£)\ Wir er- (lavÖQiTXi '^^^ (lovacrrj- 

warteten {jtqoööoxsIv) zwar (fisv)^ daß Qimv zw xvqIcj) Aalnariop, 

Nestorius, als er nach Ephesus ge- xal Ttfzo{)^e(p xmI Ev- 

kommen war, um der Worte willen, loylcp jüQeößvreQoic, dya- 

in denen er seit dem Tage, da man jcrjTOlq xal Ttod-eivoraTOLg 

ihn (in sein Amt) einsetzte {xad^- xmI ev Ägiozm rjyiao- 

löravai)^ gelästert hatte, Buße tun fisvoig JtXetöza xcciQeiv. — 

werde {fiszavoelv) oder (/)') von der UgoösdoxoDfisv lldovza 

heiligen Synode {övvoöog) Verzeihung zov zlfiLOv JSeözoQtov 

erbitten werde {aizslv), wenn es auch f/szayvcovai l^p otg ös- 

ein gefährlich {xivövvog) Ding ist, 6vö<jprj(irjxsv, d(p ov xe- 

einem solchen Menschen Verzeihung ;^f^()OTOi^?yT«i, xmI övy- 

zu gewähren; denn {xal ydg) es ziemt yi>c6fir]v cdzrjöca jtaga 

sich nicht, einem schlechten Menschen zrjg dylag 6vvo6ov. u 

der Art zu verzeihen, der verkehrte y^di ozi ndlioza ovzcog 

Dinge predigte und die ganze Welt Ijilxlvövvov z6 x^^Q^^^'~ 

iplxovntvrj) zu verwirren und den odcu övyyvmurjv avzw. ov 

rechten und heiligen Glauben {jilözig) yag evsöex^zo dvögl zoc- 

der Kirche {sxxXrjCia) zu vernichten avza xrjQv^avzC jtaoav 

wünschte. Wenn derjenige, der es yaQ öieöZQsrpE zrjv oixov- 

wagen wird {voXfiäv), ein lästerndes {ji8V7]v, xal Z7]v d^QtjOx^v- 

Wort gegen die gottliebenden Kaiser ofisvrjv zmv exxXtiölodv 

zu schleudern, gerechterweise (df^cci/cöc) jtaQsXvös Jtlöziv' /a(>/(7«- 

den Zorn {ayavdxzi]6ig) der Gesetze cd^ai övyyvwiiriv. ei yaQ 

{vofioi) erduldet {vjrofZ£vetv\ um wie xal 6 fiiav dfpiivat övo- 

1) Mansi IV, 1228 ff. 



L Übersetzung. Bouriant S. 41. 42. 41 

viel mehr {jroöco fiäXXov) dieser Gott- (prjiiov (pcovrji^ roZfjrjoag 

lose {doeßf'jc), der unser heiliges xara tcqv evöeßeörarojv 

Mysterium {iivör/jQtov) zu zerstören xai (fiXoxQiorcov 7jfi6jv 

gewünscht hat, indem er gänzlich die ßaöiltcov öixalwg vjto- 

Ordnung {olxovofila) beseitigte, die (iti'st rag ex rmv vbiicßv 

um unsertwillen der gute (ayaO-og), ayavaxrt'iösLg' ov iiaXXov 

Menschen liebende, eingeborene (^oro- o dosßr/g ro ov^ujiai^, 6 

ysmjg) Sohn Gottes des Vaters voll- ro evayeg i^fimv dva- 

endet hat, indem er geruhte {xar- TQtJicov ^uvöt7/qcov^ xal 

a^iovv), um unsertwillen Mensch zu dvaiQmv t?]v olxovofilav^ 

werden, damit er uns alle errette und rjv o ayiog xal (piXdv- 

uns erlöse von den Sünden und dem ^qcojioc tov Gsov Jia- 

Tode unter dem Himmel.^ Allein rgog vibg fiovoyevijg öl 

{jtX7]v) wir wunderten uns sehr über i^fiäg sjr?JjQco68 xara^t- 

die Hartnäckigkeit dieses Menschen. coOag dvO^gcojtog yevioß-ai, 

Denn {xal ydg) er tat nicht Buße iva Jidvrag rjfiäg Ocoörj 

^fieravoelv) und weinte auch nicht xal djialXd§7] rrjg vui 

(ovöi) über das, was er gegen den ovQavov dfiaQtlag xal 

Glauben {jilozig) an unsern Heiland d^avdrov; jrXrjv ad^avfid- 

ocorrjo) Christus vorzubringen ge- öafiev rrjv (jxXr]Q0xaQ6lav 

wagt hatte {roXfiav)\ sondern (a2/a), tov avÖQog' ov yaQ fiere- 

als er auch nach Ephesus gekom- voypsv^ ovöe sxXavösv 

men war, gebrauchte er {xQr]öd-aL)'^ stp* olg eijrslv sroXf/rjös 

diese selbe, verderbliche Redeweise xard ttjq ö6^r]g rov jtdv- 

42) und offenbarte sich selbst als rcov rj^cöv acoxrJQog Xql- 

einer, der Lästerungen denkt "^j so ötov' dXXd yaQ xal sv 

(laß (cSöre) einige von den gotterge- ^E(ptöcp Jiagaysyovcog rote 

benen, bekannten Metropolitanbischö- avrolg extxQrjro Xoyoig, 

fen (tjrlöxojroc; fir/TQOjroXstc) zu ihm xal JidXtv söet^ev avxov 

gingen, damit sie mit ihm disputierten rpQovovvra xd ÖLSCiTQafi- 

und durch die göttlich inspirierte fitva' oig xal rcov ijitö?'/- 

Schrift {yQCicpri) seinen Mund ver- iiodv ^rjTQOJtoXcTcöv xal 

schlössen^, indem sie ihn darüber be- {^eoösßsöTdxmv tJttöxb- 

lehrten, daß Gott es sei, der nach dem jccov Xoyovg ÖLxaicog jtQog 

Fleisch {xaxd^ (^dg^) durch die heilige avxov xolvovvxcov , atxa 

1) 2*.poc nTne; B.: „Celeste qu'il entraine". — 2) Mscr.: d.qxp<^^i 
B. : *>q(3'pto. — 3) Mscr.: eqAiee-ye cQÄiAvfiTpeq'xioTev, nicht, wie B.: 

,.eqAiee-ye ^MAinTpeq'2iiOTev". — 4) Die Worte: d^irto nceujTevAv epcoq 
hat B. nicht übersetzt. 



42 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

.Iungfrau(^ß(>^fZ^oc) Maria geboren sei. ovyxXtiovrmv avrov dia 

Und sogleich sprach er mit {xQrjö(}-ai) rrjg {>eojtP€vOTOV yoa(fj?iq 

einer unverschämten Stimme: »Ich Tcal öida^avrojv, ori ßeog 

für mein Teil werde einen, der 2 oder loziv o tx rr/g äyiac üzaQ- 

3 Monate alt geworden ist, nicht ^tvov yMra OaQy.a yhv- 

Gott nennen«. Und er fügte noch vrjd^Hc, ai^-iiüzfo ffADVXi 

andere Lästerungen zu diesen hinzu, XQV^^f^^^^^^ Ifpri' lym dt- 

indem er überhaupt die Menschheit {irjvalov xal TQifir/valov 

des Eingeborenen {^ovoyevrjg) besei- Gtov ov Xtyco' xal aXXa 

tigte. Es war nun jetzt durch die Gott- de jtQoq rovrotg trsQa, 

und Christus liebenden Kaiser der hei- dvacQcop rrjv IvavH^ocoJtri- 

ligen Synode {övvoöog) ein bestimmter Ocv rov (iovoytvovg. 6t- 

Termin (jügoO-sOfiiä) gegeben worden, öorat fisv ovv rrj ayia 

nämlich das heilige Pfingsten {nzvxi]- övvoöco JtQod^eOfila, rj ayia 

xoörrj); denn {tccCl yaQ) das erste JzevrrjxoöTrj , jtaQa rmv 

Schreiben des Kaisers, das, in dem d^eocpiXsörarojv ^ficov ßa- 

wir berufen wurden, hatte diese so oüJojv. rb yaQ jtQmrov 

beschaffene Form {xvjtog). Deshalb yga^i^a, 6t ovy.eyjj/fieß-a, 

gelangten wir {xaxavrav) nach der tovtov ex^c top tvjiov. 

Metropole {lirjTQOJtoXig) Ephesus vor xar?]VTr/öafisv ds sjil rrjv 

der festgesetzten {pQlCtLv) Frist {jioo- ^E<peölcov jioliv üiqo rrjg 

d^eöfila); denn {xal yaQ) nicht ist es OQiöß-slorjg '^fiegag' ov 

überhaupt möglich^, die Befehle der yag i/v yaTaq)Q0P7Jöat 

Herren der Welt {olxovfisvrj) zu ver- 6£öJtOTty(5v d-söjnofid- 

achten {yara(pQOVüv). Als {£jt£L6YJ) rmv 6Jtsi6r] 6h ayr]xoa{i8P 

wir nun hörten, daß der gottesfürchtige egxsoOac rov svXaßtOza- 

und gottergebene 2 Bischof (ejr/(Jzojrog) rov xal ^aog^üJöTaTov 

von Antiochien, Johannes, käme, war- r^^ AvTcoyJojv sjtloxo- 

teten {yatsxsoü-ai) wir andere 16 Tage Jtov ^Icodvvriv, Jisgcsfistva- 

auf ihn, obwohl (xaijttQ) die ganze (lev ^fitgag txyal68xa' 

Synode {övvo6og) rief und sprach: xalzot jtdö?]g rrjg Ovvo6ov 

»Jener wünscht nicht, sich mit uns ßowörjg xal X£yovö7]g, ort 

zu versammelnd^; denn (/«()) er fürchtet, ixetvog ov ßovXexaL övv- 

daß {fii]jtojg) Nestorius eine Absetzung £6Q8vöai. 6e6otx£ yaQ 

{xad^algsöig) trifft, den man aus^ (i?] dga xad^aLgeöLV vjio- 

1) Mscr.: MMn^(S'oM. B.: MMfiiycS'Mö'oM. — 2) Mscr. : npeqtycMiye, 

nicht: npeqigeMtge (B.). — 3) Mscr.: eccoov^; B. nur: ccooTg. — 
4) B. mißversteht die Stelle und übersetzt: „qui a ete pris dans 
son Eglise". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 43. 43 

seiner Kirche {IxxXrjOla) genommen fisivr] 6 rifzicorccrog Ne- 

hat; (43) deshalb schämt er sich in oroQiog, XrjCpO^Elq sx TTJq 

dieser Angelegenheit, in der er sich vjt' avrov 8xxXr]<jiag, xcä 

offenbart (verraten) hat«. Wir erfuhren tacog ro jtQayiia aiöxvve- 

die Wahrheit durch die Art seines rar o xal tdeiss xal t) 

Zögerns {a^usXeiciJy die wir sahen. Es jtscQa ro Xoijrov dXtjd^i- 

kamen nämlich (/«()) zuerst einige vcog' vjtsQsOsro yccQ rov 

von den gottesfürchtigen Bischöfen eld^elv JtQoXaßovreg yaQ 

{tjtlöxojtoi), die mit ihm waren und rtvsg rmv övv avrm sv- 

unter ihm standen, aus dem Orient und XaßsöraTmv hjttöxoJtow 

sprachen: »Der Bischof {sjtlöxojtog) ex rrfg avaroXrig tcprjoav 

Johannes hat uns befohlen, Eurer Gott- everslXaro rjiilv o xvQiog 

ergebenheit zu sagen: >Wenn ich^ ^fcoawrjg o sjciöxojtog ei- 

zögern sollte, so tut, was ihr tut jislv rfi d^eoösßsia vfimv, 

(\vollt)<. Es versammelte sich nun jetzt otl eav ßgaövvoj , jtQaz- 

die heilige Synode (övvoöog) am 28. des zers o jigarrsTS. ovvay- 

Monats Paoni, nach (xara) ägyp- d^eloa rolvvv tj ayia ovv- 

tischer Rechnung, in der großen Kirche oöog rfj xara 'AXe^av- 

{txxX?]ö[a), die man Maria nennt, und ÖQstg oyöo?] xal sixaöc 

sandte gottesfürchtige Bischöfe {eni- rov Ilaovl firjvog ev rfj 

oxojtot)^ ihn zu rufen, auf daß er käme ueyaX^i £xxX?]6La, r^ xa- 

und sich selbst stelle (öi/i^/öTccö^aO und Xovjjitv^ ayia Magia, 

sich verteidige {djtoXoyiCsod'at) um axdXsOev avrov, jtsfiipaoa 

dessentwillen, was er gelehrt und ge- svXaßsordrovg ejitoxo- 

schrieben hatte. Er aber (öe) gab die jtovg, coöre sXß^alv avrov 

erste Antwort- folgendermaßen und xal övörrjoai lavTa> xal 

sprach: »Ich werde es mir überlegen djtoX.oyrjöaod^ai jisqI o)v 

{öxijtrsöd^ai) und sehen, was sich zu aölöa^e xal tygaipsv. 6 

tun geziemt«. Zum zweitenmale rief 6s rrjv fisv jtQcorrjv ano- 

man ihn durch ein anderes Schreiben xqlOlv hjtoiriöaro Xayow 

{jtaoavayvcocirtxov), indem die heilige ort öxsjtroßat xal oqw ' xa- 

Synode (öüi^odoc) andere^ gottergebene xX7]rat öavraQcp jiaqava- 

Bischöfe {ajiLöxojtoi) zu ihm sandte. yvmörtx(p jcaga rrjg aylag 

I)er aber (da) tat etwas Ungeziemendes övvoöov, jcdXiv Jtafifpd^av- 

{arojtov). Denn (/«()) er empfing Sol- rmv JiQog avrov d^aoöa- 

daten durch den Grafen (xofirjg) Kan- ßaördrojv ajtiOxoJtcov. o 



1) Mscr.: eiigd^ncocK. B. : eiyd.uü)CK. — 2) Mscr. : e^q-^ Ttyopne 
ne..noKpicic. — 3) B. hat in der Übersetzung das ue übersehen. 



44 



Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 



didian und stellte sie vor seiner Tür auf 
mit kriegerischen {jtoX8(iLx6q) Pfeilen, 
um die, welche zu ihm hineinkommen 
wollten, zu hindern {xojXvuv), Die 
gottesfürchtigen Bischöfe {Itilöxojüoi) 
aber (df ), die abgesandt waren, blieben 
an seiner Tür stehen und sprachen: 
»Wir sind nicht gekommen, ein Wort 
zu sprechen, das hart zu hören ist, 
sondern (alla) die heilige Synode 
{()VVOÖO(i) ist es, die ihn ruft«. Der 
aber (df) gebrauchte {xQTJO^at) verschie- 
dene Ausflüchte {a(poQfiaL) (44) und 
wollte nicht kommen, denn er wurde 
durch sein Gewissen {cvveIöjjölq) ge- 
peinigt. Danach rief man^ ihn wieder- 
um, zum drittenmale, durch ein anderes 
Schreiben {jiaQavayvmötLXOv), indem 
man gottergebene Bischöfe {sjclöxojtoi) 
aus den Provinzen {sJtaQXicci) ^ zu ihm 
sandte. Der aber {ös) gebrauchte (xQ^-) 
Odat) wiederum die Hilfe (ßoi^O-eia) der 
Soldaten und wollte nicht kommen. Da 
setzte sich nun jetzt die heilige Synode 
{avvoöog), folgend den kirchlichen 
{hxxlriöia) Gesetzen {v6(iot). Und 
man verlas seine Briefe {ajtLöTolai) 
und seine Erklärungen {s§7]yi^ö8tg) 
und fand sie voll von seinen^ Läste- 
rungen. Es legten aber {di) andere 
gottesfürchtige Bischöfe {sjtloxojtot) 
Zeugnis ab, indem sie verkündeten: 
» Als er in dieser Stadt {jtohg) Ephesus 
mit uns sprach, sagte er offen heraus: 
>Christus ist nicht unser Gott<.* Deshalb 
setzten wir ihn ab {xad-aiQelv), indem 



6h jtQciyfia jtoif/jv aTOJtop, 
öTQari(/jTaq Xaßmv 7ia(ja 
Tov ntyaXojtQiJtfiOraTov 
xofiTjToq Kavötöiavov, 
tOTTjCfs jtQo rr/g ol'/Acg 
avTov iiera (ßOjraXojv 
xwlvcov HOiXdscp TLva 
jiQog avTOP. cog de tJtt- 
fitvov OL jtefiffd^bVTsg ayt- 
coraroc ajtioxojtot, ?.tyov- 
reg ort ovöev yaXejtop 
fjXd^oixiv sIjcüv tj axovoat, 
aXX 71 ay'ia ovvoöog av- 
Tov xaXel, ag)0()uatg Ixs- 
XQ^TO öiarpoQOig. ojc [ir] 
d^iXmv aveXd^elv hjiijtXi]x- 
T£ yag avrw ro övvst66g{\) 
sira xsxQi^.usd^a xcd TQirrp 
jtaQavayvcoOTixo) ' xal jia- 

XlV JieiKfd^aVTCOV BJtLöXO- 

jiCDV JtQog avTOv Ix öia- 
(pOQcov IjiaQyjimv , jtaXiv 
rf] rmv öTQariojrwv lyjQ^i- 
öaro ßia, xal ovx r/^t- 
X7]6£v eXO^elv xad-aod^eZoa 
Toivvv 7] ayla ovvoöog, 
xal axoXovü^7]<jaoa rolg 
rrjg £xxXr]Oiag {}^£öfioig, 
xal avayvovöa rag sjil- 
öroXag avrov xal zag 
h^rjyrjöeig, xal avQovoa 
6vög)7]fiicQv avrag fieörag' 
[iaQTVQrjOavxmv öe xal 
sjücörjfimv EvXaßeötarojv 

BJtiÖXOJtmV fiTjTQOJtoXt- 

rmv, 6t L ev avxfi rfi 



1) Mscr.: Ä^TTMOirTe; B.: *.nMo-irTe. — 2) B. setzt hinzu (vgl. 
den Griechen): „differentes". — 3) B. übersetzt in neqAinTpeq'^iioTev 
das neq nicht. — 4) nnnoTTe = unser Gott; B.: „Dieu". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 44. 45. 45 

wir über ihn ein Verdammungsurteil *Eq)SOl(X)V xal jtQog r/f/äj: 

nach (xard) dem Gesetz {pofwg) der öiaXsyofisvog, öacpcoq el- 

Kirche {exxX7]öla) brachten. Da Qrjxev, ort ovx sort Gtog 

[Ljcetöj]) es nun jetzt notwendig o ^IrjOovg' xad^ellev av- 

(a/^a/xffroi') ist, daß Eure Gottergeben- xov, xal ötxaiav xal ev- 

heit dies wisse und es denen sage, für vonov t?)v Wrj<pov h^rjvty- 

die es sich geziemt, es zu wissen {voelv), xt xax avxov, ejteiöfj 

damit nicht etwa durch ihn oder durch öh 7)v avayxalov , ravra 

die, welche ihn hier unterstützen, eine avta fiaO^ovöav rrjv vf/8- 

List ausgeübt werde, war es notwendig rtgav d^eoötßeiav ötöa^ca 

{avayx-rj)^ daß wir es anzeigten ovg XQV {^cclLöra avra 

{öJ]iiaivetv). Wir haben aber {öi) fia&elv, ipa firj owaQjtdCt] 

ferner einen Brief {ejtKjToXrj) des // cwxog, ?] ol ovöJiovöd- 

gottesfürchtigen und gottergebenen C^ovrsg avzw, ravra dvay- 

ßischofs {ejtiöxojtog)^ Johannes, den xalmg fisfirjvvxa. txo^ev 

er an Nestorius schrieb, indem er ihn de xal rov d^eoöeßeördrov 

darin heftig tadelt {sjiirifiäv), wie xal d-socpi^.sörarov sjil- 

(coc) wenn er neue, gottlose {dosßrj) oxojtov ^Imdvvov sjtcöro- 

Dogmen (öoyfiara) in die Kirche )Jjv yQa(pelöav jiQog av- 

{hxxhpia) einführe und die Predigt, rov^ öl rjg öcpoÖQa avrco 

die den Kirchen {exxlrjöiaty- durch sjtLrtfia cog xatvd xal 

die heiligen Evangelien (svayyaXia) aösß't] doy^iara slosvsy- 

nnd (45) die Apostel {djtoöroXot) xovrt dg rag £xxX7]0iag 

gegeben ist, zugrunde richte. Da xal jtagalvovri ro x?]- 

(ejteiör/) er nun jetzt kein Wort für Qvy^ia ro ex rmv ayicov 

seine Lästerungen sagen kann, fand evayyslLörSv xal ajto- 

er einen Vorwand und sprach: »Ich croXmv jtaQaöo^sv ratg 

bat {jtaQaxaXelv), noch vier Tage zu IxxXrjöiaLg. ejteiörj öh ov- 

warten(ai^t;<eöi9-ai), bis der Bischof (ajr/- öhv övvarai jzQog rag 

oxojtog) von Antiochia gekommen sei, uivrov 6v6(pr]f/[ag eljislv. 

und man wartete nicht (xarex^od-at)^. JtQO(paöiL,erat^ ort jiaQS- 

Obwohl {xaijtBQ) jener gottergebene xdXeoa rjfitQag rtööaQag 

Bischof {ejtiöxoJtog) der Stadt {jtoXig) vjzBQrEdrjvai, tcog dv Jia- 

nahe war, weigerte er sich {jtaQatrEl- Qaytvtirat 6 rrjg ^Avrio- 

öd-ai) doch, zu kommen. Weshalb denn Xtcov hjtiöxoJtog, xal ovx 

zeigte er uns durch die Bischöfe Ivötömxaoi' xairot roh 

{IjtlöxoJtOL) , die ihm unterstehen, an ^vrniovevd tvxog lojdvvov 



1) Mscr.: nenicKonoc; B. : nenicKonoc. — 2) Mscr.: iiiteKKAirci«».. 



46 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

{or/fiaiveiv): »wenn ich zögere, so tut, ayu/jTdrovkJtiOxojüov Jta- 

was ihr wollt« ? Er wollte nämlich QaixTjoafitvov rr/v acpLc.iv. 

{yaQ) nicht kommen, wie {pcara) wir d ya{f r'jOtyis JtaQhlvat^ 

gesagt haben, da er weiß, daß die heilige öia zi liiriwab öia t(7)V 

Synode {övvo6o(i) Nestorius durch Ab- vjio yuQu, avTov tjnoyjj- 

setzung {xad-aiQsöig) als (o'jg) gottlos jtcov otl tav ßf/aövpoj, 

(ßöfi/??;^) verurteilen wird ^ und als {ojg) jtQarTerf: o jt^arrere; coq 

Lästerer gegen unser aller Heiland /«(> Icprjv, ovx rid^tXriOh 

(öcl>t^()) Christus. Da(|jr£^(^?J) wirnun jtaQuvat^ sidcbg orc Jtav- 

erfahren haben, daß durch den Grafen rcog rj ayia ovvoöog y.a- 

(xo^?y§)Kandidian Berichte (ci:j^a^o(>a/) Taiprj(pi8lraL NeoroQiov 

gebracht worden sind (dv£V6yx£iv)'^, rr/v yMd-aiQaötv, mg dotßfj 

so habt die Güte (eigentlich: seid be- xmI övög)7]fia XaXrjOavrog 

sonnen, nüchtern^ vrjcpeLv) und be- xard rov jtdvrcov rjiicöv 

leiiret den Kaiser darüber, daß die ömxrjQog Xqlötov. tjid 

Absetzungsurkunden (;co:^«/()f(>^g;t;jro- ovv,ojgs(iad^ov, dvrjvtyßrj- 

fipr/^ara) auf dem Papier (x^cqtcu) öav dvacpoQot jtaQa rov 

noch nicht vollendet sind. Deswegen fisya^.ojtQSjteörccTov y.o- 

konnten wir den Bericht (dvatpoQcc) fir]Tog Eavöcötavov, vr]- 

noch nicht an die Frommen {svösßetg), ipare, diödöyovreg, otl 

Siegreichen, alle Zeit Erhabenen (ßjtJ/ot;- ovjtoj zd vjtofiV7j{iaTa zd 

özol) senden.^ So Gott aber {de) will, jzsjüQayfzeva ajtl zfj zaO^aL- 

werden wir den Bericht {dvacpoQo) qsöel avzov szeleLcod^rjoav 

und die Urkunden {vjio^vrjiiaza) hv ydQzcug' ölo ovx 7]6v- 

senden, wenn man uns denjenigen, V7]d^r]fisv ovze zrjv ava- 

der sie zu Euch bringen kann, schicken cpoQav JtefiipaL, zrjv o^el- 

läßt.^ Wenn aber (ös) die Berichte kovoav jtefKp&^vaL JtQog 

idvacpoQai) und die Urkunden {vjto- zovg svoEßeig xal vLXi^zdg 

fiv^fiaza) zu kommen zögern sollten, '^fimv ßaöLlslg' övv Oeco 

so wisset, daß man sie uns nicht ab- ös sljtstv, xaralrjXpszaL tj 

schicken ließ. Ich bete für Euer dvacpogd fiszd zmv vjio- 

Heil ^ in dem Herrn Geliebte, die ich iiV7]fidzcov, dv z£cog 7]fiLV 

liebe". övyx(^Q7]d'fi jrs^ipaL zov 

ÖLaxofiLöaL övvdfLevov. av 
zoivvv ßQaövvi] tj zmv 

1) Mscr.: nd.T(S'Ä.eie necT.; B.: neKT(5'd.ei enecT. — 2) Mscr.: «vTTd.* 
nHueiTRe; B.: dwne).nHneuK€. — 3) Mscr. überflüssig: nTnnoorc hinter 
nTd.ne.c^opd.. — 4) B. falsch: „envoyer ce que nous pouvons vous 
faire tenir". — 5) Mscr. falsch: eneTno-yxd. statt: eneTnoT-aL«».!. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 40. 47. 47 

vjtofipf]fiazcov xal t^-* 
dva(po()äg axpi^iq, yivco- 
oxere^ ort ov övyxG)QOV- 
(ied^a Jtsfiipai' tg^CDoO-e." 

(46) Während man aber (öt) diesen derartigen Brief {ajtiOTOjirj) 
las, wurde das Gerücht in Konstantinopel verbreitet, daß Nestorius 
in Wahrheit abgesetzt sei {Tcad-acQelv). Denn {ajtsiörj) es war 
noch keine Nachricht in die Stadt {jtoXig)^ gekommen, weil 
man den Landweg absperrte {xodXvblv) und den Zugang ^ zu 
Wasser {d-aXaöOd) bewachte. Nunmehr {loutov)^ als die gottes- 
fürchtigen Mönche {fiovaxol), die in der Stadt {jioXtq) waren, 
es wußten^, kamen sie mitten auf die Straße (jtlaTsla), indem 
sie Psalmen sangen (ipalleiv) und Gott für die Sicherstellung 
des rechten Glaubens {jtlazcg) priesen. Dies aber (ös) ist der 
Wechselgesang {avTltpcopov), den sie in einer lieblichen Ode 
{cpÖTj) sangen: 

., Friedenskaiser {-siQrjvri), den Gott gesegnet hat! ^ Der Glaube 
{jiLöTtg) Deiner Vater, in dem Du Dir alle Welt unterworfen 
hast {vjtoTa6ö8ö^at) , möge aufwallen in Deinem Innern; denn 
{yccQ) er, in dem Gott ruht, ist es, der Dich bewacht". 

In gleicher Weise {oftolcog) sprachen sie auch diesen Wechsel- 
gesang {avri(pmvov) nach Vollendung des ersten: 

„Nicht ein Herold, nicht ein Bote ist es, der gekommen ist, 
uns zu erretten, sondern {a}.}.a) das Wort (Xoyog) Gottes, das 
freiwillig Mensch geworden ist, das ist unser Gott, das dem Fleisch 
{öaQ^) nach {xara) von der heiligen Jungfrau {xagd-ivog) Maria 
geboren ist. Laßt uns gehen und es anbeten". 

Und nachdem sie mit Psalmsingen (ipdlZscp) aufgehört 
hatten, riefen sie mit lauter Stimme mitten in der Stadt {ptoXig), 
und sprachen: „Christus, Du hast gesiegt, Christ (xQ^Otiapog), 
Du bist siegreich alle Zeit". 

(47) Nunmehr {loiJtov) erhoben sie ihre Stimme gegen den 
gottlosen {döeßrjg) Nestorius: „Verachtet bist Du, an welchem 
Orte Du auch seiest; verflucht bist Du vor Gott, o Jude! Der 
Christ (xQrjöTiavog) ist siegreich alle Zeit! Gebt den Juden jetzt 
den Juden, gebt den Verräter {jtQOÖorrjg) den Juden. Das 



1) Lies natürlich: eTnoAic; B.: eT&oAic. — 2) Mscr. aimä. 
doppelt. — 3) Mscr.: ^ÄinTpeTeiMe. — 4) B. falsch: „que Dieu benira". 



48 Kraatz, Koptische Akten z. ej>he8. Konzil. 

Geschenk {öujqov) Gottes aber {öt), Cyrill, dieser Name soll 
ewig bleiben; Bischof {bjciöxojcoc) der Orthodoxie {-oqi) 060^0^), 
Du sollst siegreich sein alle Zeit! Theodosius, Dein Kaiserreich 
soll bleiben von Geschlecht zu Geschlecht; gedenke daran, daß 
Du der Sohn der Apostel {aüioözoloi) bist". 

Nunmehr {loijiov)^ als sie zum Palast {jiaXaxiov) gelangt 
waren, riefen sie aus: „Man möge unsere Väter zum Kaiser 
hineinbringen; man möge die Heiligen zum Kaiser hinein- 
bringen; man möge unsere Worte {fpmvai) zum Kaiser hinein- 
bringen". Als sie aber (de) aufgehört hatten, beständig an der 
Tür des Palastes {jcalaTLOv) zu rufen, befahl der fromme 
(evösß^g) Kaiser, den gottesfürchtigen Vater der Mönche {iiovayoi), 
Apa Dalmatius, zu ihm hereinzubringen. Und als er hinein- 
gekommen war, redete er mit ihm in geziemender Weise; zu- 
gleich iß^a) aber {de) ließ er den Kaiser den Brief {IjtLöToXri) 
lesen, den man aus Ephesus geschickt hatte. Und sogleich entließ 
er ihn(eig.: „er gab ihm Befehl" ovpTaoOacv) und er ging von ihm 
hinaus. Und nach einigen Tagen, als Gott seine Menschenliebe 
zeigte ix^Qf^yscv), brachte man die Absetzungsurkunden {yMÜai- 
(>e(jig; vjiofivi^fiard) im geheimen in die Stadt {jioIlq) und den 
Bericht {ava(poQa)^ und eine große Furcht herrschte deshalb, und 
die Bischöfe (sjtlöxojtot) konnten sie nicht zum Kaiser hinein- 
nehmen. ^ (48) Aber (alZd) der gottergebene Erzmönch {aQ/j- 
(lovaxog) Apa Victor^ voller Mut und an Gott hängender Ge- 
sinnung, weigerte sich nicht - {jcaQüireloO^at), sie zum Herrn der 
Welt {oixovfievT]) hineinzunehmen, sondern («22«) in der Klug- 
heit, die seiner Frömmigkeit geziemt, nahm er die Absetzungs- 
urkunden {xad-atQsöLg; vjcofivi]{iaTa), brachte sie hinein und legte 
sie in die Hände des Kaisers. Und als der Kaiser sie gesehen 
hatte, fragte er sofort: „Wer ist es, der diese Urkunden (vjto- 
fivrjfiaTa) in diese Stadt {jtoXic) gebracht hat? Bist Du es nicht, 
der vor diesen Tagen mir gesagt hat, man verhindere (xcdZvscp) 
den Zugang zu Lande (ögofiog) und bewache die Landungsplätze 
{-■d-aXaööa)? Wie konnte man jetzt sie in diese Stadt {jtoXtg) 
bringen? Und wer überhaupt {oXo^g) hat sie hergebracht?" — 
Sogleich antwortete der gottesfürchtige Vater ^: „Frage mich nicht 



1) Mscr.: eiy-^iiTov. B. hat das ig fortgelassen. — 2) Mscr. 
Ä\neqnÄ.pd.iTei. B. : itneqnevp. — 3) Mscr.: neicoT. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 48. 49. 49 

nach der Art, wie sie in diese Stadt (jtohg) hineingebracht 
sind, weil ich nämlich (/«()) nicht weiß, wer sie gebracht hat: 
jedoch {d)JM ofiojg), wenn man den Zugang zu Lande und zu 
Wasser {d^alaöoa) hindert (Tccolveiv)^ so weiß ich nur das eine, 
daß Gott im geheimen diese Urkunden (vjtofivrjfiara) in diese 
Stadt {jtoXig) hat schicken lassen (evegyslv), wie (ojc) wenn 
sie aus der Luft {d?]Q) für uns niedergefallen sind (ja^Mv), 
damit durch Eure Majestät (xQavog) keine Belästigung und 
Unbedachtsamkeit vollführt werde. Im übrigen {loiJtov) siehe, 
sie sind in Deinen Händen; trage jetzt Sorge sie zu lesen und 
ihre Bedeutung kennen zu lernen. Und was Gott Dir ins Herz 
geben wird, sollst Du vollenden; beeile Dich, die Synode {övvoöoo) 
zu entlassen, da {hjteL67f) man sagt, daß man in jener Stadt {jtoltg) 
in Bedrängnis sei. (49) Denn nicht ist es von jetzt an nötig 
(-XQStcc), an sie zu schreiben und noch andere Schriften von ihnen 
zu erwarten, weil alles, was sie betrifft, in diesen Urkunden 
{vJtouvi^ flava) geschrieben steht. Damit wir die Rede unseres 
Mundes nicht hinziehen, (so wisse,) diese Sache bezieht sich nicht 
auf Menschen, sondern {dXld) auf den Herrn der Welt, Christus. 
Im übrigen {Xoljzov) begnüge Dich damit, die Angelegenheiten 
dem Willen Gottes gemäß {xaxd) zu lenken, w^eil unsere Festig- 
keit die Sicherstellung der Welt (olzovfievr]) im rechten Glauben 
(jtiöTig) ist." Sogleich betete er, verabschiedete sich (ovvrdöösiv) 
von ihm und ging von ihm hinaus. 

Und nach vier Tagen, als die Absetzungsurkunden {xaO-ai- 
QSOig: vjtofiVTj Clara) in des Kaisers Händen waren und er sie genau 
gelesen, versammelte sich das Volk {ÖTJfiog) der Stadt {ji6)ug) in der 
großen Kirche {Ixxlrjöla) — es war aber ißt) jener Tag ein Sonn- 
abend {adßßarov) — und sie riefen dem Kaiser zu und verlangten 
{airelv)^ daß man ihnen die Absetzung {xaO-aiQeOtg) des Nestorius 
vorlesen solle; denn iknELÖri) die ganze Stadt (jtoXig) war voller 
Aufruhr (öTdöig) und Kampf, da die Orthodoxen {oqO^oöo^oi) 
mit denen, die zu der bösen Häresie (al'Qsöig) des Nestorius 
gehörten, stritten. Und als das Volk {örjfiog) einstimmig dabei 
verharrte, sandte der Kaiser seinen Berichterstatter {QSijpeQSvöccQiog) 
Domitian und verkündete {dTtoloyiCsöO^at) der Menge folgendes: 
„Die Absetzungen (yM{}-atQi:ö£ig), die durch die heilige Synode 
{ovvoöog) an unsere Frömmigkeit {-Bvöeßrjg) gesandt worden sind, 

sollen auf meinen Befehl, so Gott will, morgen, d. h. am Herren- 
Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 4 



'){) Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

tage ixvQLazrj), in die Kirche {tzxkr/öia) gebracht werden, damit 
man sie euch vorlese". 

(50) Und am folgenden Tage, d. i. am Herrentage (xvQiaxrj), 
versammelte sich das Volk {)m6q) in der großen Kirche {Ix- 
xXfjCia), und sie riefen allesamt einstimmig : .,Du sollst siegreich 
sein alle Zeit, Theodosius; Du sollst siegen alle Zeit, Theodosius, 
denn Nestorius ist gefallen; die heilige Synode (avvodog) hat 
Nestorius niedergeschlagen {jcardööetv); die Gott nach {yMxa) dem 
Fleisch (cdQ§) geboren hat, Maria, die heilige Jungfrau {jta{f{^tvog\ 
hat den Nestorius abgesetzt {xa&aiQ£tp)V^ Und als man das 
Evangelium {svayyiXiov) verlesen hatte, erhoben sie allesamt 
einmütig ihre Stimme und sprachen: „Christus, unser Herr, Du 
hast gesiegt; Kreuz {öxavQoq), Du hast gesiegt I Man bringe uns 
das Schreiben der heiligen Synode {övvoöoc) hierher; es ist nur ein 
Glaube {jtlöTig), nur eine Synode {övvoöoc) (man möge Nestorius, 
den Juden, verbrennen, ihn und Anastasius ^ mit ihm. Einer ist 
Gott! Nestorius ist abgesetzt worden {xad^atQslv)] man möge Ana- 
stasius verbrennen und Irenaeus mit ihm. Man möge Irenaeus 
verbrennen, den Giftmischer; werfet den Zauberer {g)a()fiax6g) 
hinaus! Beseitigt die Schmach aus dem Palaste {jcakdriov); 
werfet den Juden hinaus! Man möge Anastasius bewachen. 
Gebet die Schätze der Kirchen {exxXTjölac) den Armen; gebet 
der Kirche {sxxXfjola), was ihr gehört. Werfet (sie) in den 
Tigris und die Rhone! Viele Jahre der Pulcheria^; sie ist es, 
die den Glauben {jtlöTig) befestigt hat! Man bringe das Schreiben 
der Synode {ovvoöog) vor das Volk {Xa6g)\ Es ist nur ein Glaube 
{jiLöTig), eine Synode (övvoöog). Man bringe unsere^ Stimmen 
{cp€ovai) vor den Kaiser!" Als sie aber {öe) aufgehört hatten, 
beständig über die Massen zu rufen ^, hielt der Presbyter {jtQeoßv- 
TSQog) Maximian der Menge folgende Schutzrede {djtoXoylCsöO-ai) 
(51) und sprach: „Da {ejtSLÖrj) dem frommen (evöeßrjg) Kaiser Gutes 
aus Afrika gemeldet worden ist und alle im Beratungszimmer 
{xovöiöTOQLov) sitzen, indem sie sich beraten (V)^, so bitte ich 
{jiagaxalslv) , daß ihr jetzt gestattet {övyxcoQslv), sie in der 
Abendstunde hineinzugeben, damit man ihre Antwort {anoxQiöig) 
euch (morgen) früh vorlese". Nun {XoLjtov) erhoben sie wieder 

1) Vgl. Anhang vierter Absatz. — 2) Mscr.: Porcheria. — 
3) Mscr.: nnnc^conH. B.: ntic^conH. — 4) Lies: ev'2ii; nicht: e-jii (B.). — 
5) e"ireKp«).TeTe {iy7i(}aTSvi69-ai) im Mscr. gibt keinen passenden Sinn. 



i 



1. Übersetzung. Bouriant S. 50. 51. 52. 51 

einmütig ihre Stimme in folgender Weise: „Um des Glaubens 
{jtlOTig) willen hat Theodosius gesiegt; siegreich soll er um des 
Glaubens {jtlözig) willen ewig sein; er hat gesiegt, den Juden 
hat man hinausgeworfen; die Barbaren {ßccQßaQOL) sind gefallen; 
wir werden hier bis Abend verweilen'". Und während noch (tr^) das 
Volk {ÖTJuog) rief, kam der Berichterstatter {QerpeQsvöaQiog) Domi- 
tian hinein, hielt an die Menge eine Schutzrede {djcoXoyiC^eöO'ai) 
und sprach: „Der fromme {evö£ßrjg)KsiiseY hat mich geschickt, und 
ich habe das Schreiben der Synode {avroöog) zum Klerus {xZr]Qog) 
gebracht, indem er ihnen Gelegenheit gab, zu beurteilen {xQLvaiv)^ 
was sich hinsichtlich dieser Angelegenheit geziemt, weil die 
Absetzung {yMOcugeoig) des Nestorius und Cyrill und Memnon 
in ihnen aufgezeichnet ist''. Als das Volk {örjfiog) von diesen der- 
artigen Absetzungen {xadaigeaeig) des Cyrill und Memnon hörte, 
erhoben sie wiederum laut ihre Stimme: .,Einer ist Gott, einer ist 
der Gott des Bischofes (ijtiözojtog) Cyrill! Cyrill ist Bischof 
(sjtiöxojtog), Nestorius ist verdammt {dva&sfio) ! Cyrill und Memnon 
haben die Weihgeschenke {dva&'/jfiaTo) der Kirche {exxZTjöla) nicht 
verkauft! Cyrill und Memnon haben kein Geld (x()^,wa) genommen! 
Christus, Du hast gesiegt! Christus hat gesiegt! Er soll ewig sieg- 
reich sein! Orthodox {oqO^oöo^oi) sind die Bischöfe {sjtloxojtot); 
(52) orthodox {oqO^oÖo^oi) sind die Kaiser. Viele Jahre den 
Kaisern! Es ist nur eine Synode {ovi^oöog), die der orthodoxen 
{oqO^oöo^o L)^isch'öf e{£jtiöxoJtot); nur ein Glaube (jr/ör^g), nur eine 
Synode {övvo6og)\ Die orthodoxen {6qO-66o$,oi) Bischöfe {ßjtlöxo- 
rroi) haben den Judas abgesetzt (xccü-atgslv). Die heilige Trinität 
TQidg) hat den Verräter {jtQoöozrjg) Nestorius niedergeschlagen 
{jtardöOeLv). Die heiligen Bischöfe {ejttoxojcoi) haben den Anti- 
christ {dvTLXQiOzog) beseitigt (xazccQyslp); Christus hat gesiegt; 
er soll siegreich ewiglich sein! Viele Jahre den Kaisern! Viele 
Jahre der Pulcheria! Viele Jahre den Kaiserinnen {öeojcotvatjl 
Viele Jahre der Pulcheria; sie hat den Glauben {jilöztg) be- 
festigt. Bringet uns die Heiligen in diese Stadt (jtoXtg). 
Nestorius ist abgesetzt (xa^atgelv), und die Barbaren {ßdgßaQot) 
sind gefallen. Gesiegt hat der Kaiser; er soll siegreich sein ewig- 
lich! Nestorius und Anastasius haben Christus verleugnet {dg- 
vtlöd^ai), und die Schätze ixg'rjfxaza) Christi ^ haben sie gegeben, 

1) Mscr.: Mne5(^c. B.: Mne9(^pHCTOc. 



52 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

damit man mit Christus kämpfe. Gebet jetzt der Kirche {tzxÄrjola) 
(zurück), was ihr gehört; gebet die Schätze (xii.iiri?ua) der Kirche 
{txxXrjöia) ihr (zurück)! Um der Schätze {xQW^'^^-) willen 
kämpfen {jtoXenHv) sie mit dem Glauben (jiloric). Sie haben 
genommen, was Gott gehört, und haben mit Gott gekämpft 
{jzo?,sfi£iv). Die Griechen {'EXX7]rtg) und Juden, sie haben die 
Weihgeschenke {avaO^rjfiara) der Kirche {txxXrjoia) empfangend 
Weshalb kämpfen sie {jroXsfii^lv) jetzt mit dem Glauben (jtlOTtg} V 
Die Kaiser sind Christen {xQrjörLavoi). Weshalb dulden sie 
{avtx^öd^at), daß man mit dem Glauben {jtlöriq) kämpft V Christus 
hat gesiegt; er soll siegreich ewiglich sein!" 

Der Klerus {xXrJQog) aber {de) der Kirche {exxZr]öla) von Kon- 
stantinopel hielt an die Menge folgender Weise eine Schutzrede 
{ajtoXoyL^söO^aL): „In den Papieren (;fa()Tßt), die an uns gesandt 
sind, (53) in ihnen ist deutlich, daß nur 30 Männer, unter ihnen 
viele Häretiker {alQerixol) und andere, die abgesetzt worden sind 
{xad-aigElv), ihre Stimme allein erhoben haben, um Cyrills und Mem- 
nons -^ Absetzung {xad-aigeöiq) zu beschließen. Die Mehrzahl aber 
(cJe), nämlich 264 heilige Bischöfe {sjtlöxojtoi), haben die Absetzung 
{xad^algeöLQ) des gottlosen (döeßrjc) Nestorius allein beschlossen.'' 

Nunmehr (lotjrov) erhob das Volk {ÖTJfioo) wieder einmütig 
seine Stimme: „Einer ist Gott, einer ist der Gott Cyrills; 
Cjrill und Memnon wachten über den Glauben {jitöTig}^; Cyrill 
und Memnon haben kein Geld genommen; Cyrill, der Bischof 
{sjtlöxojcoq), verachtete Christus nicht. Cyrill und Memnon haben 
Christus nicht verleugnet {aQvelöd-aL). Die 30 Männer sind Juden! 
Die 30 sind Menschenverehrer, und nicht {pvöe) haben sie Land 
(XfoQcc) oder (ovös) Stadt {jzoXlq) oder (ovöe) Glaube {jilöTtg). 
Der Klerus {xXrjQog) möge ausrufen: »Fluch {dpaO-efia) über 
die 30 und Nestorius«. Viele Jahre der Pulcheria; viele Jahre der 
Orthodoxen {oQÜ-oöo^og) (Kaiserin)! Die große Synode {ovvoöog) 
gehört den Orthodoxen {6q{)^66o^ol)\ Man möge unsere* Stimmen 
{(pcova'i) zum Kaiser bringen! Um der Gebete der Heiligen 
willen siegte der Kaiser. Die Gebete der Heiligen schlugen 

1) B.: „(ils) ont combattu avec le dieu des paiens et des juifs, 
anathemises par TEglise". — 2) Im Mscr. fehlt: nKTpiAAoc. — 

3) B. nur: „mR MeMnton". Mscr. aber: KTpi'AAoc Airi .weAincx)» 
«.Trpoeic ETnicTic* KTrpiAAoc Avn A\eMncx)n u. weiter den Text. — 

4) Mscr. richtig: nnnc^coun; B. : nnc^conH. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 52. 53. 54. 53 

(jtccraööeiv) den Nestorius nieder. Die Gebete der Synode {övvo- 
öoc) vernichteten den Nestorius. Man möge Irenaeus lebendig 
verbrennen! Nehmt den Schandfleck hinweg aus dem Palaste 
(jiaXccTWv). Die große Synode {övvoöoq) setzte den Nestorius 
ab {xaOcuQSLv). Der Klerus (xlrjQod) möge ausrufen: »Cyrill 
ist Bischof (fcjr/öxoJTog)! Nestorius ist verflucht {i(.vai)-e^a)U Der 
Klerus {x)SjQog) möge ausrufen: »Memnon ist Bischof {ejiloxo- 
jtoq) und die 30 (54) sind Pelagianer {jtsXaycavotjoi. Da rief 
der Klerus {xJirJQog) aus: „Cyrill und Memnon sind die Bischöfe 
{smoxojioi) der Orthodoxie {-oQÜ-oöoB^og); Nestorius und die 30 
sind Pelagianer (jtsXaytavotjl^ Die Gottlosen {dösßelg) sollen 
verflucht sein {dvdd^£fja)V' Wiederum rief das Volk {örjfiog) ein- 
stimmig: „Einer ist Gott, einer ist der Gott Cyrills, des Pa- 
triarchen {jiaTQiaQX^Q)^- Viele Jahre dem Kaiser! Der Klerus 
(xXtjqoq) möge über Anastasius, den Zauberer {<paQfiax6g), 
wachen! Cyrill, der Bischof {ejtlöxojcog), hat nicht vergessen, 
(ihn) zu verdammen {dvd0^sfia)\ Cyrill, der Bischof {sjtloxojtog), 
hat kein Geld genommen! Einer ist Gott, einer ist der Gott 
Cyrills, des Orthodoxen {oQd66o^og)\ Christus hat gesiegt; das 
Gold ist zu schänden geworden! Gebt den Juden den Juden! 
Der Christ {xQri^riavog) ist siegreich alle Zeit! Kreuz {oravQog), 
Du hast gesiegt! Gebt die Güter ^ der Kirche ibxxXrjöia) den 
Armen! Der Klerus ixXijQog) möge rufen: »Verflucht {di^dO-Sfia) 
ist Nestorius!«" — Am folgenden Tage aber (öe), als man den 
Namen Cyrills auf dem Diptychon [ßljiTvxov) des Festes ^ las, 
rief man allzumal einstimmig^: „Dieser Name soll ewiglich bleiben, 
der Name Cyrills soll bleiben von Geschlecht zu Geschlecht! Cyrill 
möge kommen und sehen, wie viele Menschen er hier belehrt 
hat; Cyrill möge kommen und erkennen, in welcher Weise mau 
ihm hier^ Ruhm spendet! Nestorius und Irenaeus mögen ver- 
flucht sein {dvddeiia)\ Man möge Anastasius bewachen! Man 
möge die Güter der Kirche {8xxZ?]öLa) (ihr zurück)geben; man 
möge die Kostbarkeiten {xeifii/Äia) der Kirche {IxxXrioLa) ihr 
(zurück geben; man möge die Grundstücke der Kirche iLxxXrjoia) 
ihr (zurück)geben. Magistros ist es, der Anastasius verborgen 

1) Mscr.: ^MneAei.Kid.uoc. — 2) Mscr. versehentlich: nnnKd. 
(statt nnK*.). — 3) So Mscr.: n'2kin'2i.ix»ou Äinujd.. B. übersetzt 
Äiniyew nicht. — 4) ^it otcaih iioTtor ^lovcon übersetzt B. hier und 
Otter nicht. — 5) ÄvneYAiö.. B. läßt es in der Übersetzung aus. 



54 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

hat.^ Christus unser Herr, Du bist (55) siegreich! Man möge 
unsere Stimmen {cpmvai) zum Kaiser bringen.- Einer ist der Gott 
Cyrills, des Orthodoxen (o()i)o(3os^>c)! Die heilige Synode (ovvoöoc) 
möge die Stadt (jtoXtg) segnen! Die Orthodoxen (oitOodosOi) 
mögen die Stadt (jro^t<;) segnen! Der von der heiligen Jung- 
frau {jtaQd-ivoq) Maria Geborene hat Nestorius niedergeschlagen 
(jtaraööecv). Die Gott nach (xara) dem Fleisch {oaQ^} geboren 
hat, Maria, hat den gottlosen (doeßrjg) Nestorius vernichtet. Cyrill 
und Memnon wachten über den Glauben {jrlOTig). Der Sohn des 
Lucius hat Anastasius verborgen.^ Viele Jahre der Orthodoxen 
(ogOodo^og) (Kaiserin) und den orthodoxen {oQdodo^OL) Kaisern! 
Sie kämpfen {jtoXefislv) für(?) den Glauben {jiiOTig)\ Tag und 
Nacht werden wir hier zubringen. Die, welche wir gesandt 
haben, mögen zum Kaiser gehen; wir werden die Dokumente 
(XOiQT^cct) der 30 Häretiker {alQertxol) hierher bringen; keinen 
Namen haben die Juden! Nestorius und Johannes mosten ver- 
flucht sein {dvdd^£fia)\ Man möge Nestorius lebendig verbren- 
nen! Warum^ bewacht man Claudian?^ Claudian hat man Gewalt 
angetan, weil er orthodox (oqO^oöo^oc) ist; deshalb bewacht 
man ihn. Man möge unsere Stimmen (cpojval) zum Kaiser 
bringen! Christus, Du bist siegreich! Man möge den Namen Cyrills 
auf die Diptychen {öiJtTvia) schreiben! Cyrill und Memnon, 
ihre Namen schreibe man uns hier auf die Diptychen {6LjtTvxot)\ 
Der Christ {xQV^^^^^^'^) ^^U siegen alle Zeit! Christus hat gesiegt, 
er wird siegreich sein alle Zeit; das Geschenk {ömgov) Gottes, 
Cyrill, dieser Name wird ewiglich bleiben!"^ Und nachdem 
man aufgehört hatte, den gottlosen {dö£ß7]g) Nestorius zu ver- 
dammen {avad^e^axi^Eiv)^ las man die Absetzungsurkunden 
{xad^aLQ£6Lg\ vjtouvrmaxd)^ nämlich diese, und" das Reskript 
iödxQa) leuchtete am Anfang {ctQjTf) der Urkunden (i;jro,(/i^?J,(/ara)^, 
dies, welches (56) der gottesfürchtige Erzmönch {aQXLiiovayßg) Apa 
Victor genommen und durch den Grafen {Tcoiirjg) Kandidian an 
die Synode {ovvoöog) gesandt hatte, weil man sich zum Urteilen 



1) nitTd.q^en lautet der Text. B. übersetzt „qui a juge". Er 
denkt irrtümlich an £Ä.n, „richten" kann kopt. nur heißen: 't^*^"- — 
2) Mscr. fehlerhaft nur: Me^poT nnnc^conH. — 3) B. wieder: „a 
juge". — 4) Lies: ejfie ot. — 5) Vgl. Anhang Abs. 4. — 6) B. hat 
diesen ganzen Satz nicht übersetzt, — 7) Mscr. wolil zu lesen: epe 
statt: cTpe. — 8) Mscr.: nu^TnoAinHMev; B.: Äin^TnoMnHMd.. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 55. 5G. 57. 55 

{xQlveiv) nicht versammeln konnte, wenn man nicht {sl ^^xC) 
durch das Schreiben des Kaisers ' Zuversicht {jtaQQr](jLa) fand, 
das Glaubensdogma {jriörcg; öoyficc) ohne Furcht zu beurteilen 
{ÖLaocQLveiv). Dies derartige Reskri})t {öaxQo) zwangen sie 
{avayxaC^^iv) den Grafen (xofirjg), ihnen vorzulesen, IG Tage 
nach der festgesetzten Frist {jiQod^Eö^da). Und als sie den 
Inhalt des kaiserlichen Schreibens erfuhren, vertrieben sie selbst"^ 
den Grafen {xofirjg) Kandidian aus der Kirche {exxXrjöla). So- 
gleich setzten sie sich und beurteilten {xQiveiv) das Glaubensdogma 
(jrlörtg; öoyfJa) in (xard) der Weise, wie der Inhalt der Urkunden 
(vjtOfiv?/fiaTa) euch alles offenkundig lehren wird. 

Abschrift (xvjtog) des Reskriptes (odxQo), das der Kaiser 
durch den Grafen (xofirjg) Kandidian an die Synode (övvoöog) 
sandte, bevor sie sich zum Urteilen (xQtpeiv) versammelten: 

„Die mächtigen (avToxQcctoQeg) AvroxQaTOQSg^ Kai- 

Kaiser (xaioageg) Theodosius und öageg &8o66otog xal Ova- 

Valentinian, die Siegreichen, Ruhm- X^vriviavog, VLxrjral^TQo- 

gekrönten, alle Zeit Geehrten, From- jtaiovxot, fieyiöroc^ dsiös- 

men {evösßetg), Erhabenen {cwyovöroi) ßaötoc, Avyovöroi, rfi dy'ia 

schreiben der heiligen Synode {övv- Cvvoöqo. 

060g), die sich in der Metropole {firjTQo- Tldvrmv (xlv ratv xol- 

jro>l^c)Ephesus versammelt hat^: Wenn vrj övvTsXovvxmv JcoXZr/v 

wir für alle öffentlichen (gemeinsamen) (pQovTLÖa jtoiovf^isO-a, öia- 

{xoLVOv) Angelegenheiten, die nütz- (peQOvrmg de rcov sig ev- 

lich sind, mit großer Sorgfalt (9)()02^r/c) ötßeiav rjxovrmv öt cov 

Sorge tragen, so um vieles mehr aber (de) xal rojv Ioljiojv dyad^mv 

für das, was sich auf den heiligen Dienst tj yoQriyla xolg avd-Qoiüioig 

der Frömmigkeit {-evöeßrig) erstreckt, jrQooylvsTai. öcd rot tov- 

das, wodurch den Menschen alle Güter ro jiqcqtjv fihv jisqI tov 

(a/cci&^a^ dargeboten werden (-;^o()?77/a).^ övvsXdstv rrjv vfi6T8Qai> 

Deswegen haben wir vor wenigen d^eoöeßeiav elg ttjv rmv 

Tagen (57) an Eure Gottergebenheit ^E(pe6L0JV firjTQojtoXiv, rd 

das, was sich geziemt, geschrieben, auf elxora ysyQCKpjjxafisi^. 

daß ihr euch zur heiligen Synode ejtetörj de XQ^ ^^'^ '^'J? 



1) uecgd.! nppo (sie!). — 2) B. bezieht in der Übersetzung das 
M.um MAiooT irrig auf Kandidian, — 3) Mscr. fehlerhaft: nTewcccooT. — 
4) B. übersetzt: nudwcew^ou -rnpoT nnpcoAve mit" „tous les biens de 
l'humanite". — 5) Mansi IV 111 7 ff. 



56 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Kon/il. 

{övvoöoQ) versammelt in Ruhe und jtQtjtovor/g ivrac^iac n 

Einsicht {IjtLöTripf)^ die sich geziemt. ymI rjOvy^laQ t?] ÖLaoyMptt 

Auch dies andere haben wir uns ^ rrjq ayKnxazriq viiujv ovp- 

nicht entgehen {Tra^dytiv) lassen, oöov öeoptcog rpQovTlöat., 

nämlich (?)^ in (xccT«) würdiger Weise ovdh tovto jianr/yM/uv' 

dafür zu sorgen, daß an allen Orten ojöTt avTy JiavxayJyD'cV 

Ruhe herrsche.^ Und wir glauben jitQupvXayßrjvai to ara- 

{jiLöxeveLv) zwar {ßtv), daß Eure Qayov' xal jrejtelöfieOa 

Gottergebenheit keine andere Hilfe fitv, coq ovötfiiäg rrjg t^oj- 

(ßorjO-aia) nötig hat {-xQda), anderen, dev ßorjOelag dg to y.aX 

die beunruhigt sind^, den Frieden IxhQOLgdQrjPTjV JtaQaoytlv 

{dQTjvrj) zu verschaffen. Auch dies delxat vfimv rj S^sootßeia' 

aber (de) liegt der Sorge Eurer Fröm- ijv de yMi xovxo xrjg l{i- 

migkeit {-evösßrjg) ob, nicht zu ver- ^Elovg rjficöv jtsqI x?)i^ 

gessen, dem abzuhelfen {ßorj-O-elv). evotßeiap JtQOVolag fi/j 

Wir haben nun jetzt dem verehrten jiaQiöelv, 

Grafen (yofirjg) Kandidian den Befehl ^EvxexaXxat xolvvv 

{ßvxolrj) gegeben, zu Eurer heiligen KavöiÖLavog, 6 n'c.yaio- 

Synode {6vvo6o(i) zu kommen und jiQSJitOxaxog xofirjg xcöv 

keine Gemeinschaft {yoivojpia) mit yaO^coocojfxtPcov öofisoxl- 

euch in der Beratung {Ci^xrjOig) der yo:)P, ayQt xr/g dytag vfccöp 

Dogmen (öoyfiaxa) der Frömmigkeit öiaßrjvac owodov xal fi?]- 

{-svöeßfjg) zu haben; denn {yccg) es ist öev fihv xalg jisql xmv 

ungesetzlich {jtaQcwo^ov) für den, der öoyfidxmv ytvoiisvatg J?/- 

nicht zur Zahl Eurer, der heiligen xrjoeoi xoivojvrjoar dd-t- 

Bischöfe {hjilöyoJiOL) Versammlung ftcxop /«(), xov firj xov 

gehört, sich in die kirchlichen yaxa?.6yov xSv dyioDxd- 

{hxyXrjöuiöxLyov) Angelegenheiten zu xmv sjilöxojicov xvyydvov- 

mischen. Die Laien {yoöfiixoL) aber xa xolg exxh]ötaoxiyolg 

{öi) und die Mönche (fioimyol), die öxtmiaöLV sjttulyvvöü^ac. 

sich miteinander bereits versammelt xovg xoöfitxovg öh xal 

haben ^, und die, welche bestimmt iiovdC^ovxag, xovg xs rjör/ 

sind, sich wegen der Beschlußfassung öid xovxo övv£i-?.eyfitvovg, 

der Synode (övvoöog) zu versammeln, xal xovg övvdyeoO^ac (itX- 

1) Mscr.: ÄiAvon; B. : MMoq. — 2) Zu lesen vielleicht ee^nqi statt 

e.unenqi. — 3) B.: „car ce que nous ne cesserons Jamals de procurer 
et dont nous ne nous occuperons Jamals autant qu'il le merite, c'est 
de faire qu'il n'y ait trouble d'aucun cöte". — 4) Mscr.: eTujTepTcop; 
B.: cTujTopTp. — 5) Mscr.: nnTd^TOvco e-yccoorg; B.: RTÄ-irorto ectooTg. 



L Übersetzung. Bouriant S. 57. 58. 57 

sollen in jeder Art ans der Stadt lovrag, rrjg avr^g jiavrl 

(jtoXig) vertrieben werden; denn tqojcco xcoqlöbl JtoXscog' 

{hjtELÖrj) es ziemt sich nicht für tjitiöi'jjteQ ov yg?/ rovg 

Menschen, die nichts Notwendiges xar' ovöhi^ avayxalovg 

{avcr/xalov) mit der Synode iövvoöoc) ovxag rij faXZovOf] tov 

zu tun haben, sich dort zu versammeln 1, öoyfiaTog öiaOxttpei xt- 

iudem sie viele Unruhen bei der vsli^ dogvßovg xal öia 

kommenden Beratung iCfirrpig) der rovro sfutoöl^eiv zolg el- 

heiligen Dogmen {öoy^uara) erregen g?]vixcüg xvjtcod^rjvat jtaQcc 

und verhindern (xco^.vetv), daß durch xTjg vfZsrtQag dytcoövprjg 

Eure Heiligkeit das, was sich ziemt, ocpdXovöi. xal (pQovTloat 

in Frieden {sIq/jv?]) geformt werde rov fi/'j riva öi^ovoiav 

(zvjtovv). Und traget dafür Sorge ^^, fg dvTiJcaß^siag sm JtXeov 

daß keine Spaltung durch einen, der jiaQaTadrjvai' cog dv ^?i 

mit einem andern (58) in ausgedehnter ex rovrov tj rrjg ayicard- 

Weise streitet, entstehe oder (;/) aber xrig vy.(bv övvoöov jtaQSfi- 

daß man durch eine andere ähnliche jioölC^olto öidöxsiptg, xal 

Ursache iacpOQurj) die Beratung Eurer 7] dxQißrjg zTjg d^^rjO-elag 

heiligen Synode {avvoöog) hindere C,rjT7]0ig ex rrjg eyyivo- 

{ei:ijroöl^eip)ujiddie ^oi'gialt {dxQißeia) ^ev7]g rvyov azdxrov 

der Untersuchung (C^Jr/yö^g) der Wahr- jteQtrjyrjoeojg ötaxQovrj- 

heit vielleicht {rvyov) durch den Lärm rat' dve^ixdxmg öe rwvXe- 

der Unordnung («rc^^/t^, die entstehen yo^ievcov exaOTOv dxQoco- 

wird, vernichte.'^ Ihr sollt aber {de") fievop JtQootLd^evat ro 

jedes einzelne der Worte ^ mit Sanftmut öoxovv // dpriTidevai. xal 

anhören und das, was euch insgesamt ovroag xard jtQOTaölv re 

gut scheinen wird, festsetzen. Und so ur- xal AvOcv, t?jv jtegl rov 

teilt (^(i/re«^') trefflich (x«2d5c) in offen- dXridovc doyfxaTog egev- 

kundiger Weise mit Beendigung der vav ölya rivog ragayrig 

großen Beratung des Dogmas {ö6yf/a) ÖLakvd-rjvai, xal xoLvfl 

ohne jede Unruhe. Und danach gebt rrig vfieregag oOiOTi/rog 

ihr durch Eure Gottergebenheit ihnen iprjcpcp döraolaöTOv re 

eine Form {xvjcog), die allen Frommen xal rov jiaöLV ccgeöxovra 

{evöeßelg) gefällt, ohne Unklarheit in rvjtov Xaßelv. jcgcoxo- 

1) Mscr. wohl irrtümlich: eTpeqcojoT^. B.: „Coucile reuni i\ 
Ephese". Davon steht nichts im Text. — 2) B. irrig: „II veillera". — 

3) B.: „ne devienne tellement violente qu'ellc trouble l'examen du Saint 
Concile et nuise a la precision de la recherclie de la verite ..." — 

4) nuiyö.'2ie. B.: „de nos paroles''. 



58 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

einem einzigen geraeinsamen (tcoivov) xvüimq 6t JiaQa rr/g r/fje- 

Dogma {öoyna). Vor allen Dingen aber riQaq ^Hiorr/rog o avroq 

(öt) ist dem Grafen (xoiir/g) durch ^ f/f:ya?.ojt(}SJteaTaTog dvi/Q 

unsere Frömmigkeit {-evöeßr/g) Befehl Kavöiöiavog IvTfiTaXrai, 

{lvTo)Jj) gegeben worden, in jeder jcavic XQOJtrr) jtaoarfv- 

Weise darüber zu wachen, daß er nie- ^.arreiv (iriötva t(7)V Trjg 

mand von denen, die zu Eurer heiligen dyicoTarrjQ vikJjv awodov 

Synode {övvoöog) sich versammelt o^g or/MÖe Inaviovra, fj 

haben, gestattet, in sein Haus zurück- yMC t6 {^elov rjfif7yv ötqu.- 

zukebren {avax(^Q£cv), oder (rj) aber in rojteöov xaTa)Mßelv ßov- 

unsere ehrwürdige Hauptstadt {xoixl- loixtvov, ?/ yMi alXayov 

raxov) zu kommen, oder (//) aber daß jtov d(pixvelo&ai jcqo?]()?i- 

er an einen andern Ort zu gehen {dva- pttvov djtoXiJietv rov 

XcoQslv) wünsche und den Ort verlasse, oQiG^tPza rrj ötaöyjipct 

an dem nach der Bestimmung die rojtov ftr/rs ^rjv tztQav 

Beratung {^rjrrjöig) stattfinden soll; rb jtagdjtav JiQoref^^TJvc.c 

wiederum auch nicht (ovös) andere axyJ.7]OLaOTtxrjv CrjTrjOLV 

kirchliche (£%x2?y(ji^ac>r£;ioj^) Dinge zur 7] tlvow e^atrovvro^v , ?/ 

Beratung (»in die Mitte«) zu bringen, ojtoyoovv sx rtvog dva- 

oder (/)') daß einige wiederum um yvjtrovöav vjiod^eöLV , ^ur/ 

andere Angelegenheiten bitten {cd- ovvTÜvovOav dgrrjv jcqo- 

TsTv), die man als Grundlage {vjto- yscfispr/v rov aylov öoy- 

d^eöig) zur Beratung bringen solle, fiarog öidöxsipiv, jzqIv av 

Kurz {dnlmg) nicht soll sie (die jtaöa tj rov CrjTovfiepov 

Synode) in die Beratung des heiligen Xv^ebj dficptoßrjrrjocg y.cd 

Dogmas (öoyfia) eintreten, von dem ra elg rrjv aXrjd-?] sQsvvav 

wir oben gesprochen haben, bis jede IvöixelovvTa^ JtQog dygl- 

Streitbewegung {dfig)töß7jTT](jtg-), die ßscav C,r]TrjO^£VTa xiXovg 

sich auf den Glauben {jtlöTig) des rvyj] rov rfj oqO^oöo^co 

Dogmas {öoyfia), von dem wir ge- d^Qyjozela OvfißalvovTog' 

sprechen haben, bezieht, aufgelöst ist yivojöyero) 6s v^imv r/ 

und jeder Gegenstand der Erforschung {^eoötßsta 6e66x^at rfl 

der Wahrheit, der sich auf das Dogma 7)fi£TtQa yalrjvoTrjTL firj- 

{66y(ia) bezieht, (59) genau {dxQlßeuc) 6sfiiav 7] am TTJg dyiag 

feststeht, und eine gute Vollendung vficov ovv66ov 7] yal Iv 

nunmehr {Xocjtov) in dem heiligen 67]fto(jicp avvoO^t 6tyMöTrj- 

orthodoxen {6Q{)^66o^og) Dienst erlangt qIco yQTjf/ccTixrjv 7] lyxXri- 



1) Mscr.: ^itootc; B.: ^iTooxq. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 58. 59. 59 

ist. Eure Gottergebenheit aber (ös) fianxTjv '/mto. tiva xtrij- 
möge auch dies wissen, daß es unserer d^rjvac ahlaöLV, el xlvl 
Frömmigkeit {-svöe- (II) ^ . . . . Frömmig- rvxov xavrrjv eIvcu 
ß7]d) gefallen bat («- keit {-svö6ß7jg), daß övfißalvot' Jtäöav 6s 
Qtöxeip), daß keiner keiner von euch, t?)v jisql tovtcoj' 
von euch, d. h. von d. h. von der big. öiayvmöiv ovyxQO- 
eurer big. Synode Synode (övvoöoq), rrji^TJvai xara ttjv 
(öi;i^oc^o§), irgendeine irgendeine Anklage iiBjaXcowiiov jcoXlv. 
Anklage {ahia) ge- {alria) gegen seinen ElQTjvatov öh top 
gen seinen Genossen Genossen bei den fisyaXojtQSjrsötaTov 
bei den öffentlichen öffentlichen {6r]fi6- avöga rpiXlag f/ovov 
{Ö7]fi6öia) Gerichten öm) Gerichten (d^;^«- /«()tz^ ötJ/^f pccJed?//«?;^^'- 
(öixaOTTjQca) vor- Ottjqio) vorbringe, vai rq> d-soq)ils6ra- 
bringe, sei es {rj) in sei es (jj) in einer rm sjnöxojcq? rrjo- 
einer beschuldigen- beschuldigenden (ey- ös rrjg fisyaXcDvvfiov 
den (eyxXr/fia) An- xÄrifia) Anklage {xa- jioXsmg Nsötoqlco, 
klage {xarrjyoQla}^ TT]yoQia), sei es {?]) firjrs rolg öxefiftaöi 
sei es (rj) in einer überhaupt (ajüXwg) TTJgäytcoTaTTjgvficöp 
Geldangelegenheit in einer Geldan ge- övvoöov, iii^xs ^rjv 
{-XQT]l^CLTLx6v)^ son- legenheit {-xQrjfiati- xolg syxsiQi^od-etoc 
dern {dXXa), wenn xoi^), sondern («2^«), rS JtaQ^ ^fccöv ajto- 
einer wünscht, irgend- wenn einer wünscht, OraXevri, xw kvöo- 
eine Anklage {ahia) irgendeine Anklage gorara? apögl Kav- 
gegen seine Genossen {ahia) gegen seine öcÖLavm xara riva 
vorzubringen, so soll Genossen vorzubrin- Xoyov xolvcdvtiöov- 
man sie in dieser gen, so soll man ra." 
großen Synode (!) {övvoöog) Kon- sie in dieser großen Stadt (jtoXtg) 
stantinopel anhören. Der Graf Konstantinopel anhören. Der 
{x6fi7]g) Irenaeus aber {6t) ging Graf (xofirjg) Irenaeus aber {6e) 
nur wegen seiner Freundschaft ging nur wegen der^ Freund- 
mit dem gottesfürchtigen Bischof schaft mit dem gottesfürchtigen 
(sjtlöxoJtog) Nestorius mit ihm Nestorius mit ihm hinaus, ob- 
hinaus, obwohl er nichts Ge- wohl er nichts Gemeinsames 
meinsames {xotvmvla) mit ihm {xoivcovla), und auch {ov6e) 
hatte, und auch {ov6t) nichts zu nichts zu reden hatte mit der 
reden (hatte) mit der Versamm- Versammlung Eurer hlg. Synode 



1) Unter (II) bringe icli die 2. Handsclirift, soweit sie erhalten 
ist. — 2) Mscr.: TMiiTiyfep. B.: TeqAinTiyfip. 



ßQ Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

luug Eurer hlg. Synode {övv- (ovpoöog), auch nicht {ovdi) der 
oöog), auch nicht (ovöt) mit Graf (xo/irig) Kandidian, den 
dem Grafen {xofirjg) Kandidian, wir gesandt haben." 
den wir gesandt haben." 

Und nachdem (60) man dies Und nachdem man dies Re- 

Reskript {öaxQa) zu Ende ge- skript {oaxQa) gelesen hatte, 
lesen hatte, versammelte man waren ^ die Bischöfe (hJüloxo- 
sich zur Beurteilung {xqlvuv). jtoi) in großer Sicherheit. So- 
gleich setzten sie sich und be- 
rieten (beurteilten xQivetv) das 
heilige Dogma {öoyfia). 
Die Urkunden {vjtofivi^fiaza), Die Urkunden {vjcofivr/fiara), 

die in Ephesus, der Metropole die in Ephesus, der Metropole 
{firjZQOJiohg), durch die hlg. {firjTQOjrohg), durch die heilige 
Synode (övvoöog) über die Ab- Synode {övvoöog) über die Ab- 
setzung {xad^aigsötq) des Nesto- setzung {yMO-alQeOtg) des Nesto- 
rius am 28. Paoni angefertigt rius am 28. des Monats Paoui 
wurden {jigaCöeiv). im 14. Jahre des Cyklus {xvyj.og) 

angefertigt wurden {ngaööetv), 
als die gottliebenden Kaiser Theo- 
dosius und Yalentinian über die 
Welt {oixovfispTj) in Statthalter- 
schaft (vjtazela) herrschten. 
Als 2 die Synode {övvoöog) Als ^ die heilige Synode 

aber (ös) sich in der Metropole (övvoöog) sich in der Metropole 
{fiTjTQojtoXtg) Ephesus auf Befehl {(irjtQojtolig) Ephesus auf Befehl 
der Gott liebenden und Christus der Gott liebenden und Christus 
liebenden Kaiser versammelt liebenden Kaiser versammelt 
hatte, setzten sich miteinander hatte, setzten sich miteinander 
in der heiligen Kirche {sxxXr]- in der heiligen Kirche {exxh]- 
öia), die man Maria nennt, die oia), die man Maria nennt, die 
gottesfürchtigen und gotterge- gottesfürchtigen und gotterge- 
benen Bischöfe {sJtiöxoJioi) nie- benen Bischöfe {sjtioxojioi) nie- 
der, nämlich diese: der, deren Namen diese sind: 



1) Mscr. : evTujtone. B.: «.nigcime. — 2) Von hier ab haben wir 
belMansi einen vollständigen griechischen Paralleltext; ich bringe den- 
selben nur noch bei den Briefen, die vom Kopten z. T. freier übersetzt 
sind; im übrigen notiere ich nur kurz die wichtigeren Abweichungen 
des Griechen, die B. nicht angibt. — 3) Mscr.: iiTepe; B. nur: nxe. 



1. Übersetzung. Bouriant S. 60. 61. 62. 



61 



Kyrillos \ Erzbischof {ct(Jxi8TciaKo- 
nog) von Alexandrien, der die 
Stelle (x^i*«) tles hlg. Erz- 
bischofs (oüiUTilöyiOTCOg) voil 
Rome, Kelestin, vertritt. 

(61) Jubenalios von Jerusalem. 

Memnon von Ephesos. 

Flavianos von Philippi, der die 
Stelle (jwfia) des gottesfürch- 
tigen Bischofes {kniöKonog) 
Rufos von Thessalonike ver- 
tritt. 

Zugegen ist auch Theododos von 
Ankyra, der Hauptstadt (ar]- 
ToonoUg) von Galatien. 

Firmos von Kaisaria, der Haupt- 
stadt ((Lt>/T^dn;oAtc) von Kappa- 
docien. 

Akakios von Melitiane in Arme- 
nien. 

Hoikonios, der zu Kordene gehört, 
der Hauptstadt (jiriTQoitokig) 
von Kryte. 

Peri genes ^ von Korinthos in Grie- 
chenland. 

Kyros von Aphrodisias in Karlen. 

Valerios von Hikonios. 
Hesychios von Parios, 
62) Hellatios von Rhodos. 
Dynatos von Nikopolis im alten 

Epiros. 
Euthalios von Dorakios im neuen 

Epiros. 
Perrebios von Pharmalios. 



Kyrillos, Bischof {sTclaKOTzog) von 
Alexandrien, der die Stelle 
(xcoQci) des Bischofes {iniöKo- 
Ttog) von Rome, Kelestin, ver- 
tritt. 

3) - Jubenarios von Jerusalem. 

4) Memnon von Ephesos. 

5) Flabianos von Philippi, der die 
Stelle (liOQa) des gottesfürch- 
tigen Bischofes (inLayonog) 
Rufos von Thessalonike ver- 
tritt. 

6) Theodetos, Bischof {ßnlöKonog) 
von Ankyra, der Hauptstadt 
{{iilTQonolig) von Galatien. 

7) Firmos von Kaisaria, der 
Hauptstadt {(xrjTQOTcohg) von 
Kappadocien. 

8) Akakios von Melitine, Haupt- 
stadt (ju?;T^o7roAic) Armeniens. 

9) Hikonios ^, der zu Gordene ge- 
hört, der Hauptstadt (iatjtqo- 
nohg) von Klete. 

10) Periges von Kolinthos. 

11) Kyros von Aphrodisia in Kai- 
saria© 

12) Valerianos v. Hikonios. 

13) Hesichios von Parias. 

14) Heldanikos von Rhodos. 
15)Dynato von Nikopolis im alten 

Epiros. 
17)^ Euthalios von üorrakios in 

Epiros. 
18) Perrebios^ von Phelmallu". 



1) Ich bringe in der folgenden Liste die Namen so, wie sie 
der Kopte hat. Ein Vergleich mit dem griechischen Text zeigt, 
welcher Name oder welche Stadt gemeint ist. Ich ändere die Namen 
nicht, um auch in der Übersetzung die koptische Aussprache zu 
kennzeichnen; B.s Übersetzung ist nach dem Griechen korrigiert. — 
2^ Die Zahlen im kopt. Text rühren von anderer Hand her. — 
3) B. zitiert jetzt oft: Mansi, nennt ihn aber stets: Mausi! — 4) Mscr.: 
oiKonioc. B.: ^iKonoc. — 5) Die Zalil ic (16) fehlt; sie steht mitten 
in Nr. 15 vor Epirus. — 6) Mscr.: neppe£iioc; B.: neppeJ&iioc. — 
7) Mscr.: Ävc^eAAiev'AAoT ; B. : Mc^£AAie>.'AAou. 



62 



Kraatz, Koptische Akten /. ophes. Konzil. 



Eudoxios von Koina in Lycien. 
Silvanos v. (Jlicrctapos i. Pliry^ieii. 
Ampliilocliios von Sites in Mam- 

l)liylicn(!). 
Epiphanios von Kratia von An- 

noriatos. 
Gregorios von Kerasuntos von Pon- 

tos Polymoniakois. 
Prothymios von Konanes. 
Pallatios v. Amessias i. Hellespont. 
Senekianos von Scodron. 

(63) Akakios von Arkes. 
Dokimasios v. Taronia i. Thracien. 
Johannes von Prokonnesos. 
Daniel von Kolonia im zweiten 

Kappadocien. 
Romanos von Raphia. 
Paulinos von Majoma. 
Paulos von Anthedon. 
Fidos von Joppe. 
Anianos von Sekomazonos. 
Theodoros von Kadoron. 
Melitios von Lybias. 
Aphtella von Eluses. 
Theodoros von Ritdelon. 
Petros von Parambole. 
Johannes von Augustopolis. 

(64) Saida von Phennus. 
Rufinos von Laton. 
Anesios von Thybe. 
Kallikaratos von Nauctos. 
Domnios v. Opuntos. 
Ninos von Megaros. 
Agathoklees von Kolonias. 
Phylix V. Apollonia v. Kybellitos. 
Theodoros von Dodone. 
Anderios v. Chersonesios auf Kryte. 
Paulos von Lampe. 

Zynobios von Gnossos.^ 
Lukianos v. Toperos i. Thracien. 
Ennepios von Maximianupolis. 
Sekundinos^ v. Lamia. 



19) Eudoxios von Ciioma in Lycien. 

20) Silvanosv.Cherre(ki i.Plirygif.Mi. 

21) Philochinos von Sites in Pain- 
phylien.i 

22) Pjpiphanios von Kiatia von 
Onnorias. 

23) Gregorios von Gerasuntos von 
Polemonikos. 

24) Prothymios von Konanis. 
Pallatios v. Amasia i. llellespent."'^ 

25) Senekianos von Scordron (!) 

26) Akakios von Arkes in Thracien. 

27) Dokimasios von Marosia. 

28) Johannes von Prokesos(!). 

29) Daniel von Kolonia im 2. Kapi)a- 
docien. 

30) Paulinianos von Majuma. 

31) Romanos von Raphia. 

32) Paulos von Anuton. 

33) Fidon von Joppe. 

34) Anianos von Sykomazon. 

35) Theodoros von Katoron. 

36) Letogos von Libias. 

37) Aptella von Neluses. 

38) Theodoros von adelon. 

39) Petros von Parembole. 

40) Johannes von Agustopolis (I). 
41)Sagda von Phenus. 

42) Rufinos von Laton. 

43) Anysios von Thebe. 

44) Kallikratos von Nautactos. 

45) Nikios von Metaros. 

46) Akathoklees v. Kolonia.^ 

47) Phylix v. Apollona v.Kybellitos. ^ 

48) Theodoros von Dolone (!). 

49) Anderios v. Cherronesos. 

50) Paulos von Lampe. 

51) Zynobios von Knosos. 

52) Dukianos v. Toperos i. Thracien. 

53) Ennepios von Maximianupolis. 



1) Mscr.: Tnö^Avc^iAie. ; B.: Tnö^Mr^TrAidwC. — 2) Unter Nr. 24 
sind zwei Namen aufgeführt. — 3) Mscr.: nKioAionid.; B.: Hko'Acos 
niev. — 4) Mscr.: nKj-yfieAAiTOC (sie!). — 5) Mscr.: untocccoc; B.: 
xTuioccoc. — 6) Mscr.: ceKOvn'^moc ; B. : ceKTn-^moc. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 62. 63. 64. 05. 66. 07. 



Gii 



(05) Dioii V. Thebe i. Thessalien. 
Tlieodoros von EchinaiO'^. 
Martyrios von Listros. 
Tliomas von Azerbe.^ 
Athanasios von Parosithos. 
Tliemedios von Jassos. 
Aphtlionitos von Hyrasklia. 

Apella von Kibyra. 
Spudasios von Geranos. 
Archelaos von Aniyndos.- 
Phania von Harpasseos. 
Prochios von Alinton. 
Philippos V. Pergamos i. Asien. 



(66) Maximos von Assos. 
Emporos von Hypopa. 
Alexandros von Agatiupolis. 
Eutychos von Theodosiupolis. 
Kodon von Palaiapolis. 
Eutropios V. Euassos. 
Aphobios von Koloes. 
Nestorios von Sidon. 
Herakleon von Ostalles. 
Tiieodotos von Neses. 
Theodoros von Aninetos. 
Dimotheos von Ebriutos. 
Theodosios von Mastauros. 
Tychikos von Elytlira. 
Eusebios von Klausomene. 

(67) Euthalios von Kolophon. 
Motestos von Aneos. 
Theobios 6 von Prene. 
Eusebios v. Magnesios v. Sipylos. 
Saprikios v. Paphos auf Cypern. 

Zynon von Kurioses. 
Rekinos von Costandia. 
Euagrios von Solon. 



54)Dios V. Thebe i. Thessalien. 
55)Theodoron von Schinaios. 
56) Martyrios von Eletros. 
[57 1 |Tlio|nias von Azerbe. 

58) Athanasios von Parosithos. 

59) Theonietios von Jassos. 

60) Aphthonetos von Hylakna. 
61)Phyletos von Amezon. 

62) Apella von Kibyra. 

63) Spudasios v. Gelanos. 

64) Archelaos von Myntos. 

65) Phania von Harpasos. 

66) Pruchios von Adinton. 

67) Philippos V. Pergamos i. Asien. 

68) Maximos von Kymes. 

69) Dorotheos v. Myrrhine. 

70) Maximos von Ases. 

71) Emporos von Hypopta. 

72) Alexandros von Argadiupolis.^ 

73) Eutychios von Theodosiupolis. 

74) Kodon von Pailaiapolis. 

75) Eutropios von Euassos. 

76) Aphopios ^ von Koloes. 

77) Nestorios^ von Sion. 

78) Herakleon von Strales. 

79) Theodetes von Neues. 

80) Theodoros von Aninetos. 

81) Dimotheos v. Mastauros. 
82)Dychikos von Erytlira. 

83) Eusebios von Klazomyne. 

84) Modestos von Aenos. 

85) Theosebios v. Prinne. 

86) Eusebios v. Maknia v. Sypeiros. 

87) Saprikios v.Phabos auf Cypern. 

88) Eutharios von Kolophone. 

89) Zenon von Kuriosis. 
90)Regios von Kostantia. 
91) Euagrios von Solon. 



1) Mscr.: itÄ^^etpH (sicl). Die andere Handschrift hat nur: 

MÄ.C new7epiaH. — 2) Mscr.: nd..uiru'^oc ; B.: iid.AiVAoc. — 

8^ Mscr.: nevpi'iy2vioTnoAic: B. : n*.pt'ek\\'2kioTnoAic. — 4) Mscr.: 
ivc^onioc; B.: «.r^ofiioc. — 5) Mscr.: necTopio (sie!). — 6) Mansi: 
Theodosios; so B. auch in d. Übers. 



64 



Kraatz, Koptische Akten z. ephes, Konzil. 



Kasarios, der Chorepiscoi)us (7.w(j- 

srtlöyiOTCOc). 
Tribuiiiaiios von As]KMitos in 

Paiiipliylieii. 
Nuchios von Zerte. 
Solon von Karali a. 
Akakios von Kokennos. 
Nesiogoros von Brassos. 
(68) Amydianos von Korakesios. 
Nektarios von Synnos. 
Eutropios von Asponos in Galatien. 



Philumenos von Kinne. 
Stratykios und Eusebios von 

Heraklia von Onnoris. 
Parhalios von Antrapos von Helle- 

nopontos. 
Silvanos von Katapos. 
Ermogenes von Rhinokorura. 

Euoptios, Bischof (emOKOTioc) von 

Pdolmais in der Pentapolis. 
Eusebios, Bischof {sTiioKOTtog) von 

Peremun. 
(69) Eulogios, Bischof {eniay.oTioc) 

von Terenute. 
Adelphios^, Bischof {enioKOTtoc) 

von Anuphe. 
Paulos, Bischof (ste.) von Piakoneos. 
Phibamon, Bischof (etc.) von Kebet. 
Theopempos, Bischof (stt.) von 

Akabasos. 
Makarios, Bischof (Itt.) vonMedjel. 
Adelphios, Bischof {stc.) von Sai. 
Magedonios, Bischof (sk.) v. Schow. 
Marinos, Bischof (stt.) von On. 
Medrodoros, Bischof (stc.) v.Leonto. 
Makarios, Bischof (m.) von Tkow. 
Papiskos, Bischof (sTt.) v. Sbechet. 
Petros, Bischof (stc.) von Pemdje. 
Stratekios, Bischof (sw.) v. Threbe. 



92) Kaisarios, der Chore])iscopus 
(xoyocTtLOy^OTtoc) von Arkes. 

93) Trubiiiianos von Aspendos in 
Pani])hy]ien. 

94) Nunichios von Serge. 

95) Solon von Karatia. 

96) Akakios von Kagenoi. 

97) Nesiokoros von Brasos. 

98) Maditianos von Korakesios. 

99) Nektarios von Sennosa. 

100) Eutropios von Egennos. 

101) Tarianos von Tyrbe. 

102) Eusebios von Asitona ^ in 
Galatien. 

103) Philumenos von Kenne. 

104) Strategimos. 

105) Eusebios von Heraklianon. 

106) Parhalios von Andrapa von 
Hellespontos. 

107) Silvanos von Keratapos. 

108) Hermonogenes von Rhino- 
rura(!).2 

109) Euoptios von Polmais in der 
Pentapolis. 

110) Eusebios von Peremun. 

111) Eulogios von Ternute. 

112) Adelphios^ von Unuphe. 

113) Paulos von Plausine. 

114) Phoibamon von Kebet. ^ 

115) Theopempos von Kabason. 

116) Makarios von Medjel. 

117) Adelphios von Soi. 

118) Makedonios von Schow. ^ 

119) Marinos von On. 

120) Metrodoros von Leonto. 

121) Makarios von Tkow. 

122) Pabiskos von Sbechet. 

123) Petros von Pemdje. 

124) Strategos von Athlebe. 



1) Mansi: 'Actcovcov Tijg rakaxiac. — 2) Mscr.: n^pinopo-ypd.: 
B.: npinopoTpiv. — 3) Mscr.: ö.-i^eTVt^ioc; B.: ev-ii-eAc^oc. — 4) Mscr.: 
e^.'^i.eAcl^ioc; B.: «».rsi.eAc^toc. — 5) Mansi: Kotviov. — 6) Mansi: lEoicog. 



I. Cbersetzunor. Bouriant S. C8. 69. 70. 71. 72. 



65 



(70) Athanasiüs, Bischof (sn.) von 
Parhalos. 

Silvanos, Bischof {in.) von Ko- 

prithidos. 
Johannes, Bischof (stt.) v. Synlior. ^ 
Aristobulos, Bischof (ctt.) v. Thmui. 
Theon, Bischof (sn.) v. Sathioites. 
Lampeilios, Bischof (in.) v. Kasios. 
Kyros, Bischof {in.) von Chaion. 
Puplios, Bischof {in.) von Albia. 
Samuel, Bischof (?xc.) v. Dystheos. 
Zynobios, Bischof {in.) von Barke. 
Zenon, Bischof {in.) von Tanchiros. 
Daniel, Bischof {in.) von Tarneos 

von Symbulos. 
Sosipatros, Bischof {in.) von 

Ptemiake. 
Eusebios, Bischof {in.) von Ladj. 

(71) Hyrakios, Bischof {in.) v.Hnes. 
Chrysaorios, Bischof (fV) v.Petpech. 
Andreas, Bischof {in.) v. Schmun. 

Aphrahani, Bischof (stt.) v. Trakine. 
lerakios, Bischof {in.) v. Ophaios. 
Olympios, Bischof {in.) von Helle. 
Alexandros, Bischof {in.) von 

Kleopatris. 
Isaak, Bischof (in.) von Tawa. 
Amnion, Bischof {in.) von Putow. 
Hyraklios, Bischof {in.) v. Theneos. 
Isaak, Bischof {in.) von Elearchia. 
Hyraklios, Bischof {in.) v. Tamiat, 
Theon, Bischof {in.) v. Psenchus.'^ 
Ammonios, Bischof {in.) von Pan- 

ephesos. 
(7'2) Bessula, Diakon {ÖLCiKovog) 

von Chartagenna^ in Phrygien. 
Damdios 4, Bischof {in.) v. Kysikos. 



125) Athanasios von Parhalos. 

126) Silvanos von Kopret. 

127) Johannes v. Enhor. 

128) Alistobulos v. Thmui. 

129) Theon v. Sasroites. 

130) Lampetios v. Kasios. 

131) Kyros von Achaion. 

132) Puplios von Albia. 

133) Samuel v. Distheos. 

134) Zenobios von Thrake. 

135) Zenon von Tacheiris. 

136) Daniel von Tarneos. 

137) Sopatros von Septimiake. 

138) Eusebios von Ladj. 

139) Helaklios v. Hnes. 

140) Chresarios von Petpech. 

141) Andreas v. Schmun. 

142) Sabinos von Schmin. 

143) Abraham v. Ostrakine. 

144) lerakos v. Phnaios. 

145) Alypios von Nie. 

146) Alexandros von Sarsine. 

147) Isaak von Tawa. 

148) Ammon von Putu. 

149) Heraklios v. Theos. 

150) Isaak von Eliarchia. 

151) Helaklios v. Tmaite. 

152) Theon Psenchus. 

153) Ammonios von Panepheussos. 



154) Dalmatios v. Gezikos. 

155) Berenianos von Perge in 
Pamphylien. 

156) Bessura, Diakon {öiuti.) von 
Chartagenna in Afrika. 



1) Mscr. : ÄincTn^iop: B.: «c-yn^cop. — 2) Mscr.: n-vj^e^pQ^OTc ; 
B.: MX^/ei^^OTC. — 3) Mscr.: u^.^^P''^^^'""*'? ß-' nK*.pTe>.unnev. — 

4) Die Bischöfe von hier an stehen nicht im griechischen Text ver- 
zeichnet. 

Texte u. Untersuchungeu. N. F. XI, 2. 5 



66 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Und Arkatios, Bischof (sn.) der 157j Arkadios, Bischof {en.j der 
großen Katliedra (){«^£(5(jcv) der großen Katliodra (xaO.) der 

A])Ostel (aTTocToAot) in Bome. Apostfd faTrootoAoi) in Roine. 

Und Proiektos, in ähnlicher Weise 158; Proiktos, Bischof (iTt.) der 
(ofjiOLcog) von ^ der großen Ka- großen Kathedra (-/.aO.) der 

thedra {yMr>.) der Apostel Apostel {ccTtoaioXot) in Rome. 

(ttTToor.) in Borne. 
Und Philippos, Presbyter {ngsößv- 159) Philippos, Presbyter (TtQeoß.) 
TSQog) der großen Kathedra der großen Kathedra (-/Md.) 

(iiccd'eöijci) der Apostel {ano- der Apostel {aTtooi.) in Borne. 

GtoXoC) in Borne. 

Sie alle aber (öf) machen 263 (!) 
(an Zahl) ohne ('(coqlc) die bei- 
den, die in der Hauptstadt 
{KO}iLzazGv) sind: Komariosund 
Potamon. 

Petrus, der Presbyter {jrQsößvrsQog) von Alexandrien und der 
erste (jtQififiizrjQLog) Sekretär (vordgiog)^ nahm das Wort und 
spracli: „Zu Anfang {aQ^rj), alsNestorius zum Bischof {ejrioxojtog) 
der heiligen Kirche {exzlrjola) von Konstantinopel eingesetzt war 
{XHQOTovelv)^ und noch nicht viele Tage seit seiner Einsetzung 
{X^iQoxovla) verstrichen v^^aren -, brachte man Auslegungen (Ig?/- 
yi^ösig) aus Konstantinopel, (73) die das Herz derer, die in ihnen 
lasen, beunruhigten, so daß {coöte) ein großer Lärm {d-oQvßog) 
(in) den heiligen Kirchen {6xy.2.7]öLaL) ^ entstand. Als aber (öe) 
der gottesfürchtige heilige Bischof {eJiiözoJtog) Cyrill dies erfuhr, 
schrieb er an ihn den ersten* und den zweiten Brief (ejr^örOi^v?;), voll 
Weisheit; er aber, Nestorius, schrieb an ihn Antwortschreiben {-Ijh- 
ötoXtjY^ indem er dem, was er an ihn geschrieben hatte, widersprach. 
Hierauf aber iße)^ als der gottesfürchtige Bischof {ejtlöxojtog)^ 
Cyrill erfahren hatte, daß Nestorius Briefe {ljiLöxo)Mi) und 
Bücher, voll von Streitfragen {C,f]T?'jö8cg) , nach Rom geschickt 
hatte, schrieb auch der gottesfürchtige Cyrill" an den gottes- 
fürchtigen Bischof {ejtiöxojtog) Von Rom, Coelestin^, durch den 
Diakon (öcdzovog) Posidonius, indem er ihm befahl: »Wenn Du 

l)Mscr.: nTe Tnoö* nKd.e^e-ivpd. : B.: Htiioö' itKÄ.oe'^kpö.. — 2) ÄvnevTe 
g^Äw^ n^ooT -xcoK e&oA e-Jin Teq^ipo-isk-oniev; B.: „quelques jours apres". — 
3) ntteKK?VHciev ; B. : „la sainte eglise". — 4) Lies : nTiy opne nenicxoTVH. — 
5) Ä^qc^ivi ujekpoq nTiy£iRo nenicToAn; B.: „reponditpar un meme nombre 
de lettres". — 6) Titel von B. nicht übersetzt. — 7) Titel u. Namen 
von B. nicht übersetzt. — 8) Ich bringe jetzt wieder die gewöhnliche 
Schreibweise der Namen und kennzeichne nur wichtigere Abweichungen. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 72. 73. 74. 67 

nach Rom gelangst und findest ', daß die Bücher und Auslegungen 
{t§,7]y?]06ig) desNestorius und seine Briefe (ejr^öro^a/) bereits über- 
geben sind, so sollst Du Dich beeilen {öjcovöcc^siv), auch die meinen ^ 
zu übergeben. Wenn Du aber (c^t) findest, daß man sie noch 
nicht übergeben hat, so sollst auch Du Dich beeilen {pjtov- 
6aL,£Lv)j das", was ich durch Dich gesandt habe, zu mir zurück- 
zubringen, und nicht sollst Du wünschen, es zu veröffentlichen«.^ 
Als aber (de) Posidonius, der Diakon {öcdxovog), nach Rom 
gelangt war {xaravräv), fand er die Auslegungen (s^rjyTJöeig) 
und Briefe {ejtiOToXai) des Nestorius bereits übergeben. Es 
war nunmehr {).oljZov) für ihn notwendig {avayy.rf)^ das, was 
durch den gottesfürchtigen Bischof {sjiiöxojtoq) Cyrill gesandt 
war, zu übergeben. Und der gottesfürchtige , gottergebene 
Bischof {sjtLöxoJtog) der römischen Kirche {exxlrjöia), Coelestin, 
schrieb Antwortschreiben {-6JtiOTO?Ml), (74) in denen eine offen- 
kundige Formel^ {tvjcoq) sich befand. Da {sjtetörj) nun auf 
Befehl der gottergebenen Kaiser Eare heilige Synode (ovvoöog) 
sich hier versammelt hat, so war es nunmehr {Xocjcov) nötig 
{avayxri), Euch darüber zu belehren, daß die Urkunden (xagrai) in 
unsern Händen sind, die er über diesen Punkt {fitQog) geschrieben 
hat. Eurer Gottergebenheit zur Verfügung (eigentlich: »gemäß 
{xard) dem, was E. G. gefällt«)." 

Juvenal, Bischof {sjtloxojtoc) von Jerusalem, nahm das Wort 
und sprach: .,Man möge das Schreiben der Gott liebenden und 
Christus liebenden Kaiser vorlesen, das sie an jeden einzelnen der 
Bischöfe {ejtlöxoJtoi), welche in den Metropolen {firjzQOJtoXscg) 
an {xard) den einzelnen Orten wohnen, geschrieben haben, das, 
welches jetzt durch den gottesfürchtigen Presbyter (jigeoßvTeQog) 
von Alexandrien herzugebracht ist {jtQoöevsyxeiv)'^ . Und er las 
es in (xard) seiner Form (rvjtog) vor^: 

„Die mächtigen (avToxQdvoQsg) AvroxQdxoQeg^ Kal- 

Kaiser [xaiöageg) Theodosius und occQsg, Oeodoöcog xal 
Valentinian, die Siegreichen, Ruhm- OvaXevrivLavog, vixrjral, 

1) Mscr. : n?^e epoc; B.: u^^e epoq. — 2) Mscr. undeutlich: 
uöTi £0ü; B.: noT[c£ico]. — 3) B.: „Sans le montrer". — 4) ottthoc 
eqoTou^ efeoA; B.: .,une profession de fei catogorique". — 5) B. 
trennt die Sätze falsch ab und übersetzt: k*.tä> neqTTnoc mit: „en 
ces termes". Lies ültrigens: d^qoujq, nicht: d.qoTcoiyq. — 6) Mansi 
IV, 1112if. 

5* 



6§ Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

gekrönten, Großen, alle Zeit Geehrten, ritojtaiovyoL, (iir/LOT()L,akL- 

Erhabenen {avyovöToi), schreiben an oi'ßaOToi, Avyovoroi Kv- 

Cyrill, den Bischof* {tJtloxojtog) von qHIo) IjiLOxojicp. 

Alexandrien: Die Ordnung {yMxa- "llQrriTat rr/g dg htov 

öraöig) unseres Staates {jio)uTdd) ivohßelag r/ rrjg r/fUTiQag 

hängt alle Zeit von der Frömmigkeit jtoUTtiagy,aTa6raOLg, y.ai 

{-evöeßrjg) gegen Gott ab, und groß ist jtolv TavTi]g IvhGxi ro 

ihre Verwandtschaft {pv/yiviia) und ovyyevsg re y,al JtQoarpvtg. 

ihre natürliche Beziehung {(pvötxov), lytrai yag aXXriXf/jv Tcal 

die sie allzumal haben; denn (yag) sie IxaziQa ttj rrjg IxariQac: 

beziehen sich aufeinander, und jede ovvav^srai jtQoxojt^. ojO' 

einzelne der Tugenden (aQsrcu) wächst ze r/)v (iev a?.rjdrj i^Qf]- 

{av^avEöd^ai) mit dem Fortschritte oxüav t?/ öixawjtQayia. 

{jcgoxoJtrj) der anderen, damit der ttjv 6s jtolcTslav vji 

wahre (Gottes)dienst leuchtet in der anqjortQcov ovyy.Qorov- 

Gerechtigkeit (öcxcuoövvrj), der Staat ^trow Ixlanjisiv. ßaot- 

(jro2iTf/ß) aber (df) dagegen durch diese Xbvelv ovv rerayfitvoi 

beiden Tugenden (agsraL) verherrlicht jzaQcc Oeov, ovvöeofzol xt 

wird. (75) Indem wir nun durch rrjg xcöv vjtrjxomv svot- 

Gott jetzt zu Kaisern und zu Bändern ßslag xe xal tvjtQayiag 

der Frömmigkeit {-svöeß/jg) und der xvyyavovxsg agrjayeg ad 

guten Ausübung (jigä^ig) Eurer x6 jtQOöcpvhg xovxwv ffv- 

Tugenden^ {aQexai) bestimmt sind, laxxoptizV xfj xe jiqo- 

wachen wir alle Zeit über ihre voia ymI avd^QmJtoig fia- 

natürliche Beziehung {cpvör/,6v) und OLxevovxeg xccxeivt] fisv 

ihre Sicherheit als Mittler {f^isöixcu) vjrovgyovfiep elg xrjv xrjg 

zwischen Gott und den Menschen, jiohxslag av^r]OLp. ÖLa 

Denn (yaQ) in dieser Weise wirken jiavxcov ös, ojg djielv, 

wir {vjiovQyslv) für die Vergrößerung xmvvjtrjxoo^v yiyvoiisvoi, 

{ax)^i]6ig) des Staates {jiolixdci). W^ir xovx loxtv evoeßüv xs 

sorgen nun sozusagen für alle, die xal jtoMxsveoOaL xaxä 

uns unterstehen, und rüsten sie, daß xb svöeßeöi JtQtjiov jta- 

sie Gott dienen und in Pietät {-evöeß/jg) Qaöxevd^ofiev , Ixazegov 

gegen (;cc^T(%) uns leben (jro2iT£t;£öi9^ca). xe öeovxcog ejrtj^ie/MVfie- 

Wirtragen nun für dies beides in (j^ara) voc' ovöh yag eveöxc xov 

geziemender {jcgijtSLv) Weise Sorge; ^axegov fisxajüoiovfievop, 

denn {yag) es ziemt sich nicht- für firj ofioicog xal xov txe'gov 



1) nucTndwpeTH; B.: ..de nos vertiis'". — 2^ B. : „il n'est pas possible". 



I. Cbersetzunpf. Bouriant S. 74. 75. 7(5. 69 

den, der für den einen Teil (//t()oc) Sorge (pQovxloat' OJtovöf/v ri- 

tragen soll, nicht auch in ähnlicher d^asO^a Jtoo rmv aXXmv 

Weise (ofioicog) für den andern Teil to xfjv exx^.fjöcaörixrjv 

(fUQoc) Sorge zu tragen. Deswegen yMTccOTaöLV Oeco JtQt- 

bemühen {-OJtovöy) wir uns vor allen jcovoav xal rolc, ?},W£Ti- 

Dingen für die Ordnung {xaraOraOLo) Qotg jtQoOcpoQOV öucfitvsii^ 

der Kirche (e;iz-^?/öi/«), die sich für Gott xcuQOic;' lyuv rs tx Trjg 

geziemt (jr()tjra^'), und daß sie, Nutzen rcoi^ Jiavrmv ofiovolag 

bringend, in unsern Zeiten ^ verbleibe, to aragaxov, xal öia 

indem sie Ungestörtheit durch die ryg sv rolg sxx^.rjOLaöTi- 

Einmütigkeit aller und den Frieden xolg jTQayiiaöLV siQTJvrjg 

{siq/jvtj) in den Dingen, die die Kirche to dorccolccöTov. jtQOöel- 

{exxh]öia) angehen, hat, und kein vcd t£ ttj evöeßel O^Qrj- 

Tadel entstehe, der sich richte gegen öxeia xo dvsjrUrjjixov xal 

den heiligen Dienstund die Großen, die xovg eig xov x?J]qov, xrjv 

vollendet sind in der Priesterschaft des xs ^eydlrjv Isqwövvtjv xe- 

heiligen Klerus {xlriQog), und sie außer- lovvxag, Jtdorjg xrjg xaxa 

halb jeden Tadels seien. Wir achten toz^ ßlov {lefiipeo^g djtr]X- 

nun auf diese so beschaffenen Dinge, Xcr/ß^aL. 

daß sie durch die Liebe {dyccjtrj) zu Tavxd xe övvoQcovxsg 

Gott und fromme {evoeßr/g) Einmütig- öia xrjg dg Gebv dydjcrjg 

keit untereinander 2 befestigt werden, xal x?]g cptXaXlrjXov yvco- 

Oftmals zwar {jiiv) dachten wir daran, liTjg rmv evöeßovvxcov 

daß notwendig eine Synode (avvoöog) xQaxvveödar jioXXdxig 

der heiligen Bischöfe {tJiiöxojcoL) an iilv 7]ö?] öta xd xaxd 

{xaxd) den einzelnen Orten wegen der xaiQOv avftjtsciovxa dvay- 

zeitgemäßen {^xaxa) Dinge stattfinden xalav xi]v xmv djcavxa- 

müsse. Wir zögerten aber {ö£) dennoch /o^er dyicoxdxcov Ijil- 

{ofiojg) wegen der Beunruhigung oxojcodv S^socpiXi] ovvoöov 

{oxvXfiog) ihrer Gottergebeuheit.^ iiyrjodusda. oxvrjQoxcQot 

(76) Aber {dXXd) jetzt hat die Frage d' oncog jzsqI xov öxvX^ov 

{Cr/xriOig) nach den notwendigen X7jg avxcöv &£Oöüßsiag 

{dvayxalat) Bedürfnissen {yQelat) der ysyovaftev. dXk i) xcov 

Kirche {IxxXrioia) und der öff'entlichen vvv dvayxaicov BxxXrjOia- 

Dinge {örjfJoöLa), die sie betreffen, öxixcov xe xal xmv xav- 

offenbart, daß diese Synode {övvoöog) xaig ow/jf/fitvcov örjfio- 

1) Mscr.: nuK^^ipoc; B. : iTKevipoc. — 2) tavHt^ht hotiot 
iTeTcefiHc; B.: .,1a charite inutuelle des gens pieux". — 3) iiTerAinTs 
pequje.uiye; B.: „de vos Pictes". 



70 Kraatz, Koptische Akten z. ophes. Konzil. 

gar sehr nötig ist {xQriöLiitvtLv), und cAmv yoiK/jv CiittiCl^, 

daß sie unabweisbar ist (-jrci(>caT6raiV6i£). yQbiOjöiOTdrjiv xcä djtaQ- 

Deshalb, damit nicht etwa {(lijjtort) airrirov ravTr^v dntÖu- 

eine Nachlässigkeit {a(jitXtLa) in der c^tv. I'jO-hv coq av iir/ rd 

Untersuchung (egi'raöfa) der notwen- r^^ jtQoxufiivrjq rrjjv ov- 

digen {dvayxaloq) Dinge eintrete, und reo yQr/olficov is^rdotcog 

man sich zu dem Bösen vielmehr hin- diihloviuva , ttjv tJtl xo 

neige, das der Frömmigkeit {-evösß'/ig) yeiQov Xdßot QOJtfjV' ojisq 

in unseren Zeiten (tccuqol) fremd ist, aörl tr/g tSp r/fitTtQOjp 

so möge Deine Gottergebenheit Sorge xaiQmv svoeßelag dllo- 

tragen, nachdem das heilige Passah tqlov (pQovriöei, ?/ o?/ 

{jtdoya) vorüber ist, so Gott will, am d^eootßeca fieza xo IjtLov 

Tage des heiligen Pfingsten {jisvzr]- övv Oso) ö\ dgr/Od-co' 

xoör?]) zur Stadt {jioXig) Ephesus in dyiov Jtdoya dg rr]v'E(pe- 

Asien zu gehen und einige wenige von olcov rrjg 'Aolag JtaQa- 

den zur Provinz {ajtaQyla), die Dir ysveöd^ai xax avrrjv rrjp 

unterstellt ist, gehörigen Bischöfen r^g dylag jtevTfjXoOTrjg 

{ejrlöxojtoi) zu rüsten, daß sie mit Dir ruieQav, oUyovg ooovg 

an jenen Ort gehen, so daß {cjöre) dv öozLfidösisv , ly, rrjg 

nicht die heiligen Kirchen {ezzlriölai) vüi avzr/v Ttrayfievrjg 

in der Provinz (sTtagyla) Mangel sjtaQyiag dyLCoxdrovg luii- 

haben an denen, die sie versorgen; öxojtovg dg zrjv avzr/v 

und andrerseits (auch nicht) die öwögafielv JtaQaOxevctcia- 

Synode (avvoöog) Mangel habe an oa' Sözs xal zovg aQ- 

denen, die da zu ihr sich versammeln yovvzag zalg xazd zrjv 

müssen. Denn (7«()) unsere Frömmig- avz/jv IjzaQyiav dyLcozd- 

keit {-svOeßrjg) hat die Abschrift dieses zaig hx^lrjölaig, y.al zovg 

Schreibens inbetreff dieser heiligen zf] ovvoöcp ejitzrjöelovg 

Synode (övvoöog) den gottliebenden fi7]6a{icog eZXslipac. 

Bischöfen {sjclöxotiol) der Haupt- reygajzzai yaQ zd Loa 

städte (firjZQOJtoXsig) an (Tcazd) den jcagd zrjg rjfiszsgag yaXrj- 

einzelnen Orten geschrieben, damit, v6z?]zog jtsQi zrjg jüqozs- 

wenn dies geschehe, die Verwirrung qov Xsy&eiörjg aytwzazrjg 

der Streitenden ^ durch die Kanones ovvoöov zolg ^eocpiltöLv 

{xavoveg) der Kirche {sxx?j]öla) auf- sjiLöxoütoig zwv ajtavza- 

gelöst werde und man die verkehr- yov lirjZQOJtoXecov' d'jöze 

ten Dinge wieder aufrichte und zovzov yevoiiivov zrjv ze 



1) netyTopTp nneTTiTüDii; B.: „le trouble qui a surgi". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 76. 77. 71 

die Gottesfurcht und der Nutzen Ix töjv dficpicßrjTOVfie- 

■der öffentlichen Dinge {Ö7]ft6oia) vcov övfißahovöav xa- 

befestigt werde, indem dies offen- QctXfJ^ yMTcc rovg S/cxX?]- 

bar ist, daß keine Neuerung {xcct- oiaotixovg xavovaq öia- 

POTO^ula) durch einige allein vor- XvOtjvcu xal xrjv ejtl rotg 

genommen werde vor der heiligen ov öeovrcog yspo^usvoig 

Synode {ovj^oöog) und der Formel öod^TJvat öwgOcoötV rf] 

{zvjtog), die für alles durch sie (77) rf-. JtSQl Oeov svöeßela xal 

allesamt aufgestellt werden wird, und zfj rcov örjfiooicov XvOl- 

wir glauben {jitöTSvetv) zwar (,WfV), TEAela vJtccQ^cu rb ßt- 

daß jeder einzelne der gottliebenden ßatov. Ö7]/iaöi] firjösfiiäg 

Bischöfe {ßjcioxojtot) an (xara) den jtQO rrjg ayi(Dxaxi]g avv- 

«inzelnen Orten, wenn er weiß, daß böov xal xov fieXXovxog 

wir durch unsern Befehl ^ zu dieser jr«(/ avxrjg xoivfj iprjfpco 

Synode {övvoöog) drängen iejidyaLv)^ h(p ajtaoc öiöoöü-ai xv- 

daß sie wegen der Angelegenheiten jiov, xaivoxofilag iöia jta- 

der Kirche {exxlrjöia) der Welt ga xlvcov y£voi/£v?]g. xal 

{olxovfievr]) stattfinde, sich beeilen Jtsjtelöfied-a fihv exaöxov 

wird {öJiovöaC^Lv)^ zu diesen not- xmv i^eo^pilsoxarmv is- 

\vendigen(«i^ayzcao^) Angelegenheiten Qtcov, yvbvxag £xxXr]6ia- 

herbeizueilen, die Gott gefallen, indem Oxtxmv xa xal olxovfisvt- 

er sie mit seiner Kraft unterstützt. Wir xwv jiQayitaxo^v xolqiv 

selbst aber (de), indem wir für diese xi]v ayicoxaxrjv övvoöov 

großen Dinge Sorge tragen, werden xovxcp rjfiöJv xm d^eöjilö- 

von keinem es dulden {avtx^öd-aL)^ daß [laxi xaxsjtelysoü-ai^ Ovv- 

er fernbleibe. Nicht aber {ßi) wird ÖQafisiv öe Ojcovöaimg 

vor Gott oder {ovöt) vor uns- der- xolg ovxcog avayxaiotg 

jenige Entschuldigung {ajtoloyla) xal elg Gsov agiöxeiav 

finden ^, der nicht sofort voll Eifer cpO-avovoc xa övvaxa övfi- 

(OJtovör/) an den festgesetzten Ort zur ßa?.ovfi£vov xal ruislg de 

Zeit {xaiQog), die wir oben angegeben xovxojv jtolXrjv jzolov- 

haben^, kommen wird. Denn {xal yctg) fievoL cpQOPxlöa aJtoXi{i- 

der, den man zu einer heiligen Synode JtdveoO^at ovöeva cpoQ?]- 

(ovvoöog) einladet und der nicht xmg av£$,o/j£Üa' ovÖ£fiiav 

freudig eilt, von dem ist offenbar, x£ t^£c jiQog Babv , ovÖ£ 



1) ^iTÄv niioTeoce^oiie von B. nicht übersetzt. — 2) Mscr.: 
rin*.Qy3ekn; B.: rinev^yjen. — 3) Mscr.: nqne.fSTi «..noAcx^i*.; B.: uqnO(5' 
iiA.no'Aot7iev. — 4) Mscr.: nTewuiijepn; B.: riuevutijepri. 



72 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

daß er kt'in gutes Gewissen {ovvei- jiqoq, iiiiac, aJioXo'/iav <) 
ÖTjöig) hat." firj jcariayor/fia y.arä xov 

JtQOStQr/fltPOV VMLQOV HC 

TOP arfOQioOiVTc: tojiov 
OJtovöalcog jtaQaytvofie- 
vog' xal yao o xakov- 
fievog dg ItQaTixrjv ovv- 

övvTQtyojv , ovx ooi) 7j2 
etvai öüxvvTüL ovvndi/- 
0£a)g' ßeog öe öiaffv- 

?MTTOt XQOVOLg JtO/./.OTc. 

jtareQ oOio^rart y.ai 'cv- 
OeßbOrars. 

Eöo&Tj rfi jiQo öeyM- 
TQicöv xa/Mvöcov Js'/cefi- 
ßgiow Iv KoyvöxavTLvov' 
jtoXeL vjtaxda rwv 6eo- 
jiOTCüV 7/^umv Otodoolov 
ro TQLöxaiötyMTOv , xal 
OvaXevTiviavov ro tql- 
Tov Tcov cdcovioov Avyov- 

ÖTCOV.''^ 

Firmus, Biscliof (ejclöyojtog) (II) ^ Als man aber {08} die 

von Caesarea in Kappadocien, Absetzungsurkunden {yadai- 
nahm das Wort und sprach: Qeöig; vjto^vri[iaTa) des Nesto- 
„Der gottergebene heilige Bi- rius zu Ende gelesen hatte ■\ 
schof {ßjtiöxojiog) der Stadt nahm der Bischof iejiiöyoJtog) 
(:?ro^/a)Ephesus,Memnon\möge Firmus von Caesarea in Kappa- 
bezeugen, wie viele Tage ver- docien das Wort und sprach: 
gangen sind, nachdem wir in „Der gottergebene und heilige 
die Stadt {itoXig) Ephesus ge- Bischof (ijr/özojroc) dieser Stadt 
langt sind {ajiavTavY^. (jro-^fc) Ephesus möge bezeugen. 

wie viele Tage vergangen siud^, 
seit wir in diese Stadt {jioXig) 
gelangt sind {ajtavTavy^ . 

1) B. hat den Namen weggelassen. — 2) Hier setzt die 2. Hand- 
schrift wieder ein. — 3) Mscr.: iiTepoTOTCo; B.: nTepoTto. — 
4) Mscr.: OTeine; B. : eine. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 77. 78. 73 

Memnon aber (öt), der Bi- Sogleich aber (öt) nahm das 

schof iajiiöxojtoc) der Stadt Wort Memnon, der Bischof (fc\7r/- 

(jtoXic) Ephesiis, nahm das (J^^ojroc) der Stadt (jro^/(;) Ephe- 

Wort und sprach: .,Seit [xard) sus, und sprach: „Seit (x«ra) der 

(78) der durch das Schreiben der durch das Schreiben der gott- 

gottliebenden Kaiser festgesetz- liebenden Kaiser festgesetzten 

ten {oQiCsip) Frist {jtQod^eOfäa) {oQiCeiv) Frist {jtQod^söfila) sind 

sind 16 Tage verstrichen {jcaQ- 16 Tage verstrichen (jr«()«/£^i^)". 

Cyrill, der Bischof [ejtlöxo- Es nahm aber (öt) seiner- 
jtoq) von Alexandrien, nahm das seits Cyrill, Bischof {ejtloxo- 
Wort und sprach: „Die heilige jtog). von Alexandrien, das 
Synode (övvoöog) hat das, was Wort und sprach: „Die heilige 
sich geziemt (jr()£jr££j^), vollendet, Synode (övvoöog) hat das, was 
indem sie ausharrte {jtQoöxaQ- sich ziemt {jtQtJcsiv), vollendet, 
T8Q£iv) und an sich hielt {xar- indem sie ausharrte {jtQoöxaQ- 
tx^iv) wegen der Ankunft regelv) und an sich hielt (zars- 
{jtaQovöla) der gottliebenden X^^^) wegen der Ankunft {jtccQ- 
Bischöfe {sjtloxojroi) , die sich ovöla) der gottliebenden hei- 
zu dieser Synode {ovvoöog) ligen Bischöfe {ejtiöxojtoL), die 
versammeln sollten. Da {sJteLÖrj) sich zu dieser heiligen Synode 
nun jetzt viele von den Bischö- {övvoöoq) ^ versammeln sollten, 
fen (ejtiOxojTOi), die sich ver- Jetzt aber (6t) sind einige von 
sammelt haben, die einen von den Bischöfen {sjtloxojtoc), die 
ihnen in schwere Krankheiten sich versammelt haben, ent- 
gefallen sind, andere aber {öt) schlafen 2; andere aber (de) (be- 
den Pilgrimsort dieses Lebens finden sich) in schweren Krank- 
ißioc) verlassen haben, des- heiten: deshalb ziemt es sich 
halb ziemt es sich, den Be- jetzt, den Befehl der gottlieben- 
fehl der Kaiser zu erfüllen, den Kaiser zu erfüllen, und den 
und den Glauben {jrioric) fest- Glauben (jtlOTig) festzusetzen, 
zusetzen, um des Nutzens der der gesamten Schöpfung, die 
{c6(ptXBLa) und des Vorteils unter dem Himmel ist, nützt", 
der gesamten Schöpfung wil- 
len, die unter dem Him- 
mel ist". 



1) Mscr.: nTeicTn^o'::^oc : B. : eTeicTnoo'::kOc. — 2) Mscr.: eew-yAiTou 

MAIOOT; B.: £d.TMTOll ÄV.UOT, 



74 



Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 



Man m()go aber {öt) alle Doku- 
mente (;^('^(>rca) vorlesen, die diesen sel- 
ben Gegenstand (vjtoOeOiq) angehen, 
weil man uns jetzt das 2. Reskript 
{(jdxQo) der gottliebenden (79) Kaiser, 
die Christus lieben, vorgelesen hat, 
das, welches an die Sj^node (övvodog) 
durch den erlauchten {tvöo^orccTog} 
Graf {x6{i7]g) und Domestikus (do- 
fiiorcxog) Kandidian gesandt worden 
ist^, mit diesem Befehle: „daß wir 
die Dinge, die den Glauben {jilarig) 
angehen, prüfen und ihn ohne irgend- 
einen Aufschub {dvaßoXrj) formu- 
lieren {tvjzovv)^'. 

Theodotus, Bischof {sjtlöxo- Als Apa Cyrill von Alexan- 

jtog) von Ancyra in Galatien, drien dies gesagt hatte, nahm 
nahm dasWort und sprach: „Das der Bischof (ßjtloxojtog) von 
Verlesen zwar (ßsv) der Doku- Ancyra. Theodotus, das Wort: 
mente (;^a()T<:a) soll zur {xaTo) „Wenn es sich geziemt, die 
Zeit (xaiQog), da es sich geziemt Synode (ovvoöog) zu versam- 
{jtQ£jt£Lv), stsittfinden. Jetzt aber mein, so ist es aber (a/2ß) 
(dlXd) ist es vielmehr folge- auch geziemend und folgerecht 



recht [dxolovd'ov), daß der 
Bischof {sjtiö'/COJtog) Nestorius 
sich mit uns versammele, wenn 
ihr sie vorlest, damit wir die 



(dxolovß^ov), daß der Bischof 
(sjtlöxoJtog) Nestorius sich eben- 
falls mit uns versammele und 
höre, wenn ihr sie vorlest, da- 
Dinge, die die Frömmigkeit mit wir in Einmütigkeit (-/z^oi^w?^) 
(-£t;(>£i5?5g) angehen, in Einmütig- die Dinge festsetzen". 
keit {-yv<x)(iri) allzumal fest- 
setzen". 

Hermogenes , Bischof {hm- Als Theodotus, Bischof {ßni- 

öxojtog) von Rhinokorura, nahm oxojtog) von Ankela - in Gala- 
das Wort und sprach: „Gestern tien, zu reden aufgehört hatte, 
befahl Eure Gottergebenheit nahmen vier Bischöfe {enlöxo- 
uns, daß wir gehen und den jiol) in Einmütigkeit {avfi^oj- 



1) Mscr.: nTd.-!r'2iooTC ; B.: nTd^To^ooc. 



— 2) So das Mscr.; B. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 79. 80. 81. 75 

Bischof {ajtiöxojüog) Nestorius via) allzumal das Wort, näm- 

erinnern sollten, daß auch er lieh diese: 

sich mit dieser Synode {6vv- 1) Hermogenes, Bischof (ejr/- 

oöog) versammeln müsse; (80) Cxojzog) von Rhinokorura. 

und wir berichten {xarazlO^s- 

od-cu) jetzt, daß er diesen heiligen 

Tag, an dem diese Synode {ovv- 

o6od) sich versammelt hat, wohl 

kannte. Und er antwortete uns: 

»Ich werde es mir noch (rscog) 

überlegen und bei mir erwägen 

{öX8JZT6öO-ai); und wenn es 2) Und Athanasius, Bischof 

nötig sein sollte {-XQSuc), daß (aJtlöxoJtog) von Parhalios. 

ich mich mit euch versammele, 

werde ich kommen«''.^ 

Petrus aber (df), Bischof 3) Und Petrus, Bischof (ejr/- 

{tjiloxojtog) von Parembole, öxojtog) von Parembole. 
nahm das Wort und sprach: 
„Gestern wurden wir von Eurer 
Gottergebenheit zum Bischof 
{emöxonog) Nestorius gesandt, 
auf daß wir ihn daran erinner- 
ten, daß heute die Synode {ovv- 
o6og) sich versammeln werde. 
Er antwortete und sprach zu 
uns: »Ich werde es bei mir er- 
wägen {öxijtTSöd-cu), und wenn 
es nötig ist {-xQstcc), daß ich 
mich mit euch versammele, 
so werde ich kommen«. Wir 
erinnerten aber {6t) auch die 
anderen Bischöfe {ejtlöxoJtot), 
die mit ihm sind, 6 oder (//) 7 
an Zahl, die ebenfalls nach ihm 
antworteten und zu uns spra- 
chen: (81) »Wir werden es uns 



1) Der vom Kopten ausgelassene Ausspruch des Athanasius 
steht bei Mansi IV (nicht, wie B. angibt: VI) p. 1132. 



76 



Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 



überlegen und, wenn wir die 

Sache geprüft haben {öoxtfia- 

^siv), in der Frühe kommen«." 

Paulus, Bischof {eJtiOTCoJtog) 4) Und Paulus, Bischof (tJti- 

von Lampes, nahm das Wort öxojtog) von Lampe. 

und sprach: „Durch Eure (gott)- 

selige {fiaxagtog) Synode {övv- 

oöog) ward uns befohlen, wir 

sollten zum Bischof {ajtioxoJtog) 

Nestorius gehen und ihn daran 

erinnern, daß er sich heute mit 

Eurer heiligen Synode (ovvoöog) 

versammele. Auch ich aber (de) 

ging mit meinen heiligen Brü- 
dern, die zuvor berichtet haben 

{xaraxid-eöd^ai)^ und erinnerte 

ihn, daß er heute zu die- 
ser heiligen Synode {övvoöog) 

käme. Er aber {öi) antwortete 

und sprach: »Ich werde die 

Sache prüfen {öoxLfia^scv)^ und 

wenn es sich ziemt, werde ich 

kommen«, laicht nnv (ov fio vor) 

ihn allein aber (ös) habe icii daran 

erinnert 1, sondern (dlXa) auch 

andere Bischöfe (ejtlöxojiot), die 

mit ihm sind, 6 oder (jj) 7 an Zahl. " 

„Als wir gestern zu Nestorius 
kamen, erinnerten wir ihn nach 
eurem heiligen Befehl, indem wir zu 
ihm sagten: »Heute (82) wird sich 
die Synode (övvoöog) versammeln 
und man wünscht, daß auch Du Dich 
mit uns versammelst«. Nestorius 
aber (de) antwortete uns: »Ich werde 
es bei mir erwägen {öxejtrsöd^ai), 



1) Mscr. : Aid.Td.evq iiiiTd.Y"^ npnAiee-ye; B.: .uev-!rd.d.q ne nTe^Y'^ 
npnAieeire. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 81. 82. 



77 



und wenn es nötig ist {-xQsla), daß 
ich mich mit euch versammele, werde 
ich kommen.« Und dies sagte er 
zu uns. Aber (dXXa) es waren andere 
7 Bischöfe (J-JiiöxojtOL) bei ihm, die 
uns ebenfalls antworteten: »Auch 
wir werden es uns überlegen, und 
wenn wir die Angelegenheit ge- 
prüft haben {öo'xiuaC.£tp), werden 
wir in der Frühe kommen«.'* 
Flavian, Bischof (fcjr/öxojroc) Und als die vier Bischöfe 

von Philippi, nahm das Wort [sjiloxoJtoi) die Worte des 
und sprach: „Andere gotterge- Nestorius der Synode (övvoöog) 
bene Bischöfe (ejr/öxojroO iiiögen zu Ende berichtet hatten, nahm 
jetzt zum zweiten Male gehen Flavian, Bischof {ajtlöxojiog) 
und ihn erinnern, daß er komme von Philippi, wiederum das Wort 
und sich mit dieser heiligen und sprach: „Wir wollen andere 
Synode {ovpoöog) versammele", gottergebene Bischöfe {hjzioxo- 

jiol) zu ihm zum zweiten 

Male senden, daß sie ihn oft 

{jtoXXaxLq) erinnern, in sich 

zu gehen: »auch wenn {pcav) 

Du das erste Mal es vernacja- 

lässigt hast {afislslp}^ so komme 

doch jetzt«." 

Und es wurden durch die Man wählte aber (de) wieder 

heilige Synode {ovvoöog) andere andere vier Bischöfe {sjtlöxo- 

Bischöfe {8Jclöy,ojroc), nämlich Jtoi) aus und sandte sie zu ihm, 

diese, gesandt: nämlich diese: 

Theodulus, Bischof {Ijtio'/co- 1) Theodulus, Bischof {ßJiL- 

jioq) von Luses, das zu Palästina öxojcoc) von Palästina, 
gehört. 

Anterius, Bischof {tjtioxo- 
Jtoc) von Chersones auf Kreta. 

Theopemptus, Bischof (ejrt- 2)Und' Tbeopempus, Bischof 

O/cojcoq), der zu Ägypten ge- {IjtloxoJtog) von Kabason, das 
hört (sie!). zu Ägypten gehört. 



1) B. hat Ain ausgelassen. 



78 Kraatz, Koptische Akten z, ephes, Konzil. 

(83) Epaphroditus, Anagnost 3) Und Apaphroditus, Ana- 

{avayvmöT-riq) und Sekretär gnost {avayvoioxrio,) und Sekre- 
{^oxaQioq) von Ellanikus, Bi- tär {voxaQioc,) des Bischofes 
schofs {eJtLöxojtO(i) der Stadt {tJtiözojtoq) Ellanikus der Stadt 
{jtohg) Rhodus. (jtoltg) Rhodus. 

4) Und Anterius, Bischof 
{tjülö/COJioq) von Chersones auf 
Kreta. 

Sie nahmen mit sich ein durch 
die heilige Synode {ovvoöoq) (ver- 
faßtes) Begleitschreiben {nagava- 
yvcoöTixov)^ das sie an den Bischof 
{ejtiöxojtog) sandte, folgenden In- 
haltes: 

„Es ziemte sich zv^^ar (fisv) für 
Dich, daß Du, als Du gestern durch 
die gottesfürchtigen Bischöfe {sjcl- 
öxojtoi), die v^^ir zu Dir gesandt haben, 
erinnert v^urdest, in Freude eiltest und 
zu dieser heiligen Synode {övvoöog), 
die sich heute in der heiligen katho- 
lischen {xaß-oXr/crj) Kirche {hxxXrjöla) 
versammelt hat, kamst und nicht Dich 
selbst als solchen offenbartest, der 
sich von ihr fern hält. ' Da {sjtsiörj) 
nun, als die heilige Synode {ovv- 
oöog) sich heute versammelte, wir 
fanden, daß Du Dich fern hältst 
von ihrer Versammlung, schien es 
uns nunmehr (XoiJtov) nötig {dvdyx?]), 
durch die gottergebenen und gottes- 
fürchtigen Bischöfe {sjtlöxojtoL) Theo- 
pemptus und Theodulus und Ante- 
rius und durch Epaphroditus, den 
Anagnost {dvayvcoöTTjg) (84) und 
Sekretär {voraQLog) der Stadt {jtoXcg) 
Rhodus, zu Dir zu senden. Dich 



1) B.: „ne pas y faire remarquer ton absence". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 83. 84. 85. 79 

durch sie zu ermahnen [naQaxc.XHv), 
daß Du kommst und Dich nicht selbst 
von dem, was formuliert wird {rv- 
jiovv), fern hältst; umsomehr aber 
(de), weil die gottergebenen, Christus 
liebenden Kaiser befohlen haben, dal,s 
wir alles hinter uns lassen und in 
offenkundiger Weise ^ den Glauben 
{jtloTig) festsetzen." 

Und die Bischöfe [tjrlöxo- Und als sie aber (de) zu Nesto- 

jtot), die zu Nestorius gesandt rius gekommen waren und seine 
waren, kehrten zur Synode {ovi^- Gottlosigkeiten gehört und ge- 
oöoq) zurück, als sie das voll- sehen hatten, kehrten sie eilends 
endet hatten, was man ihnen zurück. Als sie aber (de) gekom- 
befohlen hatte. men waren, mit dem Wunsche, 

Petrus, der Presbyter [^jiqso- seine bitteren Worte zu berich- 
ßvT£Qoc) von Alexandrien und ten, nahm Petrus, der Presbyter 
der erste {jt()ii.iiityJjQtog)SekvetäY {jtQeoßvTSQog) von Alexandrien 
POTai)iOQ)j nahm das Wort und und der erste {jtQififitx/jQtog) 
sprach: „Da {eJieiöi]) die gottes- Sekretär {voragiod}^ das Wort 
fürchtigen und gottergebenen und sprach: „Siehe, die Bischöfe 
Bischöfe {ejclöxojtoc)^ die durch {sjtloxojcoi), die zu Nestorius 
die heilige Synode {ovvoöog} gegangen sind 2, sind gekommen; 
zu Nestorius gesandt worden befehlet (xsXsvslv) und höret 
sind, gekommen sind, so for- das, was sie durch ihn erfahren 
dern wir (a^iovv), daß sie Be- haben", 
rieht erstatten (vjtOfiv?]fiaTa 
'/MTarld^söü^cu), welches die Ant- 
wort {djioxQLOig) ist, die sie 
von ihm erhalten haben". 

Sogleich aber (öt) befahl {xs- 
>,evsiv) die Synode {ovvoöog), daß 
sie in ihrer (85) Mitte seine Worte 
verkündigten. Da antworteten die 
Bischöfe ^tJtloxojtoc\ die zu Nesto- 
rius gegangen waren, einstimmig, 



1) Mscr.: ^n o-yoTCono efio'A: B.: ^ii otco«^ eiioA. — 2) Mscr. 
HTdwT&coK; B.: nTd.ii£icoK. 



80 Kraatz, Koptische Akten z, ephes. Konzil. 

indem jeder einzelne dasselbe he- 
richtete: 

Theopemptus, Bischof {tjilöxo- 
Jtoq) von KabasoD, nahm das Wort 
und sprach: „Diese große, heilige 
Synode {övvoöoq) sandte uns zum 
Bischof {sjtlozojtog) Nestorius. 

Und wir gingen zu ihm „Als wir zu dem Hause ge- 

eilends in das Haus, in dem er kommen waren, in dem er wohnt, 
wohnt, und sahen (d-scoQslv) sahen wir (ßacoQstv) eine große 
eine große Menge Soldaten, die Menge Soldaten an der Tür 
an seiner Türe mit ihren Kriegs- seines Hauses, die mit ihren 
Waffen^ standen, und wir baten Kriegswaffen dastanden, und 
sie {jtaQaxalelv) ^ daß sie uns wir baten sie {jtaQayM),Hv), daß 
ihm meldeten {ö7]fialvetv). sie uns bei Nestorius meldeten 

{ö7]fiaiveLV). 

Sie aber (öe) hinderten (xoj- Sie aber (öt) hinderten (xa>- 

Zvetv) uns, indem sie sprachen: Xvsiv) uns, indem sie sprachen: 
»Er ruht und ist allein (tcJ^tt^f^z^) »Er ruht allein an einem Orte, 
an einem Ort; und er befahl {xs- und man befahl (zslsveiv) uns, 
XevELv) uns, niemand zu ihm nicht zu ihm hineinzukommen«, 
hereinkommen zu lassen, ihm zu Wir aber {6e) antworteten 
begegnen (ajrai^rai-')*^. Wir ant- ihnen ^i »Es ist unmöglich, daß 
werteten ihnen: »Es ist unmög- wir gehen, wenn wir nicht {el 
lieh, daß wir fortgehen, wenn wir (iriTi) eine Antwort {aJioxQiOiq) 
nicht (ft lirjTi) eine Antwort von ihm für die Synode {övv- 
(ajro;c()^ö^g) erhalten haben; denn oöoq) gehört haben«. Und in- 
{yaQ) die heilige Synode {övv- dem wir noch (er^) mit den 
oöoq) hat an ihn ein Schreiben Soldaten redeten, kamen seine 
{jtaQavayvcoöXLXov) gesandt, in- Kleriker {xXriQixoi) heraus und 
dem sie ihn ermahnen {jtaga- sagten uns das, was die Sol- 
xalsip), daß er komme und sich daten uns gesagt hatten; wir 
mit ihnen versammele«. Und aber (de) blieben dabei, wir 
(86) während wir noch (eri) würden nicht gehen, bevor wir 
redeten 2j kamen seine Kleriker nicht etwas von ihm erfahren 
{xlriQLxol) heraus und sagten hätten. Hierauf kam der er- 



1) Wohl zu lesen: iieTrcoT^ieq. — 2) Mscr. : «vitci niyev'2ie: B. 
„comme je continuais ä parier". — 3) M?^cr.: n*.Tr; B.: ncvn. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 85. 86. 87. Sl 

uns das, was die Soldaten zu- lauchte (xaO^coöicofUi^og) Tribun 
vor uns gesagt hatten. Als wir {xQißovvoq) Florentius, der mit 
aber iße) dabei verharrten, eine Kandidian, dem Grafen {Tcofir/c) 
Antwort {djtoxQioig) zu fordern, und Domestikus {öof/^'OTixog), 
um sie zu empfangen, kam der er- geht, zu uns heraus und redete 
hiuchte [^xad^cooicofibvog) Tribun freundlich [xalcjo) mit uns, 
{zQißovvog) Florentius zu uns, wir sollten ein Weilchen war- 
der mit Kandidian, dem Grafen ten {xartx^o&ai), bis {coq) es 
{xoiiTjg) und üomestikus {öont- ihm bestimmt sei, hineinzu- 
OTixog), geht, und redete freund- gehen und uns eine Antwort 
lieh {xala)g) mit uns, wir sollten (aJtoXoyia) zu bringen. Wie 
warten {xartx^öd^at)^ bis i^cog) es {cog) wir aber {öt) an seiner 
ihm bestimmt sei, hineinzugehen Tür warteten {xatex^oO^ca), kam 
und uns eine gute Antwort («.Tto- schließlich jener Tribun {tqi- 
xQioig) zu bringen. Wir aber ßovvog) mit seinen Klerikern 
{öi) warteten {xareyjodat) an {xX?/Qixoi) heraus und sprach 
seiner Tür. ^ Schließlich aber ((Je) zu uns: »Nicht vermochte ich ^ 
kam jener Tribun {zQißovvog) den Bischof {sjtloxojtog) Xesto- 
mit seinen Klerikern (xhjQixol) rius zu sehen und mit ihm zu 
heraus, nahm das Wort und reden, aber {a).Xa) er sandte zu 
sprach zu uns: »Ich vermochte mir hinaus, ich sollte mit Eurer 
zwar ßiv) nicht, den Bischof Gottergebenheit in ixaxa) fol- 
(tjrlöxojtog) Nestorius zu sehen: gender Weise reden; er sprach: 
er sandte aber {öt) zu mir heraus, »Wenn alle Bischöfe {tJticxoütoi) 
ich sollte mit Eurer Gottergeben- sich versammeln, werden auch 
heit in {xata) folgender Weise wir einander treffen (ajra/^T«i^)«. 
reden: »Wenn alle Bischöfe Wir aber ißt) nahmen ihn und 
ißjtiöxojtot) sich versammeln, alle Soldaten, die an jenem Orte 
werden wir einander treffen waren, zu Zeugen und gingen 
{aJtavräv)-<i. Wir aber (de) nah- weg iavayooQüv).^' 
men ihn und alle Soldaten, die 
an jenem Ortestanden, und seine 
Kleriker (xÄrjQixol) zu Zeugen 
und gingen weg avay^coQElv).^'' 

(87) Theodulus, Bischof {ejtlöxo- 
Jtoc) von Luses. nahm das Wort 



1) Mscr.: ^«pÄi neqpo: B.: ..devaiit la porte". — 2) Lies: 
•rni\d..Ä.ndkUT*.. — 3) Mscr.: ÄinieujS'M'S'oAi: B.: Äineiiij'S'M^aOAi. 

Texte u. Untersnchnngen. N. F. XI. 2. (J 



§2 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

und sprach: „Auch ich habe diese 
derartigen Worte gehört und be- 
richte (xaraTt&söd^ac) sie". 

Anterius, Bischof {ejtlöxoTtog) 
von Chersonnes auf Kreta, nahm 
das Wort und sprach: „Auch ich 
bin entsprechend (pcarcc) dem Befehl 
der heiligen und seligen (fiaxagioc) 
Synode {ovvoöog) an jenen Ort ge- 
gangen; ich habe diese derartigen 
Worte gehört und das, was die 
gottergebenen Bischöfe {tJiiöy.oJtot) 
genau {-axQlßsLa) berichtet haben 
{xaTarid^Eöd^ai), gehört". 

Flavian, Bischof {sjiiöxojtog) Flavian, Bischof (6jr/ö;cojrOw) 

von Philippi, nahm das Wort von Philippi, nahm das Wort: 
und sprach: „Da isjtSLÖrj) es „Da wir zweimal Nestorius er- 
sieh nicht geziemt, daß wir innert haben, wollen wir zum 
etwas unterlassen, was zur kirch- dritten Male andere Bischöfe 
liehen (fcjc^c-^^yötaöripcoc) Ordnung {sjilözoJtoi) zu ihm senden; 
{axolovdia) gehört, und es in vielleicht bekehrt er sich und 
(xaza) dieser Weise offenkundig kommt; denn es steht geschrie- 
ist, daß wir gestern und heute ben: »durch zwei oder {rj) drei 
wiederum den Bischof {hütiöxo- Zeugen«". 
jtog) Nestorius erinnert haben, 
zweimal, und er nicht kommen 
{ajtavxav) wollte, so wollen wir 
aber {alla) zum dritten Male 
zu ihm senden, (88) indem wir 
ihn durch ein Schreiben {jiaQ- 
avayvojCxixov) erinnern". 

Wiederum gingen andere Die Bischöfe {IjiIö'aojioi) 

Bischöfe {sjrlaxojtoi) und er- aber {ös) gingen zum dritten 
innerten ihn, nämlich diese: Male zu ihm, nämlich diese: 

Anesius, Bischof {tjtlöxo- 1) Anesius. Bischof {sjrl- 

jioq) von Thebais am Meere oxojrog) von Theben in Hellas. 

Domnus, Bischof {m) des- 2) Und Domnus, Bischof 

selben Hellas. (fjr.) desselben Hellas. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 87. 88. 89. 83 

Johannes, Bischof (fjr.) von 3)^ Und Johannes, Bischof 

Psenhor ^ das zur Herrschaft (tjr.) von Psenhor, das zu Agyp- 
(fy/efiovla) Peremun gehört. ten gehört. 

Daniel, Bischof (sjt.) von 4) Und Daniel, Bischof (ejr/- 

Darnis, die heiligen Kollegen oxojtog) von Darnis. 
{ovvleLTOVQYoi)^ indem sie ihn 
zum dritten Male erinnerten 
{vjtoavTjözBLv), und es ging mit 
ihnen Anesius, der Anagnost 
{avaYvc6öT7]d) und Sekretär {vo- 
Ta(>«o^*) des Firmus, Bischofs (ijr/- 
öxojtog) von Caesarea in Kappa- 
docien, und in ihren Händen war 
ein Schreiben {jtccQapayvcoOrt- 
xov) folgenden Inhaltes: 

„Siehe "^j zum dritten Male 
ruft Dich die heilige Synode 
{övvoöog), damit Du Dich mit 
ihnen versammelst, weil sie sich 
dem kirchlichen {szxZrjola) Ka- 
non (7cav(6p) unterwirft (vjto- 
raOOsöO^cu) und Geduld {avoyji) 
und Sanftmut Dir gegenüber 
anwendet (eigtl.: darbietet, auf- 
wendet: yßgrjyelv). Geruhe (zaz- 
ac^LOvv) nun, Dich zu stellen 
{djcavräv), (89) und verteidige 
{aJcoXoylCsöd^at) Dich gegen die 
häretischen {alQETixa) Dogmen 
{ßoy^ara)^ die Du, wie man 
gegen Dich aussagt^, in den 
Kirchen {£xx?.7]0uu) verkün- 
digt hast. Wisse nun, wenn 
Du Dich nicht stellen {ccjtav- 



1) Mscr.: Äincnocop; B.: Äiiicen^op. Der Grieche (Maiisi IV 
1134y: Icocivvov ircLöKuTtov HopaiGzQv Tijg AvyovöTafxvLKrjg. — 2) B. 
falsche Zahl: \^ statt o; auch hat er Am vor Johannes und vor 
Daniel ausgelassen, — 3) Mscr.: eic; B.: eie. — 4) Mscr.: cTOT-xca; 
B.: eTOTTcs-oir. 



b = 



84 



Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 



xav) und das nicht in Ordnunj^ 
bringen {öwiördpat) willst, was 
man von Dir aussagt schriftlich 
(J.yyQa(poq) und mündlich [ayQu- 
^og), so wird die heilige Sy- 
node {övi^oöog) gezwungen sein 
{-dvayx'i]), das wider Dich zu 
bestimmen {oglC^eiv), was dem 
Kanon {xavcov) unserer heiligen 
Yäter gefällt." 

(Lücke in der ersten 
Handschrift.) 



Als sie zum dritten Male mit 
dem Schreiben {jiaQavayvo^OTL- 
y.ov) zu ihm gekommen waren 
und sein Benehmen (eigentl. : 
seine Werke) gesehen hatten, 
kehrten sie eilends zurück und 
sprachen zur Synode {ovvoöog)'. 

„Als wir zu Nestorius kamen, 
fanden wir eine große Menge 
Soldaten an der Tür seines 
Hauses. Als wir mit ihnen 
redeten, gaben sie uns über- 
haupt [ÖXwq] keine Antwort 
[ajtoloyid), auch ließen sie uns 
nicht {ovöi) im Schatten, der 
Hitze (xavfia) wegen, die auf 
uns lastete, sondern {d?,Xd) be- 
drängten (90) uns auch, indem 
sie uns verfolgten und uns be- 
zeugten: »Wenn ihr (auch) bis 
früh wartet, werden wir ihm 
doch keine Meldung (eigentl.: 
Antwort djtoxQiOig) hinein- 
bringen, denn iydQ) er hat uns 
deshalb hier gelassen«." ^ 



1) Mscr. : eTeTniijivn(5'to u\iK ^TOOTJ^e nneuqi Ae^ewT nd.noKpHcic 
ud.q e^OTTn nT«KqKive^ii ue^p Mne'iMö. eifiie nei^tofe. B. übersetzt : 
,,dussions-nous rester jusqu'au lendemain, nous n'eiiiporterions aucune 
reponse de Nestorius, qui les avait places lä expres". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 89. «0. 91. 85 

Als die Bischöfe {sjrloxojtoi) 
aufgehört hatten, zu reden, nahm 
der Bischof {ejtlöxojtoq) von 
Jerusalem, Jubenarius, das Wort: 
„Siehe, wir haben das erste Mal 
und das zweite Mal und das 
dritte Mal zu Nestorius gesandt; 
siehe, das ist offenbar, daß er 
kein gutes Gewissen * {öwn- 

ö?]öic) hat - 

[31] 8 "^ an Zahl, die, welche sich in der Stadt (jtoXiQ) 

Nicaea versammelt haben, damit sie die Worte des Glaubens 
(jtlOTig) in jenem heiligen Kanon {xavcjv) ausarbeiten {yvfird- 
C^eiv). Und das, was mit ihm übereinstimmen wird (ovficpoavslv), 
wird man bestätigen {ßsßatovv), was aber {ßt) sein^ Ziel (öxojro?) 
überschreiten wird, wird man entfernen; und man las ihn (den 
Glauben) in folgender Weise vor: 

„Der Glaube {jriöTic), der durch die Synode {ovvoöog), 
welche in Nicaea war, gegeben worden ist: 

(91) »Wir glauben (jtiöxsvsiv) an einen einzigen Gott, 
den Vater, den Allmächtigen {jtaproxQdTcoQ), den Schöpfer 
dessen, was wir sehen, und was wir nicht sehen. Und an einen 
einzigen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, der als Ein- 
geborener {fiovoysvrjg) vom Vater erzeugt ist, d. h. aus dem 

1) B.: „volonte". — 2) Nach Mansi IV, S. 1137 lautet die Rede 
des Juvenal: ,,'IovßEvcckiog inLOTcoTtog '^leQOGokv^icov ükb' Tcov STinkr}- 
GiaGiiHCOv d^8öii(üv aQTiELü&ca TisksvovTcov T'PJ T^m^ nXijöEL sig ciTcokoyiciv 
tovg '/Mkov^ivovg tisqI lov dv eyKukolvvo, ezoifiOL t](iEi> e% tieq^ttov xai 
TiTciQTOi Tüc(QC(vayv(oGzi/i(p Sici ■d'£oq)ikeGrdTcov iniGxojiav ndkiv TiakiGai 
Tov evkaßsGraiov NeGzoQLOv. iTtSiör, öe GvGzj^ua GiocaLcoTcov negiGn^Gag 
TCO IdUo oi'/.rj^dTi^ (og ot 7taQC(yev6(Jievoi ■^EOGeßeGratOL stiIghokol Kaxs- 
-O-fvio, Ol) Gvy'](03gEl TtQOGiivai^ ÖTJkog BGxiv ovz aya'&(p reo gvvelÖotl 
rrjv eig zi]v dyiav Gvvoöov aq)ihv nagaLzoTj^evog. odsv ngaTziGd^co za 
s^rjg naza T7jv tcov Tiavovcov täS^iv^ xal oGa ev cacpEksia xvyjüvovGi TZQog 
T?/v GvGzaGLv Ttjg OQ&ijg '^(xcov xo;t evGEßovg nlGZECog. avayLyvcüGyJG&co 
6e iv TcgcüTOig ?/ EKZEO'EiGa nlGzig naQcc xwv GvvEkd-ovzcüv iv rij 
NiKaicov ayicozaTcov nuzEQWv 'Kai etilGkokcov tcov rgiaKOGLCov ÖEKCiOTCTCo' 
ojGze rcivzrj zy EKd-iöEi TzciQccßcikko^Evcov T(ov tieqI xijg TZLGzEwg koycoVj xovg 
(lEv Gv(.icp(ovovvzac ßEßaico&'^vca, xovg Öe ÖLaq)ovovvzc(g ixßkrjd-rjvai''''. — Mit 
dem obigen Bruchstück endet die zweite Handschrift. — 3) Hier setzt die 
ersteHandschrift wieder ein. — 4) Mscr.: MneccKonoc; B.: ÄinecKonoc. 



86 Kraatz, Koptische Akten %. ephes. Konzil. 

Wesen (ovöia) des Vaters, Gott von Gott, Licht von Licht, 
wahrer Gott von w^ahrem Gott, der erzeugt und nicht geschaffen 
worden ist, sondern («>lP.a) aus demselben Wesen (ovola), wie 
der Vater, der, durch den alles, sei es (slts) was im Himmel, 
sei es (slts) was auf Erden ist, geschaffen worden ist. Dieser hat 
um unsert-, der Menschen willen Fleisch (oaQs) angenommen, 
ist Mensch geworden, gestorben und am dritten Tage auf- 
erstanden, hinaufgegangen zum Himmel und hat sich zur Rechten 
des Vaters gesetzt, indem er wiederum kommen wird, zu richten 
{xQiveLv) die Lebendigen und die Toten. Und wir glauben 
(jtiöTSvstv) an den heiligen Geist (jrvsvfio), den Fürsprecher 
{jüaQaxXrjTov). Die nun sagen: >es war eine Zeit, da er nicht 
war< und: >bevor er erzeugt wurde, war er nicht< ^ und: >er ist 
aus dem, was nicht ist, geworden<^ oder (/y) >aus einer anderen 
Hypostase [vjioöraöLqy oder (jj) >einem anderen Wesen {ovola)- 
oder (ri): >der Sohn Gottes verwandelt sich oder {tj) verändert 
sich<, diese verdammt (avad^sfiariCstr) die katholische (xad^ouyjj) 
Kirche {sxxkrjöla).«^^ 

Abschrift {avxiyQacpov) des Briefes {ßjttöToXrj)^ der durch 
den gottergebenen (92) Bischof (sjiloxojrog) von Alexandrien, 
Cyrill, an den Bischof (sjclöxojtog) Nestorius im Monat Emschir 
im 13. Jahre des Cyklus {xvx?.og) geschrieben wurde: 

„Einige verleumden {xarala?,£iv) KaTa(pXvaQovöL^ (liv, 

meinen Ruf {vji6h]tpig) bei Deiner wg fiavO^avco, riveg rrjg 

Gottergebenheit ^, wie (xara) ich er- afiTJg vjtolrjXpEwg aju t^c 

fahren habe, und zwar tun sie es viel- örjg&eoOsßslag' xal tovto 

fach in der Zeit (xaiQog), da sich die övyvcog rag rcov ev xilti 

Großen der Stadt {jiolig) bei Dir zu ovvoöovg xaigocpv^Mxovv- 

versammeln im Begriff sind, indem sie rsg fidXiöra xal raya jcov 

denken. Deine Ohren damit zu erfreuen xai xigiiBiv oion^voc ttjv 

(raQjtstv), und indem sie unverstän- ar/v axovrjv. xal aßovlr)- 

diges Gerede erzählen ; ihnen haben wir rovg Jti^JtovöL (poDvag, 

zwar {(lav) keinerlei Gewalt angetan; ijöixrjfievot fiev ovötp, 



1) B. übersetzt: „Si on ne Tavait pas engendre, 11 ne serait 
pas". — 2) B.: „II n'a pu etre de qui n'etait pas". — 3) B.: „J'ai 
appris que certaines gens interpretent mal les sentiments que 
j'eprouve pour ta Biete". — 4) Mansi IV, p. 888 ff. Den griech. 
Text der Briefe bringe ich auch hier zum Vergleich mit dem kopt. 



I. Übersetzung. Bouriaut S. 91. 92. 93. §7 

sie haben sich aber (öt) als Verurteilte iXeyyßtvTtq 61 xal tovto 

erwiesen, da man sie in Menschen- )[()rjolfiwg' 6 fitv, ort rv- 

freundlichkeit überführte {eXeyxecv); (pXovg7]ÖLxei y.al Jtevrjxag' 

der eine zwar {fi£v) von ihnen sagt ' : o 6t, coq (irjrQl ^Upog 

> Er hat BHnden und Armen Gewalt an- Istavarolvag' ö de ß-ega- 

getan«; ein anderer aber (di): »er hat jralvf] ovyxexofplcbg XQ^' 

seine Hand gegen seine eigene - Mutter olov aXXoTQLOV, -Aal tol- 

mit einem Schwerte erhoben«; wieder avTt]v l(iir]Y,mg ai\ xr^v 

ein anderer aber (6b)'. »er hat fremdes vji6hii\iv, 7]v ovx av ei- 

{aXXoTQLOv) Gold heimlich mit einer B^airo rig ov^ußijval noi 

Dienerin entwendet«. Solch ein Mann xal rmv )dav eyßQojv. 

lebt in einem derartigenRufe(i;jro-^?yi//7g) jiX7]v ov JtoXvg rcov roc- 

allezeit, wie ihn niemand auch (tcccp) sei- ovro^v o Xoyog e^oi, 'Iva 

nen Feinden wünschen würde. Jedoch iii^xt V7t\{} xov 68öji6t?]p 

(jT^.///^) ich kümmere mich nicht um diese xcu 6L6aoxaXov, iirjTS fz/jv 

derartigen Worte, damit ich nicht das vjühQ xovg Jiaxegag xo 

Maß im Vergleich zu {jtagd) meinem xrjg evovörjg [lot ßgaxvx//- 

Herrn und Meister und meinen Vätern xog a^xelvoific (itxQOV ov 

überschreite.^ Denn (/«()) niemand wird yag £v6tyexai xag xmv 

wünschen, in einem verkehrten Leben (pavXojv 6ia6Qavai oxato- 

{ßlog) sich zu befinden, sondern {d?.Xa) x?jxag, cog dv tXotxo xcg 

jene zwar (fitp) haben ihren Mund voll 6caßiovv. dXX^ exslvot 

von Fluch und Bitterkeit und werden i^ihv agdg xal jnxQiag 

dem Richter (;i()£T7}c) aller Rechenschaft i.tEöxov eyßvxeg xo öxo^a 

geben {djcoX.oyl^soB'ai).^ Ich aber {6t) xw Jidvxmv ajioXoyrioov- 

will jetzt, wie {xaxd) es sich für mich xcu xgcxf/. xsxgaipOfiaL 

ziemt [jtQtJttip)^ zurückkehren und (93) 6h jidXiv lym jigog xo 

Dich jetzt wieder an dasWort der Lehre, oxl fidXtOxa Jtgtjtov tfiax:- 

wie icog) einen Bruder in Christus, er- xq) , xal vjio^vrjöoj xal 

innern, und an den Glaubensgedanken vvv mg a6tX(pov tv xv- 

{jtlöxcg-) in aller Sicherheit, damit Du glco xrjg 6i6aoxaXuag xov 

ihn vor den Laien (/Ißo/) niederlegstund Xoyov xal xo tjcl xfi jii- 

daran gedenkst, daß, wer einen dieser oxel (pgovrj^a fisxd Jtd- 

Kleinen, die an Christus glauben {jil- ö/]g doipaXtlag Jtottlod^ac 

oxtvtip), ärgern wird {(jxav6aXLC,tLv), Jtgbg xovg Xaovg. tvvotlv 

1) B.: ..s'en va disant". — 2) Mscr.: ävmiu MAvoq: B.: (^uovn) 

MMOq. — 3) •2ieKei.c riueip g^oiso eniyi iie^pö. nd.'2ioeic ; B.: 

,.(discours) qui depassent la mesure auprcs de Dieu". — 4) eriie.? 
e<no'Aöui7e; B.: ..accuseraient". 



88 Kriiat/, Koptischo Akten z. ophes. Konzil. 

sicheren Zorn {ayavaxTrjöig) (zu er- n, ort ro ayMVÖakloat 

warten) hat; um vieles mehr aber (öi), xal iwvov iva rmt^ fu- 

wenn viele sich ärgern {öyMVÖiOACi-- xqctjv t(7jv jnonvovzojv 

ö//«^) und betrübt werden (/i;jr6r(Jt/«0-^ ^^'^ Xqlotov , arpoorjrov 

In welcher Weise sollten wir nicht tx^t rr/v ayavay.T?/(jiP' il 

alles anwenden, daß wir ein Ärgernis öh dr/ jt^.r/Dvg urj zoöavTr/ 

{öxavöalov) in Sanftmut und Klug- t(7)v lü.vjirifxtvojv , Ji(7iq. 

heit^ beseitigen und das Wort des ovy^ auaoriq ivriyviac 

rechten Glaubens {jrlörig) verbreiten tp XQ^i^ci yM{)bOTi^xafi6V . 

unter denen, die nach der Wahrheit ji;()6g n ro öilv lyi(fjQ()- 

suchen? Dies aber {6k) wird uns in vo:^^ jitQitXuv ra oxav- 

rechter Weise zu teil werden, wenn öaXa, yMl rov vyta rrjc 

wir den Worten unserer heiligen Jiiöxeojg yarevQvvat /o- 

Väter folgen; wir werden aber {öt) yov rolg C,r]TovOL ro d^.r/- 

vieles prüfen idoxtfiaC^siv) und prüfen d^eg; töxa.t de rovro, xal 

(do/C^,MaCf^i^) uns selber, ob wir im Glau- fja?M oQdcög^ et rolg rmv 

ben (jt/öt^c) sind, wie (;^<-;t«) er geschrie- aylcov JiaxiQow jtsQtrvy- 

ben steht, indem wir unser Herz an- xavovreg loyoig, jr£()6 

stacheln, dem rechten Ruhm jener ^ zu jiolXov re avzovg Jionl- 

folgen. Es sprach nun jetzt die große, o&at OJiovöaCo^uev, xal 

heilige Synode (övvoöog): »Der ein- doxifiaC^ovreg tavzovg, el 

geborene {piovoysvrig) Sohn Gottes soiuhv av zjj jtlöTSi, xaza 

des Vaters der Natur {cpvöLg) nach ro yEyQaitjievov, zalg txei- 

{xaza)\ wahrer Gott von wahrem vcov OQ^alg xal avsjti- 

Gott; Licht vom Licht; der, durch Xrjjtzoig öo^aig zag tv 

den der Vater alle Dinge geschaffen rjiilv Ivvoiag ev fia/.a 

hat; er kam herab, nahm Fleisch övfiJiXdzzo^usv. 

(öa()g) an, indem er Mensch wurde, ^'E(pri zoivvv tj ayiaxal 

starb, stand auf am 3. Tage und ging fisydZrj övvoöog avzov 

hinauf zum Himmel«. Und es ge- rov Ix Oeov jrazQog xa- 

ziemt sich auch für uns, diesen Wor- za (pvöiv yevrjdkvza vlov 

ten und diesen Dogmen {öoy[iaza) zu novoyevrj, zov Ix &sov 

folgen, zu bedenken, was das heißt: dXrjdiVov Gsov ah]d^LVOiK 

»Das Wort ist aus Gott und ward zo (pmg z6 Ix zov (pco- 

Fleisch {cdg^ und ward Mensch«, zog, zov, öt ov zd jcavza 

1) n^öTTO '2ve eptyd.u ^ev^ cKd.r\Tö.Ai7e nce'A-ynei: B.: „combien 
plus pleurera-t-on si le scandale atteint un grand nombre de per- 
sonnes". — 2) MnTpÄvn^HT; B.: .,mansuetude". — 3) nneTÄiAi^KT 
fehlt bei B. in der Übersetzung. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 93. 94. 89 

Denn {xcl yccg) wir sagen nicht: »die jtsJtoirjxev o :T«r?/(), xax- 

Natur {(pvöLQ) des loyoj, wandelte sich eX&Elv, CaQxmd^rivaL rs 

(94) und ward Fleisch ((J«()g)« und: xcd IvavdQcojtTjüai, Jta- 

»er wandelte sich, indem er ganz düv, avaOrJivai rij tqitj] 

Mensch ist aus Seele {ip^X'/'j) ^^<1 lioih t)^tQa, xal dveX&elv elg 

{(j(5fia)i] sondern {chDm) wir sagen: ovgavovq' rovroig öe xal 

»er hat Fleisch ((>«(>£) angenommen, yfiäg tjceöDai öu xmI roig 

das seine Seele {^vxf'j) hatte, indem loyotg xal rolg 66yy,aOtv, 

das Wort eins wurde mit der ver- tvvoovvrag ri ro OaQxo)- 

nünftigen (^loyLX))) Seele {ipvxy) und {h?jvac xcd tpavd^Qcojr?]öat 

mit dem Leibe {ööjfta), gemäß {xarcc} örjlol rov ix &£ov Xoyov. 

einer unaussprechlichen und unaus- ov yag (pafisv, oxi y rov 

denkbaren {-votlv) Hypostase {vjco- Xoyov cpvöig fisrajioi?]- 

öraöig). Er ward Mensch und wurde delöa yeyovs Occq^' äXX' 

genannt: »Menschensohn«, nicht nur ovöh ort elg olov ard^Qco- 

nach {xara) einem Wunsche nur oder jtov fiezsßZrjd'r] , rov Ix 

(//') einem Gedanken und nicht, weil ^pvyjjg xal Ocofiarog' exel- 

er nur eine äußerliche {jiQoöd^tixrj == vo 6e fiäXZov, ort oaQxa 

Beiwerk) Gestalt {fioQ(p/j) angenommen ifiipvxojfiivrjv tpvxfj Xo- 

hatte. Und es sind zwar (fisv) verschie- ytxf] Ivmöag o Xoyog 

dene Naturen ((jpT;(>e^c), sie gelangen aber tavvip xaO^ vJtoöraOcv, 

(c^t) zu einer wahren Einheit; einer aber dfpQccOTwg rs xal ajtsQt- 

(öe) aus den beiden ist Christus und vorjroyg ytyorsp avS^Qm- 

der Sohn, indem die Gottheit und die jtog, xal xtXQ^fiaTixev 

Menschheit nicht den Unterschied vlog dvd^gmjcov, ov xaxa 

{öiacpoQo) der Naturen {(pvöetg) wegen dtXrjotv iiovrjv tj evöo- 

derEinheitaufheben, vielmehr aber (de) xlav, dXX ovöh ojg ev 

für uns den einen Herrn Christus jiQoöXrjivec jtQoöcDJtov [lo- 

und den Sohn vollenden durch die vov xcl 6t l öidcpoQOt 

unaussprechliche Verbindung der Ein- alv al JtQog Ivorrjra 

heit.^ Dies ist die Weise, in der man ttjv aXrjd^Lvi]v ovvayßü- 

1) Die schwierige Stelle lautet im Mscr.: ö^to) -xe ovn ^Äi 
c^TTCic Ain evujofee ernrnr -^e e^ovn erMmoTrew mmc" otä. -i^e efeoA 
^Äi necn*.T ne ne^c e^TW niyHpe eirqi e^n ÄiMev-ar iiT'^id.c^op*^ 
nuec^Tcic ct^ic tavHtovä.* ct-scdk "^c ucvu eiio'A ÄvnoTcs. ngoiro nstoYc 
ne^c ev-ico nujHpe ncS'i taiHtuottc cvtco TMiiTpcoAie g^iTÄi ntyconq 
n«wTuj<i.'2ie epoq htc TAinroTTiK. B. übersetzt das Ganze: „Et bien 
qu'il y alt des natures diverses, (»lies sont m la verite fondues en 
une seule, une seule forinee du Christ et du Fils par la divinite et 
riuimanite, au moyen d'uu assemblage inexplicable". 



90 Kraatz, Koptische Akten z. ephe.s. Konzil. 

von ihm redet: obwohl (yMiTOL) er oai (fjvom;, tig (Üt t^ 

vor den Äonen (alcövsg) war und er u/xfpoviQcov Xotöroc; xcu 

vom Vater erzeugt war, wurde er viog' ovy^ ojg rr/c t(7jv 

wiederum nach {Tcara) dem Fleisch ff,vöE(ov diafpoQug «i^^(>?y- 

{occQ^) von einem Weibe geboren, iitvrjg öia rr/p tvmOLV, 

Und seine Gottheit hat keinen Anfang aJiOTS'ji.toaöcöv öl iia'/.lov 

{aQX^i) durch die Jungfrau {jiaQi) tvog) rifilv rov tva v.vqlov 'irf- 

genommen; nicht hat sie eine andere oovv Xqlotov y.al vlov, 

Geburt nötig {xi^ela) nach der aus Otorr/rog t£ y.al avbQoj- 

dem Vater; denn ijac)) das ist eitel jiorrjTog, öta zrjg arfQcc- 

und sinnlos: von dem, der vor den OTOVxal djtOQ()rjzov jiQog 

Äonen (cdcoveg) und der allezeit mit svoT/iTaövpdQOfiyjg' octo:j 

dem Vater war, zu sagen: »er hatte re /Jysrai, /calzot jiqo 

einen anderen Anfang iaQxt'i) nötig aiojvojvlxoovxrivvjtaQc^Lv 

(XQ^t-cc)^ um abermals erzeugt zu yMl y8Pr]0-8lg tz jtarQog, 

werden«. Da {ejtaiörj) er nun unsert- y8vrjd7]vcu yalyaraOanxc: 

wegen und um unsers Heils willen 8%, yvvatxog, ovx wc xrjg 

eins mit der Menschheit ward nach dalag avxov (pvö80jg aQ- 

{xarci) seiner Hypostase {vjioöTaöiQ)^ yj]v rov elvat Xaßovorig 

indem er (95) aus einem Weibe kam, 8v rij äyla jiaQd^avco. ovrs 

so ist dies die Art, in der wir sagen: firjv de7]d-8iOrjg avayy.aUog 

»er ward nach {yara) dem Fleische öl lavt/jv Ö8VT8Qag yav- 

(öaQ^) gezeugt«. Denn {y,al yccg) er vi^osojg fisra rrjv ax Jta- 

ist nicht zuerst als Mensch in der Weise rQog' Ion yag dyaloi- 

aller (Menschen) von der heiligen re otiiov xal auaOhg xbv 

Jungfrau (jr(:^()öfcVo^) geboren worden^, vjcaQyiovxa jzQO jcavxog 

und danach ist der loyog auf ihn cdSvog, xal öwdiötov xco 

herabgekommen, sondern («22«) er war jtaxQi, öalöd^at layatv aQ- 

vollkommen eins von Mutterleib an ; er xrjg xr]g aig x6 alvat Ö8V- 

erduldete {vjto^uavaiv) die Geburt nach xagag. hjiatörj ös Sc rjfiäg 

(yaxa) dem Fleisch (ö«()g), indem er yal Öia xr/v TjiiexaQav oco- 

die Geburt seines eigenen Fleisches xrjglav, svcoöag lavxm 

{OclqQ annahm. Dies ist die Weise, yad^ vjioöxaotv xo av- 

in der wir von ihm sagen: »er starb d^QcoJCLVOv . jigorildav ix 

und er stand auf«. Nicht hat der yvvatxog^ xavxj] xoi Xiya- 

Xoyog Gottes nach (z«r«) seiner xai y8v?]drjvca öaQxtxcog. 



1) B. übersetzt: „Ce n'est pas, eii effet, un homme comme les 
autres qui est ne de la Yierge Sainte'". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 94. 95. 96. 91 

Natur (^Jb'ö^u) gelitten oder (//^ hat Strie- ov yaQ JtQcörov ccpOqco- 

men {jiXr]yai) und Xägelschläge oder jtog tyspr/^?] xoivog £Z 

{?'/) andere Übel erduldet {vjiof^itvi^iv); xTJg dylag jtagO^tPov, tld 

denn {yaQ) leidenslos ist seine Gott- ovt(d xar ajiü(poiT7]x8v sjr 

heit, weil sie körperlos (-(>d3,Ma) ist. Da ccvtuv o Xoyog' dX/i t§ 

(ajttiÖTJ) nun der Leib (ocöfia), in dem avrrjg firjzQag tvcod^slg, 

er gewesen, es ist, der gelitten hat \ vjtofielvac Xeysrat ysv//- 

so sagt man von ihm wiederum, daß ocv öaQxixi^v, mg rrjg 

er dies für uns auf sich nahm; denn löiag aagxbg t?jv ytvrjöLV 

{yaQ) der Leidenslose war im Leibe olxELOVfisi'og' ovrcD q)afi£P 

{OcQfta), der zu leiden pflegt. In {xazct) avrov xal jiaO^elv xal 

dieser selben Art aber {öt) ist auch avaozTJvaf ovx o^g rov 

von seinem Tode zu denken {voelv). Gsov Xoyov jra&ovzog 

Denn {yaQ) der Xoyog Gottes ist seiner ^Ig löiav (pvötv 7] jtXr/yag 

Natur {cpvOig) nach {xara) unsterblich // ÖLarQrjösig ijXcov /y yovv 

und unvernichtbar. und er ist das xa szizQa twv TQav{id- 

Leben, das alles lebendig macht. Da rcov ajtadtg yaQ xo 

{e:x£iörj) nun sein eigener Leib {öcofia) ^elov. oxt xal aöcof^axov. 

durch die Gnade (xf^Qig) Gottes, in Ijteiörj 61 xo yeyovog av- 

der Weise, wie {xaxd) Paulus sagt, xov löiov ocofia Jiijtovda 

den Tod für alle gekostet hat, so sagt xavxa, jiaXiv avxog Xtys- 

man wiederum von ihm, daß er den xai Jtad^slv vjieq ?jficov. 

Tod für uns erlitten hat.^ Nicht hat ?jp yaQ o aJtadrjg Iv xcö 

er den Tod gekostet — denn {yaQ) Jidoxovxt ömfiaxi. xaxa 

eine Torheit ist es, dies von ihm zu xov löov öe xqojiov xal 

sagen oder (?}') zu denken^ — , son- Ljtl xov xed^vdvai voov- 

dern («P.^a), wie (;f<^T«) ich jetzt gesagt fisv. aü^avaxog yccQ xaxd 

habe: sein Fleisch {oaQ^) hat den Tod (fvoiv xal drp^aQxog xal 

gekostet. Dies wiederum ist die Cor/] xal C^coojiotog Iötlv 

Weise, in der das Fleisch (öß(>^) a-^^- ^ t^ov Gtov Xoyog. Ijcsl- 

erstand, (96) indem man sagt: er ist d/y 08 üidXiv xo löiov av- 

(oder: sein ist) die Auferstehung xov öwfia yaQixi Osov, 

(«j^fiörciö^c)^: nicht ist er ins Verderben xaD' d (prjöiv o Uav/.og, 

gefallen — das sei ferne — , sondern vjrsQ Jtavxog syevöaxo 

{dXXd) sein Leib {örn^ia) wiederum ist ihavatov, Xiyaxai jiadüv 

es, der auferstanden ist. Dies ist die avxog xov vjt\Q inimv 

1) Mscr. : niÄTe«.qiy€noicG: B.: ne ^T^.qlye^olcc. — 2) Mscr. : 

nTe>.qiyenn^ice; B.i itfevqiyeiigice, — 3) B.: n*.! iieAieeve: Mscr.: nÄ.i 
H cAveeTc. — 4) B. ungenau: ..qu'il est ressuscite". 



92 



Kraatz, Koptische Akten z, ophes. Konzil, 



Weise, in der wir einen Cliristas, den 
Herrn, bekennen {oiwloyi^lv), nicht 
in der Weise, wie (o^g) wenn wir den 
Menschen anbeten {ji()0(jxvvhv)^ und 
auch den loyoq^ damit nicht eine 
scheinbare {cpavTccöla) Trennung all- 
zumal eintrete, wenn man von ihnen 
miteinander redet; sondern {allo) wir 
beten einen einzigen an {jtQoöxvvslv), 
weil der Leib {ömfia) dem Zoyog nicht 
fremd ist, da er ein und derselbe mit 
ihm ist, sitzend beim Vater ^; zwei 
Söhne sitzen nicht beieinander, son- 
dern (a22a) es ist einer gemäß (pcaTo) 
der Einheit des Fleisches (ö«(>£), das 
er angenommen hat. Wenn wir nun 
die Einheit der Hypostase {vjioöxaöig) 
ablehnen {jtaQairslö^at), daß sie nicht 
möglich sei und keine Sicherheit habe, 
so werden wir in die Verkündigung 
zweier Söhne geraten. Denn (/«()) es 
wird nötig sein {dvayz^]), daß wir eine 
Trennung machen und von dem Men- 
schen zwar (fzev) allein sagen, daß er 
den Namen der ehrenvollen Sohnschaft 
habe, und wiederum aber {6s) den 
Xoyog Gottes allein ^ trennen, der den 
Namen und die Sache der Sohnschaft 
seiner Natur {(pvöio) nach {xaxa) hat. 
Es ist nun unmöglich, den einen 
einzigen Christus Jesus, den Herrn, 
in zwei Söhne zu trennen. In {Tcaxa) 
keiner Weise wird es aber {ßs) dem 
Worte des rechten Glaubens {jrtotig) 
dienlich sein, auch wenn (xav) einige die 
Einheit nur in den Personen (jtQoOcojra) 



üavaroV ov'i ojg dg jrü- 
Qav tXdojv T0(3 d^avarov, 
TO yii r^xov dg TrjV av- 
Tov (pvati>' ajtojr/.Tj^ia 
yaf) TovTo Xh'fhLv f/ (poo- 
VHV alX ort xaOdjrtQ 
LcpjTjv aQTCo:>g, // ad()^ av- 
rov tysvoazo davdrov' 
ovrco xal tyr/ysQiitvrjg av- 
xov T7]g oaQ'/cog, JidXiv ?/ 
avaöraöig avrov Xtytrai' 
ov'i mg JieöovTog dg rpd^o- 
Qav [tri yivoiTO' d'U^ 
OTi TO avTov jialLV lyri- 
ysQTat öSfia. ovroy Xql- 
öTov tva xal xvqiov ollo- 
Xoyrjaoftsv, ovx ojg dv- 

dQCOJtOV OVflJüQOOXVVOVV- 

TSg reo Xoyrp^ 'Iva urj 
TOfirjg (pavraöla jtaQeLO- 
xQLvrjTCu öid Tov /Jyetu 
TO övv all o^g tva xal 

TOV aVTOV JIQOÖXVVOVV- 
r£C, OTC fl/] aAloTQtov 
TOV idyov TO öa>iia av- 
rov, fjsd' ov xal avrcp 
OvveÖQBVBi reo jtarQt. ov/^ 
cog ovo jrdXiv övvsÖQSvov- 
TCQv vlcQV, du mg tvog 
xa&^ tvmötv fisrd rrjg 
iö'iag öaQxog' sdv öh rrjv 
xad-' vjiooraOLV evoyöiv, 
7] o^g avtfpLxrov , ?/ ojg 
dxaXXri jtaQatrov^ieda^ 

£flJtlJtTOfi€V SIC TO Ovo 

Xsysiv vlovg' dvdyxt] yaQ 



1) B. läßt in der Übersetzung das hotä. hotcot fort. — 2) Mscr.: 



I. Übersetzung. Bouriant S. 90. 97. 93 

verkünden. Denn auch {xal 7«(>) jräoa ötoQiOcu, xal eljielv 

die Schrift (j()a(p7j) sagte nicht, daß rov fihv avdgojjtov iöt- 

der Äoyog nur die Einheit der Person xojg t(] tov vlov x/.'^oei 

{jtQoöcojcov) eines Menschen ange- rerifirjfitvov' löixcög öl 

nommen habe, sondern («//«) daß er jiaXiv top ix Oaov Xoyov 

Fleisch (oaQ^) geworden ist. Dies vl6rr]T0Q ovofza t£ xal 

aber {öe), daß der Xoyog Fleisch XVW^ t^ovra (pvOixSg' 

(ö«(>^) ward, (97) ist nichts anderes, ov ötaiQsrtov zoiyccQovv 

wenn nicht (el firjri) daß er in unserer slg vlovg ^vo rov tva 

Weise an Blut und Fleisch (ö«()g) teil- xvqlov ^It]Oovv Xqlötov. 

genommen {fiartx^iv) hat und unsern co^ptXipe xar ovötva tqo- 

Leib {öw/ia) angenommen hat und aus jtov, rov oQdov xrjg jti- 

einem Weibe herausgekommen ist, in- ozecog loyov dg xo ovrcog 

dem er Mensch wurde. Nicht hat er exetv, xav d jiqoocojcow 

seine Gottheit weggeworfen, denn tvGXjtv eJtig)t]f/LCcool xi- 

(/«()) er ist von Gott dem Vater er- veg' ov yccQ dQTjxev 7) 

zeugt worden; sondern («P./«) indem er yQacprj^ oxi o Xöyog av- 

Fleisch ((>«(>§) annahm, blieb er doch d^Qcojiov jiqoöcdtiov ijvco- 

in der Art, in der er war.^ Dies ist otv kavxqt, all oxl yi- 

es, was das Wort des rechten Glaubens yova CaQ^' xo öe OaQxa 

{jtiöxig) an allen Orten predigt (jr()£(7- yevsöd^ai xov Xoyov, ov- 

ßavuv). Dies ist die Weise unserer öev txeQov Iöxlv^ si fi?] oxi 

heiligen Väter, die so glauben {jti- jtaQajtXrjOicog 7)(ilv fitt- 

oxiveiv). Dies ist die Weise, wie man toy^ev ai[uaxog xal oaQ- 

kühn {&a{ßQuv) die heilige Jungfrau ;io^. llöiov 6s ömf/a xo 

(jraQd-evog) Theotokos nannte, d. h. rjpimv tJtoti^oaxo, xal jiqo- 

»die Gott geboren hat«. Nicht hat rjXdep avQ^QCOJiog Ix yv- 

die göttliche Natur {(pvotg) des XMyog vaixog^ ovx djtoßsßXrjxcog 

einen Anfang {doyjj) durch die heilige xo elvai ßsog, xal xo ex 

Jungfrau {jiaoOtvog) genommen, son- (-Jeov yey8V7]o0^at jcaxQog, 

dem {dXXd) der heilige Leib {ocüfia) dXXa xal tv JiQOöX7jip8c 

ist von ihr geboren worden, in dem oagxbg neuivrjxcog, ojtsQ 

Gott wohnte, und der Leib {ömfia) rjV xovxo JtQeößevec jiav- 

wird vollendet in der \pvy;}i XoyiX7'i, xa^ov XTJg dxQißovg Jti- 

der, mit dem der Xoyog eins war nach oxemg o Xoyog' ovxcog 

{yA'.TiC) der Hypostase (iWoöraö^c). In svqtiöo^ev xovg dylovg 



1) B.: „niais qu'il a ete engendre par Dieu le Prre tout eu 
rostant dans son incaniution ce qu'il (Halt auparavanf. 



94 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

dieser Weise sagt man von ihm: »er jiijfQovrjyjjra,: jraTt()(cg. 
ward geboren nach (x«T«) dem Fleisch ovTm Ti:{)a{)(jriyMOi Uto- 
(ö«(>g)«. Dies schreibe ich auch jetzt nr/Mv iiiitlv rr/v cr/ic.v 
aus der Liebe {ayajtrj), die in Christus jiaQdtvoV ov/^ f/)c; zrjg 
ist, indem ich wie {mg) einen Bruder rov Xoyov (pvotcog ?'/ rot 
(Dich) ermahne {jiaQaxalüv) und vor trig d-eorrjTog avxov t//v 
Gott und den auserwählten Engeln aQyJ/v rov dvai ?Mßovor/g 
{ayyeXoi) es bezeuge, auf daß Du dies tz rrjg ayiag JtaoOivov, 
mit uns denkst und danach lehrst, d^.X" ojg yevrjOtvzog tg 
damit der Friede (sIq^vtj) der Kirche avxrjg rov aylov Ocoua- 
{exxlrjöia) bewahrt bleibe und das rog, rfwxcod^evrog re /.o- 
feste Band der Liebe ^ {dyajtr]) und yixmg' m xal y.ad^ Vji*)- 
der Eintracht unter den Priestern öxaoiv tvcod^elg o )Jjyog 
Gottes verbleibe." ysysvfjoO-at liytzai vm- 

xa öaQxa. ravxa xal vvv 
ojg a§ ayaxrjg rrjg Iv 
Xqiöxco yQatpco, jtaQa- 
xaXcöv cog d6al(p6v^ xal 
ötafiaQxvQOfisvog hw^Ttiov 
xov Oeov xal xojv £X/.ex- 
x(bv dyyiXmv avxov, xav- 
xa pLsiy' Tj^iatv xal cpQO- 
velv xal ÖLÖaOxeiv, 'iva 
acoO]xaL xcöv exxlriöLUJV 
7) elQrjVT]^ xal xTJg ofio- 
voiag xal ayajirjg o ovv- 
öeOfiog ccQQayrjg öiafitpot 
xolg hgevoc xov Seov' 
jiQoöeiJts X7]v JtaQa 001 
d6£X(p6xrjxa' oh rj ovv 
rjiiLV SV xvglq) jtQooa- 
yoQSvöst''. 

Cyrill, der Bischof {tJilöxoJiog) von Alexandrien, nahm das 
Wort und sprach: „Diese große, (98) heilige Synode (övvoöog) 
hat gehört, was ich an den Bischof (ejtlcxoJtog) Nestorius 
geschrieben habe, indem ich ihn über den rechten Glauben 



1) B.: „et affermi Tamour de la Charite". Aieppe ist aber 



I. Übersetzung. Houriant S. 97. 9S. 90. 95 

{.TtiOTtg) belehrte. Ich behaupte aber iöi), daß man mich nicht 
dabei wird treffen können, daß ich das Glaubensdogma {öoyffa: 
jrtozig), das einst von der großen heiligen Synode övi^oöog), die 
sich in der Stadt jcoXig Nicaea versammelt hatte, gegeben 
worden ist, überschreite {jtaoaßaivtiv^, und ich bitte {jtaQa- 
xaXelv) Eure Heiligkeit, daß ihr Zeugnis ablegt über das, was 
ich geschrieben habe, ob es übereinstimmt {öv^Kpcovelv) mit dem 
Glauben {jciörig) der heiligen Synode {ovvoöog) von ehemals, 
oder nicht.'" 

1) Juvenal, Bischof ejriöxojcoo^ von Jerusalem, nahm das 
Wort und sprach: ..Als man den heiligen Glauben (jr/ör/c), 
der in der Stadt [jto'/ug^ Xicaea gegeben worden ist, und den 
Brief {sjtiöToXrj) des heiligen, gottergebenen Bischofes {tjtlö'/co- 
jzoq) Cyrill und das, was durch jene heilige Synode {övvo^og) 
bestimmt worden ist, vorgelesen hatte, fanden wir es überein- 
stimmend {ovfj^corelv^ ^ mit diesen heiligen Dogmen {doy^iaTo). 
Ich glaube (jisld^eödai) ^so^i und stimme dem bei [OvvevöoxElvY .- 

2) Firmus, Bischof ßjrloxojtog von Kappadocien^, nahm 
das Wort und sprach: ..Das. was summarisch [eigtl.: »in Kürze«] 
und nach [xara) den Hauptpunkten (xecpdZaia) von der heiligen 
Synode (ovvoöog) zu Nicaea gesagt w^orden ist, und das, was 
Deine Gottergebenheit uns ordnungsgemäß {axolovd^ia; xara) 
verkündet hat, hat die Sicherstellung des Glaubens {jrlöTig), den 
sie bestimmt hat, in Wahrheit offenbart, indem kein Irrtum in 
ihnen ist; sondern (a?.Xc:) sie stimmen alle miteinander überein 
(ovfirpojvslv) , und der Glaube jtlözcg wird in ihnen befestigt 
(bestätigt). Diese nun haben in sich die genaue {axQißeca) Be- 
stätigung, (99) und keine Vergewaltigung^ noch (ovöe) Neuerung 
ist in ihnen. Auch ich stimme 6v(.i(pcovelv) mit diesem selben 
Glauben (jtlOTLc;, den ich von meinen heiligen Vätern, den 
Bischöfen {tJtioxojtoL). übernommen habe, überein".'' 

3) Memcon, Bischof tjiloxojroc der Metropole jirjTQOJtohc) 
Ephesus. nahm das Wort und sprach: ..Der Glaube jitOTtg), der 
durch unsere heiligen 318 Väter, die, welche sich in der Stadt 
(jcohc) Nicaea versammelt hatten, gegeben worden ist, und der 

1) Mscr.: tTCTAvr^ojiiei; B.: eTC-y.uc^o.uei. — 2) Mscr. liier und 
stets: '^•CTn'2kOK. — 3' Der Grieche hat: 0i()uog iTtLöxorcog KaiaagEiag 
KctTCKdöoy.ittc. — 4 'xin-^onc: B.: ..erreui"'". — 5) Mscr.: iit«.V'2sitc: 
B.: ..(jui a (''tr ar-copttV' pnr iio- Saint- Prros los Kv(Vjno>''. 



96 Kraatz, Koptiache Akten z, ephes. Konzil. 

Brief {IjcunoXri) des heiligen und gottliebenden Vaters Cyrill, 
des Bischofes {tjilöxojiog)^ der verlesen worden ist, wir fanden 
sie miteinander übereinstimmend {ovfKfjmvHv). Deshalb stimmen 
wir mit ihnen überein {övfupcovtlp) und stimmen ihnen bei 
(övj^svöoxsiv), da wir nicht fanden, daß sie irgend einer Haupt- 
sache {x£(palaLOv) ermangeln, oder {r]) sich im Gedanken von 
einander entfernen". 

4) Theodotus, Bischof {sjrioxojtog) von Ancyra in Galatien, 
nahm das Wort und sprach: „Der Glaube {jcloric), der durch 
unsere heiligen 318 Väter, die sich in der Stadt {jioXic) Nicaea 
versammelt hatten, gegeben ist, ist ein Wunder und voll von 
jeder Frömmigkeit {-evoeßrjg), und sein Weg ist gerade. Der 
Brief {sjiiötoXtj) aber {öa) wiederum unseres gottergebenen und 
heiligen Vaters Cyrill hat jenen Glauben {jilOTig) vielmehr in 
tiefer Klugheit ' offenbart, indem sein Gedanke sich überhaupt 
nicht von dem heiligen Dogma (öoyfia) jener entfernt; denn das, 
was jene in Kürze gesagt haben, hat der Brief {sjtiöToXr/) unseres 
heiligen Vaters klar gesagt; deshalb, da wir die Übereinstimmung 
{övfiq)wvla) des Briefes {ßjtLöTO/.rj) und des Glaubens {jciorig) 
der 318 heiligen Väter erkannten 2, so stimmen wir damit überein 
{öVfi(pcQP£lp) (100) und stimmen dem bei {övvevöoxelv) ., denn 
(j<i()) wie jener, so hat auch unser Vater heute jenes durch 
einen Brief {ajiLGrolrj) offenbart, und wir glauben {jttorevecv) 
daran, wie {yMza) jene es niedergelegt haben. Und der Brief 
{ejitöToXri) unseres heiligen Bischofs {sjtlöxojtoc), dessen wir 
gedachten, unseres Vaters Cyrill, hat dies mit großer Weisheit 
offenbart." 

5) Flaviau, Bischof isjciöxojioq) von Philippi, nahm das 
Wort und sprach: „Man hat den Glauben {jilOTig), der in der Stadt 
{jtohg) Nicaea durch unsere heiligen 318 Väter, die sich einst 
versammelt hatten, gegeben worden ist, verlesen ^^ und auch den 
Brief {tJtLöTo)^rj) unseres gottergebenen und heiligen Vaters, des 
Bischofs {sjiloxojcog) Cyrill, den er über den Glauben {jilörtg) 
an den Bischof {ejtlöxojtog) Nestorius geschrieben hat; wir fanden 
ihn offenkundig übereinstimmend {övfjcpwrelv) mit dem Glauben 
{jtlöTcg), der in Nicaea gegeben worden ist; und er hat uns^ 

1) MitTpivit^HT; B.: „mansuetude". — 2) Mscr.: edwueiMc; B.: 
*.neiMe. — 3) Mscr.: ivTeiiy (sie!). — 4) Mscr.: d.CTce.&on; B.: 



I. Übersetzung. Bouriant S. 99. lüO. 101. 97 

belehrt über die Feststellung der Lehre dessen, was wir ausge- 
sprochen haben. Deswegen stimme {ovfi<pcovsiv) auch ich mit 
dem Brief {ejitorolrj)^ der durch den heiligen, gottergebenen 
Vater und Mitverwalter {-leLTovifyoq) Cyrill geschrieben worden 
ist, überein, der sieh überhaupt nicht vom rechten Glauben 
{jtiOTig) entfernt, sondern {al^.d) mit der Predigt der Apostel 
{äjioöToXot) und dem Glauben {ptiöTLo) unserer heiligen, ortho- 
doxen {pQd66oB,OL) Väter, der in Nicaea gegeben worden ist, 
übereinstimmt {öVfiq)cov8lv)^\ 

6) Derartigem stimmt auch bei {ovvsvöoxelv) unser heiliger und 
gottergebener Vater Rufus, der Bischof {sjiloxojiog) der Metropole 
{,uf]T()6jTO/ug) Thessalonike ; denn (/«(>) solche Aufträge {hvToXai) 
(101) gab er mir, als ich' zu dieser großen, heiligen Synode 
(övvoöoq) ging, und er es ablehnte {jca{>atT£iö0^ac), der Schwäche 
.seines Leibes {öcöfia) wegen, in diese Stadt {nolto) zu gelangen 
{ajtavxav). Und alle, die in Illyrien sind, haben dieselbe Ge- 
sinnung wie wir und haben überhaupt keinen Zweifel {ßiöTaC^uv) 
hinsichtlich des Vorgelesenen". 

7) Akacius, Bischof {Ijtiöxojtog) von Melitene, nahm das 
Wort und sprach: „Der Brief {ßJiiöTolrj) unseres heiligen und 
gottergebenen Vaters Cyrill ist vollendet in jeglicher Frömmig- 
keit {-evösßrjg) und jeder Harmonie {öv fiep m via), da er denselben 
Gedanken hat wie der Glaube {jtlörig), der einst durch unsere 
318 Väter in Nicaea gegeben worden ist. Diesen (Glauben) nun 
habe ich gesehen und ich nehme seine Gedanken alle Zeit an -^ 
und bekenne {pfioXoyelv)^ daß auch ich diese selbe Gesinnung 
{6tai}^£0ig) seit ewig habe, und daß die Kirche {£xxh]öia) diese 
selben Gedanken von Anfang {aQXf]) an hat; sowohl aus den 
heiligen Schriften {yQacpai), als auch aus den Arbeiten unserer 
Väter und den Überlieferungen {jtaQaöoöeLg) habe ich den 'Glauben 
{jtiOrcg) kennen gelernt". 

8) Ikonius, Bischof (tjtloxojcog) von Gortyna, der Metropole 
{fit/T QOJto hg) von Kreta '^j nahm das Wort und sprach: „Man 
hat den Glauben {jtioTtg) unserer heiligen Väter, die sich in 
Nicaea versammelt hatten, und den Brief {IjtLOroXrf) unsers heiligen 
Vaters Cyrill, des Bischofs {sjiioxojiog), vorgelesen, und ich habe 



1) Mscr.: einnv; B.: „il(!) ('tait eu route'*. — 2) B.: „j'ai tou- 
jours pensee". — 3) Mscr.: IiTeKpTTH. 

Texte u. üntersuchimgen. N. F. XI, 2. 7 



98 Kraatz, Koptische Akten z. ephes, Konzil. 

erkannt, daß sie miteinander übereinstimmen (6viigjMVHi>)] ich 
stimme {avvhvöoxetp) dem bei und stimme (ov/iffcovüv) mit 
jenen überein ^, indem ich in dieser (selben; Weise an den Namen 
des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes (jti^tvfia) 
glaube {jnoreveiv). (102) Die, welche außerhalb dieses Gedankens 
sich bewegen werden, weiß die heilige Synode {ovvodocj zu 
entfernen". 

9) Hellanikus, Bischof {IjilOxojcoq) der Metropole (iirirQO- 
jioXiq) Rhodus, nahm das Wort und sprach: „Mit dem Dogma 
(öoyfia) des orthodoxen (6Q\)'66o^oq) Glaubens {jtlortg), das in 
Nicaea gegeben worden ist, stimme ich überein {övficpowtlv) und 
ich stimme bei {ovvsvöoxelv) auch dem heiligen Brief {ßjaötolri) 
des gottergebenen Bischofs {Lniöxojiog) Cyrill und wache über 
diesen wahren, orthodoxen {6Q{)^6öo^og) Glauben {jtlozLg). Was 
die aber (dt) anbetrifft, welche etwas, das solchem Glauben 
{jtlöTLg) widerstreitet, denken werden, so wird mit denen ^ 
Gott streiten; und der, welcher nicht glaubt {jriöTSveiv), daß die 
heilige Jungfrau {jtccQO-evog) Maria Gottesgebärerin id^eoroxog) 
ist, soll verflucht sein {dvaO^sfiaY^ 

10) Palladius, Bischof {ejtloxoJtog) von Amasia, nahm das 
Wort und sprach: „Der Brief {knioroÄri) unsers gottergebenen 
und heiligen Vaters, des Bischofs (sjtloxojtog) Cyrill, der uns 
vorgelesen worden ist, stimmt {övfi<poDVSlv) in ganz offenkundiger 
Weise mit dem in der Stadt (jiohg) Nicaea durch unsere heiligen 
Väter, die (dort) versammelt waren, gegebenen Glauben {jrlöTig) 
überein, und ich freue mich über ihn ^ und stimme {ovvevöoxelv) 
dem Glauben {jtiörig) unserer Väter bei. Und ich preise jetzt 
meinen heiligen Vater und auch meine heiligen Väter, die früher 
sich in .der Stadt {jtoXig) Nicaea versammelt hatten." 

11) Cyrus, Bischof (sjtloxoJtog) von Aphrodisias in der Pro- 
vinz {sJtaQXtci) von Caesarea (sie!), nahm das Wort und sprach'*: 
„Auch ich habe gesehen, daß der Brief {ejr.LöTolrj) des heiligen 
und gottergebenen Bischofs {ejtlOxojtog) Cyrill, den er an den 
Bischof (sjcLöxoJtog) Nestorius geschrieben hat, (103) gleiche 



1) B. hat zwischen cecTMt^wnei und ne£ fortgelassen: Airi 
u£TrepHT '^cirneT'^OKei ö^ttco '^cvAic^ionei. — 2) Mscr. falsch: hmavö^cj. 
statt: iiMAve^if. — 3) Mscr.: hmavö. (sie!). — 4) Der Grieche schreibt: 
KvQog iTTLöKonog Ttokecog 'Acp^oöioiccöog inaQ^lag KccQUig elrce. 



T. Übersetzung. Bouriant S. 101. 102. 103. 104. 99 

Übereinstimmung {ov^utpmrla) und gleiche Kraft (Inhalt) hat ^, 
wie der Glaube {jiIötlq) unserer heiligen Väter, der in der Stadt 
{jtoXiq) Nicaea gegeben worden ist. Auch ich stimme {övficpco- 
VElv) damit überein, wie {xara) meine Vater zuvor es beschlossen 
haben {xaraTlihao&aiY'. 

12) Perigenes -, Bischof {sjtiöxojtoc) von Korinth, nahm das 
Wort und sprach : .,Denselben Gedanken besitze auch ich, wie dieser 
gute Glaube (jt/öt^c), der jetzt durch unsern heiligen Vater, den 
Bischof {ßmöxojtoq) Cyrill, gegeben worden ist, gleichwie (xard) 
er durch unsere heiligen Väter, die sich zur Synode {ovvoöog) in 
der Stadt (jrohc) Nicaea versammelt hatten, bestimmt worden ist 
{ogtCstv). Deshalb bitte ich, über ihn zu wachen ohne Zweifel (c^^öt«/- 
fiog)^ an den Überlieferungen {jtaQaöoösig), die uns von Anfang 
{aQX^) an gegeben worden sind, auf daß wir in ihm gerettet werden". 

13) Amphilochius, Bischof {ejtioxojioq) von Sides in Pam- 
phylien, nahm das Wort und sprach^: „Der Brief (ejr^öro-^^J) des 
in allen Dingen heiligen und gottergebenen Erzbischofs iaQXi- 
ejüloxojrog) Cyrill bewahrt in sich genau (-axQlßsia) die Über- 
lieferung (jtaQaöoöig) der Apostel {ajioöxoXoL) and den in der 
Stadt {jtoXic) Nicaea gegebenen Glauben {jilöTtg) unserer heiligen 
Väter und ist offenbar ^ ganz orthodox. Auch ich stimme (dem) 
bei {övvtvöoxelv) und stimme überein {öv[i(pmvelv) mit der 
Frömmigkeit {-evösßrjg) der heiligen Dogmen (ö6yfiaray\ 

14) Prothymius, Bischof {ejtlöxoJtog) von Konanes^ nahm 
das Wort und sprach: „Der Glaube {jrlorig), der uns jetzt in 
dem Brief {hjiLOTolrj) unseres heiligen Vaters und Bischofs 
{sjtLöxojüog) Cyrill vorgelesen worden ist, ermangelt keines Haupt- 
punktes (xf^^ala^oz^) und geht auch nicht (oi;d£) hinaus über (jra()a) 
den" Kanon (xavcov), (104) und ich fand darin auch den durch 
unsere 318 Väter gegebenen Glauben {jclorcg), der in kleinen Aus- 
sprüchen (Xt^8ig) aufgestellt worden ist. Ich bekenne (6fio?.oy8lv)^ 
daß ich in ihm getauft (ßaTcrlCeLp) und erzeugt und aufgewachsen 
bin (av^aviO&ai), und daß ich wiederum durch ihn dies Priester- 
tum erhalten habe. Ich bete nun, daß ich in ihm bis an das Ende 

1) Mii o-y^oAi rioTtoT fehlt bei B, — 2) Mscr.: nepiKennc; I>.: 
ncTpiKenHc. — 3) Mscr.: •^k.icTd.cAioc: B.: '2wictä.avoc. — 4) Mscr.: 
iicifeHc. Der Grieche: 'A^irpiloioq inLOKonog Zlörjg eine. — 5) Mscr.: 
coToug; B.: coTconö. — 6) nutoue^iiHc hat B., ebenso der Grieche. — 
7) B.: „les Canons" (Mscr. nKÄiuou). 



](j(j Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

der Pilgrimschaft meines Lebens (ßlog) sein möge und über ihn 
wachen möge bis zur Parusie {jtaQovola) meines Herrn Jesu 
Christi". 

15) Johannes, Bischof {IjtioxoJtoq) von Prokonnesus, nahm 
das Wort und sprach: „Auch ich stimme (damit) überein {ovn- 
(pcovelv) und berichte (TcaTazld^soO^at) mit dem gottesfürchtigen 
Bischof {ejriöTcojiog) Prothyraius, und also glaube {jnöravtiv) ich". 

16) Valerian, Bischof (tJtloxojtog) von Ikonius, nahm das 
Wort und sprach: „Wir finden diesen selben Kanon {yMvmp) 
der Orthodoxie {-oQO^oöo^og) in einer Menge von Aussprüchen 
(lästig), die miteinander übereinstimmen, weil sie in diesem selben 
Geist {jtvevßd) Gottes gesprochen worden sind (diktiert vjia- 
yoQSVELv). Was nun das betrifft, das in orthodoxer Weise 
{-OQd-oöo^og) und mit großer Sorgfalt {axQlßeta) durch die heilige 
Synode {ovvoöog), die sich in der Stadt {jtoXig) Nicaea versammelt 
hatte, bestimmt worden ist, so fanden wir den Brief {l7ti(jxo7/q) 
unseres heiligen Vaters, des gottergebenen Bischofs {tJtloxoJiog) 
Cj^rill mit ihm übereinstimmend {ovfKpcopslv). Da wir nun dies 
genau erkannt haben, so stimmen (övficpojvelv) wir ebenfalls 
damit überein und stimmen (övvsvöo/ieiv) dem zu, ganz besonders 
{fiaXtöza) weil wir den Brief {sjiiötoXtj) unseres heiligen Vaters 
Cyrill wie eine kostbare Salbe fanden, indem er uns in ihm den 
Wohlgeruch des Glaubens {jtlOTtg) unserer alten {aQxaloi) Väter 
hervorbringt".^ 

(105) 17) Konstantin 2, Bischof {ijtiöxojtog) von Phrygia- 
Pakatiane^, nahm das Wort und sprach: „Auch ich stimme 
(övfKpcovslv) mit diesen selben Worten überein und stimme ihnen 
bei (övvevöoxslv); und also glaube {jnöTavsLv) ich". 

18) Theodul, Bischof {ejrlöxojtog) von Eluse, nahm das Wort 
und sprach: „Gewohntermaßen {xara övv?]0^£cav) folge ich dem 
rechten Glauben {xiong) dieser großen, heiligen Synode {övvoöog) 
und dem Briefe {hjtLöroh]) des heiligen und gottergebenen Erz- 
bischofs {aQXi^^iOxoJtog) Cyrill und dem Glauben (jitozig), der 
in der Stadt (jroXcg) Nicaea durch unsere heiligen Väter, die 318 
Bischöfe {ejciöxojtoi), gegeben worden ist". 



1) B. frei: „qui nous rappeile celui de la Foi de nos anciens 
Peres". — 2) Konstantin steht irn griech. Text unter Nr. 16. — 
3) Mscr.: Htcc^ptkiä. itAd.Kö.TiKii: B.: nTec^pTirid. nnd.Kd.Tid.nH. 




I. Übersetzung. Bouriant S. 104. 105. lOG. 101 

19) Fidns, Bischof {ejrlaxojtOQ) von Joppe, nahm das Wort 
und sprach: .,Ich bewundere den Glauben {jitörig), der in der 
Stadt (jtoXig) Nicaea durch unsere heiligen 318 Väter gegeben 
worden ist. Ich bewundere aber (öt) auch den Brief {ejtiOroXrj), 
der uns jetzt vorgelesen worden ist, der dem heiligen, gläubigen 
{jnöTog) und gottergebenen Bischof {ejtloxojtoo) Cyrill gehört 
und vollkommene Übereinstimmung {övficpcDrla) mit dem Glauben 
{jiiöTic) jener hat; denn er ist in heiligem Geist (jtvevfia) ge- 
schrieben worden.^ Und ich glaube {jnorevsLv)^ daB man den- 
jenigen, der nach diesem selben Glauben {jcIötiq) des heiligen 
Geistes {jtvsviia) nicht leben wird 2, aus der heiligen katholischen 
{xad^oXtx?]) Kirche {6xxyi?]öla) ausstoßen wird". 

20) Paulinus, Bischof (sjilöxojcog) von Maiuma, im ersten 
Palästina, nahm das Wort und sprach: „Über den Glauben 
{jtlOTtg), der uns durch unsere 318 Väter gelehrt worden ist^, die 
in der Stadt {jioXig) Nicaea versammelt waren, und über denjenigen, 
welchen wir durch den (106) gottergebenen Bischof (J-möxojtog) 
Cyrill (nieder)geschrieben fanden, indem der heilige Geist {jivsvfia) 
in ihm das Übereinstimmende {cviKpmv^lv) befahl^, haben wir 
uns gewundert; und wir halten ihn fest und folgen ihm". 

21) Daniel, Bischof (^jt/öxojtoc) von Kolonia^, nahm das Wort 
und sprach: .,Fast {oxeöov) nämlich {yaQ) werden wir sagen ^, daß 
ich dieselben Worte und dieselben Silben {ovZXaßcd) des Glaubens 
{jtiöTig) unserer Väter, die einst in der Stadt {jtoXig) Nicaea zur 
Synode {övvoöog) versammelt waren, und die Gedanken {vorjuard) 
der heiligen Dogmen {doyiiara), die sie (nieder)geschrieben haben, 
alle in dem Brief {hjiLöroh]) des gottesfürchtigen und gotter- 
gebenen Vaters, des Bischofes ißjtioxojiog) Cyrill, bemerkt habe 
{voelv) in der Weise eines, der über Lehren und Charaktere 
{XC(QC(XT7]()sg) unserer Väter belehrt worden ist. Auch ich habe 
solchen (Glauben) empfangen in der heiligen Kirche {axxhjöla), 
die mir anvertraut ist, indem unsere heiligen Väter in ihr die 
Wurzel dieses Glaubens (jr/öT^c) säten, und sie haben ihn gesät und 

1) Mscr.: nT*.TCd.^c; B.: „Tune et l'autre ont ete dictees". — 
2) B.: „qui ne trouve pas que cette Fol cmane du Saint Esprit" 
(nexenquiviv^e e».n eTeiniCTic riOTtoT). — 3) Lies: nTd.-yTCd.&on. — 

4) B.: „ont ete inspirees par l'Esprit-Saint et elles concordent". — 

5) Der Grieche hat: ^avLjjk imO/iOTtog Kokcüvelag KaTijiaÖoyJag elm. — 

6) Lies: 7nii«k'2iooc. 



102 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

gepflanzt. Und diesen kenne ich und bekenne (()no)MysLv), daß 
er diese selbe Übereinstimmung {av(icpa)VLa) mit dem Briefe 
{ejtiöxoh'D des heiligen Erzbischofs {aQyujtlOTcojtoq) Cyrill hat, 
nicht allein {ov [lovov) aber (ßb) (damit), sondern {aXlu) auch mit 
unsern Herzensgedanken und der Kirche {ly.yjjpid)^ in der ich 
bin ^, indem wir fest stehen im Namen der heiligen Trinität (T(>icJc), 
des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes {tiviviiu)'' ' 

22) Anysius, Bischof iljiiö'icojioq) von Thebais, nahm das 
Wort und sprach: „Gleichwie {Tcara) die Anwesenheit {jta(>ovöLa) 
unserer heiligen Väter in voller Gemeinschaft {y.OLvo^vla) mit- 
einander stattfand, (107) so ist auch ihr Herz einander nahe. 
Ich habe nun jetzt den rechten Glauben {jrlöTig) des heiligen 
und gottergebenen Erzbischofes {aQXtsjilöxojioq) Cyrill begriffen 
{alöd-avsöd^ac)] ich stimme ihm bei {övvsvöoxelv), weil er mit 
dem heiligen Glauben {jitöng), der in der Stadt {jiolig) Nicaea 
gegeben worden ist, übereinstimmt {öviicpcovelvY . 

23) Kallikrates, Bischof {sjilöxojtog) von Naupactus^, nahm 
das Wort und sprach: „Ich stimme {övmvöozslp) dem Brief {ejti- 
Cxoh]) unseres heiligen Vaters, des Erzbischofes {aQXUJtlöxojtog) 
Cyrill, bei, der mit dem Glauben {jtlöTtg) unserer heiligen 
und seligen {fiaxagioc) Väter, die sich zur Synode {ovpoöog) in 
der Stadt {jtoltg) Nicaea versammelt hatten, übereinstimmt 
{övn(p(X)VElvy^ . 

24) Domnus, Bischof {hnlöxojtog) von Opunt, nahm das 
Wort und sprach: „Wenn diejenigen, welche, des gesunden Glau- 
bens (jtlöTig) unkundig, andere Gedanken gehabt haben, so haben 
sie nicht recht {xalmg) gedacht, aber {aXla) wir kennen das, 
was in rechter Weise (öcxalmg) durch den heiligen Erzbischof 
{dxQtbJtlOTCojtog) Cyrill formuliert worden ist (xvjtovv)^ das in 
vollkommener Übereinstimmung {ovfiq)(X)VLCi) mit dem Glauben 
{jiLöTLg) harmoniert, der in Nicaea durch die heilige Synode 
{övvoöog) unserer 318 Väter gegeben worden ist. Dies überhaupt 
{jiavrmg) und anderes der Art bewahren wir in rechter Weise ^ 
{dixaicog) und kennen es. Und ich glaube {jnörsvsiv) an den 
Vater und den Sohn und den heiligen Geist (jrvevfia) und bete, 
daß ich darin die ganze Zeit meines Lebens bleibe'^. 

1) Mscr.: wahrscheinlich zu lesen: e^n^njc; B.: „qui y sont 
contenues". — 2) Mscr.: n«vTrnd.KTOc (sie!). — 3) B.: „Ce sont les 
doctrines de Tun et de Fautre que nous gardons avec justice". 



1. Übersetzung. Bouriant S. 106. 107. 108. 109. 103 

25) Nicianus, Bischof {sjtiöxojroq) von Megerus ', nahm das 
Wort und sprach: „Wie wir- in Khigheit versammelt gewesen 
sind, (108) so haben wir auch Aufrichtigkeit gelehrt. Es stimmt 
(ov^uqxjDVStp) nun miteinander überein das, was durch den gottes- 
fürchtigen Erzbischof (a();f«fcjr/ö;cojro^) Cyrill gesagt worden ist 
und was von Beginn {aQX^) ^° durch unsere heiligen^ Väter, 
die sich in der Stadt {jcoXiq) Nicaea versammelt hatten, bestimmt 
worden ist. Wir nehmen es allzumal miteinander an, ohne in- 
betreff dessen, was man jetzt soeben festgesetzt hat, zu zweifeln 

26) Romanus, Bischof {ejcloxojtog) von Raphia, nahm das 
Wort und sprach: „Auch ich stimme {dvficpcoveiv) mit dem 
Olauben (jt/öt^c), der durch unsere heiligen 318 Väter, die in 
Nicaea sich versammelt hatten, gegeben worden ist, überein. Und 
ich stimme {ovi^evöoxeli^) wiederum dem Brief (J-jiLöTolrj) des 
heiligen, gottergebenen Bischofes (ejiLOxojcog) Cyrill bei, der 
volle ^ Übereinstimmung {oviKpmvla) mit dem Glauben {jitOzig) 
unserer heihgen Väter hat". 

27) Gregorius, Bischof (ejilazojtoc) von Kerasunt, nahm das 
Wort und sprach: „Der Brief {hjtiöToXrj) des heiligen und gott- 
ergebenen Erzbischofes (a(>/^fjr/ö;^ojrog) Cyrill stimmt überein 
{övnfpcovElv) mit dem Glauben {jülortg) der heiligen Synode 
{övi'oöog), die sich in Nicaea versammelt hatte. ^ Dieser gefiel 
mir, denn er stimmt überein {ovvevöoxelv) mit dem Glauben 
{jiLörig) der Kirche {b/CTclrjOui). Ich folge {jtelü^eodac) und stimme 
{(jV{.i(pa)vtlv) mit ihm überein, 

28) indem ich an diesen Ort nicht nur {ov iiovov) für mich 
allein gekommen bin, sondern {alla) für den Bischof" {Ijii- 
C'AOJtog) Eleusius von Neocaesarea^, und dies (diesen Auftrag) 
auch von ihm empfangen habe." '* 

29) Nunechius, Bischof {ejiloxojiog) von Serge in Pamphylien, 
nahm das Wort und sprach: (109) „Man hat uns den Brief 



1) Der Grieche: NbyJag imoaoTzog MeyctQcov. — 2) Mscr.: 
iiT&.naooT^ ; B.: htö^tccoot^. — 3) Mscr. fehlerhatt nur: oTe^d^fe. — 
4) B. nimmt öiora'^ELv = discuter. — 5) novwT von B. nicht über- 
setzt. — 6) iiTevccioov^ muß die Form lauten. Mscr.: ntd^occooTg ; 
B. korrigiert es in: iiTd^TctooT^. — 7) Mscr.: nenicKono (sie!). — 
8) Mscr.: nu€OKTc*.pid.: B.: iiTiieoK-5Cd.piev, — 9) B. einfach: „que 
.]v represente''. 



104 Kraatz, Koptische Akten z. ephos. Konzil. 

(J-jtLOToXrj) unseres heiligen ^, gottergebenen Vaters, des Erz- 
bischofes {aQXctJclöxojtoq) Cyrill, vorgelesen, der in {yMxa) jeder 
Weise mit dem durch unsere heiligen Väter in Nicaea gegebenen 
Glauben {jitotiq) übereinstimmt {oviKpoJVtlV). Auch ich glaube 
(jnöTiveiv) so und bete, daß ich in diesem'^ Glauben (jcioric), 
in dem ich gelebt habe, verbleibe und in Zuversicht (jraQQrjola) 
vor den Thron (ßr/fia) Christi trete, nachdem ich über diesen 
orthodoxen {oQdoöo^og) Glauben {jtiOTig) gewacht". 

30) Salomon, Bischof {loiiöTCOJioq) von Paralia in Pamphylien'^, 
nahm das Wort und sprach: „In der Weise, wie i/Mra) der 
heilige, gottergebene Erzbischof (dQyjsjtcOxojrog) Cyrill diesen 
Brief {sjnözoA?]), der Christus angeht, übergeben hat"* und ihn 
in (xara) jeder Weise mit dem Glauben {jitorig) der großen 
Synode {ovpoöog) von Nicaea übereinstimmend (ov/Kpcovelv) ge- 
geben hat, so hat man auch mich getauft (ßajiTlC^stv), und so 
glaube (jiLöTSvscv) auch ich, und ich bete, darüber bis an das 
Ende meines Lebens {ßlog) zu wachen". 

31) Akacius, Bischof {sjtloxojrog) von Kottiaion^ in Pam- 
phylien, nahm das Wort und sprach: ,Jch habe den Brief {tsn- 
öToh]) des heiligen Vaters, des Erzbischofes {aQXiejiiöxojiog) 
Cyrill^ gehört, der mit dem durch unsere Väter in Nicaea gegebenen 
Glauben {jitöxig) übereinstimmt {avfKpmvslv), und ich bekenne 
{ofiolojelv) diesen in {Tcaxa) allen Dingen orthodoxen {oQd^oöosog) 
Glauben {jülöttg), und so glaube {juGtsvelp) ich, indem ich bete, 
über ihn bis zu meiner Vollendung zu wachen". 

32) Tarianus, Bischof {ejiioxojtog) von Lyrbe, nahm das 
Wort und sprach^: „Auch ich verkündige diese (110) selben 
Worte, wie der gottesfürchtige Bischof (J-Jilöxojtog) Salomon, 
und so glaube {jtLörevHv) ich, wie die heilige Synode {ovvoöogY^ . 

33) Nectarius, Bischof ihjtlöTcoJiog) von Semneos in Pam- 
phylien ^, nahm das Wort und sprach: „Auch ich stimme {ovli- 
(pmvBlv) mit diesen selben Worten und den heiligen Dogmen 



1) Mscr.: ÄinrineTOTd.d.fe ; B.: MnneTOTd.ö.£i. — 2) Mscr.: TeinicTic; 
B.: TenicTJc, — 3) Der Grieche: Eolav kmönoiiog KagakUag Trjg Ilafx- 
cpvkiag. — 4) B. : „La Fol qui a pousse le pieux et saint archeveque Cyrille 
ä ecrire et ä publier cette lettre relative au Christ". — 5) Der Grieche: 
EKLGKOJiog KoTEvcov. — 6) Dcr Grieche schreibt: TavQiavug Iniöy.onog 
AvQßj]g zrjg nci^(pvUag ünev. Der Kopte gibt den Ausspruch dieses 
Bischofs selir gekürzt. — 7) Mscr.: nTnö^Aic^TAiiv; B.: htc TnewAic^TAis.. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 109. 110. 111. 105 

{öofnara) unserer heiligen Väter, der Bischöfe (tJtiöxojtoc)^ und 
dem Brief {ejtiözoÄ//^ des gottesfürchtigen und gottergebenen 
Bischofes (ejriöxojroc:) Cyrill überein". 

34) Matianus \ Bischof [^Liioxojcog) von Korakinius in Pam- 
phylien, nahm das Wort und sprach: „Vollkommene Überein- 
stimmung {ovfUßcovov) des Bekenntnisses {oiioXoyia) hat hin- 
sichtlich des gesunden und rechten Glaubens {jtiöTig) durch 
unsere heiligen Väter, die hier jetzt versammelt sind, und des 
Glaubens {jiiOTcg) unserer Väter, die in der Stadt {jtoXcg) Nicaea 
versammelt waren, stattgefunden. Von diesem habe ich erkannt, 
daß es der (Glaube) der Apostel {äjioOToXoi) ist, und ich bete, daß 
dieser mit mir ausharre, indem ich über ihn bis zum letzten 
Tage meines Atems wache". 

35) Nysius, Bischof (tJtiöxoJiog) von Kolybrassus^ in Pam- 
phylien, nahm das Wort und sprach: „Der heilige Glaube {jtlörig)^ 
der durch unsere heiligen, seligen {(^laxaQtof) Väter, die in der 
Stadt {jtoZig) Nicaea sich versammelt hatten, gegeben worden ist, 
und der Brief {hjiLöToh]) des heiligen, gottergebenen Erzbischofes 
{ccQxtsjtlöxojtog) Cyrill, der heute verlesen worden ist (sie stimmen 
überein). Auch ich stimme {ovficpcovelp) mit diesem derartigen 
Briefe {ejitOToh]) überein, und ich bete, darüber bis an den 
letzten Tag meines Atems zu wachen". 

(111) 36) Epiphanius, Bischof (Lt/özojtoc) von Kratia in Pam- 
phylien^, nahm das Wort und sprach: „Auch ich stimme {ovv- 
evöoxslv) dem Glauben {jtlOTtg) unserer seligen (fiaxccQcoc) Väter 
und dem Brief {ejtiövoZrj), der durch den gottergebenen Erzbischof 
{aQXt^^iöxojiog) Cyrill geschrieben ist, bei; denn in {xaxa) jeder 
Weise stimmt {oviKpcovelv) er mit dem Glauben {jtlorig) unserer 
heiligen 318 Väter überein, die sich einst in der Stadt {jcoXug) 
Nicaea versammelt hatten. Und wir - haben diesen selben Glauben 
{jtiöTig) und beten, in ihm unser Leben {ßlog) zu vollenden". 

37) Silvanus, Bischof (ejtiOxoJiog) von Geratapon inPhrygien- 
Pakatiane, nahm das Wort und sprach: „Freilich zögerte ich, 
da ich noch nicht würdig war der heiligen Taufe {ßccJcriOfia)'^; 
jedoch {jikf/v) man taufte (ßajtzl^ecv) mich in diesem selben 

1) Der Grieche: MaiLÖLavoc. — 2) Der Grieche: Ntjaiog ini- 
ßyiOTiog KogvßQaGOov. — 3) Die Bestimmung: Pamphylien fehlt beim 
Griechen. — 4) Mscr. irrig: oTiiTe.T, statt: ovnTd.H. — 5) B.: 
„Certes je suis reste bien indignc du saint baptOme''. 



IOC) Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Glauben {jtlöTig), der in der Stadt (jt6).ic) Nicaea durch unsere 
heiligen 318 Väter gegeben worden ist, und ich wurde gefördert^ 
durch den Brief {IjtLöTolri), der uns heute durch den Erzbischof 
{aQXieniöyMJioq) Cyrill erklärt worden ist {i^rjytlodai), der mit 
dem ersten Glauben {jtiOTig) unserer Väter übereinstimmt (ovii- 
(p(X)velv). Und auch ich liabe viele in ihm getauft (ßajirlCecv) 
und ich bete, über ihn mit reinem Herzen zu wachen, bis zum 
Tage der Auferstehung {dvaaraotg}^ daß ich ihn meinem Herrn 
Jesus Christus vorlege {jtQoösvsyzelvy'. 

38) Eutropius, Bischof (ejcLOxojtoc) von Ettainon in Pam- 
phylien, nahm das V^ort und sprach: „Man hat den Brief 
{6JtLöro)Ji) des heiligen und gottergebenen Vaters, des Erz- 
bischofes {aQXi^^iö'^ojioc) (112), Cyrill vorgelesen, und wir fanden 
ihn in {yMTo) jeder W^eise übereinstimmend {ovii(p(DVElv) mit 
dem Glauben {jitOTto) unserer heiligen 318 Väter, wie er in der 
Stadt {jtolLq) Nicaea gegeben worden ist. Auch ich stimme {övv- 
evöozetv) dem bei und bete, mit diesem Bekenntnis {ofioloyla) 
vor meinem Herrn Jesus Christus zu stehen". 

39) Sekundus ^, Bischof (£jr/ö;iOJroc) von Lamia, das zur Provinz 
{kjtaQXLCi} Thessalien gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich 
habe geglaubt {jitöreveLv) und glaube (jiLOreveLv)^ ich habe 
gepriesen und preise gemäß (zaTo) dem Glauben {jtlöric) 
unserer heiligen, geistlichen (jrvevfiaTr/col) 318 Väter, wie er in 
der Stadt {jtoltg) Nicaea gegeben worden ist, der, welchem der 
Brief {ßJtiöTolrj) des gottesfürchtigen und gottergebenen Vaters, 
des Erzbischofes {aQXLejilöxojtOQ) Cyrill, folgt". ^ 

40) Theodorus, Bischof ihmöxojtOQ) von Echinaeus, das zur 
Provinz {anaQxlci) Thessalien gehört, nahm das Wort und sprach: 
„Auch ich stimme {oviKpmvelv) (damit) überein und stimme {övv- 
svöoxslv) diesen selben Worten bei". 

41) Rufus, Bischof {ejtiöxoJtOQ)- von Gabaon*^ nahm das 
Wort und sprach: „Auch ich habe diesen selben Gedanken, wie 
unsere heiligen in der Stadt {jtoXtq) Nicaea versammelten Väter, 
und ich stimme {ovvevöoxslv) dem Brief {ejnötoX?/) des heiligen 

1) eevYoTwtyc efcoA giTit TenicToAn; B.: „c'est eile que j'acclamc 
dans la lettre". — 2) Der Grieche: SsKowöiccvog. — 3) B, unnötiger- 
weise frei: „c'est dans cette Foi qu'a ete ecrite la lettre du pieux 
et devot Pere et archeveque Cyrille". — 4) Der Grieche: ''Povcpivog 
iniaKOTtog Taßcov. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 111. 112. 113. 114. 107 

und gottergebenen Vaters, des Erzbischofes {aQyjsjtlöjconoq) 
Cyrill, bei, der Erkenntnis und volle Übereinstimmung (öi;//- 
(fcovia) mit dem Glauben {jzlörig) unserer ersten Väter hat". 

42) Theodorus, Bischof {EJtloxojtog) von Aridellon ^, nahm 
das Wort und sprach: „Auch (113) ich stimme {öVfKpwvelv) mit 
dem Briefe {ejtiöroX?/) des heiligen, gottergebenen Bischofes 
(ejtioxojcoQ) Cyrill überein, der vollendet ist in der Orthodoxie 
{'OQ\>6öo^oQ) und der Übereinstimmung {ovfKpcDvla) mit den 
Heiligen'*. 

43) Paulus, Bischof {ejrloxojtoc) von Anthedon, nahm das 
Wort und sprach: „Ich stimme {ovvevöoxav) dem heiligen und 
gottergebenen Erzbischof {ccQyjsjtloxoJtog) Cyrill bei in seinem - 
heiligen Glauben (jitozcg), der dieselbe Kraft hat, wie der durch 
unsere Väter gegebene Glaube {jtioric)^'. 

44) Lytois^, Bischof {ejtiöxojtog) von Libiades, nahm das 
W^ort und sprach: ..Gleichwie {xara) unsere heiligen Väter es 
bestimmt haben, die in der Stadt (jtoXig) Nicaea sich versammelten, 
indem sie den gesunden, orthodoxen {oQÜ^oöo^og) Glauben {jitörig) 
festsetzten {xavcovlCecv), also aber (de) glaube auch ich {jzcöTevecr) 
und ich stimme {övvevöoxüv) dem Brief* {sjzcoroX//) des gotter- 
gebenen und heiligen Vaters, des Bischohs '{tjtloxojüog) Cyrill, bei". 

45) Petrus, Bischof {Ijtloxojtog) von Parembole, nahm das 
Wort und sprach: „Auch ich habe diesen selben Gedanken und 
stimme {öv^u(pcov£lv) mit dem Briefe {sjilotoXt/) des gottliebenden 
und heiligen Erzbischofes {aQyjejtloxojtog) Cyrill überein. der 
Recht(gläubigkeit) und Frömmigkeit {-evöeßrjg) in sich hat". 

46) Johannes, Bischof (sjclöxojtog) von Augustopolis, nahm 
das Wort und sprach: ..Entsprechend {xard) dem Glauben 
{jtiöTig) meiner^ heiligen Väter, so glaube {jtcöTtveiv) auch 
ich und stimme {ovvevöoxüv) dem Brief {sjttöToX/j) des hei- 
ligen und gottergebenen Erzbischofes {aQXtsjtlöxoJtog) Cyrill bei, 
der diese volle ^ Übereinstimmung {övf^cpcovla) mit dem Glauben 

jtlöTcg) unserer Väter hat". 

(114) 47) Saddus', Bischof {sjtlöxojtog) von Phoinu, nahm 

1) Der Grieche: .^Oeodcogog ETci-aKOTtog 'Agißrjkcov'" . — 2) Teq= 
nicTic; B.: „dans la Sainte Fol'". — 3) Der Grieche: Ai-jToi'oc. — 
4) Mscr.: CTenicToAii: B.: ereienicToAH, — 5) Mscr. : nn6.ciOTe; T>.: 
..de DOS Saints Peres". — 6) hotiot von B. nicht übersetzt. — 
7) Der Grieche schreibt: I^cä'öac;. 



1(18 Kraatz, Koptische Akten z. ephea. Konzil. 

das Wort und sprach: „Entsprechend {Tiara) dem orthodoxen 
{(yQiyoöo^o'i) Glauben {jcioTic), so stellt auch der Brief {tJti(jTO?J/) 
unseres ^ heiligen Vaters, des Erzbischofes {aQXf^i^ioxojioq) Cyrill, 
diesen selben Glauben {jrlöTtg) auf, und ich stimme {övfKpojViüv) 
ebenfalls damit überein". 

48) Theodorus, Bischof (ajilöxojcog) von Kadoron. nahm das 
Wort und sprach: „Da {tjüstörj) der Brief (ijr^öTO^/y) des heiligen 
Vaters, des Erzbischofes {dQXLejtlözojtog) Cyrill, den man jetzt 
uns vorgelesen hat, Übereinstimmung {aQiiovia) mit der treff- 
lichen Frömmigkeit {-svosß/jg) des Glaubens {jtlöxLg) unserer 
heiligen Vater, die in der Stadt {jcoXcg) Nicaea sich versammelt 
hatten, hat, so stimme {Ovvsvöoxelv) ich ihm bei und stimme 
{ovfig)(X)veiv) mit ihm überein". 

49) Aiannes, Bischof {hniöTConog) von Zjgomazon, nahm 
das Wort und sprach: „Auch ich stimme {övnq)covelv) mit dem 
Brief {ejtLöTolfj) unseres heiligen und gottergebenen Vaters, des 
Erzbischofes {aQxt£JtiOxoJiog) Cyrill, überein, der mit dem ortho- 
doxen (o()i^odogoc), durch unsere heiligen Väter in Nicaea ge- 
gebenen Glauben (jtlötcg) übereinstimmt {övii(pcovüvY. 

50) Theodosius, Bischof (gjr/ö/cojroc) vonMaustaron- in Asien, 
nahm das Wort und sprach: „Den Glauben {jclözcg), der durch 
unsere 318 heiligen Väter, die in der Stadt (jioltg) Nicaea sich ver- 
sammelt hatten, gegeben V70rden ist, habe auch ich ebenso von meiner 
Jugend an bis jetzt geteilt {jtiöTSvetv). Ich fand aber (öe) auch den 
Brief {s Jt cötoXtj), der durch den gottergebenen, gottesfürchtigen 
Bischof {sjiLöxojtog) Cyrill an den Bischof {ejtLözojtog) Nestorius 
geschrieben w^orden ist, übereinstimmend {övfKpcovelv) mit (115) 
dem Glauben {jitötig) unserer Väter. Deshalb folge {jidO^eod-cu) 
auch ich und stimme (ovvsvöoxslv) jener Lehre ^, die den Seelen 
(ipvxat) nützlich ist {mcpeXelv), bei". 

51) Alexander, Bischof {Ijtioxojtog) von Arkadiupolis, nahm 
das Wort und sprach: „Der Brief {tJtLöxoh]) des heiligen und 
gottergebenen Bischofes {sjiiöxojiog) Cyrill stimmt (övficpcovHp) 
mit dem durch unsere heiligen in der Stadt {ptoXtg) Nicaea ver- 
sammelten 318 Väter gegebenen Glauben {jitorig) überein, und ich 
fand, daß sie denselben Gedanken miteinander haben. Auch ich 



1) Mscr.: MnnneToi$**.d.&; B.: Ain neTOTewö.£i. — 2) Der Grieche: 
indOKonog MuöiavQcov. — 3) B. fügt hinzu: „qu'elle renferme'". 



I. Cbersetzung. Bouriant S. 114. 115. 116. 109 

glaube {jtcörevsiv) so und bete so, daß ich in dieser selben Ansicht 
(yvcofirj) vollende (mein Leben)". 

52) Maximus, Bischof {ejilöxojrog) von Kymes in Asien, nahm 
das Wort und sprach: „Der Brief {tjriöxoh'f) des heiligen und 
gottergebenen Vaters, des Erzbischofes {aQXi^BJiioyMnoq) Cyrill, 
hat denselben Inhalt, wie der rechte Glaube {jtlOTtg), der durch 
unsere 318 heiligen Väter, die in der Stadt {jrokcg) Nicaea sich ver- 
sammelt hatten, gegeben worden ist. Und auch ich stimme 
{öVfj(pcovelv) damit überein und stimme {öw^vöoküv) ihm bei und 
bekenne {ofwZoyslv) den rechten orthodoxen (ogO^odo^og) Glauben 
{jtiOTig)^', 

53) Theosebius, Bischof {ßjtlözojtog) von Priene, nahm das 
Wort und sprach: „Ich teile {jnözevsir) den Glauben {jitorig), 
der durch unsere heiligen 318 Väter \ die in der Stadt (jtohg) 
Nicaea- sich versammelt hatten, gegeben worden ist; und ich habe 
ihn auch den Kirchen (exTcX/jöiai) Gottes übergeben, die man mir 
anvertraut hat; (116) und der Brief {sjüiOtoI?]) des gottesfürch- 
tigen und gottergebenen Erzbischofes {aQXisjrloxojtog) Cyrill, 
den er an den Bischof {ejtlözojiog) Nestorius geschrieben hat, 
hat volle ^ Übereinstimmung {övfzg)covia) mit dem durch unsere 
Väter gegebenen Glauben (jt/öt^c)". 

54) Eutropius, Bischof {ejilöxojtog) von Euazon, nahm das 
Wort und sprach: „Entsprechend (xard) dem Glauben {jiiöTtg) 
der 318 Bischöfe {ejcioxojtot), die in der Stadt (jrolcg) Nicaea 
sich versammelt hatten, ist auch der Brief {tJiLöroXrj) des gott- 
ergebenen und heiligen Vaters, des Erzbischofes {aQXL£^iöxojtog) 
Cyrill, den er an den Bischof {InLöxoJiog) Nestorius geschrieben 
hat, welcher diese selbe Übereinstimmung {öVfKpcQvla) mit dem 
Glauben {jtlOTtg) unserer Väter hat; und ich glaube {jtiOteveiv) 
ebenso und habe so geglaubt {jiLöreveivY- 

55) Euthalius, Bischof {ajiloxojrog) von Kolophon in Asien, 
nahm das Wort und sprach: „Der heilige Glaube {jclorig), der 
durch unsere heiligen Väter in der Stadt (jtoXtg) Nicaea gegeben 
worden ist, und der Brief {ajnörokrj) des gottergebenen und 
heiligen Bischofes ißjiLGxojtog) Cyrill, den er an den Bischof 
{tjtloxojtog) Nestorius geschrieben hat, hat volle Überein- 



1) Mscr. fehlerliaft: nncioT. — 2) «n iieiKd^iev im Mscr. doppelt. 
3) noTtoT von B., ^vie oft, nicht übersetzt. 



HO Kraatz, Koptische Akten z. ephes, Konzil. 

stimmuDg {öv[i(p(nvia) mit ihm; auch ich stimme {(jvfifpovilv) 
(damit) überein und glaube {jtiörtvtcv) an die Lehre, die in 
ihnen ist". 

56) Dokimasius, Bischof {tJiloxojtog) von Maronia ^, nahm das 
Wort und sprach : „Mit dem Glauben {jitöriq)^ der in Frömmigkeit 
{-evO£ß'/jg) und Liebe zu Christus durch unsere heiligen Väter, 
die in der Stadt {jioliq) Nicaea sich versammelt hatten, gegeben 
worden ist, und dem Schreiben des gottergebenen Vaters, des 
Erzbischofes {dQXi^£^i(JxoJcoc) Cyrill, stimme {ovficfojvüv) ich 
allzumal überein, da sie (117) zusammen dieselbe Meinung (yvcofirj) 
haben. Und so denke ich, indem ich bete, festen Herzens über 
diesen Glauben {jclötlc) bis zu meiner Vollendung zu wachen". 

57) Lucian, Bischof {sjtlöTcoJtoc) von Toperus, nahm das 
W^ort und sprach: „Man hat den Brief {sJttöTolr/) unseres gott- 
ergebenen und heiligen Vaters, des Bischofes {sjclöxojtoq) Cyrill, 
vorgelesen, den er an den Bischof {ejtlöxojcoc) Nestorius gesandt 
hat. In {xard) allen Punkten hat seine Meinung (yvcofir]) mir 
gefallen, weil sie mit dem Glauben {jtlözig) unserer Väter überein- 
stimmt {6Vfig)(X)V6iv), der in der Metropole {firjTQOJtoXig) Nicaea 
gegeben v^orden ist. Und ich bete, in dieser Weise über ihn 
bis zu meiner Vollendung zu wachen". 

58) Ennepius, Bischof {ejtiöxojtoq) von Maximianopolis "-, 
nahm das Wort und sprach: „Ich habe den Glauben {jülötiq) 
gelesen, der durch unsere Väter in der Stadt {jtoXig) Nicaea ge- 
geben worden ist; ich fand ihn übereinstimmend {6v\U(pcovHv) 
mit dem Brief {sTtiözolr]) unseres heiligen Vaters, des Bischofes 
Cyrill, den er an den Bischof (ijrlözoJtog) Nestorius geschrieben 
hat; und so glaube {jtiörsvsLv) ich und ich stimme {övvsvöoxüv) 
diesem selben Gedanken bei und bete, über ihn unbeweglich zu 
wachen". 

59) Stephanus, Bischof {ejziöxojtog) von Tei'os^, nahm das 
Wort und sprach: „Wir haben den Brief {ejtLOroh]) unseres 
seligen {{laxagtog) Vaters'* und gottergebenen Bischofes {sjtl- 
(jxojtog) Cyrill gelesen und erkannt, daß er übereinstimmt {6t\u- 
rpwvHv) mit dem Glauben {jtiortg), der durch unsere Väter, die 
318 Bischöfe {sjrloxoJioi) , die sich in der Stadt (jtoXig) Nicaea 

1) Mscr.: MAidwpwnid.: B.: iiMd^ptianiÄ.. — 2) Mscr. fehlerhaft: 
AiÄw^idwiioTTnoAic. — 3) Der Grieche: enicuonoQ /liov. — 4) Mscr.: 
niü)T; B.: Iiotcot. 



1. CbersetzAing. Bouiiant S. IIG. 117. 118. 119. Hl 

versammelt hatten, gegeben worden ist. Deshalb stimme (ovfi- 
(pcQVtlv) ich mit ihnen überein: denn so glaube ich {jttörsveivY^. 
(1 18) 60) Malestas, Bischof {ejrlöxojtog) von Aneaton, das zu 
Phrygien 1 gehört, nahm das Wort und sprach: „i^uch ich ge- 
höre dem Glauben {jrloTic) an, der durch unsere heiligen Väter, 
die 318 Bischöfe {ejiiaxojtoi.) , in der Stadt {jto/iig) Nicaea ge- 
geben worden ist; nicht {ov) allein {jiüvop) aber (de), sondern 
(dZXa) auch den Brief {ejitoroXr/), den man jetzt gelesen hat, 
und der unserem heiligen Vater, dem Erzbischof {ccQXf^ejrlaxojtOQ) 
Cyrill, angehört, welchen er an den Bischof {sjtloxojtog) Nestorius 
geschrieben hat, fanden wir übereinstimmend {ovficpcovelv) mit 
dem Glauben {jtlöTic) unserer Väter''. 

61) Aphobius, Bischof {ejclö/COJtoo) der Stadt {jtoXtq) Ko- 
loenon, nahm das Wort und sprach: .,Man hat den Brief {ejn- 
OtoItj) unseres heiligen Vaters und gottergebenen Bischofes 
{sjTiöxojtog) Cyrill dieser großen Synode {övvoöog) vorgelesen, 
und wir fanden ihn übereinstimmend {öt\ug)cov£lv) mit dem 
Glauben {jtlöTig) unserer heiligen Väter, der 318 Bischöfe {sjti- 
oxojüoi), der in der Stadt {jto/ug) Nicaea gegeben worden ist. 
Auch ich stimme {övvevöoxelv) ihm bei, weil ich so glaube 

(jtlöTSVSLVy^. 

62) Maximus, Bischof {ejilöxojtog) (von Assus) in Asien-, 
nahm das Wort und sprach: .,Wie {xara) der gottergebene 
Bischof {ßJtioxoJtog) Memnon berichtet hat {xaTaxid^eöd-aL), so 
glaube {jtLöTizveiv) auch ich, und in dieser Weise stimme {ovv- 
izvöoxüv) ich dem bei". 

63) Dorotheus, Bischof {Ijiioxojtog) von Myrine in Asien, 
nahm das Wort und sprach: „Der Brief {ßjtLöroXt))^ den man 
uns heute vorgelesen hat, und der dem gottergebenen und 
(119) in allen Dingen heiligen, guten Vater, dem Erzbischof 

aQxisJtlöxojtog) Cyrill, gehört, hat volle Übereinstimmung {övfi- 
(poDvla) mit dem Glauben {jctortg), der durch unsere heiligen 
Väter, die 318 Bischöfe {tmöxojtot), gegeben worden ist; und 
so habe ich (stets) geglaubt (j:LaTf:V8tp^^ und glaube {jiiötsveiv) 
(auch jetzt) so". 



1) Der Grieche: MoÖEOiog enioKonog t//? "ylvecov TtokEcog ri'ig 
fI>ovyLag eltze. — 2) Der Gi'ieche: Md^iuog eniozonog "Aqgov xi^g 
\loiag ELTie. 



112 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

64) Eucharius, Bischof {Imöxojco^) von Dorakius, nahm 
das Wort und sprach: „Ich habe trefflich {xaXmq) und richtig 
hinsichtlich des Briefes {tJiLörolrj) unseres heiligen Vaters ^ und 
gottergebenen Erzbischofs (ccQxcejtioxojtog) Cyrill, den er an den 
Bischof (sjtlöxojtog) Nestorius geschrieben hat, erkannt (voüv), 
daß er übereinstimmt {avfKpmpelv) mit dem Glauben (jtloTLg) 
unserer heiligen Väter, der einst in der Stadt {jioXtg) Nicaea 
gegeben worden ist. Deswegen habe ich auch dieselbe Meinung^, 
und so glaube {jtiörevBLv) ich und bete, daß ich in dieser Weise 
lebe und in dieser Weise vollendet werde im Herrn". 

65) Theodorus, Bischof {ajtioxojtog) von Aninesia^^, nahm 
das Wort und sprach: „Ich stimme überein (övficpwvelv) mit 
dem Beschluß {xaraO^eOig) meiner heiligen Väter hinsichtlich 
des Glaubens {jtlöxLg), der in der Stadt {jtohg) Nicaea gegeben 
worden ist, und dem Briefe {ßjiiöToXrj)^ der durch den gott- 
ergebenen Bischof {hjtlöxojiog) Cyrill an den Bischof ihjtiöxojcog) 
Nestorius geschrieben worden ist". 

66) Eudoxius, Bischof {hjiiöxojtog) von Choma, das zu Lycien 
gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich habe das, was durch 
den gottergebenen und heiligen (120) Vater, den Bischof {Ijti- 
OxoJtog) Cyrill, an den Bischof iejiiöxojtog) Nestorius geschrieben 
worden ist, bewundert, da es in dieser Weise übereinstimmt 
{6v[i(p(X)VHv) mit dem Glauben {jtiöTig), der durch unsere heiligen 
Väter in der Stadt (jtoZig) Nicaea gegeben worden ist. Des- 
halb stimme {övi^svöoxeIp) ich (dem) bei und bekenne {oiioXoyElv)^ 
daß ich so denke, wie {xara) unsere Väter ^ einst es beschlossen 
haben {xaTccriO eöd^aiY' . 

67) Philippus, Bischof {ßjiiöxojzog) von Pergamus, nahm 
das Wort und sprach: „Ich stimme (övfKpojpslv) mit dem 
Glauben {jtlöTig) der 318 Bischöfe ißjtlöxojtoL)^ die sich in der 
Stadt {jtolig) Nicaea versammelt hatten, überein; denn nach 
(xaxa) jenen Kanones (xavoveg), die unsere heiligen Väter nieder- 
gelegt haben, stimmt {övfig)G)vslv) auch der Brief {sjiiOToXrj) 
des heihgen Erzbischofes {aQXiejiLöxo:iiog) Cyrill überein mit 
jenen Kanones (xavovsg), und auch ich glaube {jucreveLv) so". 

68) Eusebius, Bischof {Ijciöxojtog) von Magnesia^, nahm 

1) niu)T von B. ausgelassen. — 2) Mscr. fehlerhaft: MÄvnei? 
Aiee-ye. — 3) Der Grieche schreibt: 'Avivrizov. — 4) B. setzt hinzu: 
„saints". — 5) Der Grieche hat noch: t?]? 'Aalag. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 119. 120. 121. 113 

das Wort und sprach: .,Mit dem Glauben (jitörig)^ der durch 
unsere Väter, die 318^ Bischöfe {ejrloxojtoi), die sich in der 
Stadt {jioliq) Nicaea versammelt hatten, gegeben worden ist, 
stimme iov^iqxDvelv) ich überein; der Brief {hjtLOroXri) aber {öi) 
wiederum unseres heiligen Vaters, des Erzbischofes {aQxisJtl- 
oxojioq) Cyrill, hat dieselbe Meinung {yvcofirf), wie jene (eigentl.: 
miteinander); und so glaube {jclötsvhv) ich (auch)". 

69) Tychicus-, Bischof (ejtlöxojcog) von Erythra in Asien, 
nahm das Wort und sprach: .,Ich habe mich überzeugt durch 
meine Augen und die Darlegungen {ajtoösl^etg), die ich durch 
meine heiligen Väter, die Metropolitanen {firjTQOJtoUrat), und 
alle anderen Bischöfe {sjrlöxojroi) der Provinzen {ejiaQxiat) 
kennen gelernt habe, daß sie übereinstimmten (övfzcpcovelv) mit 
dem Glauben {jitoxig) unserer heiligen Väter, wie er in der 
Stadt {jiolLq) Nicaea durch die (121) 318 Bischöfe (ejtlöTcojioi) 
gegeben worden ist, und daß sie auch übereinstimmten {ovii- 
(pcDVElv) mit dem Briefe (8Jit6T0?Jj), der durch den gottes- 
^fürchtigen und heiligen Bischof {sjclozojtog) Cyrill an Nestorius 
geschrieben worden ist. Deshalb bekenne {piioloyelv) auch ich 
und glaube {jiiöxevsLv) so". 

70) Dynatus ^, Bischof {}jiiöxoJiog) des alten Epirus ^ nahm 
das Wort und sprach: „Ich habe den Brief {hjtLöroXrf) gehört, 
der uns -heute in dieser großen, heiligen Synode {övvoöog) vor- 
gelesen worden ist, den unser gottergebener Vater und Kollege 
{-XsLTOvQyog) Cyrill an den Bischof {sjtiöTcojrog) Nestorius 
geschrieben hat; und ich fand, daß er übereinstimmt^ {öh\uq)CQ- 
vtlv) und dasselbe Bekenntnis^ {ofioZoyia) hat, wie der Glaube 
{jtloTig), der in der Stadt {jtolic) Nicaea durch unsere heiligen 
Väter gegeben worden ist. Und auch ich glaube {jitözevecv) so 
und stimme {ovficpcovslv) damit überein". 

71) Theodorus'', Bischof (ijtlöxojrog) von Dodone, nahm 
das AVort und sprach: „Ich stimme {övvevöoxelv) dem bei, was 
unser Vater Dynatus, der Metropolit {(irjTQOJioXhrig)^ erklärt 
hat {xaTarld^eöi^acy^ ß 

1) Mscr. fehlerhaft: nujÄvAviiTLge. — 2) Der Grieche: Emviiog. — 

3) Der Grieche: /lovurog EmGy.onog NiKOTtoXecog ncdccLag 'HTteiQov. — 

4) Mscr. fehlerhaft: nTne^'Aisiö.nHTneipoc. — 5) Mscr.: cTAvc^conei 
(sie!). — 6) Mscr.: ^oaioAouiö.; B.: ^omoAouci. — 7) Der Grieche: 
^(OQoO-Eog. — 8) Mscr.: maioot; B.: mavot. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 8 



1^14 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

72) Herakleon, Bischof {Ijiloxojtoq) von Tralleona, nahm 
das Wort und sprach: „Auch ich wandele in diesen selben Spuren 
der Synode {övvoöoq)^ die in Nicaea durch die 318 Bischöfe 
{sJtLöxojiOL) stattgefunden hat, welche den orthodoxen (oqO^o- 
öo^oq) Glauben {jclaztg) verkündet haben {xrjQvaoi^tpj, und 
wiederum in dieser Metropole {firjTQOJCohg) Ephesus durch diese 
große Synode {ovvoöog), zu der wir uns versammeln. Ich habe 
diese selben Worte und diesen selben Glauben {jtloziq) in dem 
Briefe {sjciOxoXrj) des gottergebenen und heiligen Bischofes 
{ejrldxojcog), unsers großen, ruhmvollen Vaters Cyrill gehört, 
indem auch er (ihn) verkündigte {xrjQvööELv) (122) und uns in 
seinen heiligen Schriften erleuchtete, die mit den 318 Bischöfen 
ißjtLöxoJtoi) übereinstimmen {civfKpcopelp). Ich nun, da ich dies 
erkannt habe, bete, auf daß ich in diesem selben Glauben {jcloTig) 
vollendet werde. Indem ich die Fürbitte {jiQeößela) Eurer Gebete 
erlangt habe, hoffe {eljtiC,uv) ich, diesen selben Glauben {jitcrig) 
bis zu meiner Vollendung zu genießen [axoXavuv) (mich seiner 
zu erfreuen)". 

73) Paralius, Bischof (tJCLöy.ojtOQ) von Andrapon, nahm das 
Wort und sprach: „Auch ich bin ernährt worden in dem 
Glauben {jrlörtg), der in der Stadt {jtoXig) Nicaea durch unsere 
heiligen Väter, die 318 Bischöfe {sjclöxojroc), gegeben worden 
ist, und so glaube ich {jnözsveiv) und stimme (ovf^cpmvslv) 
damit überein; ganz besonders {fiahora) wiederum das, was man 
jetzt uns vorgelesen hat, und das dem gottergebenen und hei- 
ligen Vater Cyrill, dem Erzbischof {aQXLeJtiöxojiog), gehört, fand 
ich in {pcara) allen Punkten in ihrer Erklärung {s^rjyr/Oig) 
ausgebreitet.^ Deshalb stimme (övvsvöoxelv) auch ich bei und 
bete, auf daß ich in diesem selben Glauben {jtlörig) vollendet 
werde". 

74) Archelaus, Bischof {kjtiöTconog) von Myntus, das zu 
Karlen gehört, nahm das Wort und sprach: „Der Glaube {jitöxig), 
voller Frömmigkeit {-svosßrjg) und Heil, der uns durch unsere 
heiligen Väter, die einst in der Stadt {ptohg) Nicaea sich versammelt 
hatten 2, gegeben worden ist, hat*^ dieselbe Form (rvjtog) und 

1) Ä.ige eepooT (sie!) eiroiroigc e£io?V kö^tö. ^co£i ihm ^n t£t? 
e^HXTHcic; B.: „conforme ä leur Instruction". — 2) B.: nTd.iroiyoT 
OM neioToeiiy; Mscr. : nTÄ^TOWoir g>M neioToeiuj, statt: nTö^vccoOT^ 
MneiOToeiuj. — 3) Mscr.: TeTeoirnrevTC ; B.: TeTeoTmevc. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 122. 123. 124. 115 

volle Übereinstimmung {ov{^i(pcovla) mit dem Brief {sjtiöToXrj) 
des heiligen und gottergebenen Vaters, des Erzbischofes (aQ^c- 
ejtiaxojtog) Cyrill; und ich bekenne {oi/oXoyslv), daß ich ebenso 
glaube {jttOTeveiv) und bete, daß ich in ihm vollendet werde". 
(123) 75) Apellas, Bischof {sjiioxojtog) von Kibyra in Karlen, 
nahm das Wort und sprach: .,Auch ich stimme {ovfi(pcoP6iv>) mit 
diesen selben Worten überein und bete, daß ich in ihnen voll- 
endet werde". 

76) Thomas, Bischof {sjtlöxojtog) von Derbe in Lykaonien, 
nahm das Wort und sprach: „Auch ich stimme {Cvvevöoxelv) 
dem Glauben {jitorig) unserer heiligen Väter und dem Brief 
{sjtLöToXrj), der durch den gottergebenen, heiligen Erzbischof 
(ccQXi-s^icf^^ojüog) Cyrill geschrieben worden ist, bei; denn es ist 
derselbe Gedanke und derselbe Glaube {rnoxig), den sie mit- 
einander haben". 

77) Themessius ^, Bischof iljiiöxojtog) von Jassun in Karlen, 
nahm das Wort und sprach: „Was den Glauben (jitörtg) unserer 
heiligen Väter anbetrifft {xazd), die sich in der Stadt {jtolig) Nicaea ^ 
versammelt hatten, die 318 Bischöfe {ajiLöxojtoi), und den Brief 
{ejtiöToh]), der uns jetzt vorgelesen worden ist und der dem 
gottliebenden Bischof {sjtlöxojtog) Cyrill gehört, so hat er volle 
Übereinstimmung {övficfiwvia) mit dem Glauben {jtlörig) unserer 
Väter. Auch ich stimme {övj^svöoxstv) (dem) bei; denn ich 
glaube {jiiOTSvsiv) ebenso". 

78) Spudasius, Bischof (amöxoJtog) von Keramon, das zu 
Karlen gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich habe bis jetzt 
in dem Glauben {jülorig) gelebt, der in der Stadt {jtoXtg) Nicaea 
durch unsere heiligen Väter gegeben worden ist, und ich bete 
in dieser Weise, daß ich diesen selben Glauben {jtiörig) (auch) 
in dem Rest meines Lebens besitze. In ähnlicher Weise {ofioicog) 
wiederum diesen Brief {ejnöToXr/), der durch den gottergebenen 
und heiligen Erzbischof {ccQxajriöxoJcog), unsern verehrten Vatei* 
Cyrill, an den Bischof {Ijtiöxojcog) Nestorius geschrieben worden 
ist, da ich fand, daß sie dieselbe Stimme (d. i. Wortlaut) haben, 
deshalb (124) nehme ich sie an, denn ich habe keinen Wider- 
spruch {avTiXoyia) in ihnen gefunden. Deshalb glaube ich 



1) Der Grieche: Oe^iaziog iTtlöKonog 'laöcov. — 2) nncis 
Kö.iew (sie!). 



11(3 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

{jtiöTizVELv) (ebenso) und stimme {(jvfifßcovelv) mit ihnen allzumal 
überein". 

79) Aphthonetus, Bischof {ajtlöxojcoq) von Heraklia, das zu 
Karien gehört, nahm das Wort und sprach: „Der Brief {bJti- 
OToh]) des heiligen, gottergebenen Erzbischofes (dQ/jejcioxojtog) 
Cyrill ist der Erfolg {övvTVxicc) und die Erklärung (iQfirjvtla) 
des gesunden Glaubens {jilötlq) der Frömmigkeit {-bvoeßr/g), der 
in der Stadt {jtoXic) Nicaea durch unsere heiligen Väter gegeben 
worden ist. Deshalb bekenne ich {(\uokoy6lv), daß ich ebenso 
glaube {jtiöTSvsLv), und bete, daß ich darin vollendet werde". 

80) Philippus, Bischof {Ijtloxojtoq) von Amyson, das zu 
Karien gehört^, nahm das Wort und sprach: „Was den ruhm- 
vollen und himmlischen Glauben {jtlöTig) betrifft (xazd), der 
durch unsere heiligen, in der Stadt {jiohq) Nicaea einst ver- 
sammelten Väter, die 318 Bischöfe {sjtloxojtoi), gegeben worden 
ist, und den Brief {ejiL6ToXri\ der durch den gottergebenen und 
heiligen Vater, den Erzbischof {dgxt^^lct^ojtog) Cyrill, geschrieben 
worden ist, betrifft (Tcard), so hat er volle Übereinstimmung 
{övfifpcovla) mit dem Glauben (jtiöTcg) unserer ersten Väter. ^ 
Und auch ich stimme {övvsvöoxscp) (dem) bei und glaube 
{jtLörevBLv) an die Gottergebenheit meines heiligen Vaters Cyrill". 

81) Phanias, Bischof {sjiloxojtog) von Arkason, das zu 
Karien gehört""^, nahm das Wort und sprach: „Was den himm- 
lischen Glauben (jitörig) betrifft {xara), der durch unsere heiligen 
Väter, die 318 Bischöfe {ejrlöxojroi), einst in der Stadt (jtoXig) 
Nicaea bestimmt worden ist, so hat auch der Brief {ajtLöroXrj), 
der uns heute durch den gottesfürchtigen und heiligen Vater, 
den Bischof {sjttöxoJtog) (125) Cyrill, vorgelesen worden ist, den 
er an Nestorius geschrieben hat, denselben Inhalt, wie der 
Glaube {jilöTig) unserer heiligen, ersten Väter. ^ Und ich bekenne 
{6fiO?Myslv) , daß ich ebenfalls dieselbe Meinung habe ^, und 
stimme {övvevöoxuv) (dem) bei und stimme {oviKpcovelv) (damit) 
überein". 



1) Der Grieche: Oihiroq l7ti6KOTcoq'A^a^6vog Tilg K.aQic(g siize. — 

2) B. hat die Worte: Avit toictic nnnYoTe nujopn nicht übersetzt. — 

3) Der Grieche: Oavlag iTcioxoTtog Tcokecog 'AqtkxOcov Ttjg KaQiag. — 

4) B. hat nnmoTe eTOTivÄ.£i niijopn nicht übersetzt. — 5) B. hat 
ausj>elassen : ä^tco '^ooavo'Aouci -sie othtäwI oco ÄvMei^Tr MneiMce-ye 



I. Übersetzung. Bouriant S. 124. 125. 126. 117 

82) Promachius, Bischof {ejtidxojtoq) von Alinton, das zu 
Karlen gehört, nahm das Wort und sprach: „Auch ich habe 
erkannt, daß der Brief {sjtioroli^) des heiligen, gottergebenen 
Vaters, des Erzbischofs {aQxt^jtLöxojioq) Cyrill, übereinstimmt 
(ovfKpwvüp) mit dem Glauben {jtlözig) unserer heiligen Väter, 
die sich einst in der Stadt {jro/Lig) Nicaea versammelt hatten; 
und deswegen glaube ich {jtiörsveiv) ebenso und denke (so) 
und stimme {övfig)cov6iv) (damit) überein". 

83) Saidas, Bischof (sjtlöxojcog) von Phenus, das zu Salu- 
taria ^ in Palästina gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich 
stimme {övfi^covslv) mit dem Glauben {jtlOTtg) überein, der 
durch unsere heiligen Väter, die sich einst in Nicaea versammelt 
hatten, die 318 Bischöfe (ejtiöxojtoi) , gegeben worden ist, und 
dem, was durch den gottergebenen, heiligen Bischof {ijtlöxojiog) 
Cyrill geschrieben worden ist, und dem, was durch den gott- 
ergebenen Vater Juvenal berichtet worden ist (xaTarldeci&ac), 
das alles mit dem Glauben {jilorig) unserer ersten Väter über- 
einstimmt {övi^Kpcovüv). Deshalb stimme {övvsvöoxetp) auch ich 
dem in Wahrheit bei". 

84) Senekton, Bischof {hjciöxojiog) von Kodrine^, nahm das 
Wort und sprach: „Entsprechend {xaxa) dem Glauben {jtlozig) 
unserer heiligen Väter, wie er vollkommen ^ in der Einheit des 
heiligen Geistes {jivev^a) durch die 318 Bischöfe {ejiiöxojcoc) 
in der Stadt {jtoXig) Nicaea festgesetzt worden ist {ogL^eiv)^ und 
(126) entsprechend {xaxa) dem Brief {sjtLörolri) unseres heiligen 
und gottergebenen Vaters Cyrill, der uns jetzt vorgelesen worden 
ist, glaube {jtcörsvscv) ich auch und stimme {övfKpwvstv) (damit) 
überein". 

85) Johannes, Bischof (Ijilöxojtog) von Senhor, das zu 
Ägypten gehört'*, nahm das Wort und sprach: „Der Glaube 
(jriOTig), der durch die heilige Synode {övvoöog) unserer Väter, 
die sich in der Stadt {jioXtg) Nicaea versammelt hatten, festgesetzt 
worden ist, und der Brief {sjttörol?/), der an den Bischof {ejzl- 
öxojtog) Nestorius durch den heiligen, gottergebenen, ruhm- 
vollen Vater, den Erzbischof {dQxtejiLöxoJtog) Cyrill, geschrieben 

1) Mscr.: eTCd.AoTTd.piew; B.: eTcekAoTTTd^pic. — 2) Der Grieche: 
Heve'/Acov iniöxOTCog nolecog Koögiag uns. — 3) ccxhk efcoA von B. 
nicht übersetzt. — 4) Der Grieche: 'J(oc(vvi]g inioy.onog 'Hcpaiozov 
AvyovGiafjiviyKijg eine. 



11g Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Kon/il. 

worden ist, sie haben ein und dieselbe Ansicht {yvcnfiif) mit- 
einander ^ und ein und denselben Glauben {jtlörig), indem sie 
in Buchstaben (övXXaßal) gleich sind. Auch ich stimme (ovfi- 
(pcovelp) (damit) überein und spende (dem) Beifall und bete, in 
diesem so beschaffenen Glauben {jtiOrig) in der Gnade (;^a(>^g) 
der heiligen Trinität {r^iag) zu leben". 

86) Athanasius, Bischof {IjilöyMJioq) von Parhalius^, das 
zu Ägypten gehört, nahm das Wort und sprach: „Auch ich 
stimme {övfKpcovslv) (damit) überein und folge {jtelOsoOat) diesem 
selben rechten Glauben {jtlorig) unseres heiligen Vaters, des 
Erzbischofes (aQXiejrlöxojiog) Cyrill". 

87) Eusebius, Bischof {sjtlöxojrog) von Ancyra^, nahm das 
Wort und sprach: „Ich habe eine große Übereinstimmung 
(ovfxcpcopla) des Glaubens {jitöxig) erkannt, wie ihn unser hei- 
liger Vater, der Erzbischof {dgxtsjilöxojtog) Cyrill, in seinem 
Briefe {ejtiörolrj) bestimmt hat (oQiC^siv), der denselben Inhalt 
hat, wie der Glaube {jclörig), der durch unsere heiligen Väter 
in der Stadt {jtoltg) Nicaea gegeben worden ist. Deswegen 
stimme (ovpsvöoxslv) auch ich (dem) bei und nehme ihn an und 
glaube {jiLöT£V£Lv) ebenso und spende (dem) Beifall und lehre (so)". 

(127) 88) Theon, Bischof {hjilöxojiog) von Sethroites^, das 
zu Ägypten^ gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich stimme 
überein (övfKpojvslv) mit dem Brief {hjtiöxolrj) des heiligen 
Erzbischofes {aQXtsjtiöxojiog) Cyrill, der volle Übereinstimmung 
(övfKpcQvia) hat mit dem Glauben (jitörig), der einst ^ in der 
Stadt {jcolig) Nicaea durch unsere heiligen Väter bestimmt 
w^orden ist". 

89) Daniel, Bischof (ajtlöxojtog) von Darnis, das zu Ägypten 
gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich stimme {pvvevöoxelv) 
ebenfalls dem Briefe {hjiLöroXrD bei, der uns jetzt vorgelesen 
worden ist und der dem gottergebenen Vater, dem Erzbischof 
{ccQXteJtlöxojrog) Cyrill, gehört, der übereinstimmt {ovncpcovslv) 
mit dem durch unsere heiligen Väter in der Stadt {jtoltg) Nicaea 
gegebenen Glauben (jr/ör^g)". 

1) TCTeoTHTeKTTc; B.: TeTeoTftTevc. — 2) Der Grieche: ^ Ad'avaaiog 
ini(5y.onoq TJagakov. — 3) Der Grieche: Evöeßbog STCLaxoTtog'AöTtövcov 
noXecog 'AyzvQag bItie. — 4) Mscr.: itoe-epoiTHc (sie!). — 5) cthr 
cKHAve von B. nicht übersetzt. — 6) Äineioiroeiig von B. nicht über- 
setzt. — 7) Mscr.: eTenicToAn. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 12G. 127. 128. 119 

90) Makarius, Bischof (ejriöxojtog) von Tkow \ nahm das 
Wort und sprach: „Ich fand dieselbe Anmut (;^«()£g) des heiligen 
Geistes {jtv8h\ucc), sei es (fl're) in dem Glauben {jilartg), der 
durch unsere heiligen Väter in der Stadt {jtoXig) Nicaea ge- 
geben worden ist, sei es (etVf) in dem Brief {ßmöroXi)) des 
heiligen und gottergebenen Erzbischofs {aQXc^Jtlöxojtog) Cyrill. 
Ich habe (ihn) gar sehr bewundert und bete, in ihm auszuharren, 
wachend- über ihn, da er das ganze Menschengeschlecht {-ysvog) 
lenkt und errettet". 

91) Sopatrus^\ Bischof {ejtiöxoJtog) von Septimiake, nahm 
das Wort und sprach: „Ich bewundere unsere heiligen^ Väter; 
denn nicht haben die Worte eines Laien {löicoTrjg) Kraft, sie zu 
empfehlen (öwiöravaL), weil das Wort des Mundes sehr gering ist 
vor ihrer Erhabenheit ^, wenn nicht (et [irjrt) einer sich (128) einer 
großen Gelehrsamkeit {jtatöevöig) rühmt.^ Man hat aber"^ jetzt 
den Brief {sjiiOToh']) unseres heiligen und gottergebenen, ruhm- 
vollen Vaters und Erzbisch ofes {d{r/i£jctöxojtog) Cyrill, vor- 
gelesen, den er an Nestorius geschrieben hat, und wir fanden 
ihn übereinstimmend {övfKpo^velv) mit dem Glauben {jtlöTig) 
der Synode (ovvoöog), die in der Stadt {jioIlq) Nicaea durch die 
318 Bischöfe {ejtlaxoJtoi) sich versammelt hatte. Deshalb glaube 
{jtiOTSvetv) auch ich so und stimme {ovficpcovslv) (damit) überein, 
wie {xara) alle meine heiligen Väter geglaubt {jzlöt^velv) und 
Beifall gespendet haben". 

92) Samuel, Bischof {EJtiöxoJtog) der Pentapolis^, nahm 
das Wort und sprach: „Ich teile {jcLöxevetv) den Glauben 
(jclozig)^ der in der Stadt (jtoZig) Nicaea durch unsere heiligen 
Väter zustande gekommen ist, indem ich ebenso denke (vostv), 
und ich glaube {jitörevetv) noch mehr so, da ich den Brief 
{tJiLöToXr}) unseres heiligen und gottergebenen Vaters, des Erz- 
bischofes («();f^£jr/(Jxojroc) Cyrill, gehört habe". 

93) Strategius, Bischof (tJtloxojtog) von Athrebe, das zur 
Provinz {IjtaQxlci) Augustamiake in Ägypten gehört, nahm das 



1) Der Grieche: MuYM^iog STtiöKOTtog 'Avteov. — 2) Mscr. irrig: 
€Tpoeic. — 3) Z!co6L7iciTQog schreibt der Grieche. — 4) Mscr. nur: 
€tot! — 5) nuÄw^pcAv neT'2iice; B.: ,.i)our reiidre leur elevation". — 
6) ei.uHTei oTev eqiyoTiyoT ävavO'J exii otuO'S' MnÄ-i-^CTCic; B.: „ün 
liomme pourtant les a loues avec uii art magistral" (!) — 7) -^^e ou im Mscr. 
2 mal. — 8) Der Grieche: Zaixovt)k imanonog Jva^ecog Uevt cm6\i(üg. 



120 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Wort und sprach: „Eine volle Harmonie (övficpojvla) und ein 
und derselbe Glaube {jclcrtq) herrscht zwischen dem Glauben 
{jtlöTig), der durch unsere heiligen Väter, die l>18 Bischöfe 
{ejtlöxoJtOL), die sich in der Stadt {pioliq) Nicaea versammelt 
hatten, gegeben worden ist, und dem Brief {IjtLöTolri), den 
man uns jetzt vorgelesen hat, der an den Bischof {IjiiO'aojcoq) 
Nestorius durch den gottesfürchtigen und gottergebenen Erz- 
bischof {aQXL^^i^<^^onoq) Cyrill geschrieben worden ist. Auch 
ich habe diese selbe Meinung (129) und diesen Glauben {jtiöTic), 
Ich glaube (jnörsmLv) (so) und bete, daß ich in diesem selben 
Glauben {jitörig) ausharre in der Gnade (xaQtg) der Trinität 
(rgiag), durch die Hilfe {ßorjü-sca) Gottes und die Gebete dieser 
großen, heiligen Synode (avi^odogy'. 

94) Eusebius, Bischof {sjrlöxojtog) von Delax^, nahm das 
Wort und sprach: „Man hat den Brief (sjtiöToXrj) unseres hei- 
ligen Vaters, des Erzbischofes (agxiejtlöxojüoc) Cyrill, mir vor- 
gelesen, der mit dem durch unsere heiligen Väter in Nicaea 
gegebenen Glauben {jitöriq) übereinstimmt {ovficpmveTv) , und ich 
glaube {jttOrsvstv) ebenso". 

95) Marinus, Bischof {sjilözojrog) von On 2, nahm das Wort 
und sprach: „Der Brief {sjttöToZr/) unsers heiligen Vaters, des 
Erzbischofes (aQxtsJtlözoJtog) , stimmt überein {övfi(pojv£lv) und 
ist völlig gleichlautend mit dem Glauben {jitörcg), der durch 
unsere heiligen Väter in Nicaea gegeben worden ist. Deshalb 
glaube {jrLöTBveip) ich ebenso". 

96) Paulus, Bischof {sjttCxojtog) von Phlagoneos^, nahm 
das Wort und sprach: „Ein und derselbe Glaube {jiiöxig) spendet 
Licht und bleibt bestehen, der von Anfang an durch unsere in 
der Stadt {jtolig) Nicaea versammelten Väter bestimmt ist; jetzt 
aber {öe) wiederum durch diese große, heilige Synode {övvoöog) ward 
er oflPenbar, übereinstimmend {cvfKpmi^eiv) in derselben Harmonie 
{öVfKpcovia), gleichwohl {yMijrsQ) aus^ dem Brief {hjtiöxoh]) 
unseres heiligen Vaters Cyrill, der diesen selben Glauben {jtiöTig) 
predigte, in der Weise des strahlenden Lichtes.'^ Auch ich glaube 

1) Der Grieche: Evöißiog STiloxoTiog NsikovTiokEüjg BTcagilag 
'AgKCiöiag sltcev. — 2) Der Grieche: MaQlvog sjiiöKOTtog ^HhovnoKi- 
T(Zv iTiaQilag Avyovöra^vLTirjg. — 3) Der Grieche: Qkaßcoviag. — 
4) Mscr.: Kd^inep efco'A ^Ti. — 5) ite^e Ävno-yoein eTnpitooir; B.: 
„comme la lumiere du matin". 



I. Übersetzung. Bouriant S. 128. 129. 130. 131. 121. 

(jtiöTsvsiv) ebenso und stimme {övficfcovelv) damit überein ' und 
hoffe {eXjtlCeiv), durch ihn gerettet zu werden, indem ich ihn in 
Christo bekenne {ouoh)yeiv)^^. 

(13n) 97) Metrodorus, Bischof {^jiloxojtog) von Leonton, 
nahm das Wort und sprach: .,Der heilige Glaube {jriöTig), der 
durch unsere in der Stadt (jtoXig) Nicaea versammelten Väter 
gegeben worden ist, und wiederum der uns jetzt vorgelesene 
Brief {ejitöTolt]) des gottergebenen- und heiligen Vaters, des 
Erzbischof es {(cQxisstioxojtog) Cyrill, den er an Nestorius ge- 
schrieben, hat ein und denselben Glauben (jrlOTig) und ein 
und dieselbe Meinung {yvco^itf) in vielen verschiedenen*^ Aus- 
sprüchen {Xi^Eiq). Deshalb glaube {jiiCxhvuv) auch ich ebenso 
und stimme {ov^KpcovElv) (damit) überein''. 

98) Theopempus, Bischof {ßjtloxojtoq) von Gabasson, nahm 
das Wort und sprach: ..Ein überflüssig Ding^ ist es, daß einer 
den Bischöfen {eJiLOxojzoC) Ägyptens das Wort (Rechenschaft) 
über den rechten Glauben {jrioric) abfordert {ajiaiTelv)\ denn 
{yaQ) alle, die zu dieser großen Synode {ovvoöoq) versammelt 
sind, stimmen {övi.i(pcovelv) mit dem orthodoxen {oQd-oöo§,0(;) 
Glauben {jtloxtg) überein, der durch den heiligen Vater und^ 
Erzbischof {dQXt^sjtloxojtog) Cyrill, bestimmt worden ist (oglCeiv). 
Deshalb folgen wir und loben {eTcaLVslv) ihn, weil er überein- 
stimmt {ovficpcovelv) und beistimmt {ovvsvöozhv) dem durch 
unsere Väter in Nicaea gegebenen Glauben {jtioTiqY. 

99) Heraklites, Bischof {ejcloxojioc) von Hnes''% nahm das 
Wort und sprach: „Der Glaube {silötlc} unserer heiligen Väter, 
die sich einst in der Stadt (jtoXig) Nicaea versammelt hatten, 
und der Brief {estiOToXi^) unseres heiligen Vaters, des Erz- 
bischofes {ccQ'/jsjriOxojtog) Cyrill, verkünden allzumal völlig 
Übereinstimmendes {ovficfcovUi) und bekennen {of/oXoyelv) ein 
und denselben Glauben {szlötcq}. Auch ich (131) bin in ihm 
erzeugt und bis jetzt aufgewachsen, und ich bete, daß ich durch 
die Gnade (xaQig) der heiligen Trinitat {rgiag) in dieser selben 
Ansicht (yvcofirj) ausharre". 

1) Ä.TÜ) eicT.uc^touei epoc telilt bei B. — 2) Von B. in der 
Übersetzung fortgelassen. — 3) eTiyofie; B.: „qui concordent". — 
4) Mscr.: oT^cofe hooto: B.: .,une chose importanfe". — 5) Mscr.: 
n*.px^^n'CKonoc; B.: nevp^ienicKonoc. — 6) Der Grieche: 'Hou- 
y.keLÖtjg iTtio/.OKog Trjg Hoay,kcO}i(Zv AQy.ciöiag. 



122 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

100) Zabinus, Bischof {tJtloxojtog) von Schmin^, nahm das 
Wort und sprach: „Der Glaube {jüIötlo) unserer heiligen Väter, 
der einst in Nicaea gegeben worden ist, und der Brief (Ijil- 
öToXri) des gottergebenen Vaters Cyrill haben volle Überein- 
stimmung {övncpmvia). Deswegen stimme (avvsvöoxelp) auch 
ich ihnen bei durch die Gnade (xaQLq) der heiligen Trinität 

101) Heraklites, Bischof {sjtiöxojtog) von Tamiat, nahm 
das Wort und sprach: „Es ist kein Unterschied und keine 
Abweichung in dem Briefe {ejtLOToXrD des gottergebenen und 
heiligen Vaters, des Erzbischofes {aQyLejiiöxoJtoq) Cyrill, gegen- 
über dem Glauben {jicOtic), der einst durch unsere Väter in 
der Stadt {jtoXig) Nicaea gegeben worden ist. Deshalb stimme 
{öviKpmvelv) auch ich mit ihm überein in der Gnade (lagic) 
Christi". 

102) Isaak, Bischof (ijtlöxojiog) von Elearchia, nahm das 
Wort und sprach: „Ich bekenne {ofioZoyelv) von dem Glauben 
{jiLöTLg) unserer Väter und dem Brief {hjuCzoli]) des heiligen 
Erzbischofes {aQXt^jüiöxojtog) Cyrill, daß sie volle Überein- 
stimmung {övticpcovia) zusammen haben. ^ Auch ich stimme 
{övfig)(X)V£lv) mit ihnen überein in der Gnade (xagig) Christi''. 

103) Eutychus, Bischof {kjciöxojtog) von Theudosiupolis, 
nahm das Wort und sprach: „Wie {xara) wir von unserer 
Kindheit an geglaubt haben {jtcOtsvscv), so ist (auch jetzt) uns 
keine Veränderung zuteil geworden durch (132) den Brief {sjti- 
öToXrj) unsers heiligen und gottergebenen Vaters, des Erz- 
bischofes {aQXLejiiöTcojtog) Cyrill, den er an den Bischof {sjzlöxo- 
jtog) Nestorius geschickt hat. Denn (/«(>) wir fanden ihn über- 
einstimmend (ovpKpwvelv) mit dem durch unsere einst in Nicaea 
versammelten 318 Väter gegebenen Glauben (jtlöTcg). Und so 
glaube (jiLOTSvsLv) (auch) ich in der Weise, wie (xara) unsere 
heiligen Väter in dieser großen, heiligen Synode {ovvoöog) es 
eben erklärt haben {xaTaTidsöO^aiY. 

104) Adelphius, Bischof {IjtLOxojtog) von Sai, nahm das 
Wort und sprach: „Der Glaube {jtiöTLg) unserer heiligen Väter, 
den sie einst in Nicaea gegeben haben, und der Brief {fjuatolrj) 

1) Der Grieche: Zaßhog fnloTionog Tlavog InaQiiag Srjßatöog. — 
2) '2ie oTTCTMc^coniik noTtDT TeTu^oon ue^T ^lovcon; B. : „^ui Con- 
corde avec ce que ceux-ci pensaient". 



I. Übersetzung. Bouriaiit S. ISl. 132. 133. 12:^ 

des gottergebenen und gottesfürchtigen Vaters Cyrill haben 
volle Übereinstimmung (öh\uq)covia) allzumal. Auch ich stimme 
{övvEvöoTcüv) (dem) in der Gnade {x'^^qcq) der heiligen Trinität 
{jQLad) bei". 

105) Rhodion, Bischof {Ijiiöxojioq) von Palaia', nahm das 
Wort und sprach: „Der Brief {sjtiOroXrj) unseres heiligen 
Bischofs {ajtlöxoJtog) Cyrill geht durchaus nicht hinaus über 
den durch unsere Väter in der Stadt (jroXig) Nicaea gegebenen 
Glauben {jilöTig). Deshalb glaube (jitörevetv) auch ich (so) und 
stimme {öv^(pcovHv) mit dieser selben Meinung (ypmfirj) überein". 

106) Nestorius, Bischof (LtiiOxojioq) von Sion, das zur Pro- 
vinz {£jtaQXiCi) Asien gehört, nahm das Wort und sprach: „Ent- 
sprechend {xaza) dem Glauben (jtlözig) unserer Väter, die in Nicaea 
sich versammelt hatten, glaube (jtiöTevsir) auch ich, und ich 
fand wiederum den Brief (ejnöToh']) unseres gottergebenen 
Bischofes (sjtloxojtog) Cyrill übereinstimmend {6i\u(p(DV£lv) mit 
dem Glauben (jr/ör^c) unserer heiligen Väter. Auch ich stimme 
{övv£v6ox£lv) (dem) bei und bete, in diesem selben Glauben 
(jrlöTig) zu verharren". 

(133) 107) Anderius, Bischof {hjtiöxojtog) von Chersonesus 
in der Provinz {ejtaQxlcc) Kreta, nahm das Wort und sprach: 
„Wie eine sehr kostbare Salbe ist der heilige Glaube {ptiöxig) 
unserer Vater, die sich in der Stadt {jtoXig) Nicaea versammelt 
hatten; der Brief {ejtiöToXrf) wiederum jetzt unseres heiligen 
Vaters, des Erzbischofes (aQyjSjrlöxoJtog) Cyrill, hat uns von 
neuem noch mehr jenen Wohlgeruch gegeben, und wir fanden, 
da(.s sie volle Übereinstimmung (övfiffcovla) miteinander haben 
und dieselbe Substanz {ovola).'^ Auch ich stimme {cvvEvöoxelv) 
dem bei und glaube {jtLötEVELv) ^ ebenso in der ganzen Zeit 
meines Lebens". 

108) Paulus, Bischof {IjcLOxojtog) von Lampe ^, das zur 
Provinz {tJiaQx'Lci) Kreta gehört, nahm das Wort und sprach: 
„Der Glaube {jtlOTcg) unserer heiligen Väter, die sich in der Stadt 
(jioXig) Nicaea versammelt hatten, und der Brief (^ejitOrolrj) des 
heiligen, gottliebenden Bischofes {ejtioxojiog) Cyrill, des Erz- 
bischofes {(XQXttJtlöxojcog) , ihn habe ich jetzt gehört, und ich 

1) Der Grieche: '^Poöcov iTiioKOnog Flakcaag Ttokecog rijg'Aatac. — 
2) «.Tio TeioTTcYek hoTcoT von B. nicht übersetzt. — 3) eYnicTCTc; 
B.: ..je croirai". — 4) Mscr.: Aö^mhuc; B.: AeKAvnic. 



124 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

fand, daß er dieselbe Übereinstimmung {övfKpcovla) und den- 
selben ' Ruhm hat, wie der Glaube {jtiOTiq) unserer Väter; und 
ich bete, daß ich mit diesem selben so beschaffenen Glauben 
{jtlöTtg) vollendet werde". 

109) Zenobius, Bischof {ejilöxojrog) von Gnossus in der 
Provinz (sjtaQxta) Kreta, nahm das Wort und sprach: „Offenbar 
ist der orthodoxe {oQO^oöo^og) Glaube {jclözig) unserer heiligen 
Väter, die sich in der Stadt {jioXio) Nicaea versammelt hatten, 
und der in jener Zeit^ genau und in voller Übereinstimmung {ov^- 
(pmvia) und ruhmvoll bestimmt {oqlC^slp) worden ist; offenbar"^ 
ist er jetzt geworden durch d^n Brief {ejzLöxoXrj) des heiligen 
(134) Vaters und Bischofes {ejclöxojtog) Cyrill. Deshalb stimme 
{övvevöoxelv) auch ich (dem) bei, auf daß er ausharre mit mir". 

110) Makarius, Bischof {ejtloxonog) von Medjel^, das zu 
Ägypten gehört, nahm das V\^ort und sprach: „Der Brief {ejti- 
öroXri) des heiligen und seligen (ftaxagtog) Erzbischofes {dgxt- 
sjtloxojtog) Cyrill ist vorgelesen worden, und wir fanden ihn 
übereinstimmend {6v^u(pmv£lv) mit dem Glauben (jtlöTig), den 
unsere Vater im heiligen Geist (jrvsvfia) in der Stadt {jtoXtg) 
Nicaea gegeben haben. Deshalb stimme (övvsvöoxelv) ich diesem 
selben Glauben {jzlözig) bei mit ihnen, da kein Unterschied 
{öiacpOQa) im Dogma (öoyfia) ist, sondern {dlla), wie (xard) 
ich gesagt habe, der Glaube {jclözig), der in der Kirche {exxXrjola) 
Gottes durch unsere heiligen Väter gegeben worden ist, hat volle 
Übereinstimmung {öv^Kpmvla) (damit)". 

111) Lampedius, Bischof {sjilöxojcog) von Kasius, das zur 
Provinz {ejtaQxict) Augustamnike in Ägypten gehört, nahm das 
Wort und sprach: „Ich stimme {övvevöoxüv) dem Brief {sjil- 
öToXrj) des heiligen Erzbischofes (dgxts^icixojüog) Cyrill bei, der 
uns jetzt vorgelesen ist und der mit dem Glauben {jiiöTtg) der 
heiligen Synode {övvoöog) unserer Väter, die sich in Nicaea ver- 
sammelt hatte, übereinstimmt {ov^KpcoveZv)''' . 

112) Macedonius, Bischof {ejtiöxojiog) von Schow^\ nahm 
das Wort und sprach: „Was den Glauben {jciörig) der Synode 
{ovpoöog) betrifft (xara), die in der Stadt {jioXtg) Nicaea sich 

1) noTüjT im Mscr. zweimal. — 2) Mscr. : ÄineoToeity; B.: 
ÄineioToeiuj. — 3) ciioX fehlt im Mscr. — 4) Der Grieche: Ma- 
yMQLog ETtLOnonog MsTrjlirm^ — 5) Der Grieche: May.söoviog etii- 
anoTcog ^E^oicog siTte. 



L Übersetzung. Uouriant S. 133. 134. 135. 13G. 125 

versammelt hatte, der uns heute vorgelesen worden ist, so hat 
uns in ihm wiederum der heilige Erzbischof (ccQXi^Ji^loxojrog) 
Cyrill, der denselben Glauben (jtiöTig) hat, durch sein Schreiben 
befestigt. Auch ich stimme {öv^cpcovelv) damit überein und 
(135) glaube (jitörevstv) (so), so lange {oöov) ich lebe; und so 
hat man mich gelehrt zu glauben {jtcörsvetp), denn in diesem 
(Glauben) bin ich erzogen".^ 

113) Ammouius^, Bischof iemoxojioq) von Putow, nahm 
das Wort und sprach: ..Ich stimme ((jVfig)(Dveip) mit dem Glauben 
{jtlöTig) der heiligen Synode (ovi^oöog) überein, der in Nicaea 
durch unsere Väter gegeben worden ist; und wiederum dem 
Briefe {£jtl(jto)Ji) des heiligen Erzbischofes (aQxisjtloxojrog) 
Cyrill stimme {övvbvöotcsIp) ich bei und hoffe {e).jziC,eiv) über 
diesen Glauben {jclörtg) bis an den letzten Tag meines Lebens 
zu wachen". 

114) Ammonius, Bischof {ejtlöxojrog) von Panephesus, das 
zur Provinz {ejraQyJa) Augustamnike gehört, nahm das Wort 
und sprach: ..Ich teile {jziozevSLr) diesen so beschaffenen Glauben 
{jrlOTig) und wache über ihn, der durch die 318 Bischöfe {sjrl- 
oxojtoi) gegeben worden ist. Und wiederum dem Brief {hjiL- 
OToXr]), der durch den heiligen Erzbischof {aQXf-^^i^OxoJiog) 
Cyrill geschrieben worden ist, dem stimme {övvevöoxslv) ich bei; 
denn er stimmt überein {öv^ffcoveTv) mit dem Glauben {jiiöTLg) 
unserer Vater; und so glaube ich {jttöTsveiv) und bete, darin 
auszuharren'".^ 

115) Alypius, Bischof (gjr/öxojTog) von Sele, das zur Provinz 
{tJtaQxlcc) Augustamnike gehört, nahm das Wort und sprach: 
„Ich habe den Brief {kjiiöTolrj) des heiligen, gottergebenen"^ 
Vaters und Erzbischofes {aQXLSJtiöxojtog} ^ Cyrill, gehört, den er 
an Nestorius geschrieben hat; und dieser stimmt überein {övii- 
ffOiVHv) mit dem Glauben {jciöxig) der 318 in der Stadt (jtoXig) 
Kicaea versammelt gewesenen Bischöfe (ejtiöxojioi). Und so 
glaube ich {jitöTeveiv), auf daß ich ^' in diesem orthodoxen 
{oftfhoöosog) Glauben {jtiozcg) sei, (136) und ich bete also während 

1) -xe nTei.Tce>.iioTiyf oXi Te^i; B.: ..ceux qui m'ont ("levr cn eile''. — 
2) Der Grieche: "A^yiwv iTcioKOKog nokccog Bovrov. — 3) Mscr. : cmov 
statt cAiovn. B.: cmot. — 4) uottc doppelt im Mscr. — 5) Mscr.. 
nevp^ienicKonoc: B.: nÄ^p^ieniCKonoc. — 6) eTp^^iycone Airi TeiniCTic 
nopeor^o-oc; B.: „eil restant daiis la Foi orthodoxe". 



I2G Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

des Lebens {ßlog) meiner irdischen Pilgerschaft, in diesem Glauben 
{jtiöTLq) (zu sein) und voller Zuversicht {jtaQQrjolaj vor dem Richter- 
stuhl {ßrjfia) Christi zu stehen". 

116) Perrebius, Bischof {sjtlöxojcog) von Thessalonikos von 
Saltos \ nahm das Wort und sprach: „Der Glaube (jtlöTtc), der 
in der Stadt {jioXtq) Nicaea durch unsere heiligen Väter ge- 
geben worden ist, ist unzerstörbar und unerschütterlich. Und 
ganz besonders {fiahöra) fanden wir ihn übereinstimmend {ovfi- 
(pcDvelv) mit dem Briefe {ejitörolr})^ der durch den heiligen 
Bischof {sJtlöTcojiog) Cyrill gegeben worden ist. Auch ich 
trete bei {ötolxbIv), wie {xara) meine heiligen Väter es berichtet 
haben (Tcatarld söü^aiY^ 

117) Philumeneus, Bischof (^sjilöxojtog) von Kinne in Gala- 
tien, nahm das Wort und sprach: „Den Brief {ejiLöxolrj) des 
heiligen und gottliebenden Bischofes {sjriOxoJtog) Cyrill fanden 
wir üheremstimTnend {övfi^covslv) mit den 318, die sich einst 
in Nicaea versammelt hatten. Auch ich stimme {övi'svöoxstv) 
ihnen bei und glaube {jnOrsvscv) in der Weise, wie {xara) meine 
heiligen Väter zuvor es berichtet haben (Tcararld^söd^ai)''' . 

118) Perigenes^, Bischof {sjiiOxojtog) von Rhinokorura, 
nahm das Wort und sprach: „Was den Glauben {jttörig) betrifft, 
der durch unsere heiligen Vater in Nicaea gegeben worden ist, so 
ist es derselbe ^ heilige Geist {jtvsvfia), der in ihnen wirksam ist 
{ßVBQyelv)^ wie auch in der Seele {}pvx^) und auf der Zunge 
des heiligen, gottergebenen Vaters Cyrill, der einen Brief {sjzi- 
6Tol7\) an Nestorius geschrieben hat, indem er zurechtstellt 
(öioqO-ovv), (137) was er Übles {xaxcog) in der Kirche {£xxXr]Ola) 
geredet. Deshalb wunderte ich mich auch über die Überein- 
stimmung {aviKpcovld), und indem ich zu dem Glauben {jilörtg) 
unserer Väter gekommen bin, stimme {(jvfxcpmvslv) ich mit 
diesen selben Worten überein und mit dieser heiligen Synode 
{övvoöogY^. 

119) Euoptius, Bischof {sjtldxojtog) von Ptolemais, das zur 
Pentapolis gehört, nahm das Wort und sprach: „Ich habe die 
Übereinstimmung {öVfKpatvla) des heiligen Erzbischofes {clqxl- 
sjtioxoJtog) und gottergebenen Vaters Cyrill bewundert (in dem 

1) Der Grieche: IIsQ^sßLog iTilüKOTtog xcov Sszxali%(ßv aaXzav 
eins. — 2) Der Grieche schreibt: 'EQ^oyivrjg. — 3) lioTtoT doppelt 
im Mscr. 



. I. Übersetzung. Bouriant S. 130. 137. 188. 127 

Briefe), den er an den Bischof (ejtloxojtoc) Nestorius geschrieben, 
indem er das zurechtstellte {öioQd ovp) ^ was er Übles {xaxcög) 
gesprochen. Und ich sah, daß in dem Glauben {jtiöxLc) unserer 
heiligen Väter, die sich in der Stadt {jtoliq) Nicaea versammelt 
hatten, keine Abweichung ist. Deshalb stimme {gvvevöoxüv) ich 
dieser ganzen Synode {övvoöog) bei, die mit dem rechten Glauben 
{jtlöTig) übereinstimmt {oviicpmvelvY . 

120) Phibamon, Bischof {sjtlöxojcog) von Kebt', nahm das 
Wort und sprach: „Der Brief {ejtLöxolri) des heiligen Vaters 
und Erzbischofes (aQxt^JtiöxoJiog) Cyrill, der uns vorgelesen 
worden ist-, hat" denselben Inhalt^, wie die heiligen Dogmen 
{öoyi-iaTa), die in der Synode (övvoöog) von Nicaea gegeben 
worden sind. Nicht entbehrt er irgend etwas, um die Ortho- 
doxen {(jQB^oöo^ot) aufzurichten (öloq&ovv) und die häretischen 
{alQSTixd) Dogmen {öoyfiaza) zu zerstören; und so glaube ich 
{jütoteveiv) und stimme {ovfZ(fcovelv) (damit) überein". 

121) Zenon, Bischof {sjclOTCOJcog) von Kurio, das zu Cypern 
gehört, nahm das Wort und sprach: .,Das, was durch unsere 
in Nicaea versammelten Väter bestimmt worden ist (ogl^eiv), 
und, was (138) durch unsern heiligen Vater und Erzbischof 
{aQxis^l^Oxojtog) Cyrill geschrieben worden ist, stimmt {ovfi- 
(pcDVBlv) miteinander überein. Auch wir stimmen {övfKpcovslv) 
(damit) überein und bekennen {oiioXoyelv) diesen selben Glauben 
(jr/ört^)". 

122) Martyrius. Bischof {sjiiozojiog) von Eilaistron, nahm 
das Wort und sprach: „Von Anfang {a(_r/rj) an und von unsern 
Vätern her sind wir in den Kanones {yMvoveg) unserer Väter, 
die sich in Nicaea versammelt hatten, erzogen worden und hoffen 
{eXjtlC^eiv), über diesen Glauben (jtiörLg) zu wachen bis an unsere 
Vollendung. Alsdann aber {öt) haben wir auch den Brief {kjti- 
OTolrj) des heiligen Erzbischofes (ccQXisJcloxojcog) Cyrill gehört und 
gefunden, daß er mit den heiligen Kanones {xavoveg) unserer 
Väter übereinstimmt {övfiffo^velv). Und wir glauben {jtiOTSvetv), 
ihn zu bewahren und die Laien {Xaol), die uns anvertraut sind, 
in ihm".'^ 



1) Der Grieche: 0oißä^(jLcov imOKOTiog Kotcxov ri^g &r]ßc(töog. — 
2) Mscr.: nTd^vcujc: B.: nTd.TOJiyc. — 3) Mscr. : OTiiTei.Tc: B. : OTnTd.c. — 
4) Mscr.: o'y(5?'oAi: B.: oy-^OAi. — 5) nT&.irTÄ.n^oTTu epoor ii^htc 
B.: „que nous instruisons eii eile". 




128 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

123) Hesychius, Bischof {bJiioxojtoz) von Parius, nahm das 
Wort und sprach: „Wenn ich denke an mich allein, daß ich 
aus meiner Provinz {IjtaQxla) fortgegangen hin, und daran, 
daß ich bete für ihn, so befinde ich mich wiederum in diesem 
selben Glauben {jitoriq), der durch meine heiligen in Nicaea 
versammelten Väter bestimmt vs^orden ist {oqlC^eiv). Diesen so 
beschaffenen Glauben {jitötiq) nun hat der heilige, gottergebene 
Erzbischof {dQxisjrlöxojcog) Cyrill noch mehr befestigt durch 
seinen Brief (ejicöToXr/), den er an Nestorius geschrieben hat". 

124) Helladius, Bischof {sjtlöxoJtOQ) von Adramandius ^ 
nahm das Wort und sprach: „Was den Glauben {jtiöTiq) unserer 
heiligen 318 Väter betriff't und den Brief {ejttöToXrj) des heiligen 
Erzbischofes 2 {aQXi£Jiiözojtoq) Cyrill, so glaube {jtiözeveiv) ich 
an sie und werde über diesen derartigen Glauben {jtlöTig) 
wachen". 

(139) 125) Dion, Bischof (sjtlözojtog) von Thebais in 
Griechenland {EXlao)'^, nahm das Wort und sprach: „Der Glaube 
(jrlöTig)^ den ich habe, besteht darin, daß ich das bekenne 
{6fio?.oy£lv), was in der Stadt {jtoltq) Nicaea bestimmt worden 
ist {pQiC^£Lv)A Ich weiß aber {öe) wiederum hinsichtlich des- 
selben Gedankens, den ich habe, von dem heiligen Vater und 
Kollegen {avlXsiTOVQyog), dem Erzbischof {aQXi£:itiöxojioq) Cyrill, 
daß er in seinem jetzt uns vorgelesenen Brief {ßJZLörolrj) den 
Gedanken unserer Väter sicher offenbart hat, indem er an 
Nestorius schrieb". 

126) Andreas, Bischof {ejclöxojrog) von Schmun ^, nahm das 
Wort und sprach: „Entsprechend {xard) dem, was hinsichtlich 
des rechten und gesunden Glaubens {jtlörig) durch unsere hei- 
ligen Väter, die 318 Bischöfe {sjtlöxojtoi), die sich in der Stadt 
{jioXig) Nicaea versammelt hatten, bestimmt worden ist (oglC^etv), 
und entsprechend (xara) dem Brief {ejnorol?])^ der uns jetzt 
vorgelesen worden ist und der dem heiligen, gottergebenen Erz- 
bischof {aQXiB^iözoJtog) Cyrill gehört, den er an den Bischof 



1) Der Grieche: 'AzQCifjLviov. — 2) Mscr.: n*.pxJ£"- B- nd.p= 
Xien. — 3) Der Grieche: ^iov ejiiGy.onog ttoAeco? &}]ßcov. — 4) So 
vielleicht die schwierige, verderbte Stelle: -rnicTic cTigoon nd.y d.\ioK 
neTp«s.£OAvoAouci | e.Tpd.poMo'Aoi:»ei j itviriTÄ.Toopi7e mavoot gii uik^^Y^s. 

TnoAic. — 5) Der Grieche: 'A. i. ^EQfjiovTcokecog riig ßjjßai'öog. 



I 



L Übersetzung. Bouriant S. 138. 139. 140. 129 

(ejtiöxojtog) Nestorius geschrieben hat', mid der mit dem, was 
einst durch unsere Väter, die in der Stadt (jtohg) Nicaea ver- 
sammelten Bischöfe {ejtiöxojtoc), festgesetzt worden ist, überein- 
stimmt {övfupcovslv), so glaube {jtLöTevetv) auch ich und ich 
preise den orthodoxen {6Qd-66oB,oq) Glauben {jtlOTig). Und 
auch die andern Bischöfe {sjilöxojüoi), deren Namen zuvor ge- 
nannt worden sind-, stimmen {övfiqxjovslv) damit überein und 
glauben {jtLöreveiv) ebenso^ in der Weise, wie {xaxa) unsere 
heiligen Väter es bestimmt haben {xaTaxid^eod^aL). Um vieles 
mehr aber {6i) hat der Brief {eJtiOroXrj) des heiligen Erzbischofes 
iaQxt^^ioxojtoc) Cyrill, den er an Nestorius geschrieben hat, 
uns offen"* über den Glauben {jtlöTcg) belehrt". 

Palladius, Bischof {ßjtioxojiog) von Amasias, nahm das Wort 
und sprach: „Es ziemt sich, (140) daß uns der Brief {ejitOTO/Lfj) 
des Nestorius, den der gottesftirchtige Presbyter {jtQsoßvreQog) 
Petrus von Anfang (aQxrj) an erwähnt hat, vorgelesen werde, 
damit ^ wir erkennen, ob auch jener übereinstimmt {öviKpojveTv) 
mit dem Glauben (jr/öTfc), der durch unsere Väter in Nicaea 
gegeben worden ist, oder nicht". 

Und Petrus, der Presbyter {jtQeößvreQog) und erste (jtgifi- 
fiixrjQLog) Notar (voraQLog)^ las den Brief {sjtLöxoXri) des Nestorius 
in {xaxa) folgender Form {rvjtog) vor: 

„Nestorius schreibt dem Tm ^ ev^MßsOTccTq) xal O^so- 

gottesfürchtigen und gottlieben- (piXeörarco ovlXeLTOvQycö Kv- 

den Kollegen {ovlXeiTOVQyog) QiXlcp, NeöxoQiog ev xvglcp 

Cyrill in dem Herrn, zum Gruß yalgeiv: 

(xaiQsiv): Tag fisv xad^ tj^gov vßgsig 

Die Schmähungen zwar (i^fV), rcov d^avfiaorcov oov ygaii^a- 

die Du in (eigtl.: durch) Deinem xmv dcpirjßL, mg fiaxgoß-vfitag 

erstaunlichen Schreiben gegen a^lag largtxrjg xal r^c öia 

mich vorgebracht hast, vergebe rSv jigayfidrojv avratv xaxa 

ich, da (g9c) die Sache von uns xatgov Jtgog avxdg ajtoxgtöecog' 

fordert (djtaLxelv), daß wir Milde o 6e ys öicojtrjg ovx dveyexai^ 

und Heilmittel. gebrauchen (;f()^- 09c fisyav cpdgov slar/Tjß^sir] 

1) B. hat die Worte: TnTÄ^qcek^c tyes. necTcopioc nenicKonoc 
ausgelassen. — 2) Mscr.: nTewirpiypiiiekTt; B.: nTd.nptypnTe..Te. — 
3) evTio eTnicTcire iiTeV^e fehlt bei ß. — 4) Mscr.: ^S ovoTcon^ 
efioA: B.: ^n oTwn^ efeoA. — 5) 'xckä.c fehlt bei B. — 6) Mansi 

IV, S. 892 If. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 9 



-13() Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Oßat) und ihnen in ihren Wer- to^» tclvövvov, tovtov , xad^mq 
ken Antwort {djtoxQcöic) geben, av oloq re m, ov jtQOc fiaxQo- 
Hierbei nun wird niemand in Zoylav djroTSivofievog JtoLr/öao- 
Schweigen an sich halten (xaz- \)ac JteiQaOofiai rrjv öcr/yr/OLV 
tX^öü^ai) können, sondern («2- Ovvzofiov, xov xrjg oxozeiVTJq 
/«) gemäß {Tcara) meiner Kraft, xal dvöjitjtrov (laxQrjyoQlag 
ohne (x^glg) viel Worte, werde vavzLaOfzov fpvlazzofievog' üq- 
ich versuchen, die Angelegen- B^oiiai de aJtb zcov Jtavoocpcov 
heit {vjtoO-söLg) ^ in Kürze an- zr/g arjg aydjtrjg tpcovcöv, ab- 
zugehen, indem ich darüber zag avzoks^sl nagad^ug. zl- 
wache, nicht dunkele und vsg zoivvv al zrjg ^avf/aözrjg 
schwer 2 verdauliche Worte in öov zcov ygafifidzcov ÖLÖaöxa- 
überflüssig langer Rede aus- 2.lag (pojval; rj ayla (prjol yMc 
zusprechen. Ich werde den fisyaXr] avvoöog avzov, zov 8X 
Anfang machen {aQxeödai) mit Oeov jtazgog xazd (pvöLV yev- 
den zahlreichen Aussprüchen vrjd^tvza vlbv iiovoyevrj, zov 
{cpmvat) der Weisheit Deiner ex Oeov dXrj^tvov Oeov dlrj- 
Liebe {dydjtrj) , auf daß ich sie d-ivov, zb g)mg zb ex zov cpco- 
wörtlich {xazd; leB.ig) nieder- zog, zbv Öl ov zd Jidvza jce- 
schreibe. Was bedeuten nun Jtolrjxev o jiazriQ , xazeX^elv, 
die Aussprüche {(pojvai) der öagxcoü^^vai, evavQ^Qmjtrjöai, 
erstaunlichen Lehre Deines ^ Jtaü^elv, apaözrjvat. zavza zrjg 
Schreibens: es sagt die große, örjg d-eoöeßeiag zd Qrjfiata. xal 
heilige Synode {övvoöog)? Der yvmQlC,eig lömg zd öd' dxove 
von Gott dem Vater der Natur de xal zd Jiag^ ruimv, döeX(pt- 
nach {xazd (pvötv) Erzeugte, xtjv vjteg evöeßelag JtaQalveöiv, 
der eingeborene {^uovoyevrjg) ^ xal 9]v o [leyag exelvog Hav- 
Sohn, wahrer Gott von wahrem log zm cpiloviievm jtaQ av- 
Gott, Licht (141) von Licht, zov TifioO-em ÖLSfiaQzvQazo' 
der, durch den der Vater alle jtQoöexe zfj avayvcoöei , z^ 
Dinge geschaffen hat, kam jtaQaxlrjOec, zfj öiöax^. zovzo 
herab, nahm Fleisch {odg^) an, ydg Jtoicov, xal öeavxbv ömöeig 
ward Mensch, starb und stand xal zovg dxovovzdg öov. zl öe 
auf. Dies sind die Worte Deiner ^ot zb ngoöe^e ßovXezat; ozc 
Gottergebenheit, und sicherlich zrjv zwv aylcov exetva>v e§ejtiö- 
{üidvzmg) kennst Du, was Dein ^ zolr^g avayiv(Döx(Xiv üiagdöo- 

1) Mscr. : o-ynoe^ecic; B.: ^TrnoTecic. — 2) Mscr.: ctmok^; B.: 

eTj^MovK^. — 3) Mscr.: nueKc^evY; B.: nnec^evY. — 4) Mscr.: ä\mo- 
uonoi7enHc (sie!). — 5) Mscr. wahrscheinlich: novi, i tibergeschrieben. 



I. Übersetzung. Bouriant S. 140. 141. 



131 



ist. Höre nun jetzt eine brüder- 
liche Lehre, die die Frömmig- 
keit {-evöeßrig) angeht, durch 
uns, die auch jener große 
Paulus seinem geliebten Timo- 
theus bezeugte: ,, Gib Acht (jr()o ö- 
ex^Lv) auf das Lesen, Gebet, 
die Lehre; wenn Du das tust, 
wirst Du Dich und die, welche 
Dich hören, erretten". Was 
bedeutet nun: „gib Acht {jtQoO- 
exetvY'? Daß, indem Du die 
Überlieferungen {jtaQaöoöSLg) 
der Heiligen aus ihren Briefen 
{hjtiöroXai) lasest. Du in einer 
Unwissenheit Dich befandest, 
die einer Verzeihung wert ist, 
da Du denkst, daß man von 
dem, der alle Zeit mit dem 
Vater ist, gesagt hat: er ist 
gestorben. Schau nun jetzt mit 
großer Sorgfalt (axgcßeia) auf 
die Worte {Qyjra) (Aussprüche), 
wenn Du willst, und Du wirst 
den Chor (jogog) jener Heiligen 
unserer Väter finden, die nicht 
von der Gottheit, die in der- 
selben Usie {ovola) ist, gesagt 
haben, daß sie gestorben ist, 
auch nicht (ovöe), daß die, 
welche alle Zeit mit dem Vater 
ist, neu gezeugt worden ist, 
auch nicht (ovöt), daß die von 
den Toten auferstanden ist, die 
den Tempel, der zerstört war, 
auferweckte (aufbaute). Wenn 
Da nun Deine Ohren (Deine 
Aufmerksamkeit) mir zu einer 
brüderlichen {-xara) Heilung 



öiv övyyvcQfirjg a^lav riyvorjöag 
ayvoiav, jtad^r]TOV avrovg sIq?]- 
XEvai vofiiöag rov rm jrarQc 
övvaCöiov Xoyov. eyxvifmv de, 
ei öoxu, TOig Qrjrolg axgißeO- 
reQov. xal rov detov sxst- 
vov Tcöv jiaxeQcov svQrjösig 
XOQOv, ov rrjv ofioovöLov ^eo- 
rrjra Jtad-7]r7]v elgrjxora, ovös 
jtQOörpaTOv ysvrjTTjv rtjv zm 
JiaTQl övvdtÖLOv , ovös ava- 
öra<jav rrjv rov XsXvfi£vov 
vaov avaörrjöaöav. xav fioi 
rag axoag elg aöelcpLxrjv la- 
rgelav jcagaüx^g, avrag ooc 
rag rmv ayicov exelvmv g)m- 
vag jtaQa^Sfispog rrjg xar 
axdvcDv ajtaXXa^m övxotpav- 
riag xal rrjg xara rcöv d^eimv 
yQa<pa>v 6c sxBLvmv, JttOrevo- 
(lev rolvvv sig rov xvqlov 
rj^mv ^Trjöovv Xgcörov , rov 
vlov avrov rov fiovoysvrj. 6x6- 
jtTjOov ojtmg ro xvQiog, ^Itj- 
6ovg, Xgcörog, xal novoysvrjg, 
xal viog, Jigoregov d^svrsg ra 
xoLva rrjg d^sorrjrog xal rrjg 
dv^Qcojtorrjrog, o?g d^efisUovg, 
ovofiara, rors rrjv rrjg svav- 
d^Qcojti^öscog xal rov jca^ovg 
xal rrjg avaöraöecDg ejtoixoöo- 
fiovöi jtaQaöoötv xrX. 



9* 



j^32 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

darbietest, so werde ich Dir 
die Aussprüche {(pcovai) der 
Heiligen vorlegen und Dich 
von der Verleumdung gegen 
sie und die heiligen, von je- 
nen (verfaßten) Schriften {yga- 
(paL) befreien. Wir glauben 
{jnörsvetv), wie sie sagen, (142) 
an Gott den Vater und unsern 
Herrn Jesus, seinen eingebore- 
nen {[iovoyevTJg) Sohn. Blicke 
(achte) darauf: dies bedeutet es: 
der Herr und Jesus und Christus 
und der Eingeborene {[lovoye- 
vriq) und 

(Hier bricht die koptische 
Handschrift ah.) 



IL Untersucliungen. 

Die Lektüre der oben mitgeteilten Übersetzung der kop- 
tischen Akten zeigt uns, daß wir es hier nicht mit einer ein- 
fachen Übertragung der auch sonst uns bekannten griechischen 
und lateinischen Urkunden zu tun haben ^, sondern daß der 
Kopte ein von dem gewohnten in vielen Punkten abweichendes 
Bild der Geschichte des ephesinischen Konzils bietet und Mit- 
teilungen macht, die wir in der übrigen uns zu Gebote stehenden 
Literatur vergebens suchen. Wir hören von der Wirksamkeit 
eines Mönches, dessen Name und Tätigkeit sonst uns unbekannt 
ist, von dessen Existenz wir überhaupt keine Nachricht haben — 
scheinbar wenigstens; wir werden sehen, daß der Name dieses 
Apa Victor in der Tat auch in den griechischen Akten an einer 
weiter unten bezeichneten Stelle ^ zu finden ist — ; wir lesen Briefe, 

1) Auch die Anschauung Amelineau's, unsere koptischen Akten 
seien nur eine einfache Übersetzung eines griechischen Originals, 
ist unhaltbar. Das Ganze muß, wie wir noch sehen werden, in 
Ägypten entstanden sein. — 2) Vgl. unten S. 152 ff. 



II. Untersuchungen. 133 

die von Cyrill an diesen Mönch gerichtet sind, und die uns 
einzig und allein die koptische Übersetzung erhalten hat; wir 
erfahren, daß jene auf das Konzil sich beziehenden kaiserlichen 
Bestimmungen eigentlich das Werk des Kirchenvaters Cyrill 
sind; wir sehen die Gestalt des Kaisers Theodosius in einem 
zum Teil anderen Lichte, als wir es sonst gewohnt sind; wir 
hören, wie es kam, daß Johannes von Antiochien zögerte, recht- 
zeitig zum Konzil sich zu begeben u. a. Darüber kann kein 
Zweifel sein, daß diese Nachrichten, falls sie echt sind, für die 
Kenntnis der Geschichte des ephesinischen Konzils von hoher 
Bedeutung sein müssen. Aber eben die Glaubwürdigkeit der 
koptischen Akten bedarf einer genaueren Untersuchung. Ame- 
lineaus Vorgehen, das Ganze ohne genauere Kritik als historisch 
hinzunehmen, ist unhaltbar. So klar und einfach, wie er meint \ 
steht es mit der Angelegenheit doch nicht. Bouriant hat es 
seinerzeit, als er die Akten zum ersten Male veröffentlichte, 
abgelehnt, auf eine solche Untersuchung sich einzulassen, da 
ihm die kirchengeschichtlichen Kenntnisse, die freilich dazu von- 
nöten sind, fehlten; in der Tat zeigen auch manche Stellen 
seiner Übersetzung, daß er die Verhältnisse, um die es sich 
handelt, nicht klar durchschaut hat; er überließ daher die Unter- 
suchung des koptischen Berichtes anderen, die mehr in der 
Sache stünden, als er selber. 

Die folgende kleine Studie will diese Aufgabe zu lösen und 
vor allem ein Urteil darüber zu gewinnen suchen, welche Stellung 
wir vom kirchengeschichtlichen Standpunkt aus zu den Akten 
einzunehmen haben. Wird uns wirklich durch die Nachrichten 
des Kopten eine Bereicherung unserer Kenntnis der ephesinischen 
Konzilsgeschichte zu teil, oder ist das Ganze, wenigstens so weit 
es nicht an den anderen Quellen zu kontrollieren ist, nur als 
eine Legende zu betrachten, die der rastlosen Phantasie ägyp- 
tischer Mönche ihre Entstehung verdankt? Ist wirklich die Vor- 
geschichte des Konzils so verlaufen, wie sie uns hier dargestellt 
wird? Hat in der Tat jener uns bisher unbekannte Apa Victor 
diese große Rolle gespielt, die ihm hier zugeschrieben wird? 
Und wie haben wir überhaupt über seine Person zu urteilen? 
Diese Fragen, die sich bei der Lektüre unsers koptischen 



1) Vgl. oben die Einleitung. 



134 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Berichtes unwillkürlich uns aufdrängen, soll die folgende Studie, 
soweit wir dazu imstande sind, zu beantworten suchen. Von 
selbst wird sich daraus dann ergeben, ob wir durch den Kopten 
einen neuen Einblick in die Geschichte jenes Konzils erhalten, oder 
ob wir das Ganze als historisch belanglos beiseite legen dürfen. 



1. Das ephesinische Konzil nach der koptischen Schilderung; 
Vergleichung mit der griechischen Darstellung. 

Wir stellen zunächst im Zusammenhange dar, welchen Ver- 
lauf nach den koptischen Akten das Konzil zu Ephesus ge- 
nommen hat. 

Über die eigentliche Vorgeschichte erfahren wir nur wenig 
aus den koptischen Mitteilungen. Und das wenige, was wir 
über sie erfahren, ist aus den Schreiben des Kaisers zu entnehmen 
und enthält nichts, was wir nicht auch sonst aus den griechischen 
Akten wüßten. Der zwischen Nestorius und Cyrill entbrannte 
Streit hatte schon längst dem Kaiser den Gedanken eingegeben, 
ein Konzil zur Entscheidung zu berufen, immer jedoch war er 
durch die Rücksicht auf die Bischöfe, sie nicht zu beunruhigen, 
davon abgekommen. Endlich aber, da der Streit nicht ruhte, 
und der Kaiser fast dazu gedrängt wurde, berief er ein Konzil 
nach Ephesus, zu dem jeder, falls er sich nicht dem Vorwurf, 
ein schlechtes Gewissen zu haben, aussetzen wolle, pünktlich 
zu erscheinen habe.^ Diese Nachrichten enthalten nichts Keues 
für uns. Doch bringen die koptischen Mitteilungen über einen 
wichtigen Vorfall vor Eröffnung des Konzils Nachrichten, von 
denen wir sonst nichts wissen. 

Cyrill von Alexandrien hatte die Einladung zum Konzil 
erhalten. Ehe er sich nach Ephesus begibt, schreibt er einen 
Brief an Apa Victor, einen hervorragenden Mönch {ccQXi^f^ovaxog), 
Archimandrit des Klosters Pbav, und fordert ihn auf, nach 
Alexandrien zu kommen. Pbav (oder Pbov) ^ lag nach Bouriant 
(S. 2) in Ober-Ägypten, in der Gegend, wo Pachomius seine 
Niederlassung gründete, genauer: zwischen dem alten Diospolis 
Parva, heute Hou, und der Insel Tabennisi. Ahnlich urteilt auch 

1) Vgl. oben S. 71. — 2) Der Name wird verschieden ge- 
schrieJaen; ich schließe mich unseren Akten an und schreibe: Pbav. 



II, 1. Die kopt. Schilderung. 135 

Amelineau (La Geographie de l'Egypte, Paris 1893, S. 331 ff.)' 
er nennt den Ort c^fccoov ^ und bezeichnet, mit Recht, diesen 
Namen als sehr berühmt in der Geschichte des christlichen 
Ägyptens, da dort Pachomins sein großes Kloster errichtete. 
Nach der arabischen Überlieferung, so teilt er mit, lag es nahe 
bei Tabennlsi; man konnte in einem Tage von dort hin und 
zurückkehren. Allem Anscheine nach - sollte Victor Cyrill 
nach Ephesus begleiten; eine derartige Notiz muß in dem Briefe 
gestanden haben. In der Tat reist Victor sofort ab und gelangt 
nach einer Schiffahrt von 10 Tagen ^ dorthin. Gleich nach 
Ostern"* aber ändert Cyrill seinen Plan und sendet Victor, statt 

1) Doch sagt er a. a. 0. S. 333: „les Grecs et les Latins ront 
aussi appele fed.Tr et Bau". — 2) Von dem Brief ist uns leider nur 
der Schluß erhalten; vgl. oben S. 4. — 8) Nach Bouriants auf Grund 
von Herodots Angaben gemachten Berechnungen würde die Reisezeit 
ungefähr stimmen. Ein genaues Urteil ist nicht ganz leicht zu 
fällen. Der engl. Verfasser (in „The Church Quarterly Review" Oktober 
1891, Artikel: ,,The Council of Ephesus) schreibt S. 96 Anm. 2: „The 
distance between Faou and Alexandria is more than 600 miles by 
river, and the journey would require a pace of sixty miles a day 
for ten days, a pace which is certainly not usual on the river at 
the present time". Ihm schließt sich der Russe Bolotov in der 
Christ. Tschtenija 1892 in seinem Artikel: „Aus der Geschichte 
der Kirche in Ägypten. Der Archimandrit der Tabenniten Victor 
am Hofe von Konstantinopel im Jahre 481" an. Er schreibt S. 75: 
„Eine solche Schnelligkeit ist ungewöhnlich in der jetzigen Zeit; in 
der Tat, eine solche Reise ist möglich, aber nicht besonders glaub- 
haft". B. stellt große Berechnungen an, um sein Urteil zu bekräf- 
tigen; aber schließlich ist es für uns heute doch schwierig, ein 
absolut genaues Urteil darüber zu fällen, wie lange in jener Zeit 
-^in Schiff gebraucht hat, um von Pbav nach Alexandrien zu gelangen, 
da wir nie genau wissen können, welcher Wind gerade herrschte, 
welche Umstände eine solche Fahrt hemmten oder beschleunigten. 
Wohl kann man ungefälir die Fahrtdauer berechnen und über- 
trieben große oder geringe Angaben zurückweisen; aber eine große 
Vorsicht im Urteil ist hier sicher noch mehr als sonst am Platze. 
Gibt der Kopte daher eine Zeitdauer an, die auch Bolotov für mög- 
lich erklären muß, wie in unserm Falle, so darf m'an sie demnach, 
auch wenn man gewisse Bedenken gegen die Angabe hat, docli nicht 
einfach für erkünstelt ansehen. Die Richtigkeit der Angabe Pbav- 
Alex. = 10 Tage bleibt daher als durchaus möglich bestehen. Auch 
die in Anm. 1 S. 186 mitgeteilte Berechnung Prof Sieglins spricht 
dafür. Der Engländer rechnet nach englischen Meilen! — 4) Nicht 
„Pfingsten", wie das Original angibt; darüber vgl. unten S. 149 ff. 



136 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

ihn nach Ephesus mitzunehmen, nach Konstantinopel, damit er 
dort die Sache der Alexandriner beim Kaiser vertrete. Zugleich 
macht er ihm nähere Mitteilungen über das, was er im Interesse 
der zu Ephesus sich versammelnden Synode bei Theodosius 
durchsetzen solle. Es sind namentlich drei Punkte: 1. Der Kaiser 
solle in erster Linie dafür sorgen, daß das Glaubensdogma 
unberührt bestehen bleibe. 2. Für den Fall, daß irgendvi^ie eine 
Anklage gegen einen Bischof oder anderen Kleriker erhoben 
werde, so solle der Betreffende nicht von ephesinischen Beamten, 
sondern in der Synode oder aber in Konstantinopel verhört 
werden. 3. Nur einen eifrigen Orthodoxen möge der Kaiser 
zum Schutze des Konzils senden; Irenaeus, um den Nestorius 
bitte, möge wenigstens nicht allein nach Ephesus gesandt werden, 
da er ein Parteigänger des Nestorius sei und als solcher nur 
Unfriede stiften werde. — Apa Victor macht sich sofort auf 
den Weg nach Konstantinopel. Kaum dort angelangt i, wird 
er vom Kaiser, der ihn schon kennt und von Sehnsucht ent- 
brannt ist, ihn zu sehen, aufgefordert, zu ihm zu kommen. 



1) Victor trifft an demselben Tage in Konstantinopel ein, da 
Nestorius die Stadt verläßt. Er braucht für die Reise von Alexan- 
drien nach Konstantinopel 24 Tage. Auch dieser Angabe kann 
man Glauben schenken, Herr Prof. Dr. W. Sieglin (Berlin), den 
ich als den besten Kenner der alten Geographie und Verkehrs- 
verhältnisse danach befragte, ob diese Angabe der Wirklichkeit 
entsprechen könne, hat die Liebenswürdigkeit gehabt, mir folgendes 
mitzuteilen: „Ich kann meinen Bescheid kurz dahin präzisieren, daß 
die Frist von 24 Tagen für eine Reise von Alexandrien nach Kon- 
stantinopel durchaus angemessen ist. Das Altertum rechnete im 
Durchschnitt bei günstigem Wind für eine Tag- und Nachtfahrt 
1000 Stadien (164 Kilometer), für eine Tagfahrt allein 500 Stadien 
(82 V2 Kilometer). Ihr Reisender fuhr jedenfalls auf einem Handels- 
schiffe bis Rhodus Tag und Nacht durch das offene Meer. Von hier 
ging das Schiff der Küste entlang und hielt sich selbstverständlich 
an einigen Handelsplätzen je mehrere Tage auf. Wenn wir nun 
annehmen, daß er von einem oder anderem Hafen aus auch einmal 
ungünstigen Wind hatte, so bilden 24 Tage eine Zahl, die keinem 
Bedenken unterliegt. Gewiß ward die Fahrt oft in kürzerer, ebenso 
oft auch in längerer Zeit vollendet. Aber 24 Tage bilden meiner 
Meinung nach einen soliden Durchschnitt". Die Angabe: 24 Tage 
bezeichnet auch Bolotov a. a. 0. S. 77 Anm. 15 als richtig. Dann 
wird man aber Grund und Ursache haben, die andere, oben be- 
•-sprochene Angabe des Kopten mindestens für möglich zu halten. 



II, 1. Die kopt. Schilderung. j 37 

Am folgenden Tage eilt er in den Palast des Kaisers und richtet 
nach einer sehr herzlichen Begrüßung den Auftrag des Cyrill 
aus, freilich ohne dabei Cyrill zu erwähnen; vielmehr erklärt 
der Kaiser hocherfreut, Gott habe wohl den Apa Victor zu ihm 
gesandt, damit er ihm in der Sache des Glaubens ratend zur 
Seite stehe. Und Apa Victor macht dem Kaiser, wie wenn er 
aus eigenem Antriebe nach Konstantinopel gekommen wäre, die 
Vorschläge des Cyrill: die Entscheidung in Glaubenssachen 
möge allein den Bischöfen überlassen bleiben; Irenaeus solle 
auf dem Konzil nicht zugelassen werden; statt dessen möge ein 
christlicher Mann gesandt werden, der sich zu keiner Partei 
halte, sondern in völlig unparteiischer W^eise nur über die gute 
Ordnung wache. Kein Richter solle die Erlaubnis haben, irgend- 
eine Streitsache in Ephesus abzuurteilen; nur in Konstantinopel 
sei der Ort dazu. Davon, daß das Verhör auch in der Synode 
stattfinden könne, spricht Victor, abweichend von Cyrill, nicht. — 
Der Kaiser nimmt die Vorschläge an und läßt sofort in diesem 
Sinne ein Schreiben an die Synode abfassen, das am folgenden 
Tage dem Apa Victor vorgelesen wird. Da aber in diesem 
Schreiben Nestorius an erster Stelle genannt ist, so beanstandet 
Victor das Ganze mit dem Hinweis darauf, die erste Stelle 
gebühre vielmehr dem Erzbischof von Alexandrien, Cyrill. Auch 
hierauf geht der Kaiser ein und befiehlt die dementsprechende 
Änderung. — Der hier gemeinte Brief des Kaisers an das Konzil 
ist uns erhalten; er wird später auch nach dem koptischen 
Bericht ^ auf der Synode verlesen. Daß in der Tat dies Schreiben 
hier identisch ist mit demjenigen, welches der Kaiser nach den 
Angaben Victors verfassen läßt, ergibt sich daraus, daß gerade 
auf die von dem Mönche gemachten Vorschläge darin ein- 
gegangen wird: Sendung des christlich gesinnten Grafen Kan- 
didian, der sich nicht in die Glaubensstreitigkeiten einmischen darf, 
Ermahnung, ein rechtes Glaubensbekenntnis in aller Eintracht auf- 
zustellen, Warnung vor dem Grafen Irenaeus, der vom Kaiser nicht 
gesandt sei, Verbot, in Ephesus einen Prozeß gegen Kleriker zu- 
zulassen; in Konstantinopel sei der Ort dazu. Es ergibt sich also, 
daß nach den koptischen Akten der eigentliche geistige Urheber 
jenes kaiserlichen Schreibens Cyrill und weiterhin Apa Victor ist. 



1) Vgl. oben S. 55 ff. 



l'J8 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Auch über den Verlauf des Konzils geben die koptischen 
Akten uns zum Teil eigenartige Nachrichten. Cyrill kommt, 
wie wir aus einem Schreiben^ erfahren, an demselben Tage 
wie sein Gegner Nestorius in Ephesus an, und der letztere 
fordert alle Bischöfe auf, gemeinsam mit ihm die ovva^iq zu 
vollziehen. Aber die Anhänger der cyrillischen Partei lehnen 
nach längerer Beratung dies Anerbieten ab. Zwar wollen viele 
nun sogleich die Beratungen beginnen, aber Cyrill tritt dafür 
ein, daß man auf die noch abwesenden Bischöfe warten müsse. 
Eudlich, 16 Tage nach der festgesetzten Frist, eröffnet man die 
Sitzungen. Nestorius, dreimal aufgefordert, erscheint nicht auf 
dem Konzil, da noch nicht alle Bischöfe in der Stadt ein- 
getroffen seien. Infolgedessen wird ohne ihn verhandelt; das 
nicaenische Glaubensbekenntnis, Cyrills Brief und das Schreiben 
des Nestorius werden verlesen und, indem alles sich für die von 
Cyrill vertretene Ansicht erklärt, Nestorius abgesetzt. ^ Der 
schon vor der Beratung in Ephesus eingetroffene kaiserliche 
Graf Kandidian, der gegen die Eröffnung war, erhebt beim 
Kaiser Einspruch gegen den Beschluß des Konzils. Aber er 
selber hatte sich in der Stadt wenig beliebt gemacht. Infolge- 
dessen schreibt das Konzil an den Kaiser und beschwert sich 
über den Grafen, der zu Nestorius hält. Aber dies Schreiben 
gelangt erst auf sehr umständliche Weise zur Kenntnis des 
Kaisers. Die Bischöfe Apa Potamon und Komarius, dazu der 
Mönch Apa Victor, begeben sich mit dem Schreiben in den 
Palast; der Kaiser jedoch läßt zunächst nur die beiden ersteren 
zu sich hinein, da er Apa Victor allein sprechen will. Den 
Brief, den die Bischöfe im Auftrage des Konzils überreichen 
wollen, nimmt der Kaiser nicht an. Als betrübt darüber die 
Bischöfe zu Apa Victor hinauskommen, unternimmt er es, das 
synodale Schreiben Theodosius zu übergeben. Nach einer 
längeren Unterhandlung setzt er es durch, daß der Kaiser sich 
den Brief vorlesen läßt. Aus ihm erfahren wir 3, daß Kandidian 
in aller Stille nach Ephesus kam und sich sofort mit Nestorius 
in Verbindung setzte, ja daß er, durch diesen dazu bewogen, 
auf dem Konzil erklärte, er habe auf Befehl des Kaisers eine 



1) Vgl. oben S. 11. — 2) Vgl. den Brief C.s S. llff.; und den 
Bericht über die Verhandlungen S. QQ^. — 3) Vgl. oben S. 15 ff. 



II, 1. Die kopt. Schilderung. 139 

Anzahl Kleriker aus Ephesus auszuweisen ^; zwar erhebt die 
Synode Widerspruch, doch läßt sich der Graf von seinem Vor- 
haben nicht abbringen; er läßt sogar bald darauf, als eine 
Schlägerei zwischen den Klerikern zweier Bischöfe ausbricht, 
widerrechtlich den einen dieser Bischöfe festnehmen und ent- 
läßt ihn nur auf Dräugen des Konzils, verweist ihn aber aus der 
Stadt. Das kaiserliche Schreiben weigert er sich vorzulesen, da 
Johannes von Antiochien noch nicht erschienen sei und das 
Konzil daher nicht eröffnet werden könne. — Über dies Vor- 
gehen des Grafen ist der Kaiser empört; dennoch aber schreibt 
er nicht sofort an das Konzil, sondern erklärt, auch durch Kan- 
didian Nachrichten erhalten zu haben, aus denen hervorgehe, 
daß wider die kaiserlichen Bestimmungen die Synode ihre 
Beratungen begonnen habe, obwohl keineswegs alle Bischöfe 
zugegen waren. Hieraus entwickelt sich ein interessantes Ge- 
spräch zwischen Theodosius und Victor. ^ Während der letztere 
erklärt, Johannes sei zu bestrafen, da er absichtlich zögere und 
den vom Kaiser festgesetzten Termin nicht innegehalten habe, 
verteidigt Theodosius den antiochenischen Bischof, da dieser 
durch eine im Orient gerade herrschende Hungersnot zurück- 
gehalten sei. Victor erkennt diesen Grund nicht als stichhaltig 
an, bringt aber geschickt das Gespräch auf ein anderes Gebiet 
und fragt den Kaiser, was er nun dem Konzil zu schreiben 
gedenke. Und als der Kaiser erwidert, er wolle der Synode 
den Befehl senden, eine neue Beratung zu veranstalten, da er 
durch den Grafen Kandidian erfahren habe, daß sowohl Cyrill, 
wie auch Nestorius abgesetzt sei und zwar Cyrill (und Memnon) 
mit Stimmenmehrheit"^, schlägt Victor dem Kaiser vor, ihn per- 
sönlich nach Ephesus zu senden, damit er ihm zuverlässigere 
Nachrichten überbringe. Der Kaiser erklärt sich bereit, bis 
zum Eintreffen der sicheren Kunde zu warten, doch läßt der 
Text es merkwürdig im Dunkeln, ob Victor selber die Urkunden 
holen soll oder ein anderer.^ 



1) Auf denselben Vorfall bezieht sich augenscheinlich der kleine 
Brief S. 24: über den Brief selber vgl. unten Untersuchungen 3 b. 5. — 
2) Oben S. 20 ff. — 3) Nestorius angeblich mit 14, Cyrill mit 
70 Stimmen. — 4) Vgl. oben S. 24: der Kaiser befahl, „daß er 
sende und die Dokumente beider Parteion bringe". Hiernach scheint 
es, als solle ein anderer die Nachrichten aus Eph. holen; doch sagt 



140 Kraatz, Koptische Akten z. ephes, Konzil. 

DeDnoch sendet Theodosius nach einigen Tagen, durch seine 
Beamten dazu überredet, mit Palladius ein Schreiben an das 
Konzil und befiehlt eine neue und zwar gemeinsame Beratung 
des Dogmas an. Die Synode aber sendet sofort ein Recht- 
fertigungsschreiben an den Kaiser zurück, in dem sie ihr Vor- 
gehen — sie hat inzwischen mit den römischen Vertretern ihre 
Sitzungen beendet und auch Johannes von Antiochien zur Strafe 
für seine Verdammung des Cyrill und Memnon abgesetzt — 
verteidigt und Theodosius bittet, durch Kandidian und fünf 
Abgesandte des Konzils sich persönlich über den Hergang unter- 
richten zu lassen. ^ Der Kaiser ist über dies Schreiben, aus dem 
er ersieht, wie das Konzil sich sträubt, die Verhandlungen von 
neuem zu beginnen, sehr erzürnt; doch unternimmt er nichts 
dagegen. Bald darauf verbreitet sich in Konstantinopel die 
Kunde von der Absetzung des Nestorius, auf Befehl des Konzils 
wird das x^bsetzungsurteil an die Tür des Hauses des Nestorius 
angeschlagen, und die Kleriker in Konstantinopel werden davon 
benachrichtigt. Die eigentliche Absetzungsurkunde war aber 
noch nicht aus Ephesus zum Kaiser gelangt, da Kandidian alle 
Zugänge zu Wasser und zu Lande bewachte und keine Boten 
hinausließ. 

Statt dessen schrieb Cyrill an die Bischöfe Komarius und 
Potamon und an Apa Victor einen Brief, in dem er genau dar- 
legte, wie man vergeblich darauf gewartet habe, daß Nestorius 
seine Anschauungen ändere, und wie man dreimal ihn auf- 
gefordert habe, zur Sitzung des Konzils zu erscheinen, dreimal 
aber die Boten unverrichteter Sache zurückgekehrt seien. Man 
möge den Kaiser darüber unterrichten, daß man, sobald der 
Graf es zulasse, den genaueren Bericht über den Verlauf der 
Sitzungen senden werde. ^ Dieser Brief ist auch an Apa Victor 
gerichtet; die koptischen Akten lassen also nicht erkennen, ob 
Victor wirklich, wie er es vorher dem Kaiser angeboten hatte, 
nach Ephesus gegangen und schon wieder zurückgekehrt ist, 
oder ob er überhaupt nicht aus Konstantinopel sich fortbegeben 
hat. Vermutlich soll man das letztere annehmen. Bald nach 
jenem Schreiben des Cyrill tauchen die eigentlichen genaueren 

der Text nichts davon, daß der Kaiser Victors Anerbieten, persön- 
lich sich zur Synode zu begeben, abgelehnt habe. 
1) Oben S. 29 ff. — 2) Oben S. 40 tf. 



II, 1. Die kopt. Schilderung. j4| 

Berichte über den Verlauf des Konzils in Konstantinopel auf: 
aber niemand wagt es, sie zum Kaiser zu bringen. Wieder ist 
es Victor, der sich dieser Aufgabe unterzieht. Erklärlicher- 
weise ist der Kaiser, der eben noch gehört hat, man halte in 
Ephesus alle Zugänge versperrt, erstaunt darüber, daß plötzlich 
doch jene Urkunden nach Konstantinopel gelangt sind. Aber 
auf seine Frage, wie das zugehe, gibt Victor eine ausweichende 
Antwort: er wisse es nicht, Gott habe vielleicht sie durch die 
Luft gesandt; die Hauptsache sei nur, daß der Kaiser sie be- 
stätige und das Konzil, das seine Arbeit vollendet habe, entlasse. 
Was der Kaiser auf diese kühne Rede geantwortet, wird uns 
leider nicht berichtet; es scheint, als soll man sich nach der 
Meinung des Kopten vorstellen, der Kaiser habe sich wirklich 
dabei beruhigt. Inzwischen wird auch das Volk, das schon 
vorher bei der ersten Nachricht von der Absetzung des Nestorius 
Psalmen singend durch die Straßen bis zum Palast des Kaisers 
gezogen war und erst zum Schweigen gebracht werden konnte, 
als Theodosius den alten Apa Dalmatius zu einer Besprechung 
zu sich hineingerufen hatte *, wieder unruhig, versammelt 
sich — es war an einem Sonnabend — in der Kirche und ver- 
langt, daß man ihm den Bericht des Konzils vorlese. Auf das 
Versprechen eines kaiserlichen Berichterstatters hin, daß am 
folgenden Tage der Wunsch erfüllt werden solle, geht die 
Menge wieder auseinander. Am Sonntage dann erscheint das 
Volk mit demselben Verlangen; vergebens sucht man es hinzu- 
halten; die Nachricht, daß auch Cjrill durch 30 Stimmen ab- 
gesetzt sei, erbittert es noch viel mehr; es lärmt und tobt weiter, 
bis endlich am nächsten Tage die Verlesung des vom Konzil 
gesandten Berichtes erfolgt 2, der eine genaue Darstellung der 
Vorgänge zu Ephesus bringt. Aber dieser Bericht ist nur die 
einfache koptische Übersetzung der griechischen Akten. Da 



1) Oben S. 48. — 2) Die Darstellung Ameline au 's über diese 
Vorfälle (a. a. 0.) ist unrichtig. Er läßt das Ganze zwar auch an 
drei Tagen vor sich gehen, rechnet aber für den ersten Tag den 
Lärm des Volkes vor dem kaiserlichen Palast, bei welcher Gelegen- 
heit Dalmatius zu Theodosius gerufen wurde. Allein dieser Vorfall 
hat sich mehrere Tage vorher abgespielt. Daher bleiben A. für die 
Lärmszene des Volkes in der Kirche nur zwei Tage. Die koptische 
Darstellung jedoch (S. 49 ff.) schildert die Ereignisse wie wir oben. 



142 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

außerdem die Akten mitten im Bericht abbrechen, nur ein 
kleiner Teil uns erhalten ist, so endet für uns auch hier die 
Betrachtung dessen, was wir aus dem koptischen Berichte über 
den Verlauf der Synode zu Ephesus entnehmen können. 

Bei diesem Überblick haben wir den Verlauf des ephe- 
sinischen Konzils zusammen mit den Vorgängen in Konstan- 
tinopel dargestellt. Diese vereinigende Darstellung war not- 
wendig, weil die Ereignisse in Konstantinopel mit denen in 
Ephesus eng zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen. 
Behalten wir das Konzil in Ephesus allein im Auge, so ergibt 
sich nach den koptischen Akten folgender Verlauf: Auf Befehl 
des Kaisers tritt gleich nach Pfingsten die Synode zusammen. 
Bald darauf erhält sie ein mit Hilfe des Apa Victor von cyrilli- 
schen Gedanken geleitetes zweites Schreiben des Kaisers, das 
durch den Grafen Kandidian überbracht wird, der zur Aufrecht- 
erhaltung der Ordnung nach Ephesus kommt. Kandidian aber 
macht sich durch seine Parteinahme für Nestorius derart ver- 
haßt, daß sich die Synode über ihn beim Kaiser beschwert. 
Inzwischen ist Nestorius, nachdem man 16 Tage über die fest- 
gesetzte Frist hinaus auf Johannes von Antiochien vergebens 
gewartet und dann endlich die Synode eröjffnet hat, dreimal 
vergeblich vorgeladen worden und dann nach Verlesung seiner 
Schriften und Vergleichung derselben mit dem nicaenischen 
Glaubensbekenntnis verurteilt worden. Der Kaiser, durch Kan- 
didian von der widerrechtlichen Eröffnung des Konzils benach- 
richtigt, läßt zwar durch seinen Beamten Palladius eine neue 
Verhandlung anbefehlen, aber Cyrill schildert, um das Verhalten 
seiner Partei als ordnungs- und sachgemäß hinzustellen, die 
Vorfälle, die sich bisher ereignet, und bald darauf werden die 
Urkunden über das Konzil veröffentlicht. Daß von der Gegen- 
partei Cyrill und Memnon verdammt worden sind, erfahren wir 
nur nebenbei in der Erzählung der koptischen Akten; der eigent- 
liche Bericht über ihre Verhandlung, der das Genauere darüber 
enthält, ist uns im Koptischen nicht erhalten. 

Die geringe Betonung dieser Tatsache in der dem Synodal- 
bericht vorangehenden Darstellung zeigt uns schon, daß die 
Akten im cyrillischen Sinn und von Anhängern seiner Lehre 
verfaßt sind — , ganz natürlich bei einer Abfassung in Ägypten. 
Und ein näherer Blick auf die Darstellung belehrt uns auch 



II, 1. Die kopt. Schilderung. 143 

darüber, daß der eigentliche Hauptzweck der Akten ist, die 
Wirksamkeit des Apa Victor in das gebührende (oder nicht 
gebührende?) Licht zu stellen. Denn dieser Mann ist die eigent- 
liche Mittelfigur, die alles lenkt und in die rechte Bahn bringt. 
Ehe wir jedoch von ihm näher reden, haben wir die Frage zu 
erörtern: Wie verhält sich der uns noch zu Gebote stehende 
griechische Bericht über das ephesinische Konzil zur Darstellung 
des Kopten? Stimmt er mit ihm völlig überein oder weicht er 
von ihm ab? Und welches sind die eventuell sich findenden 
Abweichungen? Diese Frage wird uns nun beschäftigen. 

Die Lektüre der griechischen Akten zeigt uns, daß der 
koptische Bericht im großen und ganzen mit dem griechischen 
übereinstimmt. Es ist nicht möglich, hier in extenso an der 
Hand der griechischen Akten eine ausführliche Schilderung vom 
Verlauf jener Synode zu geben; ich muß die Kenntnis desselben 
voraussetzen und darf auf die Akten selbst ^ und auf Hefele's- 
und Walch's^ Darstellung verweisen. Nur die Hauptpunkte, die 
für uns hier auch von Bedeutung sind, seien genannt. Nach- 
dem der Kampf zwischen Nestorius und Cyrill schon eine Zeit- 
lang getobt hat, beruft der Kaiser zögernd, auf Wunsch beider 
Parteien, für Pfingsten das Konzil nach Ephesus, auf dem jeder 
Eingeladene, der nicht in den Verdacht kommen wolle, ein 
schlechtes Gewissen zu haben, pünktlich erscheinen soU."^ Das 
Konzil tritt zusammen; Nestorius erscheint vor Cyrill.^ Als 
Vertreter sendet der Kaiser den Grafen Kandidian mit einem 
zweiten Schreiben an die Synode, das den Grafen als den ein- 
zigen rechten Vertreter der kaiserlichen Macht hinstellt, ihm 
befiehlt, sich nicht in die Glaubensangelegenheiten einzumischen, 
und alle Anklagen gegen Kleriker nach Konstantinopel gesandt 
wissen will.^ Die Eröfi'nang des Konzils zieht sich, namentlich 
weil man auf den ausbleibenden Bischof von Antiochien wartet, 
noch eine kurze Zeit hin; endlich, 16 Tage nach der festgesetzten 
Frist, entschließt man sich, ohne Johannes von Antiochien die 
Sitzungen zu eröffnen, da dieser durch zwei Bischöfe hatte 
melden lassen, daß er noch immer nicht erscheinen könne." 
Kandidian protestiert vergebens ^dagegen. Die Verhandlung geht 

1) Mansi, Bd. IV u. V. — 2) Konziliengeschichte, Bd. IL — 
3) Ketzergeschichte V. — 4) Mansi IV, p. 1112. — 5) Hefele, a. a. 0. 
S. 181. — 6) Mansi IV, p. 1117 f. — 7) Mansi IV, p. 1329ff. 



X44 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

in der uns durch den Kopten bekannten Weise vor sich: Nestorius 
wird vergeblich dreimal aufgefordert, sich zu stellen, darauf, 
nach Verlesung der kaiserlichen Schreiben, des Nicaenuras, der 
cyrillischen und nestorianischen Briefe, verurteilt. Kandidian, 
darüber empört, schreibt an den Kaiser; aber auch die cyrillische 
Partei sendet einen Bericht. ^ Theodosius ist erzürnt über die 
Ereignisse und befiehlt in einem Schreiben, welches Palladius 
überbringt, eine neue Verhandlung. ^ Sogleich antwortet die 
Synode in einem dem Palladius mitgegebenen Briefe, recht- 
fertigt ihr Tun und erstattet Bericht über Johannes von An- 
tiochien, der sich erkühnt habe, in einer Spezialkonferenz Cyrill 
und Memnon abzusetzen.^ Danach fährt die cyrillische Partei 
in ihren Verhandlungen fort, setzt auch den Bischof von An- 
tiochien ab und schließt ihre Beratungen mit der 7. Sitzung. 
Obwohl Kandidian alle Zugänge der Stadt bewachen läßt, gelingt 
es der Synode dennoch, einen Brief an die Bischöfe und Mönche 
in Konstantinopel zu senden; der alte Archimandrit Dalmatius 
bringt ihn dem Kaiser und erlangt von diesem die Erlaubnis, 
daß die Synode die Akten übersenden darf.^ Es geschieht; aber 
der Kaiser läßt nun durch seinen Staatsschatzmeister Johannes 
die Häupter beider Parteien absetzen. Nach langen Verhand- 
lungen, auf die wir hier nicht eingehen können, werden schließ- 
lich doch Cyrill und Memnon wieder eingesetzt, nur Nestorius 
bleibt verbannt. 

Diese letzten Ereignisse kommen für uns hier nicht in 
Betracht, da der Bericht unseres koptischen Textes sich nicht 
so weit erstreckt. Ob er überhaupt in seiner Darstellung des 
Konzils von Ephesus so weit gegangen ist, können wir, denen 
das Ganze nur in einem Bruchstücke vorliegt, nicht mehr ent- 
scheiden. Es läßt sich aber — schon nach seinem Standpunkte 
zu urteilen — mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß der 
koptische Bericht von dem durch Johannes von Antiochien 
veranstalteten Konziliabulum nichts berichtet hat. Sehen wir 
davon ab und richten wir unser Augenmerk nur auf den uns 
vorliegenden Text, so erkennen wir, welch große Überein- 
stimmung zwischen ihm und der griechischen Darstellung herrscht. 



1) Man.si IV, p. 1236ff. — 2) Mansi IV, p. 1377 ff. — 3) Mansi 
IV, p. 1421 tf. — 4) Mansi IV, p. 1428. 



II, 1. Die kopt. Schilderung. 145 

Der Kopte steht also mit seinem Bericht auf einer von uns 
noch kontrollierbaren Grundlage. Aber freilich alles, was er 
uns mitteilt, hat doch nicht eine Parallele beim Griechen, und 
in manchen Punkten erscheint seine Darstellung stark gekürzt. 
In letzterer Hinsicht fällt ein Umstand ganz besonders auf: 
Wir wissen aus den griechischen Akten, daß die erste Sitzung 
des Konzils am 22. Juni stattgefunden, und daß nicht nur Cyrills 
Partei, sondern auch Kandidian sofort darüber an den Kaiser 
berichtet hat.^ Infolge dieser beiden Berichte sandte Theodosius 
Palladius nach Ephesus, der im Verein mit Kandidian die 
Ordnung in der Stadt wiederherstellen und eine neue gemein- 
same Sitzung aller Bischöfe veranlassen sollte.- Dies Schreiben 
des Kaisers muß vor der Nachricht über die Absetzung Cyrills 
und Memnons durch die Partei des Johannes von Antiochien 
verfaßt worden sein. Denn: 1. einmal enthält es nicht die geringste 
Andeutung von einer Kenntnis dieses Vorfalles; 2. ist das durch 
den Beamten Palladius dem Kaiser überbrachte Antwortschreiben 
der cyrillischen Partei bereits am 1. Juli verfaßt.^ Das Schreiben 
des Kaisers selbst also, das hiernach Ende Juni in Ephesus 
war, muß spätestens am 27. Juni verfaßt worden sein.'* Am 
27. Juni aber kam Johannes von Antiochien erst in Ephesus 
an^; der Bericht über die von diesem vorgenommene Absetzung 
des Cyrill und Memnon kann also am 27. noch nicht in den 
Händen des Kaisers gewesen sein. Die Nachricht von diesem 
Vorfall erhielt er erst später, und Theodosius sandte dann im 
August ungefähr seinen Staatsschatzmeister Johannes nach Ephesus, 
der sowohl die Absetzung des Nestorius, wie auch die des Cyrill 
und Memnon anerkannte.^' Diese Verhältnisse nun hat der 
Kopte völlig verwirrt; wie man annehmen muß, mit Absicht. 
Nach seiner Darstellung " weiß der Kaiser schon vor der Ab- 
sendung des Palladius, als Victor ihm das Schreiben der Synode, 
in welchem sich diese über Kandidian beschwert, vorlesen läßt, 
von dem Vorgehen des Johannes von Antiochien gegen Cyrill 
und Memnon, eine Unmöglichkeit, wie wir sahen. Und davon, daß 

1) Vgl. Mansi IV, p. 1228ff. — 2) Mansi IV, p. 1377f. — 
3) Vgl. Mansi IV, p. 1421 ff. — 4) Das Datum: 3. Kai. Jul. (29. Juni) 
muß ein Versehen sein. — 5) 5 Tage nach Eröffnung der Sitzungen 
kam Joh. an; da am 22. Juni diese Sitzungen eröffnet wurden, also 
am 27. Juni.— 6) Mansi IV, p. 1396; 1397 f. V, 779.— 7) Oben S. 22. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. IQ 



-146 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

durch seinen Abgesandten Johannes der Kaiser alle drei Häupter 
der Streitigkeit absetzen läßt, berichtet der Kopte überhaupt 
nichts. Weshalb, ist ersichtlich: die ihm höchst unangenehme 
Tatsache, daß der Kaiser Cyrill und Memnon abgesetzt habe, 
suchte er zu verschleiern. Wir sehen hier also, daß der Kopte 
die Tatsachen verwirrt und Wichtiges nicht berichtet hat. 

Ohne Parallele beim Griechen sind die Beschuldigungen^ 
die nach dem koptischen Text die Synode gegen Kandidian vor- 
bringt i; wir hören sonst nichts davon, wenngleich nicht zu 
leugnen ist, daß ein wenigstens ähnliches Verhalten des Grafen 
nach dem Bilde, welches die griechischen Quellen von ihm ent- 
werfen, wohl möglich ist. 

Ebenfalls neu ist die Mitteilung von der Aufforderung des 
Nestorius, es sollten alle in Ephesus zum Konzil versammelten 
Bischöfe mit ihm gemeinsam die ovva^iq feiern. ^ Und daß 
Nestorius und Cyrill an dem gleichen Tage nach Ephesus 
gelangt sein sollen, behauptet nur der koptische Text 3; wir 
hören sonst gerade im Gegenteil, daß Nestorius früher als Cyrill 
in der Stadt sich eingefunden habe.^ 

Aber dies alles sind unbedeutende Abweichungen, über die 
wir zudem weiter unten urteilen werden, wenn wir die Echtheit 
der durch den Griechen nicht zu kontrollierenden Briefe be- 
handeln werden; die Briefe enthalten viel Abweichendes. Eigen- 
artiger ist folgende Nachricht, die ich mir, auf ihre Entstehung 
hin betrachtet, nicht erklären kann: Wir finden beim Kopten 
an einer Stelle^ die Angabe, es hätten besonders 14 Metro- 
politen den Nestorius abgesetzt, 70 Bischöfe dagegen den Cyrill 
und Memnon. Mit diesen Ziffern weiß ich nichts anzufangen. 
Sonst hören wir stets, daß ungefähr 200 Bischöfe, genauer viel- 
leicht 198^' den Nestorius für abgesetzt erklärten. Wen von 
diesen nun der koptische Text mit den 1 4 meint, läßt sich nicht 
mehr feststellen, zumal es den Anschein hat, als sollten es über- 
haupt nur 14 sein, die den Nestorius abgesetzt; wie könnten sonst 
die 70 anderen Bischöfe der Gegenpartei ihnen gegenüber als 
die Mehrheit bezeichnet werden? Unklar bleibt auch, wie der 
Kopte zu der Anschauung gelangt ist, daß Cyrill und Memnon 

1) Vgl. oben S. 15ff.; über den Brief unten II, 3 b. — 2) Oben 
S. 11. — 3) Oben 8. 11. — 4) Vtd. Hefele a. a. 0. S. 181. — 
5) Oben S. 22. — 6) Mansi IV, p. 1212ff. 



IL 1. Die kopt. Schilderung. 147 

von 70 Bischöfen abgesetzt sind. Aus den griechischen Akten ' 
wissen wir vielmehr, daß 43 Bischöfe das Absetzungsedikt Cyrills 
und Memnons unterzeichnet haben. Wie der Kopte auf 70 kommt, 
bleibt dunkel. Vielleicht — aber diese Vermutung bleibt sehr 
unsicher — ist es eine Kombination auf Grand einer guten 
Kenntnis der Vorgänge. Wir erfahren nämlich 2, daß 68 Bischöfe 
ursprünglich Cyrill und Juvenal schriftlich gebeten haben, die 
Synode erst zu eröffnen, wenn Johannes von Antiochien ange- 
langt sei. Nimmt man hierzu noch Nestorius und den in- 
zwischen in Ephesus eingetroffenen Johannes, und meint man, 
daß alle diese auf jenem Konziliabulum zugegen gewesen und 
in die Absetzung des Cyrill und Memnon eingestimmt haben, so 
käme man auf die Zahl 70. Aber diese Kombination ist sehr 
unsicher und widerspricht auch der offenkundigen Tatsache, daß 
43 Bischöfe jene Absetzung für gut befunden haben. Mit den 
Zahlen 14 und 70, die der Kopte bringt, weiß ich daher nichts 
anzufangen; vielleicht liegt hier ein Versehen vor. Ratsam ist 
es, im Auge zu behalten, daß diese Angaben an der Stelle sich 
befinden, an der, wie wir sahen, der Kopte die Tatsachen ver- 
wirrt hat.'^ 

Am wichtigsten endlich, ja für uns, wie wir sehen werden, 
in erster Linie in Betracht kommend, ist eine ganz bestimmte 
Art von Mitteilungen des Kopten, die sich durch den ganzen 
ersten Teil unserer Akten hindurchziehen und beim Griechen 
ohne Parallelen sind: alle Mitteilungen, die sich auf Apa Victor 
beziehen. Von der Tätigkeit dieses Mannes finden wir außer 
beim Kopten nichts. Seine Wirksamkeit aber ist auch die 
Ursache, weshalb die Stellung des Kaisers dem Konzil gegen- 
über eine zum Teil andere ist, als beim Griechen. Die Sendung 
des Grafen Kandidian nach Ephesus und die Befehle, die der 
Kaiser durch ihn der Synode sendet, sind beim Kopten mit 
einem Male nur ein Werk Apa Victors; daß der Kaiser das 
spätere Anklageschreiben der Synode hinsichtlich des Auftretens 
Kandidians beachtet, ist ebenfalls durch jenen Mönch verursacht. 
Nach der koptischen Darstellung hält Theodosius, durch Apa 
Victor, der persönlich in Ephesus Erkundigungen einziehen will, 

1) Mansi IV, p. 1270. — 2) Mansi V, p. 765. — 3) Eigenartig 
findet sich Bolotov a. a. 0. mit der Stelle ab. Darüber vgl. den 
Anhang. 

10* 



148 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

dazu veranlaßt, mit seinem Schreiben an die Synode, das er 
später durch Palladius sendet, eine Zeitlang zurück; ja, man 
wird nicht zu viel behaupten, wenn man sagt, daß der größte 
Teil der Abweichungen des Kopten vom Griechen irgendwie 
mit der von ihm vorausgesetzten Tätigkeit dieses Mannes zu- 
sammenhängt. Mit einem Worte: die koptischen Akten weichen 
namentlich dadurch von den anderen ab, daß sie Apa Victor in 
den Mittelpunkt des Ganzen stellen, von dem doch die andern 
Berichte schweigen. Wir kommen auch hier somit, wie schon 
oben, auf diesen Mönch als auf die Hauptperson der koptischen 
Akten und müssen nunmehr über seine Person uns genauer zu 
orientieren suchen; der Wert oder Unwert der übrigen ab- 
weichenden Nachrichten wird sich dann leicht beurteilen lassen. 



2. Die Persönlichkeit Apa Victors. 

Über die Persönlichkeit des Archimandriten von Pbav, Apa 
Victor, gibt uns der Kopte ein ziemlich klares Bild; da wir 
jedoch im Vorhergehenden bereits den Inhalt unserer Akten 
genauer angegeben haben, brauchen wir hier nur zur besseren 
Orientierung, die gerade in diesem Abschnitte für uns besonders 
von Bedeutung ist, in aller Kürze zu skizzieren, was wir durch 
den Kopten über Victor erfahren. 

Die koptischen Akten schildern uns den aQiipiovaioq, Apa 
Victor als einen dem Erzbischof Cyrill treu ergebenen Mann, 
der zugleich beim Kaiser Theodosius in großem Ansehen steht 
und leicht durchsetzt, was er für gut befindet. Die Kühnheit, 
die er dem Kaiser gegenüber zuweilen an den Tag legt, — vgl. 
z. B, die Art und Weise, wie er Theodosius dazu zwingt, den 
von der Synode übersandten Beschwerdebrief über Kandidian 
zu lesen, oder die dreiste Antwort, die plötzlich in Konstanti- 
nopel erschienenen Berichte aus Ephesus seien durch die Luft 
geflogen — solche Kühnheit, einem griechischen Kaiser gegen- 
über, auch wenn er, wie Theodosius, nur ein Schwächling war 
(„Große Taten, würdig eines Helden, kann man diesem unkriege- 
rischen und wenig soldatischen Herrscher nicht nachrühmen" ^), 



1) A. Güldenpenning, Geschichte des röm. Reiches unter den 
Kaisern Arkadius und Theodosius IL, S. 317. Au einer anderen 



II, 2. Apa Victor. 149 

ist dennoch erstaunlich und ruft unwillkürlich den Eindruck 
hervor, daß Victor bei Theodosius in hohem Ansehen gestanden 
haben muß oder nur eine Phantasiegestalt ist. Aufs klarste 
aber schildern uns die koptischen Akten den Mönch als Man- 
datar Cyrills, der jedem Wunsch seines Herrn gehorcht und 
seiner und seiner Partei Sache, wo er nur kann, zum Siege zu 
verhelfen sucht. 

Aus seinem ägyptischen Kloster Pbav wird er von Cyrill, 
der selber nach Ephesus zum Konzil geladen ist, nach Alexan- 
drien gerufen, offenbar — ein anderer Zweck ist nicht ersicht- 
lich — um Cyrill nach Ephesus das Geleit zu geben; denn die 
Bemerkung Amelineaus, daß Victor gleich zu dem Zweck von 
dem alexandrinischen Bischof nach Alexandrien berufen sei, um 
Instruktionen für sein Verhalten in Konstantinopel zu empfangen \ 
wohin er sich begeben solle, hat nichts im Text für sich; die 
Sendung nach Konstantinopel ist vielmehr ein neuer Gedanke 
Cyrills. Nach 10 Tagen bereits trifft Victor in Alexandrien ein. 
Aber sein Aufenthalt hier ist nur vorübergehend; gleich nach 
Pfingsten — so berichtet der Text — begibt er sich auf Wunsch 
Cyrills nach Konstantinopel, um dort für die Sache der Alexan- 
driner zu wirken und den Kaiser zu bewegen, der Synode ein 
Schreiben zu senden, dessen Inhalt ihm von Cyrill genau vor- 
geschrieben ist. Diese Zeitbestimmung „gleich nach Pfingsten" 
(genauer: „nach der heiligen Pfingstwoche") ist sicher ein Fehler, 
wahrscheinlich des Abschreibers. Victor reist, nach Angabe des 
Kopten, am 26. des Monats Paremhotep, das ist am 22. März, 
aus seinem Kloster ab und gelangt nach zehntägiger Fahrt am 
5. des Monats Parmute, d. i.. am 31. März, in Alexandrien an. 
Nun heißt es weiter, daß er nach der heiligen Pfingstwoche 
durch Cyrill aufgefordert wurde, nach Konstantinopel zu gehen, 
und daß er eine Denkschrift zu diesem Zweck erhielt. Allein 
zu Pfingsten war Cyrill nachweisbar bereits in Ephesus; Pfingsten 



Stelle, als G. von dem Brief des Kaisers an Cyrill, bei Berufung 
des Konzils, redet, sagt er von diesem Schreiben, es zeuge „von 
einem recht männlichen und energischen Sinn, welcher sonst an 
ihm (dem Kaiser) nicht zu bemerken ist'* (S. 294). 

1) a. a. 0. S. 213: „Cyrille mandait ä Victor d'avoir toute affaire 
cessante ä se rendre a Alexandrie pour y prendre ses ordres et partir 
ensuite pour Constantinople". 



150 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

fieli auf den 7. Juni 431, d. i. der 13. des Monates Paoni.2 
Wurde also nach Pfingsten der Mönch Victor nach Konstan- 
tinopel beordert, so hätten wir folgende Situation anzunehmen: 
1. daß Cyrill damals bereits in Ephesus war; 2. daß Victor, wie 
es auch nachher ausdrücklich heißt, damals noch in Alexandrien 
sich befand (er reist ja von A. nach Konst.); 3. daß er nach 
dem 13. Paoni (7. Juni) abgereist sein müßte. Aber wie steht 
es nun? Davon, daß Cyrill sich damals schon in Ephesus 
befand, ist nicht die Rede; und vor allem: Victor reist am 2. 
des Monates Paschons, d. i. am 27. April, bereits aus Alexandrien 
fort und trifft am 25. desselben Monates, d. i. am 20. Mai, in 
Konstantinopel ein. Danach ist die Aufforderung Cyrills an ihn, 
sich nach jener Stadt zu begeben, also lange vor Pfingsten 
erfolgt. Hier liegt demnach ein vollkommener Widerspruch vor. 
Nun ist an und für sich schon merkwürdig, daß Victor erst 
nach Pfingsten sich nach Konstantinopel begeben haben soll. 
Das wäre für seinen Auftrag, den er empfing, zu spät gewesen, 
da zu jener Zeit die Synode sich schon versammelte. Und was 
hat Victor in der ganzen Zwischenzeit in Alexandrien angefangen? 
Dazu kommt, daß die Denkschrift, die Victor erhält, voraussetzt, 
Cyrill sei noch in Alexandrien und wolle erst nach dem Fest 
sich nach Ephesus begeben.^ Mit dem Fest kann hier nur 
Ostern gemeint sein, das in jenem Jahre auf den 19. April = 
24. Parmute fiel. Demnach ist die Bemerkung, Victor habe 
nach der heiligen Pfingstwoche die Aufforderung erhalten, nach 
Konstantinopel sich zu begeben, ein Versehen. Es muß heißen: 
nach der heiligen Osterwoche. Diese Angabe paßt dann vor- 
züglich zu den ganzen Verhältnissen und paßt auch zu der kop- 
tischen Notiz, Victor sei am 2. Paschons, d. i. am 27. April, 
aus Alexandrien fortgereist. So ist er in der Tat vor Pfingsten, 
vor Beginn des Konzils, in Konstantinopel gewesen. Hier setzt 
er beim Kaiser, der ihn freundlich empfängt, durch, daß dieser 
in Cyrills Sinne einen Brief an die in Ephesus versammelte 
Synode sendet, und erreicht auch, wie wir oben sahen, eine 
Korrektur der von Theodosius verfaßten Adresse dieses Schreibens. 

1) Vgl. Hefele a. a. 0. S. 181. — 2) Der Beginn der Synode 
nämlich war der 22. Juni = 28. Paoni; vgl. Hefele a. a. 0. S. 183. — 
3) „So Gott will, w^erden wir nach dem heiligen Fest uns beeilen, 
aus Alexandrien nach Ephesus fortzugehen". 



IT, 2. Apa Victor. 151 

Apa Victor, der kleine Mönch des ägyptischen Klosters, der 
Mandatar Cyrills. tragt den Sieg davon über Theodosius, den 
Freund des Nestorius. Bald darauf findet Victor Gelegenheit, 
in noch weit auffälligerer Weise seinen Willen dem Kaiser 
gegenüber durchzusetzen. Er zwingt Theodosius, sich das Be- 
schwerdeschreiben über Kandidian vorlesen zu lassen, und ver- 
teidigt gegenüber den Vorwürfen des Kaisers die Synode, die, 
ohne auf Johannes von Antiochien zu warten, ihre Sitzungen 
eröffnet hat. Er bittet endlich den Kaiser, ihn nach Ephesus 
zu senden, damit er ihm genaueren Bescheid über die Vorfälle 
in jener Stadt bringe. Daß er in der Tat dorthin aufgebrochen 
ist, meldet der koptische Bericht nicht. Ob der Kaiser wirklich 
Victor Erlaubnis zu dieser Reise gegeben hat, bleibt beim Kopten, 
wohl absichtlich, unklar. Aus seiner Darstellung gewinnt man 
den Eindruck, daß der Mönch Konstantinopel nicht verlassen 
hat, wenngleich freilich auch „viele Tage" (vgl. oben S. 25) ver- 
«fingen, ehe Victor wieder beim Kaiser erscheint, der Mönch 
also inzwischen die Reise wohl bat machen können. Jedenfalls 
ist es Victor wieder, der dem Kaiser den auf geheimnisvolle 
Weise in die Residenz gelangten Bericht der Synode mit jener 
kühnen, oben genannten Bemerkung überreicht. Theodosius 
nimmt auch dies ruhig von dem Mönch entgegen; Apa Victors 
Wille wird durchgesetzt. 

Dies sind die Nachrichten, die wir aus den koptischen Akten 
über Apa Victor erhalten. Mehr erfahren wir nicht von ihm; 
was die Akten nach dem zuletzt erwähnten Gespräch mit dem 
Kaiser bringen, ist nur die Übersetzung der griechischen Konzils- 
akten; von Victor und seiner Tätigkeit ist nicht mehr die Rede. 
Aber die kurze Zusammenfassung der Nachrichten über jenen 
Mönch bestätigt die Bemerkung, welche wir oben gemacht, daß 
Victor uns dargestellt wird als ein treuer Parteigänger Cyrills 
und zugleich als ein beim Kaiser angesehener Mann, der sich 
geradezu erstaunliche Kühnheiten herausnehmen darf. Von einer 
solchen Persönlichkeit müßten wir auch sonst, abgesehen von 
unseren koptischen Akten, hören; denn es ist undenkbar, daß 
ein Mann von einem derartigen Ansehen und Einfluß in der 
Literatur sonst nicht erwähnt sein sollte. Ein Schweigen der 
übrigen Literatur über Victor wäre jedenfalls der Geschichtlich- 
keit jenes Mönches gefährlich. 



J52 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Scheinbar ist in der Tat die koptische Nachricht das 
einzige, was man über Apa Victor weiß.^ Von seiner Wirk- 
samkeit oder seiner Gegenwart auf dem Konzil zu Ephesus 
hört man im allgemeinen nichts, so daß man bei der Lek- 
türe unserer Akten leicht zu der Ansicht gelangen könnte, 
daß Victor nur eine erdichtete, nicht aber eine historisch 
nachweisbare Persönlichkeit sei. Allein dies Urteil ist zu 
korrigieren. Es findet sich wenigstens doch eine geschicht- 
lich wertvolle Notiz über Victor^ auch außerhalb der kop- 
tischen Akten, eine Notiz, die freilich, da sie ziemlich versteckt 
steht, leicht übersehen werden kann: In einer Verteidigungs- 
schrift Cyrills von Alexandrien an den Kaiser Theodosius, 
die uns griechisch und lateinisch erhalten ist, ist auch eine 
für uns wertvolle Bemerkung über Victor enthalten.*^ Sie steht 
dort in folgendem Zusammenhange: Cjrill beginnt mit einem 
Lobpreis der Milde und Gerechtigkeit Gottes und in Parallele 
dazu der des Kaisers. Er führt den Nachweis, daß alle Priester 
da seien zum Wachen über den rechten Glauben und sich 
durch Trägheit eine schwere Verantwortung zuziehen. Da- 
durch will er sein Verhalten dem Nestorius gegenüber recht- 
fertigen. Dieser sei zum Bischof von Konstantinopel gewählt 
worden, weil man ihn für einen gläubigen (d. h. natürlich im 
cyrillischen Sinne orthodoxen) Mann gehalten; nun aber habe 
sich das Gegenteil herausgestellt; selbst in Ephesus sei er kühn 
und lästernd aufgetreten. Daher hätten mit Recht die ortho- 
doxen Kleriker gegen ihn Front gemacht. Cyrill schildert im 
Anschluß hieran die angeblichen Ruchlosigkeiten des Nestorius 
und tadelt ganz besonders auch das Verhalten des antiochenischen 
Bischofes Johannes, der ihn, Cyrill, wohl in heuchlerischer Weise, 
bisher Freund genannt habe; auch sei es eine Kühnheit von 
ihm. Höherstehende einfach abzusetzen. Da er sich seines Un- 
rechtes wohl bewußt sei, so sei er auch nicht auf der Synode 
erschienen, um dort etwa seine Anklage vorzubringen; ihn habe 
das böse Gewissen daran gehindert. Er aber, Cyrill, habe stets 

1) Auch Amelineau hat sich nicht die Frage vorgelegt, ob 
Victor überhaupt eine geschichtlich nachweisbare Persönlichkeit sei 
oder nicht. — 2) Der einzige, der auf die Stelle schon hingewiesen 
hat, ist, wie ich nachträglich erfahre, Bolotov; aber er deutet sie 
anders; vgl. darüber den Anhang. — 3) Mansi V, p. 253. 



II, 2. Apa Victor. 153 

große Sehnsucht nach dem Kaiser gehabt und damals, als die 
Gesandtschaft an den Kaiser geschickt wurde, es sich gewünscht, 
einer der Gesandten sein zu können. Daß er jetzt von seinen 
Gegnern so bedrängt werde, sei ihm zwar schmerzlich, doch 
tröste er sich mit der Erkenntnis, daß zu allen Zeiten die Pro- 
pheten um Gottes und der Gerechtigkeit willen verfolgt worden 
seien. Christus selber sei es so gegangen, und er habe ein ähn- 
liches Schicksal seinen Jüngern vorausgesagt. Hierauf folgt die 
Stelle über Victor mit diesem Wortlaut: .^IlejteiQaTat ovv sfiol 
TCJV ex yXcDTT/jg axaXlvov ßslcöv xal o ayanriToc, fiovaOTrjQ 
BlxTODQ' sjt£(p7iu6öav /«() Ttvsg avTcp rmv ra;^« jtov rpsvörj- 
yoQBlv siood^orcDV, ort xal avzog tmv axTOJtcov xiva jie(f)XvaQrix£ 
xax kpiov' ojOTS xal acpiyiiivov sig ttjv Ecpeölcov jtQog (le 
xaryjTicovTO ö(p66Qa rcöv ajto xrjg ayiag övvoöov xivig' y.aXXov 
ÖB xal aJtsOTQa(pr}öav aJtavrsg wg eva tcqv avoöicov fzsiicOr]- 
xoreg' dtaTezeZexaöc xal jtaxQaXolav opofid^ovrsg, xal aösX- 
(poxTüVOv, xal ööa rovroig törl TtaganlrjOia' xal xovro yvovg o 
jtQeößvrr^g, jtXsiötcqv oömv avxbv jtSQUöxrjxoxcov ayiwv ejtt- 
oxonmv, avaxelvag xag x^^Q^? ^^^ ^^^ ovqavov , onmiioxev 
aövPTj&mg, xaxd X6 xov aylov ßajtxlöfiaxog xal xmv öejtxcöv 
xov XqlOxov ^vöxrjQLCov , [iTjöev havxm ovvetÖBvai xolovxo. 
ovxcog X£ fioZig aym xal avxog löxvödfirjv rag xcqv Ivjiov- 
fiipcov d^eQajtevöat ipvxdg^^. Aus dieser Notiz geht hervor, 
1. daß der Mönch Victor dem Kaiser irgendwie bekannt gewesen 
sein muß. Wie sollte sonst Cyrill darauf kommen, in einem 
Brief an Theodosius gerade von diesem einen der zahlreich vor- 
handenen Mönche in so ausführlicher Weise zu reden? 2. daß 
Victor auf dem Konzil gewesen und zwar nach Cyrill dorthin 
gekommen ist, denn darauf weisen die Worte hin: afpiy^ivov 
Hg xrjr 'Erpeölojv JiQog iie. Vielleicht darf man sogar hieraus 
entnehmen, Cyrill selber habe ihn zu sich kommen lassen? 
3. daß Victor von verleumderischen Menschen dort angeklagt 
worden ist, als arbeite er dem Cyrill entgegen, und daß sich 
infolgedessen viele der auf der Synode gegenwärtigen Bischöfe 
von ihm abwandten; 4. daß er sich erst durch einen Eid von 
dem Verdacht befreite; 5. daß Cyrill selber an die Beschul- 
digung Victors nicht glaubte und daher die aufgeregten Gemüter 
beruhigte. 

Dies ist die einzige klare Notiz, die, soviel ich sehe, wir 



154 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

über Victor noch haben J Und daran, daß wir es hier mit dem- 
selben Mönch zu tun haben, wie in den koptischen Akten, kann 
kein Zweifel sein. Der Name, die ehrende Bezeichnung ayajtri- 
xoq^ die Anhänglichkeit an Cyrill, die dieser Victor trotz der 
Verleumdungen anderer an den Tag legt, und der Wert, den 
Cyrill, wie der Schluß der Stelle lehrt, seiner Person beimißt, 
zeigt uns deutlich, daß an beiden Orten, beim Kopten sowohl, 
wie in jenem Brief Cyrills an Theodosius, von ein und demselben 
Victor die Rede ist. Freilich bleibt es zunächst ein Rätsel, wie 
ein Mann mit solchen Anschauungen und solcher Freundschaft 
für den alexandrinischen Bischof, wie es doch jener Apa Victor 
der koptischen Akten ist, plötzlich in den Ruf kommen kann, 
gegen Cyrill zu arbeiten. Aber auch darüber vermag jene 
griechische Stelle, verglichen mit unserem koptischen Bericht, 
uns Aufschluß zu geben. 

Die Anklage selbst, die man gegen Victor erhoben hat, 
wird uns vom Griechen nicht mitgeteilt; allein, welcher Art sie 
war, läßt sich noch deutlich erkennen. Zunächst ist so viel klar, 
daß die Ankläger nicht in den Reihen der Nestorianer etwa, 
sondern im Lager der cyrillischen Partei zu suchen sind. Ist 
es schon schwer erklärbar, wie Nestorianer den Mönch Victor 
bei Cyrill hätten beschuldigen können, daß er gegen ihn arbeite, 
so werden erst recht Nestorianer einen Mann, der gegen Cyrill 
arbeitete, nicht ütargaloiaq und aöel<:poy.r6voq genannt haben. 
Auch zeigen uns die Worte: xaTXlXimvro ocpoÖQa xmv ajto ttjc, 
ayiaq övvoöov riveg, daß wir in den Reihen der Anhänger 
Cyrills selber die Ankläger zu suchen haben. Und die Beschul- 
digung war eine so schwere, daß (scheinbar in einer feierlichen 
Sitzung) in Gegenwart vieler heiliger Bischöfe Victor sich durch 
einen Eid reinigen muß. 

Was wurde ihm vorgeworfen? Man beschuldigte ihn, er 
habe gegen Cyrill gearbeitet; man nannte ihn jtarQaloiaq, 
aöeXfpOTCTOVog und haßte ihn cog eva rcöv avoöicov. Dies alles 
zeigt uns, daß Victor beschuldigt wurde, im nestorianischen 
Sinne gewirkt zu haben; daher die starken Ausdrücke: avoöiog, 

1) Ich sehe hier vorläufig noch von den weiter unten zu be- 
sprechenden Stellen der SchenutebiogTaphie ab, weil diese — Avie 
ich nachweisen werde: fälschlich — von einem Victor von Taben- 
nisi reden. 



II, 2. Apa Victor. 15 5 

jtaxQaXolaQ, d6£?.cpoxr6vog: daher auch der Reinigungseid und 
der Unwille der aytot tjtlöxojtoi. Victor ist in den Verdacht 
gekommen, dem Cyrill entgegengearbeitet und für die Nesto- 
rianer ^ gewirkt zu haben. W^ie war das möglich? Daß die 
ganze Beschuldigung eine Verleumdung war oder zum mindesten 
auf einem Mißverständnis beruhte, zeigt der Eid, den Victor, 
man darf sagen ehrlich, schwört. Auch ist es vollkommen un- 
wahrscheinlich, daß ein ägyptischer Mönch in nestorianischem 
Sinne wirken sollte. Wie und wo aber kann Victor in einen 
solchen Verdacht geraten sein? In seinem ägyptischen Kloster 
schwerlich; die Mönche waren stets auf seiten des Cyrill; aber 
auch durch sein Verhalten in Ephesus nicht; denn wir wissen, 
daß infolge des kaiserlichen Befehles die Mönche in Ephesus 
verhindert waren, eine hervorragende Rolle zu spielen; und auf- 
gefallen müßte Victor in Ephesus sein, wenn dort von ihm 
Anlaß zu jener Beschuldigung gegeben worden sein sollte. ^ 
Somit scheinen wir vor einem undurchdringlichen Dunkel zu 
stehen. 

Hier jedoch bringen unsere koptischen Akten Licht in das 
Dunkel. Sie melden uns, daß im Auftrage Cyrills Victor in 
Konstantinopel beim Kaiser wirkte, um ihn für die Partei der 
Alexandriner günstig zu stimmen. Nun aber zeigen die Akten 
selbst an verschiedenen Stellen, daß der Kaiser mit seinem 
Herzen auf seiten der Nestorianer stand, daher für Johannes 
von Antiochien z. B. Partei nahm und nach Absetzung des 
Nestorius gegen sein Versprechen, zu warten, bis aus Ephesus 
ein genauerer Bericht gebracht sei, den Befehl an die Synode 
absendet, von neuem sich zu beraten und den ersten Beschluß 
zu kassieren. Auch die ganze uns sonst bekannte Geschichte 
des Konzils zeigt uns, wie der Kaiser lange Zeit auf seiten des 
Nestorius gestanden hat. Behalten wir dies im Gedächtnis und 
nehmen wir zugleich die Anwesenheit Victors in Konstantinopel 
als historisch hin, so erklärt sich, wie Victor in Ephesus in so 
schweren Verdacht geraten konnte. Verharrte der Kaiser bei 
seiner Freundschaft für Nestorius und sandte er in diesem Sinn 

1) Diese werden unter den uvoglol zu verstehen sein. — 2) Daß 
die Anklage sich auf Vorfälle, welche außerhalb von E. geschehen 

waren, bezieht, zeigen die Worte: ort xat avrog rcov sKTOTtcov 

Tiva 7ic(pkvaQri'/,£ ^'"^' fftou* coaze y.al cicpiy^ivov '/MTi^zicovro. 



156 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

auch fortwährend noch Briefe, so konnten die in Ephesus an- 
wesenden Bischöfe^ die von Victors Anwesenheit in Konstan- 
tinopel wußten, leicht auf die Vermutung kommen, daß der 
letztere seine Aufgabe nicht richtig erfülle, ja geradezu gegen 
Cyrill arbeite. Auf diese Weise wird uns jener durch den Brief 
Cyrills bekannte Vorfall in Ephesus, der sonst rätselhaft bliebe, ver- 
ständlich. Und es ergibt sich demnach, daß der Aufenthalt Victors 
in Konstantinopel wirklich stattgefunden hat; hier ist auch der 
Ort, wo der Mönch durch sein Verhalten, besser: durch seine 
Erfolglosigkeit, den Verdacht erweckte, daß er gegen Cyrill 
wirke, während in Ägypten und Ephesus, wie wir sahen, dazu 
keine Gelegenheit war. 

Fassen wir also das bisher Erreichte kurz zusammen: Victor 
ist im Auftrage Cyrills in Konstantinopel gewesen, hat dort aber 
so gut wie nichts erreicht. Infolgedessen geriet er bei den 
Bischöfen, welche auf dem Konzil zu Ephesus waren, in den 
Verdacht, gegen Cyrill zu arbeiten, reiste selbst nach Ephesus 
und reinigte sich durch einen Eid von dem Verdachte. Mit 
andern Worten: die griechische Stelle jenes cyrillischen Briefes 
ermächtigt uns zu der Behauptung, daß der koptische Bericht 
recht hat, wenn er Apa Victor in Konstantinopel für Cyrill 
wirken läßt. 

Jene Briefstelle setzt uns aber noch in anderer Hinsicht in 
den Stand, ein Urteil über den koptischen Bericht zu fällen. 
So viel geht ohne allen Zweifel auf den ersten Blick schon aus 
ihr hervor, daß Victor bei Cyrill in Ephesus gewesen ist. Aber 
diese Nachricht stimmt nicht überein mit den Mitteilungen des 
Kopten. Denn wir sahen, daß Apa Victor nach ihm sich zwar 
vom Kaiser die Erlaubnis erbittet, nach Ephesus gehen und 
genauere Nachrichten über die Konzilssitzungen holen zu dürfen, 
daß er aber dann doch schließlich nicht fortgeht, sondern noch 
in Konstantinopel ist, als jener Bericht auf geheimnisvolle Weise 
nach der kaiserlichen Residenzstadt gelangt, und Victor ihn 
Theodosius selbst mit kühnen Worten überbringt. Wir befinden 
uns hier also in der sonderbaren Schwierigkeit: die einzige 
streng historische Notiz, die wir über Apa Victor besitzen, 
meldet uns von einer Anwesenheit des * Mönches in Ephesus; 
aber gerade davon berichtet der koptische Text nichts, läßt sie 
vielmehr als nur geplant, nicht aber ausgeführt erscheinen. 



II, 2. Apa Victor. , J57 

Welchem von beiden Berichten wir hierbei Glauben zu schenken 
haben, kann kein Zweifel sein. Die Briefstelle hatte keinen Grund, 
eine Anwesenheit und einen Konflikt Victors in Ephesus — von 
beiden redet der Brief doch nur nebenbei — zu erdichten; wohl 
aber ist es begreiflich, daß der Kopte den ephesinischen Aufent- 
halt des Mönches, der, wie er wußte, kein unangefochtener war, 
mit Stillschweigen überging.^ 

Von hier aus ist es möglich, nun ein genaueres urteil bereits 
über den koptischen Bericht und seinen Wert zu fallen. Wir 
sahen, daß er mit seiner Erzählung von der Anwesenheit Victors 
in Konstantinopel auf historischem Grunde ruht; aber wir sahen 
auch eben, daß er die Erlebnisse des Mönches in Ephesus ab- 
sichtlich, aus der angegebenen Ursache, unterdrückt hat. Das 
nötigt uns, den Bericht mit stark kritischem Blick zu betrachten 
Und eine genauere Betrachtung der Akten und zugleich die 
Erinnerung an die Schlüsse, welche wir aus jener Briefstelle 
ziehen mußten, führt zu dem Urteile, daß wir beim koptischen 
Bericht es zwar nicht mit einer Geschichtsfälschung im strengen 
Sinn zu tun haben — wichtige historische Tatsachen und Ereig- 
nisse hat er ja nicht erfunden; auch die Briefe sind, wie wir 
noch weiter unten ^ sehen werden, keine bloßen Erdichtungen, 
sondern fast alle echt — , wohl aber mit einer zugunsten Victors 
und seiner Partei stark gefärbten und übertriebenen Darstellung. 
Dafür, daß der Mönch jene im koptischen Bericht ihm zu- 
geschriebene, erfolgreiche Rolle nicht gespielt haben kann, son- 
dern sie nur fälschlich, eben um sein Ansehen zu mehren, bei- 
gelegt erhalten hat, sprechen folgende Gründe: 

1. Die griechische Briefstelle lehrt uns das Gegenteil! Hätte 
Victor solch eine Rolle in Konstantinopel gespielt, so wäre er 
in Ephesus nicht in den Verdacht gekommen, gegen den er sich 
durch einen Eid zu verteidigen hatte. 

2. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, daß die erfolgreiche 
Tätigkeit Victors, von welcher der koptische Text redet, und 
die, der Natur der Sache nach, von weittragender Bedeutung 
sein mußte, abgesehen von dem koptischen Bericht, in der ganzen 



1) Hier erklärt sich auch die Unklarheit, die der Kopte darüber 
läßt, ob der Kaiser Victors Anerbieten, persönlich die Akten aus 
Ephesus zu holen, annimmt oder nicht. — 2) Vgl. unten II, 3. 



J58 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

anderen Literatur jener Zeit ^ mit Stillschweigen übergangen 
werden konnte. Wenn man auf Seiten der Nestorianer die 
Erinnerung an jenen Mönch und seine Wirksamkeit unterdrückt 
hätte, so wäre es verständlich und begreiflich; sie hatten kein 
Interesse daran ; im Gegenteil: ihnen konnte nur lieb sein, wenn 
man den Apa Victor aus dem Gedächtnis verlor. Anders aber 
steht es mit der alexandrinischen Partei. Wie sie die Tätigkeit 
eines Mannes, die geradezu als sie selber ehrend genannt werden 
müßte, in Vergessenheit geraten lassen konnte, und wie vor 
allen Dingen auch Cjrill, in dessen Auftrage doch Victor han- 
delte, diesen in seinen Briefen so gut wie gar nicht erwähnen 
konnte, eben nur an der einen zitierten Stelle, sonst jedoch nie 
von der Wirksamkeit jenes Mönches reden konnte, bliebe ein 
Rätsel. Das Stillschweigen der gesamten Literatur über Victors 
Tätigkeit spricht gegen die Annahme, daß der Bericht in den 
koptischen Akten ein in jeder Beziehung zutreffender ist und 
der Wahrheit entspricht. 

3. Aber auch das Bild, das wir uns nach den koptischen 
Akten vom Kaiser Theodosius machen müßten, ist unhistorisch 
und daher unhaltbar. Theodosius war, wie wir nachweisen 
können, ursprünglich ein Freund des Nestorius'''; deshalb ist 
auch sein Schreiben an Cyrill vor der Synode durchaus nicht 
freundlich gehalten. Eine Erinnerung daran ist in dem kop- 
tischen Berichte durch die wiederholte Parteinahme für Nestorius 
stehen geblieben. Um so unwahrscheinlicher ist es auch, daß 
der Kaiser sich durch einen Anhänger der alexandrinischen 
Partei dermaßen hätte beeinflussen lassen. Man mag Theodosius 
für keinen sehr starken, energievollen, seiner Würde sich be- 
wußten Kaiser halten^; aber daß er sich die Absendung des 
Kandidian zum Konzil und die Gedanken für den Brief, welchen 
er ihm mitgab, durch Apa Victor habe insinuieren lassen, ist 
ein starkes Stück, und es gehörte ein wenig historisch geschultes 



1) Von einer auf den ersten Blick freilich nicht sehr bedeutsamen 
Ausnahme sprechen wir noch unten S. 161 if. — 2) Einen Überrest 
davon sehe ich noch in der Tatsache, daß der Kaiser, nach Beilegung 
des Streites, sich dem Vorhaben der Alexandriner, auch Theodor von 
Moi)suestia zu verdammen, widersetzt. Vgl. Mansi V, p. 1009. — 
3) Vgl. darüber Güldenpennings oben (S. 148, Anm. 1) zitierte 
Arbeit. 



II, 2. Apa Victor. 159 

Auge dazu, nicht zu erkennen, daß der Bericht uugeschichtlich 
ist!^ Außerdem: welcher Kaiser ließe sich ein so kühnes Auf- 
treten gefallen, wie es Victor bei Überreichung des Beschwerde- 
briefes über Kandidian und bei Überreichung des Berichtes der 
Synode an den Tag legt? Möglich wäre das alles doch nur, 
wenn eben Victor eine gewaltige, einflußreiche Persönlichkeit 
gewesen wäre; aber eben eine solche hätte nicht in derartige 
Vergessenheit innerhalb der ganzen Literatur geraten können. 

4. Hierzu kommt endlich viertens noch der Nachweis einer 
offenkundigen Fälschung der Adresse eines Briefes innerhalb 
des koptischen Berichtes. Wir haben in den griechischen Akten 
einen Brief Cyrills an einige Männer in Konstantinopel, der sich 
auf das Benehmen des Nestorius zu Ephesus bezieht und die 
Bitte ausspricht, die Adressaten möchten zum Kaiser gehen und 
ihm mitteilen, daß das Konzil, sobald es irgendwie gehe, den 
Bericht über die Sitzungen senden w^erde.- Dieser selbe Brief 
findet sich auch im koptischen Text.-^ Aber an beiden Stellen 
lautet die Adresse verschieden. Im griechischen Text steht: 
KvqlXXoc, aQXisjtlöxojtog \4?.e^av6Qeiaq KoijaQicp xal üora^icovi 



1) Die Bemerkungen Bolotovs a. a. 0. S. 97 über die Unge- 
si'hichtlichkeit des „Memorandums", das Victor angeblich nach 
Konstantinopel miterhält, sind durchaus richtig. Was soll das Ganze 
vorstellen? Eine geheime Instruktion für Victor selbst? Aber 
hätte nicht die mündliche Anweisung genügen müssen? Oder soll 
es betrachtet werden als eine Art Beglaubigungsschreiben gegenüber 
dem Kaiser? Doch dazu ist es nicht genau genug; auch macht es 
nicht den geringsten Anspruch darauf. Man wird sich nicht klar, 
was eigentlich das Ganze soll. — Dafür, daß die durch Victor vor- 
genommene Korrektur des kaiserlichen Schreibens unmöglich ist, 
führt B. (S. 103 f.) gute Gründe an: 1. Der Kaiser war ja ein Freund 
des Nest. Wie sollte er so schnell zu einer derartigen Änderung- 
bereit sein? 2. Den Beschluß vom Jahre 381, can. III: Tov ^kvxoi 

KcOVGZaVTlVOVTtokECOg iTlLÖKOTCOV E'i^lV TCi TtQBOßELCi Zrjg TtjLt?/^ ^STa TOV 

TYJg Pcü(.ii]Q STTia-KOTtov öia tu eIvcil avr})v viav *^Pcö|it?;v. (Gieseler, 
K. G. I2 S. 188.) 3. Der Kaiser und seine Beamten konnten doch 
nicht einfach vergessen, dat?> auf der Synode vom 29. Sept. 394 zu 
Konstantinopel Nectarius von Konstantinopel den Vorrang hatte vor 
Theoi)hil von Alexandrien (Mansi III. p. 852). Dagegen fällt die 
Behaui)tung B.s S. 104 unten: es hätte in jenem Schreiben wenigstens 
Coelestin an erster Stelle genannt werden müssen, dahin; der Kaiser 
wußte ja, daß Coelestin nicht kommen könne. — 2^ Mansi IV, 
p. 1228 f. — 3) Oben S. 40 tf. 



lOQ Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

IjtLözoJtOLq^ xdi im aQXLlJ^o.v6QiTTri twv [iovaöxrjQLcov rw tcvqIo} 
Aal^uartq), xal Tiiiodtop xal EvXoyicß jtQfOßvrtQotc, ayajirjrolq 
xal jtoOsivoraTOig xal Iv Xqiötoj r/yiaoiitvotq Jt^Elöra xatQaiv. 
Der Kopte aber schreibt: „Cyrill schreibt an die Bischöfe 
Komarius und Potamon und an den Vater der Mönche Victor, 
die Geliebten, die ich liebe im Herrn; zum Gruß!" Was ist 
geschehen? An Stelle des ursprünglich dastehenden Archiraan- 
driten Dalmatius hat der Kopte seinen Apa Victor gesetzt und 
die beiden noch folgenden Presbyter einfach gestrichen! Offen- 
kundig zu dem Zwecke, Victor, der nach seiner Darstellung fort- 
während in Cyrills Namen mit dem Kaiser verhandelt, auch hier 
wenigstens einen der Vermittler sein zu lassen. Im übrigen 
sind beide Schreiben identisch. Die Korrektur der Adresse zeigt 
uns, daß Victor die große Rolle, welche der koptische Text ihm 
zuschreibt, nicht gespielt hat; sie ist erdichtet, zum mindesten 
künstlich gesteigert, das ganze Bild ist zugunsten des Mönches 
verzeichnet. 

Somit ergibt sich schon hier: als historisch und daher für 
unsere Kenntnis der Geschichte des ephesinischen Konzils von 
hoher Bedeutung darf folgendes hingestellt werden: Cyrill war 
sich dessen genau bewußt, daß der Kaiser dem Nestorius wohl- 
wollte. Deshalb sandte er Apa Victor aus dem Kloster Pbav, 
einen Mann, dessen Tüchtigkeit und treue Ergebenheit er kannte, 
nach Konstantinopel. In der Tat standen Archimandriten beim 
Kaiser zuweilen in hoher Gunst; wir sehen es am Archiman- 
driten Dalmatius, der in dem oben genannten Schreiben von 
Cyrill aufgefordert wird, sich mit den anderen beiden Bischöfen 
zum Kaiser zu begeben und das Konzil zu verteidigen. Er war 
es auch, den Theodosius nachher, als die Mönche und das Volk 
bei Bekanntwerden der Absetzung des Nestorius jubelnd durch die 
Straßen der Residenzstadt zogen, zu sich kommen ließ.^ Ahn- 
lich dem Dalmatius wird auch Victor auf den Kaiser einzuwirken 
versucht haben. Aber seine Bemühungen waren vergeblich; sein 
Erfolg gleich null. Infolgedessen, als der Kaiser dabei verharrte, 
dem Nestorius seine Freundschaft zuzuwenden, kamen in Ephesus 
verschiedene Parteigänger Cyrills auf den Verdacht, daß Victor 
seine Aufgabe nicht richtig erfülle, ja ihrer Sache entgegenarbeite. 



1) Oben S. 48; Mansi IV, p. 1428; 1429. 



11, 2. Apa Victor. 161 

Von dieser Verleumdung erhielt Victor, der, weil er in Kon- 
stantinopel nichts ausrichtete, sei es gerufen durch Cyrill, sei 
es, weil er aus eigenem Antriebe Bericht erstatten wollte, nach 
Ephesus sich begeben hatte, Kunde und konnte nur durch einen 
Eid sich von dem Verdachte reinigen. Aller Wahrscheinlichkeit 
nach ist er dann bald wieder nach Konstantinopel zurückgekehrt; 
denn ihm verdanken wohl die dortigen Mönche die frühzeitige 
Kenntnis der Absetzung des Nestorius. 

Das ist der historische Kern, der unseren koptischen Akten, 
soweit ich urteilen kann, zugrunde liegt. Die Darstellung des Kopten 
selbst aber ist, wie wir sahen, unhaltbar. Nach ihr ist Victor der 
beim Kaiser gefeierte Mann, der durchsetzt, was er beabsichtigt. 
Und doch legen die koptischen Akten selbst immer wieder davon 
Zeugnis ab, daß der Kaiser im Grunde dem Nestorius gewogen 
bleibt. Das ist wichtig; denn wir erkennen daran, daß wir es hier 
nicht mit einer direkten Geschichtsfälschung, sondern mit einer 
glorifizierenden, historisch Geschehenes fälschlich im rosigsten 
Licht schildernden Darstellung zu tun haben. Ein direkter Ge- 
schichtsfälscher hätte anders gearbeitet, die Wirksamkeit Victors 
als in jeder Beziehung erfolgreich hingestellt und alles, was dagegen 
spräche, sorgfältig vermieden. Ein solcher Fälscher ist unser 
Kopte nicht gewesen; er hat im unmittelbarsten Anschluß an 
historische Urkunden ein Victor verherrlichendes Bild geschaffen. 

Diese meine Anschauungen über Apa Victor werden nun 
noch gestützt durch die treffliche Arbeit von Johannes Leipoldt: 
„Schenute von Atripe und die Entstehung des national ägyp- 
tischen Christentums'* (Texte u. Unters. N. F. X, 1). Auf den 
ersten Blick zwar scheint diese Untersuchung dem von mir 
gefundenen Resultate vielmehr ungünstig zu sein, aber eine 
genauere Betrachtung lehrt, wie wir nachzuweisen gedenken, 
daß wir auch hier nur eine Bestätigung der Tatsachen vor uns 
haben, die wir oben unseren Akten entnehmen konnten. 

Leipoldt erwähnt in seinem Buche an zwei Stellen (S. 20 
u. 160) einen Archimandriten von Pbou (= Pbav), der zur Zeit 
Schenutes lebte. Er stützt sich dabei auf Stellen, die er der 
von Am^lineau veröffentlichten ^ koptischen und arabischen Vita 



1) Memoires publies par les membres de la mission archeo- 
logique francaise au Caire IV 1; 2. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 11 



] Q2 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

des Schenute entnommen hat. Die Stellen enthalten vor allem 
die sonderbare Erzählung von dem Schreiber des Archimandriten 
von Pbav, der an die Bedeutung Schenutes nicht recht glauben 
will und erst durch diesen selbst von seinem Zweifel befreit 
wird ^, und die Erzählung von dem Sänger, der mit dem Archi- 
mandriten zu Schenute kommt und, angeblich im Verein mit 
Engeln, in der Kirche lange Zeit singt. ^ Der Name des Archi- 
mandriten von Pbav lautet an jenen Stellen: Martyrius oder 
auch: Mardarius. Eine genaue Angabe der Zeit, in der er lebte, 
findet sich nicht; wir haben nur den einen Anhaltspunkt, daß 
er mit Schenute von Atripe zusammen gekommen ist. Seh. war 
Abt von Atripe ungefähr vom Jahre 385 — 451.^ Es bliebe 
somit auch für unseren Martyrius zunächst dieser weite Spiel- 
raum offen. Nun haben wir aber eine Predigt des Timotheus 
Ailuros-*, aus der hervorgeht, daß Martyrius bald nach dem 
Tode des Kaisers Theodosius IL sein Amt antrat, d. h. ungefähr 
um 450. Mithin ist Martyrius erst gegen Ende der Lebenszeit 
Schenutes mit diesem zusammengekommen. Zur Zeit des ephe- 
sinischen Konzils kann also sehr gut Victor in Pbav Archi- 
mandrit gewesen sein, wenngleich man auch aus Leipoldts Dar- 
stellung den Eindruck gewinnen könnte, daß Martyrius ungefähr 
431 schon im Amte war. Zu vermuten ist zunächst, daß Victor 
der Vorgänger von Martyrius war. 

Leipoldt spricht in seinem Buche (S. 20, 90, 159) aber auch 
von einem Archimandriten Victor, der in Sachen Cyrills mit 
Schenute 431 gegen Nestorius tätig war, entsprechend also dem 
Resultate, das wir oben gefunden. Merkwürdigerweise aber läßt 
er ihn nicht Archimandrit von Pbav, sondern von Tabennisi 
sein. Wie verhält sich nun Victor von Pbav, der in unseren 
Akten die Hauptrolle spielt, zu jenem Victor von Tabennisi? 
Zwei Möglichkeiten bleiben offen: entweder es haben in der 
Tat zu derselben Zeit zwei Victor existiert, ein Victor von Pbav 
und ein Victor von Tabennisi, oder beide sind ursprünglich nur 
eine Person, und nur eine der beiden Nachrichten — die von 
Pbav oder die von Tabennisi — entspricht der Wirklichkeit. 
Sehen wir zul 



1) Memoires etc. S. 40ff.; 378ff. — 2) Memoires etc. S. 51 f.; 
401ff. — 3) Leipoldt a. a. 0., S. 42ff. — 4) Migne, Patr. Gr. 86 i; 
Sp. 271 f. 



II, 2. Apa Victor. 163 

Die erste Möglichkeit, daß sowohl das Kloster Pbav, wie 
auch das von Tabennisi um 431 einen Archimandriten mit dem 
Namen Victor aufzuweisen hatte, ist von vornherein nicht ohne 
weiteres von der Hand zu weisen; Victor war ein nicht gerade 
selten sich findender Name. Ein merkwürdiger Zufall bliebe es 
immerhin, dem man nur auf Grund einer sicheren Nachricht 
sich beugen dürfte. Aber gerade eine genauere Durchsicht der 
Quellen scheint mir gegen die genannte Möglichkeit zu sprechen. 
Es stellt sich nämlich dabei heraus, daß die beiden Archiman- 
driten nicht nur dem Namen nach identisch sind, sondern daß 
ihnen auch ein und dieselbe Wirksamkeit zugeschrieben wird, 
eine Tatsache, die gegen unsere angenommene Möglichkeit 
bedenklich und uns der anderen Ansicht, daß an allen 
Stellen ein und derselbe Victor gemeint ist, geneigter machen 
muß. Victor von Pbav ist nach unseren Akten im Interesse 
Cyrills beim Kaiser zu Konstantinopel tätig; dasselbe wird auch 
von Victor von Tabennisi uns berichtet. Freilich widerspricht 
das der Anschauung Leipoldts, der seinen Victor mit Schenute 
nach Ephesus gehen läßt. ^ Ich kann mich aber dieser seiner 
Ansicht nicht anschließen aus folgendem Grunde: Leipoldt stützt 
sich auf Stellen aus den uns erhaltenen Biographien des Archi- 
mandriten von Atripe, Schenute, die von Schenutes Reise nach 
Ephesus berichten. Aber diese Stellen berichten, wenn wir 
schärfer zusehen, durchaus nicht alle dasselbe, daß nämlich mit 
Schenute auch Victor von Tabennisi nach Ephesus gekommen 
sei. Ich gehe, um dies zu beweisen, die Hauptstellen durch, die 
auch Leipoldt anführt: 

1) In der uns in bohairischer Sprache erhaltenen Gedächtnis- 
rede Dioskurs über Makarius von Tkov wird die Reise Schenutes 
mit Cyrill nach Ephesus erwähnt 2; es ist nur eine kurze Notiz, 
die von Victor nichts berichtet. 

2) In der bohairischen Vita des Schenute*^ lesen wir S. 12 f., 
daß Cyrill Schenute und „den Archimandriten Victor" der nesto- 
rianischen Häresie halber holen läßt. Sie kommen zur kaiser- 
lichen Stadt, und Apa Schenute findet ein Weizenkorn, das 
später ein Wunder verrichtet. Ohne weiteres wird dann sofort 



1) a. a. 0., S. 90. — 2) Amelineau a. a. 0., S. 110. — 3) Arne- 
lineau a. a. 0., S. Iff. 

11* 



164 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

uns mitgeteilt, daß der Kaiser sie wieder an ihren Wohnort 
entläßt, Schenute aber, von einem Knechte daran verhindert, 
mit Cyrill in demselben Schiff zu fahren, auf wunderbare Art, 
mittelst einer Wolke, in sein Kloster zurückgelangt. Hier ist 
in der Tat Victor, aber freilich ohne Angabe seines Klosters, 
genannt; auch handelt es sich ganz ersichtlich um die Reise, 
welche Schenute mit Cyrill nach Ephesus machte. Sonderbarer- 
weise aber wird nichts von Ephesus, sei es nun von einer Reise 
dorthin oder von den Vorfällen dort, erwähnt; statt dessen heißt 
es, daß Schenute und Victor in die kaiserliche Stadt kommen 
(cTnoAic wve ^MeTo-ypo), der Kaiser sie wieder verabschiedet und 
sie nach Hause zurückkehren. Wüßte man nicht aus anderen 
Stellen von der Anwesenheit Schenutes in Ephesus, so könnte 
aus dieser hier nur hervorgehen, daß Schenute und Victor in 
der nestorianischen Sache einmal beim Kaiser in Konstantinopel 
tätig waren. Denn um diese Stadt kann es sich nur handeln. 

3) Dieselben Vorfälle, wie die eben genannte Stelle sie uns 
schildert, berichtet, von kleinen, für uns nicht in Betracht 
kommenden Abweichungen abgesehen, auch der arabische Text 
der Vita. 1 Hier wird aber Victor Archimandrit von Tabennisi 
genannt, und als die Stadt, in welche er mit Schenute geht^ 
wird direkt Konstantinopel hingestellt; der Kaiser entläßt sie, 
als sie über Nestorius den Sieg errungen haben. Von den Ver- 
handlungen zu Ephesus ist auch hier nicht die Rede; alles 
scheint nur in Konstantinopel zu spielen. 

4) Wirklich auf der (ephesinischen) Synode ist Schenute 
nach S. 67 ff. der bohairischen Handschrift, in Gemeinschaft 
Cyrills. Es wird erzählt, daß Nestorius die Evangelien, die auf 
einen Sessel gelegt waren, zur Erde wirft and sich selbst auf 
diesen Sessel niedersetzt. Als Apa Schenute ihm deshalb scharf 
entgegentritt, weist ihn Nestorius zurück, da er als bloßer Mönch 
nicht mitzureden habe. Cyrill aber macht ihn zum Lohn für 
seinen Glaubensmut auf der Stelle zum Archimandriten. Victor 
wird hier in Ephesus nicht erwähnt. 

5) Derselbe Vorfall wird auch in der arabischen Vita (Ame- 
lineau, S. 426 ff.) mitgeteilt. Hier wird ganz nebenbei gemeldet, 
daß Victor zugegen war. Aber das Ganze ist auch gar nicht 



1) Amelineau a. a, 0., S. 3241, 



II, 2. Apa Victor. 165 

als in Ephesus. sondern als in Konstantinopel geschehen gedacht. 
Denn der Kaiser läßt Schenute und Cyrill zu sich kommen und 
befiehlt ihnen, nach kurzer Begrül.sung, in die Kirche zu gehen 
und ihrer Würde entsprechend ihre Sitze einzunehmen. Von 
einer weiteren Reise nach Ephesus ist nicht die Rede. 

6) In Betracht kommt ferner eine Stelle aus der Rede 
Pseudocyrills ^, in der uns folgendes mitgeteilt wird: Kaiser 
Theodosius beruft in der nestorianischen Streitigkeit Cyrill zu 
sich, der seinerseits Schenute und Victor, Archimandrit von 
Tabennisi, sich zu seinen Begleitern auserwählt. Eine Reihe 
ägyptischer Bischöfe begibt sich ebenfalls nach Konstantinopel. 
Dort angekommen nimmt Cyrill mit seinen Begleitern im Kloster 
des heiligen Theodor Quartier. Vom Kaiser erhält er den Be- 
fehl, einen Ort anzugeben, an dem über den Glauben be- 
raten werden soll. Cyrill bestimmt dazu Ephesus und sendet 
alle ägyptischen Bischöfe, die mit ihm gekommen waren, dorthin. 
Apa Victor aber, so heißt es, ließ er in Konstantinopel, weil er 
beim Kaiser mehr vermochte, als alle anderen.^ Cyrill selber 
bleibt mit Schenute in der Stadt bis zur Ankunft der Bischöfe, 
die den Auftrag erhalten hatten, nach Ephesus zu gehen. Den 
Tag über hielt er sich im Palast auf, nachts im Kloster. Hier 
lebte auch ein aus dem Amt entlassener Eunuch, dem im Schlaf 
der heilige Theodor erschien und Wiedereinsetzung in sein Amt 
beim Kaiser versprach, falls er das Martyrium der 12 Apostel 
und das Theodors kaufe, um es dem Kloster zu schenken. Durch 
Cyrills Vermittlung geschieht das alles. Nachdem dann noch 
von dem Ende dieses Eunuchen mancherlei mitgeteilt worden 
ist, wird berichtet, der Kaiser habe dem Cyrill befohlen, sich nach 
Ephesus zu begeben. Mit wenigen Worten wird erzählt, daß 
man Nestorius dort absetzte; dann sind Cyrill und Schenute 
augenscheinlich wieder in Konstantinopel; denn der Kaiser ver- 
abschiedet und entläßt sie. Alle Bischöfe reisen ab; Schenute 
und Victor wollen mit Cyrill zusammen fahren; allein Schenute 
wird von den Matrosen nicht zugelassen, verschwindet und fährt 
auf einer Wolke nach Hause; vgl. die Berichte oben. — Nach 



1) Amölineau a.a.O., S. 173ff. — 2) e^fee -xe oirou nTd.q aimö^t 
noTuiuj"^ Ain*.ppHci*. «^d^Teit noTpo oeo'^^.ocioc eooTe epon thoot 
(a. a. 0., S. 174). 



16() Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

dieser Darstellung also ist Victor von Tabennisi mit Schenute 
von Cyrill erst nach Konstantinopel gerufen worden. Er bleibt 
dort seines großen Einflusses auf den Kaiser wegen, während 
Cyrill mit Schenute und den anderen Bischöfen sich nach 
Ephesus weiter begibt und erst auf dem Rückwege wieder nach 
der kaiserlichen Residenzstadt kommt und nun mit Victor zu- 
sammen abreisen will. Daß Victor wirklich nach dieser Dar- 
stellung in Konstantinopel bleibt, ist klar ersichtlich: wozu fährt 
sonst Cyrill nach jenen oben angeführten Worten über Victor, 
der in der Stadt bleibt, fort: ich und Schenute blieben in der 
Stadt bis zur Ankunft der Bischöfe (die nach Ephesus sollten)? 
Cyrill spricht von sich und Schenute offenbar so im Unter- 
schiede von Victor, der nicht mitgebt. Wir haben hier demnach 
eine Darstellung, die Victor direkt um seines Einflusses auf den 
Kaiser willen während des Konzils von Ephesus in Konstan- 
tinopel sein läßt. 

7) Endlich kommt noch in Betracht eine Rede des Alexan- 
driners Timotheus Ailuros.^ In dieser wird folgendes berichtet: 
Der Kaiser beruft der nestorianischen Streitigkeit halber Cyrill, 
aber auch Schenute von Atripe und Victor von Tabennisi zu 
sich. Victor holt zunächst Schenute ab, dann reisen beide zu 
Cyrill nach Alexandrien. Von hier fahren alle drei nach Kon- 
stantinopel. Der Kaiser empfängt sie sehr freundlich und bittet 
sie, daß Cyrill mit Schenute nach Ephesus zum Konzil sich begeben 
solle, Victor aber bei ihm gelassen werde: „Interim, venerandi 
Patres, apud me esse sinite reverendum Poctorem; vos vero, 
episcopi, cum Nestorio Ephesi congregemini, qua ex urbe actiones 
vestras synodicas ac disputationes ad me mittetis, quarum mihi 
reverendus Poctor explanator erit". Dieser Wunsch des Kaisers 
wird erfüllt; Victor wirkt auf den Herrscher ein und veranlaßt, 
daß Nestorius verbannt wird. — Leipoldt hält die Schrift für 
gefälscht 2, und auch ich glaube nicht an ihre Echtheit; sie ent- 
hält legendarische Züge und verrät ihre Unechtheit vor allem 
schon dadurch, daß sie glauben machen will, der Kaiser, der nach- 
weisbar vor der Synode ein Freund des Nestorius war, hätte (aus 
eigenem Antriebe) den Parteigänger Cyrills, Victor, bei sich zurück- 
behalten, damit er ihm die von Ephesus kommenden Berichte 



1) Mignc, Patr. Gr. 86 i; Sp. 271 ff. — 2) a. a. 0., S. 20. 



11, 2. Apa Victor. 167 

deute. Aber wenn auch die Schrift gefälscht ist, also nicht dem 
angegebenen Verfasser angehört, so hat sie doch historische 
Tatsachen verwendet, kann also für unsern Zweck nicht einfach 
beiseite gelassen werden; vielmehr müssen wir das, was wir auch 
sonst berichtet finden, in ihr berücksichtigen. Wir sahen aber 
schon, daß laut anderen Nachrichten Victor von Tabennisi und 
Schenute von Cyrill eingeladen werden, mit ihm nach Kon- 
stantinopel zu reisen — ich lasse freilich hier dahingestellt, ob 
wirklich Cyrill und Schenute vor dem Konzil in Konstantinopel 
waren, was ich bezweifele — , und wir erkannten auch schon, 
daß Victors Wirksamkeit in der nestorianischen Angelegenheit 
ganz deutlich nach Konstantinopel in einzelnen Angaben weist. 
Hier wird nun klar ausgesprochen, was wir sonst nur, wenn 
auch mit gutem Grund, vermuten konnten, daß Victor von 
Tabennisi nicht mit nach Ephesus ging, sondern in der kaiser- 
lichen Residenz blieb. Wir erfahren auch, daß er, sehr natür- 
lich, zuvor sich in Alexandrien aufhielt. Diese Nachricht ist 
aber, auch wenn die Schrift nicht von Timotheus herrührt, für 
uns von großem Werte. 

Werfen wir nämlich nun noch einmal einen kurzen Blick 
zurück auf die von uns betrachteten Stellen, so erkennen wir 
ein Doppeltes: 1) Nur wenige Stellen (Nr. 1 und 4) reden von 
Schenute allein und erwähnen Victor von Tabennisi nicht; aber 
diese Stellen sprechen zugleich deutlich davon, daß Schenute in 
Ephesus weilte. 2) Alle übrigen jedoch erwähnen Schenute und 
Victor zusammen; allein der Ort, von dem sie reden, ist stets 
Konstantinopel (vgl. Nr. 2 und 3). Einmal (Nr. 5) wird Victor 
bei Ereignissen erwähnt, die nach Ephesus gehören; aber hier sind 
sie so dargestellt, als ob sie in Konstantinopel vor sich gegangen 
wären. Nr. 6 und 7 sagen schlicht, daß nur Cyrill und Schenute 
nach Ephesus gingen, Victor jedoch in Konstantinopel blieb. 
Mithin sehen wir: es steht doch nicht so einfach, wieLeipoldt 
es hinstellt ^: „im Jahre 431 nahm er (Schenute), gemeinsam mit 
dem Archimandriten Victor von Tabennese und einem Kloster- 
bruder, an dem Konzile von Ephesos teil". Unsere Quellen 
berichten nur von einer Wirksamkeit Victors von Tabennisi im 
Sinne Cyrills in Konstantinopel zur Zeit des ephesinischen Konzils. 

1) a. a. 0., S. 90. 



168 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Dann leuchtet aber auch ein, daß dieser Victor genau dieselbe 
Rolle spielt, wie unser Victor von Pbav, daß also beide identisch 
sein müssen. 

Es fragt sich nur: handelt es sich um Victor von Tabennisi 
oder um Victor von PbavV Auf einer Seite muß eine Ver- 
wechselung vorliegen; und sie war leicht möglich, weil, worauf 
Leipoldt richtig hinweist^, wir der großen Mehrzahl nach die 
Abte von Tabennisi uud Pbav nur dem Namen nach kennen. 
Man könnte nun geneigt sein, Victor von Tabennisi als den 
eigentlichen Helden von Konstantinopel zu betrachten. Allein 
die Tatsache, daß er an vielen Stellen erwähnt wird, ist, wenn 
man näher zusieht, ein bloßer Schein; alle jene Stellen hängen 
irgendwie mit der Schenutebiographie zusammen; sodann wird 
uns von der W^irksamkeit des Mannes nichts berichtet, nur sein 
Aufenthalt in Konstantinopel wird gemeldet; drittens erscheint 
sein Bild in einer sehr legendarischen Umrahmung; endlich sind 
die Nachrichten sehr verworren, ephesinische Vorgänge werden 
einfach nach Konstantinopel verlegt oder übergangen. Dagegen 
bringen unsere Akten einen klaren und genauen Bericht über 
Victor von Pbav; ihre Angaben, wie die über die Reisezeit des 
Mönches, stimmen größtenteils; sie lassen immer wieder, trotz 
der unhistorischen Verherrlichung der Tätigkeit Victors, die 
geschichtliche Tatsache erkennen, daß der Kaiser im Grunde 
Nestorius freundlich gesinnt war, während die Schenutebiographie 
ihn — geschichts widrig — nur als Freund Cyrills kennt; sie 
enthalten viele, nachweisbar richtige, historische Bemerkungen 
und wertvolle Briefe; vor allem aber: es ist undenkbar, daß das 
an Ansehen geringere Kloster von Tabennisi einen so wichtigen 
Vertreter in Konstantinopel hatte, aber das hervorragendere 
Kloster von Pbav keinen Vertreter in der nestorianischen An- 
gelegenheit besaß. Darauf, daß Pbav das bedeutendere, ja das 
hervorragendste Kloster war, weist Ladeuze richtig hin, wenn 

er schreibt: „ le saint (Pachomius) avait transporte sa resi- 

dence de Tabennisi ä Peboou. Ce couvent devint des lors le 
centre de toute la congregation. C'est lä qu'habitait le superieur 
general, de lä qu'il partait pour visiter les autres monasteres, 
lä que se faisaient les reunions plenieres de la communaute, lä 

1) a. a. 0., S. 36. 



II, 2. Apa Victor. 169 

que devaient etre apportes au grand econome tous les revenus 
des divers couvents, pour etre ensuite distribues par lui ä chacun 
d'eux Selon ses necessites'".' Alle diese Gründe nötigen mich 
zu der Entscheidung, daß der ägyptische Archimandrit, der 431 
zu Konstantinopel tätig war, nicht Victor von Tabennisi, sondern 
Victor von Pbav gewesen ist. Wie diese Verwechslung freilich 
entstanden ist, vermag ich vorläufig noch nicht festzustellen. 

Daß aber wirklich Victor von Pbav ursprünglich gemeint 
ist, dafür glaube ich noch einen schlagenden Beweis anführen 
zu können: die bereits oben genannte falsche Predigt des Timo- 
theus Ailuros bringt uns die Nachricht 2, daß jener Victor von 
Tabennisi sich vom Kaiser die Erlaubnis erwirkt, bei seinem 
Kloster eine größere Kirche zu bauen. Aber der Bau wird erst 
von seinem Nachfolger vollendet, und das ist — Martyrius, 
d. h. also der Mann, den wir bereits als Archimandrit von Pbav 
kennen gelernt haben. Hieraus geht hervor, daß sein Vorgänger 
Victor nicht Archimandrit von Tabennisi, sondern von Pbav 
war, wie wir mit Recht demnach vermutet hatten. An dieser 
Stelle wird somit der historische Kern noch einmal sichtbar! 

Wir sehen, es war berechtigt, wenn ich oben sagte: Lei- 
poldts Schrift stützt noch unsere Anschauungen über Victor 
von Pbav. Wir haben in den Stellen aus der Schenutebiographie 
geradezu einen Beweis für die Existenz und die Wirksamkeit 
Victors von Pbav in Konstantinopel 431, von der uns unsere 
Akten, freilich in glorifizierender Weise, berichten. ^ Die zitierten 
Stellen lassen so viel klar erkennen, daß Victor, was wir oben 
vermuteten, ein beim Kaiser schon bekannter Archimandrit ge- 
wesen ist; man begreift hier auch, wie Cyrill in jenem griechisch 
uns erhaltenen Schreiben an Theodosius von der Angelegenheit 
des Mönches Victor reden konnte. 

Ist aber die Anwesenheit Victors in Konstantinopel ge- 
schichtlich und hat unser Kopte sie nur glorifiziert, so ist damit 



1) „Etüde sur lo ccnobitisme pakhomien pendant le IV® siecle 
et la Premiere moitie du V^." Paris 1898, S. 176. — 2) Migne 
a. a. 0., Sp. 2 73 f. — 3) Vielleicht läßt die Unklarheit über Victor 
in den Stellen der Schenutebiographie den Schluß zu, daß der Ver- 
fasser nicht nur von der Wirksamkeit des Mönches in Konstantinopel, 
sondern auch von jenem kurzen Aufenthalt in Ephesus, auf den 
unsere griechische Stelle hinweist, Kunde hatte. 



j^70 Kmatz, Koptische Akten z. ephes. Kon/il. 

auch schon der Zweck ausgesprochen, dem die koptische Dar- 
stellung dienen soll. Man kann ihn als einen zwiefachen be- 
zeichnen; einmal: die Akten wollen das Ansehen der cyrillischen 
Partei, genauer des Hauptes derselben, Cyrill, heben und ms 
helle Licht rücken. Das zeigt unter anderem die Erdichtung, 
als seien die Beschlüsse, welche der Kaiser betreffs des Konzils 
faßt, im Grunde weiter nichts, als ein Werk Cyrills. Das lehrt 
auch die ganze Haltung der Akten, die in durchaus cyrillfreund- 
lichem Sinn abgefaßt sind. Zweitens aber: die Darstellung soll 
vor allem dazu dienen, durch Victor auch die ägyptischen Mönche 
eine hervorragende Rolle auf dem Konzil oder wenigstens in 
der Geschichte des Konzils spielen zu lassen. Wir wissen, welch 
einen Einfluß die Mönche auf fast allen Synoden der alten 
Kirche ausgeübt haben, wie ihre Knüttel und Stecken oft mehr 
als logische Gründe und biblische Beweise gewirkt ^ und für die 
Entscheidungen von Bedeutung gewesen sind. Wir wissen aber 
auch, daß auf dem Konzil zu Ephesus der spezielle Befehl des 
Kaisers nicht unbekannt war, die Mönche und andere, welche 
dabei nichts zu tun hätten, zu den Beratungen nicht zuzulassen, 
ja, daß sie im Zaum zu halten, geradezu eine Aufgabe des vom 
Kaiser entsandten Grafen Kandidian war.^ Es mußte daher für 
das Ansehen der Mönche von größerem Werte sein, wenn sich 
nachweisen ließ, daß einer der Ihrigen, zwar nicht in Ephesus 
aber in Konstantinopel durch sein Wirken beim Kaiser auf den 
Fortgang des ephesinischen Konzils einen entscheidenden Einfluß 
ausgeübt hatte. Zu diesem Zwecke sind die Akten verfaßt; sie 
wollen den ägyptischen Mönchen einen Ruhmeskranz flechten. 
Zugleich erledigt sich hiermit leicht die Frage, die wir uns 
vorlegen müssen: wo sind die Akten abgefaßt worden? Niemand 
anders hat ein Interesse daran gehabt, jenen Apa Victor zu ver- 
herrlichen, als die ägyptischen Mönche selber. Daß überhaupt 
nur an Ägypten gedacht werden kann, ist ja selbstverständlich. 
Aber auch unter den dort lebenden Mönchen kommt nur eine 
bestimmte Gruppe, ein Kloster, in Betracht: das Kloster Pbav, 
aus dem jener Apa stammte. Dies Kloster verherrlichte sich 
selbst, indem es eins seiner Glieder eine solche hervorragende und 
erfolgreiche Rolle zu Konstantinopel spielen ließ. 



1) Vgl. z. B. die spätere „Räubersynode". — 2) Vgl. oben S. 56 f. 



II, 2. Apa Victor. — 11, 3 a. Der Kopte als Übersetzer. 171 

Freilich darf man nicht der Ansicht huldigen, als sei jene 
Notiz in dem griechischen Brief Cyrills an den Kaiser die einzige 
Nachricht, welche die Mönche von der Tätigkeit Victors hatten. 
Daß man aus jener einen, für sich allein betrachtet doch unklaren, 
außerdem versteckt stehenden Stelle eine derartige Darstellung 
entwerfen könnte, wie es unsere Akten tun, ist ein Ding der 
Unmöglichkeit. 1 Aber für die Mönche von Pbav war jene Notiz 
nicht die einzige Nachricht. Victor stammte ja aus ihrem 
Kloster; sie wußten, daß er von Cyrill nach Konstantinopel 
berufen war; sie hatten durch ihn selber Kunde von seinen 
Erlebnissen und besaßen auch die Akten des Konzils, wie aus 
dem koptischen Text deutlich hervorgeht. Daß einer der Ihrigen 
eine, wenn auch in Wirklichkeit recht unbedeutende Rolle in der 
Geschichte des Konzils gespielt, war ein Stolz für die Mönche; 
sie haben das Unbedeutende durch allerlei Ausschmückungen 
zum Bedeutsamen gestempelt. 

Die Entstehungszeit der koptischen Akten darf nicht zu weit 
hinabgesetzt werden. Eine spätere Zeit hat nicht mehr das 
Interesse gehabt, eine solche gefärbte Darstellung zu unternehmen, 
zumal sie in dogmatischer Beziehung nichts Neues oder Ab- 
weichendes bringt, sondern nur dazu dient, Victor eine hervor- 
ragende Stellung zu verschaffen und Cyrills Ansehen zu heben. 
Das letztere scheint mir ein Anzeichen dafür zu sein, daß die 
Zeit des ephesinischen Konzils noch nicht weit zurückliegt. Wir 
werden daher die Entstehung der Akten vielleicht noch ins 
5. Jahrhundert versetzen dürfen. Bis auf das Jahr läßt sie sich 
natürlich nicht feststellen. 



3. Die echten Stücke der koptischen Akten. 

a) Der Kopte als Übersetzer. Als eine absolute Fäl- 
schung, die rein nichts historisch Nachweisbares enthielte, will- 
kürlich mit allen Tatsachen verfährt und einen völlig neuen 
Roman dadurch zustande bringt, dürfen wir, wie oben nachge- 
wiesen, die koptischen Akten nicht betrachten. Es ist gezeigt 
worden, daß Victor in der Tat in Konstautinopel für Cyrill zu 



1) Daß die Tradition vorhanden und auch bekannt war, zeigen 
jene Stellen der Schenutebiographie. 



-172 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

wirken versucht hat, und daß unser Bericht den Verlauf des 
Konzils im großen und ganzen durchaus geschichtlich wiedergibt. 
Dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn wir die vom Kopten 
mitgeteilten Schriftstücke mit den uns erhaltenen Originalen, so- 
weit wir dazu imstande sind, vergleichen. Eine ganze Reihe 
echter Schriftstücke, namentlich Briefe, bringt unser koptischer 
Bericht in seiner Sprache. 

Hierzu gehört in erster Linie die Schilderung des Verlaufes 
des ephesinischen Konzils, welche den zweiten Teil der koptischen 
Akten ausmacht. Wir dürfen sie als eine im wesentlichen genaue 
Übersetzung der uns noch vorliegenden griechischen Nachrichten 
hinstellen. 

Etwa von Seite 56 bei Bouriant ab ' sind wir in der Lage, 
einen vollkommen parallel laufenden griechischen Text, eben die 
schon oft genannte griechische Darstellung des Konzils von 
Ephesus, zur Vergleichung heranzuziehen. Der erste Teil der 
koptischen Akten enthält nur wenige, immerhin aber doch einige 
Schriftstücke, von denen wir auch die griechischen Originale be- 
sitzen. Wir kommen auf sie noch weiter unten zu sprechen. 
Hier betrachten wir zunächst nur kurz den koptischen Bericht 
über den Verlauf des ephesinischen Konzils, der dem Volke in 
Konstantinopel vorgelesen wird, und vergleichen ihn mit der 
griechischen Darstellung. 

Der Eindruck aber, den man dabei empfängt, ist folgender: 
Wir haben es beim Kopten mit einer im ganzen treuen Wieder- 
gabe des griechischen Textes zu tun. An einzelnen Stellen hat 
der Übersetzer freilich in der bei Kopten üblichen Weise erläu- 
ternde Umschreibungen vorgenommen, an anderen wieder gekürzt 
und nur dem Inhalte nach seiner Vorlage sich angeschlossen, z.B. teil- 
weise bei der Wiedergabe jener Aussprüche der einzelnen Bischöfe; 
sachliche Änderungen sind dadurch nicht verursacht worden. 
An vielen Stellen ist im koptischen Text die griechische Kon- 
struktion noch zu spüren und mit Händen zu greifen: griechische 
Worte sind zuweilen geradezu in sonderbarer Weise hinüber- 
genommen (ich mache z. B. nur aufmerksam auf das Wort 
ne^pHToti im Brief des Nestorius an Cyrill, das nichts weiter 
ist, als das griechische: (frjTolg). Nur das eine fällt auf, und 

1) Oben S. 55 in der Übersetzung. 



II, 3a. Der Kopte als Übersetzer. 173 

das verrät die alexandrinisclie Stellung der koptischen Akten, 
von der wir oben sprachen: die ehrende Bezeichnung („der 
fromme" oder .,der gottesfürchtige" usw.), welche Nestorius im 
griechischen Texte häufig erhält, ist beim Kopten an den meisten 
Stellen fortgelassen; er spricht dann eben nur von dem „Bischof 
Nestorius". Abgesehen davon aber sind wichtigere Änderungen 
so gut wie nicht zu finden. 

Dennoch treffen wir eine ganze Reihe Abweichungen vom 
griechischen Text, die, wenn sie auch sachlich nicht von großem 
Belang sind, doch für die Literarkritik von Interesse sein dürften. 
Zumeist sind es Änderungen der Namen, die der Kopte ver- 
stümmelt, oft so, daß sie kaum noch erkennbar sind; zuweilen 
sind es auch Flüchtigkeitsfehler, z. B. das Auslassen einzelner 
Bischöfe und ihrer Aussprüche; an anderen Stellen wieder, wie 
am Schlüsse von Briefen, sind, wohl mit Absicht, als unbedeutend, 
Grüße und Daten, die der griechische Text enthält, fortgelassen. 
Diese Abweichungen vom griechischen (und lateinischen) Text, 
die Bouriant nur zum kleinen Teil und unvollständig verzeichnet 
hat, sind von mir oben bei der Übersetzung in den Anmerkungen 
notiert worden. 

Das Resultat einer Durchsicht dieses Teiles der Akten er- 
giebt, daß die zweite Hälfte derselben nichts anderes ist, als eine 
im ganzen genaue Übersetzung der griechischen Darstellung. Die 
auf den ersten Blick vielleicht zahlreich erscheinenden Abwei- 
chungen sind doch im Grunde von derselben Art: es sind belanglose 
Erweiterungen, Kürzungen, Flüchtigkeitsfehler und veränderte — 
und zwar durch den koptischen Dialekt veränderte — Namen. 

Die zweite Hälfte der koptischen Akten bringt uns also 
historisch Wertvolles und Glaubwürdiges, wenn auch nichts Neues. 
Aber auch in der ersten Hälfte werden uns echte Stücke, deren 
griechisches Original wir noch besitzen, mitgeteilt. Es sind die 
Briefe der Kaiser an die Synode und die Schreiben der Synode 
an die Kegenten. Auch hier haben wir es meist mit zuverlässigen 
Übersetzungen zu tun. Ich habe schon oben bei der Übersetzung 
den griechischen Text mit angeführt, um dadurch eine Vergleichung 
beider Texte zu erleichtern. Hier kommt es nun darauf an, 
diese Vergleichung vorzunehmen und ein Urteil über die Art 
imd Weise der Übersetzung zu fällen. 

Wir beginnen mit dem Brief, der als erster der koptischen 



174 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Akten eine griechische Parallele hat; das ist das bei Bouriant 
S. 29 ff., oben S. 25 ff", mitgeteilte Schreiben ^ der beiden Kaiser 
an die Synode. Zu diesem Briefe ist zu bemerken: die koptische 
Übersetzung schließt sich meist eng an die griechische Vorlage 
an, enthält aber einige Ungenauigkeiten, die von Bedeutung sind. 
Sehen wir davon ab^ daß am Anfang, in der Adresse, „Erhabene" 
zu der an und für sich schon ausreichenden Anzahl von Ehren- 
titeln hinzugesetzt ist, und daß der im griechischen Text vor- 
handene Schluß, die Datierung, willkürlich fortgelassen ist, so 
bleiben doch noch zwei Stellen übrig, die besprochen werden 
müssen. Der Brief beginnt mit der Anführung alles dessen, 
was Kandidian dem Kaiser berichtet hat; und die einzelnen 
Fehler der Synode werden durch ovrs — ovts aneinandergereiht: 

1) Es sind nicht alle Bischöfe zur Beratung zusammengetreten. 

2) Sie waren nicht einmütig in ihrem Beschluß. 3) Sie gingen 
nicht in einer der Sache und dem kaiserlichen Schreiben ent- 
sprechenden Weise bei der Untersuchung vor, sondern ließen 
sich durch Feindschaft leiten. 4) Sie konnten nicht einmal ihre 
Fehler verhüllen und etwa den Schein erwecken, als hätten sie 
korrekt gehandelt. Die ersten drei Punkte bringt auch der 
Kopte, wenngleich nicht so streng gegliedert; den letzten Punkt 
jedoch hat er verändert, wohl weil er den griechischen Text nicht 
verstand. Nach dem Kopten hätten ja die auf dem Konzil an- 
wesenden Bischöfe gerade eine Hülle, wenn auch vergeblich, für 
ihr Vorgehen angewendet. Das Gegenteil davon steht im grie- 
chischen Text. — Die zweite Stelle des Briefes, auf die kurz 
hingewiesen werden muß, ist die, in der Kandidian erwähnt wird. 
Nach der griechischen Darstellung ist der Kaiser über die Synode 
und ihr Verhalten empört und befiehlt daher, daß, bis die ganze 
Synode versammelt sei und einen gemeinsamen Beschluß gefaßt 
habe, und ein anderer Palastbeamter ^ gesandt sei, um mit Kan- 
didian für die rechte Ordnung zu sorgen, niemand Ephesus ver- 
lassen dürfe. Der Kopte hat den Satz nicht verstanden; das 
„bis" hat er übersehen; ebenso daß von „befehlen" der Satz: 
„daß niemand Ephesus verlasse" abhängt. Er übersetzt: wir sind 
so erzürnt, daß wir den Befehl geben, eine neue Beratung zu 



1) Mansi IV, p. 137 7 ff. — 2) Gemeint ist der später gesandte 
Johannes. 



II, 3 a. Der Kopte als Übersetzer. 175 

veranstalten, und so, daß wir einen aus dem Palast senden, der 
das Folgende zu tun hat. Auch ist die Stelle mit Kandidian 
nicht deutlich: otä. efcoA ^Äi nrinevAAd^Tioii ÄinnocS' Hkomcc nevn- 
•^i'Ä.iö.noc könnte, freilich unregelmäßig, heißen: „einen aus 
unserem Palast, den großen Grafen Kandidian'", und so versteht 
es Bouriant. Aber das ist auch sachlich unmöglich; Kandidian 
ist schon lange in Ephesus; vorher ist außerdem mitgeteilt, 
daß Palladius gesandt wurde; von der früheren Sendung des 
Kandidian kann hier doch nicht die Rede sein. Also muß das 
Koptische Äinuos' nnoMec korrekt als Dativ aufgefaßt werden. 
Klarer jedenfalls ist der Grieche, der einfach schreibt: afia rtp . . . 
und dann das Part. fut. bringt. 

Wir gehen nun über zu dem durch Palladius an den Kaiser 
gesandten Schreiben der Synode i; auch hier übergehen wir die 
kleinen Abweichungen, welche sich zwischen unseren beiden 
Texten finden; es sind zum Teil Flüchtigkeitsfehler, wie das 
Auslassen der „Väter" (S. 29) ^ oder der Zusatz „Christus" in 
der Adresse; ein Versehen des Kopten ist wohl auch das Fort- 
lassen des Satzes (S. 34): odv xcu rag JtQOöt]yoQLag djisOzei^Mfisv 
TCO vfiSTeQOD xQaTsi. Zum Teil sind es Ungenauigkeiten, die 
durch eine etwas freiere Übersetzung entstanden sind.^ Alle 
diese Abweichungen, deren Zahl sich vermehren ließe, sind unbe- 
deutend. Wichtiger aber ist schon die Tatsache, daß der Kopte 
am Schluß des Briefes ein Datum bringt, das der Grieche nicht hat 
und an dessen Stelle die Worte: ^Xavcavog IjtLöxoJiog ^PiXijtjtcov 
vjttyQatpa stehen, die nun wieder im koptischen Text fehlen 
(S. 36). Ganz unbekannt ist die Datierung auch dem Griechen 
nicht; Mansi bringt sie in der Überschrift zu dem Synodalschreiben. 

Sehr beachtenswert ist folgende Abweichung: Der griechische 
Text nennt den Grafen Kandidian stets mit dem Ehrentitel fie- 
yaXojtQsjtaOraTog-. der Kopte jedoch läßt diese Bezeichnung regel- 
mäßig fort.-* Dasselbe gilt für den Grafen Irenaeus (vgl. S. 35). 
Hier liegt ganz ersichtlich eine Änderung des Kopten vor, der 
die der feindlichen Partei angehörigen Grafen nicht mit einem 
solchen Ehrentitel schmücken wollte. 

Geradezu falsch sind vom Kopten folgende Stellen übersetzt: 

1) Oben S.29ff.; Bouriant S. 32ff.; Mansi IV, p. 1421ff.— 2) Vor: 
Aj)osteln und Evangelisten. — 3) Vgl. S. 30 bei: nQog Tzldovag 
66yy.cixci. — 4) Vgl. S. 30 und 32. 



170 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

1. S. 32 schreibt der Grieche: aX)^ tjttidrj oarpcög rä JcsjcQay- 
fitva yvG)QL^8iv Tc5 vfisrtQCQ XQCCTH xcoXvofisOa, cog l(pri(iev, 
Tov libyaXojtQSJiBöxatov Tcoiiriroq Kävöiötavov rniaq pitv xco- 

XvovToq yvojQtC^siv ra xara tov svosßrj Xoyov jctjcftayiitva 

ösofitOa TOV vfiSTtQov xQarovg xrX. Daraus hat der Kopte 
gemacht: „Jedoch, da die Berichte, die wir verfaßt haben. Eure 
Majestät in Wahrheit über das, was stattgefunden hat, belehren 
werden (sie!), wir aber, wie wir zuvor gesagt haben, durch den 
Grafen Kandidian daran verhindert werden, das den Glauben 

und die Frömmigkeit Betreffende zu offenbaren , so bitten 

wir nun jetzt usw. 2) Ahnlich steht es mit folgender Stelle: 
S. 35 spricht der koptische Text von einer abgeschlossenen 
Tatsache: Die Synode hat in Kürze aus vielen Mühen heraus 
dem Kaiser geschrieben, im einzelnen ihn unterrichtet, ob viel- 
leicht der Kaiser ihre Bitte hinsichtlich der Gesandtschaft er- 
füllen werde. Der Grieche aber laßt die Synode berichten, 
daß sie oXiyov ygaipat gezwungen seien, daß sie aber den 
Kaiser im einzelnen unterrichten würden (!) {avaÖLÖa^ofiev), 
wenn er die Gesandtschaft zuließe. Auch hier hat der Kopte 
die Tatsachen verdreht; denn das geschichtlich richtigere Bild 
liefert der Grieche. 3) S. 33 spricht der koptische Text merk- 
würdigerweise von zwei Arten von Bischöfen: einmal von solchen, 
die den Irrtum desNestorius gebilligt haben, und sodann von solchen, 
die ihm beistimmten und unterschrieben, freilich „unwissend der 
Decke der Bosheit, die darin verborgen ist", und die, zur Einsicht 
gekommen, ihn verließen. Aber der griechische Text weiß gar nichts 
von solcher Einteilung; er spricht nur von Bischöfen, welche sich 
anfangs täuschen ließen, dann aber Nestorius wieder aufgaben. 
4) Gleich darauf berichtet der Kopte davon, daß die bekehrten 
Bischöfe zur Synode kamen und des Nestorius Lästerung auf- 
deckten. Dieser aber habe sie und die Bischöfe der Synode ver- 
urteilt, weil sie ihn und Johannes verlassen hätten; die Anhänger 
waren 37 an Zahl. Der griechische Text berichtet etwas anderes: 
jene bekehrten Bischöfe seien zur Synode gekommen und hätten 
den Nestorius mit verurteilt; daher seien bei Nestorius und Johannes 
nur 37 geblieben. Der Kopte hat den Text nicht verstanden. 

Endlich sind die großen Verschiedenheiten bei der Auf- 
zählung der Anhänger des Nestorius zu erwähnen. Auf den 
ersten Blick hin scheinen hier zwei verschiedene Listen vorzu- 



II, 3 a. Der Kopte als Übersetzer. 177 

liegen; eine nähere Betrachtung aber lehrt, daß sich die meisten 
Namen identifizieren lassen. Wir haben beide Male 35 Bischöfe.' 
Davon sind 29 ohne weiteres im griechischen und im koptischen 
Text nachweisbar, freilich meist in einer völlig anderen Reihen- 
folge. Dabei hat der Kopte wieder, wie gewöhnlich, manche 
Namen verändert (vgl. Heliades, Marcellian, Sabinus, Phridillas, 
Trakellinus); sechs jedoch lassen sich nicht identifizieren; den 
koptischen Zoses, Hesychius, Philippus, Ikarius, Ampelius und 
Hetherius stehen gegenüber die griechischen: Dexianus, Petrus, 
Zebinas, Theosebius, Eutherius und Maximus. Yon diesen sind 
augenscheinlich der koptische Hetherius und der griechische 
Eutherius identisch: die übrigen fünf aber scheinen verschiedene 
Personen zu sein. Wie diese Verschiedenheiten entstanden sind, 
vermag ich nicht zu sagen. — Wir sehen aus alledem, wie der 
Kopte hier vom Original stark abweicht. 

Zu dem Schreiben, in dem die Synode dem Nestorius seine 
Absetzung mitteilt-, haben wir nur folgendes zu bemerken: Es 
könnte auffallen, daß der Kopte hier in der Adresse einmal an 
Stelle des griechischen OEoq'.XQcöToq setzt („in der Gnade 
Christi"), gleich darauf umgekehrt an Stelle von XQiöroq'.&^oq 
(„gottliebend'"). Doch glaube ich nicht, daß hier eine besondere 
Absicht vorliegt: den ägyptischen Monophysiten flössen die Be- 
griffe Gott und Christus so ineinander über, daß sie bald den 
einen, bald den andern gebrauchten. Merkwürdig ist, daß der 
herbe Ausdruck in der griechischen Adresse: veo) 'fovöa beim 
Kopten fehlt. Aus Freundschaft und aus Rücksicht auf Nestorius 
ist das sicher nicht geschehen; bleibt nur übrig, daß er ver- 
sehentlich ausgefallen ist. Einem Versehen schreibe ich auch 
das Fehlen der Worte xara za öoxovvxa rolg txxXf]öcaöTcxolg 
d^eOfiolc zu. An Stelle des griechischen Datums ist natürlich 
die ägyptische Zeitrechnung gesetzt. 

Auch in der Adresse des in dieser Angelegenheit an den 
Klerus von Konstantinopel gerichteten Schreibens der Synode^ 
hat der Kopte statt des griechischen yaQirt Oeov: „Gnade 
Christi", und am Schlüsse des Briefes: „gottliebend" für (pL).o~ 
XqIoxcov. Wichtiger aber ist das Versehen, welches sich der 

1) Warum nicht 37? Vgl. oben. — 2) Oben S. 38. Bouriant 
S. 39. Mansi IV. p. 1228. — 3) Oben S. 39. Bouriant S. 40. Mansi 
IV, p. 1228. 

Texte u. Untersucliungen. N. F. XI, 2. 12 



j78 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

koptische Text in der Adresse hat zu schulden kommen lassen: 
während der ursprüngliche Text, der griechische, XaUJtQOTarm 
JiJvxccqIo^ hat, lafiTtQorarog also als Adjektiv faßt, schreibt der 
Kopte: „an Lamprotatos und Eucharius", nimmt also Xafjjroora- 
Tog als Eigennamen und infolgedessen die nächsten Adressaten: 
jtQBößvreQOi und olxovofiOL als einfache Apposition zu Lam- 
protatos und Eucharius. Auf diese Weise erhält der Kopte in 
Konstantinopel einen Lamprotatos, von dem wir naturgemäß 
nichts wissen. Eine historische oder dogmatische Bedeutung 
hat diese Änderung nicht; sie ist wiederum ein Versehen. 

Anders steht es mit der Adresse in dem Schreiben Cyrills 
nach Konstantinopel. ^ Hier ist vom Kopten einfach der Name 
des Dalmatius, einer geschichtlich nachweisbaren Persönlichkeit, 
von der auch im Verlauf des ephesinischen Konzils die Rede 
ist 2, gestrichen und dafür Apa Victor eingesetzt. Wir haben 
darüber bereits bei anderer Gelegenheit gesprochen.^ Diese 
Änderung kann nicht anders, denn als eine absichtliche Fälschung 
bezeichnet werden. Einzelne kleine unbedeutende Abweichungen 
übergehen wir. Dagegen muß auch bei diesem Briefe betont 
werden, daß der Kopte bei Männern seiner Gegenpartei die 
Ehrentitel, welche der griechische Text bringt, absichtlich fort- 
läßt, während er sonst nicht damit kargt. So wird S. 40 und 42 
die Bezeichnung des Nestorius als zifiiog resp. rifitcDrarog über- 
gangen; ähnlich S. 43 und 46 (leyalojtQSJttöTaTog bei Kan- 
didian. Darin liegt also System! Männern, die seiner Partei 
feindlich gegenüberstehen, entzieht man jede Ehrenbezeichnung 
die ihnen Ansehen verschaffen könnte, und häuft als Äquivalent 
die Ehrennamen bei Leuten, die zur selben Fahne schwören. 

Ähnliches findet sich in dem durch Kandidian gesandten 
zweiten kaiserlichen Schreiben an die Synode^, das wir aber hier 
beiseite lassen können, da es nur an einzelnen Stellen etwas freier 
übersetzt ist, sonst jedoch keine sachlichen Abweichungen oder 
gröbere Versehen bringt. 

Mit diesem Schreiben haben wir die Zahl der Schriftstücke 
des ersten Teiles unserer Akten, die an einem griechischen 
Original für uns noch kontrollierbar sind, erschöpft. Die übrigen 

1) Oben S. 40ff. Bouriant S. 41 ff. Mansi IV, p. 1228ff. — 
2) Oben S. 48. — 3) Oben S. 159 f. — 4) Oben S. 55 ff. Bouriant 
S. 56 ff. Mansi IV, p. 1117ff. 



II, 3 a. Der Kopte als Übersetzer. 179 

Briefe, für welche wir ebenfalls noch den griechischen Text 
besitzen, finden sich im zweiten Teil unserer Akten, der, wie 
wir sahen, nur eine Übersetzung unserer griechischen Konzils- 
akten ist. Es sind das: der erste Brief des Kaisers an die 
Synode, oben S. 67fiF.; ferner das Schreiben Cyrills an Nestorius 
S. 86 ff.; und endlich das Bruchstück vom Brief des Nestorius an 
Cyrill S. 129 ff. Alle diese Briefe weichen vom griechischen Original 
nur in sachlich unbedeutenden Kleinigkeiten ab, meist infolge 
einer etwas freieren Übersetzung, können daher von uns hier 
außer Betracht gelassen werden. Zu erwähnen ist nur ein grober 
Irrtum unseres Kopten im Briefe Cyrills an Nestorius S. 86 ff. 
In diesem Briefe hat sich beim Kopten gleich am Anfang ein 
böses Versehen eingeschlichen. Nach dem Kopten schreibt 
nämlich Cyrill an Nestorius, daß einige Männer ihn (sc. Cyrill) 
zu verleumden suchten; und er führt bald darauf an, was jene 
Männer über ihn in der Stadt verbreiteten. Es heißt da: „der 
eine von ihnen sagt: »Er hat Blinden und Armen Gewalt an- 
getan«; ein anderer aber: »er hat seine Hand gegen seine eigene 
Mutter mit einem Schwerte erhoben« usw.". Der Grieche jedoch 
spricht, wie ein Blick in seinen Text lehrt, nicht davon, daß 
die oben zitierten Worte den Verleumdern angehören und gegen 
Cyrill gerichtet sind, sondern nach ihm richten sich jene An- 
schuldigungen gegen die Verleumder und werden von Cyrill 
vorgebracht, um zu zeigen, wessen seine Verleumder selber über- 
führt sind, und wie wenig glaubwürdig daher ihre Aussagen 
sind. Es heißt ausdrücklich im griechischen Text von den Ver- 
leumdern: xal dßovXi^TOvg Jii^jiovöi (pojvag, ?/ÖLxr]^u£vot [lev 
ovötv, aXsyx^tvrBc, de xal rovro xgrjöLiKDq' o fitv, ort rvcpXovg 
r/dixsi^ xcä jievrjxac,' o öe, cog fifjxQi ^ig^og sjtavaxoLvag xtX. 
Der Kopte hat also auch hier den Text mißverstanden: es 
handelt sich nicht um Verleumdungen, die gegen Cyrill vor- 
gebracht sind, sondern um Tatsachen, deren die Verleumder 
überführt sind. 

Nunmehr wird es am Platze sein, zusammenfassend ein 
Urteil über den Kopten als Übersetzer zu fallen. Betrachten 
wir nur den zweiten Teil, der uns in koptischer Sprache die 
Akten vom ephesinischen Konzil bringt, so erscheint uns der 
Kopte als ein an manchen Stellen freier, aber im großen und 
ganzen doch gewissenhafter Übersetzer, dem zwar auch einzelne 

12- 



IgQ Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Versehen untergelaufen sind (vgl. die wenigen Auslassungen und 
den eben besprochenen Fehler), der aber sachliche Änderungen 
sich nicht erlaubt hat; denn die vielfach bei ihm anders lautenden 
Namen der Bischöfe (vgl. oben bei der Übersetzung) sind als 
Dialektverschiedenheiten zu beurteilen und daher für uns hier 
nicht von Belang. Auch die Briefe Cyrills und des Nestorius 
in diesem Teil v^eichen sachlich — v^enn wir den einen be- 
sprochenen Fall außer acht lassen — nicht von dem griechischen 
Text ab. 

Anders aber gestaltet sich unser Urteil schon, sobald wir 
den koptischen Übersetzer in der ersten Hälfte beobachten. 
Zwar haben wir auch hier Grund und Ursache, an vielen Stellen 
ihn, wie oben, als einen zuverlässigen Übersetzer hinzustellen; 
und wir haben des öfteren dazu Gelegenheit genommen. Allein 
in diesem Teil der Akten, der nicht nur einfach eine koptische 
Übertragung des griechischen Textes bringt, sondern historische 
Briefe, deren griechisches Original wir noch haben, im Rahmen 
der eigenartigen koptischen Darstellung der Vorgeschichte und 
des Verlaufes des Konzils von Ephesus: in dieser ersten Hälfte 
treten doch jene historischen Stücke nicht völlig unverändert auf. 
Nicht nur um freie Übersetzungen handelt es sich hier, sondern 
zum Teil um wesentliche Veränderungen, die sachlich von 
Bedeutung sind. Zu diesen Abweichungen zählen wir nicht die 
Unterschiede in den Namen (S. 36 f.), auch nicht, daß der Kopte 
an einzelnen Stellen Datierung und Gruß — beides steht im 
griechischen Text — fortgelassen hat (S. 28; 94) oder an 
anderen Stellen wieder das Datum hinzugesetzt hat (S. 36); der- 
artige Änderungen sind nicht von großer Bedeutung für uns. 
Wohl aber lassen sich in der ersten Hälfte der koptischen 
Akten geradezu Fehler nachweisen, die sachlich nicht ohne 
Belang sind (vgl. dazu S. 176, 178, 179). Dennoch mögen auch 
diese Fehler entstanden sein durch ein Mißverständnis seitens 
des Kopten, wie man es ihm einem für ihn verhältnismäßig 
schwierigen griechischen Text gegenüber nicht zu schwer an- 
rechnen darf. Aber es finden sich daneben auch — und das ist 
das Bedeutsame — zwei geradezu absichtliche Änderungen vor, 
die unter der Rubrik des Versehens oder des Mißverständnisses 
nicht geführt w^erden dürfen. Einmal das — auch im zweiten 
Teil an einzelnen Stellen vorhandene — ständige Fortlassen 



II, 3a. D.Kopte a. Übersetzer.— II,3b.Kopt.Briefe ohne griech. Parallele. Igt 

der griechischen ehreDdeo Bezeichnungen bei Männern, die zur 
nestorianischen Partei gehören oder ihr freundlich gegenüber- 
stehen: bei Nestorius S. 40, 42: Kandidian S. 30, 32, 43, 46; 
Irenaeus S. 35. Das ist eine absichthche Änderung. Sodann 
2. jene kühne Änderung der Adresse des cyrillischen Briefes 
(S. 40), von der schon oben die Rede war. Das hindert uns 
doch, dem koptischen Übersetzer in jeder Hinsicht Unparteilich- 
keit zuzuschreiben. 

Somit kommen wir zu dem Schlüsse, daß der Verfasser 
unserer Akten da, wo er eine Übersetzung der griechischen 
Darstellung des Konzils bringt, im großen und ganzen zuverlässig 
ist. Freilich nur im großen und ganzen; denn an mehreren 
Stellen sind ihm doch böse Versehen zugestoßen, hervor- 
gerufen weniger durch Flüchtigkeit, als vielmehr durch die 
Tatsache, daß er des Griechischen nicht völlig Herr war. Außer- 
dem aber — und das entscheidet — hat er sich an einzelnen, 
wenn auch wenigen, Stellen seinem Parteistandpunkte entsprechend, 
Korrekturen erlaubt. Man wird daher seine Übersetzung trotz 
aller Sorgfalt im wesentlichen doch nicht einfach ohne Rest als 
zuverlässig hinnehmen dürfen und sich hüten müssen, an irgend- 
welchen Stellen seinen Text etwa zur sachlichen Korrektur des 
entsprechenden griechischen Textes zu benutzen. 

b) Koptische Briefe ohne griechische Parallele. Es 
erübrigt noch, in aller Kürze einen Blick auf die Briefe zu 
werfen, für die wir in unserem griechischen Text keine Parallele 
besitzen. Im ganzen sind es fünf Schreiben, die wir aus diesem 
Grunde als unkontrollierbar bezeichnen müssen. 

Gleich am Beginn der uns erhaltenen koptischen Akten 
(S. 4) findet sich ein Bruchstück eines Schreibens, das von Cyrill 
an Victor gerichtet ist. Die Entscheidung darüber, ob wir hier 
einen echten oder nur einen künstlich erdichteten Brief vor uns 
haben, dürfte nicht schwer zu treffen sein. Das Bruchstück ist 
freilich zu winzig, als daß es einen absolut sicheren Schluß und 
ein definitives Urteil zuließe. Daß Victor aber durch Cyrill aus 
seinem Kloster fortgerufen worden ist, halte ich nicht nur für 
sehr wahrscheinlich, sondern geradezu für sicher. Hat er, wie 
wir oben sahen, im Auftrage Cyrills und seiner Partei in Kon- 
stantinopel beim Kaiser gewirkt, so wird auch der alexandrinische 



132 Kraafcz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Erzbischof es gewesen sein, der ihn aus seinem Kloster /u 
diesem Zwecke abberief.^ Und die Annahme, daß Wir hier 
durch den Kopten ein Bruchstück des echten Abberufungs- 
schreibens erhalten haben, hat m. E. alle Wahrscheinlichkeit 
für sich. 

2) Das zweite Schreiben Cyrills an Apa Victor (S. 5 f.), 
besser vielleicht die „Instruktionsurkunde" genannt, durch die 
der Archimandrit angetrieben wurde, Alexandrien wieder zu ver- 
lassen und sich nach Konstantinopel weiter zu begeben^ halte 
ich für eine offenkundige Fälschung. Die eigentlichen Gründe 
dafür habe »ich schon oben angegeben. ^ Hier genügt also ein 
kurzes Wort. Die Urkunde ist nur ein Versuch, die Haupt- 
gedanken des Schreibens, welches der Kaiser an das Konzil 
sandte, vorwegzunehmen und die Sachlage so darzustellen, als 
sei der eigentliche geistige Urheber des Ganzen Cyrill, nicht 
der Kaiser. Von einer Echtheit des Schreibens kann demnach 
meiner Meinung nach nicht die Rede sein. Doch verdient be- 
achtet zu werden, daß auch hier der Kopte nicht etw^a rein aus 
der Luft gegriffene Gedanken in dem Briefe vorgetragen werden 
läßt, sondern wirklich historische Punkte bringt, Befehle, die der 
Kaiser tatsächlich erlassen hat. 

3) S. 11 ff. wird uns ein im Griechischen nicht erhaltener Brief 
mitgeteilt, dessen Adresse uns nicht mehr ganz intakt überliefert 
ist. Aus dem Inhalte geht hervor, daß das Schreiben von Cyrill 
herrührt, obwohl der Name weder in der Adresse, noch im Briefe 
selber genannt wird. Diesen Brief bin ich geneigt für echt zu 
halten; einmal, weil er nichts enthält, was irgendwie dazu ge- 
eignet wäre, Apa Victor hervortreten zu lassen — abgesehen von 
der Adresse; doch über sie vgl. unten — , sodann, weil er in einem 
Punkte, wie wir sehen werden, für Cyrills Charakter nichts sehr 
Schmeichelhaftes erkennen läßt. Man kann den Inhalt des 
Schreibens in vier Abschnitte zerlegen: der erste schildert die 
Reise und Ankunft Cyrills in Ephesus; der alexandrinische Patri- 
arch hatte eine böse Überfahrt ; als er endlich glücklich gelandet 
ist, wird er vom Volke mit Begeisterung empfangen, verrichtet 
in der Kirche sein Gebet und begibt sich dann in das Quartier, 



1) Dasselbe berichten übrigens auch die oben (S. 161 if.) be- 
sprochenen Stellen der Schenutebiographie. — 2) Vgl. oben S. 158 ff. 



II, 3b. Koptische Briefe ohne grieeh. Parallele. 183 

das man für ihn bereit gehalten hat. Der zweite Teil erzählt 
von dem vergeblichen Versuch des ebenfalls in Ephesus schon 
angekommenen Nestorius, alle Kleriker zur gemeinsamen övi^a^ig 
zu versammeln. Dabei wird uns ganz objektiv mitgeteilt, daß 
der eine Teil der Kleriker für den A'orschlag des Nestorius, der 
andere aber dagegen ist. Der letztere siegt. Im dritten Ab- 
schnitt verteidigt sich Cyrill gegen angebliche Verleumdungen, 
die man gegen ihn geschleudert habe. Und dies ist mit der 
interessanteste Punkt des Briefes. Man hat danach in Kon- 
stantinopel verbreitet, daß Cyrill nach Ephesus eine ganze Anzahl 
Parabolanen und Schiffe voll Getreide mitgeführt habe. Wozu 
dies alles, wird im Briefe nicht auseinandergesetzt. Aber da 
diese Punkte als Verleumdungen bezeichnet ^verden, so wird klar, 
was man mit jenen Behauptungen besagen wollte. OflPenbar 
meinte man, daß Cyrill jener Parabolanen sich bedienen wolle, 
um seine Anschauungen eventuell durch ihre Hilfe durchzusetzen; 
und die Getreideschiffe sollten wohl dafür zeugen, daß Cyrill Be- 
stechungen vorhätte. Cyrill weist in unserm Brief diese Be- 
schuldigungen zurück; er erklärt, daß jeder einzelne in Ephesus 
nur mit zwei Dienern und den notwendigsten Klerikern zugegen 
sei; doch läßt er es leider unbestimmt, wieviel Kleriker nach seiner 
Anschauung zu den ..notwendigsten" gehören. Die andere Be- 
schuldigung, die sich auf das Getreide bezieht, sei unwahr; ' sie 
(die Bischöfe) alle kauften vielmehr täglich sich von den Bäckern 
ihre Ration Brot. Der vierte Abschnitt endlich des Briefes setzt 
auseinander, daß Cyrill denjenigen entgegentrete, die, ohne die An- 
kunft der anderen Bischöfe abzuwarten, das Konzil eröffnen wollen. 
Dies der Inhalt des Schreibens. Ich sagte schon oben — 
und ich gab kurz den Grund dafür an — , daß ich diesen Brief 
für echt halten möchte. Wenn Cyrill, wie der vierte Abschnitt 
es uns sagt, dafür gewirkt hat, daß man die Sitzungen nicht er- 
öffne, bevor nicht alle Bischöfe erschienen seien, so spricht das 
durchaus nicht gegen die Annahme der Echtheit. Denn am 
Anfang, in der allerersten Zeit, hat Cyrill wirklich auf die An- 
kunft der übrigen eingeladenen Bischöfe gewartet.^ Und daß 
der Brief aus der ersten Zeit des ephesinischen Aufenthaltes 
stammt, zeigt auch der erste Abschnitt; mehrere Wochen später 



1) Vgl. oben S. 42. Mausi IV, p. 1229. 



Ig4 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

wäre kein Bericht mehr über Reise und Ankunft abgesandt worden. 
Undenkbar erscheint mir ferner, da(.i ein zugunsten Cyrills 
schreibender Fälscher so objektiv über den Inhalt des zweiten 
Abschnittes, die von Nestorius angeregte ovva^ig betreffend, be- 
richtet hätte; er hätte das Ganze überhaupt nicht berührt. Frei- 
lich hören wir sonst nichts davon; aber man muß bedenken, daß 
wir nicht über alle Einzelheiten jener Zeit orientiert sind. Ab- 
weichend von unserer sonstigen Kenntnis ist jedoch die Nachricht, 
daß Nestorius mit Cyrill an demselben Tage nach Ephesus ge- 
langt sei; sonst hören wir vielmehr, daß Nestorius schon vor 
Cyrill dorthin gekommen sei. Hier liegt vielleicht eine Korrektur 
Cyrills vor, der sich von seinem Gegner nicht durch frühere An- 
kunft in seinem Eifer für das Konzil übertreffen lassen wollte. 
Das Wichtigste aber ist die Notiz über die Parabolanen und die 
GetreideschifPe. Wie wertvoll und wichtig für Cyrill die Hilfe 
seiner Mönche, Parabolanen, gewesen ist, wissen wir zur Genüge; 
sie haben auf all den kirchlichen Synoden eine große Rolle ge- 
spielt, zuweilen geradezu die Entscheidung gewaltsam herbei- 
geführt; auch in Ephesus waren sie zahlreich versammelt. Und 
daß Cyrill in der Tat Bestechungen auf jener Synode vorgenommen 
hat, wissen wir unter anderem aus einem Brief des Akacius von 
Beroea.^ Die Vorgänge, von denen unser Brief berichtet, sind 
also nicht aus der Luft gegriffen. Ein Fälscher nun hätte diesen 
Punkt entweder gar nicht berührt oder aber jene Vorwürfe viel 
ausführlicher und geschickter widerlegt, als es hier geschieht. 
So scheint mir auch dieser Punkt dafür zu sprechen, daß wir es 
nicht mit einer Fälschung, sondern mit einem echten Schreiben zu tun 
haben, dessen griechisches Original uns leider verloren gegangen ist. 
Nur eins darf man vielleicht beanstanden, die Adresse. Wir 
sahen oben bereits, daß sie verstümmelt auf uns gekommen ist, 
der erste Teil fehlt völlig. Als Bestimmungsort enthielt sie 
Konstantinopel; Beweis dafür ist einmal die Tatsache, daß von 
den beiden hier allein in Betracht kommenden Städten, Alexandrien 
und Konstantinopel, die erstere nicht in der Adresse gestanden 
hat; wozu sonst jene Bemerkung am Beginn des Schreibens, daß 
der Verfasser dem Befehle der Kaiser folgend aus Alexandrien 
fortgereist ist? Für Konstantinopel spricht die Bemerkung, daß 



1) Mansi V, p. 819. 



II, 3 b. Koptische Briefe ohne griech. Parallele. 185 

Cjrill, weil man in der Residenzstadt jene von uns oben be- 
sprochenen Beschuldigungen verbreitet habe, sich in diesem 
Schreiben notwendig darüber äußern müsse; ein anderer Ort für 
die Bestimmung des Briefes wäre auch nicht denkbar; ein der- 
artiges, Bericht erstattendes Schreiben kann von Cyrill nur nach 
Alexandrien oder Konstantinopel gesandt worden sein. Da ersteres 
nicht in Betracht kommen kann, bleibt nur Konstantinopel übrig. 
An die Bischöfe in Konstantinopel aber hat Cjrill öfter ge- 
schrieben; ich erinnere an den Brief an Komarius und Potamon, 
den wir oben besprochen haben. Das eben genannte Schreiben 
ist für uns äußerst wichtig. Bei ihm fanden wir nämlich die 
Adresse vom Kopten durch den Zusatz ..Victor, den Vater der 
Mönche" gefälscht. Ganz das Gleiche kann auch hier, bei dem 
uns augenblicklich beschäftigenden Brief, der Fall sein. Auch 
er ist nach Konstantinopel an die Bischöfe Komarius und Potamon 
gerichtet und enthält nichts, was auf Victor besonders hinweisen 
könnte. Die Möglichkeit, daß die Worte: „Victor, den Vater 
der Mönche" ein Zusatz des Kopten sind, muß daher offen 
bleiben. ^ Einen strikten Beweis zu führen, ist hier nicht möglich, 
weil uns das Original nicht erhalten ist. Aber alles, was wir 
bisher über die Persönlichkeit Victors zusammenstellen konnten, 
legt den Verdacht wenigstens nahe. Summa summarum: Wir 
haben hier durch den Kopten einen echten Brief Cyrills erhalten, 
der uns sonst nicht bekannt ist; nur die Adresse ist möglichenfalls 
korrigiert. 

4) Oben S. 15 ff. wird uns ein längerer Brief der Synode an 
die Bischöfe in Konstantinopel mitgeteilt, der im griechischen 
Text keine Parallele hat. Seinem Inhalte nach kann er am 
besten als Beschwerdeschrift über Kandidian bezeichnet werden. 
Denn vom Grafen und seinem Verhalten handelt dies ganze 
Schreiben. Wir erfahren, daß dieser in aller Stille nach Ephesus 
gekommen ist, sofort sich mit Kestorius unterredet hat und nun 
offen dessen Partei ergreift. Eine Anzahl Kleriker verweist er 
aus der Stadt; bei einer Schlägerei, die zwischen den Klerikern 
zweier Bischöfe entstanden ist, setzt er einen derselben unschuldig 
gefangen, obwohl die Synode dagegen protestiert und ihm klar 

1) Freilich auch das Gegenteil, daß die Adresse echt ist; denn 
wenn V. im Dienst C.s gestanden, warum sollte niclit auch an ihn 
ein Schreiben Cyrills gerichtet sein? 



jgß Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

macht, daß er vom Kaiser nur dazu gesandt sei, äußerlich Kühe 
zu halten, nicht aber, sich Urteile über Kleriker zu erlauben, 
und nur schwer entschließt er sich dazu, den Gefangenen wieder 
loszulassen, verbietet ihm aber den weiteren Aufentlialt in der 
Stadt. Die Eröffnung des Konzils verzögert er, weil noch nicht 
alle Bischöfe zugegen seien, die Zugänge zur Stadt hält er ver- 
sperrt usw. Nun sollen die Adressaten zum Kaiser gehen 
und durchsetzen, daß dem Vorgehen des Grafen Einhalt getan 
werde. 

Die Adresse dieses Schreibens wird uns merkwürdigerweise 
nicht genauer mitgeteilt; doch läßt eine Notiz deutlich erkennen, 
wer als Adressaten gemeint sind. Es heißt nämlich i, daß bei 
Ankunft des Schreibens sich die Bischöfe Apa Komarius und 
Potamon und der Erzmönch Apa Victor in den Palast begeben 
mußten, um den Kaiser zu treffen. Dieser nimmt dann das 
Schreiben nicht aus den Händen der Bischöfe entgegen, sondern 
läßt sich — nach langem Sträuben — erst durch Victor zur An- 
nahme bewegen. Hieraus geht hervor, daß nach der Auffassung 
des Kopten der Brief an die Bischöfe und Kleriker in Konstan- 
tinopel und an Apa Victor gerichtet war, zu dem Zwecke, daß 
diese dem Kaiser das Schreiben überreichen sollten. Die Sache 
liegt also hier ganz ähnlich, wie bei dem Briefe, von dessen 
korrigierter Adresse wir oben gesprochen haben. Behalten wir 
im Gedächtnis, wie dort in kühner Weise der Mönch Victor 
in die Adresse hineingeschoben war, und bedenken wir, daß, wie 
wir sahen, die Rolle, die nach dem Kopten dieser Apa Victor 
spielt, nicht in jeder Hinsicht historisch ist, so ist hier m. E. 
eine zwiefache Entscheidung möglich: entweder das Schreiben 
ist echt, aber unsicher (wenn auch nicht unmöglich) ist es, ob 
es auch an Victor gerichtet war; oder wir haben es überhaupt 
mit einer Fälschung zu tun. Man wird sich für das erstere ent- 
scheiden dürfen. Leider ist uns das Original nicht erhalten ; aber 
ein solches, im letzten Grunde doch persönliches, nur an einige 
Bischöfe gerichtetes Schreiben kann verloren gegangen sein. 
Gegen die Geschichtlichkeit der uns hier berichteten Vorfälle 
spräche von vornherein vielleicht das Schweigen, das sonst in der 
uns erhaltenen Literatur über diese Dinge herrscht; sodann, daß 



1) Vgl. oben S. 14. 



II, 3b. Koptische Briefe ohne griech. Parallele. 187 

wenigstens die Namen der Kleriker, um die es sich bei der 
ersten Streitigkeit handelt, fast alle uns unbekannt und in den 
Akten nicht aufzufinden sind. Aber diese Gegengründe scheinen 
mir nicht durchschlagend zu sein. Gleich der zweite Grund, das 
Fehlen der Namen in der uns sonst zu Gebote stehenden Literatur, 
fällt dahin, da doch nicht sämtliche in dem Schreiben genannte 
Männer uns unbekannt sind. Es werden genannt: Claudius, 
Philotheus, Eusebius, Charazius, Serapion, Diakon Romanus und 
der Mönch Zoilus. Hiervon wird Charazius identisch sein mit 
dem Philadelphier Charisius, von dem uns Mansi IV, p. 1344ff. be- 
richtet. Ferner möchte ich den Scholastiker Eusebius identifizieren 
mit dem bei Mansi VI, p. 652 genannten. Hierzu kommt, daß 
die bei der zweiten Streitigkeit genannten Bischöfe Dalmatius und 
Johannes beide nachweisbar auf der Synode zugegen waren. ^ 
Wir erkennen also: der Schreiber des Briefes springt nicht leicht- 
fertig mit den Namen um, sondern hat ganz bestimmte Personen 
im Auge. Daß wir sonst nichts von den Vorfällen hören, kann 
nicht von großer Bedeutung sein, wenn wir uns zum Beispiel 
vergegenwärtigen, daß wir auch von der Wirksamkeit Victors, 
die doch zu einem Teile historisch ist, eigentlich gar nichts 
wissen. Auch wenn wir im übrigen von diesen Vorfällen nichts 
erfahren, werden wir dennoch solche Mitteilungen des Kopten, 
bei denen er selbst Namen nennt, als echt hinnehmen müssen, 
falls sie in den Rahmen der Geschichte des Konzils hineinpassen 
und sie nach den ganzen uns bekannten Verhältnissen möglich 
sind. Und das wird man von unserem Fall hier behaupten dürfen. 
Daß Kandidian in aller Stille in Ephesus einzutrefi'en wünschte, 
ist erklärlich; auch daß er, der Abgesandte des auf Nestorius' 
Seite stehenden Kaisers, sogleich ein Gespräch mit diesem Bischof 
hatte, ist wohl zu verstehen. Von ihm wird er in der Tat auf 
jene Männer, die er dann festnehmen ließ, aufmerksam gemacht 
worden sein; sie sind als besonders heftige Gegner des Nestorius 
zu denken, die in auffallender Weise den Haß gegen ihn schürten. 
Deshalb sucht Kandidian sie zu entfernen. Ob wirklich der 
Kaiser seihst den Befehl dazu gegeben hat, ist mit voller Sicher- 
heit nicht auszumachen. Die Tatsache allein, daß er nach dem 
Verlesen unsers Schreibens über Kandidian unwillig ist, spricht 



1) Vgl. S. 62 (Johannes) und 65 (Dalmatius). 



188 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

noch nicht dagegen; die Unzufriedenheit kann sich sehr wohl 
auf den zweiten uns mitgeteilten Vorgang beziehen, auf die von 
Kandidian vorgenommene Festsetzung des Bischofs Johannes, die 
über den Auftrag, den der Graf empfangen, hinausging. Daß 
Kandidian gegen die vor Eintreffen der Antiochener stattfindende 
Eröffnung des Konzils war und die Zugänge zur Stadt scharf 
bewachen ließ, ist richtig. Wir müßten also hier^ falls der Brief 
unecht wäre, an eine ganz raffinierte Fälschung glauben, für die 
kein genügender Grund ersichtlich wäre. Denn Victors Ansehen, 
auf das es unserm Kopten ankommt, wächst durch das Schreiben 
nicht; und zur Rechtfertigung des Verhaltens Cyrills würde ein 
Fälscher nicht noch einmal Dinge nennen, die bereits in einem 
andern Sehreiben mitgeteilt waren. Man wird demnach den 
Brief doch für echt halten dürfen, aber vielleicht nach Analogie 
des anderen besprochenen Briefes es wenigstens offen lassen 
müssen, daß Victor in der Adresse nicht genannt war. Wir 
haben dann auch hier durch den Kopten von Vorfällen Kunde, 
die uns sonst nicht bekannt sind.^ 

5) Endlich findet sich noch ein kleines Schreiben Cyrills an 
Komarius, Potamon und Victor 2, das ebenfalls durch den Griechen 
nicht kontrollierbar ist. Es ist das kleine Schreiben, in dem der 
alexandrinische Bischof anzeigt, daß in Ephesus einige Männer 
seien, die mancherlei gegen Nestorius aussagen könnten, aber 
sich fürchteten, weil sie gehört hätten, daß einer aus dem Palast 
entsandt sei, um sie festzunehmen. Auch hier läßt sich nicht 
ganz sicher feststellen, ob die Adresse echt ist. Aber für die 
Echtheit des Briefes möchte ich mich aussprechen; ein irgendwie 
stichhaltiger Grund, weshalb der Brief erfunden sein könnte, läßt 
sich schlechterdings nicht entdecken. Und hielten wir den 
vorigen Brief für echt, so gilt das gleiche auch von diesem 
kleinen Schreiben. Es handelt sich beide Male um dieselbe Tat- 
sache. Nur steht das kleine Schreiben nicht an richtiger Stelle; 
das bringt uns kurz noch auf eine andere Betrachtung. 

Man darf auf Grund einer genaueren Lektüre der koptischen 
Akten sagen, daß fast alle mitgeteilten Briefe, sowohl diejenigen, 
welche durch den Griechen kontrollierbar sind, wie auch die. 



1) Über die Glaubwürdigkeit der hier berichteten Dinge vgl. 
noch unten S. 203 f. — 2) Oben S. 24 f. Bouriant S. 28. 



II, 3 b. Koptische Briefe ohne griech. Parallele. 189 

welche keine griechische Parallele haben, vom Kopten ihrem 
Inhalte nach durchweg chronologisch richtig eingefügt sind. 
Am Anfang steht ganz natürlich das an Victor gesandte Ein- 
ladungsschreiben, nach Alexandrien zu kommen. Daran schließt 
sich in richtiger Reihenfolge die Denkschrift, welche den Mönch 
über dasjenige orientiert, was er im Auftrage Cyrills dem Kaiser 
vorschlagen soll. Weiter: der Brief Cyrills (S. 11 f.), der die 
Ankunft in Ephesus meldet, ist richtig eingereiht; er gehört vor 
den Beginn der Verhandlungen. Schwanken könnte man zu- 
nächst vielleicht bei dem Beschwerdebrief über Kandidian (S. 15 ff.)- 
Aber auch dieser steht an rechter Stelle; er muß, wie der Zu- 
sammenhang, in dem ihn der Kopte bringt, lehrt, ungefähr zu 
derselben Zeit in Konstantinopel eingetroffen sein, wie der erste 
Bericht des Konziliabulums. Sonderbar bleibt nur, daß der Be- 
richt, den Cyrill gleich nach der Absetzung des Nestorius an 
den Kaiser sandte, nicht mitgeteilt ist. Hiernach scheint mir 
doch die gewöhnliche Anschauung, die He feie zurückweist i, daß 
Kandidian mit seinem Bericht dem der rechtmäßigen Synode 
zuvorgekommen ist, und den letzteren gar nicht habe nach Kon- 
stantinopel gelangen lassen, richtig zu sein. Daß der Kaiser 
schon einen Bericht der offiziellen Synode empfangen hat, ist 
nach dem Kopten undenkbar. Wie konnte sonst Victor dem 
Theodosius den Vorwurf machen, es sei nicht recht, nur eine 
Partei (sc. die des Nestorius) anzuhören? Der Kaiser hat danach 
in der Tat den Bericht der offiziellen Synode nicht erhalten; 
statt dessen wird ihm jetzt nur das Schreiben über Kandidian 
mitgeteilt, und dies steht an rechter Stelle. 

Sehen wir vorläufig noch von dem kleinen Schreiben Cyrills 
(S. 24 f.) ab, so sind auch die folgenden Briefe, die der Kopte 
bringt, in richtiger Ordnung mitgeteilt. Es ist das durch Palladius 
übersandte kaiserliche Schreiben (8. 25), die Antwort der Synode 
darauf (S. 29 ä'.), der Brief Cyrills über die Beschlüsse der Synode, 
ehe der offizielle Bericht selber eintrifft (S. 40 ff.). 

Wir haben somit eine chronologisch vollkommen geordnete 
Mitteilung der dem Kopten wichtig erscheinenden Briefe. Nur 
das genannte kleine Schreiben steht an falscher Stelle. Nach 
einer Aufklärung der in diesem Briefe gemachten Mitteilungen 

1) a. a. 0., S. 196. 



190 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

werden wir in der sonstigen Literatur vergeblich suchen; aber 
der Kopte selbst bringt Licht in dies Dunkel. Ganz ersichtlich 
ist hier dieselbe Streitsache gemeint, die wir in dem Beschwerde- 
brief über Kandidian vorfanden. Es handelt sich um die dort 
mit Namen genannten Kleriker, die als besonders heftige Gegner 
des Nestorius von Kandidian gefangen genommen werden. Hier 
sind die betreffenden Männer erst in der Gefahr, festgesetzt zu 
werden; sie hören erst von dem, was ihnen droht; in dem andern 
großen Schreiben wird über bereits Geschehenes Bericht erstattet. 
Der kleine Brief ist nur eine kurze private Mitteilung an die 
Adressaten; das große Schreiben ist ausführlicher gehalten, nennt 
auch die Namen, da es dem Kaiser vorgelesen werden solL 
Demnach steht der kleine Brief nicht an rechter Stelle; er ist 
chronologisch vor das größere Schreiben zu setzen, ist eine kurze 
private Mitteilung von einer drohenden Gefahr, gegenüber der 
späteren ausführlicheren Schilderung bereits geschehener Er- 
eignisse. 

Dies sind die koptischen Briefe, für die wir keine griechischen 
Parallelen haben. Nur einen, den unter Nr. 2 angeführten, halte 
ich für eine Fälschung, die anderen scheinen mir echt zu sein, 
wenn auch die Adressen vielleicht korrigiert sind. Überblicken 
wir zum Schluß noch einmal diesen Abschnitt, so muß es als 
erstaunlich bezeichnet werden, wie wenige koptische Briefe doch 
ohne Parallele beim Griechen sind, aber zweitens auch, daß unter 
diesen fünf unkontrollierbaren Schreiben schließlich nur ein ein- 
ziges den Eindruck einer Fälschung macht. Das bestätigt unser 
schon früher über die Akten gefälltes Urteil: der koptische Be- 
richt ist keine direkte Geschichtsfälschung, sondern beruht auf 
geschichtlichen, allerdings zugunsten Victors stellenweise über- 
arbeiteten Grundlagen. 

Mit diesen Bemerkungen könnten wir unsere Studien über 
die koptischen Akten schließen; aber das Verhalten eines Mannes, 
der auch vom Kopten einigemale erwähnt wird und der in der 
Geschichte des ephesinischen Konzils eine wichtige Rolle gespielt 
hat, ohne daß man sich über seine Person und seine Parteinahme 
völlig klar wäre, nötigt uns, mit wenigen Worten auf ihn ein- 
zugehen. 



II, 4. Johannes von Antiochien u. Nestorius. 191 

4. Die Stellung des Bischofs Johannes von Antiochien zu Nestorius 

und seiner Partei. 

Eine eigenartige, daher auch viel umstrittene Stellung nimmt 
in den nestorianischen Streitigkeiten Johannes, Bischof von 
Antiochien, ein. Als Antiochener stand er von Haus aus in 
dem Rufe, ein Parteigänger des Nestorius zu sein; und vieles 
sprach für diese Annahme. Bei der Versammlung der Bischöfe 
zur Synode in Ephesus bleibt er aus, und man muß ohne ihn 
die Sitzungen eröffnen. War das nicht ein Zeichen dafür, daß 
er eben als Gesinnungsgenosse des Nestorius den regelrechten 
Verlauf der Verhandlungen zu hemmen suchte? Als er dann in 
Ephesus endlich anlangt, beteiligt er sich nicht an den allge- 
meinen bischöflichen Beratungen, sondern beruft eine besondere 
Versammlung, verurteilt in ihr die Beschlüsse der Hauptsynode 
und erklärt die Leiter derselben, Cyrill und Memnon, für ab- 
gesetzt. Nach alle dem zu urteilen, war Johannes in der Tat 
scheinbar nichts anderes, als ein Parteigänger des Nestorius. 
Allein nach Beendigung der allgemeinen, orthodoxen, d. h. cyril- 
lischen Konzilsberatungen und nach der hier ausgesprochenen 
und vom Kaiser bestätigten Absetzung des häretischen Bischofes 
von Konstantinopel erleben wir plötzlich das Schauspiel, daß 
Johannes in die Verurteilung des Nestorius einstimmt, seinen 
bisherigen Schützling aufgibt und mit der cyrillischen Partei 
ein Bündnis eingeht. Hiernach scheint die Freundschaft des 
Johannes zu Nestorius doch nicht eine zu begeisterte gewesen 
zu sein. Oder haben wir Johannes von Anfang an für einen 
falschen Freund des Nestorius zu halten? Man kann darüber — 
und man hat es getan — in zweifacher Weise sein Urteil fällen: 
entweder betrachtet man Johannes von Beginn an als einen 
hinterlistigen, unaufrichtigen Anhänger des Nestorius; dann ist 
sein späteres Benehmen leicht verständlich, schwer zu er- 
klären aber bliebe es, warum er nach Ephesus zu kommen 
zögerte, und schließlich sogar sich in die Lage brachte, durch 
Berufung einer Gegenversammlung in Ephesus den Haß und die 
Angriffe der cyrillischen Partei sich zuzuziehen. Oder aber man 
hält Johannes für einen wirklichen überzeugten Anhänger der 
nestorianischen Richtung; dann ist sein Benehmen zu Anfang 
verständlich und erklärlich, aber sein späteres Umschlagen wäre 



192 Kraatz, Koptische Akten z. ephea. Konzil. 

nur durch Annahme einer klugen Berechnung — sich die Gunst 
des Kaisers nicht zu verscherzen und sich nicht durch die Ver- 
teidigung eines verlorenen Postens in Gefahr zu bringen — 
begreifbar. Beide Male fiele auf den Charakter des Mannes ein 
bedenkliches Licht: im ersten Fall hätte man ihn als einen 
falschen Freund zu beurteilen; im anderen erscheint er uns als 
ein charakterloser, die Fahne nach dem Winde drehender Gesell, 
der es ohne allzu große Gewissensbisse über das Herz bringt, 
seinen Freund, für den er noch eben eingetreten war, im Stich 
zu lassen und dem Haß der Verfolgung seiner Gegner preiszu- 
geben, ja selber ihr Tun noch zu billigen. Beide Male blieben 
aber die oben gekennzeichneten Schwierigkeiten; man hat daher 
versucht, noch einen andern Weg zur Erklärung einzuschlagen. 
Harnackschreibtin seiner Dogmengeschichte (H^, S. 342, Anm. 1): 
„Vielleicht ist Johannes von Antiochien auch ein falscher Freund 
des Nestorius gewesen. Die Sache ist noch immer nicht ganz 
klar (trotz der koptischen Quellen, die uns jetzt zu Gebote stehen). 
Wahrscheinlich kam Johannes absichtlich so spät, um dann den 
Ausschlag geben zu können; er hat sich von Anfang an zwei- 
deutig gegen Nestorius betragen. Man darf wohl annehmen, daß 
er sowohl den Nestorius wie den Cyrill los sein wollte, um 
selbst den höchsten Einfluß auf die Kirche zu gewinnen." Aber 
dieser Erklärungsversuch, der vollkommen in der Luft schwebt, 
erscheint mir unmöglich. Auch glaube ich nicht, daß wir ein 
Recht dazu haben, das Zögern des Johannes, wie Harnack es 
will, als „absichtlich", d. h. jedes rechten Grundes bar, hinzu- 
stellen. Die Quellen, gerade auch unser koptischer Text, scheinen 
mir zu beweisen, daß Johannes in der Tat gegen seinen Willen 
bei seiner Reise nach Ephesus aufgehalten worden ist. Ich 
schlage daher zur Erklärung der hier vorwaltenden Schwierig- 
keiten einen andern Weg ein, auf Grund der uns vorliegenden 
Quellen. 

Sehe ich recht, so ist der Fehler, den man bei der Beurteilung 
der Handlungsweise des Johannes macht, der, daß man ihn ent- 
weder als falschen Freund oder als unbedingten Anhänger des 
antiochenischen Bischofs hinstellt. Beides aber ist er nicht ge- 
wesen; will man ihn und sein Tun unter dem Gesichtspunkte 
seines Verhältnisses zu Nestorius beurteilen, so wird man das 
Rechte nur treffen, wenn man ihn hinstellt als einen Mann, der 



II, 4. Johannes von Antiochien u. Nestorius. 193 

zwar mit Nestorius befreundet war und ihm auch in seinen An- 
schauungen sehr nahe stand, nicht aber mit ihm in seinen 
Meinungen völlig eins war. Ein Beweis dafür ist das uns noch 
aufbewahrte Schreiben Johannes' von Antiochien an Nestorius vor 
Eröffnung der ephesinischen Synode. ^ In diesem Schreiben 
bittet Johannes den Nestorius, das Wort dsoro'Aoq^ um das 
schließlich alles sich dreht, anzunehmen, da er die Sache ja zu- 
gebe. Das sei notwendig, da alle orthodoxen Väter diese Be- 
zeichnung ebenfalls gebraucht hätten. Handele man nicht ebenso, 
so höre Christus auf, Gott zu sein. Auch lehre die Schrift in 
gleicher Weise; daher solle Nestorius sich nicht länger dagegen 
sträuben. Dieser Brief war bekannt. Denn auf ihn spielt ganz 
deutlich Cyrill an, wenn er in seinem Schreiben an Komarius 
und Potamon schreibt-: ..Wir haben aber ferner einen Brief des 
gottesfürchtigen und gottergebenen Bischofs Johannes, den er 
an Nestorius schrieb, indem er ihn darin heftig tadelt, wie wenn 
er neue, gottlose Dogmen in die Kirche einführe und die Predigt, 
die den Kirchen durch die heiligen Evangelien und die Apostel 
gegeben ist, zugrunde richte.'" Hieraus — und es ist zu be- 
achten, daß wir den betreffenden Brief selber noch haben, nicht 
etwa nur durch Cyrill davon wissen — geht zur Genüge hervor, 
daß wir Johannes durchaus nicht als einen unbedingten Partei- 
gänger des Nestorius zu betrachten haben, daß er vielmehr gerade 
in dem Hauptstreitpunkte mehr zur cyrillischen Partei ursprüng- 
lich sich hinneigte, bei aller Freundschaft für den Bischof von 
Konstantinopel. Dann wird sich aber auch das spätere Ver- 
halten des Johannes, seine Verurteilung des Nestorius, leichter 
erklären. Es ist nicht ein völliges Aufgeben seines früheren 
Standpunktes und eine hinterlistige Handlungsweise gegen seinen 
eigenen Freund; er stand im Grunde ja schon zu Beginn der 
Streitigkeiten dem Cyrill und seiner Anschauung nicht ganz fern, 
und die Kompromißformel-^ erleichterte ihm noch den Friedens- 



1) Mansi IV, p. 1061 fi". Die in Betracht kommende Stelle steht 
p.1065.— -2) Mansi IV, p. 1232, vgl. oben S. 45.— 3) H.V.Schubert 
im Möllerschen ..Lehrbuch der Kirchengeschichte" 2. Aufl., Band I, 
S. 663 bezeichnet richtig die Unionsurkunde als einen Abfall 
Cyrills und weist darauf hin, daß die antiochenische Grundlage 
des Symbolums deutlich zutage tritt. Harnack urteilt (a. a. 0. 
S. 344, Anm. 1): „Das Symbol ist ein dogmatisches Kunstwerk, in 

Texte u. Untersuchungen. N. F. XI, 2. 13 



j^94 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Schluß. Daß er nicht gleich dazu freudig bereit war, sondern 
erst durch den Kaiser dazu gezwungen wurde, ist verständlich. 
Indem er Frieden schloß, mußte er zugleich in die Verurteilung 
des Nestorius einstimmen, und den Freund aufzugeben, kostete 
Überwindung, auch wenn er ihm nicht in allen Stücken bei- 
stimmen konnte. So gewinnen wir also ein anderes Bild von 
Johannes, als es bisher meist zu finden ist; aber es ist kein 
Fhantasiegemälde, sondern entworfen nach einer Äußerung, ja 
ausführlichen Erklärung aus Johannes' eigenem Munde. Da- 
bei soll nicht geleugnet werden, daß der Befehl des Kaisers, 
Frieden zu schließen, den Entschluß bei Johannes mit hervorge- 
rufen hat. Aber er folgte eben dem Befehle, weil er sah, daß 
er mit seiner kleinen Partei den Nestorius doch nicht mehr 
halten könne, und er auch nicht in allem mit ihm übereinstimmen 
konnte. Daß es freilich edler von Johannes gewesen wäre, wenn 
er seinen Freund nicht preisgegeben hätte, ist schwer zu leugnen. 
Aber ihn als einen falschen Freund oder als einen Mann, der 
Nestorius leichtfertig habe fallen lassen, hinzustellen, dazu scheint 
man mir kein Recht zu haben. 

Allein ist dann nicht sein Zögern bei der Reise nach Ephesus 
und sein Auftreten dort gegen Cyrill rätselhaft und spricht gegen 
die Erklärung, die wir eben gefunden? Keineswegs! Sehen 
wir näher zu! 

Zunächst sein spätes Ankommen in Ephesus. Es geht doch 
nicht an, dies Zögern des Johannes nur auf sein eigenes Ver- 
schulden zurückzuführen, als habe er absichtlich seine Ankunft 
hinausgeschoben, nur weil er Nestorius zugunsten handeln 
wollte oder, wie Harnack meint, um den Ausschlag geben zu 
können. Ich sehe auch wirklich nicht ein, wie Johannes nicht 
durch seine Gegenwart in Ephesus den Freund hätte viel besser 
unterstützen können, als durch sein Fortbleiben. Freilich, der 
Verdacht, daß Johannes absichtlich seine Ankunft hinausgeschoben 
hätte, ist gleich damals auf der Synode aufgetaucht und von 
Cyrill oft mit der größten Bestimmtheit ausgesprochen worden. 
Aber Cyrill, den Gegner, allein hier anzuhören, auch w^enn man 
von der andern Partei und aus Johannes' eigenem Munde Er- 



dem sich jedoch die Antiochener fast ohne Schwierigkeit wiederfinden 
konnten, nicht aber Cyrill". 



II, 4. Johannes von Antiochien u. Nesfcorius. 195 

klärungen in einem andern Sinn hat, ist nicht angängig. Und 
in der Tat haben wir Zeugnisse für die Gründe, welche das 
lange Ausbleiben des Bischofs von Antiochien zuverlässig er- 
klären. 

Unser koptischer Bericht enthält ein Zwiegespräch zwischen 
dem Kaiser und Apa Victor, gleich nach der Überreichung der 
Beschwerdeschrift über das Verhalten des Grafen Kandidian auf 
der Synode. Das Gespräch ist, wie wir sahen, schwerlich in 
jeder Hinsicht historisch; aber die Verteidigung des Bischofs 
von Antiochien durch den Kaiser ist doch beachtenswert. Schon 
öfter haben wir hervorgehoben, daß der Kopte in seinen Apa 
Victor verherrlichenden Bericht echte Überlieferungen hinein- 
geflochten hat. Zu diesen gehört, wie sich nachweisen läßt, die 
Angabe des Grundes, weshalb Johannes so spät in der Metropole 
Ephesus eintrifft. 

Der Kaiser verteidigt das Ausbleiben des Johannes, indem 
er dem Apa Victor die Mitteilung macht, der Bischof von 
Antiochien habe es abgelehnt, zum Konzil zu erscheinen, da es 
ihm durch eine große Hungersnot in Antiochien und dem ganzen 
Orient unmöglich sei. Dennoch habe er, der Kaiser, ihm einen 
neuen Befehl gesandt, unbedingt sich mit den übrigen Bischöfen 
zu versammeln. Es sei daher erklärlich und entschuldbar, wenn 
Johannes infolge dieser Verzögerung nicht pünktlich auf dem 
Konzil erscheinen könne. Die Gründe, welche Apa Victor da- 
gegen vorbringt, sind recht kläglich, und der Mönch selber 
leitet das Gespräch auf ein anderes Gebiet über. 

Diese Unterhaltung Victors mit dem Kaiser entbehrt nicht 
eines historisch nachweisbaren Anknüpfungspunktes. Davon 
freilich, daß Johannes dem Kaiser brieflich erklärt habe, er 
könne nicht kommen, und daß der Kaiser ihn noch einmal 
kategorisch aufgefordert habe, bei den Beratungen zugegen zu 
sein, hören Avir sonst nichts. Hier erfahren wir also ein Dop- 
peltes: einmal, daß Johannes gleich nach dem Empfang des 
Einladungsschreibens sich brieflich an den Kaiser gewandt hat, 
und zweitens, daß der Kaiser, weil er auf die Anwesenheit des Jo- 
hannes in Ephesus nicht verzichten wollte, diesem in einem zweiten 
Briefe befahl, trotz aller Hindernisse zu erscheinen. Die uns 
sonst zu Gebote stehenden Quellen wissen davon nichts; trotz- 
dem wird man die Möglichkeit, daß diese Nachricht geschichtlich 



196 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

begründet ist, nicht ohne weiteres ableugnen können.^ Von 
einer Hungersnot hat Johannes wirklich dem Kaiser gegenüber 
gesprochen. Allerdings nicht in einem Schreiben noch vor der 
Eröffnung der Beratungen, sondern vielmehr, als der Bischof 
bereits in Ephesus angekommen war. Wir lesen bei Mansi IV, 
p. 1271 in einem Schreiben des Johannes an den Kaiser: „DaB 
ich aber etwas später angelangt bin, hat eine andere Ursache: 
denn wenn Eure Frömmigkeit die Länge der Landreise — zu 
Lande sind wir nämlich gereist — bedenken, wird sie er- 
kennen, daß wir in großer Schnelligkeit diese Reise zurück- 
gelegt haben, da wir 40 Tagemärsche machten, ohne uns unter- 
wegs auszuruhen, wie Eure Christus liebende Majestät von den 
Einwohnern der Städte erfahren können, welche wir passiert haben. 
Dazu kam noch, daß wir der Hungersnot in Antiochien wegen, 
der deshalb sich täglich erhebenden Unruhen des Pöbels und 
des unzeitgemäßen Unwetters wegen, das auch durch Über- 
schwemmungen die Stadt in Gefahr brachte, dort nicht 
wenige Tage aufgehalten wurden". Diese Stelle ist für uns in 
doppelter Hinsicht interessant: sie läßt uns einmal in die Art 
und Weise hineinschauen, wie der Kopte eine historische Tat- 
sache in seine künstliche Darstellung hineinflicht, um ihr dadurch 
mehr den Schein der vollen Historizität zu verleihen; aber nur 
den wichtigsten Punkt, der offenbar damals auch bekannt war, 
greift er heraus und bringt ihn in einer falschen Beleuchtung. 
Und die Stelle zeigt uns zweitens, daß die Mitteilung des 

1) Fraglich jedoch scheint es mir, ob man zur Beurteilung der 
Geschichtlichkeit der Nachricht sich einzig, wie Bolotov (a. a. 0. 
S. 105, Anm. 69) es will, auf die Stelle Evagrius hist. eccl. Is 
stützen darf. Die Stelle spricht davon, daß die Verspätung des 
Johannes durch die weite Reise und die Kürze der Zeit verursacht 
sei. Wir erfahren vom Kopten aber, daß Joh. sich auch, und scheinbar 
liauptsächlich, mit jener Hungersnot entschuldigt habe, auf die Evag. 
an seiner Stelle nicht hinweist. Wenn Bolotov nun dafür plädieren 
möchte, daß von der Hungersnot nicht die Rede gewesen sei im 
Briefe des Joh., weil der Kaiser von ihr aus anderen Quellen Nachricht 
gehabt habe, so scheint mir das unhaltbar. Von solcher Hungersnot 
wissen wir auch sonst; es lag nahe genug für Joh., um dieser Not 
willen die Teilnahme an der Synode abzulehnen. Die kleine Stelle 
bei Ev. allein genügt nicht; wir haben den Inhalt des Schreibens 
an den Kaiser dem Ev. und unserem Kopten zu entnehmen — 
wenn das Schreiben überhaupt historisch ist; vgl. darüber oben. 



II, 4. Johannes von Antiochien u. Nestorius. 197 

Kopten liier von der Hungersnot in der Tat auf Wahrheit 
beruht. Johannes selber hat wirklich sein Zuspätkonamen dem 
Kaiser gegenüber mit dem Eintreten der Hungersnot in An- 
tiochien entschuldigt, die ihn bewog, seine Abreise aus der 
Stadt zu verzögern. Er führt auch noch einen anderen Grund 
an: die große Entfernung, die es ihm nicht gestatte, früher ein- 
zutrejffen, obwohl er. wie nachweisbar, sehr geeilt sei. Auch 
hiervon weiß ganz ersichtlich der Kopte. Denn in demselben 
Gespräch mit dem Kaiser sucht Apa Victor nachzuweisen, daß 
die Entfernung von Antiochien bis Ephesus gar nicht so groß 
sei und Johannes also sich damit nicht entschuldigen könne. 
In der Tat hat das Johannes Cyrill gegenüber getan. In einem 
Schreiben an Cyrill, das uns noch erhalten und das äußerst 
freundlich gehalten ist, entschuldigt sich der Antiochener mit 
den großen Beschwerlichkeiten der Reise und hofft, in fünf 
oder sechs Tagen endlich einzutreffen.^ Davon, daß Johannes 
durch die beträchtliche Entfernung (sowohl der einzelnen unter 
Johannes stehenden Bischöfe von Antiochien, als auch Antiochiens 
von Ephesus) an der pünktlichen Ankunft verhindert worden 
sei, spricht auch Evagrius, bist. eccl. I 3, 4. 

Aus alledem geht hervor, daß wir die Notiz des Kopten 
über die Hungersnot und die große Entfernung als Grund für 
das Zögern des antiochenischen Bischofs nicht wie eine Erjön- 
dung zurückweisen dürfen. Johannes selber hat es deutlich 
ausgesprochen, daß er durch die Größe seiner Reise und durch 
die in Antiochien gerade herrschende Hungersnot verhindert 
worden sei, zu der vom Kaiser festgesetzten Zeit in Ephesus 
anzulangen. Ich sehe keinen Grund, weshalb man diese Er- 
klärung des antiochenischen Bischofs als aus der Luft gegriffen 

1) Mansi IV, p. 1121: Ovöe ifis (xexQLcog öaKvsL to okcog zijg vfjie- 
Tcoag o6LOTr]Tog elg "Ecpsöov Tcagaysvo^ivi^g rag (JUKQccg raviag vaxe- 
Qrjoca tjiiSQag, zijg yccQ XQciag 6 tüsq! tj]v Orjv ayLCü6vvr]v Tto&og nksov 
fxoi sy'KEirai öwiovcog ri]V o6ov iE,avv6ai. eljäI yovv im d-vQcag 
komov Trjg Orjg ayiotrjzog evy/ug, noXvv vKOGxag xov Tfjg oöoiTiOQLag 
710 vov. i](iSQC(g yccQ s^co TQiaxovTa' TOOovTog ya(j o Y.vükog rrjg oöov 
£/ff oösvcov ovöa(i(ag ovös okojg ivöiöovg i^avico' ivicov rcov kvqlcov 
Tcov d-sog)ik£OTaTcov iniGy.ÖTKOV ccvco^aUa ymio. t'}]V o66i> %Qi]0(xuiv(üv, 
^(üoov öa TtoXXcov TtSTtzcüKuxcov ajxo zijg ovvxovov oöoLTiOQLag. ev^ov 
ovv ÖEOTXoxci xcil zctvzctg zag nivzE i] t^ ^ovccg xat akvTtcog ?[|Ltag oöev- 

GCiL jiCiL CikvTXCOg 7tEQl7lZV^aG9^(Xl ZrjV LEQCiV IJ^ih' KCil OOLCCV KE(paX7]V. TizX. 



J98 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

hinstellen und sie nur betrachten sollte als ersonnen, um den 
eigentlichen Grund — die Beschlußfassung in Ephesus hin- 
zuziehen — damit zu verdecken. Einfach aus der Luft greifen 
konnte sich Joh. die Entschuldigung mit der Hungersnot doch 
nicht; das hätte sehr bald ruchbar werden müssen. Mithin 
haben wir die Pflicht, bis wir schlagende Gründe dagegen an- 
führen können, den Worten des Johannes Glauben zu schenken 
und in der Tat anzunehmen, daß der Antiochener aus den 
wiederholt angegebenen Ursachen zurückgehalten worden ist. 
Was Cyrill, sein Gegner, in feindlichem Sinn, ohne den Beweis 
dafür zu bringen, ihm unterlegt, kann für uns nicht in Betracht 
kommen, selbst nicht die Nachricht, Johannes habe zwei Bischöfe 
vorausgeschickt und dem Konzil sagen lassen: jcQaTXSTe, o 
jtQarrsxe. Beruht diese Mitteilung auf Wahrheit — und ich 
halte sie dafür; auch der Kopte bringt sie in dem Schreiben 
Cyrills — , so hat man damit nicht, wie Cyrill, die Andeutung 
zu sehen, daß Johannes nicht kommen wollte; davon spricht 
der Bischof ja gar nicht; er rechnet nur mit der Möglichkeit, 
daß unvorhergesehene Schwierigkeiten ihn noch weiter hemmen 
könnten. Und für diesen Fall will er nicht verlangen, daß das 
Konzil auf ihn allein noch länger warten solle, sondern rät, 
dann ohne ihn zu verhandeln, vielleicht, weil er meint, daß sich 
die Beratungen eine Zeitlang hinziehen würden, und er vor der 
Beschlußfassung noch eintreffen werde, so daß er noch immer 
sein Votum abgeben könne. 

Aber darin täuschte er sich; als er in Ephesus eintrifft, hat 
man Nestorius schon verurteilt. Damit kommen wir auf die 
zweite Frage, die wir uns vorlegten: wie ist es zu erklären, daß 
Johannes, wenn er doch nicht ein vollkommen überzeugter An- 
hänger des Nestorius und unbedingter Gegner des Cyrill war, 
trotzdem eine Gegensynode eröffnet hat? Die Entscheidung ist 
hier nicht schwer zu treffen. Wenn ich auch oben nicht dem 
Urteil Harnacks beistimmen konnte, daß Johannes sowohl den 
Nestorius, wie den Cyrill los sein wollte, damit er selber den 
höchsten Einfluß auf die Kirche sich gewinnen könne, so liegt 
darin doch sicherlich etwas Wahres, daß ein bestimmter Ehrgeiz 
den antiochenischen Bischof bewegt hat. Er, der Inhaber eines 
Bischofssitzes, der sich im Orient eines hohen Ansehens erfreute, 
wußte, daß er mit Recht verlangen könnte, die übrigen Bischöfe 



II, 4. Johannes von Antiochien u. Nestorius. 199 

sollten sein Urteil respektieren und jedenfalls ohne sein Votum 
keinen Entschluß fassen. In diesem seinem Ehrgeiz aber fühlte 
er sich bei seiner Ankunft in Ephesus gekränkt; man hatte nicht 
etwa nur die Beratungen ohne ihn begonnen, sondern sogar 
bereits den folgeschweren Schritt getan und Nestorius verurteilt. 
Das empörte ihn. Nimmt man hinzu, daß der Verurteilte seinem 
Standpunkte nach ebenfalls ein Antiocheuer war und daher der 
Sympathie des Johannes nicht ermangeln konnte, und daß, wenn 
auch Johannes hinsichtlich des Ausdruckes d^eoxoxoq mit Cyrill 
und nicht mit Nestorius übereinstimmte, er doch die zwölf Sätze 
Cyrills gegen seinen Widersacher nach eigenem Geständnis ^ nicht 
billigte, ja für heterodox erklärte und sie als wohl nicht von 
Cyrill herrührend bezeichnete, so wird es verständlich, wie 
Johannes sich vollkommen auf die Seite des Nestorius stellen 
und den von der eigentlichen Synode gefaßten Beschluß für 
ungültig erklären konnte, der ja wider alles Recht und gegen 
den ausdrücklichen Befehl des Kaisers, daß nur von allen 
Bischöfen zusammen beraten werden sollte, zustande gekommen 
war. Vielleicht hätte Johannes, wenn man mit der Beschluß- 
fassung bis zu seiner Ankunft gewartet hätte, sich nicht so 
ostentativ auf Nestorius' Seite gestellt und eine Vermittlung 
versucht. Jetzt aber bewog ihn sein verletzter Ehrgeiz, unbe- 
dingt für Nestorius Partei zu ergreifen. 

Fassen wir noch einmal zusammen, was sich uns ergeben 
hat. Man wird das fast allgemein herrschende Urteil zu korri- 
gieren haben. Johannes von Antiochien ist nicht als ein in 
allen Punkten mit Nestorius übereinstimmender Freund desselben 
zu betrachten; hinsichtlich des Hauptpunktes der d^eoroxoc, steht 
er mehr auf Seiten Cyrills. Seine späte Ankunft in Ephesus ist, 
wie auch der Kopte bezeugt, durch die große Entfernung, die 
er auf seiner Reise zu überwinden hatte, und durch die Hungers- 
not in Antiochien verursacht. Sein kraftvolles Auftreten gegen 
Cyrill und dessen Partei in Ephesus basiert vor allem auf der 
Kränkung seines Ehrgeizes, erst in zweiter Linie auf dogma- 
tischen Abweichungen. Das alles zusammengenommen erleich- 
tert es uns, zu verstehen, wie Johannes, als sich Cyrill ihm 
wieder respektvoller nahte, und jene Kompromißformel zustande 



1) Mansi V, p. 756. 



200 Kraatz, Koptische Akten z. ephe.s. Konzil. 

kam, den verschiedenen Umständen folgend dazu schreiten 
konnte, Nestorius fallen zu lassen. 



Welchen Wert haben für uns die koptischen Akten, deren 
Betrachtung wir zu Ende geführt haben V Diese Frage soll zum 
Schluß noch beantwortet werden. Unsere kurzen Ausführungen 
werden es berechtigt erscheinen lassen, wenn wir weder den- 
jenigen uns anschließen können, welche dem koptischen Berichte 
um seiner teilweise singulären Nachrichten willen jedes An- 
sehen und jeden Wert absprechen möchten, noch denen, die, 
wie Amelineau, nur in den höchsten Tönen von ihnen reden 
und alle Nachrichten, die sich beim Kopten finden, als streng 
historisch betrachtet wissen wollen. Das letztere geht nicht an, 
weil, wie wir sahen, unser Bericht mancherlei enthält, was einer 
streng historischen Kritik nicht standhalten kann; wir haben 
uns davon zu überzeugen versucht, wie das Bild von der Tätig- 
keit des Mönches Victor, die an und für sich eines historischen 
Kernes nicht entbehrt, vom Kopten verzeichnet worden ist; wie 
er, seinem Idealbilde folgend ^ das er von Apa Victor sich ent- 
worfen, doch mancherlei entstellt und verändert hat. Aber wir 
haben zugleich gesehen, daß unsere Akten dennoch keine bloße 
Fälschung genannt werden können, um der nachweisbar richtigen 
Mitteilungen willen, die sie uns geben. 

Dem Kopten haben wir die Nachricht zu verdanken, daß 
der eine der beiden Führer auf dem Konzil zu Ephesus, Cjrill, 
der auf jede Weise seinen Anschauungen zum Siege zu verhelfen 
suchte, auch zu dem Mittel griff, durch einen ihm ergebenen 
Archimandriten, Victor von Pbav, in Konstantinopel selber auf 
den Kaiser einzuwirken, nicht etwa nur in Ephesus sich Hilfs- 
truppen bereit zu halten. Auf diese Weise glaubte er Theodosius, 
der im Herzen ein Anhänger des Nestorius war, leichter für sich 
gewinnen zu können. Aber er täuschte sich; die Hoffnungen, 
welche Cyrill auf Victor gesetzt hatte, blieben aus; wohl suchte 
der letztere einen Erfolg nach dieser Richtung zu erringen; 
allein seine Bemühungen Avaren nicht vom Glücke begünstigt. 
Immer wieder lassen die Akten erkennen, wie der Kaiser doch 
in seiner Sympathie dem Nestorius zuneigt. Wenn auch der 
Kopte es so darzustellen sucht, als hätte der Mönch Victor einen 
großen Einfluß auf Theodosius ausgeübt, so wissen wir aus den 



Schlußbetrachtmig. 201 

Nachweisen oben, daß in Wirklichkeit die Sache anders ver- 
laufen ist. Victors Anstrengungen waren so vergeblich, daß er 
sogar in Ephesus bei seinen eigenen Gesinnungsgenossen in den 
Verdacht geriet, gegen Cyrill und seine Partei zu arbeiten, und 
persönlich durch einen Eid sich und sein Tun rechtfertigen 
mußte. Wenn auch der Kopte uns davon geflissentlich nichts 
berichtet — darum gewußt muß er haben, und die Unklarheit, 
die er darüber läßt, ob denn nun Victor in Ephesus gewesen 
sei oder nicht, beweist uns, daß ein besonderer Grund für ihn 
vorgelegen haben muß, weshalb er von den Erlebnissen des 
Mönches in jener Stadt schweigt. Entwirft er auch infolgedessen 
uns kein direkt historisches Bild von Victors Wirksamkeit in 
Konstantinopel, so hat er doch das Verdienst, daß er uns eine 
geschichtliche Kunde davon bringt, wie Cyrill durch einen eigenen 
Abgesandten seine Anschauungen in Konstantinopel vertreten 
ließ; dem Kopten verdanken wir auch das Verständnis jener 
Stelle im griechischen Schreiben Cyrills, die uns zur Annahme 
zwang, Victor sei in der Tat eine geschichtliche Persönlichkeit 
gewesen und habe auch in der Tat in Konstantinopel gewirkt. 

Aber auch über einzelne Vorgänge auf dem Konzil selber 
werden wir durch den Kopten zuverlässig orientiert. Durch ihn 
erfahren wir, wie Nestorius versucht hat, vor der Eröffnung der 
Sitzungen mit seinen Gegnern in Frieden zu leben, wie er mit ihnen 
gemeinsam den Abendgottesdienst abhalten wollte, aber von ihnen 
zurückgewiesen wurde. Auf welche von beiden Parteien hierbei 
das schlechte Licht fällt, braucht nicht hervorgehoben zu werden. 
Cyrill selber spricht seinem Vorgehen das Urteil in dem Briefe, 
den nur der Kopte uns erhalten hat, und in dem er sich gegen 
den Vorwurf der Bestechungen zu rechtfertigen sucht; seine 
schwächliche Verteidigung zeigt uns, daß die gegen ihn erhobenen 
Vorwürfe in der Tat berechtigt waren. Somit stärkt uns der 
Kopte durch seine Nachrichten in der Meinung, die wir auch 
sonst schon aus einzelnen griechischen Briefen entnehmen konnten, 
daß Cyrill selbst vor Bestechungen nicht zurückgeschreckt ist, 
nur um seine theologischen Ansichten durchzusetzen. 

Endlich dürfen wir nicht außer acht lassen, daß auch über 
Kandidian die Akten wertvolle Nachrichten enthalten, die, wie 
wir sahen, ohne den Kopten uns verloren gegangen wären. Daß 
der Graf zu Nestorius hielt, ist für uns freilich nichts Neues; 




202 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

neu aber sind jene konkreten Einzelheiten, die das — gewif.i 
echte — ßesch Werdeschreiben über Kandidian uns berichtet: die 
Vertreibung einzelner Kleriker aus Ephesus und das eigen- 
mächtige Eingreifen in den zwischen den Klerikern zweier 
Bischöfe ausgebrochenen Streit. 

Nehmen wir noch hinzu, daß es an und für sich schon 
wertvoll für uns ist, selbst bekannte griechische Briefe vom 
ephesinischen Konzil in koptischer Übersetzung zu besitzen, so 
werden wir trotz der Korrekturen der Geschichte, die der Ver- 
fasser unserer Akten sich erlaubt hat, um seinem Helden einen 
größeren Ruhm zu verschaffen, trotz aller Ungenauigkeiten und 
Mißverständnisse die Bedeutung nicht zu gering anschlagen 
dürfen, die der koptische Bericht für eine genauere Kenntnis 
des ephesinischen Konzils hat. 



Anhang. 

Nach Fertigstellung meiner Arbeit erfuhr ich, daß im 
Russischen von Bolotov eine Abhandlung über die koptischen 
Akten veröffentlicht worden ist und zwar in der „Christ. 
Tschtenija" 1892, S. 63 ff. unter dem Titel: „Aus der Geschichte 
der Kirche in Ägypten. Der Archimandrit der Tabennisier, 
Victor, am Hofe von Konstantinopel im Jahre 431". Herr 
Professor Bonwetsch in Göttingen war so freundlich, mir sein 
Exemplar jener Abhandlung zur Verfügung zu stellen. Aber 
da ich des Russischen nicht mächtig bin, mußte ich mir die 
Arbeit Bolotovs, so gut es ging, übersetzen lassen. Eine solche 
Übersetzung hat insofern ihr Mißliches, als ich nicht imstande 
bin, ihre Richtigkeit genau kontrollieren zu können, vielmehr 
sie auf Treue und Glauben hinnehmen muß. Dennoch dürfte 
die mir vorliegende Übertragung ins Deutsche, die von einem 
die deutsche Sprache beherrschenden Russen angefertigt worden 
ist, dazu ausreichen, ein Urteil über den Wert der Bolotovschen 
Untersuchung abzugeben. 

Bolotov selber hat von der Existenz und dem Inhalte der 
koptischen Akten durch jenen Artikel der englischen Zeitschrift 
„The Church Quarterly Review", Oktober 1891, betitelt: „The 



Anhang. 203 

Council of Ephesus" (The Court and City of Constantinople during 
the Council of Ephesus) p. 91— ^115 Kunde erhalten, von dem schon 
oben S. 2 die Rede war. Jener (ungenannte) Engländer hatte 
ein verhältnismäßig günstiges Urteil über die Akten abgegeben; 
Bolotov nimmt eine unfreundlichere Stellung zu ihnen ein; und 
wenn er auch nicht das Ganze verwirft, sondern einzelne Urkunden 
für echt hält, so betrachtet er doch die Arbeit des Kopten als 
eine apokryphe und bezeichnet die Erzählung über Victor als 
eine Legende, die „unter dem Einfluß einer Illusion und Hallu- 
zination" stand (a. a. 0. S. 111). Vielfach ist das Urteil, das 
Bolotov über einzelne Punkte der Akten fällt, zutreffend und 
stimmt mit dem überein, was ich darüber in meiner Abhandlung 
habe aussprechen können; an mehreren Stellen aber muß ich 
ihm widersprechen, teils weil ihm Fehler und Versehen unter- 
gelaufen sind, zum Teil aber auch, weil mir seine Gründe nicht 
stichhaltig erscheinen, und man m. E. eine andere Stellung zu 
den uns durch den Kopten gemachten Mitteilungen einnehmen 
muß. Ich habe einzelne Bemerkungen Bolotovs oben schon in 
einigen Anmerkungen zu meinen Untersuchungen angeführt, hier 
muß eine genauere Auseinandersetzung folgen. Durchaus irrig 
scheint mir Bolotovs Urteil über die in unseren Akten geschil- 
derte Tätigkeit Victors in Konstantinopel zu sein, die er für eine 
Legende hält, deren Entstehung er in äußerst komplizierter 
Weise nachzuweisen versucht. Demgegenüber muß ich bei 
meiner oben dargelegten Anschauung verbleiben und werde im 
folgenden genauer auseinandersetzen, weshalb ich mit B.s Hypo- 
these mich nicht befreunden kann. Zuvor berühre ich noch 
einige Punkte, die B. trefiPend ausführt. 

Es ist Bolotov gelungen, die Geschichtlichkeit der im Be- 
schwerdebrief über Kandidian geschilderten Vorgänge noch 
wahrscheinlicher zu machen.^ Von der ersten Verfolgungs- 
szene sind uns, worauf auch ich bereits kurz hinwies, zwei Per- 
sonen bekannt: Charazius ist identisch mit dem Philadelphier 
Charisius^ einem antinestorianisch gesinnten Manne. Aus Mansi 
IV, p. 1344 — 48 wissen wir, daß Charisius aus Philadelphia die 
nestorianische Partei einer Fälschung wegen verklagte. Es sei 
nach Philadelphia ein Jakobus mit Empfehlungschreiben zweier 



1) Vgl. die Ausführungen Bolotovs a. a. 0. S. 85 f. 



204 Kraiitz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

Priester aus Konstantinopel, Anastasius und Photius, gekommen 
und habe verschiedene Kleriker und Laien dazu verführt, ein 
nestorianisches Bekenntnis, anstatt des nicaenischen zu unter- 
zeichnen. Da Charisius nicht unterzeichnete, so sei er als Häre- 
tiker exkommuniziert worden. Hiernach ist es begreiflich, wenn 
Kandidian, der auf selten der Nestorianer stand, Charisius zu 
beseitigen wünscht. — Den Scholastiker Euseb kennen wir, wie 
B. mit Recht ausführt, auch sonst. Er war ein eifriger Vertei- 
diger des nicaenischen Glaubens (Mansi VI, p. 652), ein hef- 
tiger Gegner des Nestorius und erwiderte ihm laut in der Kirche 
während der Predigt (Mansi VII, p. 1061). Auch daß er beseitigt 
werden soll, ist demnach verständlich. Lassen sich aber diese 
zwei unter den Verfolgten identifizieren, so werden wir auch 
über die anderen, die uns nicht näher bekannt sind, hinsichtlich 
ihrer Geschichtlichkeit günstig urteilen dürfen. Der Kopte 
berichtet uns also hier von einem historischen Vorgang, der uns 
sonst nicht bekannt ist. — Die zweite Verfolgung, die des pre- 
konnesischen Bischofs Johannes, ist, wie B. zeigt, ebenfalls ein 
historisches Faktum. Aus Mansi V, p. 765 f. wissen wir, daß der 
Kyziker Dalmatius mit drei seiner Suffraganen (Athanasius, 
Aetius, Timotheus) zuerst zu Nestorius hielt und die Schrift 
an Cyrill „Nota quidem" mit unterzeichnete; derselbe Mann 
unterzeichnete auch die an den Kaiser gerichtete Schrift, in der 
gegen die Verurteilung des Nestorius Protest erhoben wird 
(V, p. 768 f.). Erst nachher wandte er sich von Nestorius ab; wir 
finden ihn (IV, p. 1269) nicht mehr auf selten des antiochenischen 
Bischofs Johannes, des Verteidigers des Nestorius. Wie aber 
aus Mansi IV, p. 1144, 1217 hervorgeht, stellte sich der dem Dal- 
matius untergebene prokonnesische Bischof Johannes von Anfang 
an auf die Seite Cjrills. Daraus wird unsere Verfolgungsszene 
verständlich; die Kleriker des Dalmatius und die des Johannes ge- 
raten aneinander, und Dalmatius veranlaßt Kandidian, Johannes, 
der kein Christ sei, aus der Stadt zu vertreiben. Auch hier steht 
also unser Kopte auf historischem Boden, wenn wir auch sonst 
nichts von diesem Vorgang erfahren. Boloto v bestätigt somit aufs 
glänzendste die Echtheit des Schreibens, die ich oben behauptete. 
In den Lärmszenen des Volkes in Konstantinopel ^ werden 



1) Oben S. 50ff. 



Anhang. 205 

vom Kopten unter anderem zwei ]Männer genannt, die B. (S. 87 f.) 
richtig identifiziert hat: Anastasius, der gefangen gehalten wird, 
weil er das kirchliche Vermögen vergeudet hat, wird auch 
genannt Socrates h. e. 7 32, und Claudian, der um seines rechten 
Glaubens willen gefangen gehalten ist, wird bei Mansi V, p. 988 
genannt. Beides beweist, daß die Lärmszenen beim Kopten nicht 
aus der Luft gegritfen sind. 

Für uns am wichtigsten und auch von B. sehr ausführlich 
gehalten sind seine Ausführungen über Victor. Wie er selbst 
sagt, hält er Victor für eine wirklich historische Person, in dem 
Sinne, daß er Archimandrit der Tabennisier ^ war. Alles andere 
aber, seine Anwesenheit in Konstantinopel und Ephesus sei ein 
Mythus. Gehen wir auf das Einzelne kurz ein. 

a) Bolotov sucht von vornherein die Erzählung von der 
Sendung Victors nach Konstautinopel als einen Mythus hinzu- 
stellen. Zu diesem Zwecke führt er S. 92 ff. folgendes aus : Wenn 
Cyrill wünschte, einen Mann nach Konstantinopel zu senden, der 
für ihn und gegen Nestorius beim Kaiser arbeiten sollte, so 
mußte er dafür Sorge tragen, daß der Betreffende möglichst bald 
sich dorthin begab und frühzeitig dem Einfluß des Nestorius 
entgegenwirkte. Nach dem koptischen Bericht aber wartet 
Cyrill erst eine längere Zeit, nachdem er schon das erste 
Schreiben des Kaisers hinsichtlich der zu berufenden Synode 
erhalten hatte, und beruft dann nicht etwa einen Mann zu sich, 
der in seiner Nähe wohnte, sondern den Apa Victor, der erst 
eine lange Reise machen mußte, ehe er überhaupt Alexandrien 
erreichte; und auch als dieser nun in A. eingetroffen ist, verbringt 
er, statt möglichst bald nach Konstantinopel weiter zur eisen, 
längere Zeit tatenlos in A., um endlich so aufzubrechen, daß er, 
wie Cyrill sich berechnen mußte, in Konstantinopel eintraf, als 
Kandidian bereits abreiste. Daraus ergebe sich schon die Un- 
geschichtlichkeit dieser Sendung Victors. Auf den ersten Blick 
hat die eben skizzierte Beweisführung Bolotovs vielleicht etwas 
Bestechendes. Allein sie fällt dahin, wenn wir uns den kop- 
tischen Text näher ansehen. Es ergibt sich dann nämlich, daß 



1) B. macht scheinbar zwischen Pbav und Tabennisi keinen 
Unterschied; er redet nur von Tabennisiern, obwohl er Victor aus 
Pbav kommen läßt. 



206 Kraatz, Koptische Akten z. ephes. Konzil. 

nach Darstellung des Kopten Victor gar nicht von Anfang an 
nach Konstantinopel gesandt werden sollte. Vielmehr wird der 
Archimandrit berufen, um Cyrill nach Ephesus zu begleiten; 
deshalb schreibt der Alexandriner erst so spät an ihn. Als er 
aber in A. eingetroffen war, hielt Cyrill im Interesse seiner 
Sache es für vorteilhafter, Victor nach Konstantinopel zu senden. 
Somit fällt dieser von ß. vorgebrachte Grund gegen die Ge- 
schichtlichkeit der Absendung Victors nach Konstantinopel dahin; 
das Ganze ist vollkommen verständlich und denkbar. 

b) Daß das „Memorandum" am Anfang unserer Akten ^ 
nicht echt ist, darüber kann, wie wir sahen, kein Zweifel be- 
stehen. Dennoch treffen nicht alle Gründe zu, die B. dagegen 
anführt. Er spricht S. 97 ff. davon, daß Cyrill den Kaiser um 
griechisch-katholische Truppen bittet, daß Ephesus in diesem 
Schriftstücke als eine fremde Gegend geschildert werde, und daß 
es so dargestellt werde, als ob — eine Beleidigung für den 
Kaiser — die Bischöfe in Ephesus wie in einer Räuberhöhle 
sich be